Erster Bericht zur Hospiz- und Palliativversorgung in M-V

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Dienstag im Kabinett den ersten Bericht „Die Hospiz- und Palliativversorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgelegt. Inhaltlich geht es dabei um die Bedarfsentwicklung in der ambulanten sowie stationären Palliativ- und Hospizversorgung im Hinblick auf eine bedarfsgerechte Versorgung.

„In den vergangenen Jahren ist in unserem Land eine ausdifferenzierte Struktur der Hospiz- und Palliativversorgung aufgebaut worden. Wir haben allerdings auch noch Hausaufgaben. Das macht der Bericht deutlich. Im Rahmen einer Evaluation wurden verschiedene Bereiche und Barrieren in der Hospiz- und Palliativversorgung untersucht sowie Handlungsempfehlungen entwickelt. Wir setzen mit dem Bericht einen Beschluss des Landtages um“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe bei der Vorstellung im Rahmen der Landespressekonferenz. Der Landtag beauftragte die Landesregierung im Dezember 2016. Das Gesundheitsministerium wurde bei der Erstellung des Berichtes vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald unterstützt.

Bei der Analyse der palliativmedizinischen Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern wurden zwölf Spezialisierte-Ambulante-Palliativteams, einschließlich eines pädiatrischen Teams; neun Hospize; 16 Krankenhäuser mit palliativmedizinischem Angebot; 88 niedergelassene Ärzte mit der Zusatz-Weiterbildung „Palliativmedizin“, 22 ambulante Hospizdienste sowie neun Angebote identifiziert, die Angehörige bei der Trauerarbeit unterstützen. „Wichtig ist es, Palliativpatienten und ihren Angehörigen im Verlauf einer Erkrankung die bestmögliche soziale und auch medizinisch-pflegerische Betreuung zukommen zu lassen – ob zu Hause mit ambulanter Betreuung, stationär oder auch in einem Hospiz“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

In den „Standards und Richtlinien für Hospiz- und Palliativversorgung in Europa: Teil 2“ wird der Bedarf für eine spezialisierte stationäre Versorgung auf acht bis zehn Betten pro 100.000 Einwohner geschätzt. Mecklenburg-Vorpommern er-füllt diesen Bedarf mit insgesamt 9,74 spezialisierten Betten pro 100.000 Einwohnern und liegt mit dieser Bettenanzahl im Bundesdurchschnitt an erster Stelle. Niedergelassene Ärzte mit der Zusatz-Weiterbildung „Palliativmedizin“ sind in allen Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Es gibt pro 100.000 Einwohner 5,4 Arztpraxen mit der Zusatz-Weiterbildung „Palliativmedizin“ in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Hospiz- und Palliativversorgung befindet sich in einem andauernden Prozess des Aufbaus. „In einem dünn besiedelten Flächenland trifft dies auf besondere Herausforderungen. Im Ergebnis des Berichts wird festgestellt, dass durch die ländlichen Strukturen in M-V in einigen Regionen die Dichte spezifischer oder sogar aller Leistungserbringer in der Hospiz- und Palliativversorgung noch zu gering ist. Dadurch werden die zu versorgenden Regionen einzelner Leistungserbringer sehr groß“, betonte Glawe. In den Oberzentren (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald) ist eine höhere Dichte an Palliativangeboten vorhanden. Ebenfalls wird deutlich, dass die eher ländlichen Regionen weniger Versorgungsangebote aufweisen.

Des Weiteren wurde in dem Bericht festgestellt, dass die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Leistungserbringern, insbesondere zwischen der allgemeinen und der spezialisierten Palliativversorgung sowie zwischen dem ambulanten und stationären Sektor verbessert werden müssen. Das gilt auch für die palliativmedizinische Qualifikation der Leistungserbringer in der Primärversorgung und in stationären Pflegeeinrichtungen.

Der Bericht gibt entsprechende Handlungsempfehlungen. „So könnten einige strukturelle Lücken in der palliativen Versorgung insbesondere in den ländlichen Regionen durch eHealth und telemedizinische Funktionalitäten abgedeckt werden. Zur Verbesserung der Kooperation zwischen den Leistungserbringern können insbesondere entsprechend qualifizierte Mitarbeiter im ambulanten Bereich eine Standardisierung des Entlassmanagements für Palliativpatienten sowie die Einrichtung von Palliativkonsildiensten auf Ebene der Landkreise beitragen“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Die palliativmedizinische Fort- und Weiterbildung in der Primärversorgung sollte intensiviert werden und in jeder stationären Pflegeeinrichtung eine Palliative Care Fachkraft verfügbar sein. Zu diskutieren ist auch eine Koordinierung der Angebote der Palliativversorgung im Land. Eine wirksame Koordinierung der Versorgung kann nur regional erfolgen. „Unter den Aspekten der Zugänglichkeit der Angebote für diejenigen, die sie benötigen und einer flächendeckenden Versorgung ist die Bildung regionaler Netzwerke sinnvoll“, machte Glawe deutlich.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit wird die bereits derzeit herausgearbeiteten Handlungsbedarfe mit wesentlichen Akteuren der Hospiz- und Palliativversorgung erörtern, um konkrete Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren, insbesondere im Rahmen des regelmäßig tagenden Runden Tisches Hospiz- und Palliativversorgung. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern sich, zuletzt in Folge des Hospiz- und Palliativgesetzes, dessen Neuerungen sich teilweise noch in der Umsetzung befinden. „In diesem Sinne hat das Land auch im vergangenen Jahr erklärt, die Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland mitzutragen. Wir haben mit dem Bericht eine fortzuschreibende Bestandsaufnahme erhalten und arbeiten gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren an der Verbesserung der Bedingungen vor Ort“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Das Gesundheitsministerium unterstützt den Aufbau und die Etablierung einer Geschäftsstelle der Krebsgesellschaft M-V. „Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. In M-V gibt es jährlich ca. 11.000 Krebsneuerkrankungen. Die Tendenz ist steigend. Daher muss für die Krebsverhütung und -früherkennung, die Krebsbekämpfung, Nachsorge und Forschung mehr getan werden“, forderte Gesundheitsminister Harry Glawe. Um diese Themenbereiche kümmert sich die Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Die Krebsgesellschaft M-V e.V. ist und wird u.a. auch für die Umsetzung der Gesundheitspolitik bei der onkologischen Versorgung ein wichtiger und verlässlicher Partner sein. Letztlich geht es um ein gemeinsames Ziel: Die Umsetzung des Nationalen Krebsplanes in M-V in Ausrichtung auf die Gegebenheiten und Möglichkeiten im Land.

Das Gesundheitsministerium fördert die Krebsgesellschaft in 2018 mit 130.000 Euro, eine Förderung in dieser Höhe ist auch für 2019 geplant. „Damit werden auch Voraussetzungen für den landesweiten Aufbau psychoonkologischer Beratungsmöglichkeiten geschaffen, da die Krebsgesellschaft an entsprechenden Konzepten arbeitet“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Schulleiterkonferenz Pflege diskutiert Änderungen der Ausbildungsstrukturen

Schwerin – Die Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes stand im Mittelpunkt der Schulleiterkonferenz Pflegeberufe, die am Montag (11.06.) in Schwerin tagte. „Mecklenburg-Vorpommern ist von dem bundesweit beschriebenen demografischen Wandel besonders betroffen. Es ist es für uns eine wichtige Aufgabe, die Sicherung einer guten Pflege flächendeckend zu gewährleisten. Dafür brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die mit Engagement und Tatkraft ihren Beruf ausüben. Der erste Schritt ist eine Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 38 Pflegeschulen, von denen 22 die Erstausbildung anbieten. Die weiteren sind Schulen der Erwachsenenbildung; dort wird in aller Regel Altenpflege und Pflegehilfe im Rahmen einer Umschulung gelehrt.

