Bundesweiter Dorfwettbewerb – bis 29. September anmelden!

Schwerin – Bis zum 29. September 2017 können sich Dörfer und Gemeinden unter 3.000 Einwohner bei den jeweiligen Landkreisen für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ anmelden. Mit dem Dorfwettbewerb ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alle drei Jahre bürgerliches Engagement für eine lebenswerte Zukunft. Seit 1961 steht der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Seit 1993 werden in dem traditionsreichen Bundeswettbewerb die Teilnehmerdörfer der alten und neuen Bundesländer gemeinsam bewertet.

„Ich hoffe sehr, dass sich hierzulande wieder viele Gemeinden an dem traditionsreichen Wettbewerb beteiligen werden und Mecklenburg-Vorpommern an die Erfolge aus den vorherigen Wettbewerben anknüpfen kann. Sechs Goldmedaillen und sechs Silbermedaillen hat unser Bundesland in der Vergangenheit bereits abgeräumt. Das zeigt mir: Engagement ist in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause. Bürger, Unternehmen und Gemeinden arbeiten zielstrebig, die Gemeinschaft im Ort zu stärken und Dörfer wirtschaftlich voranzubringen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

Ziel des Wettbewerbes ist, Menschen zu motivieren, die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken ihres Ortes zu erfassen, um daraus gemeinschaftlich Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Dem sozialen Miteinander zwischen Jung und Alt sowie Alteingesessenen und Zugezogenen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. „Nur gemeinsam können wir ländliche Räume beleben und das Leben auf dem Land, insbesondere für junge Menschen, wieder attraktiver machen“, so der Minister.

Bewertet werden:

Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen
Soziales und kulturelles Leben
Baugestaltung und -entwicklung
Grüngestaltung und –entwicklung
Ort in der Landschaft

Detaillierte Informationen finden unter:

http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Laendliche-Raeume/Wettbewerb-Unser-Dorf-hat-Zukunft/

Jugend- und Familienminister/innenkonferenz mit wichtigen Beschlüssen

Die Ministerinnen und Minister für Jugend- und Familie in Quedlinburg.

Die Ministerinnen und Minister für Jugend- und Familie in Quedlinburg.

Quedlinburg – Ministerin Stefanie Drese zieht ein positives Fazit nach der Jugend- und Familienminister/innenkonferenz (JFMK) der Länder und des Bundes am 18./19.5. in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt).

Die von Mecklenburg-Vorpommern miteingebrachten Anträge zu den Themen „Digitalisierung: Neue Chancen für Familien“ sowie „Fachkräftegewinnung Erzieherinnen und Erzieher“ wurden einstimmig angenommen. Zudem beschloss die JFMK die von einer Arbeitsgruppe erarbeiteten „Eckpunkte für ein Qualitätsentwicklungsgesetz“ im Bereich der frühen Bildung.

„Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Erhalt der hohen Qualität in unseren Kitas sind für die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns zwei ganz wichtige Bereiche. Deshalb ist es sehr gut, dass wir uns länderübergreifend und mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auf gemeinsame Maßnahmen verständigt haben“, betont Ministerin Drese.

Im Bereich der Kita-Fachkräftegewinnung gehöre dazu die Prüfung einer verbesserten Förderung durch die Arbeitsverwaltung (u.a. durch Förderung eines dritten Ausbildungsjahres), die Entwicklung innovativer Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität der Ausbildung. Drese: „Hier stieß unser neuer praxisintegrierter Ausbildungsgang auf großes Interesse meiner Kolleginnen und Kollegen. Wir wollen mit diesem zusätzlichen Angebot junge Menschen ansprechen, sich für einen Beruf in der Kita zu entscheiden und wir wollen auch Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger gewinnen.“

Ausdrücklich begrüßt Ministerin Drese, die Zusage von Bundesfamilienministerin Schwesig, dass sich der Bund über seine bisherigen Unterstützungsleistungen hinaus, grundlegend und dauerhaft an der Finanzierung des Systems der Kindertagesbetreuung beteiligt. „Wichtig ist zudem, dass länderspezifische Zielvereinbarungen zwischen Bund und Ländern geschlossen werden können“, so Drese. „Wir haben mit unserem hohen Ausbaustand ganz andere Bedarfe als die West-Bundesländer. Dass wird nun berücksichtigt“, verdeutlicht Drese.

„Gerade in einem Pendlerland wie MV kann mobiles Arbeiten Müttern und Vätern Fahrten ersparen und damit mehr Zeit und Flexibilität für die Familie ermöglichen“, sagte Ministerin Drese zum einstimmig beschlossenen Digitalisierungs-Antrag. Hierfür bedürfe es eines grundlegenden Wandels gängiger Unternehmenskultur. Drese: „Ziel muss eine familienfreundliche Unternehmenskultur sein, die mobile Arbeit als selbstverständliches Angebot für alle diejenigen ansieht, deren Tätigkeit sich hierfür eignet. Gleichzeitig gilt es, eine familienbelastende Entgrenzung von Familie und Arbeit zu verhindern“, so Ministerin Drese.

Europatag am 9. Mai: Veranstaltungen in ganz Deutschland

Brüssel – Die Europäische Union feiert jährlich am 9. Mai ihren Europatag. Auch in Deutschland sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. „Jeder Einzelne von uns ist ein Teil der EU. Wir alle gemeinsam sind Europa in Vielfalt geeint. Der 9. Mai macht Europa für uns erlebbar und lässt uns besinnen, dass das vereinte Europa immer noch die größte und beste politische Idee des 20. Jahrhunderts ist. Und auch für die Gestaltung unserer Zukunft bleibt die Union unverzichtbar“, sagte Richard Kühnel, Vertreter der Kommission in Deutschland. „Ich lade Sie herzlich ein, mit uns und vielen Partnern in der Europawoche gemeinsam europäische Vielfalt zu erleben und zu feiern.“ Bei den diesjährigen Feierlichkeiten steht das 60-jährige Jubiläum der Römischen Verträge im Fokus.

Am 9. Mai 1950, fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einer Rede in Paris Revolutionäres vor: eine Gemeinschaft, in der die ehemaligen „Erbfeinde“ Deutschland und Frankreich ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenlegen sollten. Da Kohle und Stahl die beiden wichtigsten Komponenten in der Herstellung von Waffen waren, sollte Krieg in Europa so unmöglich gemacht werden. Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, gegründet von sechs Ländern, war die erste einer Reihe supranationaler europäischer Institutionen, die schließlich zur heutigen Europäischen Union wurden. Seit 1985 feiern wir den 9.Mai als Europatag.

In Berlin wird Europa „zum Leuchten“ gebracht – mit einer Lichtinstallation an der Komischen Oper. Ab 9. Mai bis Ende Oktober strahlt der Lichtschriftzug „EUROPA“ aus 33 Neonröhren am Bühnenturm der Komischen Oper.

Zur Eröffnung am 9. Mai um 19:30 Uhr gibt es in der Komischen Oper drei Kunstaktionen, Musik und eine Diskussion über Europa mit dem Vertreter der EU-Kommission in Deutschland, Richard Kühnel, der Europaabgeordnete Sylvia-Yvonne Kaufmann (SPD) und dem Berliner Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer.

