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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Würdigung für stille Heldinnen und Helden

Jetzt noch schnell Vorschläge für Pflegemedaille des Landes einreichen

Schwerin – Das Sozialministerium verleiht in diesem Jahr erstmals die Pflegemedaille des Landes an private Pflegepersonen, die sich mit großem Engagement um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern. „Wir möchten damit diese oft stillen Heldinnern und Helden würdigen, die ihre Angehörigen liebevoll im häuslichen Umfeld pflegen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese am Dienstag in Schwerin. Noch bis zum Freitag dieser Woche (27. März) können Vorschläge eingereicht werden.

Drese hob hervor, dass pflegende Angehörige eine tragende Säule für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind. Rund 86 Prozent der 140.000 Menschen, die einen anerkannten Pflegegrad haben, werden in Mecklenburg-Vorpommern im familiären Umfeld zu Hause gepflegt – mit oder ohne Unterstützung durch professionelle Pflegedienste.

„Pflegende Angehörige sind damit unersetzbar, erfahren aber in der Öffentlichkeit nicht die Wertschätzung, die sie verdienen“, verdeutlichte Drese. „Mit der Pflegemedaille des Landes für besondere Verdienste in der häuslichen Pflege sowie bei der Unterstützung pflege- oder unterstützungsbedürftiger Personen wollen wir die Care-Arbeit, die zum großen Teil von Frauen geleistet wird, sichtbar machen“, so die Ministerin.

Vorschläge können per Brief oder E-Mail bis zum 27. März an das Sozialministerium gerichtet werden können. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Die Verleihung der Landes-Pflegemedaille findet am 12. Mai 2026 anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden im Goldenen Saal des Justizministeriums in der Landeshauptstadt Schwerin statt.

Voraussetzungen zur Einreichung von Vorschlägen für die Pflegemedaille des Landes:

  • Pflege oder Unterstützung von pflege- oder unterstützungsbedürftigen Menschen durch eine private Pflegeperson
  • die Pflege- und Unterstützungstätigkeit
  • darf nicht nur vorübergehend sein
  • soll vorrangig im häuslichen Umfeld der privaten Pflegeperson erfolgen
  • darf nicht hauptberuflich erbracht werden
  • muss unentgeltlich sein
  • soll zum Zeitpunkt des Vorschlags nicht länger als ein Jahr zurückliegen
  • die Inanspruchnahme von Hilfen durch Dritte bei einzelnen Verrichtungen, Leistungen aus der Pflegeversicherung oder die Erstattung von Auslagen der privaten Pflegeperson schließen eine Ehrung nicht aus
  • die private Pflegeperson und die pflege- oder unterstützungsbedürftige Person müssen ihren ständigen Wohnsitz in MV haben

Vorschläge können formlos eingereicht werden von 

  • jeder natürlichen (privaten) Person,
  • Kirchen und Religionsgemeinschaften,
  • den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege,
  • den Verbänden der gewerblichen Wohlfahrtspflege,
  • dem Landesseniorenbeirat,
  • dem Inklusionsförderrat,
  • Selbsthilfegruppen,
  • den Landesverbänden der Pflegekassen und Ersatzkassen,
  • den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten

Den Vorschlag bitte senden an das

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Abteilung 3, Referat IX 330,

Werderstraße 124,

19055 Schwerin

oder per E-Mail an pflegemedaille@sm.mv-regierung.de

Der Vorschlag muss folgende Angaben zur privaten Pflegeperson enthalten:

  • Vor- und Familienname, Postanschrift, Geburtsdatum sowie
  • eine Begründung des Vorschlags mit evtl. weiteren Angaben zur privaten Pflegeperson und einer Beschreibung der Tätigkeiten zur Pflege oder/und zur Unterstützung der pflege- oder unterstützungsbedürftigen Person

Pflegereport: Massiver Anstieg bei Zahl der Pflegebedürftigen

Schwerin – Die soziale Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Das zeigt eine Analyse im aktuellen BARMER Pflegereport. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt: Während im Jahr 2011 noch 67.000 Menschen pflegebedürftig waren, sind es mittlerweile bereits rund 140.000. Das ist jede beziehungsweise jeder Elfte.

