Bedarfe für Humanmedizin prüfen

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag das Thema „Bedarfe für Humanmedizin prüfen“ diskutiert worden. „Uns alle verbindet das Ziel, die flächendeckende ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar. Deshalb müssen wir die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Ich denke, für Mecklenburg-Vorpommern bietet beispielsweise die Landarztquote eine Chance, die Versorgung im ländlichen Raum besser zu sichern. Dazu muss – dies ist eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts – der Bedarf an Absolventen des Studienganges Humanmedizin ermittelt werden. Wir wollen die Landarztquote so schnell wie möglich. Das Thema soll im Januar angegangen werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts-, Arbeits- und Gesundheitsminister Harry Glawe im Landtag.

Nach Schätzung des Gesundheitsministeriums in M-V ist von einem Hausärztebedarf von 164 niedergelassenen oder angestellten Ärzten und Ärztinnen in den nächsten fünf Jahren auszugehen. „Sollte die von CDU und SPD geforderte Evaluation ergeben, dass es einen weiteren Bedarf für Absolventen des Studienganges Humanmedizin für Mecklenburg-Vorpommern gibt, können wir dem mit der Einrichtung einer Landarztquote möglichst frühzeitig entsprechen. Immerhin leisten wir uns zwei engagierte medizinische Fakultäten, sodass die Bürger unseres Landes davon auch mittelbar in der ärztlichen Versorgung profitieren sollten“, so sagte Glawe weiter.

Gemeinsam mit dem Bildungs- und Energieministerium werden die Bedarfe evaluiert werden, wobei auch die Kassenärztliche Vereinigung einbezogen wird. Die Arbeitsgruppe „Ländliche Gestaltungsräume“ wird ebenso gefragt sein. Die Erkenntnisse aus dem Versorgungsforschungsauftrag an das Institut für Community Medicine an der Universität Greifswald insbesondere zur Pädiatrie und Geriatrie werden zudem nach Abschluss zur Verfügung gestellt werden können.

Den Weg der Einrichtung einer Landarztquote haben schon andere Bundesländer begonnen zu beschreiten: Zwischenzeitlich hat Nordrhein-Westfalen eine rechtliche Regelung auf den Weg gebracht, die auch als Vorbild für Mecklenburg-Vorpommern geeignet wäre. Die Medizinstudienplätze werden an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten. Die Landarztquote wird als Vorabquote eingeführt. „Das heißt: Die Vergabe der Plätze erfolgt im Rahmen eines vorgeschalteten Auswahlverfahrens. Das entspricht dem geltenden Zulassungsstaatsvertrag, nach dem bis zu 20 Prozent der Medizinstudienplätze über Vorabquoten vergeben werden können“, sagte Glawe. Der Minister plädierte darüber hinaus dafür, dass bei der Vergabe der Medizinstudienplätze auch berufliche Vorerfahrungen der Bewerber noch stärker berücksichtigt werden sollten.

Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung des Landes haben in den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen. „Das reicht nicht, wir müssen weiter werben und bereit sein neue Wege zu gehen“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe. Beispielsweise wird unter anderem ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und Medizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxen und Gesundheitshäusern.

M-V tritt Akademie für öffentliches Gesundheitswesen bei

Schwerin – Am Mittwoch hat der Landtag in Schwerin über den Gesetzentwurf zum Abkommen über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf abgestimmt. Der Gesetzentwurf wurde einstimmig von den Landtagsfaktionen angenommen. Das Gesetz tritt zum Jahreswechsel in Kraft. „Der Weg ist damit frei. Mecklenburg-Vorpommern kann offiziell der Akademie beitreten. Das freut mich, denn damit kann die Aus-, Fort- und Weiterbildung im öffentlichen Gesundheitsdienst in Mecklenburg-Vorpommern intensiviert werden. Ärztliche und nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen im Rahmen ihrer aufgabengerechten Qualifizierungen erstklassige Bedingungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe nach der Abstimmung.

Im Jahr 2017 haben rund 4.900 Beschäftigte an Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen teilgenommen. 2018 werden es etwa 5.100 Beschäftigte sein. Auf Grundlage einer befristeten Vereinbarung für 2018 wurde die Teilnahme von M-V an Veranstaltungen der Akademie abgesichert. Insgesamt 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes aus Mecklenburg-Vorpommern haben Veranstaltungen der Akademie besucht. „Qualitätsgerechte Fort- und Weiterbildungsangebote stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Vergleichbare Bildungseinrichtungen sind in zumutbarer Entfernung nicht vorhanden. Es gibt lediglich eine weitere Einrichtung in Bayern. Mit dem Beitritt können wir die Möglichkeiten für Weiterbildung deutlich verbessern“, so Glawe weiter.

1971 wurde auf der Grundlage eines von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein unterzeichneten Abkommens die Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf – kurz AföG genannt – gegründet. Nach Artikel 11 des Abkommens können weitere Länder den Beitritt erklären, was zuletzt Brandenburg und Rheinland-Pfalz getan haben. Aufgabe der AföG ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung insbesondere für Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitswesen.

Die mit dem Beitritt verbundenen aufwandsabhängigen Kosten in Höhe von jährlich geschätzt etwa 100.000 Euro sollen im Rahmen des vom Landtag beschlossenen Doppelhaushaltes für 2018/19 zwischen dem Land und den Kommunen einwohner- und teilnahmebezogen hälftig aufgeteilt werden. Im Frühjahr wurde eine Verwaltungsvereinbarung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten geschlossen.

Drese: Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss auch pflegende Angehörige berücksichtigen

Sozialministerin Stefanie Drese übernimmt das Steuerrad für den ASMK-Vorsitz 2019 von ihrem Amtskollegen Karl-Josef Laumann (NRW).

Sozialministerin Stefanie Drese übernimmt das Steuerrad für den ASMK-Vorsitz 2019 von ihrem Amtskollegen Karl-Josef Laumann (NRW).

