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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Drese ruft zur gelebten Inklusion auf

Schwerin – Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Sozialministerin Stefanie Drese rief deshalb heute zu mehr Rücksicht, Solidarität und Teilhabe auf.

„Allein in Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit rund 400.000 Menschen mit einer Behinderung, sichtbar oder unsichtbar. Das ist immerhin ein knappes Viertel unserer Landesbevölkerung und eine Zahl die sehr eindrücklich zeigt, dass Inklusion kein Nischenthema ist, sondern die Mitte unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens betrifft“, betonte die Ministerin anlässlich des Aktionstages.

Sie verwies in diesem Zuge aber auch auf die vielfältigen Hürden, die Menschen mit Beeinträchtigungen noch immer überwinden müssen. „Das beginnt manchmal schon damit, dass nicht jede Behinderung etwa an einem Rollstuhl oder Blindenstock zu erkennbar ist. Viele chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder Spektrumstörungen bleiben unsichtbar, schränken die Betroffenen im Alltag jedoch genau so ein“, erklärte sie.

„Ich würde mir wünschen, dass wir gesamtgesellschaftlich dafür noch ein besseres Verständnis für diese Vielfalt entwickeln und Barrieren nicht nur dort abbauen, wo sie aus Beton sind, sondern vor allem in unseren Köpfen. Gerade diese sind es, die ein vorurteilsfreies Miteinander erschweren und dafür sorgen, dass Betroffene noch immer und viel zu oft strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren“, unterstrich die Ministerin.

Sie hoffe, dass das diesjährige Motto dahingehend eine klare Botschaft an alle sende, sich gegen Diskriminierungen zu wenden und sich für das Recht auf ein freies, friedliches und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. „Schließlich sind das Grundrechte und keine Zugeständnisse“, betonte Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern fließen die Erfahrungen und Expertise der Betroffenen deshalb in Form des Inklusionsförderrates (IFR) auch direkt in die politischen Entscheidungen mit ein. „Aus meiner Sicht müsste das absolut selbstverständlich sein, miteinander statt übereinander zu reden. Dennoch ist unser Inklusionsförderrat deutschlandweit das einzige Gremium dieser Art. Darauf sind wir stolz, denn niemand kennt die Lebensrealität so gut, wie die Betroffenen selbst“, führte die Ministerin aus.

Deshalb werde der IFR, der vor wenigen Tagen für die neue Amtsperiode berufen wurde, bei allen neuen Gesetzesentwürfen und Rechtsvorschriften der Landesregierung angehört, wann immer die Belange dieser Zielgruppe berührt werden. Er hat außerdem das Recht, der Landesregierung Initiativen vorzuschlagen. „Genau so setzen wir in MV konsequent das Recht auf Partizipation um und sorgen dafür, dass Mitbestimmung und Mitgestaltung gelingen“, hob Drese hervor.

Abschließend rief die Ministerin dazu auf, den Protesttag nicht nur als symbolischen Anlass zu verstehen, sondern als dauerhaften Auftrag: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns jeden Tag begleiten muss. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir eine Gesellschaft schaffen, in der Vielfalt als Stärke verstanden wird und alle Menschen die gleichen Chancen erhalten.“

Cannabis-Escaperoom-Projekt gestartet

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein neues Projekt zur cannabisbezogenen Aufklärung und Prävention. „Mit ‚Cannabis Alarm‘ haben weiterführende Schulen des Landes nunmehr die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen auf spielerische Art und Weise über die verschiedenen Risiken des Cannabiskonsums aufzuklären“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Start des interaktiven Suchtprävention-Projekts.

„Cannabis Alarm“ stammt aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein und wurde von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) MV weiterentwickelt. Finanziert wird es im Rahmen der vom Land bereit gestellten Mittel zur Stärkung der Cannabissuchtprävention.

„Wir haben immer betont, dass wir parallel zum vor zwei Jahren in Kraft getretenen Cannabisgesetz die Maßnahmen zur cannabisbezogenen Aufklärung und Prävention, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, intensivieren. Dafür haben wir in MV zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt, um eine verstärkte Präventionsarbeit vor allem in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu leisten“, verdeutlichte Drese.