Außerdem wird der Berliner Europapreis Blauer Bär 2017 verliehen. Mit dem Preis werden jährlich am 9. Mai beispielhafte Berliner Initiativen und Personen gewürdigt, die mit ihrem überwiegend ehrenamtlichen Engagement in unterschiedlichsten Gesellschafts- und Politikbereichen zum Zusammenwachsen Europas und seiner Menschen beitragen. Der Preis wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland ausgelobt. Es steht insgesamt ein Preisgeld von 2.000 Euro zur Verfügung.

Bei einem Bürgerfest am 13. Mai feiert die Multimedia-Ausstellung „Erlebnis Europa“ im Europäischen Haus Berlin ihr einjähriges Bestehen mit Diskussionsmöglichkeiten, Live-Musik und Kinderprogramm.

In Bonn wird der Europatag schon am 6. Mai mit einem Bürgerfest mit Musik, einem Riesenpuzzle und einer Fotoaktion rund um das Alte Rathaus und auf dem Marktplatz gefeiert. Politische Parteien präsentieren ihre europapolitischen Konzepte und auch Europaschulen und verschiedene Organisationen stellen sich vor. Auf der Kletterpyramide der Bonner Regionalvertretung der EU-Kommission kann man über die Mitgliedstaaten hinwegklettern.

Hamburg bietet rund 100 Veranstaltungen zur Europawoche – laut Senat ein neuer Rekord. In München wird der Europatag am 5. Mai auf dem Marienplatz gefeiert, in Stuttgart am 12. Mai auf dem Schlossplatz. Geboten werden Spiele, Kultur und viele Informationen. Zahlreiche Politiker stellen sich dem Gespräch über europäische Politik. Ähnliche Fest und Konzerte, aber auch Podiumsdiskussionen und Aktionen zu europarelevanten Themen werden in sämtlichen Städten veranstaltet.

Dobrindts Luftverkehrskonzept ist Dokument politischen Versagens und Verweigerns

Berlin- „Ein peinliches Dokument des Versagens und Verweigerns“, so nannte der BUND-Luftverkehrsexperte Werner Reh die heute von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgelegten „Eckpunkte des Luftverkehrskonzepts“. Nach inzwischen drei Jahren der Konzepterstellung gemeinsam mit Bundesländern und Verbänden sowie mehreren aufwändigen Studien lege Dobrindt lediglich ein „dünnes und nicht ressortabgestimmtes Eckpunktepapier“ vor.

Reh: „Wieder einmal liefert Verkehrsminister Dobrindt ein abschreckendes Beispiel für schlechtes Regierungshandeln. Mit der Verweigerung der Abstimmung seines Luftfahrtkonzeptes mit anderen Ministerien missachtet er nicht nur die Geschäftsordnung der Bundesregierung. Wie schon bei der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 ignoriert er erneut demokratische Grundregeln und die Standards zur umfassenden Beteiligung von Verbänden und Bundesländern.“

Oberstes Ziel des Dobrindtschen Konzeptes sei die Steigerung eines fragwürdigen Wachstums im Luftverkehr. Dazu würden staatliche Subventionen für diesen Sektor, die jetzt schon bei elf Milliarden Euro pro Jahr lägen, weiter erhöht.

„Das von Dobrindt angestrebte Wachstum des Flugverkehrs macht diesen eher früher als später zum globalen Klimakiller Nummer 1. Sein Luftverkehrskonzept sieht weder wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz noch zur Lärmminderung vor. Auch hier zeigt sich die inzwischen sprichwörtliche Dobrindtsche Verweigerungshaltung gegenüber dem Umweltschutz. Nach Dieselgate versagt der Bundesverkehrsminister erneut auf ganzer Linie“, sagte Reh.

Der BUND-Experte forderte die Verlagerung von rund 200000 Kurzstreckenflügen auf die Schiene, wenn es dazu passende Bahnangebote mit einer Fahrzeit unter vier Stunden gibt, die Schließung unwirtschaftlicher Regionalflughäfen und Maßnahmen gegen das Lohndumping bei Billigflug-Gesellschaften.

Bereits im Sommer 2015 hatte ein breites Bündnis deutscher Umweltorganisationen ein eigenes Luftverkehrskonzept vorgestellt, das Vorschläge zur Effizienzsteigerung des Flughafensystems, zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene, zur Lärmminderung, für mehr Klimaschutz und für Maßnahmen gegen das Lohndumping enthält.

Das Luftverkehrskonzept der Umweltorganisationen finden Sie im Internet unter:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/mobilitaet/mobilitaet_ngo_luftverkehrskonzept.pdf

Der Arbeitsmarkt im April 2017: Gute Entwicklung setzt sich fort

Nürnberg – „Mit der anhaltenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im April erneut deutlich gesunken. Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich damit fort.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im April: -93.000 auf 2.569.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -175.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von März auf April um 93.000 auf 2.569.000 abgenommen. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im April um 100.000 gesunken. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 15.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 175.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat sich saisonbereinigt nicht verändert. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im April 2017 auf 3.603.000 Personen. Das waren 8.000 mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für geflüchtete Menschen gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im März auf 1,70 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 4,0 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im März saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 42.000 gestiegen. Mit 43,82 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 638.000 höher aus. Der Anstieg geht vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Januar auf Februar saisonbereinigt um 56.000 zugenommen. Insgesamt waren im Februar nach hochgerechneten Angaben 31,77 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 717.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Kräftenachfrage wächst auf hohem Niveau dynamisch weiter. Im April waren 706.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 66.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 10.000 erhöht. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im April 2017 um 3 auf 231 Punkte. Auch im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von 20 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Insgesamt 750.000 Personen erhielten im April 2017 Arbeitslosengeld, 41.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im April bei 4.422.000. Gegenüber April 2016 war dies ein Anstieg von 95.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Die Situation am Ausbildungsmarkt zeigt sich im Beratungsjahr 2016/17 stabil. Von Oktober 2016 bis April 2017 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 443.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 4.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 463.000 Ausbildungsstellen gemeldet, ebenfalls 4.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen angeboten für angehende Kaufleute im Einzelhandel (28.000), Verkäuferinnen und Verkäufer (19.900) und Kaufleute für Büromanagement (18.900). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2016/17 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren. Der Ausbildungsmarkt ist im April aber noch deutlich in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Länderübergreifende Abiturprüfungen beginnen

Ministerin Hesse wünscht Schülerinnen und Schülern viel Erfolg

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern beginnen am Dienstag, 25. April 2017, an 90 öffentlichen und freien allgemein bildenden Schulen die zentralen und länderübergreifenden Abiturprüfungen. In diesem Schuljahr können insgesamt 4.864 Schülerinnen und Schüler im Land das Abitur ablegen. Den Anfang machen die Prüfungen im Fach Deutsch. Die Englisch-Prüfungen folgen am Freitag, 28. April 2017, die Mathematik-Prüfungen am Mittwoch, 3. Mai 2017 und die Französisch-Prüfungen am Freitag, 5. Mai 2017. An Gymnasien und Gesamtschulen erreichen die Schülerinnen und Schüler das Abitur nach der Jahrgangsstufe 12, an Fachgymnasien nach der Jahrgangsstufe 13.

