Sturmflutschutzwand in Warnemünde

Warnemünde – Heute hat Mecklenburg-Vorpommerns Küstenschutzminister Dr. Till Backhaus im südlichen Bereich des Alten Stroms von Warnemünde eine neue Sturmflut­schutzwand in Betrieb genommen. Symbolisch setzte er zusammen mit Vertretern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) und des Bauunternehmens aus Ribnitz-Damgarten an einem der vier Durchgänge durch die Schutzwand einen Dammbalkenverschluss ein, womit er demonstrierte, dass das System ab sofort seine Schutzfunktion übernehmen kann. Bei Vorhersage einer Sturmflut werden diese Durchgänge, die ein Erreichen der Promenade und der Bootsliegeplätze im Alten Strom ermöglichen, künftig von der Wasserwehr Warnemünde mit solchen Dammbalken verschlossen.

„Nach etwa 10 Jahren Planungs- und Bauzeit wird die neue Sturmflutschutzwand nun zusammen mit den Küstenschutz­anlagen am Strand den Schutz der Ortslage Warnemünde vor Überflutung in den nächsten Jahrzehnten sicherstellen“, sagte Backhaus. „Vor dem Hintergrund des Meeresspiegel­anstiegs in den nächsten Jahrzehnten ist es aber besonders wichtig, dass die Wand zukünftig noch erhöht werden kann“, so der Minister. Dies sei durch die modulare Bauweise möglich. Auch seien dadurch größere Sichtbehinderungen verhindert worden, denn die Wand ist nicht wesentlich höher als die alte Schutzwand.

Mit einer Höhe von 2,75 Meter über Normalhöhennull (NHN) schützt die etwa 500 Meter lange Sturmflutschutzwand in der ersten Ausbaustufe vor Wasserständen bis zu 2,50 Meter über NHN. Um die Erlebbarkeit des Alten Stroms für Einwohner und Touristen zu erhalten und die Akzeptanz des Bauwerks zu erhöhen, ist eine Promenade für Fußgänger in das Bauwerk integriert, die über vier schnell verschließbare Durchgänge erreicht werden kann. Die neue Promenade wird voraussichtlich Anfang März für die Öffentlichkeit freigegeben.

Damit sich vor allem Touristen vorstellen können, wie hoch die Wasserstände in Warnemünde steigen können, wurde eine Informationstafel aufgestellt, auf der die Wasserstände vergangener Sturmfluten – sogenannte Sturmflutmarken – dargestellt sind. Über einen QR-Code auf der Tafel können Besucher über ihr Smartphone weitere Informationen über die Sturmflutschutzwand und den Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern abrufen.

Das Land investierte etwa 9,25 Mio. Euro in das Sturmflut­schutzbauwerk. 70 Prozent der Kosten werden mit Mitteln des Bundes aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) finanziert. 30 Prozent der Kosten trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern selbst. Insgesamt wurden sogar etwa 11 Mio. Euro in das Vorhaben investiert, da die Hansestadt Rostock auch verschiedene Anschlussbereiche erneuert hat.

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