Ursache des massiven Anstiegs ist laut Pflegereport weniger die demographische Entwicklung als vielmehr die Pflegereform aus dem Jahr 2017. So erhalten seit dieser Zeit Menschen mit geistigen Einschränkungen wie zum Beispiel Demenz oder bei psychischen Erkrankungen den gleichen Zugang zu Pflegeleistungen wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Auch durch die damalige Einführung der Pflegegrade vergrößerte sich der Kreis der Anspruchsberechtigten erheblich.

Die Folgen für die Pflegeversicherung sind bis heute spürbar und bringen das Pflegesystem finanziell sowie personell an seine Grenzen. Hinzu kommt, dass sich auch die durchschnittliche Pflegedauer verlängert hat. „Um einen Kollaps zu verhindern, braucht es Lösungen, um das System Pflege zu reformieren und finanziell zu stabilisieren“, fordert Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER in Mecklenburg-Vorpommern. Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dürften nicht noch stärker belastet werden.

Neue Definition von Pflegebedürftigkeit führt zu deutlichem Zuwachs

Laut BARMER Pflegereport gab es infolge der Leistungsausweitung den größten Anstieg bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad eins: Von 2017 bis 2023 hat sich ihre Zahl in Mecklenburg-Vorpommern von rund 1.200 auf über 22.000 fast verzwanzigfacht. „Die Einführung einer neuen Definition von Pflegebedürftigkeit war richtig, da so eine gerechtere Feststellung des Pflegegrades ermöglicht wurde“, sagt Henning Kutzbach.

Für diese positive Entwicklung brauche es aber Lösungen, um den Zuwachs an Pflegebedürftigen auch angemessen versorgen zu können, so Kutzbach. Er fordere deshalb die finanzielle Entlastung der Sozialen Pflegeversicherung (SPV), etwa durch Rückzahlung der Coronahilfen, der Finanzierung der Pflegeausbildung aus Steuermitteln und die Übernahme von Sozialbeiträgen für Pflegende Angehörige. Um das System zu entlasten sei auch Prävention ein wichtiger Hebel. „Den Grundstein für ein gesundes Leben im Alter lege ich durch einen gesunden Lebensstil in jüngeren Jahren“, so Kutzbach. So könne Pflegebedürftigkeit verzögert oder sogar bestenfalls vermieden werden. Hierfür sei es wichtig, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken.

Gesundheitsförderung und Prävention als Landesschwerpunkt

Sozialministerin Stefanie Drese betonte, dass das Land genau hier ansetzt und aktiv ist, z.B. mit der neuen Landesstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention, die die vier Säulen Bewegungsförderung, psychische Gesundheit, Suchtprävention und Stärkung der Gesundheitskompetenzen beinhaltet. Für Maßnahmen und Projekte stünden landesseitig vier Millionen Euro zur Verfügung.

„Ein weiterer enorm wichtiger Punkt ist unser Pakt für Pflege in MV. Pflege wird dabei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, der sich alle Mitglieder des Landespflegausschusses gemeinsam als Verantwortungsgemeinschaft verpflichtet fühlen. Es geht dabei etwa um die Unterstützung der Pflege in der Häuslichkeit, die Personalsicherung, die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Pflegeeinrichtungen, die Weiterentwicklung der Pflege- und Strukturplanung, Beratung und Case Management sowie um die Herausforderung Demenz“, betonte Drese.

Als konkretes Beispiel benannte die Ministerin das Landes-Investitionsprogramm für die Kurzzeitpflege. „Um die pflegenden Angehörigen mehr zu entlasten, stellen wir 4,4 Millionen Euro zur Verfügung mit denen wir Neubau-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen für Kurzzeitpflegeplätze in bestehenden Einrichtungen als auch in Pflegeheimen mit eingestreuten Kurzzeitpflegeplätzen fördern“, so Drese.