Derzeit gibt es die Pflegeausbildung in drei Fachrichtungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege). Alle drei Berufsausbildungen werden innerhalb von drei Jahren absolviert, umfassen jeweils 2.100 Stunden theoretisch-praktischen Unterrichts und 2.500 Stunden praktische Ausbildung mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Künftig – ab 01.01.2020 – sollen die drei bislang getrennten Pflegeausbildungen zu einer sogenannten generalistischen Ausbildung mit dem Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ zusammengefasst werden. Kernelement ist, dass in den ersten beiden Ausbildungsjahren eine Ausbildung in der allgemeinen Pflege über alle Altersgruppen erfolgt. Im dritten Ausbildungsjahr besteht für die Auszubildenden die Möglichkeit, die generalistische Ausbildung fortzuführen oder sich in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bzw. Altenpflege zu spezialisieren.

„Um eine bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Pflegeausbildung umzusetzen, arbeiten wir in der Landesregierung unter Federführung des Wirtschaftsministeriums ressortübergreifend zusammen. Die wichtigsten Punkte sind eine Sicherstellung der Finanzierung der Pflegeausbildung, die Anpassung der beruflichen Ausbildung und die Einrichtung einer hochschulischen Ausbildung in der Pflege. In enger Zusammenarbeit mit den Schulleitern wollen wir dafür Sorge tragen, dass wir auch zukünftig ausreichend Fachkräfte zur Versorgung der Pflegebedürftigen im Land haben“, sagte Glawe.

Geplant ist auch der Ausbau einer hochschulischen Pflegeausbildung ab dem Jahr 2020. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock und der Hochschule Neubrandenburg wird dafür ein landesweites Konzept entwickelt. Das Studium soll die Absolventen auf die künftig verstärkte Kooperation und das Arbeiten im multiprofessionellen Team vorbereiten.

Alle Ausbildungswege in der Pflege sollen künftig für die Lernenden kostenlos werden (derzeit bezahlen Pflege-Auszubildende teilweise Schulgeld). Die Finanzierung erfolgt über einen sogenannten Ausgleichsfonds, der vom Land Mecklenburg-Vorpommern, den Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie sozialen und privaten Kranken-/Pflegekassen eingerichtet wird. Die Umsetzung wird vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bildungs-, Sozial- und Finanzministerium unter Einbeziehung der Fachverbände vorbereitet.

In 2015 waren in den Krankenhäusern sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen insgesamt 16.723 Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpflege: 9.969, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 1.253, Altenpflege: 5.501) tätig. Davon arbeiteten 9.531 Pflegefachkräfte in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie 7.192 Pflegefachkräfte in den Krankenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns. Zum Ausbildungsstart im Oktober 2016 befanden sich insgesamt 2.436 Schüler in einer Pflegeausbildung (Gesundheits- und Krankenpflege: 1.569, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 84 und Altenpflege: 783).

Gesundheits-Check am Arbeitsplatz

PAKt-MV mobil Gesundheitsbus macht Station bei Grimmener Unternehmen

Grimmen – Sehtest, Blutdruckmessung und Lungenfunktionstest – die Mitarbeiter der UTL Verarbeitungs- und Dienstleistungs GmbH in Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben am Donnerstag einen Gesundheitscheck im PAKt-MV mobil Gesundheitsbus durchgeführt. Der mehr als 18 Meter lange Bus tourt durch Mecklenburg-Vorpommern, um bei kleinen und mittelständischen Unternehmen direkt vor Ort eine mobile Gesundheitsprävention anzubieten. „Gesunde Mitarbeiter tragen zum Unternehmenserfolg erheblich bei. Aber: Gerade die mittelständischen Betriebe haben oftmals nicht die Kapazitäten, eigenständige betriebliche Präventionsprojekte anzubieten. Hier hilft das PAKt-MV mobil mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und kommt direkt zur Arbeitsstätte. So hat jeder Mitarbeiter die Chance, unkompliziert etwas für die eigene Gesundheit zu tun“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In dem 18 Meter langen Gelenkbus befinden sich moderne Check-up-Geräte. Diese sind in einer futuristischen Kugel, dem Präventiometer, integriert. Die Untersuchungen umfassen beispielsweise die Vermessung von Körperdaten (Größe, Gewicht etc.), einen Sehtest, Blutdruckmessung, Puls- und Sauerstoffsättigung, Körperfettmessung, Elektrokardiographie (Messung der Herzstromkurve), einen Lungenfunktionstest und einen Hörtest. Der Umfang der Checks kann an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst und individuell abgestimmt werden. Die Teilnehmer werden nach einem kurzen Informationsgespräch individuell vom Präventionsteam durch einen Gesundheits-Check-up geleitet.

Die Gesamtdauer mit Vor- und Nachbereitung beträgt für die Mitarbeiter zwischen 60 und 90 Minuten je nach Umfang der vereinbarten Checks. Die Teilnehmer erhalten optional die Möglichkeit, an einem individuellen Gesundheitscoaching über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr teilzunehmen. „Individuell erhält jeder Mitarbeiter nach einem gründlichen Check Tipps und Hinweise zur Gesunderhaltung. Dieses personalisierte Interventionskonzept wird im Anschluss unter anderem durch mobile Präventionsberater und die gezielte Vermittlung regionaler Angebote von Ernährungs- und Bewegungsberatern, Sportvereinen und Fitnessstudios weitergegeben. Das ist eine ideale Kombination, um langfristig Körper und Seele zu stärken“, sagte Glawe.

Das Projekt PAKt-MV mobil wird vom Wirtschaftsministerium mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 2,25 Millionen Euro gefördert. Die Projektlaufzeit ist bis 2020 angelegt.

PAKt-MV mobil steht für eine „mobile Prävention und Gesundheitsförderung für Arbeitnehmer zur Reduktion von Krankheitstagen und Berufsunfähigkeit durch Motivation und Verhaltensänderung“. Projektleiter sind Prof. Reiner Biffar, Direktor der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und klinische Werkstoffkunde, und Prof. Carsten Oliver Schmidt vom Institut für Community Medicine an der UMG.

Grundsätzlich alle kleinen, mittelständischen Unternehmen, Filialisten oder öffentliche Einrichtungen. Angebote können unter pakt-mv@uni-greifswald.de angefragt werden. Erste Ansprechpartnerin zur Kontaktaufnahme ist die Projektkoordinatorin der Universitätsmedizin Greifswald, Carmen Söhne. Informationen gibt es auch im Internet www.pakt-mv.de.

„Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ – bundesweiter Tag der Organspende

Schwerin – „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ lautet das Motto zum „Tag der Organspende“ am Sonnabend (02.06.). Seit 36 Jahren wird deutschlandweit der erste Samstag im Juni genutzt, um auf das Thema aufmerksam zu machen. „Eine Organspende ist ein Geschenk für das Überleben anderer. Jeder Einzelne sollte sich die Zeit nehmen, um die persönliche Entscheidung zu treffen, ob man Organe spenden möchte. Wichtig ist, dies auf einem Organspendeausweis festzuhalten und die eigene Familie darüber zu informieren. Das schafft im Ernstfall Sicherheit, entlastet die Angehörigen und hilft vielen kranken Menschen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Tages der Organspende.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es im Zeitraum Januar bis April 2018 nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) insgesamt 17 postmortale Organspender; im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum sieben. Im Gesamtjahr 2017 waren es 27 Organspender, das entspricht 16,8 Spender je einer Million Einwohner. Zum Vergleich: Bundesweit gab es 2017 insgesamt 797 Organspender, das entspricht 9,7 Spender je einer Million Einwohner. Mecklenburg-Vorpommern ist damit das Bundesland mit den meisten Organspendern bezogen auf die Einwohnerzahl. „Nach einem zurückhaltenden Jahr in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist der Trend 2018 bisher von einer deutlichen Steigerung der Organspende geprägt. Wir haben bei uns eine gute Organspendebereitschaft. Daran wollen wir festhalten. Es braucht eine stetige Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema, um Wissenslücken zu schließen und mögliche Unsicherheiten abzubauen“, sagte Glawe.

Bereits im Jahr 2000 hat Mecklenburg-Vorpommern als eines der ersten Bundesländer gesetzlich geregelt, dass alle Krankenhäuser mit Intensivtherapiebetten mindestens einen Arzt zum Transplantationsbeauftragten bestellen müssen. Dieser berät und unterstützt die übrigen Beschäftigten des Krankenhauses, ist Berater für Patienten und Angehörige. Zudem sind die Themen Organspende und Organtransplantation seit 2002 verbindlicher Bestandteil der Unterrichtsrahmenpläne der Klassenstufen 7 und 8 der regionalen Schulen, der gymnasialen Oberstufen sowie integrierten Gesamtschulen.

Auf der Internetseite des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums gibt es die Möglichkeit, einen Organspendeausweis online auszufüllen und direkt auszudrucken. Hier geht es zum Organspendeausweis: www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/ → Gesundheit → Organspende.

Weitere Möglichkeiten, einen Organspendeausweis zu erhalten: zu bestellen beim Infotelefon Organspende (siehe unten), bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, bei den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen, in Apotheken, Krankenhäusern und Einwohnermeldeämtern sowie in Arztpraxen.

Weitere Fragen zur Organspende beantwortet das Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/90 40 400 (montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr). Das Infotelefon Organspende ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln, und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Frankfurt.

Flächendeckende Gesundheitsversorgung braucht innovative Lösungen

Schwerin – Zur Landtagsdebatte über die Situation am Krankenhaus Wolgast erklärt der Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion und parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann: „Die Portalpraxisklinik am Krankenhaus Wolgast kann ein Beispiel sein, wie Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen funktionieren kann. Deshalb ist es richtig, dass das Modell aktuell erprobt und die Wirksamkeit wissenschaftlich begleitet wird. Die im Jahr 2015 beschlossenen Strukturänderungen am Krankenhaus Wolgast wurde von vielen Menschen vor Ort kritisiert. Deshalb hat das Land nach Lösungen gesucht und gemeinsam mit den Planungsbeteiligten das Modellprojekt „Portalpraxisklinik“ für Kinder und Jugendliche eingeführt. Das Projekt läuft – mit der Möglichkeit auf Verlängerung – für drei Jahre. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob es erfolgreich ist und entscheidend zur Gesundheitsversorgung der Menschen beiträgt. Selbstverständlich gibt es vor Ort auch weiterhin Herausforderungen, die wir ernst nehmen müssen. Dazu ist die SPD-Landtagsfraktion mit der Bürgerinitiative und dem Betriebsrat im engen Dialog.“

Nichtraucherschutzgesetz – Thema im Landtag

Schwerin – Im Landtag ist am Mittwoch das Thema „Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern“ diskutiert worden. „Das aktuelle Nichtraucherschutzgesetz hat sich gut bewährt. Nichtraucher werden durch diese gesetzliche verhältnispräventive Regelung sowohl an öffentlichen Plätzen als auch in Restaurants wirksam und deutlich besser als früher vor gesundheitlichen Gefahren geschützt. Die durch die Nichtraucherschutzgesetze der Länder getroffenen Regelungen erfahren eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

Der Minister machte deutlich, dass Zigarettenreste auf Kinderspielplätzen nichts zu suchen haben. „In der Praxis ist es eine Herausforderung, den Nichtraucherschutz auf Kinderspielplätzen flächendeckend zu gewährleisten. Hier gehen einige Kommunen mit gutem Beispiel voran. Sie setzen auf lokaler Ebene über entsprechende Satzungen sowie entsprechende Beschilderungen Rauchverbote auf den Kinderspielanlagen durch“, betonte Glawe.

Am Donnerstag ist Weltnichtrauchertag, der seit 1987 am 31. Mai eines jeden Jahres begangen wird. In Mecklenburg-Vorpommern rauchten im Jahr 2013 rund 25 Prozent der Einwohner regelmäßig. Im Zeitvergleich ist in M-V ein leichter Rückgang der Raucherquote der Bevölkerung zu verzeichnen, da im Jahr 2009 insgesamt 26,4 Prozent und im Jahr 2005 insgesamt 28,7 Prozent der Einwohner regelmäßige Raucher waren (Angaben: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, Mikrozensus; 1-Prozent-Stichprobe).

„Rauchen ist ein hoher Risikofaktor für Lungenkrebs“, so Glawe weiter. Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters erkranken in Mecklenburg-Vorpommern jedes Jahr 850 Männer und 370 Frauen an Lungenkrebs (Durchschnitt der Jahre 2014 und 2015). Das sind 14 Prozent bzw. 8 Prozent aller Krebsneuerkrankungen. Noch vor 30 Jahren betrugen die Anteile 25 Prozent und 4 Prozent. „Bei Männern ist bei den Erkrankungen ein Rückgang und bei Frauen ein Anstieg zu verzeichnen. Für Lungenkrebs gibt es kein Früherkennungsprogramm. Der beste Weg vorzusorgen, ist deshalb mit dem Rauchen gar nicht erst anzufangen“, forderte Glawe.

Gemeinsame Vereinbarung: Verbesserung der Qualität und Effizienz der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin

Rostock – Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern, die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse (AOK) und die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) wollen die Zusammenarbeit zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin intensivieren. Eine entsprechende Vereinbarung ist im Rahmen der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde unterzeichnet worden.

„Wir wollen noch mehr Medizinstudenten für die allgemeinmedizinische Weiterbildung begeistern. Der Schwerpunkt soll darauf liegen, den Bedürfnissen der Ärzte in Weiterbildung so gut wie möglich Rechnung zu tragen. Darüber hinaus geht es darum, Inhalte in Weiterbildungen zu vermitteln, die für die Versorgung von Patienten vorrangig im dünn besiedelten ländlichen Raum das notwendige Rüstzeug darstellen. Das ist gerade in einem Flächenland von enormer Bedeutung“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe. Gegenwärtig sind in M-V etwa 1.130 niedergelassene Hausärzte im Bereich der ambulanten Versorgung tätig, etwa 125 Hausarztstellen sind derzeit landesweit nicht besetzt.

Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2019. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem:

  • ein begleitendes Mentoring-Programm für Medizinstudierende mit besonderem Interesse an der Allgemeinmedizin („Einblick Allgemeinmedizin“)
  • Angebot eines Kurses „Psychosomatische Grundversorgung“
  • Angebot eines Kurses „Palliativmedizin“ zur Behandlung und Begleitung von Patienten mit inkurablen Erkrankungen im Endstadium
  • Sommerkurs Landlust/Praxisführung: Hier soll einer Gruppe von 5 bis 10 Ärzten in Weiterbildung während der Sommermonate die Möglichkeit gegeben werden, die Arbeit in ausgewählten Landarztpraxen kennenzulernen.

Im Frühjahr 2016 wurde auf Initiative der Landesregierung, der AOK Nordost, der KVMV sowie den Universitäten in Greifswald und in Rostock das landesweit erste Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin eröffnet. „Dieser Prozess ist erfolgreich abgeschlossen. Jetzt geht es darum, den Hausarztberuf durch kluge Weiterbildung und Qualifizierung noch attraktiver zu machen“, so Glawe weiter. Das Zentrum hat die Aufgabe, die medizinisch-fachliche und die organisatorisch-administrative Ausbildung zu verbessern. Nach dem Medizinstudium durchlaufen Ärzte eine von der Ärztekammer festgelegte Weiterbildung. Hierzu zählt zum Beispiel auch die Allgemeinmedizin. Das Kompetenzzentrum bietet begleitende Weiterbildungsangebote, um angehende Ärzte fit für die Praxis zu machen.

Statement Stefanie Stoff-Ahnis – Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost:

„Die AOK Nordost engagiert sich dafür, dass sich ihre Versi-cherten unabhängig vom Wohnort jetzt und in Zukunft auf eine gute hausärztliche Versorgung verlassen können. Junge Mediziner sollen für eine Niederlassung im ländlichen Raum begeistert werden. Die Kompetenzzentren sind ein vielversprechender Ansatz, durch eine gute und praxisnahe Ausbildung angehenden Ärzten Lust auf den Hausarztberuf zu machen und sie bereits frühzeitig in der Region zu verwurzeln.“

Statement Axel Rambow – Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung M-V:

„Wir begrüßen die Beteiligung des Landes als auch der AOK Nordost, sich in die Förderung des allgemeinmedizinischen Nachwuchses einzubringen. Die aktuelle Vereinbarung ergänzt den Förderkatalog der KVMV (www.kvmv.info/aerzte/42/30/index.htm) mit konkreten Maßnahmen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann es gelingen, zukünftigen Fachärzten für Allgemeinmedizin versorgungsrelevantes Wissen und die Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit auch im ländlichen Bereich zu vermitteln. Das Land hat erkannt, dass wir in einem bundesweiten Wettbewerb um den ärztlichen Nachwuchs stehen und ist bereit, sich dafür entsprechend zu engagieren.“

Gesundheitswirtschaft ist weiter auf dem Vormarsch

Rostock – „#Gesundheit2018 – Schöne neue Welt?“ so lautet das Motto der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, die am Donnerstag gestartet ist. „Die Gesundheitswirtschaft entwickelt sich hervorragend. Mehr Wachstum, mehr Wertschöpfung und mehr Beschäftigung zeichnen die Branche insgesamt aus. Die Gesundheitswirtschaft ist ein vielfältiger Markt der Möglichkeiten. Unsere heimische Wirtschaft muss diesen Zukunftsmarkt noch stärker nutzen. Herausforderungen sind neben der Digitalisierung vor allem auch die Internationalisierung der Branche“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe vor Ort. Rund 700 Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nehmen an der zweitägigen Veranstaltung in Rostock-Warnemünde teil. Die Gesamtorganisation für die 14. Branchenkonferenz hat die BioCon Valley GmbH.

Mittlerweile sind circa 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Jeder fünfte Erwerbstätige (20 Prozent) arbeitet in dieser Branche – damit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigtenanteil“, so Glawe weiter. „Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,6 Milliarden Euro) hat sich die Gesundheitswirtschaft zudem als Motor der heimischen Wirtschaft erwiesen. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtschaft. Daran lässt sich messen, welche Kraft die Branche in unserem Bundesland entfaltet. Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft in MV ist in den vergangenen 10 Jahren jährlich um 5,2 Prozent gewachsen. Das Branchenwachstum lag damit um 2,8 Prozentpunkte über dem Wachstum der Gesamtwirtschaft. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Durchschnitt um jährlich 2,1 Prozent – ein sehr erfreulicher Stand der Entwicklung der heimischen Gesundheitswirtschaft insgesamt. Die Branche bleibt ein Wachstumstreiber“, betonte Glawe. Die Zahlen sind vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2018 erhoben worden.

„Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker international ausrichten. Wir müssen mit unseren heimischen Produkten weiter international werben. Wer als Unternehmen exportiert, sichert und schafft auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im eigenen Land. Entscheidend ist, dass die neuen Märkte auch zielgerichtet erschlossen werden. Gerade im Auslandsgeschäft braucht es einen langen Atem. Viele kleine Schritte führen zum Erfolg. Dazu gehört es, die Werbetrommel ordentlich zu rühren“, machte Glawe deutlich. Der Besuch von Messen, Investorentreffen vor Ort sowie das Durchführen von Konferenzen, wie beispielsweise auch die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, sind hierbei wichtige Bausteine, um über die Landesgrenzen hinaus bekannter zu werden.

Wirtschaftsminister Glawe hat mit Vertretern der Gesundheitswirtschaft im April Portugal besucht. In Gesprächen mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium und dem Wirtschaftsministerium wurde beiderseitig bekräftigt, die Zusammenarbeit in den Bereichen Prävention, Rehabilitation, Diabetes, Gesundheitstourismus, Telemedizin und Krankenkassensysteme sowie für Produkte aus dem Medizintechnikbereich, zum Beispiel Stents und Niedertemperaturplasma, zu vertiefen. In Coimbra ist durch einen portugiesischen Hersteller ein spezielles Pflegebett für Krankenhäuser vorgestellt worden. „In den innovativen Betten können Patienten effektiver gewaschen werden, so dass durch eine verbesserte Hygiene die Verbreitung von Infektionen deutlich verringert werden kann. Gleichzeitig nimmt der zeitliche Aufwand ab, so dass dadurch das Personal entlastet werden kann“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Das Land unterstützt die Wirtschaft beispielsweise durch Förderung von Firmengemeinschaftsständen. Für die Branche Gesundheitswirtschaft wird seit Jahren erfolgreich auf den beiden bedeutendsten Medizin-Fachmessen der MEDICA in Düsseldorf und der ARAB HEALTH in Dubai geworben. „Zur weltweiten Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen sind Messebeteiligungen für unsere Unternehmen ein unverzichtbarer Marktplatz“, forderte Glawe.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem auch das deutschsprachige Ausland von Interesse. „Mit der Schweiz haben wir ein Partnerland auf der Branchenkonferenz, mit dem wir besonders eng wirtschaftlich zusammenarbeiten. Über 1.500 Arbeitsplätze sind im Land durch Schweizer Projekte und Ansiedlungen entstanden“, so Glawe. Allein am Standort Warnemünde arbeiten mehr als 250 Mitarbeiter in den Bereichen Entwicklung und Produktion von Stents. Im Verbund arbeitet die Firma Cortronik mit dem weltweit führenden Schweizer Medizintechnikunternehmen Biotronik AG zusammen. Mit dem Medizintechnikunternehmen Ypsomed siedelt sich aktuell ein weiterer Medizintechnikhersteller an. Im Industriepark Schwerin sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen. In der ersten Jahreshälfte 2019 wird die Produktion aufgenommen und damit werden insgesamt 119 weitere Arbeitsplätze entstehen.

