Ministerin Drese: LAGuS ist unverzichtbarer Dienstleister für die Menschen in MV

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute in Rostock den Jahresbericht 2016 des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) vorgestellt. „Diese Fachbehörde mit ihren qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist und bleibt ein unverzichtbarer Baustein für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserem Bundesland“, sagte Drese.

Die Ministerin machte anhand von Leistungsdaten und konkreten Beispielen aus den Abteilungen des LAGuS die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben der Behörde deutlich. Drese: „Rund 4.500 öffentlich geförderte Projekte wurden dort im vergangenen Jahr bearbeitet mit einem Gesamtvolumen von etwa 460 Millionen Euro.“

Die Ministerin hob besonders die mittlerweile sehr gute Inanspruchnahme der Förderung der Familienerholung für einkommensschwache Familien sowie die niedrigschwelligen Angebote im Bereich des Kinder- und Opferschutzes hervor. Drese: „Die Hilfen für die Schwächsten unserer Gesellschaft und für Opfer von häuslicher, sexualisierter oder sonstiger Gewalt sind mir besonders wichtig.“

Im Bereich Soziales verwies Drese auf die steigende Zahl der schwerbehinderten Menschen in MV mit rd. 216.000 Betroffenen (13,3 % der Gesamtbevölkerung, bundesweit knapp 10%). „Hier lautet das Ziel: mehr Teilhabe“, so Drese. „Das Integrationsamt im LAGuS fördert insbesondere die Teilhabe am Arbeitsleben, z.B. durch das ‚Budget für Arbeit‘ und durch Integrationsprojekte wie die CAP-Märkte.“ Die Ministerin warb in diesem Zusammenhang bei Unternehmen, mehr Menschen mit Behinderungen und Handicaps eine Chance im Arbeitsleben zu geben. „Finanzielle Mittel für Fördermaßnahmen sind durch die Ausgleichsabgabe vorhanden, betonte Drese.

Einige Eckdaten für das Jahr 2016

  • Es gab z. B. etwa 49.000 Feststellungen/Bescheide zum Schwerbehindertenrecht (1.000 mehr als 2015).
  • 15.516 Anträge auf Elterngeld sind bewilligt worden (233 mehr als 2015).
  • In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 23 (+3) Integrationsprojekte, in denen 119 (+6) Menschen einen Job haben, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung sonst keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt hätten. Alle Integrationsprojekte werden vom LAGuS gefördert.
  • Insgesamt wurden im LAGuS 2.333 ESF-finanzierte Fördermaßnahmen mit einem Volumen von 168 Millionen Euro bewilligt, begleitet und abgerechnet (2015: 1.867 Maßnahmen mit 158 Millionen Euro). Hinzu kommen 2.116 Maßnahmen mit einem Volumen von 290 Millionen Euro aus Landesmitteln (2015: 2.262 Maßnahmen mit 281 Millionen Euro).
  • Etwa 21.500 Trink- und Badewasserproben wurden analysiert (2015: 23.000 Proben).
  • Knapp 15.000 Fälle von Infektionskrankheiten wurden im LAGuS registriert (2015: knapp 13.000).
  • Das LAGuS überwacht die Einhaltung der Hygienevorschriften in allen stationären medizinischen Einrichtungen in MV. Die Behörde ist außerdem in MV für die Apothekenaufsicht zuständig.
  • Im Bereich Arbeitsschutz gab es fast 12.000 Betriebsüberprüfungen (2015: 12.000) und ca. 2.000 Baustellenüberprüfungen (2015: 2.500).

Das LAGuS ist an sechs Standorten im Bundesland MV vertreten (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund, Greifswald, Neustrelitz). 457 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen im Auftrag der Landesregierung mehr als eine halbe Milliarde Euro für soziale und gesundheitliche Belange der Menschen in MV um. Dabei spielen die Digitalisierung und der elektronische Formularservice eine immer größere Rolle.

10 Mio. Euro für die Gesundheitsforschung bereit

Ministerin Hesse: Junge Forscherinnen und Forscher stärker unterstützen

Schwerin – Zweite Runde beim Exzellenzforschungsprogramm: Das Land setzt seinen Kurs in der Wissenschaftspolitik fort und will weitere exzellente Forschungsvorhaben stärken. Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu unterstützen, die sich in Forschungsverbünden weiter qualifizieren wollen. In der aktuellen Ausschreibung stehen 10 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung erfolgt aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020.

„In diesem Förderprogramm richten wir bewusst den Blick auf den Gesundheitsbereich“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Prävention, Förderung und Gesundheitsforschung sind im Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern besonders wichtig. Wir wollen insbesondere junge Forscherinnen und Forscher stärker unterstützen und ihnen zeigen, dass sie bei uns im Land attraktive Arbeitsbedingungen haben“, so Hesse.

Gefördert werden Forschungsprojekte mit den Schwerpunkten, die in den Gestaltungsfeldern des Masterplans Gesundheitswirtschaft liegen. Das sind LifeScience, Gesundheitsdienstleistungen, Gesundes Alter(n), Gesundheitstourismus und Ernährung für die Gesundheit. Das Land hat in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Strategiegruppen des Kuratoriums für Gesundheitswirtschaft ermittelt, in welchen Bereichen es einen aktuellen und nachhaltigen Bedarf gibt. Forscherinnen und Forscher sollen die Ergebnisse als Denkanstöße verstehen.

„Mit dem Förderprogramm sollen darüber hinaus die Kapazitäten für exzellente Forschung an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gestärkt werden“, sagte Wissenschaftsministerin Hesse. „Durch die Arbeit in Forschungsverbünden sollen Synergien in der Forschungslandschaft erzielt werden. Die Forschungsverbünde sollen so einen Beitrag leisten, um im bundesweiten und internationalen Wettbewerb zu bestehen“, erläuterte Hesse.

