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Tag: 8. April 2026

Walschutzorganisation unterstützt Vorgehen des Landes

Umgang mit gestrandetem Wal

Schwerin – Gestern hat Umwelt Minister Dr. Till Backhaus auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens die Entscheidung getroffen, den vor Poel gestrandeten Wal in Ruhe sterben zu lassen. Er stützt die Entscheidung auch auf ein Schreiben der Internatio­nalen Walfangkommission (IWC), die sich seit den 1980er Jahren um den Schutz von Delfin- und Tümmlerbeständen sowie von Großwalen kümmert.

„Die Entscheidung, keine Rettungsversuche zu unternehmen, weil sie dem Tier mehr schaden als nützen würden, ist mir so schwergefallen, wie wohl keine andere in meinem bisherigen politischen Leben. Doch kein ernst zu nehmender Experte auf der Welt hat ein anderes Vorgehen empfohlen. Auch die IWC hat sich mit einem Schreiben an unser Haus gewandt und erklärt, dass der Fall als einzigartig in der Welt gilt. Noch nie ist beobachtet worden, dass ein Wal innerhalb weniger Tage mehrfach an einer Küste strandet und weiterlebt. Dies geschieht hier bei uns auch noch 24 Stunden pro Tag unter Kamerabeobachtung vor den Augen der Öffentlichkeit.

Die Experten der Walschutzorganisation haben erklärt, dass eine Lebendbergung des Tieres keine Option darstellt, da ihm aufgrund des Hautzustandes beim Anlegen von Bergungsgeschirr die Haut großflächig vom Leib gerissen würde. Dies ist mit dem Tierschutz nicht zu vereinbaren. Auch eine Euthanasierung kommt für die IWC nicht in Betracht, da sie aufgrund der Lage des Wales im seichten Wasser mit einer großen Gefahr für beteiligte Personen einherginge.

Erprobte Verfahren, die gewährleisten, dass dem Tier nicht weitere schwere Leiden zugefügt würden, gibt es demnach nicht. Die IWC würdigt die derzeit durchgeführten palliativen Maßnahmen, die wir am Wal durchführen und sieht sie als einzig verantwortungsvolle, humane und pragmatische Reaktion auf die Situation. Diese Situation macht alle Beteiligten sehr traurig“, so der Minister, der ergänzt:

„Wir wissen, dass viele Manschen Anteil nehmen am Schicksal des Wals. Das kann ich gut verstehen und ich bin dankbar für die tausenden Hinweise, die per Mail oder Telefon von Seiten der Bürgerinnen und Bürger an uns herangetragen werden. Wir werten die Hinweise aus und werden die Schreiben auch beantworten.

Ich bitte aber um Verständnis, dass Antworten nicht umgehend erfolgen können, da die schiere Anzahl unsere personellen Ressourcen übersteigt. Natürlich gibt es auch Kritik an unserem Vorgehen. Auch dafür habe ich Verständnis. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass das Verwaltungsgericht in Schwerin bereits drei Eilverfahren, die durch Bürgerinnen und Bürger gegen uns angestrengt wurden, abgewiesen hat.

Um den Wal vor unerlaubten Zugriffen oder Waltourismus zu schützen, werden die Walwachen und der Sperrbezirk um das Tier aufrechterhalten. Auch die Benetzung des Tieres, um es zu kühlen, wird fortgesetzt. Das ist eine enorme personelle Belastung für die Wasserschutzpolizei, die freiwillige Feuerwehr und die Mitarbeitenden unseres Hauses. Für die Leistung bin ich ungeheuer dankbar und würde mir wünschen, dass die Menschen, die sich hier einsetzen durch Internetkommentare gewürdigt, statt geschmäht würden“, so der Minister abschließend.

Hoher Zuspruch zu Lehrerfortbildungen in MV

Oldenburg: Lehrerinnen und Lehrer setzen verstärkt auf Zukunftsthemen

Schwerin – Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern zeigen großes Interesse an Fortbildungen, die das Bildungsministerium und das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) anbieten – mit deutlich steigender Tendenz. Im Schuljahr 2024/2025 ist das Fortbildungsangebot auf 1.622 Veranstaltungen mit 46.601 Teilnahmen angewachsen. Im Schuljahr zuvor waren es 1.474 Angebote mit rund 19.000 Anmeldungen.

„Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie groß die Bereitschaft der Lehrkräfte ist, sich kontinuierlich fortzubilden. Besonders die starke Nachfrage in den Bereichen Schulentwicklung und Künstliche Intelligenz macht deutlich, dass unsere Schulen aktiv auf die aktuellen Herausforderungen reagieren. Diese hohe Fortbildungsbeteiligung ist ein zentraler Baustein für guten und zeitgemäßen Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Der inhaltliche Schwerpunkt lag im Schuljahr 2024/2025 auf der Schul- und Unterrichtsentwicklung: Hier wurden 1.124 Angebote mit 19.690 Teilnehmerinnen und Teilnehmern umgesetzt. Auch die Themen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung gewinnen verstärkt an Bedeutung – 125 Angebote erreichten in diesem Bereich bereits 10.002 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fortbildungen zu den Themen „Antisemitismus“ und „Rassismus“ wurden insgesamt 39-mal durchgeführt und von 1.465 Lehrerinnen und Lehrern besucht.