„Das Abitur ist der anspruchsvollste Schulabschluss. In den Prüfungstagen ist die Anspannung verständlicherweise groß. Ich hoffe, dass die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet und mit viel Selbstvertrauen in die Prüfungen gehen. Ich wünsche ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „In diesem Jahr stehen den Ländern erstmals Aufgaben aus dem gemeinsamen Aufgabenpool für die Abiturprüfungen zur Verfügung. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einem deutschlandweit vergleichbaren Abitur. Für unser Land sind gemeinsame Abituraufgaben jedoch nichts Neues“, betonte Hesse.

Beim länderübergreifenden Abitur hatte sich Mecklenburg-Vorpommern bereits mit anderen Ländern zusammengetan: Seit 2014 gehört der Nordosten zu den Ländern, in denen die Schülerinnen und Schüler bei den Abiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik einige identische Aufgaben bzw. Aufgabenteile lösen. Mit dabei waren auch Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein, seit 2015 Brandenburg mit der Prüfung im Fach Deutsch.

Der gemeinsame Aufgabenpool der KMK für das Abitur ist ein Fundus an Abiturprüfungsaufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Die Aufgaben basieren auf den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für die Allgemeine Hochschulreife. Die Bildungsstandards werden seit 2014 in den gymnasialen Oberstufen aller Länder verbindlich umgesetzt. Erstellt werden die Aufgaben in gemeinsamer Arbeit durch Fachreferenten der 16 Länder in enger Kooperation mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Berlin (IQB).

Pfarrwitwenhäuser in M-V

Ein Beitrag zum Lutherjahr 2017 – 500 Jahre Reformation

Schwerin – Das Informationsbüro des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union in Brüssel lädt zu einem außergewöhnlichen Themenabend der Reformationsgeschichte ein.

Pfarrhäuser als schützenswerte Denkmale sind bekannt. Häuser für Pfarrwitwen jedoch nicht. Dennoch gibt es von ihnen mehrere Dutzend in unserem Bundesland. Historisch gesehen sind die Pfarrwitwenhäuser eine direkte Folge der Reformation. Mit der Möglichkeit, dass Pfarrer heiraten durften, hat sich in den evangelischen Kirchen eine ausgeprägte Pfarrhauskultur entwickelt. Verstarb der Pfarrer, meist in seiner Dienstzeit, musste für die Pfarrfrau und oft auch für die Kinder gesorgt werden. Um das Pfarrhaus für einen Nachfolger zu räumen, zogen die Pfarrwitwen dann in die von der Gemeinde bereitgestellten Pfarrwitwenhäuser. Das Leben dort war bescheiden, doch in einer Zeit, in der es keine Renten-und Versorgungssysteme gab, ein ausgesprochenes Privileg.

„Das Reformationsjubiläum 2017 ist ein deutschlandweites Ereignis, das weit über die im Zentrum des Interesses stehenden Kernländer der Reformation Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinausgeht. Die Folgen der Reformation prägen noch heute unsere Gesellschaft und unser Staatswesen. Das Jubiläumsjahr sollte uns auch dazu ermuntern, über grundlegende Werte in unserer Gesellschaft zu diskutieren“, sagte der Minister für Inneres und Europa Lorenz Caffier.

Justizministerin Katy Hoffmeister, auch zuständig für Kirchenangelegenheiten, sagt: „An die Pfarrwitwenhäuser zu erinnern, lässt die Tradition der evangelischen Kirche wieder aufleben. Traditionen aufzeigen bedeutet auch, Geschichte und Werte zu wahren. Das wird heute in der schnelllebigen Zeit immer wichtiger. Darum bin ich dem Informationsbüro des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union in Brüssel sehr dankbar für diese Veranstaltungsidee. Und das Luther-Jahr passt perfekt zur Erinnerung. Die Pfarrwitwenhäuser zeugen von einer Zeit, in der Hinterbliebene noch selten abgesichert waren. Anders als heute. Das Pfarrwitwenhaus, in dem die Witwe des verstorbenen Pfarrers leben durfte, war ein absolutes Privileg. Doch oft entwickelte sich aus dem Privileg einiger weniger eine soziale Selbstverständlichkeit für viele. Heute ist die Absicherung im Alter ein Thema der gesamten Gesellschaft.“

Die Veranstaltung findet am 25. April 2017 um 18:00 Uhr im Informationsbüro des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei der Europäischen Union statt. Anmeldungen per E-Mail bitte bis 19. April 2017 an event@mv-office.eu.

Der Arbeitsmarkt im März 2017

Nürnberg – Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin günstig. Mit Einsetzen der Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen deutlich gesunken, das Beschäftigungswachstum hält unvermindert an und auch die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist weiter hoch.“, sagte der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im März: -100.000 auf 2.662.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -183.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,3 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von Februar auf März um 100.000 auf 2.662.000 abgenommen. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im März um 78.000 gesunken. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 30.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 183.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat saisonbereinigt um 18.000 abgenommen. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im März 2017 auf 3.688.000 Personen. Das waren 18.000 mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für geflüchtete Menschen gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im Februar 1,87 Millionen und die Erwerbslosenquote lag bei 4,3 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 50.000 gestiegen. Mit 43,63 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 608.000 höher aus. Der Anstieg geht vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der BA von Dezember auf Januar saisonbereinigt um 74.000 zugenommen. Insgesamt waren im Januar nach hochgerechneten Angaben 31,71 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 743.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor hoch. Im März waren 692.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 57.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat nicht verändert Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland stieg im März 2017 um 1 Punkt auf 227 Punkte. Auch im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von 17 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Insgesamt 818.000 Personen erhielten im März 2017 Arbeitslosengeld, 48.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im März bei 4.400.000. Gegenüber März 2016 war dies ein Anstieg von 72.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Aktuelle Daten weisen für das neue Berufsberatungsjahr 2016/17 auf eine stabile Situation hin. Von Oktober 2016 bis März 2017 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 411.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren ähnlich viele wie im Vorjahresmonat. Gleichzeitig waren 442.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 1.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten waren Ausbildungsstellen gemeldet für angehende Kaufleute im Einzelhandel (26.900), Verkäuferinnen und Verkäufer mit 19.300 und Kaufleute für Büromanagement mit 17.300 Ausbildungsangeboten. Der Ausbildungsmarkt ist im März noch stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.

