„Hauptsache gesund“ – Aktionstag für Kinder in Anklam

Anklam – Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat sich am Mittwoch in Anklam über einen Aktionstag „Hauptsache gesund – Prävention für Kinder und Eltern“ am AMEOS Klinikum informiert. „Das AMEOS Klinikum Anklam leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung in der Region. Jetzt erfahren die Jungen und Mädchen spielerisch und kindgerecht die Bedeutung gesunder Ernährung und einer vernünftigen Lebensweise. So kann schon in jungen Jahren der Grundstein für ein aktives, gesundheitsbewusstes Leben gelegt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Zu dem Aktionstag waren mehr als 100 Hort- und Vorschulkinder aus Einrichtungen in Anklam und Ueckermünde mit ihren Eltern eingeladen. An unterschiedlichen Mitmach-Stationen ging es unter anderem um die Themen „Entdecke deinen Körper“, Hygiene, Geburt, Sport und Bewegung sowie gesunde Ernährung. Ärzte, Pflegekräfte, Hebammen, Physio- und Ergotherapeuten des Anklamer Krankenhauses betreuten die Veranstaltung. „Die Mitarbeiter der Anklamer Klinik engagieren sich für die Kindergesundheit in der Region. Zugleich werden mit Veranstaltungen wie dem Aktionstag den Jüngsten die Abläufe in einem Krankenhaus anschaulich erklärt“, sagte Glawe.

Die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern ist Teil eines Modellprojektes zur innovativen Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Weitere Partner sind das Ärztenetzwerk Haffnet, die AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung MV. Ziel ist es, für die Menschen in der Region die bedarfsgerechte, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. „Mit dem Modellprojekt ist ein sektorenübergreifender Datenaustausch unkompliziert möglich. Krankenhaus und Hausarzt haben jederzeit die aktuellsten Patientendaten vorliegen. So sind die Patienten an der Schnittstelle von ambulanter und stationärer Versorgung optimal betreut“, sagte Glawe.

Träger der Klinik ist die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH. Die Klinik in Anklam hat 101 Planbetten sowie zwölf tagesklinische Plätze und umfasst die Fachbereiche Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe, Frauenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie (Tagesklinik). Im Haus ist auch eine Dialysepraxis des MVZ Diaverum Neubrandenburg. Das Anklamer Klinikum gehört zur AMEOS Gruppe mit Sitz in Zürich, die nach eigenen Angaben 12.700 Mitarbeiter in 76 Einrichtungen (Krankenhäuser, Polikliniken, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen) an 40 Standorten beschäftigt. Die Region AMEOS Nord verbindet 31 AMEOS Einrichtungen an 16 Standorten mit insgesamt 3.700 Betten bzw. Behandlungsplätzen. In den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt AMEOS rund 3.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neuer „Demenzkompass“

Drese: Neuer „Demenzkompass“ gibt Betroffenen schnell und übersichtlich Auskunft / Online-Angebot ist Teil des Modellprojekts „Kompetenzzentrum Demenz“

Schwein – Ab sofort steht ein neues Online-Angebot für Demenzerkrankte und pflegende Angehörige zur Verfügung: Über den „Demenzkompass“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft des Landesverbandes MV erhalten Betroffene direkt Auskunft über Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort. Das Online-Verzeichnis zeigt landesweite Angebote von der Therapie bis zur gesellschaftlichen Teilhabe auf.

„Mit diesem Portal wird der Zugang zu Informationen für die demenzerkrankten Menschen und ihre Angehörigen verbessert. Das Bündeln von Auskünften an einer zentralen Stelle hilft, schnell und übersichtlich die passende Leistung zu finden“, erklärte Sozialministerin Drese.

Das neue Angebot ist ein Teil des im März 2017 gestarteten „Kompetenzzentrum Demenz Mecklenburg-Vorpommern“. Das Modellprojekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wurde gemeinsam von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft des Landesverbandes MV und dem Sozialministerium initiiert. Drese: „Wir wollen so die Versorgungsstrukturen in unserem Land sicherstellen und weiterentwickeln. Das Kompetenzzentrum ist dabei ein Baustein unserer zukünftigen Demenzstrategie.“

In diesem Zusammenhang betonte Drese, dass die Demenz-Betreuung eine immer höhere Relevanz besitzt. „Durch die demografische Entwicklung und die gestiegene Lebenserwartung wird die Zahl der Menschen mit Demenz steigen und die Erkrankung im öffentlichen Raum präsenter“, sagte Drese. So seien in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30.000 – 35.000 Personen infolge demenzbedingter Fähigkeitsstörungen bei der Bewältigung des täglichen Lebens auf eine dauerhafte Betreuung angewiesen.

Zum Demenzkompass: alzheimer-mv.de/demenzkompass

Gentechnisch verunreinigter Raps vernichtet

Schwerin – Mit Blick auf aktuelle Medienberichte zu Sortenversuche mit gentechnisch verunreinigtem Raps auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern an zwei Standorten im Landkreis Rostock nimmt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus wie folgt Stellung: „Ich bedauere zutiefst, dass das verunreinigte Saatgut seinen Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gefunden hat. Das ist sicherlich eine Kehrseite unseres globalisierten Wirtschaftssystems mit seinen weitverzweigten Warenströmen. Umso wichtiger ist es, dass solche Fälle, die bedauerlicherweise immer wieder vorkommen können, rasch aufgedeckt und wieder in Ordnung gebracht werden, sodass Risiken für die Umwelt sowie die Verbraucherinnen und Verbraucher ausgeschlossen werden können. Das ist in Mecklenburg-Vorpommern geschehen! Die zuständigen Behörden haben unmittelbar nach Bekanntwerden alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um das betroffene Saatgut zu vernichten und eine Auskreuzung und Vermischung zu verhindern.“

Das betroffene Unternehmen habe nach Aufforderung durch das für die Gentechnik-Überwachung zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) den ausgewachsenen Raps umgehend von den betroffenen Parzellen beseitigt, versicherte der Minister. „Die Flächen werden in den kommenden zwei Jahren durch das LALLF regelmäßig nachkontrolliert. Ein Rapsdurchwuchs ist unverzüglich zu entfernen und zu vernichten. Wird im letzten Nachkontrolljahr Rapsdurchwuchs festgestellt, werden die Pflanzen auf das Gentechnik-Konstrukt GT73 untersucht. Ist das Ergebnis positiv, wird der Kontrollzeitraum um ein weiteres Jahr verlängert. Wir werden die Nachkontrolle erst dann beenden, wenn keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr gefunden werden“, sagte er weiter.

