Hausärztetag in Rostock

Rostock – Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Sonnabend am diesjährigen Hausärztetag teilgenommen. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, die Herausforderungen des Gesundheitswesens zu meistern. Wir müssen den demografischen Wandel mit einer alternden Bevölkerung, die Veränderung der Morbidität und den zunehmenden Fachkräftebedarf so bewältigen, dass es auch in Zukunft gelingt, eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unseres Landes zur Verfügung zu stellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Sonnabend in Rostock.

Das Versorgungssystem wird noch von der älteren Ärztegeneration getragen, für die eine 60-Stunden-Woche häufig der Regelfall ist. „Das wandelt sich. Gleichzeitig steigt der Mehrbedarf an medizinischer Versorgung der älter werdenden Patienten. Wir sollten daher auch für die Vorteile einer hausärztlichen Praxis werben, die oftmals mit einer langjährigen Betreuung von Familien und Patienten verbunden ist und damit von Menschen, die für die Unterstützung durch einen fachkundigen Lotsen durch das zuweilen komplexe Gesundheitswesen sehr dankbar sind“, forderte Glawe weiter.

Gegenwärtig sind in M-V etwa 1.130 niedergelassene Hausärzte im Bereich der ambulanten Versorgung tätig, etwa 125 Hausarztstellen sind derzeit landesweit nicht besetzt. Vor allem durch die Lehrstühle für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock und Greifswald ist es gelungen, die Zahl der in Weiterbildung befindlichen Allgemeinmediziner auf mittlerweile ca. 120 im Land zu steigern. Das geschieht auch durch die zusätzliche Qualifikation, die durch das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin angeboten wird. „Wichtig ist, dass möglichst viele der Allgemeinmediziner im Anschluss auch bei uns im Land bleiben und hier tätig werden“, so Glawe weiter.

Der Gesundheitsminister erläuterte, dass mittlerweile ca. zwei Drittel der Medizinstudenten weiblich sind. „Wichtig ist, dass neben der Arbeit genügend Zeit verbleibt, um sich auch der Familie zu widmen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch bei den Ärzten einer immer wichtigeres Thema“, erläuterte Glawe.

Darüber hinaus machte Minister Glawe auf das Stipendienprogramm seines Ministeriums aufmerksam. „Wir unterstützen Humanmedizinstudierende mit Hilfe von Stipendien, um diese frühzeitig für die Aufnahme einer späteren ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu sein“, erläuterte Glawe. Das Land wird bis 2022 eine Million Euro zur Verfügung stellen.

Gesundheitsminister Glawe regte an, dass die Gemeinden im Land ein Attraktivitätsprofil ihrer Kommune erstellen. „Im Fokus steht dabei, dass die Gemeinde auf sich aufmerksam macht, um Ärzte zu gewinnen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang Parameter, wie zum Beispiel Infrastrukturangebote, Verkehrsmöglichkeiten sowie die Unterstützung bei der Einrichtung einer Hausarztpraxis“, sagte Glawe. Das Attraktivitätsprofil könnte mit der Liste der von der Kassenärztlichen Vereinigung im Netz veröffentlichten freien oder frei werdenden Arztstellen verbunden werden und an das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin mit der Bitte übersandt werden, entsprechende Exposés an die angehenden Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner zu verteilen. „Neben einer gut ausgebauten Infrastruktur sind vorhandene Kindertagesstätten, Schulen sowie ein attraktives Wohnumfeld und Freizeitangebote wichtige Faktoren, sich an einem bestimmten Ort als Arzt niederzulassen“, sagte Glawe.

Veranstalter des 24. Hausärztetages ist der Hausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., der in Zusammenarbeit mit dem Institut für hausärztliche Fortbildung in Köln den Hausärztetag ausrichtet. Der Hausärzteverband M-V hat seinen Sitz in Schwerin. Der Verband vertritt die größte Facharztgruppe der niedergelassenen Ärzte.

Bundesweite Offene Krebskonferenz erstmals in M-V

Rostock – In der Hansestadt Rostock hat Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe die bundesweite Offene Krebskonferenz eröffnet. „Krebs ist ein Thema, mit dem leider fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens konfrontiert werden, ob durch eigene Betroffenheit oder erkrankte Angehörige, Freunde oder im Kollegenkreis. Die Diagnose macht betroffen und oft auch hilflos. Ängste und Sorgen stellen von heute auf morgen den Alltag und die Lebensplanung auf den Kopf. Schon durch die Alterung der Bevölkerung wird die Zahl der Krebserkrankungen weiter ansteigen. Daher ist es wichtig, die Versorgung von krebskranken Menschen weiter zu verbessern. Neben einer guten Krebsfrüherkennung, hochwertigen Behandlung und Prävention gehören auch die Rehabilitation und Nachsorge sowie die Krebsforschung dazu“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Minister ist auch Schirmherr der Konferenz. An der Konferenz nehmen rund 80 Experten aus ganz Deutschland teil. Mecklenburg-Vorpommern ist zum ersten Mal Ausrichtungsort der Offenen Krebskonferenz. Die Offene Krebskonferenz ist bundesweit die größte thematische Veranstaltung und findet alle zwei Jahre statt.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach dem Bericht des Gemeinsamen Krebsregisters 2012 bis 2013 durchschnittlich jährlich 10.980 neue Krebsfälle diagnostiziert. Im Jahr 2016 werden etwa 11.500 Krebsneuerkrankungen – es liegen noch nicht alle Meldungen vor – erwartet. In M-V sind durchschnittlich jährlich 5.098 Menschen an Krebs gestorben, davon 2.916 Männer und 2.182 Frauen. „Krebserkrankungen stehen nach Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems an zweiter Stelle der Todesursachen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter.

Eine wesentliche Rolle im Heilungsprozess der Krankheit spielt auch die psychosoziale und psychoonkologische Unterstützung der an Krebs erkrankten Menschen und ihren Angehörigen. Das Bundesgesundheitsministerium fördert derzeit ein Projekt „Psychoonkologische Versorgung in Deutschland“. Hierbei geht es um eine bundesweite Bestandsaufnahme der ambulanten und stationären psychoonkologischen Versorgungsangebote und Analyse der Versorgungsdichte. Gleichzeitig erarbeiten Experten des Nationalen Krebsplans Empfehlungen zur Qualitätssicherung und zu einer einheitlichen Struktur von Krebsberatungsstellen. „Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und die Empfehlungen sollen Grundlage für die weitere Ausgestaltung der psychoonkologischen Versorgung sein“, so Gesundheitsminister Glawe. Die Ergebnisse werden nicht vor Mitte 2018 erwartet. Sie müssen dann in den Ländern entsprechend bewertet werden.