Ähnlich wie bei einem klassischen Escaperoom-Event müssen bei „Cannabis Alarm“ mit kreativem Geschick verschiedene Rätsel und Aufgaben gelöst werden. Dabei werden die Jugendlichen mit verschiedenen Aussagen und Informationen rund um Cannabis konfrontiert, die zu Gruppendiskussionen und einer aufgeklärten Haltung führen sollen.

„Das neue Cannabis-Präventionsprojekt begeistert mich sehr. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger und auf Augenhöhe werden die Jugendlichen unterhaltsam und spielerisch aufgeklärt, um ihre Schule als drogenfrei zu retten. Ich freue mich, wenn möglichst viele Schulen bei uns im Land das Programm nutzen“, zeigte sich Drese erfreut.

„Das Cannabis-Escaperoom-Projekt ist letztes Jahr erfolgreich in Schleswig-Holstein gestartet. Die verschiedenen Elemente sind sehr hochwertig. Ohne die finanzielle Förderung des Landes wäre es nicht möglich gewesen, jeden Landkreis und die beiden kreisfreien Städte mit mindestens zwei Klassensets auszustatten. Interessierte Schulen können uns ab sofort ansprechen. Wir vermitteln dann an die jeweiligen Fachkräfte in der Region, die dann vor Ort sind“, sagte LAKOST-Geschäftsführerin Birgit Grämke.

Drese: Neues Filmprojekt zeigt Wege in den inklusiven Arbeitsmarkt

Schwerin – In Schwerin feierte heute ein besonderer Film im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese seine Vorpremiere. Unter dem Titel „Ein Tag im Leben – Alltag und doch nicht alltäglich“ erfuhren Gäste im Schweriner Capitol, wie sechs Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen ihren Alltag erleben und auf individuelle Weise den Weg auf den Arbeitsmarkt geschafft haben.

Ministerin Drese lobte das Filmprojekt heute als wichtigen Beitrag zur Inklusion und betonte: „Aus der Perspektive der Protagonisten erleben wir eindrucksvoll, wie viel Potential aber auch Engagement in der beruflichen Inklusion stecken. Der Film macht zudem deutlich, dass gerade die Teilhabe am Arbeitsleben kein abstraktes, weitentferntes Ziel ist, sondern gut gelingen kann – sofern die Rahmenbedingungen stimmen“, so die Ministerin weiter. So begleitet der Kurzfilm Menschen etwa bei der Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, zu Hause, an Außenarbeitsplätzen sowie beim Übergang auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

„Bezogen auf den Arbeitsmarkt gilt: Es gibt noch viele Menschen, die den Sprung auf einen Außenarbeitsplatz oder sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können. Wir benötigen dazu aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber und Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen eine echte Chance zu geben“, betonte Drese in der Podiumsdiskussion, die sich an die Filmpremiere anschloss.

„Noch immer bestehen unbegründete Vorbehalte und Barrieren, vor allem im Kopf. Dabei machen auch die Beispiele im Film deutlich, dass Inklusion für alle Seiten ein Gewinn sein kann“, erklärte sie. „Ganz wichtig ist es deshalb aus meiner Sicht, dass wir Unternehmen Sorgen und Ängste nehmen. Dass wir sie begleiten und fördern bei der oftmals gar nicht so schwierigen Ausstattung von inklusiven Arbeitsplätzen, sie beraten und nicht zuletzt in Zeiten des Fachkräftemangels auch zur Inklusion ermutigen“, so Drese weiter.

Die Ministerin nahm dabei Bezug auf das Landesprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“, das insgesamt Mittel in Höhe von 11 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe umfasst und Unternehmen auch mit finanziellen Anreizen hierbei unterstützt. „Außerdem haben wir mit den vier Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, kurz EAAs, einen neuen Lotsendienst geschaffen. Bei allen Fragen rund um die Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung stehen dort Ansprechpartner bereit, die nicht nur beraten, sondern auch bei der Antragstellung für die passenden Fördermittel unter die Arme greifen“, hob die Ministerin hervor.

