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Kategorie: Arbeitsmarkt & Wirtschaft

Förderung für die Erweiterung des IUQ-Instituts

Dr. Wolfgang Blank: „Innovative Unternehmen stärken die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes“

Grevesmühlen – Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit unterstützt die Erweiterung der Betriebsstätte der IUQ Institut für Umweltschutz und Qualitätssicherung Dr. Krengel GmbH in Grevesmühlen. Das Unternehmen erhält hierfür eine Förderung in Höhe von rund 184.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Mit gezielten Förderungen gestalten wir Zukunft – für Grevesmühlen und die gesamte Region! Mit der Erweiterung der Betriebsstätte stärkt das IUQ Institut seine Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsposition. Dazu unterstützen wir Investitionen in moderne Ausstattung, nachhaltige Produktionsprozesse und leistungsstarke Dienstleistungen“, sagte Minister Dr. Blank. „Leistungsfähige Dienstleister im Bereich Qualitätskontrolle und Analytik sind unverzichtbare Partner für Industrie, Mittelstand und moderne Produktionsprozesse. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Stärke unseres Landes.“

Die IUQ GmbH ist ein spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen für technische, physikalische und chemische Untersuchungen. Das Leistungsportfolio umfasst unter anderem Produktkontrollen für Chemikalien und Rohstoffe, Qualitätsprüfungen für Lebensmittelhersteller sowie Eingangskontrollen für holzverarbeitende Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus. Zudem führt das Institut europaweit Qualitätskontrollen und Inspektionen bei Produzenten von Holzpellets und Hackschnitzeln durch. Ein weiteres Geschäftsfeld umfasst die Analyse von Böden und Baustoffen für Unternehmen der Bau-, Recycling- und Abfallwirtschaft.

Ergänzend engagiert sich das Unternehmen gemeinsam mit der Universität Rostock in Forschungs- und Entwicklungsprojekten, unter anderem zur Verbesserung des Abfallrecyclings und der Abwasseraufbereitung. „Unternehmen wie IUQ verbinden wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit wissenschaftlicher Expertise und Innovationsbereitschaft. Das ist ein echter Standortvorteil für Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Minister Dr. Blank.

Obermeistertag des Handwerks

Ines Jesse: „Das Handwerk in unserem Land braucht gute und verlässliche Rahmenbedingungen“

Güstrow – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute beim landesweiten Obermeistertag des Handwerks dessen zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energiewende betont. Die Veranstaltung der Handwerkskammern stand in diesem Jahr unter dem Titel „Sichere und bezahlbare Energieversorgung für das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern – Chancen, Lösungen und Praxisbeispiele“.

„Das Handwerk ist der Motor unserer Wirtschaft. So brauchen wir unter anderem für eine erfolgreiche Energiewende Elektriker, Dachdecker, Schornsteinfeger und die Betriebe im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk. Sie sind Umsetzer und Möglichmacher lokaler Energieprojekte – von Photovoltaik und Wärmepumpen über Speicherlösungen bis hin zu intelligentem Energiemanagement“, betont Staatssekretärin Jesse. „Durch enge Zusammenarbeit von Land, Kommunen und Betrieben schaffen wir nachhaltige regionale Wertschöpfung. So wird Energie zunehmend gemeinsam erzeugt und genutzt – zum Vorteil von Handwerk, Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und KMU gleichermaßen.“

Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, unterstützt das Wirtschaftsministerium gezielte Qualifizierungsmaßnahmen – von Bildungsschecks über unternehmensspezifische Förderungen bis hin zur Beratung durch Weiterbildungsdatenbanken und dem ‚Meister-Extra‘. „Nur mit kontinuierlicher Weiterbildung können unsere Handwerksbetriebe die technologischen Anforderungen der Energiewende meistern. Dabei unterstützen wir sie mit vielfältigen Angeboten“, so Staatssekretärin Jesse.

Zudem fördert das Wirtschaftsministerium die digitale Kompetenz im Handwerk – etwa durch Investitionen in berufliche Schulen und Bildungszentren und moderne Lerntechnik. Mit der Schülerpraktikumsprämie bietet das Ministerium außerdem jungen Menschen die Gelegenheit, praktische Berufsorientierung im Handwerk zu sammeln. Im Rahmen des Programms haben in diesem Jahr bereits mehrere Hundert Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen.

