Impfpflicht einführen

Schwerin -Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag die Initiative der Bundesregierung zur Einführung einer beschränkten Impfpflicht gegen Masern diskutiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe machte deutlich, dass er die Initiative begrüßt.

„Eine bundesweite beschränkte Impfpflicht gegen Masern kann dazu beitragen eine hochansteckende und gefährliche Krankheit wie die Masern auszurotten. Als Landesregierung werden wir deshalb die auf Bundesebene laufenden Initiativen und rechtlichen Prüfungsprozesse zur Einführung einer beschränkten Impfpflicht gegen Masern unterstützen. Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der Impfbereitschaft waren nicht ausreichend. Um die Durchimpfungsraten bundesweit deutlich zu steigern, möchte die Bundesregierung daher eine beschränkte Impfpflicht gegen Masern in Gemeinschaftseinrichtungen und für medizinisches Personal einführen. Mecklenburg-Vorpommern erreicht in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 % bei der 2. Masernimpfung.

„Um bestehende Impflücken jedoch bundesweit zu schließen erscheint die Impfpflicht als geeignete Maßnahme. Hohe Impfquoten sind kein Selbstläufer. Masernviren zirkulieren daher weiter und es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. Fehlender Impfschutz besteht besonders bei den unter Zweijährigen und jungen Erwachsenen“, so Glawe weiter. Die von der Weltgesundheitsorganisation zur Eliminierung der Masern geforderte Impfquote von über 95 Prozent wird in Deutschland nicht erreicht (nur 93 Prozent der Schulanfänger sind zweimal gegen Masern geimpft, Stand 2017).

Erfahrungen anderer EU-Staaten, wie z. B. Frankreich zeigten, dass die Einführung einer „beschränkten Impfpflicht“ gegen bestimmte Krankheiten dazu führen kann, dass die Impfquoten für andere (freiwillige) Schutzimpfungen abnehmen. „Vor diesem Hintergrund der möglichen Auswirkungen einer „beschränkten Impfpflicht“ auf die Inanspruchnahme von anderen Schutzimpfungen, sind flankierende Maßnahmen daher ebenso wichtig. Essentielle Maßnahmen sind, zum Beispiel kontinuierliche und sachliche Aufklärung, niedrigschwellige Impfangebote sowie Erinnerungssysteme (z. B. U-Untersuchungen)“, sagte Glawe.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ gestartet. Neben dem Internetauftritt www.mv-impft.de wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen.

Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert. Weitere Informationen zum Impfen gibt es unter www.mv-impft.de . Ziel in MV sollte es sein, die sehr hohen Impfquoten für alle empfohlenen Schutzimpfungen zu halten und möglichst weiter zu verbessern. Hierfür leisten die Gesundheitsämter und die niedergelassenen Ärzte seit Jahren einen erheblichen Beitrag.

„Die Menschen in MV müssen auch in Zukunft über den Nutzen von Impfungen aufgeklärt werden, um die flächendeckend vorhandenen Impfangebote bestmöglich zu nutzen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat zum Abschluss der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde auf die Herausforderungen der Branche aufmerksam gemacht.

„Die Gesundheitswirtschaft wächst rasant weiter. Das ist kein Selbstläufer. Die Branche ist ein Schlüsselbereich, um zu mehr zukunftsfähigen und innovativen Arbeitsplätzen sowie mehr Wertschöpfung im Land zu kommen. Damit dies so bleibt, muss weiter eine Menge getan werden. Drängende Herausforderungen sind die Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung, Existenzgründungen mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sowie die weitere Internationalisierung der Branche insgesamt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

und 700 Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben an der zweitägigen Veranstaltung in Rostock-Warnemünde teilgenommen. Die Gäste kamen unter anderem neben Deutschland aus der Schweiz, Finnland, Polen, Frankreich, Israel, Norwegen und Estland. Die Gesamtorganisation für die 15. Branchenkonferenz hat die BioCon Valley GmbH übernommen. Glawe hat eine positive Bilanz der zweitägigen Konferenz gezogen.

„Unser Land hat sich von der besten Seite gezeigt. Die Mischung der Konferenz aus Workshops, Messe, Vorträgen und Diskussionen kommt bei den Gästen an“, so Glawe weiter.

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass mehr Gründungen in der Gesundheitswirtschaft notwendig sind. „Existenzgründungen sind die Frischzellenkur für die heimische Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, Unternehmen bei der Umsetzung von neuen, innovativen Ideen zu unterstützen. Die Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hat großes Potential, Lösungen für die anstehenden Versorgungsherausforderungen zu entwickeln und nachhaltig wirtschaftliche Erfolge zu generieren. Das macht sich immer mehr auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Mehr neue Jobs entstehen“, sagte Glawe.

Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums gibt es beispielsweise durch das Programm MV-Gründerstipendium. Es unterstützt Gründungswillige mit Hochschulabschluss oder beruflicher Praxis bei der Umsetzung ihrer innovativen und wissensbasierten Geschäftsidee durch Beihilfen zum Lebensunterhalt für bis zu 18 Monate. Hier geht es monatlich um 1.200 Euro, bei Promovierten um 1.400 Euro, die aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) finanziert werden.

Eine weitere Unterstützung gibt es durch die Gründungs- und Startup-Förderung des Wirtschaftsministeriums wie beispielsweise dem Beteiligungsfonds der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH (MBMV) mit dem revolvierenden Fonds „MBMV innoSTARTup“. Neu ist, dass neben den Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt auch Beteiligungen für digitale Geschäftsmodelle vergeben werden können. Darüber hinaus gibt es den Venture Capital Fonds Mecklenburg-Vorpommern (VCFMV). Dieser wurde angelegt, um jungen technologieorientierten Unternehmen den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern.

Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Jahr 2018 ein Exportvolumen von rund 600 Millionen Euro, was einem Anteil von 5,3 Prozent am Gesamtexport des Landes entspricht.

„Der Export gesundheitsrelevanter Güter hat eine starke Wachstumsdynamik entfaltet, dennoch haben wir hier ordentlich Nachholbedarf. Wir müssen die internationale Bühne auf Messen für die Vermarktung und das Kennenlernen der Branche noch stärker nutzen. Umso wichtiger ist es, dass heimische Unternehmen vor Ort mit ihrem Potential, ihrem Know-how und ihren Produkten auf sich aufmerksam machen. Das verbessert auch die eigene Wettbewerbsposition, sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Das Land unterstützt die Teilnahme von Akteuren an den beiden weltweit bedeutendsten Medizin-Fachmessen – MEDICA in Düsseldorf und Arab Health in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) – durch eine Förderung von Firmengemeinschaftsständen und Koordinierungsleistungen der BioCon Valley® GmbH. „Beide Messen sind für die Aussteller des Landes ein unverzichtbarer Marktplatz zur Kundenpflege und zur weltweiten Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen“, erläuterte Glawe weiter.

„Die Analyse der volkswirtschaftlichen Daten zeigt, M-V hat mit der strategischen Ausrichtung auf die Gesundheitswirtschaft das richtige Gespür bewiesen und nimmt eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung sind heute Kennzeichen der Branche bei uns im Land“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Aktuell sind 154.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,8 Milliarden Euro) leistet die Branche zudem einen immensen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung. Jeder fünfte Erwerbstätige (20,6 Prozent) arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in dieser Branche.

Zahlenangaben: In der gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) erfasst das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die im Mai erstmals vorgestellten Zahlen stellen auf Basis des Jahres 2016 Vergleiche zwischen den Bundesländern her.