Drese: „Trotzdem braucht es manchmal praxisnahe, bildliche Beispiele die uns vor Augen führen, was genau es eigentlich heißt, ein inklusives Arbeitsumfeld zu gestalten. Dem Team der Vielfalter gGmbH, die das Filmprojekt gemeinsam mit TV Schwerin umgesetzt haben, gilt dafür mein großer Dank. Danke, dass Sie auch andere motivieren indem Sie zeigen: Ein gemeinsames Miteinander kann so einfach sein, wenn Beeinträchtigungen als Stärke und nicht als Hindernis für eine Beschäftigung wahrgenommen werden“.

Suchtpräventionstag: Drese setzt auf starke Prävention

Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie steigende Medienkonsumsucht

Güstrow – Zu ihrer Jahrestagung kamen am (heutigen) Mittwoch Suchtpräventionsfachkräfte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu. Organisiert von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST MV) tauschten sie sich in Güstrow zu aktuellen Themen und Entwicklungen aus und wurden Präventionsprojekte vorgestellt. In ihrem Grußwort dankte Sozialministerin Stefanie Drese insbesondere der LAKOST als zentrale Fach- und Informationsstelle für die landesweite Koordinierung der Suchtprävention sowie den Suchtpräventionskräften für ihren täglichen Einsatz.

„Sie stehen selten im Rampenlicht. Oft sind Sie für Suchtbetroffene die letzte Rettung und tragen eine hohe Verantwortung. Ihre Arbeit ist unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Drese vor den anwesenden Fachkräften, Beraterinnen und Beratern.

Sucht sei kein individuelles Randproblem, sondern betreffe das gesamte soziale Umfeld. Laut aktuellem Suchthilfebericht des Landes suchten im Jahr 2024 rund 8.850 Menschen im Land Hilfe aufgrund eigener Suchterkrankungen. Besonders alarmierend sei, dass über 3.800 Kinder direkt von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen sind. „Diese Zahlen machen deutlich, dass Suchtprävention immer auch Kinderschutz ist“, so die Ministerin.

Drese unterstrich, dass Prävention frühzeitig ansetzen müsse – lange bevor sich problematisches Verhalten verfestigt. Ziel sei es, Menschen zu stärken, Orientierung zu geben und gesunde Lebensbedingungen zu schaffen. Dabei komme Vorbildern in Familie, Schule und Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu.

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigte sich die Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie über die zunehmende Medienkonsumsucht. Bereits etwa ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen in Deutschland zeige ein riskantes Nutzungsverhalten in sozialen Medien, so Drese.

„Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Mecklenburg-Vorpommern auf eine langfristige Strategie“, verdeutlichte die Ministerin. „In der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention wurde die Suchtprävention als eines von vier zentralen Handlungsfeldern fest verankert. „Wir brauchen keinen kurzfristigen Aktionismus, sondern einen klaren, nachhaltigen Kurs“, erklärte Drese.

Ein wichtiger Baustein ist die verlässliche Förderung der LAKOST mit jährlich 355.000 Euro. Darüber hinaus wurden im Doppelhaushalt 2026/2027 zusätzliche 4 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention bereitgestellt. Diese Mittel fließen gezielt in Programme vor Ort.

Besondere Fortschritte sieht Drese auch im Ausbau der Fachkräftebasis: In den Jahren 2024 und 2025 wurden bereits 50 zusätzliche Suchtpräventionsfachkräfte ausgebildet, eine weitere Schulung startet im Sommer.

Innovative Wege geht das Land zudem mit digitalen Angeboten wie dem Projekt DigiSucht, das niedrigschwellige Beratung per Video, Chat oder E-Mail ermöglicht. Gerade für junge Menschen und Bewohner ländlicher Regionen eröffnen sich dadurch neue Zugänge zur Hilfe.

Auch Projekte wie der mobile Escape-Room „Cannabis Alarm“ oder das Drug Checking zeigen nach Ansicht der Ministerin, wie moderne Präventionsarbeit aussehen kann. Die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen – etwa durch Experten wie Dr. Gernot Rücker – stärke zusätzlich die Qualität der Maßnahmen.