„Der Erfolg der Praktikumsprämie zeigt deutlich, dass das Handwerk attraktive Perspektiven bietet – gerade für junge Menschen. Die Energiewende eröffnet dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern vielfältige Chancen: vom Ausbau und Sanierung von Gebäuden über die Installation und Wartung von Energieanlagen bis zur Klimatisierung und Modernisierung der Infrastruktur“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Der Obermeistertag ist das wichtigste Treffen der Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter der gesamten Handwerksorganisation in Mecklenburg-Vorpommern. Als Obermeister bezeichnet man im deutschen Handwerk den oder die Vorsitzende einer Innung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit rund 142 Innungen, die in 13 Landesinnungsverbänden organisiert sind. Mehr als 20.000 Handwerksbetriebe im Land mit rund 101.000 Beschäftigten und über 6.000 Lehrlingen erwirtschaften jährlich einen Umsatz von etwa neun Milliarden Euro. Dem Handwerk werden rund zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, etwa 14 Prozent der Erwerbstätigen und rund 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet.

Schwesig: Wir sind gemeinsam stolz auf unsere Schiffe aus M-V

Wolgast – Die Peene-Werft in Wolgast hat heute das letzte von drei neuen Zollbooten mit LNG- Antrieb termingerecht an den Deutschen Zoll übergeben. An der Veranstaltung nahmen auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig teil.

„Wir stärken gemeinsam den Zoll. Er bekommt neue, moderne und vor allem umweltfreundlichere Boote für den Einsatz. Made in MV“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Veranstaltung in Wolgast. Das Land habe sich mit 1,5 Millionen Euro an den Kosten für die Entwicklung der innovativen Antriebstechnik beteiligt.

„Die maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Das hat mit der Sicherheitslage zu tun, aber vor allem mit Können und Technik. Die Werften bei uns im Land sind leistungsfähig, wettbewerbsfähig und innovativ.

Das zeigt beispielhaft die Peene-Werft. Ich bin sehr froh, dass sich unser Einsatz für die Werften gelohnt hat“, sagte die Ministerpräsidentin weiter und erinnerte daran, dass die Landesregierung die Werften auch in schwierigen Zeiten stets unterstützt habe. „Wir sind gemeinsam stolz auf unsere Schiffe aus MV.“

Spatenstich bei Nordex

Dr. Wolfgang Blank: „Diese Investitionen sind ein Bekenntnis zum Standort Mecklenburg-Vorpommern“

Rostock – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Rostock am feierlichen Spatenstich für die neue Außenlagerfläche der Nordex Group teilgenommen. Der Windenergieanlagenhersteller investiert rund sechs Millionen Euro in den Ausbau seines Standorts auf dem traditionsreichen Gelände des ehemaligen Dieselmotorenwerks in der Rostocker Südstadt. Auf rund 18.000 Quadratmetern entstehen künftig verbesserte Lager- und Logistikflächen.

„Dieser Spatenstich steht für Aufbruch und Vertrauen. Vertrauen in die Menschen, die hier arbeiten, in den Standort Mecklenburg-Vorpommern und in die Zukunft der erneuerbaren Energien“, sagte Minister Dr. Blank.

Nordex produziert in Rostock mit 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Maschinenhäuser und Schaltschränke für Windenergieanlagen. Mit der Erweiterung stärkt das Unternehmen seine Kapazitäten im internationalen Produktionsverbund.

Mecklenburg-Vorpommern verfolgt das Ziel, bis 2035 rechnerisch den gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken und bis spätestens 2045 klimaneutral zu sein. „Die erneuerbaren Energien sind heute eine tragende Säule unserer Energieversorgung – und zugleich ein Wachstumsmotor für unser Land. „, betonte Minister Dr. Blank. „Unternehmen wie Nordex zeigen, wie Innovationskraft und regionale Verwurzelung wirtschaftliche Stabilität schaffen und die Energiewende konkret gestalten.“

Die Nordex Group mit Stammsitz in Rostock ist einer der weltweit führenden Hersteller von Onshore-Windenergieanlagen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen  mehr als 10.000 Mitarbeitende.  Das Unternehmen wurde 1985 gegründet und produziert heute Turbinen mit Leistungen zwischen 4 und 7 Megawatt.

Arbeitsmarkt im Oktober 2025

Spuren der wirtschaftlichen Schwäche weiterhin sichtbar

Nürnberg – „Im Oktober haben Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiter abgenommen. Die Beschäftigungsentwicklung bleibt schwach und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nur gering. Insgesamt ist die Herbstbelebung bisher schwunglos“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Oktober: -44.000 auf 2.911.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +120.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent

Im Zuge der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Oktober 2025 um 44.000 auf 2.911.000 gesunken. Saisonbereinigt hat sie sich gegenüber dem Vormonat mit – 1.000 so gut wie nicht verändert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.