Sellering würdigt Verdienste des scheidenden Bundespräsidenten

Schwerin – Ministerpräsident Erwin Sellering hat anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck in Mecklenburg-Vorpommern dessen Verdienste gewürdigt: „Der Bundespräsident hat sich diesem wichtigen Amt mit großer Verantwortung gestellt und ihm die Würde verliehen, die es braucht und verdient. Er hat in vielen öffentlichen Auftritten mit der Macht des Wortes für all das geworben, wofür unsere Gesellschaft steht, hat Menschen ermutigt und sich stark gemacht für einen guten Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“

Der Bundespräsident habe auch kritische Worte gefunden, zur kontroversen Diskussion eingeladen, „die unsere Demokratie braucht, von der sie lebt. Auch wir waren nicht immer einer Meinung, vor allem bei dem einen oder anderen Ost-Thema. Aber immer war der Bundespräsident ein starker Anwalt unserer gemeinsamen Werte, hat sich eingesetzt für Frieden und Freiheit, für Vielfalt und Zusammenhalt, für eine offene und liberale Demokratie. Als weltweit respektierter Repräsentant unseres Landes hat er sich klar positioniert gegen Ausgrenzung und Fremdenhass, gegen den Rückzug ins Nationale“, betonte der Regierungschef.

Ein besonderes Anliegen sei dem Bundespräsidenten stets das Ehrenamt, all die Menschen, die sich für andere einsetzten, „sich mit viel Idealismus und Einsatz Aufgaben widmen, die der Gemeinschaft, die uns allen zugutekommen.“

Viele dieser Menschen habe Joachim Gauck in den vergangenen Jahren getroffen und sie für ihr herausragendes Engagement geehrt.“ Rund 40 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien ehrenamtlich tätig, betonte der Ministerpräsident. „Das Ehrenamt ist unverzichtbar. Wir brauchen in unserer Gemeinschaft Einzelne, die den Anstoß geben und etwas in Bewegung bringen, die sich besonders engagieren und Andere zum Mitmachen begeistern. Sie alle leisten etwas besonders Wertvolles, machen unser Zusammenleben reicher und lebenswerter, sorgen dafür, dass die Menschen gern hier leben.“

Mehr Klimaschutz in Großschutzgebieten

MV beteiligt sich an EU-Projekt

Schwerin – Im Müritz-Nationalpark sollen künftig zunächst auf einer Fläche von 32.000 Hektar Maßnahmen umgesetzt werden, die Natur- und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden sollen. Der Name des Projekts „ZENAPA“ ist die englische Abkürzung für „Zero Emission Nature Protection Areas“, zu Deutsch: emissionsfreie Großschutzgebiete. Insgesamt 11 Großschutzgebiete verschiedener Bundesländer beteiligen sich an dem Vorhaben.

„Für Großschutzgebiete soll der Handlungsschwerpunkt künftig nicht nur im Schutz der Natur, sondern auch im Klimaschutz liegen. Ziel ist es dabei nicht, den Großschutzgebieten neue Aufgaben aufzuerlegen, sondern Synergien zu finden zwischen den aktuellen Aufgaben und den Notwendigkeiten des Klimaschutzes“ sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus heute beim offiziellen Projektstartschuss für Mecklenburg-Vorpommern in Bollewick.

Im Rahmen des Projekts erhält jedes teilnehmende Großschutzgebiet einen Klimaschutzmanager, der sich mit den Konstellationen vor Ort vertraut macht und im Austausch mit den Kollegen aus den anderen Bundesländern Maßnahmen für seine Region erarbeitet. Diese sollen perspektivisch mit den Akteuren vor Ort besprochen und umgesetzt werden. „Sicher können nicht in jedem teilnehmenden Großschutzgebiet die gleichen Maßnahmen erfolgen, dafür sind die naturräumlichen Konstellationen zu individuell. Dennoch gehen wir davon aus, dass ein Fachaustausch sinnvoll und notwendig ist, um sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen“, ergänzte der Minister.

Dass Natur- und Klimaschutz eng zusammenhängen, steht für ihn außer Frage: „Intakte Biotope, insbesondere natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder oder Moore, können den Klimawandel deutlich abmildern und zum Schutz der Biodiversität beitragen, betonte er. In den Mooren Mecklenburg-Vorpommerns lagern etwa 450 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Jeder vollständig bewaldete Hektar Land in Mitteleuropa hat ein Kohlenstoffspeichervermögen von bis zu 250 Tonnen.

Das Land leistet bereits viele verschiedene Beiträge, um den abstrakten Klimaschutzplan der Bundesregierung mit Leben zu füllen. So hat es drei ökologische Wertpapiere entwickelt: die MoorFutures, den Streuobstgenussschein und die Waldaktie.

Der Polder Kieve im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist das weltweit erste durch den Verkauf von Kohlenstoffzertifikaten finanzierte Wiedervernässungsprojekt. „Bezogen auf die Projektlaufzeit von 50 Jahren werden Emissionen von über 14.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten eingespart. Das Umweltbundesamt schätzt in einer Studie das Schadpotential jeder zusätzlichen Tonne Kohlendioxid in der Atmosphäre auf mindestens 80€, der tatsächliche Wert liegt wahrscheinlich weit höher. Damit werden durch die Wiedervernässung des Polder Kieve gesellschaftliche Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro vermieden, dieser Wert ist immerhin doppelt so hoch, wie die ursprüngliche Investition“, erklärte Backhaus.

Auch das Natura 2000-Netz wurde mit dem Ziel aufgebaut, den Fortbestand oder gegebenenfalls die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands bestimmter Lebensraumtypen und Arten zu gewährleisten. 34,5 % der Gesamtfläche, d.h. 1 Mio. Hektar in MV sind Natura 2000-Gebiete.

Die 3 Nationalparke, 3 Biosphärenreservate und 7 Naturparke in Mecklenburg-Vorpommern sind aber nicht nur von hoher Bedeutung für die biologische Vielfalt, sondern erbringen auch Ökosystemleistungen etwa in den Bereichen Klimaregulation und Grundwasserschutz.

Das Gesamtbudget des ZENAPA-Projektes beläuft sich auf 17 Millionen Euro (für alle Teilnehmer auf acht Jahre bezogen), davon kommen rund 8 Mio. aus dem europäischen Life-Programm. Nach Mecklenburg-Vorpommern sollen mindestens 100.000€ pro Jahr fließen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV unterstützt das Projekt mit rund 12.500 € pro Jahr. Umgesetzt wird es von der Akademie für nachhaltige Entwicklung (ANE) gemeinsam mit dem Müritz Nationalpark.

Keine Generalabsolution für Glyphosat

Hinweise auf Schädigung menschlicher Organe

Berlin – „Das ist keine Generalabsolution für Glyphosat“, sagte die BUND-Pestizidexpertin Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur heute bekannt gewordenen Einstufung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) als nicht krebserregend. Das Urteil der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC von Glyphosat als „krebserregend beim Menschen“ gelte weiterhin, so Moldenhauer.

Eine Bewertung der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) von Ende Mai 2016 für die ECHA lege zudem nahe, dass Glyphosat menschliche Organe schädigen könne. Die BAuA empfahl demzufolge, Glyphosat als „organschädigend“ bei längerer oder wiederholter Exposition einzustufen – zusätzlich zu der bereits bestehenden Einstufung als „augenschädlich“ und „schädlich für Wasserorganismen“. An einer längeren oder wiederholten Glyphosat-Exposition weiter Kreise der Bevölkerung in Europa bestehe kein Zweifel, stellte die BUND-Expertin klar. „Glyphosat ist allgegenwärtig. Menschen und Umwelt sind heute einer Dauerbelastung ausgesetzt“, sagte Moldenhauer. Einer BUND-Studie zufolge hatten 70 Prozent der im Jahr 2013 in Deutschland getesteten sowie 44 Prozent der europaweit untersuchten Personen Glyphosat im Urin.