Auch wies der Minister Backhaus darauf hin, dass Ministerium den Fall nicht verschwiegen hat: „Wir haben uns darauf konzentriert, das eigentliche Problem zu bekämpfen, nämlich das betroffene Saatgut von den Flächen zu kriegen und das weitere Vorgehen abzustimmen.“

HPV-Impfung für Mädchen UND Jungen empfohlen

Impfkampagne wirbt mit Extra-Flyer – Schütze Dich und Deine Freunde

Schwerin – Im Vorfeld der Europäischen Impfwoche (24. bis 30. April 2019) hat Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe auf die Bedeutung eines Impfschutzes gegen eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) für Jugendliche aufmerksam gemacht. Diese wird durch die Ständige Impfkommission (STIKO) auch für Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. „Vor allem bei jungen Menschen ist Aufklärung über die HPV-Impfung wichtig, um ein mögliches Erkrankungsrisiko frühestmöglich zu senken. Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer ist auch der Schutz für alle noch Ungeimpften, da sich die Viren insgesamt schlechter in der Bevölkerung ausbreiten können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit sowie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) haben gemeinsam einen Info-Flyer zum Thema HPV-Impfung entwickelt. Der Flyer kann wie alle anderen Materialien von „MV impft“ auf der Internetseite bestellt werden (www.mv-impft.de). „Der Flyer gibt Antworten auf wichtige Fragen rund um das Thema HPV. Wir wollen weiter aufmerksam machen und für eine HPV-Impfung werben“, so Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe weiter. In der Mediathek der Website findet sich zudem ein kurzer Sport zum Thema HPV (mv-impft.de → Mediathek „Impfen ist Freundschaftsdienst. Schütze dich und deine Freunde“).

Humane Papillomviren (HPV) zählen nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Die Impfung gegen HPV soll möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen. Die Impfung nutzen bislang in Mecklenburg-Vorpommern 52 Prozent der Mädchen und jungen Frauen. Seit 2018 wird die HPV-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) auch für Jungen empfohlen. Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen übernehmen die Krankenkassen. „Präventive Impfungen sind bisher die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Insbesondere Krankheiten wie beispielsweise Kinderlähmung, Masern, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Hepatitis B oder Influenza können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und die späteren Auffrischungsimpfungen, um lebenslang einen Schutz aufzubauen“, sagte Glawe.

„Mecklenburg-Vorpommern liegt im bundesweiten Vergleich auf den vorderen Plätzen bei den Durchimpfungsraten. So haben wir bei vielen Krankheitserregern einen Kollektivschutz in der Bevölkerung erreicht. Das wollen wir halten. Deshalb müssen wir weiter intensiv auf die Vorteile des Impfens aufmerksam machen“, sagte Glawe und betonte abschließend die Bedeutung der Masernimpfung. „Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind die beiden einzigen Bundesländer, die die für die angestrebte Masern-Eliminierung geforderten 95 Prozent bei der zweiten Masern-Impfung erreichen. Eine Top-Quote. Aber: Aktuelle Fälle zu Masernerkrankungen in anderen Bundesländern lassen uns aufhorchen. Die Einführung einer Impfpflicht scheint wieder nötig zu sein“, sagte Glawe.

„MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert (Start war im Oktober 2018). Die Kosten belaufen sich auf 150.000 Euro. Neben dem Internettauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien, wie Spots für Kinos, sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land.

Herausragende Projekte im Bereich der Altenpflege

Sozialministerium und Landespflegeausschuss schreiben Altenpflegepreis MV 2019 aus

Schwerin – Das Sozialministerium verleiht auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Landespflegeausschuss wieder einen Altenpflegepreis Mecklenburg-Vorpommern. Fachlich herausragende und Beispiel gebende Projekte sowie vorbildliche Anbieter ambulanter und stationärer Pflegeleistungen sollen ausgezeichnet und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Bei allen Herausforderungen sollte das Thema Pflege nicht immer nur mit negativen Etiketten behaftet werden. Das wird in keiner Weise den dort arbeitenden Menschen, den pflegenden Angehörigen und ehrenamtlich Engagierten sowie der Entwicklung im Pflegebereich in den vergangenen Jahren gerecht. Wir wollen deshalb besondere Leistungen würdigen und sie in einem feierlichen Rahmen präsentieren“, teilte Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin mit.

Projekte und Angebote sollten sich z.B. den Themenfeldern neue Versorgungs- oder Organisationsstrukturen, Förderung der Zufriedenheit der Bewohner/innen, Beratung und Schulung der Angehörigen, Gewinnung neuer Mitarbeiter/innen, Einbeziehung ehrenamtlicher Kräfte, betriebliche Gesundheitsförderung, Verzahnung von Ausbildung und Praxis und innovativen Unterrichtsprojekten zuordnen lassen.

Drese: „Viele tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich sorgen täglich für die Lebensqualität der auf Unterstützung angewiesenen Menschen und für ein Klima von Mitmenschlichkeit. Genau dieses für unsere Gesellschaft unverzichtbare Engagement und die vielen Facetten der Pflege werden mit der Verleihung des Altenpflegepreises hervorgehoben.“

Vorschläge oder Bewerbungen können bis zum 30. Juni 2019 bei der Geschäftsstelle des Landespflegeausschusses im Sozialministerium eingereicht werden. Jeder Vorschlag wird durch eine Jury bewertet, die aus je einem Vertreter der Verbände der gesetzlichen und der privaten Pflege- und Krankenkassen, der privaten, kommunalen und gemeinnützigen Einrichtungsträger sowie des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des Ministeriums besteht.

Die Verleihung des Altenpflegepreises 2019 erfolgt auf einer Festveranstaltung durch Sozialministerin Drese am 5. November 2019. Vom Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro sollen für den ersten Preis 3.000 Euro, für den zweiten Preis 1.500 Euro und für den dritten Preis 500 Euro ausgereicht werden.

