Erweiterung der Johannesbad Fachklinik „Klaus Störtebeker“ Ostseestrand

Insel Usedom – Am Mittwoch ist in Kölpinsee (Insel Usedom) der erste Spatenstich für die Erweiterung der Johannesbad Fachklinik Klaus Störtebeker Ostseestrand gesetzt worden. Die Ostseestrandklinik bietet Vorsorgemaßnahmen für Eltern (sogenannte Mutter/Vater-Kind-Kuren) und Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche an. Träger der Klinik ist die Johannisbad Usedom AG & Co. KG.

„Mit der anstehenden Erweiterung werden sich die Bedingungen für Gäste und Personal weiter verbessern. Mecklenburg-Vorpommern erweist sich so einmal mehr als attraktiver Vorsorge- und Rehabilitationsstandort“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die Ostseestrand-Klinik mit rund 260 Betten besteht aus mehreren Gebäuden, die sich auf einem weitläufigen Gelände mit Spiel- und Sportplätzen befinden. Insgesamt 96 Mitarbeiter, insbesondere Ärzte, Pflegepersonal, Physio- und Sporttherapeuten, Ernährungsfachleute, Psychologen und Pädagogen sind vor Ort tätig. Das Leistungsspektrum umfasst die Bereiche psychosomatische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen/Adipositas, Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen und orthopädische Erkrankungen.

Nach Klinikangaben sind die Betten mit weit über 90 Prozent ganzjährig ausgelastet. In der Klinik wird für schulpflichtige Patienten auch eine unterstützende Lernbegleitung angeboten. „Die Klinik bietet neben den Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auch Eltern die Möglichkeit, Vorsorge zu treffen. So kann auch die eigene Leistungsfähigkeit gestärkt werden, um langfristig die Lebensqualität zu erhöhen. Dazu tragen das familiengerechte Umfeld, die professionelle Kinderbetreuung und die medizinische Kompetenz der Mitarbeiter in der Klinik bei“, sagte Rudolph.

Mit dem Neubau entstehen 14 Patientenappartements für Mutter-Vater-Kind-Vorsorgemaßnahmen. Zusätzlich sind unter anderem Spiel- und Aufenthaltsbereiche, eine Empfangshalle, Kinderwagenabstell- und Technikräume sowie der Einbau eines Fahrstuhles geplant. „Mit dem Neubau und der damit folgenden Erhöhung der Bettenkapazitäten wird für die medizinische Versorgung sowie für weitere Aktiv- und Erholungsangebote mehr Raum geschaffen“, sagte Rudolph.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 60 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit insgesamt rund 10.400 Betten. Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden dort im Jahr 2015 knapp 130.000 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 23,8 Tagen stationär behandelt. In den Kliniken arbeiten 471 Ärzte und mehr als 4.900 nichtärztliche Mitarbeiter.

Ernährung für die Gesundheit

Rostock – „Ernährung für die Gesundheit“ war das Thema einer Veranstaltung, zu der sich am Dienstag 200 Entscheider und Vertreter aus der Ernährungs-, Gesundheits- sowie Tourismuswirtschaft in Rostock angemeldet haben. „Die regionale Verarbeitung und Veredelung heimischer Agrarerzeugnisse ist ein entscheidender Standortfaktor unserer Ernährungswirtschaft. Die Bezeichnung „Regionales Produkt – Mecklenburg-Vorpommern“ ist heute ein Qualitätsmerkmal. Es hat einen hohen Stellenwert beim Verbraucher. `Frische´, `Qualität´ und `Geschmack´ entscheiden über Marktpräsenz, im Guten wie im Schlechten. Unser strategisches Ziel muss es sein, Wertschöpfung im Land zu mehren, die Wertschöpfungsketten zu verlängern und die Wertschöpfung zu vertiefen. Nur so werden Arbeitsplätze gehalten und zusätzliche Arbeitsplätze möglich. Mehr Lebensmittel, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützen, sind das Gebot der Stunde“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Dienstag vor Ort. Die Veranstaltung wurde vom Agrarmarketingverein M-V (AMV) organisiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe ist Schirmherr der Veranstaltung.

„Gesunde Lebensmittel sind eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Gesundheit, gleichermaßen für Einwohner und Gäste. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über beste Bedingungen; ausgezeichnete Rohstoffe und hervorragende Unternehmen. Um noch deutlicher als die Mitbewerber Zucker und die Gesundheit nicht fördernde Zusatzstoffe aus `Lebensmitteln Made in Mecklenburg-Vorpommern´ zu verbannen, ist hoch innovatives und mehr kooperatives Handeln aller Branchenteilnehmer im Land erforderlich. Forschung und Entwicklung für „ehrliche Lebensmittel“ unterstützt das Wirtschaftsministerium umfänglich. Mecklenburg-Vorpommern hat das Zeug auf seinem Weg zu einem führenden Gesundheitsland, das Land Nr. 1 für Gesundheit unterstützende Lebensmittel zu werden. Ein Alleinstellungsmerkmal, für das es sich lohnt hart zu arbeiten“, betonte Rudolph weiter.

„Im Land erzeugte landwirtschaftliche und fischereiwirtschaftliche Produkte müssen und können in Mecklenburg-Vorpommern selbst veredelt und verarbeitet werden. Dazu brauchen wir mehr marktorientierte Kooperationen, mehr Forschung und Entwicklung, getragen durch unsere Unternehmen, Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So wird es möglich, das Angebot an frischen, hochwertigen und geschmackvollen Nahrungsmitteln zu erhöhen und neue Märkte zu erschließen“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph regte an den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stärker ins Zentrum der Ernährungsbranche zur rücken. „Es muss gelingen, Unternehmen und Hochschulen noch stärker in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenführen, um zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Unser Zukunftsfeld Ernährung bietet hier noch viel Potential“, so Rudolph. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Ein Beispiel ist das Verbundvorhaben „Erforschung der Verarbeitung von Hopfeninhaltsstoffen in Lebensmitteln“. Hier arbeiten die Verbundpartner Torney Landfleischerei Pribsleben GmbH, das „Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH“ (ZELT) sowie die Hochschule Neubrandenburg gemeinsam an der Entwicklung innovativer und länger haltbarer Lebensmittel unter Verwendung von Hopfen-Extrakt-Fraktionen. „Durch die Verwendung der natürlichen Hopfen-Extrakt-Fraktionen soll es unter anderem möglich werden, bisher eingesetzte künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffen zu substituieren“, so Rudolph. Das Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit ca. 560.000 Euro aus dem EFRE zur Verfügung.

Darüber hinaus unterstützt das Wirtschaftsministerium ein Projekt des Agrarmarketingvereins M-V (AMV). Das Projekt hat sich eine gesündere Ernährung durch den Einsatz regionaler Lebensmittel in Großversorgungseinrichtungen zum Ziel gemacht. Dazu hat der AMV u.a. eine Kommunikationsplattform geschaffen, auf der die Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der Gesundheitswirtschaft ihre Kontakte aufbauen bzw. vertiefen können. Für das Projekt stellt das Wirtschaftsministerium rund 200.000 Euro aus dem EFRE bereit. „Der Absatz regionaler Produkte die die Gesundheit befördern ist in den Großversorgungseinrichtungen von Mecklenburg-Vorpommern ausbaufähig. Hierbei tragen die Großversorgungseinrichtungen und die Endverbraucher eine besondere Verantwortung, Produkten aus der Region mehr Chancen zu geben. Gerne ermuntere ich nicht nachzulassen bei Ausschreibungen an Stelle des billigsten Angebotes, dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu erteilen“, sagte Rudolph.