Unbestritten sei zudem, dass Glyphosat maßgeblich verantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft sei. „Als Totalherbizid vernichtet Glyphosat die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und Vögeln, es tötet alles Grün und zerstört die Lebensräume von wichtigen Nützlingen“, so Moldenhauer. Die EU-Kommission müsse die Zulassung des Herbizids aufgrund der gravierenden Bedenken hinsichtlich Umwelt und menschlicher Gesundheit Ende des Jahres auslaufen lassen, forderte die BUND-Expertin. „Zu viel spricht gegen Glyphosat, eine weitere Verlängerung der Zulassung wäre fahrlässig. Die EU-Kommission ist dem Vorsorgeprinzip verpflichtet, sie muss den Schutz von Mensch und Umwelt vor den Profitinteressen der Pestizidhersteller sicherstellen. Die Landwirtschaftspolitik muss sich endlich frei machen von einem Agrarmodell, das auf industrieller Erzeugung basiert und blind ist für deren Kollateralschäden“, sagte Moldenhauer.

Der BUND begrüße, dass in der Landwirtschaft erste Schritte zur Abkehr vom Glyphosat-Einsatz unternommen würden, so Moldenhauer. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG gehe mit ihrem Einsatz für mehr guten Ackerbau statt Glyphosat in die richtige Richtung. „Die gesellschaftliche Akzeptanz ist Glyphosat längst abhandengekommen. Weil Herr Schmidt als zuständiger Bundeslandwirtschaftsminister in Untätigkeit verharrt, sind freiwillige Bemühungen der Landwirte zur Abkehr von Glyphosat besonders begrüßenswert“, sagte Moldenhauer.

M-V: Gesundheitswirtschaft belegt Spitzenplätze im Bundesländervergleich

Berlin – In Berlin ist die aktuelle gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) vorgestellt worden. Darin erfasst das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die diesjährige Ausgabe stellt auf Basis des Jahres 2015 erstmals Vergleiche zwischen den Bundesländern her. „Die Ergebnisse zeigen: Mecklenburg-Vorpommern spielt bundesweit ganz vorne mit. Wir haben frühzeitig auf die Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche gesetzt. Die Branche ist bereits heute ein wichtiger wirtschaftlicher Taktgeber. Entscheidend ist es, diesen wirtschaftlich noch jungen Bereich weiterzuentwickeln. Genau das haben wir vor“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag. So kommt das Bundesland in zwei von vier wesentlichen Kennziffern auf die vordersten Plätze.

Den bundesweiten Spitzenplatz nimmt Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der Gesundheitswirtschaft am Arbeitsmarkt ein. Fast 148.000 Erwerbstätige arbeiten in der Branche. Dies entspricht jedem fünften Arbeitsplatz, so viele Beschäftigte wie nirgendwo sonst. Seit 2014 kamen 11.400 neue Stellen hinzu. „Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein starker Impulsgeber für den Arbeitsmarkt und zugleich Jobmotor im Land“, so Glawe.

Platz 2 aller Bundesländer erreicht Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft. „Der Anteil von über 15,3 Prozent ist ein hervorragendes Ergebnis. Die Arbeit unserer Menschen, die Tätigkeit unserer Unternehmen und die Unterstützung durch konsequente Fördermittelpolitik machen sich heute bemerkbar. Gleichzeitig ist die positive Entwicklung Ansporn, die Gesundheitswirtschaft strategisch weiter auszubauen“, erläuterte Minister Glawe. Mehr noch: Innerhalb von zwei Jahren wuchs der Anteil um 0,7 Prozentpunkte. „Das alles zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern zurecht damit wirbt, auf dem Weg zum Gesundheitsland Nr. 1 zu sein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter.

Nachholbedarf zeigt die GGR für Mecklenburg-Vorpommern in den Bereichen Außenhandel und dem Anteil des industriellen Sektors an der Gesundheitswirtschaft auf. „Hier müssen wir weiter unsere Hausaufgaben machen. Wir setzen bereits mit gezielten Maßnahmen an. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung von Projekten im Bereich der Zusammenarbeit von Forschung und Unternehmen. Wir brauchen am Ende mehr innovative und marktfähige Produkte, die international wettbewerbsfähig sind. Die Produkte müssen wir auch noch bekannter machen. Auch deshalb stärken wir die Branche beispielsweise durch die Unterstützung von einheimischen Unternehmen auf internationalen Messen, etwa der Arab Health in Dubai oder der Medica in Düsseldorf. Messeauftritte sind in dieser Hinsicht ein wichtiger Baustein für die Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft.“

Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den größten Branchen der deutschen Wirtschaft. Sie ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsintensität ein Wachstums- und Beschäftigungstreiber. Die GGR hat zudem ergeben, dass ihre Entwicklung stetiger verläuft als die der Gesamtwirtschaft. Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten werden dadurch verringert.

Schon frühzeitig hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die Branche als strategisch wichtigen Zukunftsmarkt identifiziert und mit dem „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ einen Handlungsrahmen bis zum Jahr 2020 festgelegt. Im Laufe der Jahre hat sich Mecklenburg-Vorpommern so zu einem der wichtigsten Standorte der Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelt.

Koordiniert werden die Maßnahmen im Auftrag der Landesregierung durch die BioCon Valley® GmbH, dem Partner für Life Science und Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Als zentraler Ansprechpartner und Dienstleister unterstützt das Unternehmen die Akteure in der Branche und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Profilierung des Standortes.

ITB 2017: Rückschau

Schwerin – Bestärkt durch viele gute Ergebnisse und ein sehr hohes Interesse am Urlaub im Nordosten haben die 21 Aussteller aus dem Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern am letzten Tag der 51. Internationalen Tourismusbörse in Berlin eine positive Bilanz gezogen. Auf mehr als 400 Quadratmetern, einer Ausstellungsfläche so groß wie ein Basketballfeld, begrüßte der Nordosten zwischen dem 8. und 12. März mehrere Tausend Fachbesucher, darunter Reiseveranstalter, Tourismusorganisationen, Verkehrsträger, Anbieter digitaler Lösungen sowie Politiker und Medienvertreter. An den anschließenden zwei Publikumstagen ließen sich zudem viele potenzielle Urlaubsgäste vor allem aus Berlin und Brandenburg von den Stärken des Urlaubslandes überzeugen. Schwerpunkt dabei war die auf der ITB gestartete Jahreskampagne zum Thema „Tradition und Brauchtum“ des Landes.