Die Preisträger des Altenpflegepreises 2018 waren:

1. Platz – Tagespflege und Pflegedienst Prettin, Stralsund – „Innovatives Unterrichtsprojekt mit der Gesamtschule Marie Curie zur Gewinnung von Altenpflege-Azubis“
2. Platz – Städtisches Pflegeheim Neubrandenburg – „Genuss wie aus der Sterne-Küche: Show-Cooking und Restaurant-Feeling im Pflegeheim“
3. Platz – Grabower Pflegedienst und Tagespflege Henning „Trotz Pflegebedarf die Welt entdecken“

Millionster Einsatz der ADAC Luftrettung bundesweit

Wirtschaftsminister Glawe dankt Neustrelitzer Crew

Schwerin – Die gemeinnützige ADAC Luftrettung hat bundesweit seit 1970 den millionsten Einsatz geflogen. Am Freitag dankte Wirtschaftsminister Glawe in Schwerin der Crew des Rettungshubschraubers „Christoph 48“ der Station Neustrelitz stellvertretend für alle Stationen der ADAC Luftrettung.

„Die Besatzung aus Neustrelitz steht heute stellvertretend für Tausende andere, die jeden Tag im Einsatz sind. Am Standort Neustrelitz beispielsweise an 365 Tagen im Jahr von früh morgens bis zum Sonnenuntergang. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie Mecklenburg-Vorpommern ist die Luftrettung als Unterstützung des bodengebundenen Rettungsdienstes ein wichtiger Baustein“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Neustrelitz befindet sich eines der deutschlandweit 35 Luftrettungszentren. Dieses wird gemeinsam vom ADAC mit Unterstützung des DRK Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte e.V. betrieben. Alarmiert wird der Hubschrauber über die integrierte Leitstelle im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Im Luftrettungszentrum Neustrelitz ist „Christoph 48“ stationiert – ein Hubschrauber, der in Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Brandenburg zur Notfallrettung eingesetzt wird. Die Notärzte werden nach Angaben des DRK-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte e.V. durch das DRK Krankenhaus Neustrelitz gestellt. Die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter, die durch die DRK Rettungswachen in Neustrelitz gestellt werden, haben neben der ständigen qualifizierten Ausbildung für den Einsatz beim DRK Rettungsdienst zusätzlich einen speziellen Lehrgang zum Einsatz in der Hubschrauber-Rettungs-Crew absolviert. Die Crew aus Neustrelitz flog im vergangenen Jahr nach Angaben des ADAC 1.223 Einsätze.

„Hinter jedem Einsatz steht ein Mensch, der dringend Hilfe benötigt. Die Rettung aus der Luft kann oftmals einen entscheidenden Zeitvorteil bringen. Der Notarzt ist schnell vor Ort und so werden die Patienten zügig in ein geeignetes Krankenhaus transportiert“, sagte Glawe und dankte abschließend allen Rettungskräften im Land für ihr Engagement: „Mit großer Fachkompetenz, unermüdlicher Einsatzbereitschaft und persönlichem Engagement setzen sich die Crews, das Rettungsdienstpersonal und Klinikmitarbeiter jeden Tag dafür ein, Erkrankten schnellstmöglich zu helfen.“

„So eine hohe Zahl an Rettungseinsätzen aus der Luft für Menschen in gesundheitlicher Not ist einmalig und wird für lange Zeit unerreicht bleiben“, erklärte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der gemeinnützigen ADAC Luftrettung. Bruder lobte die hohe Professionalität und das große Engagement der Crews und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich jeden Tag aufs Neue in einem hochkomplexen und risikobehafteten Arbeitsumfeld (für Menschen in medizinischen Notfallsituationen) beweisen müssen. „Luftrettung ist Teamarbeit“, ergänzte er und bedankte sich für 1.000.000 Mal partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten, Kliniken, Leitstellen, den Aufgabenträgern im Land sowie der Polizei und Feuerwehr. An Harry Glawe übergab Frédéric Bruder symbolisch den 1.000.000. Einsatzhelm der ADAC Luftrettung.

Mit 50 Rettungshubschraubern und 36 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung nach eigenen Angaben eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. Bundesweit arbeiten für die ADAC Luftrettung, die ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung ist, mehr als 1.000 Menschen – darunter rund 160 Piloten, etwa 260 Notfallsanitäter (TC HEMS) und rund 580 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten.

Diskussion zu „Patientenedukation in der Pflege“

Greifswald – Was hilft Patienten und Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung? Wie kann das medizinische Personal auf Beratungs- und Informationsbedürfnisse optimal eingehen? Zu diesen Themen diskutierten Mitarbeitende der Universitätsmedizin Greifswald und Patienten am Mittwoch mit Wirtschaftsminister Glawe beim „Tag zur Patientenedukation in der Pflege“.

„Patienten sind oftmals voller Sorgen, wenn sie ins Krankenhaus müssen und haben viele Fragen. Da sind einfühlsame und fachlich kompetente Gespräche gefragt. Dabei geht es einerseits um die Wissensvermittlung rund um Krankheit und Gesundwerdung, andererseits auch um Anleitung für das Leben im häuslichen Umfeld und Entscheidungsunterstützung für weitere therapierelevante Maßnahmen. Die Informationsveranstaltung hilft Erkrankten und dem medizinischen Personal, den richtigen Weg zur effektiven Kommunikation zu finden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das Patienteninformationszentrum (PIZ) der Universitätsmedizin Greifswald hatte die Veranstaltung organisiert. Das PIZ ist eine zusätzliche Einrichtung für Erkrankte und ihre Angehörigen, um Fragen zu Gesundheit und Krankheit beantwortet zu bekommen. Zudem wird Unterstützung bei Pflege- oder Versorgungsproblemen geboten, unter anderem die Anwendung von Hilfsmitteln oder pflegerischen Maßnahmen zu Hause. Das PIZ bietet Pflegekurse für Angehörige sowie die Möglichkeit einer individuellen Schulung während des stationären Aufenthaltes an und vermittelt Kontakte zu anderen Betroffenen und zu anderen Einrichtungen. Für Interessierte und Betroffene gibt es regelmäßig Informationsveranstaltungen zu aktuellen medizinischen Themen.

„Gespräche machen einen großen Teil des pflegerischen Handelns aus. Wenn Pflegende ihr Handeln erklären, beispielsweise beim Medikamente verteilen über die Wirkungsweise informieren, dann ist auch das eine Form von Patientenedukation. Deshalb ist es neben der stetigen medizinisch-pflegerischen Fortbildung richtig, sich auch mit psychologischen Fragen oder mit der Kunst der Gesprächsführung zu beschäftigen“, sagte Glawe.

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) umfasst 21 Kliniken/Polikliniken, 19 Institute und weitere zentrale Einrichtungen. Insgesamt wurden 2018 nach Angaben der UMG über 37.700 Patienten behandelt. Das Universitätsklinikum stellt 909 Planbetten und 74 tagesklinische Plätze bereit; ist die Arbeitsstelle von über 4.400 Mitarbeitern.