Auch im laufenden Schuljahr setzt sich diese positive Entwicklung fort: Die 721 Fortbildungen verzeichnen 12.673 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bis zum Schuljahresende rechnet das Bildungsministerium mit einer deutlich höheren Gesamtzahl. Das Kursangebot wird kontinuierlich erweitert und gezielt um Fortbildungen in den Bereichen Antisemitismus, Extremismusprävention und Gewaltprävention ergänzt.

„Mit unserer Fortbildungsreihe ‚Antisemitismus die Stirn bieten‘ haben wir im Jahr 2025 ein starkes und praxisnahes Angebot geschaffen, das von Expertinnen und Experten begleitet wird. Gleichzeitig kooperieren wir mit Beratungsstellen wie ‚JUMP‘, um den Lehrkräften zusätzliche Qualifizierungsmöglichkeiten zu eröffnen. Damit stärken wir die Handlungssicherheit im Schulalltag und leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Demokratiebildung an unseren Schulen“, sagte die Ministerin.

Das Portfolio des IQ M-V reicht von Fortbildungen am Nachmittag über Fachtage bis hin zu langfristigen Qualifizierungsreihen. Besonders gefragt bleiben digitale und flexible Formate der Online-Fortbildung, darunter auch der hauseigene Podcast „IQ M-V trifft…  – Fortbildung mal anders“.

Neben klassischen Angeboten können Lehrkräfte auch das Fortbildungsportal „fobizz“ nutzen. Die digitale Plattform bietet über 300 digitale Fortbildungen und wird kontinuierlich erweitert. Im Fokus stehen dabei unter anderem der didaktisch sinnvolle Einsatz digitaler Technologien sowie Anwendungen Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Von April 2020 bis heute hat das fobizz-Portal bereits über 166.000 Teilnahmen aus Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Start der Spargelsaison in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die Spargelsaison in Mecklenburg-Vorpommern beginnt. In den vergangenen Jahren fand dieser Auftakt regelmäßig auf den Flächen des SaBö-Hofs von Sebastian Böckmann im Ortsteil Tieplitz (Gemeinde Gülzow-Prüzen, nahe Mühlengeez) statt.

Der geplante Vor-Ort-Termin mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus musste kurzfristig abgesagt werden. Hintergrund ist die aktuelle Lage rund um den vor der Insel Poel gestrandeten Wal, die die volle Aufmerksamkeit des Ministers erfordert.

„Die Spargelsaison ist für viele landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Start in das Erntejahr. Umso mehr bedauere ich, heute nicht vor Ort sein zu können. Gleichzeitig erfordert die Situation rund um den gestrandeten Wal meine volle Aufmerksamkeit und Verantwortung“, so Backhaus.

Der SaBö-Hof in Tieplitz wird von Sebastian Böckmann geführt, der gemeinsam mit seiner Frau auch einen weiteren Standort bei Wismar betreibt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 60 Hektar Spargelfläche und beschäftigt während der Saison etwa 100 bis 130 Mitarbeitende in Ernte, Sortierung und Verkauf. Der Standort Tieplitz bildet dabei das zentrale Herzstück des Betriebs – hier liegen wesentliche Anbauflächen sowie Teile der Infrastruktur für Verarbeitung und Vermarktung.

Der Hof steht beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Betriebe im Land prägt: die enge Verbindung von regionaler Produktion und direkter Vermarktung. „Der Saisonstart ist für mich jedes Jahr ein besonderer Moment – eine Mischung aus Vorfreude, Anspannung und Stolz. Nach vielen Monaten Vorbereitung sehen wir endlich die Ergebnisse unserer Arbeit auf dem Feld“, sagt Betriebsleiter Sebastian Böckmann. Gleichzeitig setzt der Betrieb konsequent auf Transparenz und Kundennähe: „Unsere Kundinnen und Kunden wissen genau, wo ihr Spargel herkommt.“

Die Spargelsaison 2026 beginnt unter insgesamt herausfordernden Rahmenbedingungen. „Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf rund 132 Hektar etwa 550 Tonnen Spargel geerntet. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten – insbesondere durch höhere Löhne, Energie- und Betriebsmittelpreise – deutlich an. Der Spargelanbau befindet sich damit weiterhin in einem strukturellen Anpassungsprozess.“, sagte Minister Backhaus.

Auch auf den Betrieben sind diese Veränderungen spürbar. „Wir merken, dass viele Kundinnen und Kunden bewusster einkaufen und stärker auf Preise achten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach regionalen Produkten stabil“, so Böckmann. Spargel bleibe jedoch ein arbeitsintensives Produkt: „Der Preis spiegelt die aufwendige Handarbeit und die hohen Qualitätsstandards wider.“ Für preisbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher bietet der Betrieb daher bewusst unterschiedliche Qualitäten an – von klassischem Spargel bis hin zu Bruchware als günstige Alternative.

Trotz der Herausforderungen blicken viele Betriebe vorsichtig optimistisch auf die neue Saison. Die aktuellen Witterungs- und Bodenbedingungen gelten bislang als günstig. „Wenn das Wetter stabil bleibt, erwarten wir eine gute Qualität und einen soliden Ertrag“, so Böckmann.

Langfristig sieht er weiterhin Perspektiven für den Spargelanbau in Mecklenburg-Vorpommern: „Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist da. Gleichzeitig müssen wir uns auf steigende Kosten und klimatische Veränderungen einstellen.“

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies: Regional erzeugter Spargel bleibt ein hochwertiges, aber zunehmend kostenintensives Produkt. Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung und ergänzende Angebote vor Ort.