„Wirksame Prävention entsteht vor Ort – in unseren Gemeinden, Schulen und Einrichtungen. Sie lebt vom Engagement der Menschen, die sie tragen“, so Drese abschließend.

Jeden zweiten Tag verzeichnen die Frauenschutzhäuser Neuzugänge

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt sagte beim Besuch in Ribnitz-Damgarten: „Jeder Hilfe suchenden Frau wird Hilfe geboten.“

Ribnitz-Damgarten . „Frauenschutzhäuser sind ein unverzichtbarer Teil des Hilfe- und Beratungsnetzes in Mecklenburg-Vorpommern. Allein die Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes vom Vorjahr beweist die Notwendigkeit der Anlaufstellen. Drei Viertel der Betroffenen von häuslicher Gewalt sind Frauen. Bei 5.204 erfassten Fällen waren letztes Jahr insgesamt 3.871 Frauen betroffen. Für einige von ihnen ist das Frauenschutzhaus der letzte Ausweg.

Im vergangenen Jahr verzeichneten alle neun Frauenschutzhäuser in Mecklenburg-Vorpommern 185 Neuzugänge. Das waren zwar vier weniger als im Jahr 2024, dennoch ist die Zahl der hilfesuchenden Frauen weiter hoch. Statistisch gesehen gab es jeden zweiten Tag einen Neuzugang“, bilanziert die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt beim Besuch des Frauenschutzhauses Ribnitz-Damgarten.

„Jeder Hilfe suchenden Frau, selbst wenn sie nicht in ein Frauenschutzhaus aufgenommen werden kann, wird Hilfe angeboten dank des Engagements des umfassenden Hilfe- und Beratungsnetzes im Land. Frauenschutzhäuser bieten von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern in akuten Krisensituationen Schutz, Sicherheit und Perspektiven.

Sie bieten vor allem auch den Kindern ein Stück Normalität. Alle Mitarbeiterinnen begleiten die Betroffenen psychosozial, beraten in komplexen Lebenslagen und geben Halt auf dem Weg in ein Leben, das von Gewaltlosigkeit geprägt sein sollte“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert ein flächendeckendes spezialisiertes Hilfe- und Beratungsnetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Das Frauenschutzhaus Ribnitz-Damgarten ist seit 2006 Anlaufpunkt für Frauen, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zwölf Plätze stehen hier zur Verfügung, drei Mitarbeiterinnen betreuen die Frauen. Träger der Einrichtung ist der AWO Kreisverband Nordvorpommern, Hansestadt Stralsund und Hansestadt Greifswald e. V.

Zahl der Betreuungsverfahren in M-V weiter auf hohem Niveau

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Rechtliche Betreuerinnen und Betreuer werden im Alltag immer wichtiger. Ihnen gilt großer Dank.“

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Betreuungsverfahren wieder leicht gestiegen. Ende des Jahres 2025 waren an den Amtsgerichten in Mecklenburg-Vorpommern 34.608 Betreuungsverfahren anhängig. Im Jahr 2024 lag die Anzahl bei 34.290 Verfahren. Gesunken waren im letzten Jahr die Gesamtausgaben für Betreuerinnen, Betreuer, Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger sind im Vergleich zum Jahr 2024 um knapp eine Million Euro auf rund 39,5 Millionen Euro.