Ein weiterer wichtiger Innovationstreiber in der medizinischen Versorgung ist die Digitalisierung. Telematik und Telemedizin spielen auch im Bereich der Gesundheitsversorgung eine immer wichtigere Rolle. „Hier ist eine besonders dynamische Entwicklung festzustellen, die einen grundlegenden Wandel mit sich bringt. Damit steigen die Erwartungen an Prozesse, Inhalte, Verfügbarkeit und Transparenz in der Gesundheitsversorgung. Es ist unser Ziel, die innovativen Möglichkeiten der Digitalisierung optimal zu nutzen, um den Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in M-V gerecht zu werden und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes weiter voranzubringen. Wir brauchen konkrete Ergebnisse für verbesserte Angebote in der Regelversorgung und für die Gesundheitswirtschaft insgesamt“, betonte Glawe. Vieles hat sich gut entwickelt oder ist im Entstehen: digitale Patientenakten, Online-Rezepte und einheitliche Kommunikationssysteme der Beteiligten untereinander.

„Wir sollten uns deshalb die Digitalisierung stärker zu Nutzen machen. Gerade in einem Flächenland wie wir es sind, kommt der Digitalisierung eine besondere Bedeutung bei, beispielsweise bei chronischen Erkrankungen. Durch Unterstützung von Apps oder mit Hilfe der Telemedizin können Krankheiten zum Teil früher erkannt und Krankheitsbilder noch schneller und genauer bestimmt werden. Das ist auch ein Beitrag für eine effektive und verbesserte Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind alles große Herausforderungen, auf die wir uns einstellen, für die wir viele kluge Lösungen finden müssen“, so Glawe. Im Wirtschaftsministerium werden eine Reihe von Förderprogrammen insgesamt für die Digitalisierung geöffnet. „Hierzu zählen die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen. Wichtig ist die Umsetzung von neuen technologischen Innovationen und die Förderung der Qualifikation der Mitarbeiter“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Ein Markt mit viel Potential in der Gesundheitswirtschaft ist der Gesundheitstourismus. „Es sind vor allem Kooperationen wichtig, um die Themen Wellness und Gesundheitsförderung noch deutlicher zu verbinden“, so Glawe. „Jedes Unternehmen im Gesundheitstourismus hat seine Kernkompetenzen, aber für den Kunden ist das Gesamtangebot entscheidend.“

Der Minister forderte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Universitätskliniken, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Hotels. „Wichtig sind die Etablierung von mehr individuell auf Gäste zugeschnittene Angebote. Wir haben viel zu bieten: ausgewiesene Heilwälder, historische Bädertradition, natürliche Heilmittel, landschaftliche Ruhezonen und Anbieter für die Kombination von Urlaub mit Präventionsmaßnahmen. Diese Vorteile müssen wir gegenüber unseren Wettbewerbern noch besser herausstellen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Schwesig: Digitalisierung ist auch in der Gesundheitsbranche das Thema

Rostock – Zur Eröffnung der 14. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Rostock-Warnemünde hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Bedeutung der Digitalisierung für die Gesundheitsbranche unterstrichen: „Digitalisierung – das ist das große Zukunftsthema. Auch bei der Gesundheitsversorgung und in der Gesundheitswirtschaft. In Mecklenburg-Vorpommern mussten wir aufgrund einer schwierigen demografischen Entwicklung schon früher als andere neue Wege gehen. Es war uns sehr früh klar, dass wir auf die Möglichkeiten der digitalen Welt setzen müssen.“

Die Schlüsselfrage für die zukünftige Gesundheitsversorgung ist: „Wie können wir unser Gesundheitssystem so organisieren, dass auch die Menschen in den dünn besiedelten ländlichen Regionen in Zukunft bestmöglich versorgt sind?“, sagte Schwesig. Die Regierungschefin verwies in diesem Zusammenhang auf Gesundheitsschwester AGnES oder den Telenotarzt, „den wir jetzt mit der Digitalen Agenda ausweiten wollen. Diese Ansätze wollen wir weiterentwickeln. Etwa mit dem Ausbau der sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung. In Zukunft werden es immer mehr solch digital basierte Leistungen sein, die die Versorgung in der Fläche prägen.“

So habe das Land zusammen mit dem Kuratorium Gesundheitswirtschaft ein Zehn-Millionen-Euro-Programm entwickelt, „um den wissenschaftlichen Nachwuchs und innovative Gesundheitsprojekte zu fördern. Dabei geht es beispielsweise um die psychosoziale und neurobiologische Gesundheit von Schwangeren und jungen Müttern oder die Entwicklung von Therapien gegen Hautkrebs“, so Schwesig.

Das Thema der Konferenz „#Gesundheit 2018 –Schöne neue Welt?“ Sie sei zurecht mit einem Fragezeichen versehen. „Die Chancen der Digitalisierung müssen aufmerksam begleitet werden. Das gilt insbesondere da, wo Menschen mit neuen Verfahren und Methoden konfrontiert werden. Ein anderer wichtiger Punkt sind die sensiblen Daten, die von Patienten gesammelt würden. Sie müssen sicher sein!“

Einsatzbereiche für das praktische Jahr für Medizinstudierende vorgestellt

Greifswald – Bei einer Informationsveranstaltung der Universitätsmedizin Greifswald haben neun Krankenhäuser des Landes Medizinstudierenden die Einsatzmöglichkeiten für das praktische Jahr (PJ) vorgestellt. „Das praktische Jahr ist ein elementarer Baustein im Rahmen des Medizinstudiums. Hier können die zukünftigen Ärzte ihre umfangreichen theoretischen Kenntnisse direkt umsetzen und mögliche Einsatzbereiche ihrer künftigen Tätigkeit in der Praxis kennen lernen. Auf Initiative der Universitätsmedizin Greifswald präsentieren Krankenhäuser der Region einzelne Fachbereiche, in denen die Ausbildung absolviert werden kann“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das PJ wird im letzten Studienjahr nach dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach einem fünfjährigen Medizinstudium als eine zusammenhängende praktische Ausbildung von 48 Wochen abgeleistet. Das PJ wird in drei Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen (Tertiale) unterteilt, die in der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Allgemeinmedizin oder in einem weiteren klinisch-praktischen Fachgebiet zu leisten sind. „Wir wollen die zukünftigen Mediziner in Mecklenburg-Vorpommern halten und sie überzeugen, dass unser Land ein attraktiver Lebens- und Arbeitsort ist. Insbesondere in ländlichen Regionen und im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt es eine Vielzahl beruflicher Perspektiven“, sagte Glawe.