Neben Fakultät und Klinikum verfügt die Universitätsmedizin Greifswald über weitere Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, so unter anderem über eine berufliche Schule für Gesundheits- und Krankenpfleger/Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger u.a. andere Gesundheitsberufe sowie über ein Patienteninformationszentrum (PIZ). An der Beruflichen Schule der UMG werden jährlich insgesamt 100 Schüler in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger ausgebildet.

Schwesig: MV will Landarztquote

Schwerin – Die Regierungschefinnen und Regierungschefs haben auf ihrer heutigen Konferenz in Berlin dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung zugestimmt. Er regelt die Zulassung für die Studienfächer Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.

„Wir brauchen eine gute medizinische Versorgung überall in Mecklenburg-Vorpommern, auch in ländlichen Regionen. Mit dem neuen Staatsvertrag können wir einen Teil der Studienplätze an unseren Universitäten gezielt an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach dem Studium für einige Jahre als Landärztin oder Landarzt zu arbeiten. Mecklenburg-Vorpommern wird von dieser neuen Regelung Gebrauch machen“, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Konferenz an.

Der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit arbeite bereits am Entwurf für ein Landarztgesetz. „In den kommenden Jahren gehen viele Hausärztinnen und Hausärzte in den Ruhestand. Deshalb müssen wir verstärkte Anstrengungen unternehmen, damit sich Medizinerinnen und Mediziner als Hausärzte auf dem Land niederlassen. Wir wollen das entsprechende Gesetz noch in diesem Jahr auf den Weg bringen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Auf der Tagesordnung der Konferenz stand auch die künftige Finanzierung der Flüchtlingskosten. „Bund, Länder und Kommunen haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um Flüchtlinge aufzunehmen und diejenigen, die bleiben dürfen, gut in unsere Gesellschaft zu integrieren. Die Gespräche mit dem Bund über die Regelung ab 2020 sind ins Stocken geraten. Unsere gemeinsame Erwartung ist, dass diese Gespräche jetzt zügig abgeschlossen werden und dass sich der Bund weiter wie bisher an den Integrationskosten beteiligt. Integration findet vor Ort statt. Der Bund muss die Länder und Kommunen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen“, so Schwesig.

Digitale Spiele als Gesundheitstraining

BARMER-Präventionsprojekt jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Ein innovatives Präventionsprojekt für (teil-)stationäre Pfle­geeinrichtungen kommt nun auch nach Mecklenburg-Vorpommern: Thera­peu­tische Videospiele sollen den Alltag von Senioren bereichern und ihre Le­bens­qualität steigern. Über Körperbewegungen können pflegebedürftige Men­schen mit der MemoreBox auf einfache Art und Weise ihr Gedächtnis und ihre Be­weglichkeit trainieren. Unter der Schirmherrschaft von Sozialministerin Ste­fa­nie Drese wurde das Projekt heute in Schwerin vorgestellt.

Die BARMER stat­tet in diesem Jahr vier Einrichtungen im Land mit der MemoreBox aus. „Die Menschen werden immer älter. Das ist eine gute Nachricht! Wir stellen uns dabei die Frage: Wie kann es gelingen, beim Älterwer­den jung zu blei­ben? Die Trainingspro­gramme der Me­moreBox fördern die körperlichen und geistigen Fähigkeiten, bringen Men­schen zusammen, nehmen auf Entde­ckungsreisen mit und sind auf spieleri­sche Art und Weise herausfordernd“, sagte Henning Kutzbach, Landesge­schäftsführer der BARMER in Mecklen­burg-Vorpommern, bei der Vorstellung im AWO Seniorenhaus Schelfwerder in Schwerin.

Egal ob die Sonntagsfahrt mit dem Motorrad, ein Ausflug auf die Kegelbahn oder ins Tanzlokal – das, worauf viele Pflegebedürftige aufgrund ihrer Mobili­tätseinschränkun­gen manchmal viele Jahre verzichten mussten, ist plötzlich mit innovativen Spielen wieder erlebbar. „Ich bin sehr angetan von der Idee.

Moderne Technik und Älterwerden schließen sich nicht aus. Derartig innova­tive Projekte können für die Zukunft der Gesundheitsförderung in der stationä­ren Pflege beispielhaft sein. Das gemeinsame Spielen fördert zudem das So­zialleben und das Zusammengehörigkeitsgefühl“, sagte Schirmherrin Stefanie Drese, Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vor­pommern.

Im Rahmen eines zweijährigen Modellvorhabens hat die BARMER den praxis­nahen Einsatz der MemoreBox in Berliner und Hamburger Pflegeein­richtun­gen er­probt und einer wissenschaftlichen Begleitung unterzogen. „Die Unter­suchung hat ge­zeigt, dass die Spiele eine präventive und gesundheits­förderli­che Wirksamkeit erzie­len konnten. Die Stand- und Gangsicherheit der Teil­nehmerinnen und Teilnehmer wurde gestärkt, Motorik-, Ausdauer und Ko­ordi­nationsfähigkeiten haben sich verbes­sert“, erklärte Kutzbach. Videospiele in Alten- und Pflegeheimen sind eine echte Bereicherung. „Menschen jeden Al­ters haben ei­nen natürlichen Spieltrieb“, so der BARMER-Landeschef.

Die guten Ergebnisse aus der ersten Modellphase waren für die BARMER An­lass, die digitalen Gesundheitstrainings in Pflegeeinrichtungen in allen Bun­desländern einzu­setzen. In den nächsten Monaten werden 100 ausgewählte Pflegeinrichtungen, darun­ter vier aus Mecklenburg-Vorpommern, an der zwei­ten Projektphase beteiligt. „Neu ist, dass geschlechtsspezifische Aspekte auf­genommen wurden. Neben der Spielfigur ,Paul‘ kann jetzt auch ,Anna‘ als Charakter gewählt werden, die durch das Spiel führen. Damit greifen wir aktiv die Wün­sche der Seniorinnen und Senioren und eine Empfehlung der Natio­nalen Präventionskonferenz auf“, er­klärte Kutzbach. Da­rin heißt es unter an­derem, dass bei der Planung und Er­bringung von Präven­tions- und Gesund­heitsförderungsleistungen auch ge­schlechterbezogene As­pekte zu berück­sichtigen sind.