Der Vergabe der Fördermittel liegt ein wettbewerbliches Verfahren zu Grunde, wie es auch bei anderen Forschungsförderern üblich ist. Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig. Eine unabhängige Fachjury wählt die Forschungsverbünde aus, die gefördert werden sollen. Ein Forschungsverbund kann bis zu 2 Millionen Euro an ESF-Mitteln erhalten. Der Beginn der Förderung ist zum 1. Juli 2018 vorgesehen.

Minister Backhaus mahnt: Fleisch- und Wurstwaren sind keine Souvenirs!

Schwerin – „Im Hinblick auf die beginnende Urlaubs- und Feriensaison bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger des Landes eindringlich darum, keine Fleisch- oder Wurstwaren aus den Gebieten mitzubringen, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen sind. Auch die Menschen, die von dort zu uns nach Mecklenburg-Vorpommern kommen um zu arbeiten, bitte ich um entsprechende Achtsamkeit“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

Die für den Menschen ungefährliche Tierseuche ist jetzt von Osteuropa sprunghaft weiter nach Westen vorgedrungen und hat Tschechien erreicht. Da der Reiseverkehr von der Tschechischen Republik und anderen Mitgliedstaaten nach Deutschland nicht mehr der Einfuhruntersuchung an einer Grenzkontrollstelle unterliegt, ist das Risiko der Einschleppung, insbesondere entlang des Fernstraßennetzes, durch Fahrzeuge oder Personen nach wie vor hoch.

„Der ASP- Erreger kann sogar einige Zeit in Brühwürsten überleben und ist somit eine potentielle Gefahr für die Schweine und das Schwarzwild in Mecklenburg-Vorpommern, wenn die Tiere Zugang zum Beispiel zu weggeworfenen Wurstbroten bekommen“, so der Landwirtschaftsminister.

„Ich werde die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter bitten, noch aktiver als bisher den Zoll und die Bundespolizei fachlich zu unterstützen. Die Bundesbehörden finden auch im Ministerium jederzeit kompetente Ansprechpartner, wenn im Rahmen von Kontrollen Fragen zu klären sind“, betonte Dr. Backhaus.

Anders als bei der Klassischen Schweinepest (KSP), die in Mecklenburg-Vorpommern nach einigen Jahren der Bekämpfung erst durch die Impfung der Wildschweine getilgt wurde, kann gegen die ASP kein wirksamer Impfschutz erzielt werden.

„Wir wollen gemeinsam vermeiden, dass das ASP-Virus in den Schwarzwildbestand beziehungsweise in Hausschweinehaltungen eingeschleppt wird“, so Minister Backhaus.

Neuer Internetauftritt für das Aktionsbündnis Gesundheit online

Schwerin – Der überarbeitete Internetauftritt für das Aktionsbündnis Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern ist unter www.aktionsbuendnis-gesundheit-mv.de online. „Der Internetauftritt wurde auf neue Füße gestellt. Wir bieten einen umfassenden Überblick über die Akteure des Aktionsbündnisses Gesundheit, ihre Projekte und Ansprechpartner. Das Aktionsbündnis ist ein freiwilliger Zusammenschluss von in unserem Land aktiven Akteuren im Gesundheitswesen, die in den verschiedensten Themenfeldern tätig sind. Ob medizinische Einrichtung oder Krankenkasse, Kita oder Schule, Unternehmen oder Kommune – alle Partner engagieren sich für die Gesundheitsförderung im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch. Zum Netzwerk gehören mittlerweile fast 30 Mitglieder, die nachhaltig die Gesundheitsförderung und Prävention im Land stärken wollen.

Die Internetpräsentation bietet eine Übersicht über alle laufenden Projekte in Mecklenburg-Vorpommern, die durch Landesprogramme, im Einzelprojekt oder durch Kampagnen oder auch durch umfangreiche Schulungen umgesetzt werden. „Die Projekte thematisieren sowohl die Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung als auch die Verbesserung der psychischen Gesundheit im Land“, so Glawe weiter. Zusätzlich wird auf Leuchtturmprojekte im Land aufmerksam gemacht. Derzeit wird die Kampagne Medien-Familie-Verantwortung unter dem Motto „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ beworben.

Das landesweite Aktionsbündnis für Gesundheit wurde im Herbst 2008 gegründet und wird seit Herbst 2016 vom für Gesundheit zuständigen Ministerium, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, geleitet. „Künftig werden sich die Mitglieder des Netzwerkes einmal im Jahr zur Plenumssitzung treffen. In diesem Rahmen werden Ziele und Aufgaben des Gremiums diskutiert sowie gemeinsame Beschlüsse verabschiedet“, so Gesundheitsminister Glawe. Das Aktionsbündnis plant und beschließt Gesundheitsziele und Handlungsfelder, wie zum Beispiel Ernährung und Bewegung für den Nordosten. Diese münden dann in konkrete Projekte. Zur Umsetzung legen die Mitglieder des Aktionsbündnisses Verfahrensgrundsätze fest. „Die Mitglieder beteiligen sich aktiv an der Umsetzung des Landesaktionsplans und der Gesundheitsförderung im Land. Sie ermitteln Bedarfe und regen gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie Aktivitäten an, wobei die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und ältere Menschen im Fokus stehen“, sagte Glawe.