Verglichen mit dem Oktober des letzten Jahres liegt die Arbeitslosenzahl um 120.000 höher. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im September auf 4,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigung umfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 14.000 gesunken. Im Oktober lag sie im Vergleich zum Vorjahresmonat praktisch unverändert bei 3.554.000.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 26. Oktober für 37.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August 2025 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 171.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 32.000 weniger als im Vormonat, aber 6.000 mehr als im August des Vorjahres.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September 2025 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 20.000 gesunken. Mit 46,08 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 42.000 geringer.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Juli auf August 2025 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 17.000 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,94 Millionen Beschäftigten um 19.000 höher. 7,63 Millionen Personen hatten im August 2025 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 14.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,13 Millionen ausschließlich und 3,5 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Im Oktober waren 623.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 66.000 weniger als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – sank im Oktober 2025 um 1 Punkt auf 97 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der BA-X um 10 Punkte geringer aus.

984.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Oktober 2025 Arbeitslosengeld, 104.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im Oktober auf 3.828.000. Gegenüber Oktober 2024 war dies ein Rückgang um 134.000 Personen. 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

35 Jahre Geflügelwirtschaftsverband MV

Güstrow – Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Geflügelwirtschaftsverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Entwicklung der Branche heute bei einer Festveranstaltung im Kurhaus in Güstrow als Erfolgsgeschichte gewürdigt – zugleich aber auch auf die aktuellen Herausforderungen durch die Vogelgrippe und die zunehmenden Erwartungen der Gesellschaft an Tierwohl und Nachhaltigkeit hingewiesen.

„Die Geflügelwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil unserer Land- und Ernährungswirtschaft. Sie steht für Qualität, Verantwortung und ein hohes Maß an Professionalität. Unsere Betriebe zeigen, dass Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen,“ sagte der Minister in Güstrow.

Backhaus betonte, dass Geflügelprodukte eine wichtige Rolle in der Ernährung spielen: „Eier und Geflügelfleisch sind hochwertige Proteinquellen mit positiver Klimabilanz. Der Markt entwickelt sich stabil, und der Verbraucher schätzt regionale Herkunft und hohe Standards. Unsere Betriebe leisten hier hervorragende Arbeit.“

Nach aktuellen Zahlen wurden im Jahr 2024 rund 731 Millionen Eier in Mecklenburg-Vorpommern produziert – fast 93 Prozent mehr als im Jahr 2000. Damit ist das Land heute in der Lage, rund 2,9 Millionen Menschen täglich mit Eiern zu versorgen. Rund 45 Prozent der Legehennen werden in Freilandhaltung, rund 30 Prozent in ökologischer Haltung gehalten. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit an der Spitze. Auch in der Mastgeflügelhaltung und bei Enten, Gänsen und Puten ist das Land mit rund 8,5 Millionen Tieren in knapp 600 Betrieben ein bedeutender Standort.

Trotz der positiven Entwicklung steht die Branche vor erheblichen Herausforderungen. Dazu zählen die hohen Anforderungen an Tier- und Umweltschutz, die steigenden Produktionskosten sowie die Geflügelpest, die inzwischen ganzjährig vorkommt. In Mecklenburg-Vorpommern mussten zuletzt in mehreren Betrieben über 150.000 Tiere getötet werden.

„Die Geflügelpest wird uns dauerhaft begleiten. Prävention, Forschung und Biosicherheit sind daher entscheidend. Gleichzeitig wissen wir, dass Aufstallungspflichten für Freiland- und Mobilställe eine enorme Belastung darstellen. Wir brauchen praktikable Lösungen, die Tierwohl und Seuchenschutz verbinden,“ sagte Backhaus.

Das Land unterstützt die Geflügelwirtschaft aktiv: Über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) wurden allein in den letzten zwei Jahren mehr als neun Millionen Euro für tiergerechte und nachhaltige Haltungssysteme bewilligt. Zudem fördert das Land Forschungsvorhaben zu Tiergesundheit, Stallklima und digitaler Überwachung.

Auch auf züchterischer Ebene werden Fortschritte erzielt. Unter Beteiligung wissenschaftlicher Einrichtungen wird an balancierten Zuchtzielen gearbeitet, die nicht nur auf Leistung, sondern auch auf Fitness, Robustheit und Gesundheit abzielen.

