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Tag: 17. April 2026

Wiedervernässung in Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus: „Palu-Richtlinie des Bundes ist Rückenwind für MV als Moorland Nr. 1“

Schwerin – Der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, begrüßt die heute vom Bundesumweltministerium vorgestellte Palu-Förderrichtlinie zur Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden.

„Die neue Palu-Richtlinie setzt ein starkes Signal für den Klimaschutz und eröffnet gleichzeitig neue wirtschaftliche Perspektiven für unsere Landwirtschaft. Für Mecklenburg-Vorpommern ist sie von herausragender Bedeutung“, erklärte Backhaus.

Mit rund 300.000 Hektar Moorfläche gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Das entspricht etwa 12 bis 13 Prozent der Landesfläche. Gleichzeitig sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle von Treibhausgasemissionen im Land und verursachen jährlich rund 6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.

„Wer Klimaschutz ernst meint, muss bei den Mooren anfangen. Genau hier liegt einer der größten Hebel für Mecklenburg-Vorpommern“, so Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt bereits über umfangreiche praktische Erfahrungen im Moorschutz: Auf rund 35.000 Hektar Moorfläche wurden bereits Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt. Aktuell sind mehr als 20 Paludikultur- und Wiedervernässungsprojekte in Planung oder Umsetzung, darunter großflächige Demonstrationsvorhaben auf Niedermoorstandorten. Mit dem Paludi-MV-Pilotvorhaben werden großflächig neue Bewirtschaftungsformen auf nassen Mooren erprobt – wissenschaftlich begleitet durch die Universität Greifswald. Mit der MoorAgentur MV wurde zudem eine bundesweit einzigartige Beratungs- und Vernetzungsstelle aufgebaut, die Landwirte, Verbände und Verwaltung bei der Umsetzung unterstützt.

Backhaus: „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur Konzepte entwickelt, sondern konkrete Projekte in die Fläche gebracht. Diese reichen vom Peenetal über die Trebelregion bis hin zu modernen Paludikultur-Versuchen.“

Ein zentraler Ansatz ist die sogenannte Paludikultur, die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorstandorte, etwa mit Schilf, Rohrkolben oder Rohrglanzgras.

„Paludikultur verbindet Klimaschutz mit Wertschöpfung. Sie bietet die Chance, Moorböden zu erhalten und gleichzeitig neue Einkommensquellen zu erschließen – etwa für Baustoffe, Substrate oder Bioenergie“, so Backhaus.

Der Minister betont, dass es nun auf eine zügige Umsetzung der neuen Richtlinie ankommt: „Die Betriebe brauchen Planungssicherheit, langfristige Finanzierung und praxistaugliche Förderbedingungen. Die Transformation der Moorstandorte ist eine Generationenaufgabe – sie gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft.“

Abschließend erklärte Backhaus: „Die Palu-Richtlinie kann eine echte Trendwende einleiten. Mecklenburg-Vorpommern hat das Know-how, die Flächen und die Erfahrung, um bundesweit eine Leitregion für Moorschutz und Paludikultur zu sein.“

Saisonstart auf dem Campingplatz Prerow

Neuer Betreiber setzt auf naturverträglichen Tourismus 

Prerow – Mit einer Informationsveranstaltung für Dauercamperinnen und Dauercamper startet das Ahoi Camp Darß heute in seine erste vollständige Saison unter neuer Leitung. Umweltminister Dr. Till Backhaus kann den Auftakt nicht persönlich begleiten, stellte aber vorab die besondere Verbindung von Mensch und Natur in den Mittelpunkt:

„Unsere Nationalparke sind Orte, an denen Menschen Natur in ihrer Ursprünglichkeit erleben können – und gleichzeitig Verantwortung für ihren Schutz übernehmen. Genau darum geht es auch hier in Prerow“, sagte Minister Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dem Nationalpark Jasmund und dem Nationalpark Müritz über drei einzigartige Schutzgebiete. Zusammen umfassen sie mehrere zehntausend Hektar wertvoller Natur – von dichten Buchenwäldern über weitläufige Seenlandschaften bis hin zu sensiblen Küsten- und Meeresräumen. Gerade der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft steht in besonderer Weise für den Schutz unserer Ostsee und ihrer empfindlichen Lebensräume.

„Der Schutz unserer Meere und Küsten ist eine zentrale Aufgabe unserer Zeit. Die Boddenlandschaft zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll und zugleich verletzlich diese Ökosysteme sind“, betonte Backhaus.

Der Campingplatz Prerow liegt inmitten dieses sensiblen Naturraums und wird nun mit dem Ahoi Camp Darß behutsam weiterentwickelt. Ziel ist es, Naturerlebnis und Naturschutz in Einklang zu bringen und gleichzeitig einen hochwertigen, familienfreundlichen Tourismus zu ermöglichen.

Minister Backhaus hatte sich persönlich intensiv für eine langfristige und tragfähige Lösung für den Standort eingesetzt und den gesamten Prozess aktiv begleitet.

„Mir war wichtig, dass wir für diesen besonderen Ort eine Perspektive schaffen, die sowohl der Natur als auch den Menschen gerecht wird. Das ist uns mit dem neuen Konzept gelungen“, so Backhaus.

Grundlage für die Neuausrichtung war ein transparentes Interessenbekundungsverfahren, aus dem das Ahoi Camp Darß als überzeugendster Anbieter hervorging. Ziel war es, einen nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Betrieb mit den hohen Anforderungen des Nationalparks in Einklang zu bringen.

Im November 2025 wurde ein langfristiger Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren geschlossen und damit die Grundlage für eine stabile Entwicklung geschaffen.

Mit der Saison 2026 beginnt nun die schrittweise Umsetzung des Konzepts, das auf naturverträgliche Gestaltung, nachhaltige Materialien und klare Regeln für den Schutz sensibler Flächen setzt.

„Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern einen wundervollen und unvergesslichen Urlaub hier bei uns – in einer einmaligen Landschaft, die wir gemeinsam schützen und bewahren“, sagte Backhaus.

Lebendbergung des Buckelwals

Rechtliche Einordnung

Schwerin – Vor dem Hintergrund zahlreicher Nachfragen stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern die rechtliche Einordnung zur geplanten Lebendbergung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals klar.

Das Land hat keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt – und konnte eine solche auch nicht erteilen, da hierfür keine rechtliche Grundlage besteht.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Es ist mir wichtig, hier für Klarheit zu sorgen: Das Land hat keine Rettung genehmigt. Eine solche Genehmigung ist rechtlich nicht vorgesehen.“

Rechtsgrundlage für das aktuelle Vorgehen ist § 45 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes. Danach kann jede Person ein verletztes oder hilfloses Tier aufnehmen, um es zu pflegen und anschließend wieder auszuwildern. Bei besonders geschützten Arten – wie dem Buckelwal – besteht lediglich eine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Behörde.

„Das vorgelegte Konzept ist rechtlich als Anzeige einer Inobhutnahme zu bewerten. Unsere Aufgabe war es daher, dieses zu prüfen und zu entscheiden, ob es untersagt werden muss oder geduldet werden kann“, so Backhaus.

Die zuständige Behörde hat in solchen Fällen keinen Genehmigungsspielraum, sondern lediglich drei Handlungsmöglichkeiten:

  • Herausgabe verlangen (hier nicht einschlägig),
  • die Maßnahme untersagen oder
  • die Maßnahme dulden.

Nach rechtlicher Prüfung wurde entschieden, die Maßnahme zu dulden.

„Entscheidend war die Frage, ob dem Tier durch die geplanten Maßnahmen unzumutbare zusätzliche Leiden entstehen. Das vorgelegte Konzept verfolgt einen vorsichtigen Ansatz. Deshalb bestand aus rechtlicher Sicht kein Grund für eine Untersagung“, erklärte Backhaus.

Die Verantwortung für die Durchführung der Maßnahme liegt vollständig bei der privaten Initiative, die das Konzept vorgelegt hat.

Das Land begleitet das Vorhaben, beobachtet die Umsetzung vor Ort und behält sich vor, die Maßnahme jederzeit zu untersagen.

„Wir bewegen uns weiterhin in einer sehr sensiblen Situation“, betonte der Minister und weist abschließend daraufhin, dass das zugrunde liegende wissenschaftliche Gutachten, das den Gesundheitszustand des Tieres als kritisch einschätzt, für das Land weiterhin maßgeblich ist.

GeoSymposium 2026

Innenminister Pegel: Geodaten sind Schlüssel für Verwaltung und Sicherheit

Neubrandenburg – Der Minister für Inneres und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel wird am Montag (20. April 2026) das GeoSymposium 2026 eröffnen und würdigt insbesondere 25 Jahre Geoinformatik-Ausbildung in Neubrandenburg. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Mit Geoinformation messen, verstehen und managen“ und feiert zugleich 25 Jahre Geoinformatik am Hochschulstandort Neubrandenburg.

„Geoinformation ist heute ein unverzichtbarer Teil der digitalen Grundausstattung unseres Landes. Wer planen, genehmigen, schützen oder im Krisenfall schnell handeln will, braucht aktuelle und verlässliche räumliche Daten“, sagt Minister Christian Pegel.

„Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Anforderungen an Infrastruktur und Verwaltung sowie geopolitischer Unsicherheiten spielt die Geoinformatik eine Schlüsselrolle. Geodaten schaffen Lagebilder, machen Veränderungen sichtbar und helfen, auch unter Unsicherheit gute Entscheidungen zu treffen. Das erhöht die Reaktionsfähigkeit von Verwaltung, Katastrophenschutz und Sicherheitsbehörden erheblich.“

25 Jahre Ausbildung mit Zukunft

Der Grundstein für die heutige Stärke wurde früh gelegt: Bereits 1992 startete an der Hochschule der Studiengang Vermessungswesen. 2000 folgte der Studiengang Geoinformatik.

Mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Jahr 2008 sowie der Reform zum Studiengang „Geodäsie und Messtechnik“ im Jahr 2010 wurde das Angebot systematisch modernisiert und an internationale Standards angepasst. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des englischsprachigen Masterstudiengangs Geomatik, der sich gezielt auch an internationale Studierende richtet.

„Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer klaren strategischen Entscheidung. Hier wurde früh erkannt, dass Geoinformation eine Schlüsselkompetenz für Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist“, so Pegel.

Aktuell sind mehr als 110 Studierende in den GEO-Studiengängen eingeschrieben: 43 Studierende im Bachelor Geodäsie und Messtechnik, 11 Studierende im Bachelor Geoinformatik, 58 Studierende im Master Geomatik.

„Gerade der starke Masterbereich zeigt, dass Neubrandenburg attraktiv ist. Das ist ein klarer Standortvorteil – und ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung im Land“, fügt der Minister an.

Ein erheblicher Teil der Studierenden absolviert das Studium dual oder mit vertiefter Praxis. Je nach Jahrgang betrifft das rund 25 bis 50 Prozent. Diese enge Verzahnung von Hochschule, Verwaltung und Wirtschaft erleichtert den Berufseinstieg und stärkt die Bindung an Mecklenburg-Vorpommern.

„Wer schon während des Studiums in Landesbehörden oder Unternehmen mitarbeitet, bleibt häufig auch nach dem Abschluss hier. Das ist ein entscheidender Faktor, um junge Menschen nicht nur auszubilden, sondern sie auch langfristig für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Das ist gelebte Fachkräftestrategie“, verdeutlicht Christian Pegel.

Geoinformatik als Querschnittstechnologie

Das GeoSymposium 2026 verdeutlicht mit mehr als 25 Fachvorträgen die enorme thematische Breite der Geoinformatik – von Erdbeobachtung und Künstlicher Intelligenz über Geodateninfrastrukturen und Verwaltungsdigitalisierung bis hin zu Küstenschutz, Umweltmonitoring und Präzisionslandwirtschaft.

„Geoinformatik verbindet Datenmanagement, Analyse, Visualisierung und Entscheidungsunterstützung – und ist damit anschlussfähig für nahezu alle Bereiche von Staat und Wirtschaft“, unterstreicht Minister Pegel.

Starkes Signal für den Standort MV

Mit dem GeoSymposium 2026 sendet Mecklenburg-Vorpommern ein klares Signal: „Das Land gestaltet die Zukunft der Geoinformation aktiv mit. Neubrandenburg ist ein authentischer und zukunftsfähiger Ort für diesen Austausch. 25 Jahre Geoinformatik stehen hier nicht für Rückblick, sondern für Aufbruch. Das ist gut für die Verwaltung, gut für die Wirtschaft – und gut für die Zukunft unseres Landes“, sagt Christian Pegel abschließend.