 Zu den Mitgliedern zählen Akteure im Gesundheitswesen des Landes M-V, die ihre Expertise und ihre Kompetenz im Aktionsbündnis für Gesundheit bündeln. Das sind unter anderem Sozialleistungsträger, Landesverbände, Öffentlicher Gesundheitsdienst sowie kommunale Spitzenverbände. „Wir werben weiterhin um Mitglieder. Jede Institution mit gesundheitsförderlichem bzw. präventivem Bezug, die sich für die Ziele des Aktionsbündnisses einsetzt, kann Mitglied werden“, so Gesundheitsminister Glawe. Vertreten im Aktionsbündnis sind derzeit u. a. die AOK Nordost, die Ärztekammer, die IKK Nord, der Landessportbund MV, der Landesseniorenbeirat MV, die BioCon Valley GmbH, die Krankenhausgesellschaft MV, der Landesverband Kneipp, die Unfallkasse sowie die Universitätsmedizin in Rostock und Greifswald.

Anfang des Jahres 2017 ist zum ersten Mal eine Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie abgeschlossen worden. „Prävention und Gesundheitsförderung sind in allen Phasen des Lebens wichtig. Mit der Rahmenvereinbarung haben wir den Grundstein für eine neue Form der verbindlicheren Zusammenarbeit gelegt“, sagte der Gesundheitsminister. Nach der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung durch den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe für das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Sozialversicherungsträger, Kranken-, Renten- und Unfallversicherer im Land wurde der Internetauftritt des Aktionsbündnisses Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern komplett überarbeitet.

Alle Informationen zum Aktionsbündnis Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern finden Sie unter: www.aktionsbuendnis-gesundheit-mv.de.

Grüne Damen und Herren schenken kranken und älteren Menschen Freude und Zeit

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese gratulierte heute den „Grünen Damen und Herren“ der HELIOS-Kliniken Schwerin zum 25-jährigen Jubiläum.

Die Ministerin bedankte sich in ihrem Grußwort für das herausragende ehrenamtliche Engagement der „Grünen Damen und Herren“. „Sie sind es, die seit 25 Jahren kranken und älteren Menschen während deren Aufenthaltes im Klinikum Freude und Zeit schenken“, sagte Drese.

Die „Grünen Damen und Herren“ in der Helios Klinik sind Frauen und Männer jeden Alters, die versuchen, die Patienten die Zeit im Krankenhaus so angenehm wie möglich zu gestalten. Denn neben der medizinischen und pflegerischen Behandlung durch das hauptamtliche Personal brauchen viele persönliche Zuwendung, einen Gesprächspartner, Unterstützung in praktischen Dingen oder einen Besuch in der Cafeteria.

Drese: „Es sind die ganz einfachen, aber so wichtigen Dinge, die bei den ‚Grünen Damen und Herren‘ zählen. Ihr bürgerschaftliches Engagement hilft, unsere Gesellschaft menschlicher zu machen. Und es stärkt den sozialen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist ihr Wirken auch Vorbild. Ich hoffe, dass sich noch viele weitere Menschen daran ein Beispiel nehmen. Denn das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern ist in unserer älter werdenden Gesellschaft besonders wichtig für die Arbeit in den unterschiedlichen sozialen Bereichen“, so Drese heute in Schwerin.

Angeregt vom ehrenamtlichen Dienst des Volunteer Service in den USA gründete Brigitte Schröder die Organisation 1969 in Düsseldorf. Im Jahr 1976 schlossen sich die in der Bundesrepublik Deutschland bestehenden Gruppen zur Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus-Hilfe zusammen. Diese wurde 2004 in einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein (eKH e.V.) überführt.

Im Jahr 2016 sind die Grünen Damen und Herren deutschlandweit in nahezu 500 Krankenhäusern und 250 Altenhilfeeinrichtungen tätig. Insgesamt gehören 10.068 Frauen und 915 Männer dem Verein an.

Der Name „Grüne Damen“ beruht auf der Kleidung, welche die Ehrenamtlichen tragen. Es sind grüne Kittel.

„Wie ein kompletter Ölwechsel“ – Blutspenderinnen und Blutspender aus ganz Deutschland zu Gast

Schwerin – Zum Internationalen Weltblutspendertag 2017 empfing am 14. Juni 2017, die Bevollmächtigte des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund Dr. Pirko Kristin Zinnow Blutspenderinnen und Blutspender aus ganz Deutschland in der Berliner Vertretung des Landes. Gemeinsam mit DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg ehrte die Bevollmächtigte 65 langjährige Blutspenderinnen und Blutspender stellvertretend für die rund 1,9 Millionen Blutspenderinnen und Blutspender des Deutschen Roten Kreuzes.

In ihrer Begrüßung dankte die Bevollmächtigte den Blutspenderinnen und Blutspendern für ihr Engagement: „Mit Ihrer regelmäßigen Blutspende gehen Sie bereits seit vielen Jahren mit gutem Beispiel für Ihre Mitmenschen voran. Sie können dabei nicht wissen, welchem Menschen Ihre Blutspende zu Gute kommt. Damit zeigen Sie sich in einem ganz praktischen Sinne solidarisch und leisten einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen.“

Zu den eingeladenen Blutspenderinnen und Blutspendern zählten auch Juliane Boutalha aus Greifswald, Pier Angermann aus Pantelitz und Burkhard Kunkel aus Sukow in Mecklenburg-Vorpommern. Dessen Sohn Jens war Ehrengast des Empfangs. Wie viele Tausend weitere Transfusions-empfängerinnen und -empfänger verdankt auch der gebürtige Mecklenburger Blutspenderinnen und Blutspendern sein Leben. Nach einem unverschuldeten, schweren Motorradunfall im Jahr 2006 erhielt er über 45 Transfusionen, die sein Leben retteten. Mit 28 Blutkonserven, 15 Plasma- und zwei Thrombozyttransfusionen wurde sein Blut nahezu komplett ersetzt. Das war wie ein „kompletter Ölwechsel“, sagte der ehemalige passionierte Motorradfahrer Jens Kunkel. Sein Vater Burkhard ist seit dem Unfall des Sohnes selbst zum Blutspender geworden.