Um Studierende für eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu motivieren, vergibt das Wirtschaftsministerium Stipendien in Höhe von 300 Euro monatlich längstens für einen Zeitraum von vier Jahren und drei Monaten. Insgesamt stehen mindestens eine Million Euro für das Programm zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die zukünftigen Ärzte an einer Hochschule im Land immatrikuliert sind. „Die Medizinstudierenden verpflichten sich im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen, sei es ambulant, im Krankenhaus oder im ganzen Land im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns, ärztlich tätig zu sein. „Wer sich für den Schritt möglicherweise ein Stipendium zu bekommen, entschieden hat, der kann sich ab sofort für das kommende Semester bewerben“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Der nächste Bewerbungsschluss für die Stipendien ist der 15. August 2018.

An der Informationsveranstaltung nahmen neben der Universitätsmedizin Greifswald acht weitere Krankenhäuser teil: das Sana-Krankenhaus Rügen GmbH, das Kreiskrankenhaus Demmin GmbH, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, die Asklepios Klink Pasewalk, das Asklepios Klinikum Uckermark GmbH, das HELIOS Hanseklinikum Stralsund, das Klinikum Karlsburg und das Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH.

Universitätsmedizin Greifswald und Klinikum Karlsburg gründen „Herzzentrum Vorpommern“

Greifswald – Die bereits seit längerem intensivierte Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) und dem Klinikum Karlsburg auf dem Gebiet der Herzmedizin wird mit einem gemeinsamen „Herzzentrum Vorpommern“ auf ein neues Niveau gehoben. Am Vortag der 14. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock haben heute die Vorstände der beiden Einrichtungen im Beisein von Gesundheitsminister Harry Glawe einen entsprechenden Kooperationsvertrag in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald unterzeichnet. Mit dem Herzzentrum Vorpommern soll die hochspezialisierte herzmedizinische Versorgung in Vorpommern auch angesichts der demografischen Entwicklung weiter ausgebaut und verbessert werden.

„Mit diesem Schritt werden neue Maßstäbe in der Kooperation von Häusern der Spitzenmedizin in Mecklenburg-Vorpommern gesetzt“, betonten der Ärztliche Vorstand der Unimedizin Greifswald, Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke, und der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg, Prof. Dr. Wolfgang Motz.

„Mit der Vereinbarung gehen die Kooperationspartner neue Wege. Die Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen wird deutlich verbessert. Gerade für ein Flächenland ist die intensive Zusammenarbeit von großem Nutzen. Davon profitieren die Ärzte durch einen engen fachlichen und praktischen Austausch. Patienten werden noch optimaler versorgt. Besonders wichtig ist der enge Schulterschluss mit den Krankenhäusern der Region sowie den niedergelassenen Haus- und Fachärzten. So wird die Versorgung des ländlichen Raumes mit ärztlichen Leistungen in Mecklenburg-Vorpommern zukunftssicher aufgestellt“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe.

Die beiden Ärztlichen Direktoren stellten heute erstmals die vereinbarten Inhalte vor, die weit über die bisherige Kooperation bei Herzklappen (TAVI), in der Transfusionsmedizin und den Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen hinausgehen. „Unter dem Dach des Herzzentrums Vorpommerns soll eine flächendeckende und qualitätsgebundene wohnortnahe Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen sichergestellt werden, gemeinsam im Verbund mit den Krankenhäusern und niedergelassenen Haus- und Fachärzten“, sagte der Direktor der Zentrums für Innere Medizin B an der UMG, Prof. Dr. Stephan Felix.

„Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit bei der Behandlung der weit verbreiteten chronischen Herzschwäche.“ Unter einer Herzinsuffizienz, einer eingeschränkten Pumpleistung des Herzens, leiden in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen. Laut aktuellen Statistiken ist die Herzinsuffizienz bei Männern die vierthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache. Auf Grund der demografischen Entwicklung erkranken in Vorpommern besonders viele Patienten an einer Herzinsuffizienz. Sowohl die Universitätsmedizin Greifswald als auch das Klinikum Karlsburg haben frühzeitig die Probleme einer alternden Gesellschaft erkannt. Beide Einrichtungen besitzen heute auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz international eine hervorragende Reputation.

Die Universitätsmedizin Greifswald richtet Schwerpunkte der Forschung auf entzündliche und nicht entzündliche Erkrankungen der Herzmuskulatur (Myokarderkrankungen) aus und behandelt Patienten mit Ausfall der Herz- und Lungenfunktionen. Die extrakorporale Membranoxygenierung, kurz ECMO, ist eine technische Methode, das Blut eines Patienten mit einem Lungenversagen mittels einer externen Maschine und über einen Venenzugang künstlich mit Sauerstoff zu versetzen. Die Intensivstation der Universitätsmedizin verfügt als einzige Klinik in MV über ein zertifiziertes ECMO-Zentrum. Die Universitätsmedizin Greifswald ist zudem Mitglied im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und hier in der Grundlagenforschung und klinischen Forschung auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz mit mehreren Projekten vertreten.

Das Klinikum Karlsburg hat ebenfalls die schwere chronische Herzinsuffizienz als einen Behandlungsschwerpunkt inkludiert und bietet das gesamte Spektrum an Herztherapien an. Wenn sämtliche medikamentösen und Schrittmacher-Therapien ausgeschöpft sind, kommt für die Patienten die Herztransplantation oder die Implantation eines sogenannten LV Assist Systems (LVAD) in Betracht. Erfolgreich konnte im Klinikum Karlsburg im Jahr 2013 das Kunstherzprogramm installiert werden, das Patienten im Endstadium der Herzinsuffizienz mit linksventrikulären Assist-Systemen versorgt. Bei den LVAD-Systemen handelt es sich um eine mechanische Miniherzpumpe, die in die Spitze der linken Herzkammer eingesetzt wird und das Blut in den Kreislauf pumpt. Die Pumpe wird über eine Driveline, die aus dem Bauchraum herausgeführt wird, mit Energie aus Batterien versorgt.

„Die mechanischen Pumpen haben sich wegen des eklatanten Mangels an Spenderorganen zu einer tragenden Säule der Herzinsuffizienz-Therapie entwickelt“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Motz. Das Klinikum Karlsburg bietet dieses medizin-technische Know-how als eine von wenigen Kliniken im Norden Deutschlands an. Mittlerweile wurden in Karlsburg 49 Patienten mit den mechanischen Miniherzpumpen versorgt. Die LVAD-Patienten werden engmaschig von einem Team aus Ärzten, Kardiotechnikern und Psychologen betreut. Dazu wurde unter anderem ein bundesweit einmaliger Hausbesuchsservice „Schwester Karla“ eingerichtet.

„Auf Grund der fachlichen Entwicklungen beider Einrichtungen bietet sich hier eine optimale Voraussetzung zur Bildung eines überregionalen Schwerpunktes auf dem Gebiet der Herzinsuffizienz“, unterstrich Prof. Stephan Felix. „Beide Kliniken werden unter dem Namen ‚Herzzentrum Vorpommern‘ bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) einen ‚Überregionalen Schwerpunkt Herzinsuffizienz‘ beantragen“, kündigte der Greifswalder Mediziner an. „Bei unserer Kooperation streben wir auch eine bessere Vernetzung mit den Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern in der Region Vorpommern an“, unterstrich der Karlsburger Herzspezialist Prof. Dr. Wolfgang Motz. „Gemeinsam können wir für die herzinsuffizienten Patienten viel erreichen.“ Im Einzelnen ist auch geplant, analog zu den Tumorboards in der Onkologie ein „Herzinsuffizienz-Board“ in Vorpommern zu etablieren.