In Richtung Bund forderte Drese eine Pflegereform, die besonders die ambulante Versorgung in den Blick nehmen müsse sowie eine Neujustierung der Sozialen Pflegeversicherung, die „mittlerweile selbst zum Pflegefall geworden ist“.

Drese: „Um die rasant steigenden Eigenanteile für Pflegeheimbewohner nachhaltig zu begrenzen, brauchen wir Strukturreformen und Bürokratieabbau sowie die Entlastung der Pflegeversicherung von versicherungsfremden Leistungen. Und ich spreche mich auch ganz klar für eine Verbreiterung der Einnahmen der Pflegeversicherung aus, z.B. könnten Personengruppen, wie die Beamten in die Soziale Pflegeversicherung einbezogen werden. Vorschläge liegen auf den Tisch – jetzt muss gehandelt werden bevor es zu spät ist.“

Ehrenamtskonferenz M-V

Drese auf Ehrenamtskonferenz MV: Politik kann Engagement nicht verordnen, aber ermöglichen

Güstrow – Sozialministerin Stefanie Drese hat sich am Donnerstag auf der Ehrenamtskonferenz MV 2026 für die gezielte Ansprache von Gruppen und Personen ausgesprochen, denen die Beteiligung am freiwilligen Engagement aufgrund von Schwellen und Hemmnissen schwerfällt.

„Hier liegt ein großes Potential für ehrenamtliches Engagement. Menschen, bei denen etwa Sprachbarrieren bestehen oder die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sind oft motiviert sich einzubringen, brauchen aber den persönlichen Kontakt oder das leichte Auffinden von Informationen und Engagement-Möglichkeiten“, sagte Drese bei der von der Ehrenamtsstiftung des Landes organisierten Veranstaltung in Güstrow.

Der Zugang zum freiwilligen Engagement werde beispielsweise durch eine sensible Ansprache, Veranstaltungen, auf denen Engagierte und Interessierte sich begegnen, digitale Börsen, die leicht auffindbar und klar strukturiert sind oder sichtbare Zeichen an Gebäuden oder Institutionen, an denen Engagement stattfindet, erleichtert, sagte Drese.

Die Ende Januar dem Landtag erstmals vorgelegte Engagementstrategie der Landesregierung widme sich auch diesem Thema, so die Ministerin. „Wer interessiert ist, sich zu engagieren, sollte die passenden Informationen künftig leichter finden und im direkten Gespräch ermuntert werden, mitzumachen. Menschen engagieren sich, wenn sie sich angesprochen fühlen“, verdeutlichte Drese.

Die Engagementstrategie verstehe sich als in die Zukunft gerichtetes, verbindendes und das Vorhandene ergänzendes Instrument. „Unsere gemeinsam mit Vereinen, Verbänden, Stiftungen, der Wissenschaft sowie der Wirtschaft erarbeitete Strategie stärkt das freiwillige Engagement, macht vorhandene Ressourcen sichtbarer und bündelt sie“, betonte Drese.

„Wir gehen damit aktiv auf kooperierende Institutionen sowie Engagierte zu, um gemeinsam langfristig die Bedingungen für Engagierte und am Engagement Interessierte zu verbessern. „Mit Hilfe der verabredeten Maßnahmen möchte die Landesregierung zeigen, welches Potential für freiwilliges Engagement besteht und wie dieses in echtes Engagement verwandelt werden kann“, so die Ministerin.

Im Zentrum stünden dabei die Engagierten, ihre Bedarfe und auch das, was ihnen Schwierigkeiten bereitet, wie z.B. bürokratische Hürden, die Suche nach Fördergeldern oder die Wege zum Engagement.