Der Internationale Weltblutspendertag wird seit dem Jahr 2004 jeweils am 14. Juni, dem Geburtstag des Pioniers der Transfusionsmedizin Karl Landsteiner (1868-1943) begangen.

Zentrum für ambulante Versorgung der BARMER Krankenkasse eröffnet

Güstrow – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Donnerstag das neue Zentrum für ambulante Versorgung der BARMER Krankenkasse in Güstrow offiziell eröffnet. „In Güstrow ist ein modernes Dienstleistungszentrum der BARMER entstanden. Das Zentrum für ambulante Versorgung hier vor Ort ist neben Cottbus und Koblenz eines von nur drei Zentren bundesweit. 216 Mitarbeiter kümmern sich um die Belange ihrer Versicherten, davon sind 30 Jobs durch das Zentrum neu entstanden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Auf einem rund 3.300 Quadratmeter großen Grundstück ist ein dreigeschossiges, L-förmiges Gebäude mit einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern entstanden. In dem Gebäude haben künftig Versicherte aus Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg Ansprechpartner für Fragen rund um ambulante Leistungen. Ambulante Leistungen sind beispielsweise häusliche Krankenpflege, Heilmittel oder die Übernahme von Fahrtkosten.

Die neue Geschäftsstelle verfügt über 60 Parkplätze hinter dem Haus und ist barrierefrei gebaut. Versicherte, die nur eingeschränkt oder gar nicht beweglich sind, können nach Angaben der BARMER eine mobile Kundenberatung der Krankenkasse in Anspruch nehmen. „Gesetzliche Krankenkassen sind wichtige Partner für das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern. Die BARMER ist mit elf Geschäftsstellen im Land regional verankert“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

„216 speziell geschulte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden künftig die ambulanten Leistungsanträge von gut drei Millionen BARMER-Versicherten aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bearbeiten. Vom Zahnersatz-Antrag über die Arzneimittelversorgung bei komplexen Krankheiten bis hin zur Heilmittel-Langzeittherapie rechnen wir pro Jahr mit 1,2 Millionen Leistungsanträgen, die das ambulante Zentrum in Güstrow bearbeiten wird. Allein schon diese immense Zahl unterstreicht die große Bedeutung, die das Güstrower Zentrum bei der BARMER einnehmen wird“, ergänzte Dr. Mani Rafii, Mitglied des BARMER-Vorstandes.

Die BARMER ist eine gesetzliche Krankenkasse und betreut nach eigenen Angaben 9,4 Millionen Versicherte in über 400 Geschäftsstellen bundesweit. In Mecklenburg-Vorpommern hat die BARMER 268.000 Mitglieder.

Jahresempfang der Techniker Krankenkasse in Schwerin

Schwerin – In Schwerin hat Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe am Jahresempfang der Techniker Krankenkasse (TK), Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, teilgenommen. Das Thema der digitalen Gesundheit als Innovation für den Patienten stand im Mittelpunkt des Abends.

„Die Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Gesundheitswirtschaft bietet Chancen für die gesundheitliche Versorgung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern. Wichtig ist es, diese zu erkennen, um neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen zu erzielen. Entscheidend ist, dass innovative medizinische Projekte im Erfolgsfall auch in eine Regelversorgung münden. Was gut ist für die einen, muss auch allen anderen, die bisher noch nicht davon profitieren können, zugänglich sein“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die TK versichert nach eigenen Angaben in Mecklenburg-Vorpommern rund 172.000 Menschen.

„Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in den dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns ist eine Herausforderung auch für die kommenden Jahre“, so Glawe weiter. Die Techniker Krankenkasse ist unter anderem im Projekt „Teledermatologie“ engagiert. Mit dem Vorhaben wird ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten etabliert. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter.

Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen sollen in Mecklenburg-Vorpommern miteinander vernetzt werden. Partner des Projektes sind Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald, die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH aus Neubrandenburg sowie das wissenschaftliche Institut für angewandte Versorgungsforschungs GmbH.

Das Land unterstützt mit Mitteln der Förderung der Gesundheitswirtschaft die Etablierung telemedizinischer Projekte beispielsweise im Rahmen des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft. Auch im Bereich von Forschung, Entwicklung und Innovation werden Projekte im Rahmen der Verbundforschung gefördert. Für die Unterstützung von verschiedensten Vorhaben aus dem Bereich stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 rund 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Am 27. Oktober 1884 wurde die „Eingeschriebene Hilfskasse für Architekten, Ingenieure und Techniker“ zugelassen. Die Gründung erfolgte am 03. August 1884; dieser Termin gilt als die Geburtsstunde der TK. Der Hauptsitz ist in Hamburg. Bundesweit hat die TK mehr als 13.600 Mitarbeiter, die 10,7 Millionen Kunden betreuen. In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten nach Angaben des Unternehmens rund 220 Mitarbeiter, unter anderem in sechs Kundenzentren.

Tag der Organspende

Schwerin – Am Sonnabend (03.06.) ist Tag der Organspende. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe warb im Vorfeld des Jahrestages um eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. „Jeder Mensch kann morgen auf eine lebensrettende Organspende angewiesen sein. Deshalb ist es wichtig, sich zu diesem sensiblen Thema zu informieren. Ein Spenderausweis ist eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, vielen schwerstkranken Menschen das Leben zu retten oder die gesundheitliche Situation zu verbessern“, appellierte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben der Stiftung Eurotransplant* 278 Menschen registriert, die auf ein Spenderorgan warten (Stand 31.12.2016); bundesweit sind es mehr als 10.100 Erkrankte. Im Jahr 2016 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 30 Verstorbene, die insgesamt 97 Organe spendeten. „Organspende muss eine eigene, freiwillige, informierte und bewusst getroffene Entscheidung sein. Wichtig ist, dass alle Angelegenheiten rund um die Organspende transparent und verständlich geregelt sind. Das schafft Vertrauen und kann dazu beitragen, dass die Spenderbereitschaft steigt“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

(*Eurotransplant ist als Service-Organisation verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in den Ländern Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien.)