Die Telemedizin wird in Zukunft eine immer bedeutendere Rolle in der medizinischen Versorgung spielen, so auch im Herzzentrum Vorpommern. Die Universitätsmedizin Greifswald verfügt seit 2009 über einen Integrierten Funktionsbereich Telemedizin (IFT), der neue technische Möglichkeiten der Patientenbetreuung erforscht, auch im Bereich der Herzinsuffizienz. Gerade bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Stadium einer Herzinsuffizienz gilt es, unnötige Krankenhausaufenthalte möglichst zu verhindern. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll ein Konzept mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie den Kliniken der Region zur Nutzung der Telekardiologie erarbeitet und umgesetzt werden.

Gesundheitsminister fordert mehr Medizinstudienplätze in M-V

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat mehr Studienplätze für Medizin in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. „Wenn wir weiterhin eine gute ärztliche Versorgung im Land wollen, dann müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das fängt mit einer guten Ausbildung an. Damit wir uns im bundesweiten Wettbewerb um Mediziner weiter behaupten können, sind mehr Studienplätze nötig. Das ist gerade angesichts einer sich demografisch verändernden Gesellschaft von immenser Bedeutung. Wir brauchen mehr Hausärzte und Fachärzte, vor allem auf dem Land. Mit unserem Medizinstipendium setzen wir Anreize für mehr Ärzte auf dem Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Insgesamt gibt es aktuell in Mecklenburg-Vorpommern rund 4.000 Medizinstudenten. Es gibt auf einen Studienplatz etwa vier Bewerber.

Glawe hat sich auch dafür ausgesprochen, die Zulassungsbeschränkungen für einen Studienplatz aufzubrechen. „Gute Noten sind das Eine. Wichtig sind vor allem auch die persönliche Qualifikation und kommunikative Fähigkeiten des angehenden Arztes. Was nützt ein `Einser-Abi´, wenn in Patientengesprächen am Ende nicht der richtige Ton getroffen wird“, so Glawe weiter. Der Minister plädierte darüber hinaus dafür, dass bei der Vergabe der Studienplätze auch berufliche Vorerfahrungen der Bewerber noch stärker berücksichtigt werden sollten.

Gesundheitsminister Glawe hat auch auf die Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Das Wirtschaftsministerium gibt an Medizinstudierende, die an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern immatrikuliert sind, ein Stipendium in Höhe von 300 Euro monatlich längstens für einen Zeitraum von vier Jahren und drei Monaten aus. Insgesamt stehen mindestens eine Million Euro für das Programm zur Verfügung. Die Medizinstudierenden verpflichten sich im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen, sei es ambulant, im Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns, ärztlich tätig zu sein. Im März wurden die ersten 29 Stipendien von Glawe an der Universitätsmedizin in Greifswald (13 Stipendien) und an der Universitätsmedizin in Rostock (16 Stipendien) übergeben. „Daran wollen wir anknüpfen. Jetzt läuft die Antragsphase für das kommende Semester“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Anträge für den nächsten Förderbeginn im Wintersemester 2018/2019 können bis zum 15. August 2018 eingereicht werden.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 1.200 Hausärzte (Stand Januar 2018) tätig, davon sind 120 hausärztliche Pädiater. Dabei sind 35 Prozent der Allgemeinmediziner und Kinderärzte 50 bis 59 Jahre alt, werden wahrscheinlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen. „Da die anspruchsvolle Ausbildung eines Arztes Zeit braucht, wollen wir gegensteuern und aufzeigen, dass wir attraktive Arbeitsplätze für Mediziner im Land haben“, sagte Glawe.

Windflüchter-Charity-Gala in Stralsund

Stralsund – In Stralsund hat am Sonnabend die Windflüchter-Charity-Gala stattgefunden. Mit den Erlösen der Spendengala werden Projekte unterstützt, die sich mit der Krankheits- und Alltagsbewältigung von Krebspatientinnen und Krebspatienten befassen. „Mit der Spenden-Gala wird auf das Thema Krebs und die damit verbundenen Probleme in besonderer Weise aufmerksam gemacht. Darüber hinaus werden die Mittel für die Stiftung „Betroffen“ eingeworben. Mit den Erlösen werden Stiftungsvorhaben sowie regionale Projekte unterstützt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Mit den Erlösen unterstützt die Stiftung „Betroffen“ Projekte, die sich mit der Krankheits- und Alltagsbewältigung von Krebspatientinnen und Krebspatienten befassen. Hierzu zählen auch die psychosozialen Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen mit Krebs und deren Angehörigen in Vorpommern-Rügen. Für Menschen, die durch die Krebserkrankung in eine finanzielle Notlage geraten sind, ist ein Härtefonds eingerichtet worden. „Leider gibt es viele Betroffene, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und Hilfe benötigen. Oft sind es Kleinigkeiten, die neuen Lebensmut und Kraft geben. Viele positive Impulse unterstützten die gute medizinische Behandlung zusätzlich“, so Glawe weiter.

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: die Hälfte der neuerkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter. Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung.

Gesundheitsminister Glawe hat dafür geworben, die vorhandenen Beratungsangebote im Land zu nutzen. „Es gibt eine Reihe von Ansprechpartnern. Hierzu zählt neben den Ärzten auch das Selbsthilfenetz. Hier können sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen und gegenseitig helfen“, so Glawe weiter. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern.

Tipps und Anleitungen für einen bewegungsreichen Alltag gibt es auch im Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“. Kostenfreie Bestellung unter www.krebs-hilfe.de/infomaterial.

Die Stiftung „Betroffen“ wurde von Prof. Dr. Matthias Birth gemeinsam mit seiner Ehefrau Antje zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2014 gegründet. Prof. Dr. Matthias Birth ist Ärztlicher Direktor des Stralsunder Helios Hanseklinikums und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Die Windflüchter-Charity-Gala, die von dem Ehepaar ebenfalls initiiert wurde, fand 2017 erstmals statt. Schirmherrin der Gala ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Als Ehrengäste sind u.a. auch der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt eingeladen worden.

Die gesammelten Spenden werden auch für fortlaufende Stiftungsprojekte, wie u.a. das Schminkseminar für an Krebs betroffene Patientinnen, die psychoonkologische Mediathek und den Härtefonds zur individuellen Hilfe von Krebspatienten eingesetzt. Des Weiteren fördert das Kuratorium der Stiftung beispielweise den „Wünschewagen M-V“ des ASB Landesverbandes MV e.V. Eine Unterstützung erhielten 2017 die Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen zur Einrichtung und räumlicher Ausstattung einer „hospizlichen Tagespflege“ im Hospiz „Gezeiten“ in Stralsund, der Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter Greifswald/Vorpommern e.V. zum Bau eines Spielplatzes am Eltern-Kind-Haus sowie die Universitätskinderklinik Greifswald zur Unterstützung des „Mutperlenprojektes“ für an Krebs erkrankte Kinder auf der Kinderkrebsstation.