„Unsere Geflügelwirtschaft ist auf einem guten Weg. Sie reagiert auf gesellschaftliche Erwartungen, setzt auf Innovation und Verantwortung. Dafür danke ich den Betrieben und dem Geflügelwirtschaftsverband, der die Branche seit 35 Jahren kompetent begleitet und vertritt,“ so Backhaus abschließend.

Partner für Ernährungsunternehmen gesucht

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern sucht einen Dienstleister, der Produzenten bündelt und mit ihnen Aktionen im Handel durchführt bzw. auf Listungen im Handel vorbereitet. Alle Maßnahmen sollen mit mehreren Handelspartnern durchgeführt werden und das Konzept soll mehrfach zum Einsatz kommen.

„In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Ernährungswirtschaft einen hohen Stellenwert ein. Sie zeichnet sich durch eine große Zahl leistungsfähiger klein- und mittelständischer Unternehmen sowie ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment aus. Derzeit sind in den 88 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitenden mehr als 14.400 Personen beschäftigt. Die Branche erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 4,5 Mrd. Euro.

Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent bzw. bei Berücksichtigung der Umsätze der Futtermittel- und Getränkeindustrie 36,8 Prozent. Das ist so viel wie in keinem anderen Bundesland. Die Ernährungswirtschaft ist damit innerhalb des verarbeitenden Gewerbes, sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz, der größte Industriezweig in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Ernährungsminister Dr. Backhaus.

Das Regionalzeichen MV ist eine für den Verbraucher verständliche Klammer zur besseren Erkennbarkeit der regionalen Produkte und sollte von der Mehrheit der beteiligten Unternehmen verwendet werden. Folgende Marketingmaßnahmen sind vorzubereiten und zu begleiten:

Mecklenburg-Vorpommern Wochen

Vorbereitung und Organisation einer sogenannten MV-Woche mit mindestens acht Produzenten aus Mecklenburg-Vorpommern, die für mehrere Tage über Verkostungen und Promotionsaktionen in einer Filiale eines Handelspartners ihr Unternehmen vorstellen und ihre Produkte anbieten.

Aktivitäten: – Konzeption und Abstimmung mit den Handelspartnern über das Event;

  • Auswahl der geeigneten und Abstimmung mit den Lieferanten;
  • Gestaltung einer Aktionsfläche, MV muss als Absender der Aktion erkennbar sein (z. B. durch Leuchtelemente, Strandkörbe etc.);

Händlerstammtische

  • Organisierung und Vorbereitung von Treffen zwischen Produzenten und Entscheidungsträgern von Handelsunternehmen.
  • Austausch über die Anforderungen des Handels an potentielle Lieferanten und den Möglichkeiten der Belieferung durch die Unternehmen hinsichtlich Mengen, Qualitäten und Zertifizierungen;
  • Präsentation und ggf. Verkostung von Produkten;
  • Erfahrungsaustausch mit Unternehmern, die bereits an den Handelspartner liefern; Möglichkeit eines persönlichen Kontaktes zusätzlich zum Jahresgespräch;

Handzettelwerbung

  • Vorbereitung und Organisation einer konzentrierten Bewerbung heimischer Produkte in Handzetteln;
  • Auswahl der geeigneten und Abstimmung mit den Lieferanten;

Unterlagen

Folgende Unterlagen sind einzureichen:

  1. Anschreiben

In dem Anschreiben sind der Name und die Anschrift der Ansprechperson (Verantwortlicher) sowie die in Zusammenhang mit der Bewerbung eingereichten Unterlagen aufzuführen.

  1. Bereitschaftserklärung (Letter of Intent) zur Teilnahme an der Mecklenburg-Vorpommern Wochen von mindestens acht Unternehmen der Ernährungswirtschaft aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Benennung der Handelspartner für diese Aktionen.
  2. Konzeption zu den Aktionen der Ernährungswirtschaft Mecklenburg- Vorpommern mit dem Lebensmitteleinzelhandel.
  3. Kosten- und Finanzierungsplan

Das Finanzkonzept umfasst eine Kostenaufstellung, mit Unterteilung nach Personalkosten (gegliedert nach Stunden- oder Tagessätzen) und Sachkosten (incl. kalkulierter Kosten für Standmiete und Standbau und Kosten für die Erstellung der Handzettel).

 Bewertungsverfahren

Alle eingereichten Angebote werden auf der Grundlage der nachfolgenden Kriterien bewertet.