Seit 1990 bis April 2017 sind über 463 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe („Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW)) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 481 Millionen Euro unterstützt worden. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro ausgelöst.

„Wir werden auch künftig Neuansiedlungen und Erweiterungen unterstützen. Die Ernährungsindustrie ist gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz (innerhalb des verarbeitenden Gewerbes) der größte Industriezweig des Bundeslandes“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. In 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie sind über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz in 2016 von rund 4,6 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent.

„Greifswald Research Award“ verliehen

Greifswald – Auszeichnungen für Spitzenforschung an der Universität Greifswald: Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag den erstmals ausgerufenen „Greifswald Business Award“ übergeben. Sieger ist das Team „SoTaMed“ (Dr. Jenny Schulz und Balazs Baranyai) vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie. Sie erhielten die Auszeichnung für die wirtschaftliche Verwertung des Rundblättrigen Sonnentaus als Arzneipflanze zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma. „Der Greifswald Business Award würdigt die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Preisträger sind diesen Weg gegangen, haben die Pflanzen nachhaltig angebaut und sie als Rohstoff an Hersteller von Phytopharmaka – also Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs – vermarktet. Das ist ein herausragendes, anwendungsorientiertes Beispiel für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Gewinner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro (gestiftet von der Sparkasse Vorpommern), das die Prämierten zur Entwicklung ihres derzeit in Gründung befindlichen Unternehmens nutzen.

Die Auszeichnung fand im Rahmen der Verleihung des „Greifswald Research Award“ für herausragende Leistungen in angewandter Forschung statt, der seit 2013 jährlich vom Greifswald University Club (GUC) organisiert wird. Der eingetragene Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Greifswalder Forschern mit regionalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen zu fördern. „Der Greifswalder University Club baut mit seiner Arbeit eine Brücke von der Wissenschaft in die regionale Wirtschaft. Durch wirtschaftsnahe Forschungsprojekte können international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen, die zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und erhalten. Das stärkt unsere Wirtschaft“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium stellt für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Von 2007 bis 2016 wurden für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation insgesamt 1.081 Vorhaben in Höhe von mehr als 224 Millionen Euro unterstützt. „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern weiter als Forschungs- und Technologiestandort profilieren. Deshalb haben wir eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, um die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationskraft der heimischen Wirtschaft insgesamt zu erhöhen“, sagte Glawe.

Der „Junior-Award“ wurde an Prof. Dr. Mihaela Delcea verliehen für ihre anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Aufklärung molekularer und biophysikalischer Ursachen für Autoimmunerkrankungen. Die Preisträgerin arbeitet im Institut für Biochemie der Universität Greifswald und ist Leiterin der Nachwuchsgruppe „Nanostruktur“. „Die Preisträgerin hat in den vergangenen Jahren durch ihre wissenschaftliche Arbeit dazu beigetragen, Autoimmunerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems aufzuklären. Das ist ein wertvoller Beitrag, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems effektiver zu behandeln“, sagte Glawe.

Den „Senior Award“ erhielt Prof. Dr. med. dent. Thomas Kocher (Leiter der Abteilung Parodontologie an der Universitätsmedizin Greifswald ) für seine Verdienste in der anwendungsorientierten Forschung und Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation im Bereich der Wurzeloberflächenbearbeitung, Periimlantisttherapie und Zahnreinigung. „Zahngesundheit ist ein elementarer Bestandteil unserer gesamten körperlichen Gesundheit. Der Preisträger hat mit seinen Forschungen insbesondere die Geräteentwicklung in den Bereichen Karies- und Zahnsteinentfernung wesentlich vorangetrieben“, sagte Glawe.

Der GUC hat sich das Ziel gesetzt, Spitzenforschung an der Universität Greifswald zu fördern. Schwerpunktthemen sind die individualisierte Medizin und Energie, Mobilität und Klimawandel. Der Club hilft beim Ausbau nationaler und internationaler Netzwerke sowie bei der Finanzierung ausgewählter Projekte. Der Club unterstützt einzelne Vorhaben oder Lehrstühle oder vergibt Stipendien. Um herausragende Leistungen in der Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation auf diesen Gebieten öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und ihre Entwicklung gezielt zu fördern, vergibt der GUC seit 2013 jährlich den Greifswald Research Award. Mit dem Preis sollen besondere Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung von erfahrenen Forschenden und forschungsaffinen Unternehmen sowie Nachwuchswissenschaftlern prämiert werden. Seit 2014 wird zudem die Verwertung innovativer Forschungsergebnisse durch direkte Ausgründung von Unternehmen durch Greifswald Research Award gezielt unterstützt.

Richtfest bei der Centogene AG in Rostock

Rostock – Die Firma Centogene AG in Rostock hat am Donnerstag das Richtfest für die Erweiterung ihrer Betriebsstätte begangen. Das Unternehmen betreibt auf dem Gebiet der Medizin molekularbiologische und gentherapeutische Laboratorien. Zudem werden weltweit medizinische Institutionen, Ärzte und Patienten bei genetischen und biochemischen Analysen seltener Erkrankungen unterstützt. „Das beständige Wachstum des Unternehmens durch die nationale und internationale Nachfrage machte eine Erweiterung notwendig. Die Centogene AG erbringt mit den mehr als 230 Mitarbeitern hochwertige Dienstleistungen im Bereich der medizinischen Diagnostik. Vor allem die von eigenen Forscherteams entwickelten molekulargenetischen und biochemischen Analysen haben international für Aufmerksamkeit gesorgt. Das ist beste Werbung für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das Unternehmen errichtet derzeit in Rostock in der Straße „Am Strande“ auf einer Fläche von mehr als 4.400 Quadratmetern ein Diagnostikzentrum für seltene Krankheiten. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der bisherige Firmensitz in der Schillingallee aufgegeben werden. Mit dem Neubau sollen nach Unternehmensangaben vor allem die Bereiche Biotechnologie und Medizintechnik weiter ausgebaut werden. Die Centogene AG ist stark im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation präsent. Gemeinsam mit den Hochschulen des Landes wurden bereits Forschungsvorhaben umgesetzt und marktfähige Produkte entwickelt. „Innovationen dieser Art sind die entscheidende Triebkraft für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung. Nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen können sich unsere Unternehmen auf dem Markt etablieren und dabei zukunftsorientierte und attraktive Arbeitsplätze sichern und schaffen. Deshalb werden wir weiter Unternehmensaktivitäten bei Forschung und Entwicklung stärken“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt im Rahmen der Verbundforschungsförderung Kooperationen zwischen Unternehmen und Wissenschaft, um im Ergebnis zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern werden in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen unter anderem die Medizintechnik, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, der medizinische Handel und die pharmazeutische Industrie. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 148.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 15,3 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein wichtiger strategischer Teil der Wirtschaft unseres Landes und zugleich zuverlässiger Beschäftigungsmotor. Zahlreiche Unternehmen im Bereich Medizintechnik haben sich bei uns angesiedelt, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen erfolgreich sind“, sagte Glawe.