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister wurden die Weichen für die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und des flächendeckenden Auf- und Ausbaus bundesweit einheitlicher Krebsregister in den Bundesländern gestellt. Die Länder sind verpflichtet, klinische Krebsregister einzurichten. Zu den erfassten Daten gehören insbesondere Diagnosen, Befunde sowie Angaben über Behandlungen und zum Krankheitsverlauf.

„Für die onkologische Forschung braucht es Daten, die umfassend, vollständig, verlässlich und gut vergleichbar sind, um sie fachkundig auszuwerten und den am Behandlungsprozess Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Die klinischen Krebsregister stellen auch eine wichtige Informationsquelle für Versorgung und Forschung dar. Dafür ist in allen Bundesländern die engagierte Mitarbeit der Ärzte gefordert. Von den vollzähligen und vollumfänglichen Meldungen werden alle profitieren können“, appellierte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die klinische Krebsregistrierung durch das Krebsregistrierungsgesetz vom 11. Juli 2016 weiter entwickelt und ist mit der Umsetzung inzwischen weit voran geschritten. „Wichtig dabei ist, dass alle beteiligten Akteure weiterhin an einem Strang ziehen und dass insbesondere vollzählig und vollständig gemeldet wird“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier ausgewiesene onkologische Zentren: die Universitätsmedizin Greifswald, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg, die Universitätsmedizin Rostock und die HELIOS-Kliniken Schwerin. Die Zentren haben unter anderem die Aufgabe, die interdisziplinäre Versorgung von Krebskranken zu sichern, eine fachgerechte Behandlung der häufigen Tumorerkrankungen zu gewährleisten (beispielsweise Brustkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs) und sie sind zudem ein Bindeglied zwischen Wissenschaft, Forschung und ärztlicher Praxis. Dazu kommen 61 onkologisch qualifizierte Ärzte, die an der bundeseinheitlichen Onkologievereinbarung teilnehmen und damit die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten sicherstellen.

Die Konferenz wurde von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e.V., dem Haus der Krebs-Selbsthilfe – Bundesverband e.V. und der Landeskrebsgesellschaft des jeweiligen Bundeslandes, in dem die Veranstaltung stattfindet, organisiert. Der Gesundheitsminister dankte den Organisatoren. „Mit ihrer Arbeit tragen Vereine und die Gesellschaft entscheidend dazu bei, dass das Thema Krebs in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Änderung des Psychischkrankengesetz (PsychKG)

Schwerin – Am Mittwoch ist im Landtag ein Änderungsvorschlag für das Gesetz über die Hilfen und Schutzmaßnahmen für Menschen mit psychischen Erkrankungen (Psychischkrankengesetz, PsychKG) diskutiert worden. „Es besteht ein Rechtsanspruch auf vorsorgende und nachsorgende Hilfen. Für die Gewährung der Hilfen sind in den Landkreisen und kreisfreien Städten die Sozialpsychiatrischen Dienste eingerichtet. Die ambulante Behandlung erfolgt unter anderem bei den niedergelassenen Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, für Psychosomatik und für Kinder-und Jugendpsychiatrie, bei den Psychotherapeuten sowie den Psychiatrischen Institutsambulanzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin. Das PsychKG regelt die Hilfen für Menschen mit psychischen Krankheiten und die Maßnahmen gegenüber Menschen mit psychischen Krankheiten.

Der Minister machte im Landtag deutlich, dass eine ärztliche Zwangsmaßnahme zwar der vorherigen Zustimmung des Gerichtes bedarf. „Richtig ist aber auch, dass in Fällen einer gegenwärtigen Lebensgefahr oder einer gegenwärtigen schwerwiegenden Gefahr für die Gesundheit des Betroffenen eine sofortige Behandlung möglich ist, um hierdurch eine Verzögerung der Behandlung zu vermeiden und Nachteile für das Leben oder die Gesundheit abzuwenden“, so Glawe. Dies regelt § 26 Absatz 4 PsychKG schon jetzt eindeutig.

Das hierbei insgesamt zur Anwendung kommende Verfahrensrecht enthält das Gesetz des Bundes „Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit“. Dieses schließt das Recht der einstweiligen Anordnungen schon ausdrücklich mit ein. „Man kann es also drehen und wenden wie man will: ärztliche Behandlungen sind auch derzeit schon bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen unverzüglich möglich. Sowohl das Landesrecht, als auch das Bundesrecht erlauben dies“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Gesundheitsminister Glawe machte im Schweriner Landtag auf einen eigenen Gesetzesänderungsentwurf aufmerksam. Dieser soll durch eine Änderung des § 15 die derzeit bestehende Rechtsunsicherheit, wer denn zuständige Behörde bei der sofortigen Unterbringung ist, beseitigen. „Die Frage der örtlichen Zuständigkeit im Falle der Unterbringung ist komplex. Sie stellt sich im Falle der Verlängerung der Unterbringung ein weiteres Mal. Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium beabsichtigt nämlich in einem eigenen Änderungsgesetz unter anderem eine Lösung auch dieses Problems herbeizuführen. Die Zuständigkeiten sollen über die Unterbringungsarten hinweg vereinheitlicht werden“, erläuterte Glawe weiter. Der entsprechende Ressortentwurf ist in die Ressortabstimmung gegeben worden. Er wird den Landtag voraussichtlich im ersten Quartal des kommenden Jahres erreichen.

Das Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für Menschen mit psychischen Krankheiten (Psychischkrankengesetz – PsychKG M-V) ist seit Mitte Juli 2016 in seiner aktuellen Fassung in Kraft getreten. Das Gesetz wurde unter anderem der höchstrichterlichen Rechtsprechung angepasst.