Der Großteil, rund 36 Millionen Euro, fiel für berufliche Betreuerinnen und Betreuer an. Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt dankt den rechtlichen Betreuerinnen und Betreuern: „Egal ob ehrenamtlich bei Angehörigen oder Freundinnen und Freunden oder beruflich die rechtliche Betreuung nimmt in unserer älter werdenden Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle ein. Knapp jede dritte rechtliche Betreuung wird ehrenamtlich erledigt. Daher ist es mir sehr wichtig, auch aus ihren Reihen jedes Jahr Menschen mit dem Ehrenamtspreis der Justiz zu würdigen“, sagt Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

„Ich freue mich, dass es auch durch unseren Einsatz aus Mecklenburg-Vorpommern gelungen ist, die Situation für Betreuerinnen und Betreuer zu verbessern. Seit diesem Jahr ist die Vormünder- und Betreuervergütung neu geregelt, um die notwendige und qualitativ hochwertige Arbeit der Betreuerinnen und Betreuer weiterhin sicherzustellen. Die Erhöhung der Vergütungssätze war unumgänglich. Denn auch bei den rechtlichen Betreuerinnen und Betreuern sowie bei den Betreuungsvereinen kam es zu Kostensteigerungen“, so Ministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Ministerin ist auch mit der Broschüre „Das Betreuungsrecht“ in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs und erklärt die Vorsorgevollmacht. Zuletzt war sie in Ludwigslust. Die Broschüre kann kostenlos im Ministerium bestellt oder als PDF auf der ->Homepage des Ministeriums heruntergeladen werden.

Ehrenamtsmessen M-V in Wismar gestartet

Wismar – Im Beisein zahlreicher Vereine, Initiativen und engagierter Bürgerinnen und Bürger hat Sozialministerin Stefanie Drese heute die erste der diesjährigen Ehrenamtsmessen in Wismar eröffnet. Es folgen weitere Messen in Bad Doberan (1. Mai), Anklam (30. Mai) und Putbus (5. September).

„Egal an welchem Standort: Auch in diesem Jahr können die Besucherinnen und Besucher wieder die große Vielfalt unserer Vereine und Verbände in der eigenen Region kennenlernen und herausfinden, wo sie sich mit ihren Interessen und Talenten einbringen können“, erklärte Stefanie Drese im Vorfeld der zweitägigen Veranstaltung, die sich auch in diesem Jahr an die Hanseschau angliedert.

Sie sei stolz, dass sich die Messen zu einer echten Tradition entwickelt haben. „Jahr für Jahr schaffen es die Ehrenamtsmessen, unser buntes gesellschaftliches Leben in Form vieler verschiedener Aussteller abzubilden. Ob Sport, Kultur, Kirche, Blaulicht, Wohlfahrt oder Umwelt: Für jede und jeden ist hier etwas dabei“, betonte die Ministerin.

Zugleich unterstreichen die Messen den großen Wert des freiwilligen Engagements insgesamt. „Insbesondere ein Flächenland wie unseres lebt von diesem Einsatz. Angebote, die wir viel zu oft für selbstverständlich erachten, wie der Vereinssport unserer Kinder, die Skatgruppe unserer Großeltern oder auch die freiwillige Feuerwehr am eigenen Wohnort existieren nur, weil sich engagierte Menschen dafür einsetzen. Auch das wollen wir hier in Wismar noch einmal deutlich zeigen“, so die Ministerin weiter.

Um das Ehrenamt auch fernab der Messen künftig noch besser zu unterstützen, hat das Land Anfang des Jahres die erste Engagementstrategie für Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Ihr vorausgegangen war ein umfassender Beteiligungsprozess. „Gemeinsam haben wir konkrete Maßnahmen erarbeitet, mit denen wir das Ehrenamt noch attraktiver machen. Dazu gehören unter anderem vereinfachte Förderverfahren, neue Nachweise auch für informell erworbene Kompetenzen und mehr Unterstützung im Alltag der Engagierten“, erklärte Drese.

Ein Beispiel hierfür sei das neue digitale Engagementportal. Es soll das Engagementangebot und -nachfrage moderner und unkomplizierter zusammenbringen. „Wir wissen, dass viele Vereine händeringend nach Engagierten suchen. Mit der neuen Plattform wollen wir Ihnen neue Möglichkeiten an die Hand geben, sich und ihre Arbeit zentral öffentlichkeitswirksam zu präsentieren“, so die Ministerin. Vereine können sich bereits jetzt für das neue Portal registrieren. Entsprechende Anleitungen hatte die Ministerin im Gepäck. Sie stehen außerdem zum Download auf der Seite des Sozialministeriums bereit.