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe sagte: „Die Messe hat gezeigt: Unser Land ist auf die bevorstehende Saison sehr gut eingestellt. Wir konnten auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ordentlich aufmerksam machen. Ein Ergebnis der Messe ist, dass Urlaub in Deutschland auch in diesem Jahr stark nachgefragt wird. Entscheidend ist, dass aus der Nachfrage der Gäste auch ein Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern wird. Viele Gäste entscheiden sich oft kurzfristig für einen Urlaub. Hier haben wir gute Argumente zu überzeugen. Wir müssen für unsere Gäste alles ermöglichen, damit sie viele Nächte bleiben und auch gern wiederkommen. Wir punkten mit attraktiven und abwechselnden Angeboten. Urlaub mit der Familie, Barrierefreiheit und auch der Ausbau von gesundheitstouristischen Angeboten sind wichtige Schwerpunktthemen, um Gäste für unser Land zu gewinnen. Die Branche muss weiter investieren. Und auch wir werden touristische Maßnahmen, vor allem die, die der Saisonverlängerung und der Qualitätssicherung touristischer Angebote dienen, weiter unterstützen. Die Fachkräftegewinnung und auch -sicherung ist eine wesentliche Herausforderung für Unternehmen. Wir brauchen mehr ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse.“

„Die ITB ist der erste große Prüfstein für 2017. Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusbranche hat sich gemeinschaftlich und gut vorbereitet präsentiert und so noch einmal kräftig Schwung für die Saison geholt. Das Interesse von Veranstaltern, Medienvertretern, Geschäftskunden und potenziellen Urlaubern war hoch, sodass wir auf ein erfolgreiches Jahr mit guten Geschäften und glücklichen Gästen hoffen dürfen“, sagte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen, die bei der Messe neuerlich deutlich wurden, etwa bei der Verkehrsanbindung oder beim Ausbau touristischer Wege vor allem im Radtourismus. Hinzu komme die Verunsicherung in Teilen der Reisewelt mit schwer ausrechenbaren Folgen. „Reisende haben mehrere Optionen und verändern je nach Sicherheitsgefühl flexibel ihre Ziele. Was auch am alternativen Urlaubsort bleibt, ist der Anspruch der Gäste an das Service-Level und die Infrastruktur. Die Menschen wollen nicht weniger als das, was sie aus ihren bisherigen Urlaubsregionen gewohnt sind“, so Bretschneider weiter. In einem internationalen Umfeld von Konkurrenz sei dies der Maßstab auch für Mecklenburg-Vorpommern.

Gespräche zum Ausbau der nationalen und internationalen Beziehungen und Angebote standen auf der ITB an den drei Fachbesuchertagen auf dem Programm: So wurde unter anderem die erste Beiratssitzung zum Bundesprogramm „Blaues Band“ vorbereitet, bei der es vornehmlich darum gehen soll, die durchgängige Befahrung von Nebenwasserstraßen durch Motorboote abzusichern. Daneben hat es vielversprechende Verhandlungen über eine Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns als Partnerland des 50. Suisse Caravan Salons im Oktober im schweizerischen Bern gegeben. Auch eine Vereinbarung mit Tourismusvertretern aus Dänemark und Niederösterreich wurde vorbereitet, die im Juni mit dem Ziel des Aufbaus eines Fernradweges Wien-Prag-Berlin-Kopenhagen unterzeichnet werden soll. Schon jetzt zählt ein Teilstück, der Radfernweg Berlin-Kopenhagen, zu den beliebtesten Fernradwegen der Deutschen. In der Gunst der deutschen Gäste ist dieser laut aktueller Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) um drei Plätze auf Platz sieben gestiegen.

Breite Unterstützung gab es auf der ITB für die verstärkten Bemühungen des Landestourismusverbandes und seiner Partner, barrierefreies Reisen, Gesundheitstourismus sowie den Urlaub im ländlichen Raum als Themen stärker auszubauen und mit Produkten zu untersetzen. Auch in Sachen Digitalisierung und den damit einhergehenden Veränderungen hat die ITB mit einer Reihe von Foren und Seminaren für einen weiteren Erkenntnisgewinn bei vielen Messeteilnehmern gesorgt. Unter anderem wurden in diesem Zusammenhang erste Gespräche zu einer Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an dem im nächsten Jahr erstmals zeitgleich mit der ITB ausgerichteten „Berlin Travel Festival“ für jüngere Reisezielgruppen geführt.

Weiterhin wurde auf der Messe mit Reiseveranstaltern im Zusammenhang mit Flugreisen über die Anbindung von Reiseregionen mittels Shuttle-Verkehren diskutiert. Nach Angaben des größten deutschen Reiseveranstalters TUI sei dies eine wichtige Voraussetzung, um weiter in den Markt Mecklenburg-Vorpommern investieren zu können. Für den Flughafen Heringsdorf auf Usedom existieren entsprechende Lösungen, für Rostock-Laage seien diese ausbaufähig. Beachtlich: Bei der TUI Deutschland liegt die deutsche Ostseeküste weiterhin auf Platz eins im Ranking der beliebtesten Reiseziele; die Mecklenburgische Seenplatte ist auf Rang sechs ebenfalls gut positioniert. Nicht zuletzt wurden im Rahmen der ITB zwei touristische Workshops noch für März geplant: Einer davon betrifft die touristische Kooperation mit der zweiten großen deutschen Tourismusregion, Bayern. Der zweite Workshop für die touristischen Regional- und Fachverbände sowie die Städte in MV betrifft einen in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband erstellten Leitfaden für die touristische Kommunikation im Krisenfall.

Die Aussteller am Stand des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern blicken auf anregende Gespräche und eine hohe Nachfrage von Fachbesuchern und Publikum zurück. Den diesjährigen touristischen Themenschwerpunkt „Tradition und Brauchtum“ begrüßt laut Teilnehmerbefragung die Mehrzahl der Aussteller, da er dem Interesse der Gäste nach unverwechselbaren Erlebnissen Rechnung trägt. Eine Trachtengruppe stellte in Berlin traditionelle Kleidung vor, und die Bierseminare der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund am Mecklenburg-Vorpommern-Stand waren ebenfalls stark nachgefragt. Zudem gab es am ersten Messeabend einen mit rund 250 geladenen Gästen gut besuchten Empfang am Messestand mit regionalen Produkten und Beteiligung des Landesheimatverbandes. Auch die Pressekonferenz des Urlaubslandes MV stellte den Bezug zu gepflegten Traditionen und gelebten Bräuchen zwischen Ostsee und Seenplatte her. Thomas Sievert, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst, stellte auf der Messe Traditionen und Brauchtümer der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vor, angefangen beim Tonnenabschlagen über die Zeesbootregatten bis hin zum 125-jährigen Jubiläum der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Besonders freute er sich gemeinsam mit seinen Kollegen aus Zingst über die Auszeichnung des Projektes „Olympus FotoKunstPfad“ als „Leuchtturm der Tourismuswirtschaft“ im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers.