Zu den neu angesiedelten Unternehmen zählen unter anderem die DOT GmbH aus Rostock (medizinische Beschichtungstechnologie für Implantate und Instrumente); human med AG aus Schwerin (Hersteller von wasserstrahlassistierten Geräten für die plastisch-rekonstruktive und ästhetische Chirurgie); Cortronik GmbH aus Rostock (Herstellung von Gefäßstützen/Stents); Euroimmun AG in Dassow (forscht, entwickelt und produziert Reagenzien für die medizinische Labordiagnostik) und der Medizintechnikspezialist CLEARUM GmbH in Poppendorf bei Rostock (Produktion von Hohlfasermembranen, die im medizinischen Bereich Anwendung finden).

Die Gesamtinvestition beträgt rund 34,2 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro.

Die Centogene AG wurde 2005 gegründet und analysiert nach eigenen Angaben jährlich rund 200.000 Patienten- und Forschungsproben von internationalen Kooperationspartnern im Pharmabereich – vor allem auf dem Gebiet der Diagnostik seltener Erbkrankheiten – in den Bereichen Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Augenerkrankungen. Die Kunden kommen aus mehr als 100 Ländern der Welt. Mit neuesten Technologien, wie beispielsweise dem Next-Generation-Sequencing, werden mehr als 130 medizinische Analysen und Dienstleistungen angeboten. Die biochemische Diagnostik stützt sich auf die Bestimmung von Biomarkern sowie Screenings von Neugeborenen und Hochrisikogruppen. Darüber hinaus bietet die Centogene AG ein breites Spektrum diagnostischer und prognostischer Tests im onkologischen Sektor an. Hier sind vor allem Keimbahnanalysen bei Patientinnen mit Brust- oder Eierstockkrebs, bei Patienten mit gehäuften familiären Darmkrebsfällen und bei erkennbar erhöhtem familiärem Krebsrisiko aufzuführen. Daneben untersucht das Unternehmen Tumorproben auf bekannte Schlüsselmutationen („driver mutations“), welche die Wahl der Chemotherapie beeinflussen und analysiert zellfreie DNA aus Serumblutproben („liquid biopsy“).

Vorbereitungen für Projekt `Portalpraxis´ in Wolgast laufen

Wolgast – Die Kreiskrankenhaus Wolgast GmbH erhält einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn für das Projekt `Pädiatrische Portalpraxis Wolgast`. „Die Vorbereitungen für die Portalpraxis laufen. Wir schaffen mit dem Maßnahmebeginn die Voraussetzungen für die Umsetzung des neuartigen Projektes in Wolgast. Die Ausschreibungen für die Herrichtung der Räume können starten und Personal kann gewonnen werden. Vor Ort soll ein Modell erprobt werden, das zu einer sektorenübergreifenden Versorgung in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) beiträgt. Zudem werden damit auch die Bedarfe beispielsweise durch die touristische Saison entsprechend berücksichtigt. So können flexible Regelungen zur Sicherstellung der Versorgung im Rahmen des Projektes erprobt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

In Wolgast wird eine intersektorale fachärztliche Notfallversorgung am Beispiel der Pädiatrie in einer ländlichen Region durch eine Portalpraxisklinik aufgebaut. „Da eine solche Versorgungform bisher noch nicht in der Regelversorgung existiert, soll anhand des Projekts modellhaft die Praxistauglichkeit erprobt werden. Es ist notwendig, Versorgungskonzepte mit neuen Formen der Behandlung und Betreuung zu entwickeln, um weiterhin einen hohen fachlichen Standard zu gewährleisten“, erläuterte Glawe weiter. Zu den Zielen zählen unter anderem eine gut erreichbare Notfallversorgung in einem ländlich strukturierten Gebiet, die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte sowie der Einsatz telemedizinischer Instrumente für z.B. Videosprechstunden oder eine ärztliche Zweitmeinung. „Zudem wird ein kindgerechter Bereich mit 10 Plätzen als Portal-Praxisklinik gestaltet“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Eine wichtige Aufgabe für die Portalpraxisklinik ist die Sichtung und Einteilung („Triage“) der als Notfall ankommenden Kinder und Jugendlichen. „Hierzu sind ein ärztlicher Dienst sowie Kinderkrankenschwestern erforderlich. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Nutzung telemedizinischer Netzwerke. Für die Einrichtung und den Betrieb der Portalpraxisklinik am Krankenhausstandort Wolgast sind Ärzte und Krankenschwestern/Krankenpfleger erforderlich. „Hier laufen die Gespräche weiter. Die Fachkräftesuche ist eine Herausforderung. Alle Beteiligten sind gefordert, ihre Bemühungen weiter zu intensivieren“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Drese: Schulgeld bei der Pflegeausbildung wird abgeschafft

Schwerin – „Mit der auf Bundesebene vereinbarten Reform der Pflegeausbildung wird der Pflegeberuf aufgewertet und können zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese anlässlich ihres Besuchs des Pflegeheims Wohnpark Zippendorf in Schwerin.

Drese: „Der heutige Besuch hat mir nochmals deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass die Frauen und Männer, die sich um Kranke und Pflegebedürftige kümmern, auch die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen.“

Das entsprechende Pflegeberufsgesetz soll nach Angaben der Ministerin noch in dieser Legislaturperiode durch den Bundestag verabschiedet werden. „Dann kann das Schuldgeld endlich abgeschafft werden“, so Drese. „Die kostenfreie berufliche Ausbildung, eine angemessene Ausbildungsvergütung und der generalistische Berufsabschluss werden den Pflegeberuf aufwerten.“

Fachkräfte mit der generalistischen Ausbildung, die dann einen Schwerpunkt in der Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege haben, seien dann künftig in allen drei Berufsfeldern einsetzbar. Damit würden sich die Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten der Berufsanwärter erhöhen, so die Ministerin.

Vor allem für die Altenpflege sieht Ministerin Drese im geplanten neuen Pflegeberufsgesetz große Vorteile. „Die Benachteiligungen der Altenpflege gegenüber der Krankenpflege werden bei den Entwicklungs- und Einsatzmöglichkeiten, der Ausbildungsfinanzierung sowie in der öffentlichen Wahrnehmung beseitigt“, betont Drese. „Damit verbunden ist die berechtigte Hoffnung, dass die Reform auf Dauer auch zu höheren Löhnen in der Altenpflege führen wird.“

Innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt

Schwerin – In Schwerin ist am Dienstag im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) ein innovatives Telemedizinprojekt vorgestellt worden. „Das Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeiten von telemedizinischen Anwendungen für die Versorgung von Hauterkrankten im ländlichen Raum zu erproben. Hauterkrankungen eignen sich hier besonders, da sich Hautveränderungen leicht über Bilder vermitteln lassen. So können Hausärzte, Fachärzte sowie Notfallambulanzen an Krankenhäusern mit Hilfe einer App die Symptome gemeinsam ansehen, beraten und entscheiden, wie weiter behandelt werden kann. Der Patient erhält über das System die notwendigen Informationen zur Verfügung. Er spart sich entsprechende Anfahrtswege“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Mir ist wichtig, dass die App und das zugrundeliegende telemedizinische Konzept zukünftig auch für andere Fachrichtungen wie beispielsweise der Augenheilkunde genutzt werden kann. Damit wird also keine Insellösung geschaffen, sondern ein übertragbares Konzept. Im Erfolgsfall kann die neue Versorgungsform auch auf andere strukturschwache ländliche Regionen übertragen werden.“

Das Projekt etabliert ein telemedizinisches Konsil zwischen Ärzten und Fachärzten. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dabei eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter. Von diesen Experten erhalten sie über die App anschließend eine konsiliarische Empfehlung zur weiteren Behandlung. Sofern Patienten kurzfristig keinen Termin bei Dermatologen erhalten, müssen sie nun nicht zwangsläufig eine Klinik aufsuchen. Sie können sich an ihren bereits behandelnden Hausarzt wenden und werden mittels Telekonsile trotzdem parallel von Spezialisten beraten bzw. behandelt. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt.

Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Die Konsortialführerschaft hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Partner des Projektes sind die Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald, die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH aus Neubrandenburg sowie das wissenschaftliche Institut für angewandte Versorgungsforschungs GmbH. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. „Mit Hilfe der wissenschaftlichen Evaluation ist es uns möglich, nach Ablauf des Projektzeitraums eine qualitätsgesicherte App-Anwendung in die Regelversorgung zu implementieren“, betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Telemedizin bietet neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen. Für die Gesundheitsversorgung gerade in ländlichen Räumen ist die Telemedizin ein wichtiger Lösungsansatz. Sie ist für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern von enormer Bedeutung. Wichtig ist es, die in der Versorgungspraxis bewährte Insellösung in die Regelversorgung zu überführen. Auf diese Weise werden sie für alle nutzbar und zugänglich gemacht“, sagte Gesundheitsminister Glawe. „Die hohe Bedeutung, die der Telemedizin zugewiesen wird, spiegelt sich auch im Koalitionsvertrag wider. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in den dünn besiedelten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns steht dort im Fokus“, so Gesundheitsminister Glawe.

Das Land unterstützt mit Mitteln der Förderung der Gesundheitswirtschaft die Etablierung telemedizinischer Projekte beispielsweise im Rahmen des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft. „Damit wird der wachsenden Bedeutung der Telemedizin Rechnung getragen“, sagte Glawe weiter. Auch im Bereich von Forschung, Entwicklung und Innovation werden Projekte im Rahmen der Verbundforschung gefördert. „Wir wollen, dass das Potenzial und bereits vorhandenes Know-how der Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Unternehmen auch im Land bleibt. Wir geben mit unserer Förderung Anreize, Forschung und Entwicklung im Praxisverbund mit kleinen und mittelständischen Firmen in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen.“

Für die Unterstützung von verschiedensten Vorhaben im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 rund 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Wir wollen weiter die medizinische Versorgung der Patienten sichern unter Einbindung vieler Akteure wie z. B. der Hochschulen und der IT-Branche. Das kann in gemeinsamer Projektarbeit gelingen, an dessen Ende ein innovatives Produkt steht“, erläuterte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.

Manon Austenat-Wied, Techniker Krankenkasse, Leiterin der Landesvertretung M-V, Konsortialführerin

Der TK in Mecklenburg-Vorpommern und weiteren Partnern ist es gelungen, Fördergelder aus dem Innovationsfonds ins Land zu holen. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt ‚Teledermatologie‘ gleich in der ersten Förderwelle dabei war“, sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, mit Hilfe der Telemedizin die dermatologische Versorgung auf dem Land zu verbessern. Die Dermatologie bietet dafür gute Voraussetzungen. Hauterkrankungen sind fotografisch gut abbildbar und können auf digitalem Weg in angemessener Qualität versendet werden.

Das Projekt startet mit diesem Monat. Circa bis August wird die App für eine gemeinsame Nutzung optimiert. In dieser Testphase können bereits Anfragen verschickt werden, auch um eventuell noch bestehende technische Unzulänglichkeiten zu beseitigen. Ab September wird der erste Patient über diese App betreut. Austenat-Wied betont, dass eine zukunftsgerichtete Gesundheitsversorgung sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie das Wohl der Patienten in den Mittelpunkt stellt. Dabei vernetzen sich unterschiedliche Versorgungsbereiche. „Unser Ziel ist es, Patienten einen schnelleren Zugang ohne lange Wege und Wartezeiten zum Hautarzt zu ermöglichen“, erklärt die Kassenchefin ihr Anliegen.

Dr. Michael Jünger, Universitätsmedizin Greifswald, Direktor Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten

„Im Bereich der professionellen Medizin kann die Telemedizin bestimmte Aufgaben erfüllen, um Patienten besser nachzubetreuen“, erklärt Prof. Dr. Michael Jünger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald. Jeder niedergelassene Kollege sollte die Möglichkeit haben, auf einfachem Weg eine dermatologische Frage zu stellen. Gleichzeitig wird ihm, passend zu seiner Praxissoftware, eine zügige Antwort zugesichert. „Wir wollen dabei unterstützen, dass der behandelnde Arzt eine qualitativ akzeptable Therapieentscheidung treffen kann“, bestätigt Prof. Jünger. Rund 100 Hausärzte und 20 Dermatologen werden miteinander vernetzt. Darüber hinaus tauschen sich auch zehn Notfallambulanzen mit Spezialisten der Hautklinik der Universitätsmedizin Greifswald via Telekonsile aus. Aus seiner Erfahrung weiß Jünger, dass sich die Patienten so sicherer und wohler fühlen.

Rolf-Dietrich Berndt, Infokom GmbH, Geschäftsführer

Durch Smartphones und Tablets haben sich Apps im Alltag etabliert. Warum also sie nicht auch für die Gesundheit einsetzen, fragten sich die Projektteilnehmer. Eine App ist eine Anwendungssoftware und richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH in Neubrandenburg ist der maßgebliche Entwickler der mskin® App, die im Projekt „Teledermatologie“ genutzt wird. Geschäftsführer Rolf-Dietrich Berndt steht für den sicheren Transport der Daten. „Wir bewegen uns im Bereich des Bundesdatenschutzgesetzes. Hier gelten sehr strenge Richtlinien.“ Berndt versichert: „Die Daten werden verschlüsselt übertragen und sind für Außenstehende nicht zugänglich.“ Er und sein Team arbeiten weiter an der Funktionalität der App. Sie soll nutzerfreundlich und selbsterklärend sein.

Güstrow erhält Zuschuss für drei barrierefreie Bushaltestellen

Güstrow – Die Barlachstadt Güstrow (Landkreis Rostock) erhält vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung einen Zuschuss in Höhe von 72.276 Euro für die Errichtung von drei barrierefreien Bushaltestellen mit Fahrgastunterstand. Zwei entstehen an der Eisenbahnstraße (eine auf jeder Seite), eine im Ortsteil Suckow. Die Gesamtkosten betragen 90.345 Euro.

Im Rahmen des Sonderprogramms „Barrierefreie Haltestellen in Mecklenburg-Vorpommern“ gewährt das Infrastrukturministerium einen erhöhten Fördersatz von 80 Prozent. Ziel des Programms „Barrierefreie Haltestellen in Mecklenburg-Vorpommern“ ist es, zu einer barrierefreien Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsangebote beizutragen. Hierzu werden Kommunen und Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bei der barrierefreien Umgestaltung von Haltestellen und Verkehrsstationen gezielt unterstützt.

Die Fördermittel werden nach der Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen und Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt.

Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Schwerin – Am Donnerstag ist im Landtag Mecklenburg-Vorpommern die Situation im Öffentlichen Gesundheitsdienst diskutiert worden.

„Der Öffentliche Gesundheitsdienst leistet eine hervorragende Arbeit und ist innerhalb des Systems unseres Gesundheitswesens unverzichtbar. Eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist aber nicht durch die Landesregierung allein zu erreichen. Hier bedarf es der Unterstützung und Mitwirkung vieler Akteure“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Landtag in Schwerin.