Münster – Die Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister der Länder haben auf ihrer diesjährigen Jahreskonferenz (ASMK) die Bundesregierung aufgefordert, Strategien und konkrete Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für pflegende Angehörige zu entwickeln und umzusetzen.

„Ziel unseres beschlossenen Antrages ist es, parallel zu der Konzentierten Aktion Pflege, die vor allem Verbesserungen in der professionellen Pflege vorsieht, den großen Bereich der nichtprofessionellen Pflege in den Blick zu nehmen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese zum Abschluss der zweitätigen ASMK-Beratungen in Münster.

Pflegende Angehörige sind bundesweit mit großem Abstand die tragende Säule der pflegerischen Versorgung. Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden mehr als 75 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut.

Zu den von der ASMK dringend für erforderlich gehaltenen grundsätzlichen Veränderungen gehören eine vereinfachte Gesetzeslage sowie ein verbesserter Rechtsanspruch für pflegende Angehörige auf Freistellung sowie Lohnersatzleistung. Drese: „Dazu müssen das Pflegezeitgesetz sowie das Familienpflegezeitgesetz erweitert und zusammenführt werden. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf muss genauso selbstverständlich werden, wie die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf.“

Am Ende der ASMK übergab der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann das Steuerrad an Mecklenburg-Vorpommern als Vorsitzland 2019. Ministerin Drese kündigte an, Maßnahmen für eine zukunftsfeste und qualitativ gute Pflege als ein Schwerpunktthema der ASMK auch im kommenden Jahr zu verankern.

„Diagnose Mukoviszidose – was tun?“

Wustrow – „Diagnose Mukoviszidose – was tun?“ – Betroffene und ihre Familien sowie medizinische Fachkräfte tauschen sich noch bis Sonntag beim 20. Wochenendseminar des Mukoviszidose- Zentrums Mecklenburg-Vorpommern in Wustrow (Landkreis Vorpommern-Rügen) über neue Behandlungsmethoden und Verfahren aus.

„Mukoviszidose ist eine schwere Erkrankung, die meist mit einer deutlichen Reduzierung der Lebenserwartung und der Lebensqualität einhergeht. Nach der Diagnose und während der Therapie haben Betroffene oft viele Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Das Wochenendseminar bietet eine wichtige Unterstützung. Neben medizinischen Fachvorträgen ist ausreichend Raum für den Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage und gegenseitige Hilfestellungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Deutschland sind rund 8.000 Menschen an Mukoviszidose erkrankt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des Mukoviszidose-Zentrums etwa 100 Erkrankte, darunter 45 Kinder und Jugendliche. Der Begriff Mukoviszidose setzt sich aus den lateinischen Wörtern mucus (Schleim) und viscidus (zäh) zusammen. Infolge eines Gendefektes wird in vielen Organen des Körpers ein zäher Schleim produziert. Bereits im Kindesalter können verschiedene Krankheitserscheinungen auftreten; vor allem die Lunge und die Bauchspeicheldrüse, aber auch weitere Organe wie beispielsweise die Leber oder die Gallenblase und die Gallenwege sind von der Erkrankung betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt seit 2003 die ambulante Behandlung von Mukoviszidose-Patienten in vier Ambulanzen, den Mukoviszidose-Zentren an den Krankenhäusern in Schwerin, Rostock, Greifswald und Neubrandenburg.

„Ein fest integrierter Bestandteil der Mukoviszidose-Zentren sind die regionalen Selbsthilfegruppen, die eine wichtige Arbeit leisten. Hier finden Erkrankte ein breites Spektrum an Erfahrung im Leben mit Mukoviszidose sowie Unterstützung und Hilfe vor Ort“, sagte Glawe.

Das Mukoviszidose-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern entstand im Oktober 2001 durch einen Vertrag der Chefärzte der Kinderkliniken Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Schwerin. Damit wurden deutschlandweit erstmals neue Strukturen etabliert, die 2002 von der Ärztekammer als Struktur der Mukoviszidose-Behandlung zertifiziert wurde. In dem Zentrum wird nach einheitlichen Diagnostik- und Therapie-Standards gearbeitet.

Standorte und Ansprechpartner

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ernst-Moritz-Arndt Universität, Ferdinand-Sauerbruch-Straße 17475 Greifswald; Priv.-Doz. Dr. Sebastian M. Schmidt (Zentrums-Sprecher) schmidt3@uni-greifswald.de
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, Dr.-Salvador-Allende-Straße 30, 17036 Neubrandenburg, Oberärztin Dr. Birte Kinder
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Rostock, Rembrandtstr. 16/17, 18057 Rostock, Oberärztin Dr. Katja Breuel
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios-Kliniken Schwerin, Wismarsche Str. 397, 19049 Schwerin, Oberärztin Dr. Veronika Fischer
Assoziiert die Ostsee-Kurklinik Fischland, An der Seenotstation 1, 18347 Ostseebad Wustrow, Dr. Ines Eggers
Elternsprecher: Hans-Joachim Walter, Willi-Bredel-Str.7, 17034 Neubrandenburg; jwalter222@gmx.de

Welt-Aids-Tag am 01. Dezember

Schwerin – Am Sonnabend, den 1. Dezember, ist Welt-Aids-Tag. Kernbotschaft ist in diesem Jahr: „Stopp Diskriminierung von Menschen mit HIV“. „Die gesellschaftliche Akzeptanz ist auch heute für die erkrankten Menschen im Alltag eine Herausforderung. Gerade wenn es um das Thema ´HIV´ und ´Aids´ geht, gibt es noch immer viele Vorurteile. Unwissenheit führt dabei oft auch zu Ängsten. Integration statt Diskriminierung: Es muss weiter in Mecklenburg-Vorpommern aufgeklärt werden. Es gibt ein Netz an Beratungs- und Aufklärungsstellen für sexuelle Gesundheit. Die Beratung ist anonym und kostenfrei möglich“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Nach einer Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin (47/2018) des Robert-Koch-Institutes (RKI) wird die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland und bei Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland mit HIV infiziert haben, für das Jahr 2017 auf 2.700 geschätzt und nimmt damit gegenüber 2016 ab. In Deutschland lebten Ende 2017 nach Schätzung des RKI rund 74.800 Menschen mit einer gesicherten HIV-Diagnose. In Mecklenburg-Vorpommern sind 660 Menschen HIV positiv. Es gab 2017 insgesamt 65 geschätzte Neuinfektionen. Vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, sind nach wie vor am stärksten von einer Neuinfektion betroffen – der Anteil dieser Gruppe an den Gesamtzahl der HIV-Infizierten ist bundesweit und auch in Mecklenburg-Vorpommern gesunken (von 66,6 Prozent 2016 auf 53,8 Prozent in 2017).