Kooperation Uni Greifswald und AMEOS Klinika

Ueckermünde – Die AMEOS Klinika Ueckermünde und Anklam werden „Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Greifswald. Dafür haben die Universitätsmedizin Greifswald und das AMEOS Klinikum einen Vertrag zum akademischen Lehrkrankenhaus abgeschlossen. Mit dem AMEOS Klinikum Anklam wurde eine Lehrkooperation im Rahmen des Praktischen Jahres vereinbart.

„Ich freue mich sehr, dass diese Kooperation zustande gekommen ist. Unser Ziel ist, dass es gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land gibt. Dazu gehört auch eine gute medizinische Versorgung. Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit dazu beiträgt, angehende Ärztinnen und Ärzte für Anklam, Ueckermünde und Umgebung zu gewinnen“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann am Dienstagnachmittag in Ueckermünde.

Wie bei diesem Projekt sei Vorpommern auch an anderer Stelle Vorreiter. Dahlemann: „Ob mit der E-Patientenakte, dem innovativen Ärztenetzwerk Haffnet oder den multiplen Häusern. Das alles stärkt die Lebensqualität der Menschen vor Ort und bietet Ärzten und Pflegekräften attraktive Rahmenbedingungen.“

Es sei gut, wenn Medizinstudentinnen und Medizinstudenten der Universität Greifswald auch in Vorpommern ihr Praktisches Jahr absolvieren könnten. „Dies zeigt, dass wir hier gut zusammenarbeiten, zum Wohle des Einzelnen und zum Wohle der ganzen Region“.

Es ist das erste Mal, dass das Krankenhaus diesen Lehrauftrag übernimmt. Ab dem Wintersemester 2019 können Medizinstudierende das Angebot der AMEOS Uniklinika Ueckermünde und Anklam nutzen.

Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig

Leipzig – In Leipzig (Sachsen) findet seit Mittwoch (05. Juni) die zweitägige Gesundheitsministerkonferenz aller Länder statt. Ein Thema vor Ort ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

„Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen ist eine Herausforderung vor allem für ländliche Regionen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung, wie beispielsweise in unserem Flächenland. Wir brauchen mutige und innovative Ideen, die in konkrete Projekte vor allem auch für Flächenländer in Deutschland führen. Ziel ist es, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln, um eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung sicherzustellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Glawe forderte, die Etablierung digitaler Leistungen in der Regelversorgung zu erleichtern sowie eine stärkere Beteiligung der Länder an den Entscheidungen zu erreichen.

„Wir brauchen mehr Projekte auf Länderebene. Die Länder brauchen zusätzliche Kompetenzen für die Steuerung der Entwicklung innovativer Versorgungsformen. Konkret ist es wichtig, dass die Rolle regionaler Projekte bei der Weiterentwicklung in die bundesweite Regelversorgung gestärkt wird. Wenn Projekte sich als tauglich erweisen, ist es notwendig, diese auch in die Praxis zu überführen. Es sind Anpassungen im Sozialgesetzbuch nötig, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies könnte unter anderem durch die Etablierung eines geregelten Verfahrens zur Überführung von experimentellen digitalen Leistungen in die Regelversorgung sowie die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für die Länder zur Steuerung der Entwicklung innovativer, regionaler Versorgungsformen sein“, so Glawe weiter.

Gesundheitsminister Glawe machte im Zusammenhang einer sektorenübergreifenden Versorgung auch auf das Thema Telemedizin aufmerksam. „Im Kern geht es darum, dass nützliche und notwendige Entwicklungen bei uns im Land ermöglicht werden. Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist dabei eine Chance, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und zu verbessern“, betonte Glawe weiter.

Glawe warb in Leipzig für die Einführung einer Impfpflicht. „Die Impfpflicht muss kommen. Vor allem in Kindertagesstätten und Schulen ist es wichtig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle. Die hohen Impfquoten müssen gehalten beziehungsweise weiter verbessert werden. Das ist kein Selbstläufer“, machte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend deutlich.

Anfang Mai 2019 hat das Bundesgesundheitsministerium einen Referentenentwurf eines Gesetzes für den Schutz gegen die Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) vorgelegt. Der Gesetzentwurf sieht den verpflichtenden Nachweis eines bestehenden Impf- bzw. Immunschutzes gegen die Masern für Personen vor, die in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen, dort betreut werden oder tätig sind. Gleiches gilt für medizinisch tätiges Personal in Einrichtungen. Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung erreicht.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. Neben dem Internetauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert.

Sieger-Projekte im Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft

Rostock  – „Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ – unter diesem Motto hatte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Kooperation mit der BioCon Valley® GmbH, dem Netzwerk für Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, zum zehnten Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft aufgerufen. Heute wurden die Gewinner des landesweiten Wettbewerbs durch den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe in Rostock ausgezeichnet.

„Die Sieger-Projekte zeichnen sich durch die Entwicklung innovativer Lösungsansätze und neuartige Verfahren und Produkte in der Gesundheitswirtschaft aus. Hier schlummert enormes Potenzial, die Verfahren und Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die Siegerbeiträge der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, viele kleinere und größere Vorhaben in der Gesundheitswirtschaft umzusetzen, um das Angebot an gesundheitsfördernden Produkten und Dienstleistungen im Land qualitativ zu erweitern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Für die zehnte Ausgabe des Wettbewerbs wurden zukunftsweisende innovative Ideen für Dienstleistungen, Prozesse und Projekte für die Gesundheitswirtschaft gesucht, die das Potenzial der Branche durch Vernetzung, Kooperation, Marketing, Fachkräftesicherung und Internationalisierung weiter erschließen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standortes Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. In diesem Jahr gingen insgesamt 19 Projektideen in die Bewertungsrunde ein. Bei den sechs zur Förderung vorgeschlagenen Projektideen handelt es sich insgesamt um ein Fördervolumen in Höhe von bis zu 862.000 Euro und um ein Gesamtprojektvolumen in Höhe von bis zu 1,19 Millionen Euro.

„Mit dem Wettbewerb sollen unter anderem Netzwerkprojekte, die im Ergebnis zu konkreten, marktfähigen Verfahren, Produkten und Dienstleistungen führen, umgesetzt sowie neue Produkte und Dienstleistungen durch Marketingmaßnahmen am Markt platziert werden. Das bringt die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommerns weiter voran“, sagte Glawe. Die Gesundheitswirtschaft beinhaltet das Gesundheitswesen im engeren Sinne und umfasst zudem die Produktion und Vermarktung aller Güter und Dienstleistungen, die im weitesten Sinne der Herstellung und Bewahrung von Gesundheit dienen. Dazu gehören auch die medizinische Vorleistungs- und Zulieferindustrie sowie viele Dienstleistungen rund um das Thema Gesundheit, etwa im Gesundheitstourismus.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte der Gesundheitswirtschaft unterstützt, die erfolgreich umgesetzt wurden. Insgesamt wurden seit 2008 (bis einschließlich 2019) in zehn Ideenwettbewerben 58 Projektideen mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 9,8 Millionen Euro in Höhe von 7,1 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) unterstützt. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro zur Verfügung.

„Für Mecklenburg-Vorpommern ist die Gesundheitswirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, der sich stetig und im Vergleich zu anderen Branchen im Bundesland stärker entwickelt. Mit rund 154.000 Erwerbstätigen arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte im Land in dieser Branche“, sagte Glawe.

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes ist im Ländervergleich in Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Prozent (ca. 5,8 Milliarden Euro) am bedeutendsten. Seit 2008 stieg die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft um rund 56 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht heute in der Gesundheitswirtschaft. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16 Euro in anderen Branchen des Bundeslandes.

Überblick der Gewinner des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft 2019

NIPOKA aus Greifswald

www.nipoka.com

PEMP – innovative und schnelle Quantifizierung der Nierenstruktur

Das Analyseverfahren erlaubt erstmals, schnell, exakt und quantitativ die Veränderungen einer speziellen Zelle in der Niere, die in 80 Prozent aller Nierenerkrankungen verändert ist, zu bestimmen. Durch diese neue Kennzahl ist nun eine gezieltere Forschung und effiziente Entwicklung von heilenden Medikamenten möglich geworden. Zudem erlaubt dieses Verfahren eine sehr genaue und personalisierte Diagnostik in der Nephrologie. In der Projektlaufzeit wird eine Marketingstrategie entwickelt, um das Verfahren im Rahmen einer Dienstleistung Forschungsinstituten, Kliniken und Pharmafirmen international anzubieten.

„Das Unternehmen plant, sein Quantifizierungsverfahren international zu vermarkten. Das stärkt den Ruf Mecklenburg-Vorpommerns als Gesundheitsland und Innovator der Gesundheitswirtschaft“, sagte Glawe.

SensID GmbH aus Rostock

www.sens-id.com

TÜV für Krebsdiagnostik

Das Unternehmen befasst sich unter anderem mit der Entwicklung und Herstellung von Referenzmaterialien für die Gendiagnostik bei Krebserkrankungen. Alle Diagnosemethoden hängen letztlich von der Qualität ihrer Kontrollen ab. Durch die Bereitstellung zertifizierter Referenzmaterialien kann die Qualität molekularer Diagnosemethoden verbessert werden. Somit soll ein Beitrag geleistet werden, Patienten eine optimale Therapie anzubieten. SensID hat hierfür Lösungen entwickelt, die am internationalen Markt vertrieben werden sollen. Die Produkte sollen gesicherte Aussagen zur Erkrankung und den entsprechenden Therapiemöglichkeiten ermöglichen. Sie werden gezielt deutschen und internationalen Uni-Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Diagnostiklabore angeboten.

„Die Entwicklung und Erforschung der neuartigen Referenzmaterialien hat das Unternehmen gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Ein gelungenes Beispiel für das enge Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe.

Orthopädie-Technik-Service aktiv GmbH aus Greifwald

www.ot-aktiv.de

SpinePatch – Entwicklung flexibler Sensor-Patches zum Monitoring der orthetischen Versorgung der Wirbelsäule

In der Therapie von Wirbelsäulenproblemen kommen Orthesen zum Einsatz, die in unterschiedlicher Ausprägung eine Stütz- und Korrekturfunktion übernehmen. Häufig werden diese Orthesen durch die Patienten nicht korrekt angelegt oder nicht konsequent getragen. Um den Patienten während der Therapie zu unterstützen, werden zuschneidbare Sensorpatches auf Basis smarter Textilien entwickelt, die zum flächigen Monitoring des Anpressdrucks von Wirbelsäulenorthesen unterschiedlicher Ausprägung genutzt werden kann. Der Arzt kann die von den Sensoren erfassten Daten auslesen und die Therapie optimieren. Der Patient erhält über einen eingebauten Aktor Informationen über den richtigen Sitz der Othese und kann gegebenenfalls Korrekturen vornehmen. Der Therapieerfolg kann somit gesteigert werden.

„Das SpinePatch zeigt an, ob technische Hilfsmittel richtig am Körper sitzen, um die optimale Wirkung zu erreichen. Das Produkt hilft Erkrankten und dem medizinischen Personal gleichermaßen, um bestmögliche Therapieerfolge zu erreichen“, sagte Glawe.

Solvamed GmbH aus Rostock

CutSep – ein neuer, patentierter Ansatz zur Verhinderung von Kathetersepsis

Die Solvamed GmbH hat ein neues Verfahren zur Desinfektion des Stichkanals in der oberen Hautschicht beim Setzen von Kathetern entwickelt. Bestehend aus einem Applikator und Gel, reinigt „CutSep“ und schützt vor der Übertragung von Keimen auf den zentralen Venenkatheter und ähnlichen Instrumenten. Im Hinblick auf die CE-Zertifizierung wird eine klinische Studie durchgeführt und mit Hilfe entsprechender Marketingmaßnahmen die internationale Vermarktung angestrebt.

„Die Technik soll später auch bei weiteren medizinischen Instrumenten wie beispielsweise Venülen oder Pins ihren Einsatz finden“, sagte Glawe.

Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde

www.rostock.de/tourismuszentrale-rostock-warnemuende.html

GLOW – Der Gesundheitslotse im Thalasso-Seebad Warnemünde

Ziel des Projektes ist es, die gesundheitsfördernde Wirkung des Meeres und des Klimas stärker erlebbar zu machen und sie in buchbaren Paketen den Gästen des Seebades Warnemünde anzubieten. Dabei werden Service und Qualität der Angebote noch stärker in den Fokus gerückt indem spezifische Kundenbedürfnisse herausgearbeitet und die notwendigen organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Agieren im Markt geschaffen werden. Durch die Etablierung einer Schnittstelle zwischen Gast und lokalem Leistungsträger sowie entsprechender Marketingmaßnahmen wird sich Warnemünde als Thalasso-Standort profilieren.

„Immer mehr Gäste in Mecklenburg-Vorpommern wollen in ihren Ferien auch Gesundheitsangebote wahrnehmen. Mit der Umsetzung eines Gesundheitslotsen sollen Urlauber künftig unkompliziert passende Angebote finden“, sagte Glawe.

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. aus Greifswald

www.inp-greifswald.de

Sporosan – neuartiges Händedesinfektionsverfahren zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen

Das Team Nebula Labs vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. hat einen neuen Wirkstoff zur Händedesinfektion entwickelt, der neben multiresistenten auch sporenbildende Keime – gegen welche kein bislang zugelassenes Händedesinfektionsmittel wirkt – in Sekunden abtötet. Die zum Patent angemeldete Desinfektionstechnologie basiert auf einer innovativen Formel. Die erzeugte Substanz ist wasserbasiert, hautfreundlich und unbedenklich für die Umwelt. Im Rahmen des Projektes wird die Formulierung des Desinfektionsmittels finalisiert und ein geeignetes Spendersystem entwickelt. „Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen ist ein wichtiges Thema für das medizinische Personal, Patienten und Besucher. Eine schnell wirksame und einfach anzuwendende Desinfektionslösung hilft, das Risiko einer Ansteckung zu mindern“, sagte Glawe.

Weltnichtrauchertag

Schwerin – Der morgige (Freitag, 31.05.2019) Weltnichtrauchertag steht unter dem Motto „Tabakkonsum und Lungengesundheit“. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe machte auf die Gefahren und Folgen des Rauchens aufmerksam.

„Rauchen ist auch heute eine weit verbreitete und oftmals unterschätzte Gefahr für unsere Gesundheit. Dabei ist das Rauchen Risikofaktor Nummer Eins beim Lungenkrebs. Das gefährliche ist, dass es für Lungenkrebs kein Früherkennungsprogramm gibt. Der beste Weg vorzusorgen, ist deshalb mit dem Rauchen gar nicht erst anzufangen oder aufzuhören. Wir müssen auf die Gefahren weiter aufmerksam machen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe am Donnerstag.

Für das Jahr 2019 erwartet das Gemeinsame Krebsregister für Mecklenburg-Vorpommern ungefähr 960 Neuerkrankungen an Lungenkrebs bei Männern und 490 bei Frauen. Jedes Jahr sterben in Mecklenburg-Vorpommern 730 Männer und 330 Frauen an Lungenkrebs (Durchschnitt der Jahre 2015 und 2016). Davon sind demnach rund 850 Todesfälle auf Rauchen zurückzuführen. Im Zeitraum 2011-2015 zeigte sich in Gebieten mit einem hohen Raucheranteil auch eine hohe Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs. Mecklenburg-Vorpommern gehört neben Berlin und Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern mit dem höchsten Raucheranteil in Ostdeutschland.