Für stationäre Behandlungen stehen in Mecklenburg-Vorpommern für Menschen mit psychischen Erkrankungen 10 psychiatrische und 9 psychosomatische Kliniken sowie 14 Tageskliniken mit insgesamt 48 Standorten zur Verfügung. Gegenwärtig sind in diesem Bereich in Mecklenburg-Vorpommern 1.178 Betten und 30 FuL- Betten sowie 836 tagesklinische Plätze zur Behandlung von Erwachsenen und 184 Betten sowie 175 tagesklinische Plätze für Kinder und Jugendliche ausgewiesen.

Vollwertige Ernährung fester Bestandteil des Betreuungsvertrages zwischen Kitas und Eltern

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat auf dem „8. Aktionstag Kita- und Schulverpflegung Mecklenburg-Vorpommern“ die hohe Bedeutung von gesunder Verpflegung von Kindern bis zum Eintritt in die Schule betont und die Verankerung in das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG MV) als richtige Entscheidung bezeichnet.

„Vollwertige und dem Alter angemessene Ernährung muss gerade für die Jüngsten reich an Vitaminen, Mineralstoffen und alle anderen lebenswichtigen Bausteinen sein“, sagte Ministerin Drese in Rostock. Nur bei einer ausgewogenen Versorgung könnten Kinder gesund aufwachsen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Verpflegung zum festen Bestandteil des Betreuungsvertrages zwischen den Kindertageseinrichtungen und den Eltern. Drese: „Mit der KiföG-Novellierung gilt seit 2015 die vollwertige und gesunde Ernährung von Kindern bis zum Eintritt in die Schule als integraler Bestandteil des Leistungsangebots der Kitas.“

Drese: „Damals gab es für diese Entscheidung nicht nur Anerkennung, sondern auch viele Vorbehalte und viel Aufregung. Die Regelung hat zu einer intensiven Qualitäts- und Kostendebatte geführt und in vielen Einrichtungen einen positiven Qualitätsprozess in Gang gesetzt.“ Indizien dafür seien die rege Beteiligung an Fortbildungsveranstaltungen der Vernetzungsstelle Kita-Verpflegung sowie eine starke Nachfrage nach individueller Beratung und Betreuung bei Prozessen der Qualitätsverbesserung der Kita-Verpflegung sowie nach Ernährungsberater/innen vor Ort.

Ministerin Drese warb in diesem Zusammenhang ausdrücklich für einen kontinuierlichen Austausch zwischen Kitas und Eltern. „Im KiföG wird den Eltern ein grundsätzliches Mitspracherecht eingeräumt. Sie sollen in den wesentlichen Punkten mitbestimmen, wie sich die Essensversorgung ihrer Kinder gestaltet“, sagte Drese.

Die Ministerin verdeutlichte zudem, dass sowohl bei einer Verpflegung durch eine Frischküche als auch durch einen externen Speiseanbieter die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gelten sollen, um eine gesunde und vollwertige Ernährung der Kinder zu gewährleisten. Bereits 2010 seien diese Richtlinien für den Kitabereich gesetzlich verankert worden. „Wir streben nun darüber hinaus einen möglichst einheitlichen Ernährungsstandard für alle Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern an“, so Drese.

Hausarztsuche in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat auf der Mitgliederversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) auf das Problem der Suche von Nachfolgern für Hausärzte aufmerksam gemacht. „Trotz vielfältigster Aktivitäten seitens der Bundesregierung, der Landesregierung und gerade auch der Kassenärztlichen Vereinigung gestaltet sich die Suche nach Nachfolgern von Hausarztpraxen zunehmend schwieriger. Mecklenburg-Vorpommern steht bei der Suche nach Hausärzten nicht nur in einem nationalen, sondern mittlerweile in einem internationalen Wettbewerb. Aktuell wird das Versorgungssystem noch von der älteren Ärztegeneration getragen, für die eine 60-Stunden-Woche häufig der Regelfall ist. Das wandelt sich. Gleichzeitig steigt der Mehrbedarf an medizinischer Versorgung der älter werdenden Patienten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Sonnabend in Rostock.

Momentan gibt es im Bereich der ambulanten medizinischen Versorgung 2.442 niedergelassene Ärzte in M-V, davon 984 Hausärzte (einschließlich hausärztlich tätige Internisten). Im Bedarfsplan zur vertragsärztlichen Versorgung der KVMV sind 125 offenen Stellen für Hausärzte angegeben. Insbesondere durch die Lehrstühle für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock und Greifswald ist es gelungen, die Zahl der in Weiterbildung befindlichen Allgemeinmediziner auf mittlerweile ca. 120 im Land zu steigern. Das geschieht auch durch die zusätzliche Qualifikation, die durch das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin angeboten wird. „Wichtig ist, dass möglichst viele der Allgemeinmediziner sich für eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden“, so Glawe weiter.

Der Gesundheitsminister erläuterte, dass mittlerweile ca. zwei Drittel der Medizinstudenten weiblich sind. „Es wird bei der Nachwuchsgewinnung in Zukunft insbesondere darauf ankommen, die Hausarztsitze so auszugestalten, dass neben der Arbeit für die jungen Ärztinnen genügend Zeit verbleibt, um sich um ihre Familien zu kümmern. Es sollte daher daran gedacht werden, den jungen Ärztinnen ein Zeitmanagement zu ermöglichen, das ihren Bedürfnissen entspricht“, machte Glawe deutlich.

Der Minister hat in Rostock dafür geworben, dass die Gemeinden im Land ein Attraktivitätsprofil ihrer Kommune erstellen. „Ziel ist es dabei, auf sich aufmerksam zu machen, um Ärzte zu gewinnen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang Parameter, wie zum Beispiel Infrastrukturangebote, Verkehrsmöglichkeiten sowie die Unterstützung bei der Einrichtung einer Hausarztpraxis“, regte Glawe an. Dieses Attraktivitätsprofil könnte mit der Liste der von der Kassenärztlichen Vereinigung im Netz veröffentlichten freien oder frei werdenden Arztstellen verbunden werden und an das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin mit der Bitte übersandt werden, entsprechende Exposés an die angehenden Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner zu verteilen. „Neben einer gut ausgebauten Infrastruktur sind vorhandene Kindertagesstätten, Schulen sowie ein attraktives Wohnumfeld und Freizeitangebote wichtige Faktoren, sich an einem bestimmten Ort als Arzt niederzulassen“, sagte Glawe.