Anne-Katrin Otto, Leiterin des AWO Seniorenhauses Schelfwerder, freut sich, dass ihre Einrichtung eine MemoreBox erhält: „Das Konzept hat uns über­zeugt, weil durch das Projekt die Erlebniswelten der Senioren und Seniorinnen und unserer Pflege- und Betreuungskräfte miteinander verschmelzen können. Zum einen tauchen die Senioren in die digitale Welt ein. Zum anderen können die Pflegekräfte zusammen mit den Senioren in die Vergangenheit reisen, da viele Elemente der MemoreBox, wie beispielsweise die Musik, die Senioren in vergangene Tage zurückversetzen.“

Die MemoreBox wurde vom Hamburger Digital Health Start-up RetroBrain R&D entwi­ckelt. „Wir möchten mit den therapeutischen Videospielen Freude bereiten und gleichzeitig die körperliche und geistige Fitness fördern“, so Jens Brandis, Projektmanager Key Account bei der RetroBrain R&D GmbH. Die Humboldt-Universität zu Berlin, die seit 2016 die präventiven und gesundheitli­chen Aspekte des Videospielens mit der MemoreBox für Seniorinnen und Se­nioren in Berlin und Hamburg auswertet, wird das bundesweite Präventions­angebot mit weiteren Partnern auch in der zweiten Phase wissenschaftlich be­gleiten.

Die Spielekonsole MemoreBox des Digital Health Start-ups RetroBrain R&D GmbH wurde von erfahrenen Experten aus Wissenschaft, pflegerischer Praxis und Spieleentwicklung konzipiert. Die MemoreBox kann an jeden Fernseher angeschlossen und mit Hilfe einer Kinect-Kamera über Gestensteuerung be­dient werden. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von therapeuti­schen Gesundheitstrainings, wie z. B. Tanzen, Singen, Kegeln, Tischtennis, Motorrad- oder Briefträgerfahren, die durch Bewegung, Spiel und Spaß die präventiven und gesundheitsfördernden Fähigkeiten der Seniorinnen und Se­nioren stärken können.

Die Trainings integrieren verschiedene therapeutisch-präventiv-rehabilitativ wirksame Elemente, die unter anderem aus Erkenntnis­sen der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie entwickelt wurden. Die MemoreBox wird neben dem aktuellen Pilotprojekt u. a. bereits an der Charité Berlin (gefördert durch die Stiftung Charité) und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (gefördert durch die Freie und Han­sestadt Hamburg) wissenschaftlich evaluiert.

Die BARMER und das Digital Health Start-up RetroBrain R&D GmbH starten in die zweite Pilotphase. Gemeinsam mit der Alice Salo­mon Hochschule Ber­lin, der Charité Universitätsmedizin Berlin und der Hum­boldt-Universität zu Berlin werden bundesweit 100 ausgewählte (teil-)statio­näre Pflegeeinrichtun­gen bei der Umsetzung des Präventionsangebotes im Pflegealltag wissen­schaftlich begleitet. Es werden die präventiven und ge­sundheitsfördernden Möglichkei­ten der MemoreBox, auf die gesundheitsbe­zogene Lebensqualität, körperliche Bewegung, den Erhalt kognitiver Fähigkei­ten und genderrelevante Aspekte von Seniorinnen und Senioren untersucht.

Hierbei sollen die positiven Ergeb­nisse der ersten Evaluation durch die Hum­boldt-Universität zu Berlin überprüft und weitere Fragestellungen aus der Ver­haltens- und Verhältnisprä­vention im Pflegealltag vertieft werden, um digitale Präventionslösungen nach­haltig zu etablieren. Die wissenschaftliche Beglei­tung des Pilotprojektes in Hamburg und Berlin lieferte Hinweise, dass die Nut­zung der MemoreBox posi­tive Ef­fekte auf die gesundheitsbezogene Lebens­qualität der teilnehmenden Senio­rinnen und Senioren hat. Es zeigte sich eine Stärkung der geistigen Leistungs­fähigkeit, der Stand- und Gangsicherheit, der Motorik-, Ausdauer- und Koordi­nationsfähigkeit. Darüber hinaus konnten die soziale Einbindung, Interaktion und Kommunikation positiv gefördert werden als auch das subjek­tive Schmerzerleben, welches durch das regelmäßige Spielen verringert wurde.

Die RetroBrain R&D GmbH entwickelt seit 2014 therapeutisch-präventiv wirk­same Videospiele für gesunde und von Demenz, Parkinson und Schlaganfall betroffene Seniorinnen und Senioren. Das interdisziplinäre Team entwickelte und etablierte als erstes die Digital Health Lösung MemoreBox. Diese Spiele­konsole gilt seit 2015 als „a benchmark in the therapeutic gamification in­dustry“ (LIFT Basel).

„Gesund älter werden mit Bewegung“

Glawe: Aktiv-sein ist Schlüsselfunktion für Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude

Schwerin – Das Thema „Gesund älter werden mit Bewegung“ stand im Mittelpunkt der 4. Landeskonferenz „Sport und Gesundheit“. Veranstalter der Konferenz war der Landessportbund e.V.

„Sport und Bewegung sind Schlüsselfunktionen für ein möglichst gesundes Älterwerden. Ist die eigene Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, leiden oft auch die Selbständigkeit und die Lebensqualität. Deshalb sollte jeder ältere Mensch versuchen, Bewegungseinschränkungen durch Training wieder zu verbessern. Regelmäßiges Aktiv-sein fördert die Gesundheit, steigert Lebensfreude und hilft, möglichst lange gesund arbeiten zu können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Mecklenburg-Vorpommern lag der Anteil der über 65-jährigen Männer und Frauen nach Angaben des Statistischen Amtes im Jahr 2017 bei etwa 24,1 Prozent (390.000 Menschen). Dieser Anteil wird Bevölkerungsprognosen nach bis zum Jahr 2030 auf rund 31,7 Prozent (etwa eine halbe Million Menschen) ansteigen.

„Ziel muss es sein, altersgerechte Sport- und Bewegungsangebote, Sturzpräventionsprogramme oder die Gesundheitsförderungsprogramme für ältere Arbeitnehmer weiter auszubauen und möglichst flächendeckend anzubieten. Dafür ist eine kooperative Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen, Krankenkassen, Medizinischen Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen, Kommunen, Arbeitgebern und weiteren Partnern unerlässlich“, sagte Glawe.