Mehr Beschäftigte – auch durch ausländische Pflegekräfte

Nürnberg – Die Pflegebranche boomt. Aktuell sind in der Kranken- und Altenpflege 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 174.000 mehr als vor vier Jahren. Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Angestellten in der Branche um zwölf Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Deutschlandweit ist die Beschäftigung im selben Zeitraum um neun Prozent gestiegen. Um die hohe Arbeitskräftenachfrage zu decken, setzen Pflegebetriebe verstärkt auf Beschäftigte aus anderen Staaten. Vor vier Jahren lag der Anteil ausländischer Altenpflegekräfte bei knapp sieben Prozent. Mittlerweile ist er auf elf Prozent gestiegen. Viele Beschäftigte stammen aus den EU-Ländern Polen, Rumänien und Kroatien.

Der steigende Anteil von Pflegekräften aus dem Ausland ist hauptsächlich Folge der hohen Arbeitskräftenachfrage. Vor allem bei Altenpflegekräften besteht ein bundesweiter Mangel. Gesucht werden besonders examinierte Fachkräfte. Auf die 15.300 gemeldeten Stellen für Fachkräfte im April 2018 kommen lediglich 3.000 arbeitslose Frauen und Männer. Ähnlich verhält es sich in der Krankenpflege. Auf 12.100 gemeldete Stellen für Fachkräfte kommen lediglich 5.000 arbeitslose Bewerber.

Angesichts des fast flächendeckenden Fachkräfteengpasses in der Kranken- und Altenpflege setzen Arbeitsagenturen und Jobcenter verstärkt auf die berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. So haben in den letzten fünf Jahren 33.800 Arbeitslose eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen. Bei Krankenpflegefachkräften waren es 2.100. Dabei hilft auch, dass Arbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ bis Ende 2019 die Weiterbildung vollständig fördern können. Die für das dritte Ausbildungsjahr sonst erforderliche Kofinanzierung durch Dritte ist hier nicht erforderlich. Eine solche Regelung gibt es für die Krankenpflege nicht.

Da die Qualifizierung von Arbeitslosen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Branche nicht ausreicht, beteiligt sich die BA an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte. Seit fast fünf Jahren qualifizieren die BA und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Programms „Triple Win“ Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. In diesen Ländern gibt es einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden. Mittlerweile konnten über das Programm 1.300 Pflegekräfte vermittelt werden.

„In Deutschland wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Grund ist unter anderem die demographische Entwicklung. Natürlich versuchen wir, auch die inländischen Reserven zu mobilisieren und bei jungen Leuten für eine Ausbildung im Pflegebereich zu werben oder Arbeitslose zu qualifizieren. In der Pflegebranche wird das kaum reichen. Wir brauchen ausländische Kräfte und wollen diesen Menschen auch dauerhaft eine gute Perspektive bieten.“ erläutert Raimund Becker, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit.

Gesundheitsbewusst und aktiv neue Höhen erklimmen

Naturerbe Zentrum Rügen und AOK Nordost gehen gemeinsame Wege

Insel Rügen – Das Naturerbe Zentrum Rügen, eine Einrichtung der bayerischen Erlebnis Akademie AG, und die AOK Nordost werden als neue Kooperationspartner gemeinsame Wege gehen. Darüber informierten heute in Binz der Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, Christian Kremer, und Juri Schlünz, der Koordinator für Sport- und Gesundheitsstützpunkte der AOK Nordost. Als exklusiver Gesundheitspartner möchte die AOK Nordost künftig die beliebte touristische Freizeit- und Bildungseinrichtung nutzen, um auf unterhaltsame und doch nachhaltige Art und Weise auf eine aktive und gesunde Lebensweise aufmerksam zu machen. Das Naturerbe Zentrum Rügen mit dem 2013 eröffneten 1.250 Meter langen Baumwipfelpfad zieht jährlich rund 300.000 Besucher an.

Bewegung tut gut – Jürgen Michalski, Regionalleiter Nord der Erlebnis Akademie AG (v. li.), Juri Schlünz von der AOK Nordost, der Stralsunder AOK-Niederlassungsleiter Henry Nahlik und Christian Kremer, Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, zeigen eine der ersten Infotafeln vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades. Foto @ NEZR/Maxi Klawa

„Am 15. Juni feiern wir fünf Jahre Naturerbe Zentrum Rügen. Unser Anspruch liegt in der Vermittlung von Werten, die zur Bewahrung unserer Naturräume und zu einem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen beitragen. Mit der Kooperation mit der AOK Nordost setzen wir jetzt neue Akzente“, betonte Christian Kremer. „Wir erweitern unsere Ziele um den wichtigen Faktor der Gesundheitsbildung und möchten dabei die Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner schrittweise ausbauen.“

Gestartet wird mit drei großen Infotafeln, die vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades, im Pfad an der ersten Erlebnisstation, an der es den Balancierbalken oder Wackelelemente zu überwinden gilt, und nach dem Ausstiegsturm angebracht worden sind. Auf den Schildern wird um eine aktive Lebensweise geworben, wobei schon die Absolvierung von täglich 10.000 Schritten eine große Rolle spielt. Studien belegen, dass damit das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung um 20 Prozent gesenkt werden kann. Bei Kindern wirken einfache Übungen zur Koordination dem Bewegungsmangel entgegen, bei älteren Menschen dienen sie der Sturzprävention und dem Erhalt der Lebensqualität.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Naturerbe Zentrum Rügen“, sagte Juri Schlünz. „Gemeinschaftliche Erlebnisse und die Freude an aktiver Betätigung in der Natur tragen sehr viel zum gesundheitlichen Wohlbefinden und einer positiven Entwicklung bei“, so der ehemalige Bundesligaspieler und Trainer vom F.C. Hansa Rostock. „Der Baumwipfelpfad auf Deutschland größter Insel ist geradezu prädestiniert für unser Anliegen und die Botschaft an alle Altersgruppen, dass jeder selbst etwas für seine Fitness und sein Wohlbefinden tun kann.“

Die AOK Nordost wird darüber hinaus die mehrfach prämierte „Baumwipfelpfad-Comic-Rallye“ unterstützen und Preise für die Teilnehmer zur Verfügung stellen. Mit Comic-Heft und Stift in der Hand können die jüngeren Besucher während der Wanderung zum Gipfel spannende Aufgaben in dem Rallye-Quiz lösen.

Im eigenen Boomhus-Bistro werden in Kooperation mit der AOK Nordost regelmäßig verschiedene gesunde Wochengerichte angeboten. Die Steckbriefe zum jeweiligen Tagesgericht wie beim aktuellen Süßkartoffel-Gemüse-Auflauf mit Schafskäse liegen als Infoblatt aus und können mitgenommen werden. Darin wird auf die Bedeutung und Inhalte der verarbeiteten Lebensmittel hingewiesen. So heißt es in dieser Woche „Süßkartoffeln sind eine wahre Karotin-Fundgrube und punkten mit viel Vitamin E und C. Vom Nährwertgehalt sind sie ganz vorne dabei. Junges frisches Gemüse tut immer gut und Schafkäse enthält sehr wenig Laktose“.