Gesundheitsminister Glawe machte als neuen Ansatz auch auf das Stipendienprogramm seines Ministeriums aufmerksam. „Wir unterstützen Humanmedizinstudierende mit Hilfe von Stipendien, um diese frühzeitig für die Aufnahme einer späteren ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu sein“, erläuterte Glawe. Das Wirtschaftsministerium wird bis 2022 eine Million Euro zur Verfügung stellen. Das Stipendium beträgt 300 Euro monatlich und kann bis zum Ende des Medizinstudiums (dem Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung), jedoch längstens für vier Jahre und drei Monate, ausgezahlt werden.

Das Gesundheitsministerium möchte sich an einem von den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin aufgelegten Begleitmonitoringprogramm für Medizinstudierende mit besonderem Interesse an der Allgemeinmedizin beteiligen. „Durch dieses Programm sollen junge Medizinstudenten schon frühzeitig unter Leitung eines Allgemeinmediziners in Weiterbildung für die Allgemeinmedizin interessiert und eine Bindung an das Land hergestellt werden. Es wäre ein gutes Signal, wenn es gelingen würde, dieses Konzept als Gemeinschaftsprojekt von Land und KVMV zu gestalten“, erläuterte Glawe.

Bei Gesundheitsberufen gibt es ebenfalls einen hohen Modernisierungsbedarf. „Die Gesundheitsberufe müssen attraktiver werden, bei der Ausbildung beginnend bis zur angemessenen Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen. Beim Pflegeberufsgesetz ist der Modernisierungsprozess bereits auf den Weg gebracht, bei anderen Berufen wird die neue Bundesregierung noch einiges zu stemmen haben“, so Glawe.

Abschließend dankte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für ihren täglichen Einsatz. Die Mediziner tragen dazu bei, dass die ambulante medizinische Versorgung in unserem Land auf sehr hohem Niveau mit sehr großem Engagement aller daran beteiligter Ärztinnen und Ärzte stattfindet. Die freie Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten ist ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung, den es zu erhalten und auszubauen gilt“, so Glawe abschließend.

Prävention und Gesundheitsförderung

Rostock – In Rostock hat am Mittwoch die Veranstaltung „Prävention und Gesundheitsförderung in Klinik und Praxis“ stattgefunden. „Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen, um die Menschen genau dort zu erreichen wo sie leben, lernen und arbeiten. Dabei müssen wir natürlich die Besonderheiten unseres Bundeslandes berücksichtigen und gegebene Vorteile nutzen. Wir brauchen geeignete und zeitgemäße Instrumente der Gesundheitsförderung. Hier helfen Anreize und Motivation, mehr für das Wohlbefinden der Belegschaft zu tun und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Rostock.

Gesundheitsminister Glawe hat vor Ort für eine stärkere betriebliche Gesundheitsförderung im Land geworben. „Betriebliche Gesundheitsförderung wird noch zu wenig praktisch umgesetzt. Aufgrund ihrer Größe fehlen in vielen Betrieben Kapazitäten für eine eigenständige betriebliche Gesundheitsförderung. Weniger Krankheitstage bringen allen Beteiligten mehr Erfolg. Solche Angebote sind ein klares Plus für die Attraktivität des Arbeitgebers, der einsatzstarke Fachkräfte für sich gewinnen möchte“, forderte Glawe weiter. Beschäftigte bleiben aus gesundheitlichen Gründen durchschnittlich jährlich etwa 20 Tage ihrem Arbeitsplatz fern.

Als Beispiel nannte er das Projekt PAKt-MV mobil. Daran arbeiten und forschen Mediziner und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald. „Es ist ein neuartiges Gesundheitsangebot für kleine und mittelständische Unternehmen“, sagte Glawe. Der extra ausgestattete Einsatzbus PAKt-MV mobil hat vier Funktionsräume, wo verschiedene Untersuchungen stattfinden können. „Die erhobenen Parameter sind Grundlage für ein anschließendes Gespräch mit den Teilnehmern. Ziel ist es, bei Bedarf zu einer Einstellungs- und Verhaltensveränderung zu motivieren und die Teilnehmer auf dem Weg der Gesundheitserhaltung oder -verbesserung aktiv zu begleiten“ sagte Gesundheitsminister Glawe.

Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 2,25 Millionen Euro gefördert. Die Projektlaufzeit ist bis 2020 angelegt. „Es geht um mobile Gesundheitsförderung von Mitarbeitern, die in dieser Form einzigartig ist. Mit dem Vorhaben soll ein effizientes betriebliches Gesundheitskonzept für Mitarbeiter von Unternehmen vor allem auch in ländlicheren Regionen entwickelt und auf seine Alltagstauglichkeit getestet werden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Durch das im Sommer 2015 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention wird die Förderung der Gesundheit mehr denn je in den Fokus gerückt. Anfang des Jahres wurde die Landesrahmenvereinbarung für Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie unterzeichnet. „Die Landesregierung wird sich auch weiterhin, ohne Verpflichtung im Präventionsgesetz, mit freiwilliger Leistung einbringen. Es ist wichtig, dass alle Akteure des Gesundheitswesens in Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeiten und ihren Beitrag leisten, damit wir gemeinsam nachhaltig die Gesundheit der Bevölkerung in unserem Land verbessern“, so Glawe weiter.

Der Minister macht abschließend auf das Aktionsbündnis Gesundheit im Land aufmerksam. Das ist ein freiwilliger Zusammenschluss von im Land Mecklenburg-Vorpommern tätigen Akteuren im Gesundheitswesen. Ein Ziel des Aktionsbündnisses ist die Umsetzung und Weiterentwicklung des Landesaktionsplans zur Gesundheitsförderung und Prävention. Das Aktionsbündnis plant und beschließt Gesundheitsziele und Handlungsfelder, wie zum Beispiel Ernährung und Bewegung für den Nordosten. Diese münden dann in konkrete Projekte. Zur Umsetzung legen die Mitglieder des Aktionsbündnisses Verfahrensgrundsätze fest.

„Die Mitglieder beteiligen sich aktiv an der Umsetzung des Landesaktionsplans und der Gesundheitsförderung im Land. Sie ermitteln Bedarfe und regen gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie Aktivitäten an, wobei die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und ältere Menschen im Fokus stehen“, sagte Glawe. Zum Netzwerk gehören mittlerweile fast 30 Mitglieder, die nachhaltig die Gesundheitsförderung und Prävention im Land stärken wollen.

Mitgliederversammlung der Krankenhausgesellschaft M-V

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Mittwoch an der 34. Mitgliederversammlung der Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern – KGMV e.V. (KGMV) in Schwerin teilgenommen.

„Die medizinische Versorgung, sowohl stationär als auch ambulant, wird durch eine Vielzahl von Einrichtungen und engagierten Fachkräften sichergestellt. Wir verfügen in Mecklenburg-Vorpommern über eine gute und leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Wir müssen sie gemeinsam zukunftsfest gestalten. Die Krankenhausgesellschaft ist ein verlässlicher Partner für das Gesundheitsressort der Landesregierung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch vor Ort.

Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. „Bei der flächendeckenden, qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung nehmen sie auch perspektivisch eine zentrale Rolle ein. Deshalb investieren wir in die Zukunft – für die Menschen in der Region. Um die Krankenhäuser nachhaltig zu sichern, ist die Anfang der neunziger Jahre begonnene Erneuerung und Modernisierung der Krankenhausstandorte vor dem Hintergrund der laufenden Entwicklung fortzuführen und eine angemessene Investitionsfinanzierung dauerhaft zu sichern“, so Gesundheitsminister Glawe weiter.

Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als zwei Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. „Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die Krankenhauslandschaft M-V sowohl strukturell als auch baulich gut aufgestellt ist. Aber natürlich erwachsen stetig neue Bedarfe, z. B. durch veränderte Anforderungen an den Krankenhausbetrieb und den demografischen Wandel. Auch heute noch ist die finanzielle Unterstützung bzw. Förderung unerlässlich in der Gestaltung und Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Hier laufen die Vorbereitungen für Investitionen im Doppelhaushalt 2018/2019“, sagte Glawe.

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 9.988 Betten und 1.283 tagesklinische Plätze ausgewiesen. Die Gesundheitsminister der Länder haben auf ihrer Konferenz im Sommer den Bund aufgefordert, ein Investitionsprogramm von Bund und Ländern zur Weiterentwicklung der stationären Versorgung vorzubereiten.

Der Krankenhausstrukturfonds soll mit veränderter Finanzierungssystematik, verlängerter Laufzeit und neuem Budget modifiziert fortgeführt werden. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro jährlich sollen, neben den jetzigen Krankenhausinvestitionen der Länder, hälftig von Bund und Ländern aus Steuermitteln bereitgestellt werden. „Das ist auch ein Beitrag, um eine weitere Belastung der gesetzlichen Krankenversicherung zu vermeiden“, so Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Die Krankenhausgesellschaft ist der Zusammenschluss der Träger von Krankenhäusern und ihrer Verbände im Land Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der Verband der an der Krankenhausversorgung in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten Krankenhäuser. Als Interessenvertreterin der Krankenhäuser in M-V gehört die KGMV zu den unmittelbar an der Krankenhausplanung Beteiligten. Sie ist somit stimmberechtigt bei Entscheidungen zur Krankenhausplanung und bei der Aufstellung des Investitionsprogramms für Investitionsvorhaben nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz.

20 Jahre SHIP-Studie

Umfassende medizinische Untersuchungen in Vorpommern

Greifswald – Jubiläum in Greifswald: Seit 20 Jahren untersuchen Wissenschaftler aus der Hansestadt in einem Großprojekt die Gesundheit der Vorpommern. Bei der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) werden Erwachsene aus Vorpommern regelmäßig medizinisch und zahnmedizinisch untersucht, um den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Krankheiten besser zu verstehen.

„Die Gesundheit eines Menschen wird nicht allein durch eine Erkrankung bestimmt, hier wirken viele Einflussfaktoren in einer sehr komplexen Art und Weise zusammen. Zu diesen Einflussfaktoren gehören soziale und berufliche Lebensumstände, gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen sowie eine Vielfalt von psychischen und körperlichen Funktionsstörungen und Erkrankungen. Es gibt weltweit kaum Studien, die das Thema Gesundheit in seiner Komplexität untersuchen. Dies war einer der wesentlichen Hintergründe, die Gesundheitsstudie in Vorpommern ins Leben zu rufen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe vor Ort.

Die durch die Studie gewonnenen Daten sollen den Gesundheitszustand aufzeigen. „Sie können helfen, den künftigen medizinischen und zahnmedizinischen Versorgungsbedarf in der Bevölkerung noch besser festzustellen. Darüber hinaus dient die Langzeitstudie zur Bestimmung wichtiger Referenzwerte für Laboranalysen, körperliche Belastbarkeit und Organgrößen. Mit modernen bioinformatischen Verfahren werden aus den umfangreichen Informationen relevante Gesundheitsindikatoren gewonnen“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe weiter.

Die erste Datenerhebung (SHIP-0) von 1997 bis 2001 an 4.308 Erwachsenen zeigte eine vergleichsweise große Risikofaktorenlast in der vorpommerschen Bevölkerung. Die nordostdeutsche Bevölkerung wies häufiger als andere Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck auf. Jüngere Erwachsene rauchten häufiger als anderswo.

Die zweite Untersuchungswelle (SHIP-1) fand im Zeitraum von 2002 bis 2006 mit 3.300 Teilnehmern statt, die dritte Phase (SHIP-2) mit 2.333 bereits untersuchten Probanden (Folgeuntersuchungen). Davon unabhängig wurde zwischen 2008 und 2012 eine neue Gruppe von 4.420 Männern und Frauen untersucht (SHIP-Trend-0). Der Altersbereich lag wiederum zwischen 20 bis 79 Jahren. „Ein zentrales Ziel dieser Studie ist es, den Verlauf der bekannten Risikofaktoren zu überprüfen“, betonte Glawe. Von Februar 2014 bis März 2016 wurde die nächste SHIP-Runde durchgeführt (SHIP-3.)

„Die Studienergebnisse haben viele grundlegende und komplexe medizinische Zusammenhänge aufgedeckt, so beispielsweise, dass Zahnfleischschwund das Herzinfarktrisiko erhöht, eine Leberverfettung das Diabetesrisiko fördert und eine Arterienverkalkung die Knotenbildung in der Schilddrüse anregt“, so Studienleiter Professor Henry Völzke vom Institut für Community Medicine (Universitätsmedizin Greifswald). Der Bekanntheitsgrad der Studie mit vielen wissenschaftlichen Publikationen ist enorm, was auch an zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationen liegt. So laufen unter anderem große Schwesternstudien in Brasilien mit 2.000 und in Polen mit bis zu 5.000 Teilnehmern.

Die Abteilung SHIP/Klinisch-Epidemiologische Forschung am Institut für Community Medicine ist mittlerweile mit 130 Mitarbeitern die größte Forschungsabteilung der Universität Greifswald. Aus SHIP heraus haben sich weitere Schwerpunktprojekte für die Bevölkerungsforschung in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. Dazu zählen beispielsweise GANI_MED („SHIP in der Klinik“ – Greifswald Approach to Individualized Medicine), die Präventionsforschung am Greifswalder Standort des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V. sowie die bundesweite Gesundheitsstudie NAKO.

Fipronil bleibt verschreibungspflichtig

Berlin – Arzneimittel für Hunden und Katzen, die die Wirkstoffe Fipronil und Methopren enthalten, unterliegen auch künftig der Verschreibungspflicht. Dies hat der Bundesrat am 3. November 2017 beschlossen. Einer Verordnung der Bundesregierung stimmte er nur unter dieser Bedingung zu. Die Bundesregierung wollte diese Tierarzneimittel ursprünglich aus der Rezeptpflicht entlassen.

Angesichts des aktuellen Fipronil-Skandals durch den illegalen Einsatz des Mittels in der Geflügelhaltung sei dies ein falsches Signal der Bundesregierung, begründet der Bundesrat seinen Beschluss. Die laufende Aufarbeitung des Skandals beinhaltet auch eine aktualisierte Risikobewertung der toxikologischen Eigenschaften von Fipronil. Die Länder fordern, zunächst die wissenschaftlichen Ergebnisse abzuwarten – zumal zwingende Gründe für eine sofortige Aufhebung der Verschreibungspflicht nicht vorliegen.

Setzt die Bundesregierung die Vorgabe des Bundesrates um, kann sie die Verordnung in Kraft setzen. Dann sind bestimmte äußerlich anzuwendende Medikamente mit Aciclovir und Hydrocortison rezeptfrei erhältlich, ebenso Ibuprofen-haltige Pflaster. Dagegen wird es für den Wirkstoff Ephedrin Verschärfungen bei der Rezeptpflicht geben.

Die Verordnung soll am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

Nordverbund Niere soll in Mecklenburg-Vorpommern gegründet werden

Greifswald – Am Freitag informierte sich Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe beim Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin Greifswald über das Projekt „Save the kidney“. Dabei geht es um eine zielorientierte und interdisziplinäre Erforschung von Medikamenten gegen Nierenerkrankungen. „Patienten, die von einer Erkrankung der Niere betroffen sind, müssen mit hohen Einschränkungen leben und oftmals regelmäßig zur Dialyse. Eine intensive Forschung zu möglichen Behandlungsstrategien und wirksamen Medikamenten kann dazu führen, dass den Erkrankten effektiv geholfen wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Nach Angaben der Forschergruppe des Instituts für Anatomie und Zellbiologie in Greifswald nimmt die Zahl der Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung kontinuierlich zu. Studien zeigen, dass in Mecklenburg-Vorpommern 17 Prozent der Bevölkerung an einer Nierenerkrankung leiden. Zur Verbesserung der Situation soll am Institut für Anatomie und Zellbiologie in Greifswald ein „Nordverbund Niere – Save the Kidney“ mit Wissenschaftlern aus Rostock, Hamburg, Hannover und Kiel gegründet werden. „Der intensive Austausch unter den Wissenschaftlern über Landesgrenzen hinweg ist ein richtiger Weg, um zum Wohle der Patienten Krankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten besser zu erforschen“, sagte Glawe.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten in Deutschland mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf die Transplantation eines Organs. In der DSO-Region Nord-Ost (Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) haben im Jahr 2016 108 Verstorbene ihre Organe gespendet. So konnten 328 Organe entnommen und transplantiert werden, die Mehrzahl davon waren Nieren. Die Bereitschaft zur Organspende ist in Mecklenburg-Vorpommern hoch: In der DSO-Region Nord-Ost gab es 2016 14,2 Organspendern pro Million Einwohner; Mecklenburg-Vorpommern hatte mit 18,6 Organspendern pro Million Einwohner den höchsten Wert innerhalb der Region. Minister Glawe verwies auf die Bedeutung eines Organspendeausweises: „Organspende kann Leben retten. Ein Spenderausweis ist eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, die persönliche Einstellung – ob Zustimmung oder Ablehnung – zur Organspende zu dokumentieren.“

Richtlinie über die Vergabe von Medizin-Stipendien tritt in Kraft

Schwerin – Die Richtlinie über die Vergabe von Zuwendungen an Studierende der Humanmedizin tritt am 14. November 2017 in Kraft. „Wir wollen eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend und nachhaltig sicherstellen. Deshalb unterstützen wir Humanmedizinstudierende mit Hilfe von Stipendien, um diese frühzeitig für die Aufnahme einer späteren ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu sein“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Land wird bis 2022 eine Million Euro zur Verfügung stellen. Auch für das bereits begonnene Wintersemester 2017/2018 haben Studierende die Möglichkeit, rückwirkend die Förderung zu beantragen (Frist: 30. November 2017). Das Stipendium beträgt 300 Euro monatlich und kann bis zum Ende des Medizinstudiums (dem Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung), jedoch längstens für vier Jahre und drei Monate, ausgezahlt werden. „Es geht uns vorrangig darum, dass für Krankenhäuser und Praxen im ländlichen Raum und im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Mediziner zur Verfügung stehen“, sagte Glawe.

Antragsberechtigt sind Studierende der Humanmedizin, die an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern immatrikuliert sind. Das Stipendium kann gewährt werden, wenn der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach der Approbationsordnung für Ärzte bestanden ist. Mit Erhalt des Stipendiums verpflichtet sich der Studierende, das Studium nach der Approbationsordnung für Ärzte ordnungsgemäß durchzuführen und abzuschließen, die fachärztliche Weiterbildung innerhalb von sechs Monaten nach dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums aufzunehmen, innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der fachärztlichen Weiterbildung eine Tätigkeit als Vertragsarzt, als angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum oder Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst im Fördergebiet aufzunehmen und für mindestens fünf Jahre eine Tätigkeit als Vertragsarzt, als angestellter Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum oder Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig zu sein (bei Teilzeittätigkeit verlängert sich die Teilnahme entsprechend).

Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern, Abteilung Förderangelegenheiten, Friedrich-Engels-Str. 47, 19061 Schwerin. Alle Informationen – Ansprechpartner, Antragsformular und Richtlinie sind unter http://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV/ abrufbar.

Die Richtlinie wird am 13. November 2017 im Amtsblatt Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht werden.

Keine Vogelgrippe: Niedrigpathogener Erreger bei Zuchtgänsen nachgewiesen

Schwerin – In einer kleinen Gänsefreilandhaltung im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte waren am Mittwoch virologisch niedrigpathogene aviäre Influenzaviren des Subtyps H5 nachgewiesen worden.

„Hier liegt kein Seuchengeschehen vor“, betont Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Die im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V virologisch auf Influenza-A-Viren untersuchten Proben waren entnommen worden, weil einige der Zuchtgänse für die Teilnahme an einer Ausstellung vorgesehen waren.

Minister Backhaus weist in diesem Zusammenhang erneut alle Geflügelhalter auf die Notwendigkeit der Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen hin. „Auch wenn wir es in diesem Fall noch nicht mit Geflügelpest zu tun haben, sind Tierhalter gefordert, Einschleppungsrisiken zu minimieren“, so der Minister.

Entscheidung zu Glyphosat vertagt

EU vertagt Entscheidung zu Glyphosat: Backhaus fordert Einigung

Schwerin – Der zuständige Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten hat seine für heute angesetzte Entscheidung über eine Verlängerung der Zulassung für das Pflanzenschutzmittel Glyphosat vertagt. „Ich bedaure es sehr, dass es immer noch nicht gelungen ist, eine Entscheidung zum Einsatz von Glyphosat über das Ablaufen der Zulassungsfrist hinaus herbeizuführen. Wir brauchen endlich eine Einigung, um den landwirtschaftlichen Betrieben die nötige Planungs- und Rechtssicherheit zu geben“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Im Vorfeld der Sitzung hatte Backhaus gegenüber der Bundesregierung einen „vernünftigen Abwägungsprozess“ zum künftigen Einsatz des umstrittenen Herbizids angemahnt. „Ich kann einer Zulassung von Glyphosat nur zustimmen, wenn negative Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen ausgeschlossen werden können. Die bestehenden Zweifel müssen schnellstmöglich ausgeräumt werden.“

Minister Dr. Backhaus forderte den Bund und die EU auf, die neuen Hinweise und wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst zu nehmen und in den Prozess einzubeziehen. „Außerdem brauchen wir Instrumente, wie wir künftig mit solchen Risiken umgehen. Deshalb werde ich das Thema im November auf der Umweltministerkonferenz zur Sprache bringen“, so der Minister.

Maßnahmen zur Vorsorge und Bekämpfung der Geflügelpest erläuert

Schwerin – „Geflügelpest-Fälle bei Hausgeflügel im Juli in Belgien, Italien und Frankreich sowie H5N8 im August bei Schwänen in der der Schweiz und in Sachsen-Anhalt deuten darauf hin, dass auch in diesem Jahr wieder Fälle in Mecklenburg-Vorpommern auftreten können. Deshalb appelliere ich an alle Geflügelhalter im Land, aufmerksam zu sein und die nötigen Biosicherheitsmaßnahmen zu treffen, die eine Epidemie wie 2016/17 sich möglichst nicht wiederholen lassen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag. Er ging dabei insbesondere auf den Maßnahmeplan der Landesregierung zur Vorsorge und Bekämpfung der Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern ein.

Der Plan sieht die Prüfung der Biosicherheitskonzepte in Geflügelhaltungen, besonders in gewerblichen Betrieben zur Haltung von Puten, Legehennen, Enten, Gänsen und Laufvögeln sowie zur Aufzucht von Legehennen vor. Geprüft werden diese Maßnahmen auch in Zoos und Tierparken.

Um die personelle und materielle Ausstattung der Tierseuchenbekämpfungszentren zu verbessern gibt es ab 2017 eine weitere Tierarztstelle für das Landeskrisenzentrum. Was die Kommunikation zwischen den zuständigen Behörden betrifft, seine regelmäßige gemeinsame Abstimmungen zu Bekämpfungsstrategien und zu treffenden Maßnahmen erforderlich.

„Das auf EU- und Bundesrecht basierende Wildvogelmonitoring muss als wichtiges Instrument der Früherkennung & Grundlage für die Bewertung der epidemiologischen Situation fortgesetzt werden“, hob der Minister hervor. Im Jahr 2016/2017 wurden 2.800 Proben von Wildvögeln untersucht.

Im Herbst 2016 wurden die Risikogebiete durch Landwirtschaftsministerium, LALLF, Veterinärämter und ortskundige Ornithologen aktualisiert. Als Risikogebiete gelten u. a. Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete. Die Aufstallungsordnung in diesen Gebieten führt zu einer deutlichen Senkung des Eintragsrisikos für Hausgeflügelbestände oder Bestände mit gehaltenen Vögeln. „Unter bestimmten Umständen kann eine landesweite Aufstallung erforderlich sein“, so Minister Backhaus. Vorstellbar wäre das beispielsweise bei einem neuen hochpathogenen Serotyp oder einer humanpathogenen Virusvariante.

„Dass die Umsetzung der im Tiergesundheitsgesetz vorgeschriebenen Pflichten des Tierhalters bei Ausbruch einer Tierseuche insbesondere bei Hobby- und Rassegeflügelhaltern schwierig ist, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aktuell beschäftigt sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe damit, Empfehlungen zur Einrichtung von Schutzvorrichten zu erarbeiten“, führte der Landwirtschaftsminister aus.

Zudem müssten EU-Vermarktungsnormen mit den Erfordernissen der Tierseuchenbekämpfung in Einklang gebracht werden. Als Beispiel nannte Dr. Backhaus die 12-Wochen-Frist, nach der Freilandeier aufgestallter Legehennen nicht mehr als Freilandeier in Verkehr gebracht werden dürfen. Dies konterkariere notwendige Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung.

Hier seien flexible Regelungen auch im Marktordnungsrecht notwendig, sagte der Minister. MV habe sich auf Bundes- und EU-Ebene für eine Anpassung der entsprechenden EU-rechtlichen Vorschriften eingesetzt zum Beispiel mit dem Entwurf Verordnung, die die Kennzeichnung von Eiern aus Freilandhaltung trotz Stallpflicht von bis zu 16 Wochen (statt bisher 12 Wochen) erlaubt.

„Sie sehen: Wir haben die richtigen Maßnahmen getroffen und arbeiten zugleich an der Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen. Aber Tierseuchenbekämpfung, insbesondere bei der aviären Influenza, ist ein weltweites Phänomen. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Landes-, Bundes- und EU-Behörden notwendig.

Gleichzeitig appelliere ich an alle geflügelhaltenden Betriebe, die verordneten Biosicherheitsmaßnahmen mit großer Sorgfalt umzusetzen“, so der Minister.

Gesundheitsversorgung in MV

Schwerin – Im Landtag ist am Mittwoch das Thema der Aktuellen Stunde: „Medizinische Versorgung in ganz Mecklenburg-Vorpommern sichern“ diskutiert worden. „Wir haben eine gute Gesundheitsversorgung im Land, diese müssen wir gemeinsam zukunftsfest gestalten. Die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern wird durch eine Vielzahl von Einrichtungen und engagierten Fachkräften sichergestellt. Um die Versorgung auf Dauer in allen Teilen des Landes zu sichern, müssen Ansätze genutzt werden, die uns in die Lage versetzen, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen. Die Versorgung muss stärker an regionalen Gegebenheiten ausgerichtet werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Landtag.

Zu den großen Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung zählt Gesundheitsminister Glawe unter anderem die demografische Entwicklung der Bevölkerung, das heißt die Alterung der Bevölkerung und der damit steigende Versorgungsbedarf, die damit einhergehenden Schwierigkeiten der Fachkräftegewinnung und die Erreichbarkeit der Gesundheitsversorgung. „Deshalb brauchen wir neue Ansätze für die Gesundheitsversorgung: sektorenübergreifende Ansätze, Nutzung der Telemedizin, Fachkräftegewinnung und neue Formen der Arbeitsteilung sind dabei zentrale Elemente“, forderte Gesundheitsminister Harry Glawe.

Momentan gibt es im Bereich der ambulanten Versorgung etwa 1.100 Hausärzte und knapp 2.000 Fachärzte. Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. „Bei der flächendeckenden, qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung nehmen sie auch perspektivisch eine zentrale Rolle ein. Deshalb investieren wir in die Zukunft – für die Menschen in der Region“, so Gesundheitsminister Glawe. Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mehr als zwei Milliarden Euro in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern sichergestellt durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser. Aktuell sind im Krankenhausplan 9.988 Betten und 1.283 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

„Trotz vielfältigster Aktivitäten seitens der Bundesregierung, der Landesregierung und der Kassenärztlichen Vereinigungen gestaltet sich die Suche nach Nachfolgern von Hausarztpraxen zunehmend schwieriger“, so Glawe. Insbesondere durch die Lehrstühle für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock und Greifswald ist es gelungen, die Zahl der in Weiterbildung befindlichen Allgemeinmediziner auf mittlerweile ca. 120 im Land zu steigern. Auch durch die zusätzliche Qualifikation, die durch das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin erreicht wird, ist zu hoffen, dass möglichst viele der jungen Allgemeinmediziner sich für eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern entscheiden.

Der Gesundheitsminister hat dafür geworben, dass die Gemeinden ein Attraktivitätsprofil ihrer Gemeinde erstellen. „Ziel ist es dabei, auf sich aufmerksam zu machen, um Ärzte zu gewinnen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang Parameter, wie zum Beispiel Infrastrukturangebote, Verkehrsmöglichkeiten sowie die Unterstützung bei der Einrichtung einer Hausarztpraxis“, regte Glawe an. Das Attraktivitätsprofil kann an das Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin mit der Bitte übersandt werden, entsprechende Exposés an die angehenden Allgemeinmediziner an den Universitäten zu verteilen. „Außerdem möchte ich als neuen Ansatz auch noch das Stipendienprogramm für Medizinstudenten, die sich für eine Tätigkeit im ländlichen Raum verpflichten, erwähnen, das noch in diesem Jahr wirksam werden soll“, so Glawe.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe machte darauf aufmerksam, dass ein zukunftsfähiges, langfristiges Konzept zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung in Arbeit ist. „Dieses Konzept wird in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald entwickelt. Ziel in dem mehrjährigen Projekt ist es, Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme mit Unterstützung der Gesundheitsforschung in ländlichen Regionen zu entwickeln und sie in Modellregionen zu erproben“, erläuterte Glawe. Das Projekt wird sich schwerpunktmäßig mit den Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte beschäftigen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt.

Daneben bietet die Telemedizin ein enormes Potenzial für unser Land. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unseres Landes kann Telemedizin gerade in den dünnbesiedelten ländlichen Regionen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung einer sektorenübergreifenden medizinischen Versorgung leisten“, sagte Glawe im Landtag. Auch die Kommunikation zwischen dem ambulanten und stationären Bereich der Gesundheitsversorgung kann weiter verbessert werden. „Gerade was die Weitergabe von Informationen angeht, besteht noch Bedarf. Hier sind zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht. Es wird darauf ankommen, dass die bundesgesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert werden und wir die hier gesammelten guten Erfahrungen zügig in die Regelversorgung überführen können“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend. Als Beispiele nannte er Projekte wie den Telenotarzt, die elektronische Patientenakte und das Projekt Herz-Effekt, die gegenwärtig im Land erprobt werden.