Drese: „Freiwilliges Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. Menschen möchten ihr Engagement wählen. Es muss für diese Wahl vielfältiger, sichtbarer, zugänglicher und besser unterstützt werden – in den Städten und auf dem Land, online und offline, kurz- oder langfristig. Politik kann Engagement nicht verordnen – aber sie kann es ermöglichen.“

Gesundheitsleistungen unter einem Dach

Neue Stadtambulanz Altentreptow als Modell für ländliche Versorgung

Altentreptow – Am heutigen Donnerstag nahm Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm an der offiziellen Eröffnung der neuen Stadtambulanz in Altentreptow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte teil. Das Gesundheitszentrum, dessen Aufbau durch Landesmittel und einer LEADER-Förderung mit gut 2,6 Millionen Euro gefördert wurde, vereint medizinische und therapeutische Leistungen mehrerer Fachrichtungen unter einem Dach.

„Gerade in ländlichen Regionen gewinnt eine wohnortnahe, gut erreichbare Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung“, unterstrich Grimm in ihrer Eröffnungsrede. So müssen insbesondere Patientinnen und Patienten fernab der Ballungszentren oftmals längere Wege auf sich nehmen, um medizinische Behandlungen bei verschiedenen Ärztinnen und Ärzten zu koordinieren und wahrzunehmen. „Das ist eine echte Herausforderung für chronisch Kranke, aber auch für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen“, weiß die Staatssekretärin.

Das Modell der Stadtambulanz soll hier durch eine stärkere Bündelung Abhilfe schaffen und zu einer zentralen Anlaufstelle der Region werden. „Egal ob für die haus- oder fachärztliche Betreuung, für die im Haus mitangesiedelte Apotheke oder für Angebote wie Physiotherapie und medizinische Fußpflege: Ein einzelner Weg führt zum Ziel“, erklärte sie. Zudem profitieren Patientinnen und Patienten von einer engen Zusammenarbeit der im Haus ansässigen Leistungserbringer und einer barrierefreien Architektur.

Darüber hinaus sei das Konzept auch für Medizinerinnen und Mediziner attraktiv, hob Grimm hervor: „Wer sich nicht vorstellen kann, allein eine Praxis auf dem Land zu gründen, findet hier Unterstützung und Gesellschaft. Und auch für Interessierte, die gerne interdisziplinär oder vielleicht lieber in Teilzeit arbeiten möchten, bietet das Gesundheitszentrum die passenden Strukturen.“

Grimm: „Aus meiner Sicht ist die Stadtambulanz daher ein wegweisendes Projekt nicht nur für Altentreptow und die Region, sondern prinzipiell auch ein Zukunftsmodell für ganz Mecklenburg-Vorpommern. Das Engagement der Initiatoren, Herrn Dr. Müller-Sundt und Herrn Friese, unterstützen wir als Land deshalb natürlich sehr gerne und ich freue mich schon sehr darauf zu sehen, wie das Angebot künftig angenommen wird.“

Reihenuntersuchungen in 4. und 8. Klassen

Wismar – Lieber früh, als zu spät: Um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen rechtzeitig zu erkennen, führt das Gesundheitsamt des Landkreises Nordwestmecklenburg mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres in den 4. und 8. Klassen des Landkreises wieder die gesetzlich vorgeschriebenen schulärztlichen Reihenuntersuchungen durch. Insgesamt werden circa 2400 Mädchen und Jungen in diesem Zusammenhang untersucht.

Ziel der Untersuchungen an den allgemeinbildenden Schulen ist es, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen eines kurzen Screenings werden unter anderem Körpergröße und Gewicht, der Blutdruck sowie Hör- und Sehvermögen überprüft. Außerdem werden die Impfunterlagen eingesehen. Bei Bedarf erfolgt eine kurze Beratung. Sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, werden die Eltern selbstverständlich informiert.

Die Ergebnisse werden ausschließlich anonym ausgewertet, um allgemeine gesundheitliche Entwicklungen zu erkennen und Präventionsmaßnahmen planen zu können.

Vor der Untersuchung erhalten Sorgeberechtigte über die Schule ein Informationsschreiben mit Fragebogen. Die Angaben sind freiwillig und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Fragen oder Beratungswünsche können dort ebenfalls vermerkt werden.

Die Untersuchungstermine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Sorgeberechtigte können auf Wunsch teilnehmen.