Ärztinnen und Ärzte für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu gewinnen, ist eine Herausforderung. „Inzwischen sind alle Bundesländer betroffen. Verschärft wird das Problem für den Öffentlichen Gesundheitsdienst durch die Tatsache, dass Ärzte dort nicht wie Ärzte, sondern wie Verwaltungsangestellte vergütet werden. Das macht die Entscheidung für eine Tätigkeit in einem Gesundheitsamt schwerer“, sagte Gesundheitsminister Glawe weiter. Im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz wurde auf die erheblichen Einkommensunterschiede zwischen Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und Ärzten in anderen medizinischen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Praxen oder dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen aufmerksam gemacht. Die Tarifpartner wurden aufgefordert, auch die Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in den Tarifvertrag Ärzte aufzunehmen. „Aufgrund der Tarifautonomie besteht jedoch nur die Möglichkeit, an die Tarifpartner zu appellieren, was die Gesundheitsministerkonferenz durch mehrere Beschlüsse getan hat“, sagte Glawe. Vergleichbare Beschlüsse haben auch der Deutsche Ärztetag und auch der Marburger Bund gefasst.

Als Vorsitzland der Gesundheitsministerkonferenz hat Mecklenburg-Vorpommern 2016 die Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes als Leitthema eingebracht. Der unter Federführung Mecklenburg-Vorpommerns erarbeitete Beschlussentwurf „Perspektiven zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes“ wurde einstimmig beschlossen. Zur Umsetzung des Beschlusses hat Mecklenburg-Vorpommern die Federführung einer länderoffenen Arbeitsgruppe übernommen, die Maßnahmen zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes erarbeitet. „Erste Ergebnisse liegen vor. Es ist ein modernes Leitbild gefordert, in dem der Öffentliche Gesundheitsdienst als Netzwerk charakterisiert wird, das mit und in allen Gesundheitsbereichen von der Gesundheitsförderung bis zur Gesundheitsversorgung tätig ist“, sagte Glawe. Der Entwurf eines neuen Leitbildes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst befindet sich derzeit bundesweit in der Abstimmung.

Als weitere Initiative, um den Öffentlichen Gesundheitsdienst bei Medizinstudenten bekanntzumachen und für eine Tätigkeit im Gesundheitsamt zu werben, werden von Amtsärzten Lehrveranstaltungen zum Öffentlichen Gesundheitsdienst an den Universitäten Rostock und Greifswald angeboten.

Die Landesregierung hat die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern der Gesundheitsämter seit Anfang der 90er Jahre im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ununterbrochen gefördert und unterstützt. Auch die Weiterbildung von Ärzten zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen wurde anteilmäßig finanziert. „Der Bedarf ist gestiegen und qualitätsgerechte Fort- und Weiterbildungsangebote stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Aus diesem Grund prüft die Landesregierung derzeit den Beitritt des Landes zur Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen Düsseldorf, um den Mitarbeitern des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in Mecklenburg-Vorpommern die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu ermöglichen“, sagte Glawe. Für den nächsten Doppelhaushalt sind die dafür notwendigen Haushaltsmittel angemeldet worden.

Neues Reinraumlabor für die Klinikapotheke

Rostock – In den letzten Monaten wurde die Krankenhausapotheke des Klinikums Südstadt bei laufendem Betrieb funktional umgestaltet und erweitert. Der nun fast abgeschlossene Umbau der Apotheke wurde notwendig, da die Anforderungen an eine sterile Herstellung gestiegen sind. Dafür mussten Wände versetzt, Schleusen- und Lüftungssysteme installiert werden, um Reinräume für die Medikamentenproduktion zu garantieren. Patientensicherheit und der Schutz der Produkte aber auch der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit den neuen Bedingungen nochmals erhöht. Die Apotheke des Klinikums ist nun mit einem der modernsten Labore im Bundesland ausgerüstet und damit in der Lage, die besonderen Anforderungen für die Versorgung der steigenden Anzahl an onkologischen Patienten zu gewährleisten.

Die gesamten Um- und Erweiterungsbau belaufen sich auf etwa 1,2 Millionen Euro. Den Betrag von 700.000 Euro erhielt das Klinikum dafür als Förderung vom Land Mecklenburg-Vorpommern, eine halbe Million Euro bringen Stadtverwaltung und Klinikum in diese besondere Investition selbst ein.

„Über die Fertigstellung des neuen Reinraumlabors der Krankenhausapotheke hier am Klinikum Südstadt freue ich mich sehr“, sagte Dr. Chris Müller, Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Hansestadt Rostock, der sich heute kurz vor der Inbetriebnahme der neuen Räume vor Ort ein Bild machte. „Wir schaffen damit beste Voraussetzungen, um unsere Patienten auch zukünftig optimal mit allen nötigen Arzneimitteln und medizinischen Produkten zu versorgen. Besonders beeindruckt mich die Möglichkeit, im Bedarfsfall Medikamente herzustellen, die passgenau auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt sind. Das ist pharmazeutischer Fortschritt, der vor allem den vielen Krebskranken zu Gute kommt. Unser Dank gilt dem Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern, das mehr als die Hälfte der zum Umbau nötigen Summe über Fördermittel bereitgestellt hat. Die Hansestadt Rostock wird auch zukünftig alles Notwendige tun, um die hervorragende Leistungsfähigkeit unseres städtischen Krankenhauses zu erhalten und weiter zu entwickeln“, so der Senator weiter.

Gleichfalls gab das Klinikum Südstadt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern heute die Gelegenheit, an Führungen durch das Labor teilzunehmen. Künftig wird dieser Bereich nicht mehr öffentlich zugänglich sein.

Das Klinikum Südstadt Rostock betreibt eine eigene Krankenhausapotheke, in der 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter vier Apotheker, beschäftigt sind. Sie versorgt Patientinnen und Patienten des Klinikums und weiterer Reha-Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern mit Medikamenten, Ernährungs- und Infusionslösungen, Desinfektionsmittel, Verbandstoffe und Nahtmaterial. Ein besonderes Augenmerk bei der Eigenherstellung von Arzneimitteln wird auf die Zubereitung von patientenindividuellen Zytostatika zur Behandlung von an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten und Ernährungslösungen zur Versorgung von Frühgeborenen gelegt.

Darmkrebsmonat März

Vorsorge zahlt sich aus – größtes begehbares Darmmodell Europas auf dem Rostocker Universitätsplatz

Rostock – Die Ärztekammer M-V und die AOK Nordost nehmen den alljährlichen Darmkrebsmonat März zum Anlass, um im Rahmen einer gemeinsamen Aufklärungsaktion mehr Menschen für die Darmkrebsvorsorge zu motivieren und ihnen die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung zu nehmen. Unter dem Motto „Gesundheit geht durch den Darm“ macht heute das größte Darmmodell Europas Station auf dem Universitätsplatz in der Hansestadt Rostock. Am Beispiel des riesigen, begehbaren Modells der Felix-Burda-Stiftung informieren medizinische Experten alle Interessierten über den allgemeinen Aufbau des Hochleistungsorgans, die unbegründete Angst vor einer Darmspiegelung oder die Gründe für die Entstehung dieser Krebsform. „Das Thema Darmspiegelung ist heute längst kein Tabu mehr. Es ist dennoch absolut notwendig auf die Möglichkeiten der Darm-Krebs-Vorsorge aufmerksam zu machen. Noch wichtiger ist es, das Angebot zu nutzen“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe, der die Schirmherrschaft übernommen hatte.