Auch die Vertreter der Insel Usedom zeigten sich sehr zufrieden: „Mit neuen Veranstaltungen wie dem Vierkampf Xtreme Coast Race wollen wir mehr junge Gäste auf die Insel locken“, sagte Mathias Koch, Marketingreferent der Usedomer Tourismus GmbH. Das neue Event stellte der Kanute Gordon Harbrecht unter anderem Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph vor. Die Seetelhotels kündigten auf der Messe an, dass neben den für kommendes Jahr geplanten Eröffnungen des Waldhotels in Trassenheide und des Aparthotels Mare Balticum mit der „Villa Aurora“ in Heringsdorf ein weiteres Hotel auf Usedom von der Gruppe übernommen wird. Als Insel für Aktive präsentierte Caren Bakker, Marketingleiterin der Tourismuszentrale Rügen, Deutschlands größtes Eiland: „Es gab viele gute Gespräche und wir haben Rügen als Aktivregion gut platziert. Dabei war es uns wichtig, die Insel als Ganzjahresziel zu vermarkten.“

Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage, zog für die ITB eine ebenfalls positive Bilanz: „Wir haben mit Reiseveranstaltern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Produkte entwickelt und mit Fluggesellschaften über mögliche Verbindungen verhandelt. Im Nachgang der Messe werden beiderseits Aufgaben abgearbeitet, um den Flughafen Rostock-Laage für die Katalogproduktion 2018 rechtzeitig und optimal zu positionieren.“ Etwas verhaltener war das Resümee von Norbert Vormelker, Marketingverantwortlicher für die Reiseregion Mecklenburg-Schwerin: „Die Fachbesuchertage waren etwas schwächer als im letzten Jahr, was auch mit dem Flughafen-Streik in Berlin zusammenhängt.“ Insbesondere am Freitag als drittem Messetag sei es ruhiger als in den Vorjahren gewesen, da viele Besucher alternative Möglichkeiten zur Abreise gesucht und genutzt hätten.

Mecklenburg-Vorpommern ist das laut der Reiseanalyse der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen (FUR) beliebteste deutsche Urlaubsreiseziel: Demnach verzeichnet das norddeutsche Bundesland einen Marktanteil von 5,6 Prozent an allen 2016 angetretenen Urlaubsreisen der Deutschen (ab fünf Tagen Dauer) und liegt damit 0,1 Prozentpunkte vor Bayern. Zudem hält Mecklenburg-Vorpommern den deutlichen Abstand zu den Küstenländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die mit jeweils 4,2 Prozent folgen. Auch im Vergleich mit den internationalen Reisezielen der Deutschen behauptet sich Mecklenburg-Vorpommern gut: Hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter Spanien (14,8 Prozent) und Italien (8,2 Prozent) erreicht das Urlaubsland gleichauf mit der Türkei erstmals einen Podestplatz.

Die 33. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen als zweite, langjährig profilierte Studie zum Urlaubsverhalten kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Danach bleibt Deutschland das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Jeder dritte Reisende hat 2016 seinen Urlaub im eigenen Land verbracht. Mit jeweils 6,9 Prozent der Inlandsreisen bleiben Mecklenburg-Vorpommern und Bayern dabei die beliebtesten Ferienregionen. Mit etwas Abstand folgen Schleswig-Holstein mit 6,1 Prozent und Niedersachsen mit 3,8 Prozent. Zudem liegt Mecklenburg-Vorpommern der Analyse zufolge im Zehnjahresvergleich ebenfalls zusammen mit Bayern an der Spitze.

Laut ADAC-Reisemonitor steht Deutschland in der Reisegunst vor Spanien und Italien: Demnach liegt Urlaub im eigenen Land weiterhin unangefochten vorn in der Gunst der Befragten. Mit 31 Prozent liegt Deutschland bei den geplanten Haupturlaubsreisen 2017 weit vor Spanien (12,4 Prozent) und Italien (10,4 Prozent). Zudem halte die Reiselust der Deutschen trotz der unsicheren Lage in einigen Urlaubsregionen weiter an.

In der Gästezufriedenheit legt Mecklenburg-Vorpommern noch einmal leicht zu. Dies ergab das auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) vorgestellte Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, das die Tourismusentwicklung in den ostdeutschen Bundesländern widerspiegelt. Der so genannte Trust-You-Score, der die Zufriedenheit auf Basis von rund 30 Online-Bewertungsportalen misst, weist für den Nordosten 82,2 Punkte (von maximal 100) aus, ein Plus von 1,6 Prozent seit 2012. Allerdings: Der bundesweite Durchschnittswert liegt mittlerweile bei 82,5 Punkten (+ 3,2 Prozent seit 2012).

Mit dem neuen Heft „Mecklenburg-Vorpommern – Das Magazin für Ihren Urlaub zwischen Ostsee und Seenplatte 2017“ und vielen daran geknüpften Auskopplungen und Beilagen informiert der Landestourismusverband gemeinsam mit wichtigen touristischen Partnern Millionen potenzieller Gäste über Urlaubsmöglichkeiten im Nordosten. Die bereits vorliegende gedruckte Variante wurde zur ITB ergänzt durch ein digitales und interaktives Magazin, das als „Marco Polo travel magazine“ (www.marcopolo.de/travelmagazine) zum Download vorliegt und voraussichtlich von mehr als einer halben Million Menschen gelesen wird.

Im Bereich des wachsenden Radreisetourismus belegt Mecklenburg-Vorpommern wie im Vorjahr den siebenten Platz der beliebtesten Radreiseregionen. Das ergab die Radreiseanalyse 2017, die vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) auf der ITB vorgestellt wurde. Demnach ist Bayern die beliebteste Radreiseregion, gefolgt vom Münsterland und dem Bodensee auf den Rängen zwei und drei und vor der Ostsee auf Platz vier. Baden-Württemberg, das Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Norddeutschland, Brandenburg und der Schwarzwald behaupten sich ebenfalls vor Mecklenburg-Vorpommern als Bundesland. Bei der Frage nach den für Radreisen favorisierten Wegen belegt der Ostseeküsten-Radweg nunmehr den zweiten Platz, nachdem er im Vorjahr noch die Spitzenposition innehatte. Sechs Prozent der Befragten gaben an, den Radweg in diesem Jahr befahren zu wollen. Bei der Frage nach den beliebtesten Wegen liegt der Ostseeküsten-Radweg auf dem vierten Platz und damit einen Platz besser als im vergangenen Jahr.

Das Landesmarketing MV hat auf der ITB den internationalen Multimedia-Tourismus-Award „Das Goldene Stadttor“ erhalten. Ausgezeichnet wurde das Referat im Finanzministerium des Landes für den neuen Imagefilm, der Mecklenburg-Vorpommern als Land zum Arbeiten, Studieren, Forschen, Investieren und Genießen – kurz: als Land zum Leben präsentiert. Für den Film gab es „Gold“ in der Kategorie „Region“.

Im Rahmen des OSV-Barometers wurde der „MarketingAward – Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ an den „Olympus FotoKunstPfad in Zingst“ vergeben, der im letzten Jahr im Ostseeheilbad eröffnet wurde. Der Preis würdigt außerordentliche Marketingkonzepte. An acht markanten Ortspunkten entlang des „Olympus FotoKunstPfades“, in jeweils fußläufiger Entfernung, können Besucher Installationen internationaler Künstler bewundern und fotografieren.