Modellprojekt für ein gesundes Aufwachsen

Ein Jahr Kinder- und Familienzentren in M-V

Neubukow – Für mehr Chancengleichheit und Teilhabe erprobt Mecklenburg-Vorpommern seit einem Jahr das Konzept der Kinder- und Familienzentren (KiFaZe). Beim gemeinsamen Jubiläumstreffen im Kinder- und Familienzentrum „Gipfelstürmer“ in Neubukow zog Sozialministerin Stefanie Drese heute eine erste Zwischenbilanz und bezeichnete die KiFaZe als einen wichtigen Baustein einer präventiv ausgerichteten Bildungs- und Familienpolitik.

„Die Idee der KiFaZe ist aus der Frage heraus geboren, wie wir Informations- und Hilfe-Angebote für Familien in schwierigen Lagen noch niedrigschwelliger gestalten können. Denn der Familienalltag ist oft herausfordernd, die Hemmschwelle Hilfe zu suchen aber groß“, erklärte die Ministerin im Kinder- und Familienzentrum in Neubukow.

So könne es viel Überwindung kosten, für Hilfe etwa den Weg in eine andere Stadt auf sich zu nehmen, um dann ausgerechnet in unbekannter Umgebung familiäre Herausforderungen mit Fremden zu besprechen. “Wenn man hingegen beim Abholen der Kinder auf einen in der Kita selbst stattfinden Vortrag zur Beantragung von staatlichen Hilfen hingewiesen wird, dann fällt es leichter, Hilfe auch anzunehmen“, weiß die Ministerin.

Aus diesem Grund halten die mittlerweile zehn KiFaZe im Land neben ihren regulären Betreuungsangeboten auch umfassende Angebote wie offene Sprechstunden, Familienberatung, Erziehungskompetenz-Kurse oder Veranstaltungen zu pädagogischen Themen vor. Mehr als 12.000 Kontakte zu Familien sind im Rahmen dieser Angebote so bereits im ersten Jahr zustande gekommen.

Diese werden durch die sozialpädagogischen Fachkräfte gezielt an die Bedarfe vor Ort angepasst. „Denn ein weiterer Vorteil davon, dass wir die KiFaZe an Kindertageseinrichtungen angegliedert haben, liegt darin, dass die Erzieherinnen und Erzieher die Familien und ihre Bedarfe viel besser kennen, als Außenstehende“, so die Ministerin. Gerade im frühen Kindesalter können so problematische Entwicklungsverläufe und Erziehungssituationen rechtzeitig erkannt und pädagogische Maßnahmen ergriffen werden. „Das verbessert die Bildungsbeteiligung von Kindern aus Familien, die mit ganz unterschiedlichen Belastungen konfrontiert sind und nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“

Für das Projekt investiert das Land Mecklenburg-Vorpommern daher bis 2027 insgesamt 5,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfond Plus (ESF+). „Dass heute auch Herr Strohbach von der EU-Kommission anwesend war, um sich selbst ein Bild vom Projekt zu machen, ist uns eine ganz besondere Ehre“, verdeutlichte Drese.

Für die kommenden Jahre gehe es nun darum, die Qualität der Angebote weiter zu sichern, die gewonnenen Erfahrungen auszuwerten und die Zusammenarbeit zwischen den Kinder- und Familienzentren und der zugehörigen Landesfachstelle sowie mit den Kommunen weiter auszubauen.

Drese: „Mein Wunsch ist, dass dieses Konzept künftig in noch mehr Regionen Mecklenburg-Vorpommerns Früchte trägt. Allen, die daran im vergangenen Jahr bereits mit viel Enthusiasmus und Tatkraft mitgewirkt haben, gilt dafür mein ausdrücklicher Dank.“

Schwesig: Gute Nachricht – Renten steigen um 4,24 Prozent

Schwerin – Die Renten in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,24 Prozent. Das kündigte das Bundesarbeitsministerium an.

„Das ist eine deutliche Rentenerhöhung und eine gute Nachricht für alle Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Sie liegt auch klar über der Preissteigerung“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Berlin.