Unbestritten ist: Darmkrebs kann durch konsequente Vorsorge weit besser verhütet werden als andere Krebsarten. Wird er in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungsaussichten gut. Bei einer Darmspiegelung, der so genannten Koloskopie, sind Krebsvorstufen gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Insgesamt lassen sich etwa 90 Prozent der Darmerkrankungen durch eine einmalige Darmspiegelung so früh erkennen, dass man sie heilen kann.

Darmkrebs tritt bei Frauen und Männern etwa gleich häufig auf. Unter 40 Jahren ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sehr gering, es nimmt aber mit steigendem Alter zu. Dennoch ist die Beteiligung der Anspruchsberechtigten ab dem 55. Lebensjahr trotz der von den Krankenkassen bezahlten Leistungen gering. Zahlen der AOK Nordost zeigen – nur etwa jeder Zehnte, der bei der AOK Nordost in M-V versichert ist, unterzieht sich beispielsweise einer präventiven Darmspiegelung. Dabei ist Darmkrebs bundesweit die Krebsart mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen im Jahr und ist die zweithäufigste Krebstodesursache. Jedes Jahr werden fast 4.500 AOK-versicherte Patienten im Land mit der Diagnose Darmkrebs behandelt.

Statements der Organisatoren:

Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer M-V: „Darmkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen in Deutschland. Etwa jede achte Krebserkrankung von Männern und Frauen in Deutschland betrifft den Darm. Prävention kann helfen, die Sterblichkeitsrate zu senken. Eine Darmspiegelung stellt die wirksamste Art der Vorbeugung dar, da Krebsvorstufen direkt entfernt werden können, bevor sie entarten.“

Marita Moskwyn, Leiterin der Unternehmenseinheit ärztliche Versorgung: „Wir müssen es schaffen, noch mehr Menschen für eine regelmäßige Vorsorge zu überzeugen. Deshalb setzen wir schon lange auf breit angelegte Präventions- und Vorsorgekampagnen. Gerade in der Darmkrebsvorsorge gilt – Agieren ist besser als reagieren!“

Dipl.-Med. Fridjof Matuszewski, Präventionsbeauftragter der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern: „Mit Aufklärungskampagnen wie dieser versuchen wir, bei der breiten Bevölkerung das Bewusstsein dafür zu wecken, dass der Darmkrebs ein Krebs ist, den man verhindern kann, wenn man rechtzeitig Früherkennung betreibt. Dank der modernen Medizin kann die Darmspiegelung zu den schonenden Untersuchungsmethoden gezählt werden, die dem Patienten keine Angst machen muss. Machen Sie also mit und erhalten Sie Ihre Gesundheit!“

Jimmy Hartwig, Ex-Fußballprofi und AOK-Gesundheitsbotschafter: „Ich will dabei helfen, dass insbesondere die männlichen Gesundheitsmuffel die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen besser wahrnehmen. Das tun zurzeit noch viel zu wenige. Man(n) fühlt sich stark und unverwundbar oder hat vielleicht auch Angst vor der Untersuchung. Das ist natürlich Quatsch, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Daher meine Botschaft: Tut was Jungs! Geht zur Vorsorge.“

Zahlen, Daten und Fakten zu Vorsorgeuntersuchungen und Darmkrebsvorsorge

Ein Vergleich der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen zeigt: Die Inanspruchnahme von regelmäßiger Vorsorge ist bei Frauen grundsätzlich höher als bei Männern.

Im Jahr 2015 wurde der Gesundheits-Check-up, der schon ab einem Alter von 35 Jahren regelmäßig durchgeführt werden kann, von den Versicherten der AOK Nordost am häufigsten in Anspruch genommen. Danach ließ sich die Hälfte der Erwachsenen beim Hausarzt durchchecken (davon 53 Prozent Frauen, 47 Prozent Männer).

Beim Hautkrebs-Screening verändern sich die Zahlen bereits. Dieses Screening nahm im Jahr 2015 nur jeder Vierte der anspruchsberechtigten AOK-versicherten Frauen und Männer in Anspruch (davon 24 Prozent Frauen, 22 Prozent Männer).

Die Früherkennung auf Prostata- und Hodenkrebs, die ab einem Alter von 45 Jahren jährlich durchgeführt werden kann, lässt nur knapp jeder 4. Mann durchführen.

Dagegen nimmt die präventive Koloskopie nur jeder Zehnte bei der AOK Nordost Anspruchsberechtigte in Anspruch. Hier liegen bei der Inanspruchnahme die Männer mit 12,8 Prozent geringfügig über dem Wert der Frauen.

Das durchschnittliche Alter der an Darmkrebs Erkrankten beträgt 76 Jahre.

Knapp 4.500 AOK-versicherte Patienten in M-V werden jedes Jahr mit der Diagnose Darmkrebs behandelt.

Gesundheitsministerium unterstützt „Health and Care Office“

Greifswald – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag (24.03.) in Greifswald einen Zuwendungsbescheid an die „Gesellschaft für nachhaltige Regionalentwicklung e.V.“ (genres e.V.) übergeben. Der Verein betreibt das „Health and Care Office“ (HCO). Dabei geht es unter anderem um die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen im Gesundheitswesen sowie um sprachliche und berufliche Qualifikationen. „Der Bedarf an Ärzten und Pflegepersonal ist im Land vorhanden. Unter den geflüchteten Menschen, die bei uns leben, sind viele, die bereits in ihrem Heimatland beispielsweise ein Medizinstudium abgeschlossen haben, Berufserfahrung in Kliniken mitbringen oder eine pflegerische Ausbildung absolviert haben. Mit dem HCO gibt es eine zentrale Anlaufstelle für Personen mit Migrationshintergrund und die Einrichtungen des Gesundheitswesens, um die jeweils notwendige Unterstützung zur Arbeitsaufnahme zu erhalten. Davon profitiert das Gesundheitswesen im Land insgesamt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das HCO unterstützt Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte und weitere Gesundheitsberufler dabei, notwendige Voraussetzungen zur beruflichen Anerkennung zu erfüllen. Dazu werden Qualifizierungsbedarfe ermittelt, geeignete Bildungsmaßnahmen initiiert sowie individuelle Berufswege- und Perspektivplanungen mit den Teilnehmern erstellt. Mit Unterstützung unter anderem der Krankenhausgesellschaft und den berufsständischen Kammern wird zudem die Zusammenarbeit der Fachkräfte mit Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, medizinischen Versorgungszentren, stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie Praxen in Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Seit Dezember 2015 wurden 201 Fachkräfte unterstützt; darunter knapp einhundert Ärzte, 26 Apotheker und 20 Personen mit einer pflegerischen Ausbildung. „So wird zügig und erfolgreich der Einstieg in die Erwerbstätigkeit in den Einrichtungen, Kliniken und Praxen in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. 21 Fachkräfte sind bereits in unseren Gesundheitseinrichtungen tätig. Das hilft der Gesundheitswirtschaft im Land insgesamt“, sagte Glawe.

Am Freitag haben der genres e.V. und die Greifswalder BDH-Klinik – ein Behandlungszentrum für Querschnittgelähmte und ein Schwerpunktzentrum zur Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Schädigungen – einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ab Sommer diesen Jahres werden zehn bis 15 Fachkräfte eingestellt, die parallel dazu einen Integrationskurs und weitergehende Sprachkurse besuchen. „Die enge Verknüpfung zwischen ersten beruflichen Erfahrungen und dem Erlernen der deutschen Sprache ist der richtige Weg, um Zugewanderten möglichst schnell eine gesellschaftliche und berufliche Integration zu ermöglichen. Das ist bespielhaft“, sagte Glawe.