Mecklenburg-Vorpommern hat bereits im Jahr 2000 als eines der ersten Bundesländer gesetzlich geregelt, dass alle Krankenhäuser mit Intensivtherapiebetten mindestens einen Arzt zum Transplantationsbeauftragten bestellen müssen. Dieser berät und unterstützt die Beschäftigten eines Krankenhauses, ist Berater für Patienten und Angehörige. Zudem ist das Thema Organspende und Organtransplantation seit 2002 verbindlicher Bestandteil der Unterrichtsrahmenpläne der Klassenstufen 7 und 8 der regionalen Schulen, der gymnasialen Oberstufen sowie integrierten Gesamtschulen. Zusätzlich liegen in den Pass- und Meldestellen und an vielen anderen Orten im Land Organspenderausweise und Informationsbroschüren bereit. „Jedem ist selbst überlassen, wie die persönliche Entscheidung zur Organspende ausfällt. Es hilft aber Angehörigen und Ärzten, wenn der eindeutige Wille – auch im Falle einer Ablehnung – im Spenderausweis dokumentiert ist“, sagte Glawe.

Auf den Internetseiten des Wirtschaftsministeriums gibt es die Möglichkeit, einen Organspendeausweis online auszufüllen und auszudrucken: www.wm.mv-regierung.de → Gesundheit → Organspende.

Am Samstag, 03. Juni, bietet das Infotelefon Organspende von 9 bis 14 Uhr zusätzliche Sprechzeiten. Unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/90 40 400 gibt es individuelle Antworten auf Fragen zur Organspende und Transplantation. Das Infotelefon Organspende ist ansonsten montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar. Der Organspendeausweis sowie kostenlose Informationsmaterialien können dort telefonisch oder per E-Mail (infotelefon@organspende.de) bestellt werden.

Start des neuartigen Projektes Portalpraxisklinik in Wolgast

Wolgast – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Donnerstag mit Vertretern des Kreiskrankenhauses Wolgast sowie der Universitätsmedizin Greifswald das Projekt Portalpraxisklinik vorgestellt. „Wir starten heute das neuartige und innovative Projekt. Es sollen dabei die Vorteile einer stationären Anbindung mit denen einer ambulanten Versorgung verbunden werden. Ziel ist es dabei, eine Versorgung vorzuhalten, die sich durch flexible Regelungen auch an unterschiedliche Bedarfe anpassen kann. Kinder in und um Wolgast können die Notfallbehandlung am Krankenhaus mit 10 Betreuungs- und Behandlungsplätzen in Anspruch nehmen. Das Projekt wird Schritt für Schritt umgesetzt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Wolgast.

Die Portalpraxisklinik verbindet die Begriffe der Portalpraxis und der Praxisklinik miteinander. Beide Begriffe entstammen den Regelungen für die gesetzliche Krankenversicherung. „Eine Portalpraxisklinik ist jedoch in der Regelversorgung noch nicht vorhanden. Neben der ärztlichen und pflegerischen Behandlung und Betreuung in der Portalpraxisklinik gibt es weitere Elemente, die entwickelt und erprobt werden sollen: Dazu gehört die gezielte Qualifizierung von Kinderkrankenschwestern in der Notfallbehandlung und -einschätzung sowie die telemedizinische Unterstützung des Behandlungsprozesses“, betonte Glawe weiter. Zudem solle die Arbeit aller Beteiligten eng miteinander verknüpft werden, wodurch eine intersektorale Notfallversorgung erst ermöglicht wird.

So können z.B. chirurgische Notfallverletzungen regulär am Krankenhaus behandelt werden; Erkrankungen, die ein ärztliches Eingreifen und eine kurze Beobachtungszeit brauchen, in der Portalpraxisklinik behandelt und anschließend betreut werden; schwere Erkrankungen werden an die Kinderstation eines Krankenhauses verwiesen und es besteht auch die Möglichkeit, dass Patienten durch niedergelassene Praxen weiterbehandelt werden.

In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie das Modell von der Bevölkerung und den Touristen in der Region angenommen wird. Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre. „Wir wollen am Ende eine Bestandsaufnahme machen, ob sich dieses Versorgungsangebot bewährt hat“, so Gesundheitsminister Glawe.

Das Gesundheitsministerium stellt für das Projekt rund 1,66 Millionen Euro zur Verfügung. Mit den Geldern soll unter anderem die Beteiligung an der Finanzierung der Personalkosten für die fachärztliche und pflegerische Betreuung, von anfallenden Sachausgaben sowie der Förderung der baulichen Herrichtung und Ausstattung der Räumlichkeiten vorgenommen werden.

Gesundheitsminister Glawe dankte allen Beteiligten, die bei der Projektentwicklung mit Rat und Tat unterstützt haben. „Das Projekt und die Tatsache, dass wir heute damit beginnen können, ist das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit des Krankenhauses Wolgast, der Universitätsmedizin Greifswald, der gesetzlichen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung, der beteiligten Ärzte und Pfleger sowie meines Hauses. Die Bürgerinitiative hat sich konstruktiv in den Prozess eingebracht. Jeder der Beteiligten hat sich dafür stark gemacht, wofür ich allen sehr herzlich danke. Wir müssen alle den konstruktiven Dialog miteinander fortsetzen, so kommen wir zu Lösungen“, so Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

„Wohnungsbau sozial“ in Waren/Müritz

Waren/Müritz – Die Wohnungsbaugesellschaft Waren (Wogewa) erhält am Donnerstag (1. Juni 2017) als eines der ersten Wohnungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern den Bescheid über die Zusage von Fördermitteln aus dem neuen Programm „Wohnungsbau sozial“. Für den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 28 barrierefreien Wohnungen inkl. zwei Personenaufzügen bekommt das kommunale Unternehmen vom Land Mecklenburg-Vorpommern einen Zuschuss von knapp 1,4 Millionen Euro. Infrastrukturminister Christian Pegel wird den Bescheid im Beisein des Bürgermeisters Norbert Möller an Wogewa-Geschäftsführer Martin Wiechers übergeben.

