Schwerin – Die Grippesaison steht bevor. Gesundheitsministerin Stefanie Drese ruft deshalb dazu auf, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und sich gegen Influenza impfen zu lassen. Ein bislang wenig beachteter Vorteil: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Grippeimpfung auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken kann.
„Viele denken bei der Grippeimpfung zuerst an Husten, Fieber und ein paar Tage im Bett. Dabei geht es um deutlich mehr: Eine Influenza kann den ganzen Körper belasten – auch das Herz. Die Impfung ist deshalb nicht nur Infektionsschutz, sondern kann sogar Leben retten“, sagte Drese.
Wie wichtig dieser Zusammenhang ist, unterstreicht eine gemeinsame wissenschaftliche Empfehlung europäischer Herzmedizin-Fachgesellschaften, die im Fachjournal *European Heart Journal* veröffentlicht wurde.
Darin haben Expertinnen und Experten die Ergebnisse klinischer Studien, großer Datenauswertungen und weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen und bewertet. Ihr Fazit: Die Grippeimpfung kann das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse messbar verringern. Besonders profitieren können Menschen mit koronarer Herzkrankheit, nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche.
Der Grund: Bei einer Grippeinfektion löst das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus. Diese können auch Herz und Blutgefäße belasten, bestehende Gefäßablagerungen destabilisieren und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen. Eine Impfung kann helfen, diese zusätzlichen Risiken zu reduzieren.
„Wer bereits eine Herzerkrankung hat, sollte diesen zusätzlichen Schutz unbedingt mitdenken. Blutdruck, Blutfette und Blutzucker im Blick zu behalten, ist wichtig – ebenso kann die Grippeimpfung ein Baustein der Herzinfarkt-Vorsorge sein“, betonte Drese.
Besonders empfohlen wird die jährliche Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich.
Für ältere Menschen stehen spezielle Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die eine stärkere Immunantwort fördern und so den Impfschutz im Alter verbessern können. Da sich der Impfschutz erst nach etwa zehn bis 14 Tagen aufbaut, ist eine Impfung im Oktober oder November sinnvoll. Auch später kann sie während einer laufenden Grippewelle noch einen Nutzen haben.
„Warten Sie nicht, bis die Grippewelle da ist. Prüfen Sie Ihren Impfschutz und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein kleiner Piks kann mehr bewirken, als viele denken – für die eigene Gesundheit und für die Menschen, die uns wichtig sind“, so Stefanie Drese, Gesundheitsministerin