„Mit der BDH-Klinik haben wir nicht nur eine Leuchtturmeinrichtung des Landes, sondern auch die Praktiker des Gesundheitswesens zum Partner. Wir beschreiten zusammen neue Wege, über die wir Fachkräfte für unser Land gewinnen und für diese dauerhafte Perspektiven schaffen“, ergänzte Björn Marten, Geschäftsführer der Gesellschaft für nachhaltige Regionalentwicklung und Strukturforschung e.V.

Das Land hatte das Projekt HCO in den Jahren 2015/2016 für die Regionen Neubrandenburg und Greifswald mit rund 137.000 Euro unterstützt. Um das Beratungsangebot auf die Region Westmecklenburg/Schwerin auszuweiten, unterstützt das Land die Durchführung im Jahr 2017 in Höhe von knapp 288.000 Euro aus Landesmitteln.

Der genres e.V. begleitet Zugewanderte und geflüchtete Menschen bei der beruflichen Integration in Deutschland. Gleichzeitig ist der Verein auch als Sprachkursträger für Integrationskurse und weitere Sprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugelassen. Zu dem Träger gehört auch das Institut für Gesundheit, Prävention und Pflege („ingepp“) und die dort seit 2009 angesiedelte staatlich anerkannte Schule für Altenpflege. Die Schule legt einen besonderen Fokus auf die integrative Ausbildung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und die Vermittlung und den Ausbau interkultureller Kompetenzen im beruflichen Handeln der Pflegenden. Am ingepp ist darüber hinaus der „Arbeitsmedizinische Dienst“ angesiedelt, der vorsorgende arbeits- und sozialmedizinische Beratungs- und Betreuungsmöglichkeiten zum Schutz von Menschen im Erwerbsleben bietet.

Keine Generalabsolution für Glyphosat

Hinweise auf Schädigung menschlicher Organe

Berlin – „Das ist keine Generalabsolution für Glyphosat“, sagte die BUND-Pestizidexpertin Heike Moldenhauer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur heute bekannt gewordenen Einstufung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) als nicht krebserregend. Das Urteil der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation IARC von Glyphosat als „krebserregend beim Menschen“ gelte weiterhin, so Moldenhauer.

Eine Bewertung der deutschen Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) von Ende Mai 2016 für die ECHA lege zudem nahe, dass Glyphosat menschliche Organe schädigen könne. Die BAuA empfahl demzufolge, Glyphosat als „organschädigend“ bei längerer oder wiederholter Exposition einzustufen – zusätzlich zu der bereits bestehenden Einstufung als „augenschädlich“ und „schädlich für Wasserorganismen“. An einer längeren oder wiederholten Glyphosat-Exposition weiter Kreise der Bevölkerung in Europa bestehe kein Zweifel, stellte die BUND-Expertin klar. „Glyphosat ist allgegenwärtig. Menschen und Umwelt sind heute einer Dauerbelastung ausgesetzt“, sagte Moldenhauer. Einer BUND-Studie zufolge hatten 70 Prozent der im Jahr 2013 in Deutschland getesteten sowie 44 Prozent der europaweit untersuchten Personen Glyphosat im Urin.

Unbestritten sei zudem, dass Glyphosat maßgeblich verantwortlich für das Artensterben in der Agrarlandschaft sei. „Als Totalherbizid vernichtet Glyphosat die Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und Vögeln, es tötet alles Grün und zerstört die Lebensräume von wichtigen Nützlingen“, so Moldenhauer. Die EU-Kommission müsse die Zulassung des Herbizids aufgrund der gravierenden Bedenken hinsichtlich Umwelt und menschlicher Gesundheit Ende des Jahres auslaufen lassen, forderte die BUND-Expertin. „Zu viel spricht gegen Glyphosat, eine weitere Verlängerung der Zulassung wäre fahrlässig. Die EU-Kommission ist dem Vorsorgeprinzip verpflichtet, sie muss den Schutz von Mensch und Umwelt vor den Profitinteressen der Pestizidhersteller sicherstellen. Die Landwirtschaftspolitik muss sich endlich frei machen von einem Agrarmodell, das auf industrieller Erzeugung basiert und blind ist für deren Kollateralschäden“, sagte Moldenhauer.

Der BUND begrüße, dass in der Landwirtschaft erste Schritte zur Abkehr vom Glyphosat-Einsatz unternommen würden, so Moldenhauer. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft DLG gehe mit ihrem Einsatz für mehr guten Ackerbau statt Glyphosat in die richtige Richtung. „Die gesellschaftliche Akzeptanz ist Glyphosat längst abhandengekommen. Weil Herr Schmidt als zuständiger Bundeslandwirtschaftsminister in Untätigkeit verharrt, sind freiwillige Bemühungen der Landwirte zur Abkehr von Glyphosat besonders begrüßenswert“, sagte Moldenhauer.

M-V: Gesundheitswirtschaft belegt Spitzenplätze im Bundesländervergleich

Berlin – In Berlin ist die aktuelle gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) vorgestellt worden. Darin erfasst das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die diesjährige Ausgabe stellt auf Basis des Jahres 2015 erstmals Vergleiche zwischen den Bundesländern her. „Die Ergebnisse zeigen: Mecklenburg-Vorpommern spielt bundesweit ganz vorne mit. Wir haben frühzeitig auf die Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche gesetzt. Die Branche ist bereits heute ein wichtiger wirtschaftlicher Taktgeber. Entscheidend ist es, diesen wirtschaftlich noch jungen Bereich weiterzuentwickeln. Genau das haben wir vor“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag. So kommt das Bundesland in zwei von vier wesentlichen Kennziffern auf die vordersten Plätze.

Den bundesweiten Spitzenplatz nimmt Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der Gesundheitswirtschaft am Arbeitsmarkt ein. Fast 148.000 Erwerbstätige arbeiten in der Branche. Dies entspricht jedem fünften Arbeitsplatz, so viele Beschäftigte wie nirgendwo sonst. Seit 2014 kamen 11.400 neue Stellen hinzu. „Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein starker Impulsgeber für den Arbeitsmarkt und zugleich Jobmotor im Land“, so Glawe.

Platz 2 aller Bundesländer erreicht Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft. „Der Anteil von über 15,3 Prozent ist ein hervorragendes Ergebnis. Die Arbeit unserer Menschen, die Tätigkeit unserer Unternehmen und die Unterstützung durch konsequente Fördermittelpolitik machen sich heute bemerkbar. Gleichzeitig ist die positive Entwicklung Ansporn, die Gesundheitswirtschaft strategisch weiter auszubauen“, erläuterte Minister Glawe. Mehr noch: Innerhalb von zwei Jahren wuchs der Anteil um 0,7 Prozentpunkte. „Das alles zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern zurecht damit wirbt, auf dem Weg zum Gesundheitsland Nr. 1 zu sein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter.