Die Wogewa will in der Straße Am Nesselberg sieben barrierefreie Wohnungen für Singles, 17 für Paare und vier für Dreipersonenhaushalte mit einer Wohnfläche von insgesamt 1.611 Quadratmetern errichten. Die Gesamtkosten betragen knapp 3,9 Millionen Euro.

Waren ist nach Neubrandenburg die zweite Stadt, die vom neuen Landesprogramm „Wohnungsbau sozial“ profitiert. Es setzt Anreize für Wohnungsgesellschaften und private Investoren, bezahlbaren Wohnraum in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu schaffen. Förderfähig ist die Bereitstellung von barrierearmen und barrierefreien Mietwohnungen durch Neubau, Dachgeschoss-Ausbau, Wohngebäude-Aufstockung oder -anbau sowie durch

Nutzungsänderung bestehender Gebäude. Es können bis zu 850 Euro je Quadratmeter als Zuschuss gewährt werden: bis zu 650 Euro pro Quadratmeter für barrierearme Wohnungen, bis zu 750 Euro pro Quadratmeter für barrierefreie Wohnungen und zusätzlich bis zu 100 Euro/Quadratmeter für den Einbau von Personenaufzügen.

Für die nach der neuen Richtlinie geförderten Wohnungen gilt eine Belegungsbindung: 20 Jahre lang dürfen sie nur an Personen mit einen Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Diesen Schein stellt die Kommune Wohnungssuchenden aus, deren Einkommen einen festgelegten Satz nicht überschreitet. Die Nettokaltmiete darf in den ersten drei Jahren der Vermietung 5,50 Euro/Quadratmeter nicht übersteigen. Ab dem vierten Jahr sind im

Zweijahresrhythmus bis Ende der Belegungsbindung Mietsteigerungen um 25 Cent pro Quadratmeter erlaubt. Gefördert werden Bauvorhaben in Grund-, Mittel- und Oberzentren, in denen die Leerstandsquote vier

Prozent unterschreitet. Für 2017 stehen dafür im Landeshaushalt 14,6 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang wurden zehn Anträge für die Förderung von 174 Wohnungen mit Zuschüssen von insgesamt 7,8 Millionen Euro beantragt, unter anderem in Greifswald, Neubrandenburg und Bad Doberan. Anträge können gestellt werden an das Landesförderinstitut (LFI)Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich der NORD/LB Girozentrale, Postfach 160255.

Weltnichtrauchertag 2017

Schwerin – „Rauchen – eine Bedrohung für die menschliche Entwicklung“ – unter diesem Motto findet am Mittwoch (31.05.) der Weltnichtrauchertag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. Anlässlich des Weltnichtrauchertages warnte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe vor den Folgen. „Mit dem Rauchen aufzuhören ist für viele schwer. Trotzdem – jeder rauchfreie Tag im Leben ist ein Gewinn für die eigene Gesundheit. Deshalb ist es wichtig, den Weltnichtrauchertag als Anlass zu nehmen, um auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Rauchen gefährdet die Gesundheit des Rauchenden selbst und ist schädigend für alle, die passiv mitrauchen müssen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Im Jahr 2014 erkrankten nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1.260 Menschen an Lungenkrebs. Dabei traten mit jährlich 890 Fällen die meisten Erkrankungen bei Männern auf. Das entspricht 14 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Männern und 8 Prozent bei Frauen. Im Jahr 2014 starben 310 Frauen und 740 Männer in Mecklenburg-Vorpommern an Lungenkrebs.

Damit ist Lungenkrebs bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Lungenkrebs gehört nach Angaben des GKR zu den Krebserkrankungen mit schlechter Prognose – die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose überleben nur 16 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen. „Positiv ist, dass das Rauchen bei jüngeren Menschen anscheinend aus der Mode kommt – seit dem Jahr 2005 sinkt die Zahl der regelmäßigen Raucher in der Altersgruppe von 15 bis 20 Jahren. Trotzdem muss weiter vor den Gefahren und den Folgen des Rauchens gewarnt werden“, sagte Glawe.

Angaben zum Rauchverhalten werden alle vier Jahre im Mikrozensus erhoben. Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern gab es im Jahr 2005 einen Anteil von 30,0 Prozent regelmäßiger Raucher zwischen 15 und 20 Jahren, im Jahr 2009 waren es 24,5 Prozent und 2013 noch 12,5 Prozent.

Erweiterung der Johannesbad Fachklinik „Klaus Störtebeker“ Ostseestrand

Insel Usedom – Am Mittwoch ist in Kölpinsee (Insel Usedom) der erste Spatenstich für die Erweiterung der Johannesbad Fachklinik Klaus Störtebeker Ostseestrand gesetzt worden. Die Ostseestrandklinik bietet Vorsorgemaßnahmen für Eltern (sogenannte Mutter/Vater-Kind-Kuren) und Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche an. Träger der Klinik ist die Johannisbad Usedom AG & Co. KG.