Im Vergleich zu Brandenburg, Sachsen und Thüringen, wo die Raucherquote niedriger ist, war die Neuerkrankungsrate nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters um 26 Prozent erhöht. Frauen erkrankten in Städten aufgrund des unterschiedlichen Rauchverhaltens tendenziell häufiger an Lungenkrebs als Frauen auf dem Land. In Rostock und Schwerin lag die Neuerkrankungsrate bei Frauen 21 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Nur 16 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen in Ostdeutschland überleben die ersten fünf Jahre nach einer Lungenkrebsdiagnose. Die Überlebensrate hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. „Lungenkrebs gehört dennoch zu den Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose“, so Glawe weiter.

Bei der Prävention von Tabakkonsum und dessen Folgen besteht noch deutlichen Handlungsbedarf. „Durch die Verabschiedung und Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes ist es gelungen, dass die Bürger sowohl an öffentlichen Plätzen als auch in Restaurants wirksam und deutlich besser als früher vor gesundheitlichen Gefahren geschützt werden“, betonte Glawe. „Nun muss es allen Verantwortlichen darum gehen, dass durch Maßnahmen, die auf das Verhalten insbesondere der jungen Menschen ausgerichtet sind, der Tabakkonsum verhindert oder zumindest reduziert wird. Kinder und Jugendliche brauchen nichtrauchende Vorbilder“.

Gesundheitsminister Glawe machte in diesem Zusammenhang auch auf die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) und der regionalen Suchtberatungsstellen durch das Land aufmerksam. Diese setzen Suchtpräventionsmaßnahmen insbesondere in Schulen um. „Auch durch E-Zigaretten und E-Shisha wird das Thema Rauchen vor neue Herausforderungen gestellt. Hier müssen wir die Auswirkungen noch besser kennen, um gegebenenfalls unsere Präventionsangebote darauf anzupassen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt aufhörwillige Raucher. Dafür bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf http://www.rauchfrei-info.de Beratung und Begleitung an. Darüber hinaus gibt es auch einen „Ersparnis-Rechner“ für jede nicht-gerauchte Zigarette.

Qualifizierung von Kinderärzten

Rostock – In Rostock hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie eröffnet. Im Mittelpunkt standen Themen der Gesunderhaltung und der Heilung von Lungenerkrankungen.

„Die Pädiatrie und insbesondere deren Sicherstellung im ländlichen Raum stehen in unserem Land vor großen Herausforderungen. Durch die demographische Entwicklung im ländlichen Raum nimmt der Anteil an Kindern und Jugendlichen an der Bevölkerung tendenziell eher ab. Eine gute und möglichst wohnortnahe kinder- und jugendmedizinische Versorgung ist eine dennoch eine wichtige Rahmenbedingung damit Familien auch gern im ländlichen Raum leben. In den vergangenen Jahren nahmen chronische Erkrankungen im Kindesalter zu, so dass durchaus ein entsprechender kindermedizinischer Behandlungsbedarf auch bei stagnierenden und sinkenden Kinderzahlen gegeben ist“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Diskutiert wurden im Rahmen der Tagung Möglichkeiten der personalisierten Medizin bis zur Tabakprävention und dem Einsatz der Telemedizin in der Pädiatrie.

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe machte deutlich, dass ein Landesprogramm zur Förderung der Weiterbildung und Qualifizierung von Kinderärzten aufgelegt werden soll.

„Gefördert werden dabei die Weiterbildung von Ärzten in Zentren für Kinder- und Jugendmedizin in einem Weiterbildungsverbund, um die Anstellung am Zentrum und ein abschnittsweises Tätigwerden an einem kleinen Krankenhaus zu ermöglichen. Es geht auch darum Kinderärzte in Zentren für Kinder- und Jugendmedizin zu qualifizieren, um beispielsweise die Expertise für Kinderrheumatologie oder Kinderonkologie im Land zu erhalten. Ziel ist es, die medizinische Versorgung von Kindern in ländlichen Gebieten sicherzustellen und weiter zu verbessern“, so Glawe weiter.

Das Programm soll 2020 beginnen und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Vertragspartner sollen dabei das Land, die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung sein.

Die Jahrestagung steht unter dem Motto „Neue Möglichkeiten und Herausforderungen“. Sie findet vom 24. bis 26. Mai 2019 in Rostock statt. Die Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie e.V. (APPA) ist eine regionale Arbeitsgruppe innerhalb der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Sie vertritt nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig die kinderallergologisch und -pneumologisch tätigen Ärzte aus den ostdeutschen Bundesländern.

Impfen in der Diskussion

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Mittwoch das Thema „Impfen rettet Leben – Impfpflicht einführen“ diskutiert worden. „Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle. Bis zur Einführung einer bundesweiten Impfpflicht gegen Masern, sollte daher geprüft werden, ob in Mecklenburg-Vorpommern die Einführung einer Impfpflicht gegen Masern in Kindertagesstätten sinnvoll wäre oder ob die wenigen vorhandenen Impflücken im Land durch andere Maßnahmen geschlossen werden können. Ziel in MV sollte es sein, die sehr hohen Impfquoten zu erhalten bzw. weiter zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch. Die Aufnahme einer Impfplicht in das Kindertagesförderungsgesetz müsste durch das Sozialministerium geprüft werden.

Um die Zirkulation der Masern zu verhindern, werden von der Weltgesundheitsorganisation Impfraten von 95 Prozent gefordert. In Deutschland sind 93 Prozent der Schulanfänger zweimal gegen Masern geimpft (Stand 2017). „Einheimische Masernviren zirkulieren daher weiter und es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. In Deutschland sind neben Kindern auch Jugendliche und Erwachsene betroffen. Dies zeigt, dass der eigentlich im Kindesalter vorzunehmende Impfschutz teilweise vernachlässigt wird und freiwillige Maßnahmen zur Stärkung der Impfbereitschaft zu wenig greifen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. So wurden dem Robert Koch-Institut für 2018 insgesamt 543 Masernerkrankungen übermittelt, im laufenden Jahr sind es bereits mehr als 300 Fälle.

Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung erreicht. „Das ist kein Grund zum Ausruhen. Es muss weiter viel dafür getan werden, dass dies so bleibt“, machte Glawe deutlich.

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen. „Sie bringen eine hohe Rate an Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich und sind daher keine harmlose „Kinderkrankheit“. Insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren kann es als Spätfolge einer Maserninfektion zu einer schweren und tödlich verlaufenden Gehirnerkrankung kommen (subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)). Impfstoffe zählen zu den wirksamsten und sichersten Präventivmaßnahmen im Kampf gegen Krankheitserreger“, betonte Gesundheitsminister Glawe weiter. Durch Einführung der Impfung gegen Masern zu Beginn der 1970er Jahre konnte die Erkrankung weltweit zurückgedrängt werden.

Zur Prävention stehen gut verträgliche und hochwirksame Impfstoffe zur Verfügung, die zu einem langfristigen Schutz für den Einzelnen, aber auch zu einem Kollektivschutz in der Bevölkerung führen. Dadurch lassen sich Epidemien verhindern, wodurch wiederum auch Personengruppen geschützt werden, die aufgrund bestehender medizinischer Kontraindikationen oder ihres Lebensalters nicht gegen Masern geimpft werden können, so z. B. Personen mit Erkrankungen des Immunsystems oder Säuglinge. Für die Impfung wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gegen Masern, Mumps und Röteln schützt.

Gesundheitsminister Glawe hat im Landtag auch für die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) geworben. Gestartet wurde die Kampagne im Oktober 2018. „Vorhandene Impflücken lassen sich durch zielgruppenspezifische Maßnahmen ansprechen. Dass die Menschen in MV positiv gegenüber Impfungen eingestellt sind, zeigte sich im Rahmen der Impfkampagne bereits innerhalb der ersten drei Monate seit Kampagnenstart. Zusätzlich zu den wöchentlich angebotenen Impfsprechstunden der Gesundheitsämter konnten in 54 Impfaktionen im Land 3446 zusätzliche Impfdosen verimpft werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Neben dem Internettauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien, wie Spots für Kinos, sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. MV impft ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert.

Pflegerische Versorgung in M-V

Schwerin – Im Landtag in Schwerin ist das Thema „Pflegerische Versorgungsstruktur“ diskutiert worden. „Mecklenburg-Vorpommern unterliegt einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer Zunahme von altersassoziierten Erkrankungen und dem Anstieg von Pflegebedürftigkeit. Die Sicherstellung der künftigen pflegerischen Versorgung ist nur mit erheblichen Anstrengungen auf verschiedensten Ebenen zu bewältigen. Der Bedarf an pflegerischen Leistungen im Land steigt. Das bedeutet, wir brauchen mehr gut ausgebildete und motivierte Pflegekräfte, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes, welche bereits mit einer bedarfsgerechten Ausbildung von künftigen Pflegefachpersonen beginnt. Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung ist dabei ein besonderes Anliegen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

„Um den steigenden Fachkräftebedarf in der Pflege abzudecken, werden in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab dem Schuljahr 2019/2020 die Auszubildenden in der Pflege in allen Jahrgängen vom Schulgeld befreit“, so Glawe weiter. Ab dem 1. Januar 2020 tritt das Bundesgesetz zur Reform der Pflegeberufe vollständig in Kraft und novelliert die bestehenden Ausbildungen in der Pflege. Ab diesem Zeitpunkt sind dann alle Pflegeausbildungen bundesweit schulgeldfrei gestellt.

„Um ein Aufschieben einer Pflegeausbildung zu verhindern, haben wir gemeinsam mit dem Bildungsressort Fördergrundsätze für eine vorgezogene Schuldgeldfreiheit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) entwickelt. So können bereits ab diesem Schuljahr auch an den privaten Schulen kostenfreie Pflegeausbildungen aufgenommen werden. Es finden ca. ein Viertel der Ausbildungen an Pflegeschulen in freier Trägerschaft statt, drei Viertel der Pflegeschüler sind an öffentlichen Schulen unseres Landes“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Die Kosten aus dem ESF belaufen sich auf ca. 1,2 Mio. Euro. Parallel werden die Landesregelungen zur Umsetzung erarbeitet. Die Ausgestaltung inhaltlicher Aspekte erfolgt in der Landesexpertenkommission. Diese setzt sich aus Vertretern des Wirtschafts-, Sozial- und Bildungsressorts sowie der beruflichen Schulen und Hochschulen des Landes zusammen. „Nur unter Mitwirkung aller an der pflegerischen Versorgung beteiligten Akteure wird es gelingen, diese umfassende Reform in unserem Land erfolgreich umzusetzen und damit gute Ausgangsbedingungen für den Einstieg ins Berufsleben in der Pflege zu schaffen“, mahnte Glawe.

Eine quantitativ und qualitativ gut aufgestellte Ausbildungsstruktur im Land reicht aber nicht aus, um Versorgungsengpässen vollumfänglich entgegen zu wirken.

„Um die Pflegefachkräfte langfristig in ihrem Beruf zu halten, müssen vorrangig die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden. Beispielhaft ist die Bestrebung, die Pflegedokumentation im Land zu optimieren, genannt. Die bundesweite Initiative zur Neuausrichtung der Dokumentationspraxis in der ambulanten und stationären Langzeitpflege wurde in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren unterstützt und umgesetzt“, sagte Glawe.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V ist Mitglied des Koordinierungsausschusses in M-V und begleitet die beteiligten ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen bei der Implementierung.

Auch die verstärkte Gewinnung ausländischer Fachkräfte kann dazu beitragen, Versorgungsengpässen entgegen zu wirken. „Die Landesregierung hat es sich daher zum Ziel gesetzt, zugelassene Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland für eine Pflegeausbildung in MV zu unterstützen. Im Februar dieses Jahres wurde ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt. Diese Bestrebungen sollen weiter ausgebaut werden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Letztlich beteiligt sich die Landesregierung an der auf Bundesebene initiierten Konzertierten Aktion Pflege. Zusammen mit den Ländern, Pflegeberufs- und Pflegeberufsausbildungsverbänden, Verbänden der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, der Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbänden, der Berufsgenossenschaft, der Bundesagentur für Arbeit sowie den Sozialpartnern wurden und werden in diesem Rahmen konkrete Empfehlungen und Maßnahmen erarbeitet, um Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten für Fach- und Helferkräfte zu verbessern; Auszubildende für die neue Pflegeausbildung zu gewinnen; die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu stärken; Pflegekräfte in der Pflege zu halten; den Wiedereinstieg in den Beruf zu fördern und auch Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

„Die ersten Ergebnisse liegen vor. So hat man sich zum Beispiel zum Ziel gesetzt, die Zahl der Auszubildenden bis 2023 bundesweit um zehn Prozent zu steigern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Für den Zeitraum 2011 bis 2020 wurde eine Bedarfsanalyse an Pflegefachpersonen vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorgenommen. Demnach ist von einem zusätzlichen Personalbedarf von insgesamt 2.917 Pflegefachkräften (180 Personen in Krankenhäusern, 1.131 Personen in den ambulanten Pflegediensten, 1.606 Personen in den stationären Pflegeeinrichtungen) auszugehen. Im Jahr 2015 hatte Mecklenburg-Vorpommern knapp 80.000 pflegebedürftige Menschen; nach ersten Hochrechnungen des Gesundheitsministeriums werden im Jahr 2030 etwa 93.000 Pflegebedürftige zu versorgen sein.

Alkohol – die unterschätzte Droge

Schwerin – Alkohol ist eine Gesellschaftsdroge. Sie ist immer präsent und fast überall erhältlich. Trotz positivem Trend, ist sie immer noch die Volksdroge Nummer 1. Die Aktionswoche Alkohol ist eine Präventionskampagne, die auf Freiwilligkeit, Bürgerengagement und Selbsthilfe baut. Mit ihrer Botschaft „Alkohol? Weniger ist besser!“ wendet sie sich an alle, die Alkohol trinken. Das sind über 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Aktionswoche findet alle zwei Jahre bundesweit statt und soll anregen, über den eigenen Konsum nachzudenken. Viele Vereine und Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich an der bundesweiten Aktionswoche, um das Thema Alkohol in die Öffentlichkeit zu bringen. 6.331 Menschen suchten 2018 wegen eines Alkoholproblems die Suchtberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern auf. 4.926 waren davon zwischen 30 und 59 Jahren alt.

„Diese Zahlen allein zeigen, wie wichtig es ist, die Alkoholprävention weiter voranzutreiben und bei Erwachsenen das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum zu schärfen. Mit Verboten allein kommt man allerdings nur wenig voran, wichtig ist eine vernünftige Aufklärung über die Folgen von Alkoholmissbrauch. Dabei geht es auch um die Vorbildfunktion der Erwachsenen, die einen erheblichen Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen habe. Die Aktionswoche ist ein gutes Beispiel, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Ich danke allen Unterstützern und Organisatoren“, betonte Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern.

Oberbürgermeister Rico Badenschier: „In Schwerin werden aktuell 802 Klienten in Suchtberatungsstellen betreut, davon 443 mit der Diagnose Alkohol. Die Zahl spricht eine eindeutige Sprache und zeigt einmal mehr, wie wichtig Aufklärungsarbeit bei Kindern- und Jugendlichen ist. Deshalb unterstützen wir als Stadt finanziell nicht nur die beiden Suchtberatungsstellen, sondern auch die Suchtprävention. Ganz besonders freue ich mich, dass die verschiedenen Veranstaltungen der Aktionswoche in diesem Jahr im gesamten Stadtgebiet stattfinden. So wird beispielsweise im gerade neu eröffneten Campus am Turm die Wanderausstellung ‚bunt statt blau‘ gezeigt.“

Die Aktionswoche in Mecklenburg-Vorpommern wird am 20.05.2019 um 8.45 Uhr mit Grußworten des Oberbürgermeisters und des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in der Aula der VHS Schwerin eröffnet.

Schüler*innen aus Schwerin werden den Film „Zoey“ erleben. Im Vorfeld haben die Schüler*innen die Möglichkeit, sich an verschiedenen Mitmachaktionen mit dem Thema Alkohol auseinanderzusetzen.

Für Erwachsene wird in Kooperation mit „Kino unterm Dach“ am 23.05.2019 um 19.30 Uhr der Film „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ gezeigt. Anschließend folgt eine Gesprächsrunde. Nicht nur der Eintritt ist frei, sondern es werden auch alkoholfreie Getränke gereicht.

 Weitere Veranstaltungen im ganzen Land finden Sie unter www.lakost-mv.de und www.aktionswoche-alkohol.de

Infoveranstaltung für Medizinstudierende

Greifswald – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat bei einer Informationsveranstaltung zum „Praktischen Jahr“ der Universitätsmedizin Greifswald bei Studierenden für eine ärztliche Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern geworben.

„Wir wollen Studierende der Medizin möglichst frühzeitig für eine ärztliche Tätigkeit im Land gewinnen und aufzeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern ein attraktiver Lebens- und Arbeitsraum ist. Mit der Informationsveranstaltung gehen die Kliniken den richtigen Weg und zeigen jungen Medizinern eine Vielzahl beruflicher Perspektiven auf“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Bei der Veranstaltung waren zehn Krankenhäuser aus der Region vertreten, die den Medizinstudierenden Einsatzmöglichkeiten für das Praktische Jahr (PJ) vorstellten. Das PJ wird im letzten Studienjahr nach dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach einem fünfjährigen Medizinstudium als eine zusammenhängende praktische Ausbildung von 48 Wochen abgeleistet. Das PJ wird in drei Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen (Tertiale) unterteilt, die in der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Allgemeinmedizin oder in einem weiteren klinisch-praktischen Fachgebiet zu leisten sind.

„Der Umgang mit den Patienten steht im Praktischen Jahr im Mittelpunkt der Ausbildung. Das ist für die Studierenden eine ideale Möglichkeit, mit intensiver Unterstützung durch den Lehrarzt ihr Wissen anzuwenden. Zugleich können die künftigen Ärzte im Praxiseinsatz unterschiedliche Bereiche ihres Berufes praxisnah kennenlernen“, sagte Glawe.

Um eine flächendeckende ärztliche Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern, unterstützt das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Studierende im Praktischen Jahr. Studierende der Medizin im Land können während eines Tertials des Praktischen Jahres in niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxen eine finanzielle Unterstützung von 200 Euro pro Monat erhalten.

Bei Einsätzen in Praxen, die außerhalb der Universitätsstädte Greifswald und Rostock liegen, haben Studierende die Möglichkeit, eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 800 Euro pro Monat zu erhalten. Die Förderung ist auf 16 Wochen begrenzt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Kassenärztliche Vereinigung für diese Förderung in Höhe von 50.000 Euro aus Landesmitteln. Die Kassenärztliche Vereinigung gibt zur Unterstützung der Medizinstudierenden ebenfalls 50.000 Euro dazu.

„Wir wollen bereits während des Studiums Interesse für eine ambulante hausärztliche Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern wecken. Da die Entfernung der Lehrpraxis zur Universität oder zum Wohnort ein wichtiges Kriterium sein kann, sollen erhöhte Fahrtkosten und eventuell notwendige Unterkunftskosten ausgeglichen werden“, sagte Glawe.

Um Studierende für eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu motivieren, vergibt das Wirtschaftsministerium zudem Stipendien in Höhe von 300 Euro monatlich längstens für einen Zeitraum von vier Jahren und drei Monaten. Insgesamt stehen mindestens eine Million Euro für das Programm zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die zukünftigen Ärzte an einer Hochschule im Land immatrikuliert sind.

Die Medizinstudierenden verpflichten sich im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen, sei es ambulant, im Krankenhaus oder im ganzen Land im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu sein. Der nächste Bewerbungsschluss für die Stipendien ist der 15. August 2019 für einen Förderbeginn zum 01. Oktober 2019.

An der Informationsveranstaltung nahmen neben der Universitätsmedizin Greifswald neun weitere Krankenhäuser teil: Sana-Krankenhaus Rügen (Bergen), Kreiskrankenhaus Demmin, Klinikum Karlsburg, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, Asklepios Klinik Uckermark, Asklepios Klinik Pasewalk, HELIOS HANSE-Klinikum Stralsund, Kreiskrankenhaus Wolgast, KMG-Klinikum Mitte GmbH (Kyritz/Pritzwalk/Wittstock).

Arzneimittelrückstände in Gewässern

Schwerin – Allein in Deutschland werden laut Umweltbundesamt jährlich rund 30.000 Tonnen Humanarzneimittel verkauft. Von den in Deutschland ca. 2.300 für die Humanmedizin zugelassenen Wirkstoffen werden etwa 1.200 als umweltrelevant eingestuft. Auch in Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern werden Arzneimittelrückstände nachgewiesen.

„Um den Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt zu minimieren, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Das Vorsorgeprinzip muss dabei großgeschrieben werden: Nur wenn mehr umweltfreundliche Arzneimittel auf den Markt kommen, der Medikamentenbedarf durch Gesundheitsförderung insgesamt gesenkt wird, die Arzneimittelentsorgung optimiert wird und damit insgesamt weniger Medikamente und deren Rückstände in die Umwelt gelangen, haben wir eine Chance das Problem der Gewässerverunreinigung anzugehen. Hier stehen wir noch am Anfang eines langen Weges.“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf der 11. Jahrestagung des Arbeitskreises „Umweltschutz im Krankenhaus“ der Krankenhausgesellschaft M-V.

Einige dieser Substanzen stammen aus Krankenhäuser und anderen medizinische Einrichtungen, so der Minister. Viele der Arzneimittelrückstände in den Gewässern gelangen aber aus Privathaushalten durch die unsachgemäße Entsorgung von ambulant verschriebenen Medikamenten in das Abwasser. Auch die Tiermedizin trage zu den Arzneimittelbefunden in der Umwelt bei.

Die heute in Kläranlagen üblicherweise eingesetzten biologischen Aufbereitungsverfahren könnten einige organische Spurenstoffe im Abwasser relativ gut entfernen, andere Substanzen hingegen, darunter auch Arzneimittel, würden allerdings nur ungenügend eliminiert, führte der Minister aus. „Gelangen diese Substanzen in den Wasserkreislauf, können sie sich schon in niedrigsten Konzentrationen auf Wasserorganismen auswirken“, sagte er weiter.

In Mecklenburg-Vorpommern messe das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) seit gut 10 Jahren an über 220 Messstellen die Konzentrationen von Arzneimitteln in Fließ- und Küstengewässern, aber auch im Grundwasser und im Ablauf ausgewählter Kläranlagen, informierte Backhaus. Untersucht wurden 47 Arzneimittel und vier Metaboliten. Davon wurden 39 in Fließgewässern und 20 in Küstengewässern nachgewiesen. Hohe Befundhäufigkeiten wurden für das Analgetikum Diclofenac, die Betablocker Metoprolol und Bisoprolol, die Antiepileptika Carbamazepin und Gabapentin, sowie das Diuretikum Hydrochlorothiazid festgestellt. Häufig konnten auch die Röntgenkontrastmittel Amidotrizoesäure und Iodamidol nachgewiesen werden.

Im Grundwasser seien nur an sehr wenigen der insgesamt rund 270 untersuchten Messstellen 5 Arzneimittelwirkstoffe und zwei Röntgenkontrastmittel in Konzentrationen über 0,1 µg/l nachgewiesen worden, sagte Backhaus. „Für das Trinkwasser ergeben sich aus diesen Messwerten nach heutigem Stand der Wissenschaft keine Gesundheitsgefahr“, betonte er.

Selbst in Küstengewässern komme es trotz der stärkeren Verdünnung zu Befunden: „Das zeigt, dass hier etwas passieren muss!“, machte Backhaus deutlich. Es gebe in Deutschland bereits mehrere wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte für die sogenannte 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen. Auch im Gesundheitswesen beschäftigen sich wissenschaftliche Forschungsvorhaben damit, den Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt zu ermitteln und zu reduzieren.

Das Bundesumweltministerium arbeitet derzeit an einer Strategie zum Umgang mit Spurenstoffen in Gewässern. Erste Maßnahmenvorschläge, auf die sich Unternehmen, Umweltverbände, Wasserwirtschaft, Länder und Kommunen verständigt haben, wurden im März 2019 vorgelegt. Diese sollen nun in einer einjährigen Pilotphase getestet und evaluiert werden.

Minister Backhaus kündigte an, dass das LUNG im Rahmen der Berichte zur Gewässergüte bis Ende des Jahres einen ausführlichen Bericht zu Arzneimitteln in den Fließ- und Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns veröffentlichen werde.

20 Jahre Lehrstuhl für Unfallchirurgie

Greifswald – Vor 20 Jahren ist der Lehrstuhl für Unfallchirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald gegründet worden. Das Jubiläum wird noch bis Sonnabend in Greifswald mit einem Symposium zum Thema „Komplikationen in der Medizin – Niederlage oder Herausforderung“ begangen.

„Komplikationen sind anspruchsvollste Herausforderung, auch für operative Medizin. Diesen medizinischen Herausforderungen stellt sich die Universitätsmedizin Greifswald seit Gründung des Lehrstuhls unter Professor Doktor Ekkernkamp kontinuierlich und erfolgreich. Zwischenzeitlich hat sich der Lehrstuhl für Unfallchirurgie Greifswald eine über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus anerkannte hohe Fachkompetenz erarbeitet. So bildet zum Beispiel Herr Professor Peter Hinz auch in Vietnam Kollegen fort und hilft so konkret und uneigennützig beim Aufbau eines modernen Gesundheitswesens in dieser prosperierenden Region zum Wohle abertausender Patientinnen und Patienten. Dafür danke ich dem Lehrstuhlleiter Herrn Professor Doktor Ekkernkamp und Herrn Professor Doktor Hinz persönlich. Nach Greifswald kommen auch Patienten mit bereits eingetretenen oder zu erwartenden posttraumatischen und postoperativen Komplikationen zur Behandlung. Die Professur für Komplikationschirurgie ist die einzige an einer Medizinischen Fakultät in der gesamten Bundesrepublik. Und zugleich ist hier die einzige ausgewiesene Universitätshandchirurgie in Deutschland ansässig. Diese beispielhafte Entwicklung ist Ergebnis des hohen Engagements aller Mitarbeitenden in Greifswald“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es in den 37 Krankenhäusern – inklusive der Tageskliniken – insgesamt 11.486 Betten (Stand 01.01.2019). In der Klinik und Poliklinik für Unfall, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald mit 40 Betten kümmern sich 34 Ärzte sowie Kranken- und Gesundheitspfleger um Verunfallte mit leichten, schweren und schwersten Verletzungen. Jährlich wurden nach Angaben der Universitätsmedizin 17.662 ambulante Notfälle behandelt (2018). Eine besondere Aufgabe kommt der Versorgung der Mehrfach- und Schwerverletzten zu. Bei jährlich über 2.300 stationären Patienten werden rund 2.350 Operationen durchgeführt. Zudem gibt es ein überregionales Traumazentrum, zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, das die Versorgung von Schwerstverletzten der Region und überregional sichert.

„Der Lehrstuhl für Unfallchirurgie steht exemplarisch für die hohe Bedeutung unserer Gesundheitswirtschaft als ein humanistisches Zentrum zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, als boomender Wirtschaftsfaktor und als Beschäftigungsmotor in Mecklenburg-Vorpommern. Die Krankenhäuser und Universitätsmedizinen gehören zum Kernbereich der Branche und stehen mit den weiteren Akteuren im Gesundheitswesen als ein Garant für das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern“, hob Rudolph hervor.

„Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern noch intensiver als ganzheitliche Gesundheitsregion etablieren, denn die wirtschaftlichen Effekte der Gesundheitswirtschaft strahlen in viele Bereiche unserer Volkswirtschaft aus. Von großer Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem die Vorleistungs- und Zulieferindustrie. Dazu zählen unter anderem Medizintechnik, Pharmazeutik, Biotechnologie, Gesundheitshandwerk und der medizinische Handel. Hier sind wir stark aufgestellt. Auch der sogenannte zweite Gesundheitsmarkt rund um die privat finanzierten Produkte und Dienstleistungen für Gesundheit wächst stetig. Angebote im Gesundheitstourismus sowie zu den Themen Gesunde Ernährung und Gesundes Altern haben wir genauso aktiv in unserem Fokus“, sagte Rudolph.

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes beträgt etwa 15 Prozent (ca. 5,8 Milliarden Euro). In der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns sind derzeit rund 154.000 Erwerbstätige beschäftigt. Das bedeutet: Jeder fünfte Arbeitsplatz befindet sich in der Gesundheitswirtschaft. Etwa 69 Prozent der Bruttowertschöpfung der Branche werden in klein- und mittelständischen Unternehmen realisiert. Die Zahlen sind vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2018 erhoben worden.

Medizinische Fachkräfte im ländlichen Raum

Neustrelitz – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Freitag in Neustrelitz und Mirow für mehr medizinische Fachkräfte im ländlichen Raum geworben.

„Zu den Herausforderungen in unserem Bundesland zählen die flächendeckende Erreichbarkeit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung sowie die Fachkräftegewinnung vor allem im ländlichen Raum. Als Flächenland stehen wir vor besonderen Aufgaben, diese Herausforderungen zu bewältigen. Wir werben für attraktive Berufsmöglichkeiten auf dem Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Anlass war die „Landpartie“ der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV).

In den ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommern werden Hausärztinnen und Hausärzte zunehmend gesucht. „Diese Situation wird dadurch schwieriger, dass angesichts der demografischen Entwicklung mit zunehmendem Behandlungsbedarf pro Einwohner und damit auch mit größerem Bedarf an hausärztlichen Behandlungen zu rechnen ist“, so Glawe weiter.

Die Bedarfsplanung wird von der Kassenärztlichen Vereinigung umgesetzt (KVMV). In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der KVMV momentan etwa 1.200 Hausärzte. 35 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt und gehen voraussichtlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand.

Glawe sprach sich vor Ort für den Bau von Gesundheitszentren aus. „Wichtig ist es, dass die Zentren verschiedene ambulante Versorgungsaspekte berücksichtigen. Wohnortnahe, komplexe ambulante Versorgungsstrukturen können mit zusätzlicher mobiler Leistungserbringung eine Verbesserung in der Versorgung darstellen. Darüber hinaus wächst auch das Bedürfnis der angehenden Ärzte, im Angestelltenverhältnis tätig zu werden“, sagte Glawe.

In Friedland soll mit finanzieller Unterstützung durch das Land und europäischen Fördermitteln ein Gesundheitszentrum errichtet werden, dass neben der hausärztlichen Versorgung auch geriatrische Patienten inklusive bei der Palliativ-Geriatrie sowie chronisch kranke Patienten betreut und gleichzeitig Bürgerinnen und Bürger und Patienten in der Primär- und Sekundärprävention betreut. Das Wirtschaftsministerium und das Landwirtschaftsministerium stellen aus den Mitteln des LEADER-Programms insgesamt sieben Millionen Euro für den Bau oder Ausbau von Gesundheitszentren in Gemeinden und Städten zur Verfügung.

Das „Berufsmonitoring Medizinstudierende 2018“, eine bundesweite Befragung von über 13.000 Medizinstudierenden, die seit 2010 durch die Kooperation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Uni Trier sowie des Medizinischen Fakultätentages und der Bundesvereinigung der Medizinstudierenden ermöglicht wird, hat ergeben, dass etwa 95 Prozent der Medizinstudierenden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als den wichtigsten Anspruch an das Berufsleben als Ärzte nennen. Bei dem Wunsch nach einer eigenen Praxis sind die Zahlen von 60,3 Prozent in 2014 auf 53,4 Prozent in 2018 deutlich zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der Befragten würden dabei Gemeinschaftspraxen bevorzugen.

„Ein großer Teil der angehenden Medizinerinnen und Mediziner würde eine ärztliche Praxis in der Nähe des Heimatortes bevorzugen. Familie und soziales Umfeld sind offenbar immer wichtiger für Medizinstudierende als die Anziehungskraft von Metropolen. Das Potential der ausgebildeten Ärzte müssen wir noch besser nutzen, um sie für den ländlichen Raum zu gewinnen“, machte Glawe deutlich.

Glawe machte auf verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam, um medizinisches Personal für den ländlichen Raum zu gewinnen. „Ein Landarztgesetz ist in der Erarbeitung. Bei dem Gesetz geht es darum, durch eine Vorabquote Studierwilligen eine größere Chance auf einen Studienplatz zu geben“, sagte Glawe.

Diese verpflichten sich nach ihrer Aus- und Weiterbildung, eine Tätigkeit als Hausarzt oder Arzt im Öffentlichen Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern für mindestens zehn Jahre aufzunehmen. Darüber hinaus sind Stipendien für Studierende aufgelegt worden, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung für einige Jahre im Land als Ärztin oder als Arzt tätig zu werden.

Medizinstudierende in Mecklenburg-Vorpommern, die einen Teil ihres Praktischen Jahres in einer niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren, erhalten zukünftig während dieser Zeit eine weitere finanzielle Unterstützung. Studierende der Medizin in Mecklenburg-Vorpommern können während eines Tertials des Praktischen Jahrs in niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxen eine finanzielle Unterstützung von 200 Euro pro Monat erhalten. Bei Einsätzen in Praxen, die außerhalb der Universitätsstädte Greifswald und Rostock liegen, haben Studierende die Möglichkeit, eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 800 Euro pro Monat zu erhalten. Die Förderung ist auf 16 Wochen begrenzt.

Im Bereich der Weiterbildung gibt es Weiterbildungsverbünde, die es den Teilnehmern erleichtert, nahtlos ihre einzelnen Stationen der Weiterbildung ohne Zeitverlust nacheinander zu absolvieren. An den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin wurde ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin geschaffen, das die Qualität der Weiterbildung verbessern und den jungen Ärzten den Einstieg in den Hausarztberuf erleichtern soll. Neben der Niederlassung können sich junge Ärzte von Medizinischen Versorgungszentren oder auch Gemeinden anstellen lassen, wenn sie nicht gleich nach der Facharztweiterbildung eine eigene Niederlassung anstreben.

„Auch muss heute kein Arzt mehr dort wohnen, wo die Praxis betrieben wird – durch den Wegfall der Residenzpflicht können Praxissitz und Wohnsitz unterschiedlich sein. Das kann den Medizinern dabei helfen, Familie und Beruf noch besser zu vereinbaren“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Gesundheitswirtschaft in M-V

Berlin – In Berlin ist am Mittwoch die gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) vorgestellt worden. Darin erfasst das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die diesjährige Ausgabe stellt auf Basis des Jahres 2016 Vergleiche zwischen den Bundesländern her.

„Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich hervorragend. Mehr Wachstum, mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung sind wesentliche Ergebnisse für unser Land“, sagt der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

Mittlerweile sind 154.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Unser Bundesland ist deutschlandweiter Spitzenreiter bei Beschäftigung und Bruttowertschöpfung. Das sind rund 7.000 Arbeitsplätze mehr. In keinem anderen Bundesland gibt es eine derart hohe Beschäftigtenquote“ so Glawe weiter. Das bedeutet, dass jeder fünfte Erwerbstätige (20,6 Prozent) in dieser Branche arbeitet. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,8 Milliarden Euro) leistet die Branche zudem einen immensen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung. „Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht hier“, sagte der Minister.

„Die Gesundheitswirtschaft erweist sich als verlässliche Größe der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist im bundesweiten Vergleich aufgrund ihrer Innovationskraft und Beschäftigungsintensität ein Wachstums- und Arbeitsmarktmotor.“

Trotz der positiven Entwicklung der Branche gibt es noch weitere Herausforderungen. „Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker international ausrichten. Wir müssen mit unseren heimischen Produkten weiter international werben. Wer als Unternehmen exportiert, sichert und schafft auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im eigenen Land. Entscheidend ist, dass die neuen Märkte auch zielgerichtet erschlossen werden.

Gerade im Auslandsgeschäft braucht es einen langen Atem. Viele kleine Schritte führen zum Erfolg. Dazu gehört es, die Werbetrommel ordentlich zu rühren“, machte Glawe deutlich. Der Besuch von Messen, Investorentreffen vor Ort sowie das Durchführen von Konferenzen wie beispielsweise auch die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft sind hierbei wichtige Bausteine, um über die Landesgrenzen hinaus bekannter zu werden.

Schon früh hat Mecklenburg-Vorpommern die Gesundheitswirtschaft zu einem Schwerpunkt der Landesentwicklungspolitik gemacht. So existiert mit dem Kuratorium Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seinen fünf Strategiegruppen ein bundesweit einmaliges Gremium.

„Mit ihm hat die Landesregierung eine sektoren- und branchenübergreifende Kommunikationsplattform zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung etabliert, die bundesweit und international ihresgleichen sucht. Dies ist ein Beleg dafür, dass die vielfältigen Maßnahmen der Landesregierung greifen“, so Glawe.

Das 70-köpfige „Gesundheitswirtschaftsparlament“ berät und begleitet die Landesregierung bei der Umsetzung des „Masterplanes Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020“. Dieser stellt eine umfassende Innovationsagenda des Landes dar und ist die Basis für die Zielsetzung, Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zu einem führenden Gesundheitsland auszubauen.

Koordiniert werden alle Aktivitäten durch das Landesnetzwerk für Gesundheitswirtschaft, der BioCon Valley® GmbH. Als zentraler Ansprechpartner und Dienstleister unterstützt das Unternehmen die Akteure in der Branche und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Profilierung des Standortes.

Diese gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) erfasst alle Waren und Dienstleistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden – angefangen von Kliniken und Pharma über Medizintechnik und Biotechnologie bis hin zu Gesundheitstourismus und Fitness-Apps. Ermittelt werden jährlich die drei wesentlichen Kennziffern der Branche: Bruttowertschöpfung und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft, Zahl der Erwerbstätigen und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft sowie die Exporte und ihr Anteil am deutschen Gesamtexport.