Das Thema „Gesund älter werden“ spielt auch eine wichtige Rolle im „Aktionsbündnis für Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern“. Zur Umsetzung einer nationalen Präventionsstrategie im Land hatte das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium eine Landesrahmenvereinbarung geschlossen. Partner sind unter anderem die in Mecklenburg-Vorpommern tätigen Krankenkassen, der Verband der Ersatzkassen (vdek), die Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern, die Bundesagentur für Arbeit sowie der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern e. V. Bis Ende des Jahres sollen drei lebensphasen-bezogene Arbeitsgruppen („Gesund aufwachsen“, „Gesund leben und arbeiten“ und „Gesund älter werden“) Gesundheitsziele für Mecklenburg-Vorpommern erarbeiten sowie erste Handlungsempfehlungen zu deren Umsetzung geben. Das Gestaltungsfeld „Gesundes Alter(n)“ ist zudem ein wesentlicher Baustein im „Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2020“.

„Das Thema muss immer gesamtgesellschaftlich und fachübergreifend betrachtet werden. Das Wirtschaftsministerium greift dies beispielsweise im Geriatriebeirat des Landes, im Aktionsbündnis Gesundheit und auch im Bereich Arbeitsschutz auf. Denn die Bewahrung der Sicherheit und der Gesundheit des Menschen bei der Arbeit ist das Kernziel des Arbeitsschutzes. Dazu gehört auch, älteren Mitarbeitern ein den Fähigkeiten entsprechendes Arbeitsumfeld zu bieten“, sagte Glawe.

Wirtschaftsminister Glawe verwies auf den 3. Arbeitsschutztag am 02. April 2019 in Güstrow, der gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) veranstaltet wird. Themen sind unter anderem das neue Mutterschutzgesetz, psychische Belastung am Arbeitsplatz sowie ein Workshop unter dem Motto „Eins ist sicher – kommmitmensch“ – eine Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung mit Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Weitere Themen der Fachtagung sind unter anderem Änderungen im Strahlenschutzrecht, die zentrale Expositionsdatenbank ZED (ein Angebot der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zur zentralen Erfassung gegenüber krebserzeugenden Stoffen exponierter Beschäftigter) und der Vortrag „Spielt das Geschlecht im Arbeitsschutz eine Rolle?“.

Ärztliche Versorgung in Parchim

Parchim – Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Mittwoch gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) für mehr Hausärzte auf dem Land geworben. In Parchim sind am Mittwoch gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten, Vertretern von Hochschulen, Verbänden und Politik Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der (haus-)ärztlichen Versorgung diskutiert worden.

„Mecklenburg-Vorpommern befindet sich bei der Gewinnung von Hausärzten im Wettbewerb mit anderen Regionen. An den Rahmenbedingungen der Aus- und Weiterbildung sowie bei den Hilfen zur Niederlassung von Hausärzten wurden in den vergangenen Jahren Verbesserungen und Erleichterungen auf den Weg gebracht. Darauf bauen wir weiter auf. Wir arbeiten derzeit intensiv daran, die Situation vor allem auch im ländlichen Raum zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Minister Glawe machte in Parchim auf aktuelle Herausforderungen der hausärztlichen Versorgung aufmerksam. „In einigen Regionen gibt es Schwierigkeiten Hausarztpraxen nachzubesetzen. Das Durchschnittsalter der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 54 Jahren. Der Anteil der Hausärzte über 65 Jahre liegt bei 9,8 Prozent (Stand: 2017). Problematisch könnte eine Nichtwiederbesetzung von Stellen in Regionen werden, die von Unterversorgung bedroht sind“, so Glawe weiter. Das sind in M-V die Regionen Güstrow, Parchim, Pasewalk sowie im Schweriner Umland.

Gesundheitsminister Glawe warb dafür, dass es neben der klassischen Niederlassung künftig für junge Ärzte auch Arbeitsmöglichkeiten in medizinischen Versorgungszentren geben muss. „Diese haben den Vorteil, dass die Berufsanfänger kein hohes finanzielles Risiko bei ihrem Start ins Berufsleben tragen müssen. Neben der Niederlassung könne sich junge Ärzte von Medizinischen Versorgungszentren oder auch Gemeinden anstellen lassen, wenn sie nicht gleich nach der Facharztweiterbildung eine eigene Niederlassung anstreben. Vielerorts sind dennoch individuelle Lösungen gefragt. Wir müssen als Flächenland unseren eigenen Weg finden. Aktuell ist ein Landarztgesetz in der Erarbeitung“, betonte Glawe. Bei dem Gesetz geht es darum, durch eine Vorabquote den Studierwilligen eine Chance auf einen Studienplatz zu geben. Diese verpflichten sich nach ihrer Aus- und Weiterbildung, eine Tätigkeit als Hausarzt oder Arzt im Öffentlichen Gesundheitswesen in Mecklenburg-Vorpommern für mindestens zehn Jahre aufzunehmen.

Darüber hinaus sind Stipendien für Studierende aufgelegt worden, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung für einige Jahre im Land als Ärztin oder als Arzt tätig zu werden. Der Minister machte deutlich, dass es notwendig sei, mehr Studienplätze für Medizin an den Universitäten zur Verfügung zu stellen. „Im Bereich der Medizinstudienplätze sind die Zahlen seit der Wende eher rückläufig, wodurch die eingetretene Verknappung an Ärzten auch zu erklären ist“, so Gesundheitsminister Glawe. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern etwa 4.000 Medizinstudenten. Auf einen Studienplatz gibt es etwa vier Bewerber.

Im Bereich der Weiterbildung gibt es Weiterbildungsverbünde, die es den Teilnehmern erleichtert, nahtlos ihre einzelnen Stationen der Weiterbildung ohne Zeitverlust nacheinander zu absolvieren. An den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin wurde ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin geschaffen, das die Qualität der Weiterbildung verbessern und den jungen Ärzten den Einstieg in den Hausarztberuf erleichtern soll. Neben der Niederlassung könne sich junge Ärzte von Medizinischen Versorgungszentren oder auch Gemeinden anstellen lassen, wenn sie nicht gleich nach der Facharztweiterbildung eine eigene Niederlassung anstreben. „Auch muss heute kein Arzt mehr dort wohnen, wo die Praxis betrieben wird – durch den Wegfall der Residenzpflicht können Praxissitz und Wohnsitz unterschiedlich sein. Das kann den Medizinern dabei helfen, Familie und Beruf noch besser zu vereinbaren“, so Glawe.