„Mit der anstehenden Erweiterung werden sich die Bedingungen für Gäste und Personal weiter verbessern. Mecklenburg-Vorpommern erweist sich so einmal mehr als attraktiver Vorsorge- und Rehabilitationsstandort“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die Ostseestrand-Klinik mit rund 260 Betten besteht aus mehreren Gebäuden, die sich auf einem weitläufigen Gelände mit Spiel- und Sportplätzen befinden. Insgesamt 96 Mitarbeiter, insbesondere Ärzte, Pflegepersonal, Physio- und Sporttherapeuten, Ernährungsfachleute, Psychologen und Pädagogen sind vor Ort tätig. Das Leistungsspektrum umfasst die Bereiche psychosomatische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen/Adipositas, Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen und orthopädische Erkrankungen.

Nach Klinikangaben sind die Betten mit weit über 90 Prozent ganzjährig ausgelastet. In der Klinik wird für schulpflichtige Patienten auch eine unterstützende Lernbegleitung angeboten. „Die Klinik bietet neben den Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auch Eltern die Möglichkeit, Vorsorge zu treffen. So kann auch die eigene Leistungsfähigkeit gestärkt werden, um langfristig die Lebensqualität zu erhöhen. Dazu tragen das familiengerechte Umfeld, die professionelle Kinderbetreuung und die medizinische Kompetenz der Mitarbeiter in der Klinik bei“, sagte Rudolph.

Mit dem Neubau entstehen 14 Patientenappartements für Mutter-Vater-Kind-Vorsorgemaßnahmen. Zusätzlich sind unter anderem Spiel- und Aufenthaltsbereiche, eine Empfangshalle, Kinderwagenabstell- und Technikräume sowie der Einbau eines Fahrstuhles geplant. „Mit dem Neubau und der damit folgenden Erhöhung der Bettenkapazitäten wird für die medizinische Versorgung sowie für weitere Aktiv- und Erholungsangebote mehr Raum geschaffen“, sagte Rudolph.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 60 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit insgesamt rund 10.400 Betten. Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden dort im Jahr 2015 knapp 130.000 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 23,8 Tagen stationär behandelt. In den Kliniken arbeiten 471 Ärzte und mehr als 4.900 nichtärztliche Mitarbeiter.

Ernährung für die Gesundheit

Rostock – „Ernährung für die Gesundheit“ war das Thema einer Veranstaltung, zu der sich am Dienstag 200 Entscheider und Vertreter aus der Ernährungs-, Gesundheits- sowie Tourismuswirtschaft in Rostock angemeldet haben. „Die regionale Verarbeitung und Veredelung heimischer Agrarerzeugnisse ist ein entscheidender Standortfaktor unserer Ernährungswirtschaft. Die Bezeichnung „Regionales Produkt – Mecklenburg-Vorpommern“ ist heute ein Qualitätsmerkmal. Es hat einen hohen Stellenwert beim Verbraucher. `Frische´, `Qualität´ und `Geschmack´ entscheiden über Marktpräsenz, im Guten wie im Schlechten. Unser strategisches Ziel muss es sein, Wertschöpfung im Land zu mehren, die Wertschöpfungsketten zu verlängern und die Wertschöpfung zu vertiefen. Nur so werden Arbeitsplätze gehalten und zusätzliche Arbeitsplätze möglich. Mehr Lebensmittel, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützen, sind das Gebot der Stunde“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Dienstag vor Ort. Die Veranstaltung wurde vom Agrarmarketingverein M-V (AMV) organisiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe ist Schirmherr der Veranstaltung.

„Gesunde Lebensmittel sind eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Gesundheit, gleichermaßen für Einwohner und Gäste. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über beste Bedingungen; ausgezeichnete Rohstoffe und hervorragende Unternehmen. Um noch deutlicher als die Mitbewerber Zucker und die Gesundheit nicht fördernde Zusatzstoffe aus `Lebensmitteln Made in Mecklenburg-Vorpommern´ zu verbannen, ist hoch innovatives und mehr kooperatives Handeln aller Branchenteilnehmer im Land erforderlich. Forschung und Entwicklung für „ehrliche Lebensmittel“ unterstützt das Wirtschaftsministerium umfänglich. Mecklenburg-Vorpommern hat das Zeug auf seinem Weg zu einem führenden Gesundheitsland, das Land Nr. 1 für Gesundheit unterstützende Lebensmittel zu werden. Ein Alleinstellungsmerkmal, für das es sich lohnt hart zu arbeiten“, betonte Rudolph weiter.

„Im Land erzeugte landwirtschaftliche und fischereiwirtschaftliche Produkte müssen und können in Mecklenburg-Vorpommern selbst veredelt und verarbeitet werden. Dazu brauchen wir mehr marktorientierte Kooperationen, mehr Forschung und Entwicklung, getragen durch unsere Unternehmen, Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So wird es möglich, das Angebot an frischen, hochwertigen und geschmackvollen Nahrungsmitteln zu erhöhen und neue Märkte zu erschließen“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph regte an den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stärker ins Zentrum der Ernährungsbranche zur rücken. „Es muss gelingen, Unternehmen und Hochschulen noch stärker in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenführen, um zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Unser Zukunftsfeld Ernährung bietet hier noch viel Potential“, so Rudolph. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Ein Beispiel ist das Verbundvorhaben „Erforschung der Verarbeitung von Hopfeninhaltsstoffen in Lebensmitteln“. Hier arbeiten die Verbundpartner Torney Landfleischerei Pribsleben GmbH, das „Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH“ (ZELT) sowie die Hochschule Neubrandenburg gemeinsam an der Entwicklung innovativer und länger haltbarer Lebensmittel unter Verwendung von Hopfen-Extrakt-Fraktionen. „Durch die Verwendung der natürlichen Hopfen-Extrakt-Fraktionen soll es unter anderem möglich werden, bisher eingesetzte künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffen zu substituieren“, so Rudolph. Das Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit ca. 560.000 Euro aus dem EFRE zur Verfügung.