  1. Höhe des Preises;
  2. Umfang der Bereitschaftserklärungen; Häufigkeit der Mecklenburg-Vorpommern Woche
  3. Qualität der Konzeption;

Bewerbungsverfahren

Die vollständigen Angebotsunterlagen sind in einem geschlossenen Kuvert mit dem Vermerk „Unterlagen für eine Konzeption und Koordination Aktionen der Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern mit dem Lebensmitteleinzelhandel in den Jahren 2026 und 2027“ bis spätestens 24. November 2025 (15:30 Uhr) einzureichen beim: Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Referat 320, 19048 Schwerin. Fragen zur Angebotseinholung können an Herrn Marten Helmke per E-Mail (m.helmke@lm.mv-regierung.de) gerichtet werden.

Backhaus: Fleischerhandwerk steht vor großen Herausforderungen

Schwerin – Anlässlich der Herbsttagung des Landesinnungsverbandes des Fleischerhandwerks betont Agrarminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung der Branche für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Es gehöre zur DNA unseres Landes, verbinde Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Genusskultur und regionale Identität.

„Die aktuellen Zahlen zeigen: In MV wurden im Mai 2025 rund 584.500 Schweine gehalten, eine leichte Steigerung (1,6%) gegenüber dem Vorjahr. Das klingt zunächst positiv, aber wir alle wissen, dass sich hinter dieser Zahl ein jahrzehntelanger Strukturwandel verbirgt. Nach Corona, der Afrikanischen Schweinepest und massiven Preisverwerfungen sind unsere Bestände um rund 30 % zurückgegangen. Wir liegen heute wieder auf dem Niveau von Mitte der 1990er-Jahre. Ein Wirtschaftszweig, der unser Land geprägt hat, kämpft um seine Existenz“, so Minister Backhaus.

Und das bleibe nicht ohne Folgen für die Fleischereien, die Schlacht- und Zerlegebetriebe, die täglich mit Leidenschaft hochwertige Produkte herstellen: „Denn wenn der Rohstoff fehlt, wird es auch für die abnehmende Hand schwer. Ich weiß, viele der Betriebe spüren das im Alltag: steigende Beschaffungskosten, sinkende Margen, ein enormer bürokratischer Aufwand und die Herausforderung, Fachkräfte zu finden“, so Backhaus, der ergänzt:

„Die aktuelle Marktlage ist volatil. Laut Agrarmarkt-Informationsgesellschaft liegt der Gewinn in der Schweinemast derzeit bei unter 5 Euro pro Tier und das bei Vollkostendeckung gerade so, d.h. die Rentabilität der Schweinemast sinkt wieder. Auf den europäischen Märkten erleben wir gleichzeitig ein Überangebot. Die Preise sinken, weil die Nachfrage schwächelt, in Deutschland, aber auch international. Das zeigt: Wir stehen mitten in einem europäischen Strukturwandel, der nur mit Qualität, Regionalität und Innovation zu bewältigen ist.

Anders beim Rindfleisch: Hier sehen wir stark steigende Preise, teilweise über 7 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Grund sind der Rückgang der Rinderbestände, steigende Futter- und Energiekosten sowie wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen. Für unsere Landwirte kann das Chance und Risiko zugleich sein. Für das Fleischerhandwerk bedeutet es vor allem eines: noch mehr Preisdruck auf der Theke.

Ende 2024 gab es bundesweit rund 10.100 Meisterbetriebe, die über 130.000 Beschäftigte hatten. Das ist beeindruckend aber die Tendenz ist rückläufig. Der Strukturwandel geht weiter, und viele Betriebe stehen vor der Frage: Wie geht es weiter?

Ich bin überzeugt: Das Fleischerhandwerk hat Zukunft, wenn es sich weiterentwickelt, wenn es auf Regionalität, Transparenz, Qualität und neue Geschäftsfelder setzt. Erfolgreiche Betriebe kombinieren heute handwerkliche Perfektion mit modernen Konzepten: Dry-Aged-Spezialitäten, Wurstsorten mit neuen Gewürzideen, Catering, heiße Theke, Online-Vertrieb. Kurz gesagt: Die Metzgerei der Zukunft ist entweder hoch spezialisiert oder gar nicht mehr da. Das ist eine unbequeme Wahrheit, aber auch eine große Chance.

Die Landesregierung unterstützt die Branche beim Bürokratieabbau, bei der Fachkräftegewinnung, bei Investitionen in regionale Strukturen und wir werden dafür sorgen, dass Ihre Anliegen in Berlin und Brüssel gehört werden. Denn eines ist klar: Ohne das Fleischerhandwerk verliert unser Land ein Stück Identität. Und das werden wir nicht zulassen.“