Alle Bemühungen der vergangenen Jahre, die Allgemeinmedizin aufzuwerten und mehr Ärzte für eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zu gewinnen, haben dazu geführt, dass es momentan deutlich über 200 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Der Weiterbildungsassistent ist ein Arzt, der nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwirbt. „Entscheidend ist, dass es jetzt gelingen muss, so möglichst viele dieser künftigen Fachärzte für eine Niederlassung in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Das wird nicht einfach dadurch geschehen, dass man abwartet, wie sich die jungen Mediziner entscheiden und wo sie ihre berufliche Zukunft sehen. Wir müssen alle zusammen aktiv dafür werden, den jungen Ärztinnen und Ärzten attraktive Angebote für ihre berufliche Zukunft zu machen“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Telemedizinische Möglichkeiten auch in M-V nutzen

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag der Einsatz telemedizinischer Möglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert worden. „Dabei werden Ressourcen – wie z.B. fachärztliche, aber auch hausärztliche Expertise – über räumliche Distanzen hinweg verfügbar gemacht und damit effektiver genutzt. Es werden Informationen idealerweise sektorenübergreifend bereit gestellt. Diese können beispielsweise von den an der Versorgung beteiligten Ärzten und Krankenhäusern genutzt werden. Dadurch werden Informationsverluste vermieden und die Versorgung verbessert. Im Kern geht es darum, dass nützliche und notwendige Entwicklungen bei uns im Land ermöglicht werden. Ich begreife die Digitalisierung des Gesundheitswesens dabei als Chance und als einen von vielen Wegen, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. Die Rede wurde im Landtag in Vertretung von Minister Glawe durch Innenminister Lorenz Caffier vorgetragen.

Die Bundesärztekammer hat im vergangenen Jahr die Voraussetzungen für ausschließliche Fernbehandlungen geschaffen. Inzwischen haben die Ärztekammern in fast allen Bundesländern ihre Berufsordnungen entsprechend angepasst. „Es ist wichtig, die Anpassung der Berufsordnung auch in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen. Gerade unser Land als ein Flächenland sollte offen für ein Konzept wie die Fernbehandlung sein. Dabei geht es nicht darum, diese Behandlungsform zum Regelfall zu machen, sondern praktikable Lösungen für Einzelfälle zu schaffen“, so Glawe. „Hierzu ist es notwendig, auch die Bedenken auszuräumen, die im Wesentlichen auf ungeklärten Haftungsfragen beruhen.“

Gegenwärtig sind mit der bestehenden Berufsordnung bereits Fernbehandlungen in Einzelfällen möglich. Die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots in der vorliegenden Form bezieht sich auf Erstkontakte zwischen Patient und Arzt, die dann auch per Telemedizin berufsrechtlich in geeigneten Einzelfällen erlaubt wären. „Die Telemedizin bietet bereits jetzt viele Möglichkeiten im Bereich der Diagnostik und des Monitorings, aber auch bei der Behandlung. Diese Entwicklung wird sich rasant fortsetzen. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Ärzteschaft sich an die Spitze dieser Bewegung stellt, die diese Entwicklung aktiv mitgestaltet und Schwerpunkte setzt. Schließlich macht die Fernbehandlung nicht vor unseren Landesgrenzen halt“, machte Glawe deutlich.

Bei der Förderung von Projekten im Land wollen wir verstärkt darauf achten, dass die Überführung von geförderten Projekten in die Regelversorgung gelingt. Hierzu werden Regelungen eines einheitlichen Verfahrens, welches auf den Veröffentlichungen zur E-Health-Initiative des Bundesgesundheitsministeriums basiert, genutzt. „Dies kann z. B. durch die frühzeitige Einbindung der Kostenträger in die Projektkonzeption geschehen oder durch die Entwicklung geeigneter Evaluationen, die die Anforderungen zur Überführung in die Regelversorgung erfüllen“, so Glawe.

Ein Projekt des Gesundheitsministeriums beschäftigt sich mit der regionalen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Projekt wurden drei Versorgungsbereiche identifiziert, die besonders stark vom demografischen Wandel herausgefordert sind: das sind die Pädiatrie, die Geriatrie sowie die Palliativversorgung. Im Bereich der Geriatrie wird zur Unterstützung der regionalen geriatrischen Versorgung in Kooperation mit dem Medizinischen Versorgungsverbund Müritz e.V. eine digitale Fallakte entwickelt und erprobt.

Als Beispiel für ein weiteres innovatives Vorhaben nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt „HaffNet“. Das Modell beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Es ist wesentlicher Motor im Projekt „Vernetzte Versorgung in M-V“. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. In der zweiten Ausbaustufe der Kooperation wird durch die AOK Nordost ein Prototyp der digitalen Patientenakte getestet. Es kann dadurch Vorreiter für ganz Deutschland werden.

Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Voss: Palliativmedizin im Land stärken

Rostock – „Die gute palliative Versorgung in unserem Land wird erst durch die vielen qualifizierten Frauen und Männer unterschiedlichster Fachrichtungen sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten möglich. Einen wichtigen Anteil daran hat das Rostocker Palliativteam der Universitätsmedizin, welches seit nunmehr 10 Jahren Herausragendes leistet“, erklärte Staatssekretär Voss am 2. März auf dem 8. Palliativtag in Rostock. Er hob in seinem Grußwort angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung die wachsende Bedeutung der palliativen Versorgung hervor.

Die Palliativmedizin und die Palliativversorgung gelten als Querschnittsgebiete der Medizin und Pflege: Die Ärztinnen und Ärzten sowie die Pflegerinnen und Pflegern arbeiten insbesondere auch mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zusammen.

„Ihnen allen gebührt für Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung große Anerkennung. Ihre Tätigkeit ist eine maßgebliche Säule in der Versorgungsstruktur Mecklenburg-Vorpommerns“, dankte der Staatssekretär im Namen der Landesregierung. Der Palliativtag unter dem diesjährigen Motto „Dem Helfer helfen“ fokussiert die Belange von Angehörigen Schwerstkranker und freiwilliger Helfer/innen.

Voss hob hervor, dass angesichts des demografischen Wandels die Palliativversorgung künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen würde. Daher seien weitere Angebote wichtig.

„Um dem steigenden Bedarf zu begegnen, werden in Waren und Güstrow zwei neue Hospize eröffnet. Zudem wollen wir stärker dem Stadt-Land-Gefälle entgegentreten. Neben einer verbesserten Vernetzung und Koordinierung sehe ich innerhalb der palliativmedizinischen Fortbildung neue Wege. Hier kann die Weiterbildung „Palliative Care“ für Pflegefachkräfte beispielgebend sein“, so Voss.