Laut RKI legen die aktuellen Daten die Schlussfolgerung nahe, dass der Ausbau von zielgruppenspezifischen Testangeboten und ein früherer Behandlungsbeginn auch in Deutschland Erfolge zeigen. „Dieser Weg muss konsequent weiter umgesetzt werden, insbesondere durch eine weitere Verbesserung der Testangebote und die Gewährleistung des Zugangs zur Therapie für alle von HIV betroffenen Menschen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Weltweit leben etwa 36,9 Millionen Menschen mit HIV. Noch lange haben nicht alle Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten. Und noch immer erleben Betroffene Ausgrenzung und Stigmatisierung. Am 1. Dezember findet deshalb jedes Jahr der Welt-Aids-Tag statt. Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist – und zu zeigen, dass wir alle respektvoll zusammen leben können (Quelle: Welt-Aids-Tag.de). „Mit dem Welt-Aids-Tag wird auch das Thema Prävention in den Mittelpunkt gerückt. Prävention ist am Ende der beste Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Impfen? – „Wissen schützt!“ startet in den Schulen in M-V

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern belegt beim Thema Impfen einen bundesweiten Spitzenplatz – das zeigen aktuelle Einschulungsuntersuchungen. Bei der Schutzimpfung gegen die Masern ist MV neben Brandenburg das einzige Bundesland, welches die empfohlene 95 Prozent-Impfquote bei der zweiten Masern-Impfung erreicht. Doch wie kann man die Impfquoten auf diesem Niveau halten? Jetzt hält das Impfthema unter dem Titel „Wissen schützt!“ Einzug in die Schulen des Landes.

„Präventive Impfungen sind bisher die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Durch Impfungen lassen sich entsprechend schwere Verläufe verhindern. Mit dem Projekt ´Wissen schützt´ werden Kinder und Jugendliche an den Schulen fächerübergreifend gezielt über Infektionskrankheiten, deren Folgen sowie dem Nutzen von Impfungen informiert. Im Schulunterricht kann auf diese Weise über Unsicherheiten bezüglich des Gesundheitsschutzes und des Nutzens von Impfungen informiert werden. Das ist ein wichtiger Beitrag, um die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern“, betont der Gesundheitsminister des Landes Harry Glawe zum Start von „Wissen schützt!“ in der Ostsee-Schule Wismar stellvertretend für alle Schulen im Land. Minister Glawe dankte allen Lehrerinnen und Lehrern sowie Kooperationspartnern, die das Projekt unterstützen.

Das Programm „Wissen schützt!“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (Klassenstufe 5-10) und kann in allen Schularten eingesetzt werden. Interessierte Schulen des Landes erhalten ab sofort Unterrichtmaterialien, um das Wissen der Jugendlichen über das menschliche Immunsystem, Infektionskrankheiten und die Bedeutung des Impfschutzes zu vertiefen. Die Inhalte der Unterrichtsmaterialien wurden durch das Zusammenwirken vieler Akteure insbesondere durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales erstellt und bieten ein umfangreiches Portfolio u.a. Informationstexte, Video-Clips, Übersichtskarten und Arbeitsblätter.

Dabei kann der Lernstoff nicht nur im Biologieunterricht und in den naturwissenschaftlichen Fächern eingesetzt werden, sondern bietet auch Methoden, die sich für die Unterrichtsfächer Deutsch, Gesellschaftswissenschaften oder Lebensgestaltungskunde eignen. Verantwortliche Lehrerinnen und Lehrer erhalten dazu eine geeignete Impffortbildung durch die Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung (inteam). Aktuell sind bereits Pädagogen von 46 Schulen aus dem ganzen Land qualifiziert worden. Die Kosten für die Unterrichtsmaterialien und Schulungen übernimmt die AOK Nordost.

„Wir wollen Schülerinnen und Schüler aufklären, vor welchen Krankheiten sie sich mit einer Impfung schützen können. ´Wissen schützt!´ verstehen wir wortwörtlich“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Wer Bescheid weiß, kann Risiken einschätzen und gezielt eine Entscheidung treffen. Außerdem trägt die Kampagne dazu bei, gerade bei jungen Menschen mit Impfmythen aufzuräumen. Lehrerinnen und Lehrern stehen Materialien zur Verfügung, die sie in ihrem Unterricht verwenden können. Das ist eine gute Sache“, sagte Hesse.

Trotz der Möglichkeit, durch entsprechende Impfungen Erkrankungen vorzubeugen, erkranken in Deutschland immer noch viele Menschen an vermeidbaren Infektionserkrankungen. Ein bekanntes Beispiel sind die Masern. Es war ein angestrebtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern in Europa bis zum Jahr 2015 zu eliminieren. Dafür empfiehlt die WHO eine Impfquote von mindestens 95 Prozent.

In Deutschland lag sie bei den Schuleingangsuntersuchungen 2016 bei der zweiten Masern-Impfung jedoch nur bei 93 Prozent. Insgesamt nimmt Mecklenburg-Vorpommern die Spitzenposition in der deutschen Impfstatistik ein. Mit einer Quote von beispielsweise 97 Prozent für Diphtherie, Tetanus, Polio und Pertussis, 96 Prozent bei Röteln oder 95 Prozent bei der Meningokokken- und Hepatitis-B-Schutzimpfung führt Mecklenburg-Vorpommern die Impfstatistik in Deutschland an.