Drese: „Alle, die sich einbringen möchten, müssen aber nicht bis zum offiziellen Start des Portals warten. Kommen Sie zu den Ehrenamtsmessen in Ihrer Region, suchen Sie das Gespräch mit den Austellern und finden Sie heraus, wo Sie vielleicht schon sehnlichst mit Ihren Ideen gesucht werden.“

Alle Informationen zu den Ehrenamtsmessen finden Interessierte unter: www.ehrenamtmessen-mv.de

Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, trägt die Schirmherrschaft. Das Land fördert die Ehrenamtsmessen, die von der Landesarbeitsgemeinschaft Ehrenamtsmessen organisiert werden. In der Arbeitsgemeinschaft engagieren sich Vertreter des Landesseniorenbeirates M-V e.V., des Sozialverbandes VdK M-V e.V. sowie 13 Ehrenamtskoordinatoren des Deutschen Roten Kreuzes. Zu den Partnern gehören die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeiterwohlfahrt, die MitMachZentralen des Landes, das Kulturland M-V sowie das Sozialministerium M-V und das Finanzministerium M-V.

Vergiss mein Nicht: Aktionstag gegen Demenz

Schwerin – Mit einer landesweiten Pflanzaktion machen die Alzheimer Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und die regionalen DemenzNetzwerke in diesen Tagen auf die Krankheit Demenz aufmerksam. Sozialministerin Stefanie Drese, die ebenfalls an der Pflanzaktion teilnahm, nannte Demenz heute eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen und kündigte die Fertigstellung des landeseigenen Demenzplanes noch in diesem Sommer an.

„Demenzielle Erkrankungen betreffen Schätzungen zufolge schon jetzt rund 40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Prognosen zufolge wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2060 verdoppeln“, erklärte die Ministerin. Dabei spiele das hohe Durchschnittsalter der Landesbevölkerung eine Rolle. „Aber: Demenz ist nicht nur eine Frage der Demografie. Auch der eigene Lebensstil spielt eine Rolle“, hob Drese hervor.

Neuen Erkenntnissen zufolge könnten zum Beispiel rund 40 Prozent aller Demenzerkrankungen durch die Vermeidung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel verhindert oder verzögert werden. Aber auch soziale Isolation ist ein Risikofaktor. „Auch darauf wollen wir mit dem Aktionstag noch einmal hinweisen und die Bedeutung der Prävention bei einer Erkrankung, deren Entstehen und Verlauf lange Zeit als nicht beeinflussbar galt, hervorheben“, so Drese weiter.

Die Ministerin wies darauf hin, dass in Mecklenburg-Vorpommern eine umfangreiche Expertise zu Demenz vorhanden ist. „Unser Landesverband der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen aber auch unsere Universitätskliniken und Hochschulen setzen sich mit viel Engagement für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein, auch in unseren Landesgremien wie dem Pakt für Pflege, das sich in einem eigenen Handlungsfeld mit der Herausforderung Demenz beschäftigt“, erklärte die Ministerin.

Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe fließen unterdessen in den ersten Demenzplan Mecklenburg-Vorpommerns ein, der derzeit erarbeitet werde. „Das entsprechende Beteiligungsverfahren soll noch im kommenden Monat starten, mit der Fertigstellung rechnen wir im Sommer“, so Drese. Mit dem Demenzplan sollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen und die vorhandene Expertise landesweit gebündelt, entsprechende Strukturen auf- und ausgebaut und vor allem die Lebensqualität von Menschen mit Demenz aber auch derer An- und Zugehörigen verbessert werden.

Drese: „Wir wissen, dass eine demenzielle Erkrankung die Betroffenen aber auch ihr Umfeld vor große Umbrüche und gesundheitliche wie pflegerische Fragen stellt. Sie alle wollen wir künftig so noch besser unterstützen und uns zukunftsgewandt auf die Veränderungen im Land einstellen, damit wir mit der Diagnose Demenz niemanden allein lassen.“

Demenz ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration, der Sprache oder der Orientierung einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist mit 60-70 Prozent aller Fälle die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns.