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Tag: 15. April 2026

Gestrandeter Buckelwal: Land ermöglicht Versuch einer Lebendbergung

Insel Poel – Das Land Mecklenburg-Vorpommern erhebt keine Einwände gegen einen Versuch der Lebendbergung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals. Grundlage ist, dass heute Vormittag ein vollständig prüffähiges Konzept vorgelegt wurde, das umgehend fachlich und rechtlich geprüft wurde.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte: „Wir haben entschieden, dass eine Lebendbergung des Wals stattfinden darf. Damit eröffnen wir erstmals die Möglichkeit, das Tier zurück in sein natürliches Umfeld zu bringen.“

Der Wal hält sich seit Anfang März in der Ostsee auf und ist in Mecklenburg-Vorpommern bereits viermal in flachen Küstenbereichen gestrandet. Seit rund zwei Wochen liegt das Tier in der Kirchsee vor der Insel Poel in einem schwer zugänglichen Flachwasserbereich. Der Wal zeigt weiterhin Lebenszeichen, ist jedoch stark geschwächt.

Grundlage der bisherigen Entscheidungen war ein wissenschaftliches Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW). Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass die Überlebensaussichten sehr gering sind und Eingriffe grundsätzlich mit erheblichen Risiken für das Tier verbunden sein können.

„Das Gutachten bleibt maßgeblich und beschreibt die sehr kritische Lage des Tieres. Unsere bisherige Bewertung war vor diesem Hintergrund richtig“, so Backhaus. „Die jetzige Entscheidung ist keine Abkehr davon, sondern eine verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten.“

Das nun vorliegende Konzept setzt auf einen minimalinvasiven Ansatz. Es wurde insbesondere unter Berücksichtigung des Bundesnatur­schutzgesetzes (§§ 44, 45) sowie des Tierschutzrechts geprüft.

„Entscheidend ist, dass dieses Konzept dem Grundsatz des mildesten geeigneten Mittels entspricht. Es gibt keine Alternative mit geringerer Eingriffsintensität“, betonte der Minister.

Vorgesehen ist, den Wal vorsichtig vorne an den Flippern freizuspülen und mithilfe pneumatischer Hebekissen anzuheben. Durch eine gleichmäßige Lastenverteilung sowie die Unterführung einer Plane unter den Körper soll die Belastung für das Tier minimiert werden. Für den Transport ist der Einsatz eines Pontonsystems vorgesehen. Die Maßnahme wird durchgehend veterinärmedizinisch begleitet.

„Die Prognose bleibt kritisch. Aber eine Überlebenschance kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund ist es vertretbar, diesen Versuch zu ermöglichen und ich bedanke mich dafür bei der Initiative“, so Backhaus.

Die Durchführung der Maßnahme liegt bei der Privatinitiative und den beteiligten Fachleuten. Das Land duldet das Vorhaben und begleitet die weiteren Schritte.

Der Minister unterstrich, dass die Situation außergewöhnlich sei: „Eine mehrfache Lebendstrandung eines Buckelwals über einen so langen Zeitraum ist weltweit beispiellos. Umso wichtiger ist es, jede ernstzunehmende Option sorgfältig zu prüfen.“

Backhaus betonte zudem seinen persönlichen Einsatz: „Ich habe mich seit Beginn rund um die Uhr mit der Lage befasst, war fast täglich vor Ort und habe alle Vorschläge zur Rettung des Wals ernsthaft prüfen lassen.“

Abschließend appellierte der Minister an die Öffentlichkeit: „Die große Anteilnahme zeigt, wie sehr das Schicksal des Tieres die Menschen bewegt. Gleichzeitig bitte ich darum, die Arbeit der Einsatzkräfte zu respektieren und die bestehenden Schutzmaßnahmen einzuhalten.“

LandGesund: Neues Projekt in Jarmen fördert Gesundheit von Kindern

Jarmen – Prävention für Kinder erlebbar machen, das ist das Ziel des neuen Projekts „LandGesund“, für das heute in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) der Startschuss fiel. „Wir wissen aus der Forschung, dass die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil schon in der Kindheit gelegt werden. Wie das mit Spiel, Spaß und Neugierde gelingen kann, zeigt das neue Modellprojekt aus Vorpommern-Greifswald auf vorbildliche Weise“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die das Projekt feierlich eröffnete.

Bis zum Ende des Jahres sollen die Kinder in Jarmen in verschiedenen Veranstaltungsformaten selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und auf altersgerechte Weise erlernen, wie eine gesunde Ernährung aussieht, warum die Zahngesundheit wichtig ist und was man für seine mentale Gesundheit tun kann. Dafür kooperieren die Universitätsmedizin Greifswald und der Verein „Kulturbrücke Peene-Tollense“, die das Projekt ins Leben gerufen haben, auch mit Ärztinnen und Ärzten, der Lehrerschaft vor Ort und mit prominenten Vereinen wie den Rostock Seawolves. Deren Nachwuchstrainer werden gemeinsam mit dem Kreissportbund zum Beispiel die Grund- und Regionalschule im Ort besuchen.

„Im Projekt geht es darum, eine gesunde Lebensweise eben nicht nur auf dem Papier zu vermitteln. Die Kinder werden ermuntert, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Durch attraktive Bewegungsangebote wird der Spaß am Sport geweckt. Und wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt, wird in mobilen Mitmachstationen viel anschaulicher, als im Lehrbuch“, erklärte Drese den Ansatz von LandGesund, der Gesundheitsthemen direkt in die Lebenswelt von Familien im ländlichen Raum bringen soll.

Dass es diese neuen Wege brauche, zeige auch ein Blick auf die Statistiken. „In Mecklenburg-Vorpommern erhalten bereits 5,2 Prozent der Kinder bis 14 Jahre die Diagnose Adipositas. Allein im Vergleich zum Jahr 2005 ist das ein Anstieg um 36,8 Prozent. Auch die Zahngesundheit ist ausbaufähig: Fast jedes fünfte Kind bis zum Alter von sechs Jahren, das eine Zahnarztpraxis aufsucht, wird wegen Karies behandelt“, weiß die Ministerin.

Die Ursachen, betonte sie, liegen dabei aber nicht nur im individuellen Verhalten. „Sie sind oftmals auch strukturell bedingt, gerade im ländlichen Raum, wo Wege länger und Angebote manchmal schwerer erreichbar sind. Die Idee vom Projekt LandGesund, eine ganze Stadt mit einzuspannen und ein Jahr lang mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Prävention direkt vor der eigenen Haustür ist aus meiner Sicht daher genau der richtige Weg“, so Drese weiter.

Überzeugt hat das Projekt aber nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch auf Bundesebene. Dort konnte sich LandGesund unter mehr als 450 Projekten, die sich für eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Wissenschaftsjahres 2026 beworben hatten, durchsetzen und gehört nun zu den lediglich 25 geförderten Initiativen. „Auf diesen Pioniergeist aus MV können wir stolz sein“, hob Drese hervor und dankte allen Beteiligten, die das Projekt mit viel Engagement aufgesetzt haben.

Gastgewerbe mit vielen Chancen

Schwesig: Das Gastgewerbe ist eine Branche, die viele Chancen eröffnet

Kalkhorst – Die Landesregierung will das Projekt „Gastroburner“ auch im Jahr 2027 unterstützten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute bei einem Besuch der Landesjugendmeisterschaften des Gastgewerbes Mecklenburg-Vorpommern auf Gut Schwansee in Kalkhorst an.

„Das Gastgewerbe ist eine Branche, die viele Chancen eröffnet. Trotzdem sind Fachkräfte knapp, auch in der Gastronomie. Das merken Sie als Auszubildende ebenso wie die Unternehmerinnen und Unternehmer. Deshalb arbeiten wir als Landesregierung eng mit den Verbänden der Wirtschaft zusammen, um Fachkräfte für das Gastgewerbe zu gewinnen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Im Rahmen der „Gastroburner“-Kampagne fährt ein Food Truck in die Schulen, um für Ausbildungsmöglichkeiten im Gastgewerbe zu werben. „Damit macht die Branche die Gastronomie interessant und erlebbar.“ Das Projekt ist in den Jahren 2004 bis 2026 mit rund 900.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert worden.

An den Meisterschaften auf Groß Schwansee nehmen Auszubildende des 2. und 3. Lehrjahres in den Berufen Koch/Köchin, Fachmann/Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie sowie Hotelfachmann/Hotelfachfrau teil. „Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg. Die Besten von ihnen werden unser Land im Herbst auf Bundesebene vertreten“, sagte Schwesig.

Der Landesregierung sei es wichtig, dass die Auszubildenden an guten, modernen Berufsschulen lernen können: „Der MV-Plan 2035 sieht vor, dass wir 600 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur in die Modernisierung von Schulen stecken. Hinzu kommen 250 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ nur für die Berufsschulen.

Damit schaffen wir moderne Lernbedingungen im ganzen Land“, so Schwesig. Als weiteres Beispiel für das Engagement der Landesregierung nannte sie das Azubi-Ticket, mit dem Auszubildende aus Mecklenburg-Vorpommern für 43 Euro in ganz Deutschland unterwegs sein können. Das Gastgewerbe werde durch die abgesenkte Mehrwertsteuer in der Gastronomie unterstützt. Dafür habe sich das Land Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf Bundesebene eingesetzt.

Jugend gründet: Zweiter Platz für Neubrandenburger Schüler

Bildungsministerin Oldenburg gratuliert zu großem Erfolg

Neubrandenburg – Die Bildungsministerin Simone Oldenburg gratuliert Dominik Engelen, Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Neubrandenburg, herzlich zu seinem großen Erfolg beim bundesweiten Schülerwettbewerb „Jugend gründet“. Beim Pitch-Event am 25. März 2026 in Berlin belegte er den zweiten Platz und gehört damit zu den besten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Businessplan-Phase.

„Dominiks Leistung zeigt, wie viel Innovationskraft und Unternehmergeist in den jungen Talenten stecken“, so die Ministerin „Bei ‚Jugend gründet‘ werden Jugendliche ermutigt, neue Fähigkeiten zu entdecken und innovative Ideen weiterzuentwickeln. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Chance, sich beruflich zu orientieren.“

Beim Wettbewerb stellten elf Teams aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern ihre Geschäftsideen einer hochkarätigen Expertenjury vor. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Präsentationen.

„Jugend gründet“ ist ein bundesweiter Online-Wettbewerb, der seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (heute Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und einer Reihe namhafter Förderer unterstützt wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, Schülerinnen und Schüler für unternehmerisches Denken zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Geschäftsideen zu entwickeln.

Das Bundesfinale findet am 24. und 25. Juni in Stuttgart statt.