Das Programm „Wissen schützt!“ an Schulen soll dazu beitragen, dass dieser hohe Impfschutz in Mecklenburg-Vorpommern erhalten bleibt. Damit bekräftigen die Kooperationspartner – die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit und Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes, die AOK Nordost sowie der Verein zur Förderung der Prävention in M-V – die Botschaft der im Oktober gestarteten Impfkampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de), auch als Appell an andere Bundesländer und deren Bürgerinnen und Bürger.

MV: Zahl der jugendlichen Komasäufer stark gestiegen

DAK-Gesundheit: 2017 landeten 473 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Schwerin – In MV ist die Zahl jugendlicher Komasäufer zum dritten Mal in Folge gestiegen. Im Jahr 2017 kamen nach aktuellen Informationen der DAK-Gesundheit 473 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Nach bisher unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2016 um 22,5 Prozent.

Im vergangenen Jahr landeten 273 Jungen und 200 Mädchen aus Mecklenburg-Vorpommern im Alter zwischen zehn und 20 Jahren nach Alkoholmissbrauch in der Klinik – 87 mehr als im Jahr 2016. Die Zahl der männlichen Betroffenen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent, bei Mädchen und jungen Frauen dieser Altersstufe gab es einen Anstieg von 15,6 Prozent. Die meisten Betroffenen gab es bei den 15 bis unter 20-jährigen Jungen. Von ihnen kamen 2017 insgesamt 224 nach einem Rauschtrinken in die Klinik – fast 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Mädchen dieser Altersgruppe ist ein leichter Anstieg von 1,6 Prozent zu verzeichnen (130 Betroffene).

Im Langzeitvergleich zum Jahr 2000 stieg die Zahl der jugendlichen Komasäufer um 90 Prozent. In der Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen mussten 119 (2016 = 80) Kinder in einer Klinik behandelt werden. Das bedeutet einen Anstieg von nahezu 50 Prozent. „Die aktuellen Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass wir mit unserer Kampagne „bunt statt blau“ weiter aufklären müssen. Jede Alkoholvergiftung eines Kindes oder Jugendlichen ist eine zu viel“, sagt Sabine Hansen, Leiterin der DAK-Landesvertretung in MV. „Deshalb starten wir auch in 2019 die erfolgreiche Aufklärungskampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“, die in Mecklenburg-Vorpommern unter der Schirmherrschaft von der Sozialministerin Stefanie Drese steht.

Ministerin Drese sieht in den Zahlen eine alarmierende Entwicklung. „Wir müssen aufklären, wachrütteln und unsere gemeinsamen Präventionsanstrengungen in Mecklenburg-Vorpommern weiter konsequent fortsetzen. Mir ist besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche verstehen, dass es nicht cool ist, Alkohol zu trinken. Sich in einen Rausch zu trinken, ist kein Zeichen von Stärke. Stärke bedeutet viel mehr „Nein“ zusagen, wenn Freunde wie selbstverständlich Alkohol konsumieren und dabei keine Grenzen kennen. Mit der Kampagne “bunt statt blau“ sollen Jugendliche motiviert werden, Persönlichkeit zu zeigen und maßvoll mit Alkohol umzugehen“, so Ministerin Stefanie Drese.

2019: Zehn Jahre „bunt statt blau“

Beim Wettbewerb „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ werden im kommenden Jahr zum zehnten Mal Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. Die Schulen in MV werden zur Teilnahme eingeladen. An der Kampagne nahmen seit dem Jahr 2010 mehr als 95.000 junge Künstler teil. Weitere Informationen gibt es unter www.dak.de/buntstattblau.

Abkommen über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf im Landtag in Schwerin eingebracht. „Wir wollen damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Land Mecklenburg-Vorpommern leisten, dessen ärztliche und nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen ihrer aufgabengerechten Aus-, Fort- und Weiterbildung auf qualifizierte Einrichtungen wie die Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf angewiesen sind“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

1971 wurde auf der Grundlage eines von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein unterzeichneten Abkommens die Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf – kurz AföG genannt – gegründet. Nach Artikel 11 des Abkommens können weitere Länder den Beitritt erklären, was zuletzt Brandenburg und Rheinland-Pfalz getan haben. Aufgabe der AföG ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung insbesondere für Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitswesen. „Dies gilt für die ärztlichen und nichtärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere der Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte sowie des Landes. Vergleichbare Bildungseinrichtungen sind in zumutbarer Entfernung nicht vorhanden; eine weitere Einrichtung besteht nur in Bayern“, so Glawe weiter.

Nachdem im Jahr 2017 nahezu 4.900 Beschäftigte an Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen teilgenommen haben, werden es 2018 bereits 5.100 sein. In diesem Jahr führt die Akademie insgesamt 185 Veranstaltungen durch, wobei sich insbesondere die Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen jeweils über mehrere Wochen bis Monate erstrecken. Neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Akademie auf insgesamt 27 Vollzeitstellen wurden in diesem Jahr 578 nebenamtliche Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Praxis in den Veranstaltungen eingesetzt.

Durch den in Aussicht gestellten Beitritt wurde auf Grundlage einer befristeten Vereinbarung für 2018 die weitere Teilnahme von Beschäftigten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes unseres Landes an Veranstaltungen der Akademie abgesichert. „Diese wurde rege genutzt. Insgesamt 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Mecklenburg-Vorpommern haben im laufenden Jahr Veranstaltungen der Akademie besucht“, sagte Glawe. „Da die Erweiterung der Kapazitäten der Akademie entsprechende Länderbeiträge erfordert, wollen wir in Abstimmung mit den betroffenen Kommunen dem AföG-Abkommen mit Wirkung zum Jahreswechsel beitreten.“

Die mit dem Beitritt verbundenen aufwandsabhängigen Kosten in Höhe von jährlich geschätzt etwa 100.000 Euro sollen im Rahmen des vom Landtag beschlossenen Doppelhaushaltes für 2018/19 zwischen dem Land und den Kommunen einwohner- und teilnahmebezogen hälftig aufgeteilt werden. Im Frühjahr wurde eine Verwaltungsvereinbarung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten geschlossenen.

Erste Verbundforschungsprojekte am neuen Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg vorgestellt

Karlsburg – Im Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg (KDK) sind am Mittwoch die ersten Verbundforschungsprojekte vorgestellt worden. „Wir haben das Wachstumspotential der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit zwei neuen innovativen Projekten soll die Lebensqualität von Diabetikern perspektivisch deutlich verbessert werden. Durch unser Engagement hier in Karlsburg wird die Zusammenarbeit von  Forschung, Wirtschaft, Medizin und Ingenieurskunst potenziert werden. Ich erwarte neue innovative Lösungen, Produkte und Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft, die sowohl marktfähig sind als auch mehr Wohlstand in unserem Land generieren. Nur das kann unser Anspruch sein“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die strukturelle Ausrüstung mit Laboreinrichtungen und wissenschaftlichen Geräten wurde vom Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern und der EU mit rund 2,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

Das Unternehmen Orthopädie – Technik – Service aktiv GmbH aus Greifswald hat in Karlsburg ein innovatives Projekt „DFS-Frühwarnsystem vorgestellt. „Innovativer Kern des Projektes ist die Entwicklung einer intelligenten Einlegesohle zur fortlaufenden Erfassung und Übertragung des Temperatur- und Bewegungsprofils am Fuß von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom“, sagte Rudolph. Partner im Projekt sind das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg und das Institut für Diabetes „Gerhard Katsch“ aus Karlsburg. Das Wirtschaftsministerium fördert das Verbundprojekt mit ca. 910.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die Firma Human Med AG entwickelt mit dem Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg und der Universität Rostock innovative Technologien zur Aktivierung und klinischen Applikation von Geweben und Zellen für die Behandlung chronischer Wunden. „Es sollen Fettstammzellen zur besseren Wundheilung eingesetzt werden. Das ist ebenso ein Beitrag zur Vorbeugung von für den Diabetes typischen Komplikationen“, betonte Rudolph. Das Unternehmen Human med aus Schwerin ist seit 25 Jahren auf dem Gebiet der medizinischen Geräte der Wasserstrahltechnologie tätig. Das Projekt ist gegenwärtig in der Antragstellung.

Das Konzept des KDK besteht im Aufbau eines Zentrums zur regionalen Förderung der angewandten kliniknahen Forschung – ausgehend von zwei maßgeblichen Standbeinen: Plasmamedizin und Wundheilung/Diabetes. Hierfür haben sich federführend das Leibnitz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP e.V.) in Greifswald und das Klinikum Karlsburg der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co KG zusammengeschlossen, um die Expertisen in der Plasmatechnologie, Wundheilung und Diabetesforschung zum Wohle der Patienten zu bündeln.

„Das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg vereint kompetentes Know-how der Grundlagenforschung, der angewandten klinischen Forschung und Behandlung aus unserem Land unter einem Dach. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, eine wirtschaftsnahe Forschungsstruktur auf dem Gebiet der Diabetologie in M-V zu etablieren. Durch die Konzentrierung der in der Region vorhandenen Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet des Diabetes und der Wundheilung soll eine nachhaltige Struktur entwickelt werden. Dazu sollen die bereits vorhandene Forschungsinfrastruktur, das bestehende Methodenspektrum und die bereits erbrachten Forschungsleistungen genutzt werden. Das KDK bringt mit diesem translationalen Ansatz interdisziplinare Forschung bis in die Klinik. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal in M-V. Hierbei werden vor allem die bereits existierenden Expertisen in den Bereichen Wundheilung, Zell- und Mikrobiologie sowie Plasmatechnologie um die Themengebiete klinische Studien, Sensorik und Diagnostik erweitert“, sagte Rudolph.

Der Staatssekretär appellierte, die Möglichkeiten des Kompetenzzentrums Diabetes Karlsburg für weitere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt intensiv zu nutzen. „Das Wirtschaftsministerium unterstützt weiter innovative Vorhaben. Insbesondere die Verbundforschungsförderung – die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft – ist dabei ein Schwerpunkt unserer Technologiepolitik. In dem Diabetes-Innovationszentrum liegt auch eine große Chance für heimische Medizintechnik- und Biotechnologieunternehmen, innovative Ideen praktisch umzusetzen“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph.

In 2016 wurde das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg offiziell eröffnet. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben belaufen sich auf rund 9,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit einem Zuschuss in Höhe von rund acht Millionen Euro.

In der laufenden EU-Förderperiode bis 2020 wurden die Mittel für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation um 50 Millionen Euro aufgestockt. Das Wirtschaftsministerium stellt nunmehr 218 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Entscheidend ist, dass wir im Ergebnis der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu mehr international marktfähigen Produkten und Verfahren kommen“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Im Zeitraum von 2014 bis zum August 2018 sind im Rahmen der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation durch Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums insgesamt 132,6 Millionen Euro für 388 Vorhaben bewilligt worden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 88,5 Millionen Euro für 199 Verbundforschungsvorhaben genehmigt.

25. Hausärztetag Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – In Rostock hat am Sonnabend der 25. Hausärztetag stattgefunden. „Die Hausärzte nehmen im Gesundheitswesen eine besonders wichtige Funktion wahr. Sie sind regelmäßig der erste Ansprechpartner der Patienten. Ihnen kommt neben der Behandlung der Patienten die Rolle eines Lotsen zu, der den Patienten durch Überweisungen zu Fachärzten oder Kliniken den aus medizinischer Sicht geeigneten Weg durch das Gesundheitssystem weist. Die klassische Hausarztpraxis ist das Rückgrat der ambulanten ärztlichen Versorgung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister danke den Ärztinnen und Ärzten sowie ihren Teams für Ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Patienten bei uns im Land.

„Uns alle verbindet das Ziel, die flächendeckende ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar. Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung des Landes haben den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen“, so Glawe. Etwa 240 Hausärzte werden in den kommenden fünf Jahren über 65 Jahre alt sein. (Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern gemäß der Beschlussfassung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Mecklenburg-Vorpommern zum Stand der ambulanten Versorgung vom 14. März 2018).

Insbesondere für die Aufwertung der Allgemeinmedizin wird viel im Land getan. „Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Es wird ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und Medizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxis und Gesundheitshäusern“, so Glawe weiter.

„Die Rahmenbedingungen insbesondere für Mediziner, die in der Allgemeinmedizin tätig werden möchten, sind deutlich verbessert worden“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Als Beispiele nannte der Minister auch die Aufhebung der Residenzpflicht sowie der Altersgrenzen für Ärzte bis zur Möglichkeit einer Tätigkeit in einem medizinischen Versorgungszentrum oder in einer Gemeindepraxis. Mittlerweile gibt es über 230 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin.

„Es muss unser Ziel sein, möglichst viele der Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin dafür zu gewinnen, ihre spätere Tätigkeit als Hausarzt auch tatsächlich in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen“, forderte Glawe. „Zudem ist es wichtig, insbesondere im ländlichen Raum tätigen Ärzten, Weiterbildungsermächtigungen zu erteilen. „Gerade in den Bereichen, in denen Weiterbildungsermächtigungen vorliegen, gibt es gute Chancen, die weitergebildeten Ärzte als Nachfolger für die Hausärzte in Praxen zu gewinnen“. Weiterbildungsassistenten sind Ärzte, die nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwerben.

Die telemedizinische Versorgung der Bevölkerung wird gerade auch in einem Flächenland immer wichtiger werden. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe verwies auf eine Vielzahl von Projekten, die in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Unter anderem wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie beispielsweise der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

Zugleich sprach Glawe sich für einen verstärkten Einsatz von Telemedizin in ländlichen Räumen aus. „Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten“, betonte Glawe. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern 1.166 Hausärzte tätig. Davon sind 744 Fachärzte für Allgemeinmedizin, 296 Hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin und 126 Praktische Ärzte.

Richtfest bei BM Bioscience Technology GmbH

Medizintechnikunternehmen sind Taktgeber für Forschung und Entwicklung

Laage – In Laage (Landkreis Rostock) ist feierlich das Richtfest für die Produktionsstätte der Firma BM Bioscience Technology GmbH begangen worden. „Nach Fertigstellung wird hier vor Ort hochwertige Medizintechnik hergestellt. Das ist doppelt gut, denn diese Produkte werden nicht nur den internationalen Markt erobern sondern auch zahlreichen Patienten auf der Welt ein Weiterleben ermöglichen. Der Produktionsstart der Komplett-Filtersysteme ist für Anfang 2019 vorgesehen. Im ersten Ausbauschritt sollen ca. 35 Dauerarbeitsplätze entstehen“, sagte der Staatssekretär im Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das 2017 gegründete Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen der deutschen MedTec Holding GmbH und der chinesischen Firma Biolight Healthcare GmbH. Das Investitionsvolumen beträgt rund zehn Millionen Euro. Grundsätzlich wird in dem neu gegründeten Unternehmen die Produktion von Komplett-Filtersystemen stattfinden, welche z. B. bei Autoimmunkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Herzmuskelerkrankungen, Sepsis oder auch bei Nieren- und Lebererkrankungen angewendet werden. „Begonnen wird zunächst mit der Produktion sogenannter Dialysatoren, wie sie in Deutschland bzw. weltweit bei der Dialyse zum Einsatz kommen. Die durch Dialysatoren durchgeführte Blutreinigung ist zu einer unerlässlichen Behandlungsmethode erwachsen, welche vornehmlich bei Nierenschwäche bzw. vollständigem Nierenversagen als Nierenersatz zum Einsatz kommt und jährlich zahlreichen Patienten ein Weiterleben ermöglicht“, so Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph weiter.

Die Gesundheitswirtschaft im Land ist ein Markt mit enormem Wachstumspotential. „Die Branche der Medizinprodukte und Medizintechnik hat eine herausgehobene Rolle, da sie in Mecklenburg-Vorpommern von einem überdurchschnittlichen Wachstum geprägt ist. Seit 2006 verzeichnet dieser Bereich ein Wachstum von durchschnittlich 4,7 Prozent jährlich. Damit liegen wir fast doppelt so hoch wie der Bundesschnitt“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (Bund 2,6 Prozent, Quelle: WifOR, Aktualisierung des bestehenden Branchenmonitorings 2017).

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein innovativer Wirtschaftsstandort und das Zuhause für großartige Medizintechnik-Unternehmen. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für die Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft. Medizintechnikunternehmen sind Taktgeber für Forschung und Entwicklung bei uns im Land“, betonte Rudolph. Im Zeitraum von 2014 bis zum Oktober 2018 wurden im Rahmen der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovations-Richtlinie bereits Zuschüsse von insgesamt 136,9 Millionen Euro für 407 Vorhaben bewilligt. „Der Großteil der Mittel ging in den Bereich Biotechnologie und Medizintechnik (39 Prozent) und Maschinenbau (24 Prozent) sowie in den Bereich der Mobilität (11 Prozent). Circa 10 Prozent flossen in den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Derzeit sind ca. 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Das betrifft fast 20 Prozent (Bund 16,5 Prozent) des Arbeitsmarktes. Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet in dieser Branche – damit ist Mecklenburg-Vorpommern absoluter Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigungsanteil. In den vergangenen 10 Jahren wurden rund 25.000 neue Arbeitsplätze in der landesweiten Gesundheitswirtschaft geschaffen“, betonte Rudolph.

China ist Mecklenburg-Vorpommerns achtwichtigster Außenhandelspartner. Im Jahr 2017 wurden Waren im Wert von 549 Millionen Euro ausgetauscht. Der Anteil am gesamten Außenhandel von M-V betrug 4 Prozent. Der Warenexport nach China betrug im vergangenen Jahr 233 Millionen Euro, was Platz 10 sowie einen Anstieg von +2 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeutet. Wichtigste Exportgüter nach China 2017 waren Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Fahrgestelle/Motoren. 2017 betrug der Warenimport von China 306 Millionen Euro (Platz 6). Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine Steigerung um +10 Prozent erreicht. Zu den wichtigsten Importgütern aus China zählten im vergangenen Jahr elektrotechnische Erzeugnisse sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung.

Krankenhaustag in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Am Freitag hat in Schwerin der Krankenhaustag der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) stattgefunden. „Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesundheitsversorgung wird sich fortlaufend auf die veränderten und auch in einigen medizinischen Bereichen wachsenden Bedarfe einstellen müssen. Wir brauchen eine gute Versorgungsqualität. Diese ist nur mit ausreichendem Personal zu gewährleisten. Das ist eine große Herausforderung, gerade auch in einem Flächenland wie wir es haben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Glawe begrüßte Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation in den Krankenhäusern. Hierzu zählen das Hygieneförderprogramm, der Pflegezuschlag sowie der Einstieg in die generalistische und die hochschulische Pflegeausbildung. „Die vorgezogene Schulgeldfreiheit für die Pflegeausbildung in unserem Land ab 2019 wird ebenso zur Verbesserung der Personalsituation in den Krankenhäusern beitragen: Eine gute Ausbildung ist der Grundstein für eine qualifizierte Fachkraft“, so Glawe. Die Schulgeldfreiheit ab Sommer 2019 betrifft ca. 880 Pflegeschüler aller drei Ausbildungsjahre. Bis zu 1,4 Millionen Euro werden voraussichtlich für die Umsetzung der Schulgeldfreiheit benötigt. Im Rahmen der so genannten generalistischen Ausbildung wird beispielsweise eine Vergütung zwischen 1.000 und 1.150 Euro je nach Lehrjahr gezahlt.

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten – Artikel 8b – wurde im SGB V der § 137i „Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern“ eingeführt. „Es ist notwendig, dass zur Sicherstellung der Qualität in der Krankenhausversorgung geeignete Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen unter Einbeziehung von Intensivstationen und der Besetzung im Nachtdienst verbindlich festgelegt werden. So bekommen auch die Krankenhäuser mehr Planungssicherheit“, betonte Gesundheitsminister Glawe. Im kommenden Jahr gelten für die Krankenhausbereiche Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie, die als „pflegesensitive“ Bereiche festgelegt wurden, Personaluntergrenzen. Folgen werden die Neurologie und die Herzchirurgie. Ausnahmen von den Vorgaben sind nur zugelassen bei „kurzfristig unverschuldeten und unvorhersehbaren Personalausfällen“, bei Epidemien sowie Katastrophenfällen.

Mit der Einführung des Pflege-Stärkungsgesetzes soll der Alltag von Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen verbessert werden. Ab Januar 2019 sollen bundesweit 13.000 Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen neu eingestellt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, enthält das Gesetz folgende Maßnahmen: Das Pflegestellen-Förderprogramm gilt über 2018 hinaus mit der Änderung, dass jetzt jede zusätzliche Pflegestelle am Bett vollständig finanziert wird. Die in 2018 eingeführte lineare und strukturelle Tarifsteigerung für die Pflegekräfte wird ebenso von den Kostenträgern vollständig refinanziert. Es ist eine Förderung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf enthalten. Die Finanzierung der Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser wird umgestellt. Die Pflege im Krankenhaus wird gesondert über ein sogenanntes Pflegebudget erfolgen.

„Damit soll sichergestellt werden, dass das Geld auch wirklich bei der Pflege ankommt. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber mit den genannten Regelungen u.a. den Grundstein für eine bessere Personalausstattung gelegt. Die Auswirkungen der neuen Gesetze und Verordnungen, wie Personaluntergrenzen, Pflege-Personalstärkungsgesetz, Pflegeberufegesetz werden in den kommenden Jahren spürbar sein“, sagte Glawe.

Die Gesundheitsversorgung wird sich fortlaufend auf die veränderten und auch in einigen medizinischen Bereichen wachsenden Bedarfe einstellen müssen. „Zu den Herausforderungen in unserem Bundesland zählen die flächendeckende Erreichbarkeit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, das Thema Fachkräftegewinnung, die Digitalisierung sowie der Schutz und die lebensbegleitende umfassende Förderung der Gesundheit der Menschen. Wichtig ist es, die Akteure vor allem vor Ort mit einzubeziehen, damit die Lösungen auch zu den regionalen Bedarfen passen und in den Kommunen Unterstützung finden. Hierfür ist es notwendig, dass wir alle an einem Strang ziehen, denn Gesundheit betrifft uns alle“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe abschließend.

In den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen waren in 2015 insgesamt 16.723 Pflegefachpersonen (Gesundheits- und Krankenpflege: 9.969, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 1.253, Altenpflege: 5.501) tätig. Davon arbeiteten 9.531 Pflegefachpersonen in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie 7.192 Pflegefachpersonen in den Krankenhäusern.

Gesundheitswirtschaftsmesse in Düsseldorf

Wirtschaftsminister Glawe besucht weltgrößte Gesundheitswirtschaftsmesse in Düsseldorf

Düsseldorf – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe besucht von Dienstag bis Donnerstag die weltweit größte Gesundheitswirtschaftsmesse MEDICA in Düsseldorf. „Die Messe ist die internationale Bühne für die Vermarktung und das Kennenlernen der Branche. Umso wichtiger ist es, dass heimische Unternehmen vor Ort sind, um mit ihrem Potential, ihrem Know-how und ihren Produkten auf sich aufmerksam zu machen. Das verbessert auch die eigene Wettbewerbsposition, sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag.

Insgesamt 21 Medizintechnikunternehmen aus M-V stellen ihre Produkte und Innovationen einem Fachpublikum vor; davon stehen 13 Unternehmen auf dem Gemeinschaftsstand des Landes. Für die Organisation und Durchführung sind die BioCon Valley GmbH und Rostock Business verantwortlich. „Wir verzeichnen wachsendes Interesse bei den Ausstellern. Es ist uns gelungen, noch mehr Unternehmen zu gewinnen, die sich auf der internationalen Fachmesse in Düsseldorf präsentieren“, so Glawe weiter.

„Die Gesundheitswirtschaft im Land boomt. Dennoch: Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker überregional ausrichten. Das ´Auf sich aufmerksam machen´ darf nicht am Ortsausgangsschild enden“, mahnte Wirtschaftsminister Glawe. „Gerade im überregionalen Geschäft braucht es einen langen Atem. Der erste Schritt zum Erfolg ist oft ein Messebesuch. Die überregionale Wahrnehmbarkeit der heimischen wettbewerbsfähigen Produkte muss intensiviert werden. Hier liegt noch enormes Potential“, forderte Glawe.

Der Exportanteil der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft des Landes beträgt rund 5 Prozent. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Ausgabe 2017; Berechnungen: WifOR). Mittlerweile sind ca. 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. Jeder fünfte Erwerbstätige (20 Prozent) arbeitet in dieser Branche.

„Damit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigtenanteil“, sagte Glawe. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von 15,3 Prozent (Bund 12 Prozent) hat sich die Gesundheitswirtschaft zudem als Motor der Wirtschaft erwiesen. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtschaft.

Die Landesregierung unterstützt Unternehmen dabei, ihre Produkte international zu vermarkten und dem Exportgeschäft einen höheren Stellenwert zu verleihen. „Wir haben wirksame Instrumente, wie zum Beispiel die finanzielle Unterstützung von Firmengemeinschaftsständen, Messeförderung, Förderung von Konzepten zur Markterschließung oder Unternehmensdelegationsreisen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe. Darüber hinaus werden bei Unternehmensdelegationsreisen Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Erschließung neuer Absatzmärkte und dem Ausbau internationaler Aktivitäten durch politische Flankierung unterstützt.

Drese fordert Kostenbegrenzung des Eigenanteils in der Pflege

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese spricht sich für eine breite politische Debatte und eine ehrliche Diskussion über die Finanzierung und Bezahlbarkeit der Pflege in Deutschland aus. „Wir müssen davon wegkommen, dass Pflegebedürftige, ihre Angehörigen oder letztlich die Sozialhilfe die finanziellen Lasten allein zu tragen haben, die durch die demografische Entwicklung und steigende Pflegekosten anfallen“, sagte Drese auf dem AOK-Pflegeforum am (gestrigen) Montagabend in Schwerin.

Gegenwärtig treffen Kostenerhöhungen wegen der gedeckelten Leistungsbeträge der Pflegeversicherungen unmittelbar und ausschließlich die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen, die so neben dem Pflegealltag auch noch ein erhebliches und oft unkalkulierbares Kostenrisiko schultern müssen.

„Die dringend notwendigen eingeleiteten Maßnahmen für eine Pflegeoffensive etwa für eine bessere Bezahlung, zur Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes und auch zur stetigen Qualitätsverbesserung im Rahmen der Versorgung sind jedoch zwangsläufig mit Kostensteigerungen verbunden“, betonte Drese.

Für eine zukunftsfeste und qualitativ gute Pflege müssen nach Ansicht Dreses die Kosten gesellschaftlich breiter aufgeteilt werden. „Diskussionswürdige Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch: Ausbau der Pflegeversicherung zur Vollversicherung, Verbreiterung der Finanzierungsbasis, höhere Versicherungsbeiträge oder Bundeszuschuss für eine gute Pflege“, verdeutlichte die Ministerin.

Es sei gut, wenn über Wege zum Ziel und die Gestaltung der Pflege ein gesamtgesellschaftlicher Diskussionsprozess geführt wird. Drese: „Ich bin fest davon überzeugt, der Umgang mit unseren Seniorinnen und Senioren, die immer älter und immer zahlreicher werden, gehört zu den wichtigsten politischen Themen der kommenden Jahre in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass viele Menschen bereit sind, mehr Geld für die Pflege auszugeben, wenn es gerecht dabei zu geht. Die zusätzlichen Einnahmen müssen zu einer Kostenbegrenzung des Eigenanteils führen und tatsächlich den Pflegebeschäftigten und der Infrastruktur zu Gute kommen.“

Drese fordert mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese fordert mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. „Viele sind gut ausgebildet und leistungsfähig. Sie wären ein Gewinn für Unternehmen und haben eine Chance verdient“, sagte Drese auf dem Landesverbandstag des Sozialverbands VdK M-V am Sonnabend in Schwerin.

Die Ministerin kritisierte, dass vor allem in den privaten Betrieben und Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt immer noch viel zu viele Pflichtarbeitsplätze unbesetzt seien. „Wir müssen insbesondere die rund 750 privaten Arbeitgeber im Land ab 20 Beschäftigten davon überzeugen, dass nicht die Zahlung der Ausgleichsabgabe, sondern die Einstellung eines motivierten Arbeitslosen mit Behinderung eine Investition in die Zukunft ist“, sagte Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern leben etwa 215.000 schwerbehinderte Menschen. Das entspricht gut 13 Prozent der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig wird bis zum Jahr 2030 in MV die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren um 25 Prozent zurückgehen. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung ist überdurchschnittlich hoch. „Allein deshalb sollten Arbeitgeber viel stärker als bisher die Ressourcen und Talente erkennen, die Menschen mit Behinderung besitzen“, verdeutlichte Drese.

Bereits jetzt schon werden zahlreiche Programme und Maßnahmen im Land teilweise in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit gezielt zur Verbesserung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben umgesetzt.

Drese: „So gibt es etwa finanzielle Förderungen zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen sowie Zuschüsse zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, für technische Arbeitshilfen im Betrieb oder zur Abgeltung außergewöhnlicher Belastungen die mit der Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen verbunden sind.“ In Mecklenburg-Vorpommern steht das Integrationsamt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ministerin Drese bezeichnete den VdK, der in MV knapp 7.000 Mitglieder hat, als wichtigen Ansprechpartner für die Landespolitik. „Der VdK ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf für soziale Gerechtigkeit für mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung und für Gleichstellung. Dabei ist er als Interessenvertretung seiner Mitglieder nicht immer bequem. Aber das soll der VdK auch gar nicht sein“, so Drese auf dem Landesverbandstag.