Für Mecklenburg-Vorpommern habe die Rentenerhöhung eine besondere Bedeutung. „In Mecklenburg-Vorpommern und in den anderen ostdeutschen Bundesländern ist die gesetzliche Rente oftmals das einzige Alterseinkommen. Deshalb ist die Rentensteigerung für uns besonders wichtig“, sagte Schwesig weiter.

Die gesetzliche Rente müsse auch in Zukunft verlässlich sein. „Wenn die Löhne nach oben gehen, müssen auch die Renten steigen. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und auch eine Frage des Respekts vor Lebensleistungen. Es ist deshalb richtig, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent inklusive Haltelinie stabilisiert worden ist. Und ich warne davor, bei der bevorstehenden Diskussion über die Rente das Rentenniveau und die Kopplung an die Lohnentwicklung infrage zu stellen. Auch die älteren Menschen müssen an einer positiven Entwicklung beteiligt werden.“

Interaktives Reanimationstraining BraveBeat

Schwerin – Moderne Technik zieht nun auch in die Ausbildung von Ersthelferinnen und Ersthelfern ein. Für die Entwicklung der App „BraveBeat“, die ein interaktives Reanimationstraining durch den Einsatz von Virtual Reality Technologie ermöglicht, übergab Gesundheitsministerin Stefanie Drese kürzlich einen Zuwendungsbescheid aus dem Bürgerfonds des Landes in Höhe von 50.000 Euro an den Verein NOFiAS (Notfallversorgung im ambulanten Sektor) e.V.

„Der plötzliche Herztod ist die dritthäufigste Todesursache im Land. Nicht selten ereignet sich ein Herz-Kreislauf-Stillstand in der Öffentlichkeit. Dennoch liegt die sogenannte Laienreanimationsquote, also die Zahl die beschreibt, wie häufig umstehende Menschen mit lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen, nur bei rund 55 Prozent“, erklärte Drese. Auch wenn dieser Wert nach vielen Jahren erstmals wieder stieg, zeige sich, dass noch immer zu viele Menschen zögern, einzugreifen.

„Angst und fehlende Übung können Ursachen hierfür sein, vor allem wenn der letzte Berührungspunkt mit der ersten Hilfe die eigene Führerscheinprüfung war“, unterstrich die Ministerin. „Die Frage ist also, wie wir mehr Menschen animieren können, ihr Wissen regelmäßiger aufzufrischen und damit die Fähigkeit zur Hilfeleistung im Notfall zu erhöhen. Moderne Angebote wie VR-Apps, die noch dazu zielgerichtetes Feedback zur eigenen Leistung geben, können Teil der Lösung sein“, so Drese weiter.

So ermöglicht BraveBeat eine 3D-Darstellung des Herzens in verschiedenen Zuständen (Herzrasen, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod) und zeige in Echtzeit nicht nur, wie eine Reanimation funktioniert, sondern auch wie eine richtig ausgeführte Herz-Druck-Massage den Blutfluss reguliert.

„Statt Lernen zum Verstehen wird daraus also Lernen zum Erleben. Das modernisiert Lerninhalte und Didaktik und schafft einen ganz neuen, sicherlich auch emotionaleren, Zugang zum Thema“, erklärte Drese das Ziel der App. Zugleich werden Lernerfolge durch eine sensorbasierte Koppelung an die gängigen Reanimationspuppen sowohl messbar als auch vergleichbar macht. „Es wird also sichtbar, wenn sich die eigene Leistung mit jedem Durchgang verbessert. Das spornt an.“

Die Herz-App ist zudem Bestandteil einer Notfalledukationsmaßnahme, die derzeit in Leuchtturm-Projekten erprobt wird. „Als Flächenland unterstützen wir dieses Modellprojekt, denn gerade bei weiten Anfahrtswegen des Rettungsdienstes zählt jede Minute in der das Herz nicht stillsteht. Wenn wir so also mehr Menschen nicht nur befähigen, sondern auch ermutigen können, im Notfall beherzt einzuschreiten, dann ist das ein echter Gewinn“, so Drese.