Öffentliche Belobigung für selbstlose Rettungstat

Wismar – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute Britta und Ronald Bohm aus Wismar eine Belobigung für ihre schnelle und entschlossene Hilfe, mit der sie im Oktober 2017 eine Frau gerettet haben, ausgesprochen.

Am 26. Oktober 2017, einem ganz normalen Donnerstag nahmen die Eheleute Bohm plötzlich Hilferufe auf der Straße vor ihrem Haus wahr. Herr Bohm lief sofort nach draußen und konnte seinen Augen nicht trauen: Eine Frau lag blutend auf dem Boden. Zwei Hunde attackierten sie und bissen immer wieder zu. Sie war selbst mit ihrem eigenen Hund spazieren gegangen, als die Hunde über einen Zaun sprangen und sie angriffen. Familie Bohm war sofort klar: Hier müssen wir helfen. Ohne zu zögern eilten beide der Frau zur Hilfe. Sie versuchten zunächst mit lauten Schreien und Tritten die Frau von den großen schweren Hunden zu befreien. Leider ohne Erfolg. So griffen sie geistesgegenwärtig zu Schneeschieber und Knüppel. Und es gelang, die beiden Hunde von ihrem Opfer zu lösen. Leider hatte die Frau schwere Bissverletzungen erlitten und musste operiert werden.

„Mit ihrem beherzten Einsatz konnten Frau und Herr Bohm die Frau vor weiteren schweren Verletzungen schützen. Sie haben sich dabei selbst in Gefahr begeben. Das ist nicht selbstverständlich. Sie haben großen Mut und Tapferkeit bewiesen. Darauf können sie beide stolz sein“, betonte die Ministerpräsidentin.

Die Gesellschaft brauche solche Menschen wie das Ehepaar Bohm. Menschen, die Verantwortung übernehmen – spontan und selbstlos. Schwesig: „Ich bin überzeugt: Eine Gesellschaft ist nur lebensfähig und lebenswert mit Menschen, die aufeinander achtgeben und füreinander da sind. Das ist die Gesellschaft, die ich mir in Mecklenburg-Vorpommern wünsche. Dass wir füreinander einstehen, einander helfen und unterstützen. Ich freue mich sehr, Familie Bohm heute für ihre entschlossene Tat öffentlich belobigen zu können. Herzlichen Glückwunsch!“

Ergebnisse und Perspektiven in der Gesundheitspolitik

Schwerin – Über Ergebnisse und Perspektiven der Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern diskutierte Wirtschaftsminister Harry Glawe am Donnerstag mit dem Vorstand sowie dem Verwaltungsrat der Innungskrankenkasse (IKK) Nord in Schwerin. Schwerpunktthemen waren die Bereiche Prävention, Versorgung und Pflege. „Mecklenburg-Vorpommern als Flächenland steht in der pflegerischen und gesundheitlichen Versorgung der Menschen vor großen Herausforderungen. Wir sind vom demografischen Wandel betroffen, erleben dadurch eine Veränderung der Morbidität und gleichzeitig einen zunehmenden Fachkräftemangel. Unser Ziel ist es, flächendeckend eine hochwertige Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Dafür braucht es ein kooperatives Zusammenspiel aller Partner im Land mit ausreichend Mut, auch innovative Ideen umzusetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Wirtschaftsminister Glawe verwies auf Projekte, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. „Vor allem regionale Versorgungskonzepte mit integrierten telemedizinischen Funktionalitäten sehe ich als geeignete Möglichkeit, die medizinische Versorgung zu unterstützen, die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern und am Patienten orientierte Versorgungsmodelle zu entwickeln“, sagte Harry Glawe. Unter anderem wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie beispielsweise der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

„Ausreichend Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen, ist ein entscheidendes Zukunftsthema der Gesundheitspolitik. Das gehen wir an und haben bereits eine Vielzahl von Maßnahmen initiiert, um die verantwortungsvollen Berufsbilder attraktiver zu gestalten“, hob Glawe hervor. Für den Zeitraum 2011 bis 2020 wurde eine Bedarfsanalyse an Pflegefachpersonen vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorgenommen. Demnach ist von einem zusätzlichen Personalbedarf von insgesamt 2.917 Pflegefachkräften (180 Personen in Krankenhäusern, 1.131 Personen in den ambulanten Pflegediensten, 1.606 Personen in den stationären Pflegeeinrichtungen) auszugehen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege hat das Wirtschaftsministerium unter anderem Vorbereitungen zur Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes, Abschaffung des Schulgeldes in den Pflegeausbildungen ab September 2019 sowie die Begleitung der Entwicklung und Implementierung von innovativen Versorgungsansätzen umgesetzt.

Neu ist die Möglichkeit für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, bei der Einstellung vietnamesischer Fachkräfte für eine Pflegeausbildung in Mecklenburg-Vorpommern Unterstützung zu erhalten. Gefördert wird dabei die Gewinnung von maximal 50 vietnamesischen Fachkräften für eine Pflegeausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Vorgesehen ist, Krankenhäuser bei der Gewinnung von bis zu zehn Fachkräften und die ambulanten sowie stationären Pflegeeinrichtungen bei der Gewinnung von jeweils bis zu 20 Fachkräften zu unterstützen. Pro vietnamesischer Fachkraft beträgt der Zuschuss für Krankenhäuser bis zu 2.000 Euro und für ambulante bzw. stationäre Pflegeeinrichtungen bis zu 8.000 Euro, wobei jeweils ein Eigenanteil zu leisten ist. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Ralf Hermes, Vorstand der IKK Nord, verwies auf die Initiativen der Innungskrankenkasse bei digitalen Präventionsangeboten: „Das Projekt GESUNA wurde vor knapp zwei Jahren zusammen mit dem Handwerk und dem Rostocker VIRTUS-Institut auf die Beine gestellt, durch das hiesige Wirtschaftsministerium gefördert, in einigen Betrieben getestet und laufend verbessert. Mit dem überarbeiteten, kostenfreien Angebot GESUNA@work gehen wir ab sofort an den Start.“ Neben arbeitstauglichen Gesundheits- und Bewegungsangeboten können Ernährungstipps abgerufen werden.

Die Innungskrankenkasse (IKK) Nord mit Sitz in Schwerin ist aus der Fusion der IKK Mecklenburg-Vorpommern und der IKK Schleswig-Holstein zum 01.01.2006 hervorgegangen.