Nach wie vor Ost-West Unterschiede

Berlin – Die Bundesregierung setzt sich mit Nachdruck für das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse und Zukunftschancen für die Menschen in allen Regionen Deutschlands ein. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das Ziel, Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Teilräumen herzustellen, sei im Raumordnungsgesetz des Bundes verbindlich verankert, heißt es weiter. Es richte sich an die zuständigen Planungsträger auf den verschiedenen staatlichen Handlungsebenen und umfasse verschiedene, den regionalen Bedingungen angepasste Lösungen, insbesondere zur Sicherung der Daseinsvorsorge. „Ein Anspruch, an jedem Ort das gleiche Angebot an infrastruktureller Versorgung vorzufinden, lässt sich daraus nicht ableiten“, heißt es in der Antwort.

Vor diesem Hintergrund vertrete die Bundesregierung die Auffassung, dass das vom Bundesamt für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) für den Raumordnungsbericht 2011 entwickelte Indikatorenmodell „einen wissenschaftlichen, in seiner Ausgestaltung noch deutlich fortzuentwickelnden Ansatz darstellt, um über das Aufzeigen von Disparitäten Lebenssituationen – rein quantitativ – zu beschreiben und abstrakt zu vergleichen“. Aussagen über die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse und etwaige Handlungserfordernisse ließen sich daraus aber schon im Hinblick auf die unterschiedlichen räumlichen Verhältnisse und aufgrund des Fehlens qualitativer Merkmale nicht ohne Weiteres ableiten, schreibt die Regierung.

Die meisten Regionen mit sehr stark und stark unterdurchschnittlichen regionalen Lebensverhältnissen fänden sich nach dem Indikatorenmodell des BBSR in den ostdeutschen Flächenländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sowie zu einem kleinen Teil in Brandenburg und Thüringen, heißt es in der Antwort. Insbesondere in Brandenburg, Sachsen und Thüringen seien zahlreiche Regionen inzwischen nicht mehr von unterdurchschnittlichen regionalen Lebensbedingungen betroffen. In diesen Ländern wiesen vornehmlich ländliche Kreise unterdurchschnittliche regionale Lebensbedingungen auf.

In Westdeutschland fänden sich nur wenige Regionen mit unterdurchschnittlichen Lebensbedingungen in Nordrhein-Westfalen und Bremen. Hier handle es sich im Gegensatz zu den Befunden in Ostdeutschland um Großstädte oder städtische Kreise.

Sehr stark und stark überdurchschnittliche Lebensverhältnisse seien dagegen in Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern), Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie in Hessen zu finden. Dabei handle es sich überwiegend um Großstädte oder städtische Kreise und nur zu einem geringen Teil um ländliche Kreise, schreibt die Regierung.

Unternehmen aus M-V auf der Internationalen Handwerksmesse in München

München – „Made in Germany. Das Original. Echt bei uns im Handwerk” lautet das Motto der diesjährigen Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München, auf der sich noch bis Dienstag (14.03.) Betriebe aus Mecklenburg-Vorpommern präsentieren. „Das Motto der Internationalen Handwerksmesse greift die herausragende Position und den guten Leumund des Handwerks treffend auf. Das Handwerk steht als Marke für meisterhafte Qualität, innovative Technik sowie die Verbindung von Tradition und Moderne. Unsere Betriebe aus Mecklenburg-Vorpommern sind folgerichtig in München mit dabei, denn sie vertreten diese Werte in ausgezeichneter Weise“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Freitag vor Ort.

Insgesamt sind auf der IHM mehr als eintausend Aussteller aus rund sechzig Gewerken auf einer Fläche von etwa 75.000 Quadratmetern präsent. Aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen 13 Unternehmen unter Federführung der Handwerkskammer Schwerin zum vierten Mal auf Landesgemeinschaftsständen vor Ort ihre Produkte und Dienstleistungen. „Wir punkten in München auf dem Messestand mit einer aussagekräftigen Mischung aus innovativen Entwicklungen, traditionellem Handwerk und jungen Gründerunternehmen. Das zeigt die Leistungsstärke und Vielfalt unseres Handwerks“, sagte Rudolph.

Fünf Aussteller aus Mecklenburg-Vorpommern bewerben sich um den Bayerischen Staatspreis für besonders gestalterische und technische Leistungen im Handwerk, der jährlich auf der IHM vergeben wird. Die Firma M+S Metallbau hat das Konzept eines „Fahrrad-Baumes“ eingereicht, der eine diebstahlsichere und wettergeschützte Aufbewahrung von Fahrrädern bietet. Dem Wettbewerb stellen sich auch der Pfeiffenbauer Roland Kirsch aus Wittenförden, die Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten, der Taschenproduzent Red Rebane GmbH aus Schwerin und das Unternehmen Historische Tasteninstrumente Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock.

Im vergangenen Jahr hatten Handwerksbetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern bereits den Staatspreis gewonnen. Ein Bundespreis ging an die Adolf Kuhlmann GmbH & Co.KG Einrichtungswerkstätten aus Schwerin für ihre Waschtischserie. Drei von zehn Bayerischen Staatspreisen in der Kategorie Technik gingen an die Firmen H.O. Schlüter (Fensterautomation) aus Lübz, Zurow Bau Krassow (innenliegende Fahrstuhlanlage) und die Firma Musikinstrumentenbau Münkwitz aus Rostock. „Die Ehrung mit dem Bayerischen Staatspreis zeigt, aus Mecklenburg-Vorpommern kommen innovative, einzigartige Produkte. Nun gilt es, die Produkte noch erfolgreicher zu vermarkten. Auf Messen bietet sich den Unternehmern die Möglichkeit, sich persönlich einem breiten Publikum zu präsentieren“, sagte Rudolph.

Das Land fördert kleine und mittlere Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern unter anderem bei überregionalen Messen im In- und Ausland bei den Ausgaben für die Standmiete.

Am Gemeinschaftsstand „Handwerk aus Mecklenburg-Vorpommern“ (Halle A2) stehen die Energypark Krassow GmbH, die HKF Haustechnik GmbH, die Metallbau & Sanierung Thorsten Fichtler und die Zurow Bau GmbH (alle aus Krassow, Landkreis Nordwestmecklenburg) sowie die Zimmerei Zarrentin – Burghard Heise GbR (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Eckhard Knoll Schiffszubehör aus Bützow (Landkreis Rostock).

Am Gemeinschaftsstand „Handwerk und Design“ (Halle B1) sind gemeinsam mit der Handwerkskammer Schwerin weitere fünf Aussteller vertreten: Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen), Glas-Richert aus Wismar, das Unternehmen Historische Tasteninstrumente Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock, der Pfeifenbauer Roland Kirsch aus Wittenförden (Landkreis Ludwigslust-Parchim) sowie Red Rebane GmbH aus Schwerin (Produzent von Taschen).

Weiterhin sind als Einzelaussteller die Bienen-Schloss-Manufaktur GBR im Schloss Warlitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und die Masson-Wawer Fiberglasmöbel GmbH aus Groß Lüdershagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) dabei.

Über 21.200 Unternehmen mit 102.000 Beschäftigten erwirtschaften einen Umsatz von jährlich neun Milliarden Euro. Damit kommen 12,7 Prozent der Erwerbstätigen in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Handwerk.

Die Internationale Handwerksmesse findet noch bis zum 14. März 2017 auf dem Messegelände in München statt. Geöffnet ist sie täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr.