80 Jahre AMEOS Klinikum Anklam

Anklam – Das AMEOS Klinikum Anklam hat am Freitag sein 80-jähriges Bestehen am Standort mit einem Festakt begangen. Träger der Klinik ist die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH. „Das AMEOS Klinikum Anklam leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Landkreis Vorpommern-Greifswald und der Insel Usedom. Rund 115 engagierte Mitarbeiter aus dem medizinischen und nichtmedizinischen Bereich tragen täglich mit viel Engagement dazu bei, dass die Patienten auf hohem Niveau versorgt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das AMEOS Klinikum Anklam hat 101 Planbetten sowie zwölf tagesklinische Plätze und umfasst die Fachbereiche Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe, Frauenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie (Tagesklinik). Im Haus ist auch eine Dialysepraxis des MVZ Diaverum Neubrandenburg. Jetzt ist geplant, den Krankenhausstandort zu modernisieren. Dazu soll ein Neubau errichtet und der bestehende Altbau umgebaut werden. „Mit den Investitionen werden sich die Bedingungen für Patienten und Beschäftigte erheblich verbessern und das Klinikum insgesamt zukunftsgerecht gestaltet“, sagte Glawe.

Zudem ist durch den Träger die Errichtung eines Medizinischen Zentrums für Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung vorgesehen.

Die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern ist Teil eines Modellprojektes zur innovativen Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Weitere Partner sind das Ärztenetzwerk Haffnet, die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung MV. Ziel ist es, für die Menschen in der Region die bedarfsgerechte, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. „Die enge Kooperation von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten für die notwendige, weitergehende Behandlung der Patienten trägt erheblich dazu bei, dass Erkrankte durchgängig gut versorgt werden“, sagte Glawe.

Das Anklamer Klinikum gehört zur AMEOS Gruppe mit Sitz in Zürich, die nach eigenen Angaben 12.700 Mitarbeiter in 76 Einrichtungen (Krankenhäuser, Poliklinika, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen) an 40 Standorten beschäftigt. Die Region AMEOS Nord verbindet die 25 AMEOS Einrichtungen an 14 Standorten mit insgesamt 2.700 Betten beziehungsweise Behandlungsplätzen. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beschäftigt AMEOS rund 3.100 Mitarbeiter.

Erster Heilwald Deutschlands

Heringsdorf – Heute setzt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus im Rahmen des internationalen Kongresses „Gesundheitspotenzial Wald“ im Ostseebad Heringsdorf auf Usedom seine Unterschrift unter die erste Kur- und Heilwaldverordnung des Landes. Die Möglichkeit, ein Waldgebiet vorrangig gesundheitlichen Zwecken zu widmen, ist in Deutschland bisher einzigartig.

„Ein Aufenthalt im Wald wird von den meisten Menschen als angenehm und wohltuend empfunden. Mit der Verordnung legen wir den rechtlichen Grundstein, den Wald gezielt für Kurgebiete und Gesundheitseinrichtungen, für Heilanwendungen, Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge zu nutzen. Der hohe Stellenwert von Gesundheitswirtschaft und Tourismus für das Land sowie die vielen Wälder im Umfeld der Kurorte und Seebäder bieten dafür ideale Voraussetzungen“, betonte er im Vorfeld der Veranstaltung.

Bereits 2011 wurde das Landeswaldgesetz aus dem Jahr 1993 auf Initiative von Minister Backhaus umfassend novelliert. Im Zuge dessen wurden Regelungen aufgenommen, die neue Formen der Waldnutzung ermöglichen, zum Beispiel Waldklettergärten, Waldkindergärten oder Baumhotels. Auch besteht seither die Option, neben klassischen Erholungswäldern Kur- und Heilwälder rechtsförmlich auszuweisen.

Zu Kurwäldern sollen Waldgebiete in der Umgebung von See- bzw. Heilbädern, Kur- und Erholungsorten entwickelt werden, die den anerkannten Status unterstützen und durch ihre Gestaltung und Erschließung den Kur- und Erholungsbetrieb fördern. Zu Heilwäldern werden Waldflächen mit Bezug zu Krankenhäusern/Kliniken, Gesundheitszentren, Reha- und Kureinrichtungen erklärt, die gezielt für medizinisch-therapeutische Zwecke genutzt und gestaltet werden.

Als besonderer Regelungsinhalt ist der Kur- und Heilwald in der Verordnung zur handyfreien Zonen erklärt worden, um ein ungestörtes Naturerleben zu ermöglichen. „Mit dieser SOLL-Vorschrift leisten wir als Forstbehörde einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte um den souveränen Umgang mit neuen Medien im Alltag“, so Backhaus.

Im Anschluss an die Unterzeichnung der Verordnung übergibt Minister Backhaus in Heringsdorf den deutschlandweit ersten Kur- und Heilwald der Öffentlichkeit. Im März 2017 überreichte er der Stadt für dessen Gestaltung einen Förderbescheid in Höhe von 281.000 Euro. Mit dem Geld wurden Elemente geschaffen, die den spezifischen Bedürfnissen von chronisch kranken, älteren oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen entsprechen. Dazu gehören Wege, Stationen, Ruheplätze oder Leitelemente für Menschen mit Sehbehinderungen.

Das Heringsdorfer Kur- und Heilwald liegt südlich des Ortskerns in der so genannten „Alten Welt“ und ist etwa 50 Hektar groß. Die „Alte Welt“ erstreckt sich von der Bülowstraße in südwestlicher Richtung bis zur Eisenbahnstrecke Heringsdorf-Bansin. Er ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes „Insel Usedom mit Festlandgürtel“, des Naturparks „Insel Usedom“ sowie eines Wasserschutzgebietes. Die natur- und wasserrechtlichen Schutzanforderungen bleiben von der Verordnung unberührt. Auch die Zugänglichkeit des Waldes ist weiterhin sicherzustellen.

Die Ausweisung geht auf ein Projekt vom Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern mit der Landesforstanstalt, den Universität Rostock, München und Greifswald, dem Wirtschaftsministerium, dem Umweltministerium sowie mittlerweile 9 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten, darunter Bad Doberan, Graal-Müritz, Heringsdorf, Sassnitz, Waren, Plau am See, Krakow am See, Klink und Baabe zurück.

Ziel war es, einen Kriterienkatalog für die Ausweisung von Kur- oder Heilwäldern nach Landeswaldgesetz zu entwickeln. Dies geschah auf Grundlage von Projektgebieten – Wälder mit einer Fläche von 20 bis über 200 Hektar in Gewässernähe, die bereits in unterschiedlicher Intensität von Erholungssuchenden frequentiert werden. Seit 2015 wird ein Folgeprojekt durchgeführt, das unter anderem auf die Erweiterung der gesundheitstouristischen Angebotspalette und die deren Qualitätssicherung abzielt.

Den beteiligten Kommunen wurden auf Grundlage der erarbeiteten Wald- und Gesundheitskonzepte über eine Million Euro ELER-Mittel durch die Landesforstanstalt zur Verfügung gestellt.

Insgesamt gibt es hierzulande 61 Kur- und Erholungsorte. Sie verfügen über 72.000 der landesweit insgesamt 300.000 Hektar Wald, die mit Erholungsfunktion in der Waldfunktionenkartierung erfasst wurden.

„Ich hoffe, dass sich künftig weitere Kommunen an dem Projekt beteiligen werden und erkennen, dass sie mit ihren Waldflächen einen großen Schatz ihr Eigen nennen können. Wichtig ist mir, dass die gesundheitstouristischen Angebote im Einklang der Natur entwickelt werden. Wo die Entwicklung von Bettenkapazitäten einseitig zulasten der umgebenden Natur geht, entzieht sich der Tourismus seiner Existenzgrundlage“, sagte Backhaus abschließend.

Innovationswettbewerb geht in die dritte Runde

Gesundheitspreis MV sucht innovative Projekte für chronisch kranke Kinder

Schwerin – Bereits zum dritten Mal schreibt die Selbstverwaltung der AOK Nordost zusammen mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern aus. Die Auszeichnung, die seit dem Jahr 2013 alle zwei Jahre vergeben wird, steht unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Harry Glawe und ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Das diesjährige Wettbewerbsthema lautet: „Damit können wir leben. Unser Beitrag für chronisch kranke Kinder und deren Familien.“ Unter diesem Motto werden innovative, praxiserprobte Projekte, Modelle oder zukunftsweisende Versorgungskonzepte gesucht, die den Lebens- und Versorgungsalltag für chronisch kranke Kinder und Jugendliche sowie für deren Familien leichter machen.

„Der Preis macht durch seinen Schwerpunkt in besonderer Weise auf ein sensibles und immer bedeutender werdendes Thema aufmerksam. Umso wichtiger ist es, betroffenen Familien durch kreative Projekte das gemeinsame Leben zu erleichtern und sie gesamtgesellschaftlich noch besser zu unterstützen. Manchmal sind schon es kleine und einfache Ideen, die den Alltag für Betroffene erheblich erleichtern“, sagt der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Chronische Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen stellen sowohl für die Betroffenen als auch für deren Familien eine hohe Belastung im Alltag dar – und sie nehmen zu. Betroffene Eltern wünschen sich neben einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung entsprechende problembegleitende, familienorientierte und psychosoziale Versorgungsangebote. Ziel des Gesundheitspreises ist es deshalb, Initiativen zu finden und bekannt zu machen, die beispielhaft zeigen, wie chronisch kranke Kinder und Jugendliche besser in die Gesellschaft integriert werden können. Ein Weg dabei ist die aktive Öffnung von Freizeiteinrichtungen oder Vereinen für diese Kinder und Jugendlichen.

Neben Ärztinnen und Ärzten, Schulen und Kitas können sich auch Sportvereine des Kinder- und Jugendsportes, Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken mit Kinder- und Jugendausrichtung, Selbsthilfegruppen, sozialpädiatrische Zentren und sonstige Akteure der Kinder- und Jugendarbeit an dem Innovationswettbewerb beteiligen. Über die Bewerbungen und die Verteilung des Preisgeldes entscheidet eine unabhängige Jury, die aus Wissenschaftlern, Pädagogen, Ärzten und anderen Gesundheitsexperten besteht.

„Chronisch kranke Kinder und Jugendliche sind besonders auf koordinierte und abgestimmte Leistungen angewiesen. Es muss uns gelingen, die Schnittstellen bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen besser mit dem gesamten Lebensumfeld der Betroffenen abzustimmen“, appelliert Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer M-V. „Der diesjährige Gesundheitspreis soll helfen, beispielgebende Aktivitäten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und zur Umsetzung weiterer Projekte anregen.“

Auch Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost, betont: „Für das Wohl chronisch kranker Kinder ist es enorm wichtig, dass die Familie und das soziale Umfeld als stabilisierender Rahmen wirken können. Deshalb brauchen wir bei der Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher familienorientierte Lösungen und breite Netzwerke im ganzen Land. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem diesjährigen Gesundheitspreis innovative Denkansätze und Modelle finden werden, um bei diesem Thema neue Wege gehen zu können.

Bewerbungen können bis Ende Dezember 2017 an die Geschäftsstelle des Gesundheitspreises bei der AOK Nordost gesundheitspreis.mv@nordost.aok.de gesandt werden.

Erweiterung der Dialyse und Endoskopie im Klinikum Karlsburg

Karlsburg – In Karlsburg soll die Dialyseabteilung umgebaut werden. Aufgrund des Neubaus des Diabetes-Innovationszentrums sollen freigezogene Zimmer zu einer einheitlichen Dialyseabteilung mit zusammenhängenden Untersuchungsräumen umgebaut werden. Ebenso ist eine einheitliche Endoskopieabteilung im Klinikum geplant.

„Mit dem Vorhaben wird den Bedarfen des Klinikums und der Patientennachfrage noch stärker Rechnung getragen. Dialyse- und Herzklappenpatienten können so noch optimaler behandelt werden. Damit werden die Möglichkeiten der Patientenbehandlung in Karlsburg insgesamt weiter aufgewertet und deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag vor Ort.

Konkret sollen vier Zimmer entkernt und umgebaut werden. Acht Dialyseplätze werden mit entsprechender medizinischer Ausstattung entstehen. „Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung, des demografischen Wandels und durch den medizinischen Fortschritt und steigender Risikofaktoren für nierenschädigende Erkrankungen ist von einem wachsenden Bedarf an Dialysebehandlungen auszugehen“, so Glawe weiter.

Darüber hinaus werden die jetzigen Dialyseräume mit den vorhandenen Nebenräumen zu einer Endoskopieabteilung mit zusammenhängenden Räumen umgebaut werden. Gegenwärtig erfolgen die Untersuchungen an verschiedenen Stellen der Klinik. „Das diagnostische Spektrum der Herzpatienten durch endoskopische Untersuchungen hat sich in den vergangenen Jahren stetig erweitert. Das ist auch besonders wichtig, wenn es um die Spezialversorgung von Patienten mit multiresistenten Keimen geht“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat für das Vorhaben einen Fördermittelbescheid im Klinikum übergeben. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 1,17 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Landeskrankenhausgesetzes Mecklenburg-Vorpommern mit 927.000 Euro.

Vorsicht Schulkinder!

Schwerin – Nach den Sommerferien beginnt in Mecklenburg-Vorpommern mit der Einschulung am 02.09.2017 für die ABC-Schützen ein neuer Lebensabschnitt, in dem sie sich auch als Straßenverkehrsteilnehmer zurecht finden müssen. Innenminister Lorenz Caffier appelliert mit Blick auf den Schulanfang am 4. September an alle Verkehrsteilnehmer: „Seien Sie besonders rücksichtsvoll und vorsichtig unterwegs und gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran. Nehmen Sie den Fuß vom Gaspedal und seien Sie jederzeit bremsbereit, denn Schulanfänger verfügen kaum über ein Gefahrenbewusstsein und zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern.“

Wie auch in den vergangenen Jahren wird die Landespolizei zum Schuljahresstart mit intensivierten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen gezielt im Umfeld von Schulen für die Sicherheit der Schulanfänger im Einsatz sein. Im Fokus stehen dabei die Schulwegsicherung und das richtige Angurten der Kinder in den Fahrzeugen. Im ganzen Monat September richtet die Landespolizei ihr Augenmerk darauf im Rahmen ihrer landesweiten, themenorientierten Schwerpunktkontrollen.

Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Kinder im Alter von 6-14 Jahren ist auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen im Jahr 2016 um mehr als vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Insgesamt verunglückten 476 Kinder, wobei 74 Kinder schwer- und 402 Kinder leichtverletzt wurden. Bei Verkehrsunfällen auf dem Weg zur oder von der Schule verunglückten 35 Kinder. Unter den Schulanfängern waren erneut fünf verletzte 6-7jährige zu beklagen, wobei ein Schulanfänger sogar schwerverletzt wurde.

Minister Caffier: „Dieser Umstand allein ist Anlass genug, die Anstrengungen zu mehr Verkehrssicherheit und verkehrssicherem Verhalten zu erhöhen, und das gilt nicht nur zum Schulanfang!“

Die Beachtung folgender Hinweise bringt mehr Sicherheit für die Schulkinder:

  • Planen Sie stets genügend Zeit ein und gehen Sie den Schulweg in den ersten Tagen gemeinsam mit ihrem Kind ab!
  • Begleiten Sie Ihr Kind solange, bis Sie sicher sind, dass es den Schulweg alleine meistern kann!
  • Trainieren Sie auch das richtige Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel/des Schulbusses!
  • Wählen Sie immer den sichersten Schulweg, nie den kürzesten, nehmen Sie auch Umwege in Kauf!

Sollten Sie Ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen oder abholen, achten Sie stets darauf, dass das Kind immer – auch auf nur kurzen Fahrten – vorschriftsmäßig angeschnallt bzw. in entsprechenden Kindersitzen gesichert ist. Das gilt auch bei Fahrgemeinschaften!

Beachten Sie auch alle Halt- und Parkverbote und lassen Sie Kinder grundsätzlich nur auf der Gehwegseite ein- und aussteigen!

Das Kind sollte möglichst auffällige, signalfarbene Kleidung und einen geeigneten Schulranzen mit großflächigen Reflektorstreifen bei schlechten Sichtverhältnissen tragen, denn Sicherheit hängt auch von der Sichtbarkeit ab!

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

Kabinett beschließt, Handlungsempfehlungen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland mitzutragen und zu unterstützen

Schwerin – Gesundheits- und Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Dienstag im Kabinett die Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie zur Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ vorgestellt. „Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Das bedeutet, dass in der letzten Lebensphase die Vorstellungen, Wünsche und Werte jedes einzelnen respektiert und Entscheidungen unter Achtung unseres Willens getroffen werden. Mit den Handlungsempfehlungen soll schwerstkranken und sterbenden Menschen ein Leben in höchstmöglicher Qualität, bester medizinischer und pflegerischer Versorgung sowie größtmöglicher Selbstbestimmung bis zum Tod ermöglicht werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag in Schwerin.

Die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ setzt sich seit dem Jahr 2010 für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. und die Bundesärztekammer. In fünf Leitsätzen werden Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe formuliert, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Ziel ist es, schwerstkranken und sterbenden Menschen unter anderem eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale Betreuung und Begleitung zu ermöglichen, die seiner individuellen Lebenssituation und seinem hospizlich-palliativen Versorgungsbedarf Rechnung trägt.

Im Oktober 2016 wurde die Nationale Strategie für die Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen aus einer Allianz von mehr als 50 Organisationen – unter anderem der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. – verabschiedet. Die Handlungsempfehlungen basieren auf dem Anspruch auf bestmögliche Lebensqualität und dem damit verbundenen besonderen Bedarf an Versorgung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie der ihnen Nahestehenden. „Wir setzen damit einen einstimmigen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz in Mecklenburg-Vorpommern um“, sagte Glawe.

Mecklenburg-Vorpommern ist nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen das vierte Bundesland, das den Handlungsempfehlungen beitritt.

Informationen zur Hospiz- und Palliativversorgung in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es elf Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), die 2007 in das Sozialgesetzbuch V eingeführt wurden. 17 Krankenhäuser bieten im Land stationäre Palliativversorgung an, teilweise in eigenen Stationen. Darüber hinaus gibt es acht stationäre Hospize und 21 ambulante Hospizdienste.

Informationen zum Hospiz- und Palliativtag 2017

In Mecklenburg-Vorpommern findet am 25. November 2017 in Ribnitz-Damgarten der „Hospiz- und Palliativtag 2017“ unter dem Titel „Tod und Trauer in unterschiedlichen Kulturen“ statt. Veranstalter ist die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz- und Palliativmedizin Mecklenburg-Vorpommern e.V. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.hospiz-mv.de. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat die Schirmherrschaft der Veranstaltung inne.

Fipronil: Teigwaren nicht belastet

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat sich am bundesweiten, außerplanmäßigen Kontrollprogramm zur Überprüfung der Fipronil-Gehalte in Ei-Verarbeitungsprodukten und eihaltigen Tiefkühl-Produkten beteiligt. Mit den ermittelten Daten sollte ein aktueller Status der Belastungssituation erhoben werden. In sechs der untersuchten 20 Proben konnten Spuren von Fipronil nachgewiesen werden. Die Rückstandshöchstmenge von 0,005 mg/kg wurde dabei nicht überschritten

„Damit geht aktuell keine Gefährdung von diesen Produkten aus. Das ist eine gute Nachricht, auf der wir uns aber keineswegs ausruhen werden. Mein Ressort wird die Aufklärung im Fipronil-Fall weiterhin intensiv weiter verfolgen und sich auch über die Landesgrenzen hinaus an entsprechenden Untersuchungsprogrammen beteiligen, um Verbraucherinnen und Verbrauchern größtmögliche Transparenz zu bieten“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus in Reaktion auf die Ergebnisse.

Im Fokus der Untersuchungen standen Produkte mit einem hohen Eigehalt (> 5 %), vorzugsweise Eigelb bzw. mit besonderer Auslobung des Eigehaltes. Im Rahmen dieses Programms wurden hierzulande insgesamt 20 Lebensmittelproben, 10 feine Backwaren, speziell Biskuitwaren, von eigenen Herstellern und 10 Teigwaren mit entsprechenden Eigehalten, überwiegend aus dem Einzelhandel, untersucht.

Es handelte sich bei diesen Proben um verarbeitete und zusammengesetzte Lebensmittel, für die keine speziellen Rückstandshöchstgehalte gesetzlich festgelegt sind. Insofern sind auch für diese Produkte die für Hühnereier festgelegte Rückstandshöchstmenge an Fipronil von 0,005 mg/kg heranzuziehen. Dabei finden die durch die Verarbeitung und /oder das Mischen bewirkten Veränderungen und mögliche Fipronil-Einträge durch weitere Zutaten Berücksichtigung.

Verstärkte sektorenübergreifende Versorgung notwendig

Zehna – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat in Zehna (Landkreis Rostock) für eine verstärkte sektorenübergreifende Versorgung geworben. „Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen ist eine Herausforderung vor allem für ländliche Regionen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland. Wir brauchen mutige und innovative Ideen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Fest steht auch, dass es nicht DIE eine Lösung für alle Regionen und Sachverhalte geben wird. Dies sollte uns allen Motivation genug sein, weiter an regionalen Lösungen zu arbeiten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag vor Ort. Der Minister hat in Zehna am Serrahner Kreis teilgenommen. Der Kreis ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Unternehmern, Ärzten und Vertretern der Gesundheitswirtschaft und dem Gesundheitswesen. Er findet in diesem Jahr zum 22. Mal statt.

Die Versorgung in dünn besiedelten ländlichen Räumen profitiert besonders von Netzwerken, da vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. „Der Übergang von der stationären zur ambulanten Versorgung ist beispielsweise auch in Bezug auf die Medikation eine kritische Situation. Durch Kooperationen können Fehler vermieden und die Behandlung deutlich verbessert werden. Hiervon profitieren insbesondere die Patienten“, so Glawe weiter.

Als Beispiel nannte er HaffNet – ein innovatives Modell in der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. Ein weiterer neuer Ansatz ist die Portalpraxisklinik in Wolgast. „Mit den Beteiligten für die Region ist dort ein Konzept erstellt worden, das die Vorteile einer ambulanten Notfallversorgung mit denen der Anbindung an eine stationäre Versorgung verbindet. Auch dieses Projekt hat zum Ziel, die starren Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu überwinden“, betonte Gesundheitsminister Glawe.

Darüber hinaus ging Gesundheitsminister Glawe auf das Thema Sicherung des Fachkräftebedarfs ein. „Vor allem im ländlichen Raum werden Hausärzte gebraucht. Mecklenburg-Vorpommern plant, mittels der im Masterplan Medizinstudium vorgesehenen Landarztquote mehr Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. Ich denke, ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist die Steigerung der Attraktivität der Berufsbilder“, sagte Glawe weiter. Aktuell wird ein Stipendienprogramm erarbeitet, mit dem Medizinstudierenden Zuschüsse gewährt werden. Voraussetzung ist, dass diese bereit sind, im ländlichen Raum oder im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Ein weiterer wichtiger Lösungsansatz für die Gesundheitsversorgung der Zukunft gerade in ländlichen Räumen ist der Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. „Insbesondere mit Unterstützung der Telemedizin kann durch den Zugriff auf eine ortsferne medizinische Fachkompetenz dazu beigetragen werden, die ortsnahe Versorgung zu erhalten oder zu verbessern und Ressourcen besser zu nutzen. Im Hinblick auf die wachsende Zahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen ist das Telemonitoring ein bedeutender Baustein“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Die Entwicklungen in der Telemedizin werden nach Einschätzung von Gesundheitsminister Glawe der sektorenübergreifenden Versorgung einen entscheidenden Schub geben. „Wenn der Informationsfluss nicht mehr durch verschiedene Systeme geblockt wird und alle Daten zu einem Patienten in einer einheitlichen Patientenakte zusammengeführt sind, können Versorgungspfade in die Regelversorgung einziehen“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Rostocker Unternehmen entwickelt webbasierte Röntgen-Software

Rostock – Das Rostocker Unternehmen Oehm und Rehbein GmbH plant derzeit die Entwicklung einer webbasierten Röntgen-Akquisitionssoftware, die der Erstellung, der Bildverarbeitung und der Befundung von Röntgenbildern dient.

„Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Oehm und Rehbein GmbH bietet neue, digitale Möglichkeiten für den medizinischen Bereich. So können Bilder und Befunde im Originalformat gespeichert, mit anderen Spezialisten geteilt und über Geräte mit Internetverbindung aufgerufen werden. So kann mit Unterstützung der Telemedizin Patienten schneller geholfen werden. Das ist ein effektiver Beitrag für eine verbesserte Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Oehm und Rehbein GmbH ist Anbieter kundenspezifischer Systemlösungen für die Human- und Veterinärmedizin, Industrie und Sicherheitsbehörden in den Bereichen digitales Röntgen, Bildmanagement und cloudbasierte Bildverteilung. Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben weltweit Systeme für konventionelle und digitale Röntgenanlagen in Krankenhäusern, Kliniken und Facharztpraxen, aber auch für den NDT- („non-destructive testing“ – zerstörungsfreie Werkstoffprüfung) und Security-Bereich.

Am Unternehmensstandort in Rostock arbeiten derzeit 64 Mitarbeiter. „Die Oehm und Rehbein GmbH hat sich national und international einen guten Ruf erarbeitet. Sie steht für innovative, hochwertige medizinische Softwarelösungen. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen auch in Dubai auf der internationalen Medizintechnik-Fachmesse Arab Health mit anderen Ausstellern aus Mecklenburg-Vorpommern präsent und ist Beispiel für ein hochmodernes, innovatives Unternehmen aus unserem Land“, sagte Glawe.

Die Arab Health gehört zu den größten Healthcare-Plattformen für Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen für den Mittleren Osten und Asien. Während der Messe präsentieren mehr als 4.000 Aussteller aus ungefähr 60 Ländern ihre medizinischen Geräte und Gesundheitsprodukte. Knapp 100.000 Fachbesucher aus aller Welt reisen zur Arab Health in die Golfmetropole.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen unter anderem die Medizintechnik, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, der medizinische Handel und die pharmazeutische Industrie. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 148.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 15,3 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. Insbesondere im Bereich Life Science (z.B. Medizintechnik, Forschung und Entwicklung, Humanarzneiwaren usw.) gibt es in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Zuwächse.

In den vergangenen zehn Jahren sind nach einer Studie der BioCon Valley® GmbH zufolge über 3.700 neue Jobs allein in diesem Bereich entstanden (2006: 8.000 Erwerbstätige – 2015: 11.700 Erwerbstätige; Quelle: BioCon Valley® GmbH/WifOR). „Die Gesundheitswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern zu einem bedeutenden Teil unserer Wirtschaft gewachsen. Entscheidend ist jetzt, dass wir die Trends, wie beispielsweise innovative App-Entwicklungen und Telemedizin, weiter vorantreiben. So können wir die Gesundheitsversorgung noch stärker an den Belangen der Patienten ausrichten“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt betragen knapp 523.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit rund 208.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung.

Internationale Auszeichnung für Greifswalder Intensivspezialisten

Klaus Wagner – ein Rüganer kämpft sich zurück ins Leben

Greifswald – Auf diese internationale Auszeichnung sind die Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin B besonders stolz. Als zweites Deutsches Zentrum nach Regensburg hat die Klinik von der Extracorporeal Life Support Organization* mit Sitz in Ann Arbor (USA/Michigan) den Gold Level ELSO Award for Excellence in Life Support erhalten. Damit werden weltweit exzellente ECMO-Zentren prämiert, die auf hohem Niveau Menschen mit einem Ausfall der Herz- und Lungenfunktionen behandeln. Was das bedeutet, kann der 53-jährige Rüganer Klaus Wagner berichten. Er weilte nach einem Herzstillstand Anfang Mai eigentlich nicht mehr unter den Lebenden. Seit 14 Tagen kann er wieder die Sommerluft genießen und sich auf seine baldige Rückkehr auf die Insel Rügen freuen. Im vergangenen Jahr wurden 41 schwerstkranke Frauen und Männer in Greifswald an Herz-Lungen-Maschinen behandelt.

Eine Kämpfernatur – Patient Klaus Wagner (mi.) mit Oberarzt Dr. Peter Abel (v. li.), Pfleger Erik Mota, Oberarzt Dr. Kai Nöckler, Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, Pfleger Matthias Holz und Klinikdirektor Prof. Stephan Felix. Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

„Diese internationale Anerkennung ist für unser gesamtes Team, für unsere Arbeit am Patienten und für eine hochwertige Ausbildung eine enorme Bestätigung. Jeder Betroffene, den wir mit unserer Spitzenmedizin ein neues Leben schenken können, ist der Lohn für unseren Einsatz und unsere Forschung“, sagte Prof. Stephan Felix (Foto), Direktor der Klinik für Innere Medizin B an der Universitätsmedizin Greifswald. „Der ELSO Award bedeutet für die Patienten und ihre Familien, dass sie sich auf höchste Qualitätsstandards, spezialisierte Geräte und Verbrauchsmaterialien sowie eine entsprechende intensive Weiterbildung aller Mitarbeiter verlassen können.“

Das Team ist stolz auf seine internationale Auszeichnung, den Gold Level ELSO Award (v.li.: Prof. Stephan Felix, Dr. Sigrun Friesecke, Dr. Kai Nöckler und Dr. Peter Abel). Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

Schafft es die Lunge nicht mehr, das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, ist schnelles Handeln gefragt. Jede Minute zählt. Die extrakorporale Membranoxygenierung, kurz ECMO, ist eine technische Methode, das Blut eines Patienten mit einem Lungenversagen mittels einer externen Maschine und über einen Venenzugang künstlich mit Sauerstoff zu versetzen (venovenöse ECMO). Die ECMO kann auch bei einem primären Herzversagen eingesetzt werden. Hier ersetzt die Maschine die Herz- und Lungenfunktion (Herz-Lungen-Maschine: HLM). Dabei wird Blut aus einer Vene angesaugt und in eine große Arterie gepumpt (venoarterielle ECMO). Vor einem Jahrzehnt waren herkömmliche HLM noch 200 Kilogramm schwer und stationär gebunden. Inzwischen sind die Geräte, die über einen gewissen Zeitraum die Funktionen von Herz und Lunge übernehmen können, handlich klein und transportabel. Die Mini-HLM können auch in Rettungswagen oder Hubschraubern eingesetzt werden und kosten ca. 60.000 Euro. Notwendig wird der maschinelle Lebensretter vor allem bei schwersten Lungenfunktionsstörungen und Herz-Kreislaufversagen. Jedes Jahr sind auch schwere Grippefälle betroffen.

Die Internistische Intensivmedizin in der Klinik für Innere B mit 18 Betten verfügt über eine hochmoderne Intensivstation mit neuester Technologie für alle Organersatzverfahren, darunter die ECMO Gleichzeitig können vier ECMO-Patienten auf dieser Intensivstation behandelt werden. „Aufgrund der bereits zehnjährigen Erfahrung mit der Methode bekommen wir Patienten aus ganz Norddeutschland“, sagte Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, die das ECMO-Zentrum gemeinsam mit Oberarzt Dr. Peter Abel leitet. „In erster Linie sind wir aber ein ECMO-Zentrum für die Kliniken im Land. Manchmal geht es auch andersrum. So konnten wir unter anderem einen Urlauber mit Herz-Lungen-Maschine in sein Heimatkrankenhaus nach Heidelberg fliegen“, so Friesecke.

Auch Klaus Wagner traf das Unheil völlig unerwartet. Anfang Mai wurde ihm schlecht. Ein schwerer Herzinfarkt. Seine Familie rief den Notarzt und die Rettungskräfte haben sofort reagiert und den gelernten Fensterbauer mit Hubschrauber in die Greifswalder Universitätsmedizin bringen lassen. Dort kommt es zum Herzstillstand. Die Greifswalder Intensivspezialisten mussten den 53-Jährigen fast 90 Minuten mechanisch reanimieren, bevor er für neun Tage an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden konnte. Weitere Komplikationen erschweren den Heilungsprozess. Klaus Wagner verliert auch noch infolge von Durchblutungsstörungen ein Bein. Aber, er ist ein Kämpfer, er lernt wieder selbständig zu atmen, zu schlucken und zu sprechen. Nach drei Monaten kann er erstmals ohne Apparate und Beatmungsgeräte, aber mit großer Lebensfreude und seiner positiven Lebenseinstellung mit dem Rollstuhl das Greifswalder Klinikgelände erkunden. Nun geht es in die Reha-Anschlussbehandlung und der Rüganer freut sich schon riesig auf das Weihnachtsfest mit seiner Familie.

„Patienten wie Klaus Wagner zeigen uns, dass die Hightech-Medizin ihre Berechtigung hat“, betonte Oberarzt Dr. Peter Abel „Ohne die moderne Technik wären fast alle unserer ECMO-Patienten ohne Überlebenschance. Viele sind äußerst dankbar über ihre Rückkehr ins Leben und kommen uns regelmäßig besuchen. Je nach Schwere der Erkrankung oder Dauer der Reanimation ist auch wieder ein völlig normaler Alltag in gewohnter Lebensqualität möglich.“

Wie bei Klaus Wagner beginnt mit dem Anschluss an die lebensrettenden Maschinen ein meist langwieriger Aufbau- und Entwöhnungsprozess, der in der Regel mit Medikamenten und operativen Eingriffen, aber auch mit Selbstheilungskräften des Körpers, Physiotherapie und sehr viel Geduld verbunden ist.

Die 1989 gegründete *Extracorporeal Life Support Organisation (ELSO) ist ein internationales Non-Profit-Konsortium von Gesundheitszentren und Einzelpersonen, die sich der Entwicklung, Erforschung, Bewertung und Verbesserung der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) und anderen innovativen Therapien zur Unterstützung von Organsystemen widmet. Das Ziel von ELSO ist es, ECMO-Programme zu fördern, die das höchste Maß an Leistung, Innovation, Zufriedenheit und Qualität erreichen. www.elso.org

Die Klinik für Innere Medizin B zählt mit neun Stationen und 132 Betten zu den größten Kliniken an der Greifswalder Universitätsmedizin. Im vergangenen Jahr wurden 2.471 Patienten ambulant und 4.677 Patienten stationär in der Universitätsklinik betreut. Die Herzklinik verfügt über eine High-Tech-Intensivstation sowie zwei hochmoderne Herzkatheterlabore, eines davon als Hybrid-OP. Die Klinik für Innere Medizin B gehört zum Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird.

Unterdosierte Krebsmedikamente

Mehr als 3700 Menschen in sechs Bundesländern betroffen

Hamburg – Der Fall der falsch dosierten Krebsmedikamente des Bottroper Apothekers Peter S. betrifft nach Recherchen des NDR-Magazins „Panorama“ und des gemeinnützigen Recherchezentrums correctiv weitaus mehr Menschen als bisher bekannt. Mehrere Tausend Patienten in sechs Bundesländern erhielten über Jahre hinweg teils wirkungslose Arzneien. Ein Großteil der Betroffenen ist darüber noch nicht informiert. Die Gesundheitsbehörden hatten sich darauf verlassen, dass die Ärzte und Kliniken die mutmaßlich betroffenen Patienten unterrichten.

Wie die verantwortliche Staatsanwaltschaft in Essen offiziell bestätigte, gehen die Ermittler bundesweit von rund 3700 Betroffenen aus. 37 Arztpraxen und Kliniken seien demnach in den vergangenen fünf Jahren von dem Bottroper Apotheker mit falsch dosierten Krebsmedikamenten beliefert worden – die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Es gab allerdings auch Abnehmer in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen und Niedersachsen.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang aber nur den Abrechnungszeitraum der vergangenen fünf Jahre ausgewertet, der für eine Anklage wegen Abrechnungsbetrug relevant ist. Fälle aus der Zeit davor wären strafrechtlich verjährt. Nach Recherchen von „Panorama“ und correctiv könnte die Zahl der mutmaßlich betroffenen Patienten weit größer sein: Seit 2005 hat der Apotheker mehr als 7300 Menschen mit den 49 Wirkstoffen beliefert, die sich derzeit auf der Liste der manipulierten Wirkstoffe des Bottroper Gesundheitsamtes finden.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte sich erschüttert, als er im Interview mit „Panorama“ erfuhr, dass auch neun Monate nach Bekanntwerden des Skandals noch immer ein Großteil der betroffenen Patienten nicht unterrichtet wurde. Die Dimensionen des Falles seien nicht bekannt gewesen. „Wir werden uns jetzt sofort darum kümmern, dass wir an die Adressen dieser Menschen kommen und dann werden sie selbstverständlich informiert“, sagte Laumann. „Wenn die Behörden die Ärzte und Krankenhäuser, die die Medikamente verabreichten, informiert haben, dann ist es auch deren Aufgabe, ihre Patientinnen und Patienten zu informieren. Ich finde, das ist für einen Behandler schlicht die Pflicht, dieses zu tun.“

Der Bottroper Apotheker Peter S. war im November vergangenen Jahres festgenommen worden. Die Buchhaltung des Apothekers war ein deutliches Indiz für Unregelmäßigkeiten. Sie zeigte, dass deutlich weniger Medikamente eingekauft als verkauft wurden – bei einzelnen Medikamenten wurde nur ein Fünftel des Wirkstoffes eingekauft, den die Patienten eigentlich erhalten sollten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Apotheker vor, über Jahre Chemotherapien und Antikörper-Infusionen für Krebspatienten zu niedrig dosiert und sogar Therapiebeutel gänzlich ohne Wirkstoff ausgeliefert zu haben. Dadurch haben tausende Krebspatienten vermutlich wirkungslose Medikamente bekommen und sind so zu Schaden gekommen.

Deutscher Kongress für Versorgungsforschung 2017

Schwerin – Vom 04. bis 06. Oktober 2017 findet in Berlin der 16. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) statt. Unter dem Motto „Zukunft regionale Versorgung – Forschung, Innovation, Kooperation“ diskutieren Experten die jüngsten Ergebnisse der Versorgungsforschung aus allen Bereichen des Gesundheitswesens. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in weniger stark besiedelten Regionen ist eine Herausforderung für die kommenden Jahre. Wir brauchen mehr kreative Ideen, um neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen zu erzielen. Entscheidend ist, dass innovative medizinische Projekte im Erfolgsfall auch in eine Regelversorgung münden. Hier sind wir alle – Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – gemeinsam gefordert“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld. Mecklenburg-Vorpommern übernimmt als erstes Bundesland eine Länderpatenschaft für den DKVF 2017. M-V gilt als Modellregion für die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Alterszusammensetzung der Bevölkerung und die Veränderungen der Morbidität.

Topthemen beim Kongress, der vom Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e.V. veranstaltet wird, sind unter anderem innovative und sektorübergreifende Versorgungskonzepte, neue Formen der Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen, e-Health und Telemedizin sowie die patientenzentrierte Versorgung. „Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung ist ein wichtiger Partner, wenn es um die Entwicklung und Evaluation neuer Versorgungsmodelle geht“, so Glawe weiter.

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. „Der DKVF 2017 ist ein wichtiger Treffpunkt für alle Versorgungsforscher. Ganz besonders freuen wir uns in diesem Jahr über renommierte Sprecher aus dem Ausland, die zum Teil mit ganz ähnlichen Problemen kämpfen wie wir und die uns über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze berichten werden. Darüber hinaus bietet der DKVF 2017 die ideale Plattform zum Austausch mit Vertretern der Gesundheitspolitik, den Krankenkassen und der Industrie“, erklärt Kongresspräsident Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann. Im Programm vorgesehen ist außerdem ein gesundheitspolitisches Symposium zum Thema Patientensicherheit, das vom Bundesministerium für Gesundheit veranstaltet wird.

Die Nachfrage nach wissenschaftlichem Nachwuchs im Bereich der Versorgungsforschung stieg in den letzten Jahren stark an, zuletzt auch aufgrund des Innovationsfonds, der von der Bundesregierung zur Förderung von zukunftsgerichteten Versorgungsformen und Vorhaben der Versorgungsforschung aufgelegt wurde. Die Kongressveranstalter sehen auch deswegen eine wichtige Aufgabe in der Nachwuchsförderung und setzen dabei auf neue Kongressformate, bei denen junge Versorgungsforscher mit erfahrenen Experten diskutieren können. Forschern mit einer Projektförderung im Rahmen des Innovationsfonds oder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet der DKVF 2017 außerdem die Möglichkeit, ihre Vorhaben vorzustellen und in der wissenschaftlichen Community zu diskutieren. Wer sich mit Versorgungsthemen befasst, sollte den DKVF 2017 auf keinen Fall verpassen!

Der gemeinnützige Verein „Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.“ (DNVF) wurde 2006 in Berlin gegründet. Das DNVF steht als interdisziplinäres Netzwerk allen Institutionen und Arbeitsgruppen offen, die mit der Sicherung der Gesundheits- und Krankenversorgung unter wissenschaftlichen, praktischen oder gesundheitspolitischen Gesichtspunkten befasst sind. Das DNVF hat es sich zum Ziel gesetzt, die an der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen beteiligten Wissenschaftler zu vernetzen, Wissenschaft und Versorgungspraxis zusammenzuführen sowie die Versorgungsforschung insgesamt zu unterstützen und voranzubringen. Darüber hinaus fördert das DNVF den wissenschaftlichen Nachwuchs, beispielsweise durch die Bildung interdisziplinärer Arbeitsgruppen zu fächerübergreifenden Themen der Versorgungsforschung.

Hilfen für Kinder von psychisch erkrankten Eltern

Waren(Müritz) -Wenn Eltern psychisch erkranken, brauchen Kinder frühzeitig Hilfe und betroffene Mütter oder Väter und deren Angehörige Beratung und Perspektiven. Genau hier setzt das niederschwellige Angebot „Perlentaucher“ an. Die Beratungsstelle der AWO Vielfalt Mecklenburgische Seenplatte in Waren (Müritz) ist ein durch das Sozialministerium mit 60.000 Euro im Jahr gefördertes dreijähriges Modellprojekt.

Ministerin Stefanie Drese besuchte heute die am 23. Juni 2017 eröffnete Einrichtung im Rahmen ihrer Sommertour durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und zeigte sich beeindruckt: „Kinder werden von dem sehr gut geschultem Personal zunächst einmal aufgefangen und von einem Teil ihrer aufgebürdeten Verantwortung entlastet. Sie können wieder Kinder sein. Das ist für ihre Entwicklung ganz wichtig“, so Drese.

Kinder erleben ihre psychisch kranken Eltern in extremen oder schwankenden Gefühlszuständen. Das ist für sie verstörend und belastend, sie sind oft hin und her gerissen von eigener Angst, Einsamkeit und Scham. Gleichzeitig droht ihnen Vernachlässigung, Gewalt oder Unterversorgung – das Wohl des Kindes ist gefährdet.

„Perlentaucher“ bietet kostenlose und antragsfreie Hilfe, Beratung von Eltern und sozialem Umfeld bzgl. der psychischen Entlastung der Kinder, Vermittlung von weiteren Hilfsangeboten, Präventionskurse u.v.m. „Wir schaffen damit einen Zufluchtsort aus dem Alltag, der die Bedürfnisse der betroffenen Kinder in den Mittelpunkt stellt und Wege aufzeigt, wie sie altersspezifisch entlastet und gestärkt werden können“, verdeutlichte Drese.

Der Bedarf an den Unterstützungsangeboten ist nach Einschätzung der Ministerin vorhanden. Das hätte bereits die Arbeit in den ersten Wochen gezeigt. Zudem gebe es viele Beratungsanfragen. Drese: „Das Sozialministerium will mit der Anschubfinanzierung ein dauerhaftes Angebot etablieren. Ich freue mich sehr darüber, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte großes Interesse signalisiert hat, die Beratungsstelle nach der Projektphase weiterzuführen.“

Brandbrief an Kanzlerin Merkel zum Diesel-Gipfel

Transparenz bei Abgasmessungen und sofortiger Subventionsstopp gefordert

Berlin – Im Vorfeld des morgigen „Diesel-Gipfels“ forderte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Offenen Brief klare Richtlinien für die Aufarbeitung des Dieselskandals. Prioritär müsse sich die Bundeskanzlerin für vollumfängliche Transparenz bei den Stickoxid-Emissionen der Diesel-Pkw einsetzen. Voraussetzung hierfür seien unabhängige Abgasmessungen aller im Verkehr befindlichen Diesel-Modelle – nicht im Labor, sondern auf der Straße. Bisher seien erst 83 Diesel-Modelle unter realen Bedingungen getestet worden, teils von nicht-staatlichen Akteuren, da das Kraftfahrtbundesamt seine Pflicht diesbezüglich nicht angemessen wahrgenommen habe. Nur sechs der getesteten Modelle halten die gesetzlichen Stickoxid-Grenzwerte auch im Realbetrieb auf der Straße ein.

Der BUND-Vorsitzende forderte, dem Kraftfahrtbundesamt die Zuständigkeit für Abgasmessungen zu entziehen und Tests aller Diesel-Modelle durch das Umweltbundesamt. Nötig sei zudem ein Verkaufsverbot für alle fabrikneuen Pkw der Abgasnorm Euro 6, die auf der Straße ihre Grenzwerte nicht einhalten. Gesetzeswidrige Euro-5- und Euro-6-Diesel-Pkw müssten auf Kosten der Hersteller nicht nur durch Software-Updates nachgebessert werden, sondern durch wirksame Hardware-Lösungen wie SCR-Katalysatoren. Auch müsse sich die Bundeskanzlerin für die Einführung einer Blauen Umweltplakette einsetzen, um den Gesundheits- und Umweltschutz sicherzustellen.

„Die Regierungsfraktionen müssen jetzt endlich das Primat der Politik gegenüber der Automobilwirtschaft durchsetzen, damit nicht als Folge des Dieselskandals die Demokratie massiv beschädigt wird“, sagte der BUND-Vorsitzende anlässlich der Veröffentlichung des Brandbriefs. „Die Kanzlerin muss sich persönlich mit der Aufarbeitung des Dieselskandals befassen. Frau Merkel muss die Salamitaktik der Autoindustrie und ihres Verkehrsministers jetzt beenden. Minister Dobrindt lässt sich, wenn überhaupt, nur zu homöopathischen Maßnahmen bewegen. Auch der aktuell diskutierte Mobilitätsfonds ist nur eine Art Ablasshandel. Die Ignoranz von Herrn Dobrindt gegenüber den Menschen, die durch Abgase krank werden, ist nicht mehr hinnehmbar“, kritisierte Weiger.

Der BUND-Vorsitzende sprach sich zudem gegen die ins Gespräch gebrachten Steuervorteile für Diesel-Neuwagen wie auch gegen eine so genannte „Klimaprämie“ aus. „Viel zu lange hat sich die Bundesregierung hinter den Lügen der Autobosse vom angeblich sauberen, klimafreundlichen Diesel versteckt. Jetzt muss auch die Kanzlerin Schluss machen mit der Diesel-Klimalüge. Weil Diesel-Fahrzeuge immer größer und schwerer wurden, sind sie Klimakiller und verdienen den Steuernachlass von 18 Cent pro Liter nicht“, sagte Weiger.

Im Offenen Brief forderte der BUND-Vorsitzende den sofortigen Stopp der steuerlichen Besserstellung von Dieselkraftstoff sowie Strafzahlungen der Autohersteller. Die auf diese Weise gesparten oder eingenommenen Summen müssten direkt in den Ausbau und die technische Erneuerung des öffentlichen Verkehrs fließen.

Ministerin Drese: LAGuS ist unverzichtbarer Dienstleister für die Menschen in MV

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute in Rostock den Jahresbericht 2016 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) vorgestellt. „Diese Fachbehörde mit ihren qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserem Bundesland“, sagte Drese.

Die Ministerin machte anhand von Leistungsdaten und konkreten Beispielen aus den Abteilungen des LAGuS die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben der Behörde deutlich. Drese: „Rund 4.500 öffentlich geförderte Projekte wurden dort im vergangenen Jahr bearbeitet mit einem Gesamtvolumen von etwa 460 Millionen Euro.“

Die Ministerin hob besonders die mittlerweile sehr gute Inanspruchnahme der Förderung der Familienerholung für einkommensschwache Familien sowie die niedrigschwelligen Angebote im Bereich des Kinder- und Opferschutzes hervor. Drese: „Die Hilfen für die Schwächsten unserer Gesellschaft und für Opfer von häuslicher, sexualisierter oder sonstiger Gewalt sind mir besonders wichtig.“

Im Bereich Soziales verwies Drese auf die steigende Zahl der schwerbehinderten Menschen in MV mit rd. 216.000 Betroffenen (13,3 % der Gesamtbevölkerung, bundesweit knapp 10%). „Hier lautet das Ziel: mehr Teilhabe“, so Drese. „Das Integrationsamt im LAGuS fördert insbesondere die Teilhabe am Arbeitsleben, z.B. durch das ‚Budget für Arbeit‘ und durch Integrationsprojekte wie die CAP-Märkte.“ Die Ministerin warb in diesem Zusammenhang bei Unternehmen, mehr Menschen mit Behinderungen und Handicaps eine Chance im Arbeitsleben zu geben. „Finanzielle Mittel für Fördermaßnahmen sind durch die Ausgleichsabgabe vorhanden, betonte Drese.

Einige Eckdaten für das Jahr 2016

  • Es gab z. B. etwa 49.000 Feststellungen/Bescheide zum Schwerbehindertenrecht (1.000 mehr als 2015).
  • 15.516 Anträge auf Elterngeld sind bewilligt worden (233 mehr als 2015).
  • In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 23 (+3) Integrationsprojekte, in denen 119 (+6) Menschen einen Job haben, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung sonst keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten. Alle Integrationsprojekte werden vom LAGuS gefördert.
  • Insgesamt wurden im LAGuS 2.333 ESF-finanzierte Fördermaßnahmen mit einem Volumen von 168 Millionen Euro bewilligt, begleitet und abgerechnet (2015: 1.867 Maßnahmen mit 158 Millionen Euro). Hinzu kommen 2.116 Maßnahmen mit einem Volumen von 290 Millionen Euro aus Landesmitteln (2015: 2.262 Maßnahmen mit 281 Millionen Euro).
  • Etwa 21.500 Trink- und Badewasserproben wurden analysiert (2015: 23.000 Proben).
  • Knapp 15.000 Fälle von Infektionskrankheiten wurden im LAGuS registriert (2015: knapp 13.000).
  • Das LAGuS überwacht die Einhaltung der Hygienevorschriften in allen stationären medizinischen Einrichtungen in MV. Die Behörde ist außerdem in MV für die Apothekenaufsicht zuständig.
  • Im Bereich Arbeitsschutz gab es fast 12.000 Betriebsüberprüfungen (2015: 12.000) und ca. 2.000 Baustellenüberprüfungen (2015: 2.500).

Das LAGuS ist an sechs Standorten im Bundesland MV vertreten (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald, Neustrelitz). 457 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen im Auftrag der Landesregierung mehr als eine halbe Milliarde Euro für soziale und gesundheitliche Belange der Menschen in MV um. Dabei spielen die Digitalisierung und der elektronische Formularservice eine immer größere Rolle.