Nachholbedarf zeigt die GGR für Mecklenburg-Vorpommern in den Bereichen Außenhandel und dem Anteil des industriellen Sektors an der Gesundheitswirtschaft auf. „Hier müssen wir weiter unsere Hausaufgaben machen. Wir setzen bereits mit gezielten Maßnahmen an. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung von Projekten im Bereich der Zusammenarbeit von Forschung und Unternehmen. Wir brauchen am Ende mehr innovative und marktfähige Produkte, die international wettbewerbsfähig sind. Die Produkte müssen wir auch noch bekannter machen. Auch deshalb stärken wir die Branche beispielsweise durch die Unterstützung von einheimischen Unternehmen auf internationalen Messen, etwa der Arab Health in Dubai oder der Medica in Düsseldorf. Messeauftritte sind in dieser Hinsicht ein wichtiger Baustein für die Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft.“

Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den größten Branchen der deutschen Wirtschaft. Sie ist durch ihre Innovationskraft und ihre Beschäftigungsintensität ein Wachstums- und Beschäftigungstreiber. Die GGR hat zudem ergeben, dass ihre Entwicklung stetiger verläuft als die der Gesamtwirtschaft. Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten werden dadurch verringert.

Schon frühzeitig hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die Branche als strategisch wichtigen Zukunftsmarkt identifiziert und mit dem „Masterplan Gesundheitswirtschaft“ einen Handlungsrahmen bis zum Jahr 2020 festgelegt. Im Laufe der Jahre hat sich Mecklenburg-Vorpommern so zu einem der wichtigsten Standorte der Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelt.

Koordiniert werden die Maßnahmen im Auftrag der Landesregierung durch die BioCon Valley® GmbH, dem Partner für Life Science und Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Als zentraler Ansprechpartner und Dienstleister unterstützt das Unternehmen die Akteure in der Branche und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Profilierung des Standortes.

Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfe (KISS)

Schwerin – Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ist am Donnerstag über die Finanzierung der Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfe (KISS) diskutiert worden. „Die gesundheitsbezogene Selbsthilfe hat in unserem Gesundheitssystem einen festen Platz gefunden und ergänzt in vielfältiger Weise die professionellen Angebote der Gesundheitsversorgung. Die Hilfe zur Selbsthilfe wird auch in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle bei der Alltagsbewältigung spielen. Selbsthilfe hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Sie kann in vielen Fällen praktische Lebenshilfe leisten und neuen Lebensmut spenden. Daher verdient Selbsthilfe unsere hohe Achtung und Wertschätzung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag in Schwerin im Landtag.

Die Netzwerke der Selbsthilfe haben sich als verlässliche Partner in der Gesellschaft erwiesen, um sozialer Isolation und Ausgrenzung zu begegnen und um Menschen zu mobilisieren, sich aus der Selbstbetroffenheit heraus mitverantwortlich zu engagieren. „Dass hier Außerordentliches geleistet wird, beweisen die mit Hilfe der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeorganisationen entstandenen Selbsthilfegruppen in Mecklenburg-Vorpommern“, so Glawe weiter. Nach der Gesundheitsberichterstattung des Robert Koch-Institutes gibt es in Deutschland zwischen 70.000 und 100.000 Selbsthilfegruppen zu fast jedem gesundheitlichen und sozialen Themenbereich. Das wären rechnerisch etwa 1.400 bis 2.000 Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern. Es besteht keine Meldepflicht für die Zahl der Selbsthilfegruppen.

Deutschland nimmt angesichts der hohen Zahl von Selbsthilfegruppen eine Spitzenposition innerhalb Europas ein. „Das beruht nicht zuletzt auf der Förderung der Selbsthilfe durch die Sozialversicherung, die Kommunen und das Land Mecklenburg-Vorpommern als Gesundheitsland“, betonte Glawe. Die wachsende gesellschaftliche Anerkennung der Selbsthilfe hat der Bundesgesetzgeber zuletzt 2015 durch das Präventionsgesetz unterstrichen. Durch den neuen Paragraphen 20h wurde im Fünften Buch Sozialgesetzbuch und damit im Krankenversicherungsrecht vorgesehen, dass im Jahre 2016 für jeden Versicherten 1,05 Euro allein aus den Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung für die Selbsthilfe zur Verfügung stehen. Dieser Betrag, mit dem die davor zur Verfügung stehenden Mittel um etwa 65 Prozent erhöht wurden, ist gesetzlich dynamisiert und steigt jährlich entsprechend der Entwicklung der Grundlohnsumme.

Die Kontaktstellen beraten Selbsthilfeinteressierte und stellen Kontakte zu bestehenden Gruppen her. Sie unterstützen Neugründungen bzw. verweisen an weitere regionale Unterstützungseinrichtungen. Den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgend wurden auch in Mecklenburg-Vorpommern in den 90er Jahren modellhaft örtliche Selbsthilfekontaktstellen aufgebaut und evaluiert. Aktuell stehen allein in Mecklenburg-Vorpommern bei den gesetzlichen Krankenkassen etwa 1,5 Millionen Euro für die Selbsthilfeförderung bereit. Die Förderung des Landes ist eine ergänzende Förderung. Die die Fördermittel kassenübergreifend in diesem Jahr verwaltende Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) hat auf Anfrage mitgeteilt, dass gegenwärtig etwa 15 Prozent der Fördermittel für das Land Mecklenburg-Vorpommern ungebunden sind und damit noch verfügbar wären. Zudem stehen weitere Mittel etwa aus dem Bereich der Pflegeversicherung in Höhe von etwa 150.000 Euro sowie dem Bereich Reha und Teilhabe zur Verfügung.

Aus dem Landeshaushalt werden neben dem Verein Selbsthilfe Mecklenburg-Vorpommern und der Förderung nach der Landesverordnung über niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote insbesondere die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen unterstützt. „Ziel der Förderung ist es, den Selbsthilfekontaktstellen zu ermöglichen, eigenständig und unabhängig flexible Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Sie soll dazu dienen, die fachlichen, personellen und sächlichen Voraussetzungen bei den Selbsthilfekontaktstellen zu schaffen beziehungsweise zu erhalten, um die Bereitschaft zur Selbsthilfe zu unterstützen, den Zugang zur Selbsthilfe zu erleichtern sowie die Qualität, Stabilität und Kontinuität der Arbeit der Selbsthilfegruppen zu fördern“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Für diese Förderung stehen Landesmittel von insgesamt 112.500 Euro jährlich zur Verfügung. Grundlage für die Förderung ist die Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen an die Träger von Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfe, die seit 1997 existiert. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit acht Selbsthilfekontaktstellen, nämlich in: Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Stralsund, Güstrow (mit Außenstellen in Bützow und Teterow), Neustrelitz, Ludwigslust (mit Außenstelle in Hagenow) sowie Wismar. Fünf Selbsthilfekontaktstellen, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Stralsund und Güstrow werden vom Land gefördert. Diese grundsätzliche Förderentscheidung wurde 1996 im Konsens der Beteiligten getroffen. Von den jährlichen Haushaltsmitteln in Höhe von 112.500 Euro erhielten die fünf geförderten Selbsthilfekontaktstellen aus dem Titel „Förderung der Kontakt- und Informationsstellen“ zuletzt jeweils 22.500 Euro pro Jahr. „Auch in diesem Jahr wurden von den Kontakt- und Informationsstellen wieder Anträge zur Förderung gestellt. Die Gespräche mit den Antragstellern sind noch nicht abgeschlossen“, so Glawe weiter.

Vor dem regionalen Hintergrund hat das Land bereits in den Jahren 2014 bis 2016 ein Projekt „Selbsthilfe im ländlichen Raum – Modellregion Landkreis Vorpommern-Greifswald“ der Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen M-V in Höhe von insgesamt 20.000 Euro gefördert. Hier sollten Selbsthilfeinteressierte Kenntnisse von Selbsthilfe erlangen, bestehende Gruppen gefunden und neu zu gründende Selbsthilfegruppen von Strukturen vor Ort unterstützt werden.