Darüber hinaus unterstützt das Wirtschaftsministerium ein Projekt des Agrarmarketingvereins M-V (AMV). Das Projekt hat sich eine gesündere Ernährung durch den Einsatz regionaler Lebensmittel in Großversorgungseinrichtungen zum Ziel gemacht. Dazu hat der AMV u.a. eine Kommunikationsplattform geschaffen, auf der die Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der Gesundheitswirtschaft ihre Kontakte aufbauen bzw. vertiefen können. Für das Projekt stellt das Wirtschaftsministerium rund 200.000 Euro aus dem EFRE bereit. „Der Absatz regionaler Produkte die die Gesundheit befördern ist in den Großversorgungseinrichtungen von Mecklenburg-Vorpommern ausbaufähig. Hierbei tragen die Großversorgungseinrichtungen und die Endverbraucher eine besondere Verantwortung, Produkten aus der Region mehr Chancen zu geben. Gerne ermuntere ich nicht nachzulassen bei Ausschreibungen an Stelle des billigsten Angebotes, dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu erteilen“, sagte Rudolph.

Seit 1990 bis April 2017 sind über 463 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe („Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW)) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 481 Millionen Euro unterstützt worden. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro ausgelöst.

„Wir werden auch künftig Neuansiedlungen und Erweiterungen unterstützen. Die Ernährungsindustrie ist gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz (innerhalb des verarbeitenden Gewerbes) der größte Industriezweig des Bundeslandes“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. In 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie sind über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz in 2016 von rund 4,6 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent.

„Greifswald Research Award“ verliehen

Greifswald – Auszeichnungen für Spitzenforschung an der Universität Greifswald: Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag den erstmals ausgerufenen „Greifswald Business Award“ übergeben. Sieger ist das Team „SoTaMed“ (Dr. Jenny Schulz und Balazs Baranyai) vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie. Sie erhielten die Auszeichnung für die wirtschaftliche Verwertung des Rundblättrigen Sonnentaus als Arzneipflanze zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma. „Der Greifswald Business Award würdigt die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Preisträger sind diesen Weg gegangen, haben die Pflanzen nachhaltig angebaut und sie als Rohstoff an Hersteller von Phytopharmaka – also Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs – vermarktet. Das ist ein herausragendes, anwendungsorientiertes Beispiel für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Gewinner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro (gestiftet von der Sparkasse Vorpommern), das die Prämierten zur Entwicklung ihres derzeit in Gründung befindlichen Unternehmens nutzen.

Die Auszeichnung fand im Rahmen der Verleihung des „Greifswald Research Award“ für herausragende Leistungen in angewandter Forschung statt, der seit 2013 jährlich vom Greifswald University Club (GUC) organisiert wird. Der eingetragene Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Greifswalder Forschern mit regionalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen zu fördern. „Der Greifswalder University Club baut mit seiner Arbeit eine Brücke von der Wissenschaft in die regionale Wirtschaft. Durch wirtschaftsnahe Forschungsprojekte können international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen, die zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und erhalten. Das stärkt unsere Wirtschaft“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium stellt für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Von 2007 bis 2016 wurden für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation insgesamt 1.081 Vorhaben in Höhe von mehr als 224 Millionen Euro unterstützt. „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern weiter als Forschungs- und Technologiestandort profilieren. Deshalb haben wir eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, um die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationskraft der heimischen Wirtschaft insgesamt zu erhöhen“, sagte Glawe.

Der „Junior-Award“ wurde an Prof. Dr. Mihaela Delcea verliehen für ihre anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Aufklärung molekularer und biophysikalischer Ursachen für Autoimmunerkrankungen. Die Preisträgerin arbeitet im Institut für Biochemie der Universität Greifswald und ist Leiterin der Nachwuchsgruppe „Nanostruktur“. „Die Preisträgerin hat in den vergangenen Jahren durch ihre wissenschaftliche Arbeit dazu beigetragen, Autoimmunerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems aufzuklären. Das ist ein wertvoller Beitrag, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems effektiver zu behandeln“, sagte Glawe.

Den „Senior Award“ erhielt Prof. Dr. med. dent. Thomas Kocher (Leiter der Abteilung Parodontologie an der Universitätsmedizin Greifswald ) für seine Verdienste in der anwendungsorientierten Forschung und Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation im Bereich der Wurzeloberflächenbearbeitung, Periimlantisttherapie und Zahnreinigung. „Zahngesundheit ist ein elementarer Bestandteil unserer gesamten körperlichen Gesundheit. Der Preisträger hat mit seinen Forschungen insbesondere die Geräteentwicklung in den Bereichen Karies- und Zahnsteinentfernung wesentlich vorangetrieben“, sagte Glawe.

Der GUC hat sich das Ziel gesetzt, Spitzenforschung an der Universität Greifswald zu fördern. Schwerpunktthemen sind die individualisierte Medizin und Energie, Mobilität und Klimawandel. Der Club hilft beim Ausbau nationaler und internationaler Netzwerke sowie bei der Finanzierung ausgewählter Projekte. Der Club unterstützt einzelne Vorhaben oder Lehrstühle oder vergibt Stipendien. Um herausragende Leistungen in der Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation auf diesen Gebieten öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und ihre Entwicklung gezielt zu fördern, vergibt der GUC seit 2013 jährlich den Greifswald Research Award. Mit dem Preis sollen besondere Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung von erfahrenen Forschenden und forschungsaffinen Unternehmen sowie Nachwuchswissenschaftlern prämiert werden. Seit 2014 wird zudem die Verwertung innovativer Forschungsergebnisse durch direkte Ausgründung von Unternehmen durch Greifswald Research Award gezielt unterstützt.