Pflegestützpunkt in Bad Doberan wird eröffnet

Zweiter Stützpunkt im Landkreis Rostock

Bad Doberan – Der Landkreis Rostock hat seinen zweiten Pflegestützpunkt eröffnet. Nun haben auch die Bürgerinnen und Bürger in Bad Doberan und im westlichen Teil des Landkreises eine zentrale Beratungsstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege. Träger des Pflegestützpunktes sind die Kranken- und Pflegekassen im Land gemeinsam mit dem Landkreis Rostock.

Den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Rostock steht nun auch hier eine kostenlose, trägerneutrale und kompetente Beratung und Unterstützung aus einer Hand zur Verfügung. „Rund 75 Prozent der pflegebedürftigen Personen im Land werden zu Hause betreut – entweder ausschließlich durch Angehörige oder mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes. Besonders die pflegenden Angehörigen, die oft an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit sind, brauchen deshalb kompetente und unabhängige Beratungs- und Hilfsangebote. Genau das bieten die inzwischen 15 Pflegestützpunkte im Land“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese anlässlich der offiziellen Eröffnung. „Ich freue mich sehr, dass nun auch die Menschen in Bad Doberan und Umgebung eine kompetente und neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Pflege bekommen. Damit stärken wir vor Ort die häusliche und ambulante Pflege.“

Aufgabe des Pflegestützpunktes ist es, Betroffenen und ihren Angehörigen eine zentrale Anlaufstelle und eine unabhängige Beratung zu bieten mit dem Ziel, Leistungen besser am tatsächlichen Bedarf auszurichten. Ganz wichtig: Das Team des Pflegestützpunktes ist auch darauf eingestellt, Bürgerinnen und Bürger zu Hause zu besuchen. So können auch in den eigenen vier Wänden alle notwendigen Gespräche geführt werden, ohne dass die Pflegebedürftigen die Fahrt zum Pflegestützpunkt auf sich nehmen müssen.

„Unser neuer Pflegestützpunkt verbessert das Beratungsangebot im gesamten Landkreis Rostock deutlich“, so Anja Kerl, Sozialdezernentin und Zweite Stellvertreterin des Landrats. „Der Pflegestützpunkt in Bad Doberan verkürzt Wege und Wartezeiten für Ratsuchende aus dem Norden des Kreises. Der Pflegestützpunkt Güstrow wird entlastet. Wir ermöglichen damit auch bessere Vorsorge, denn frühzeitige Beratung erleichtert den Umgang mit Pflege, wenn sie notwendig wird.“

Die gewonnenen positiven Erfahrungen der landesweit bestehenden 15 Pflegestützpunkte von Pasewalk bis Grevesmühlen bilden eine gute Basis für die Arbeit im Pflegestützpunkt Bad Doberan.

„Mit den beiden Pflegestützpunkten in Güstrow und Bad Doberan besteht auch im Landkreis Rostock ein flächendeckendes Netz, um dem Beratungsbedarf sowie den Unterstützungsangeboten der Region noch umfassender gerecht zu werden“, so Frank Ahrend, Mitglied der Geschäftsleitung bei der AOK Nordost.

Für Kirsten Jüttner, Leiterin der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen, steht das Thema Vernetzung aller Partner ganz oben auf der Agenda, um eine neutrale qualitätsgerechte Beratung zu garantieren.

Auch Ralf Hermes, Vorstand der IKK Nord betont: „Ein großer Vorteil ist, dass die Experten vor Ort auf die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Personen eingehen und schnell und unbürokratisch helfen können.“

Internationaler Weltkrebstag

Schwerin – Am Sonntag (04.02.) wird der jährliche „Internationale Weltkrebstag“ begangen. Die Weltkrebsorganisation UICC („Union internationale contre le cancer“ – eine Organisation, die sich der Erforschung, Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen widmet) setzt in diesem Jahr den Fokus auf das Thema Bewegung als Präventionsmaßnahme.

„In allen Lebensphasen ist es wichtig, sich körperlich zu betätigen. Bewegung hilft gesunden und bereits erkrankten Menschen, das eigene Wohlbefinden zu steigern und das Immunsystem zu kräftigen. Mit dem Internationalen Weltkrebstag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass regelmäßige Bewegung nach medizinischen Erkenntnissen das eigene Krebsrisiko senken kann“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Jahrestages.

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: Die Hälfte der neuerkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter.

Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung. „Prävention und eine aktive Lebensweise ist neben der Krebsfrüherkennung ein bedeutender Bestandteil, um möglichst lange ein gesundes Leben zu führen. Auch während einer Therapie und in der Nachsorge kann sportliche Aktivität helfen“, sagte Glawe.

Der Gesundheitsminister hat dafür geworben, die vorhandenen Beratungsangebote im Land zu nutzen. „Erkrankte können neben den Ärzten als Ansprechpartner auch das Selbsthilfenetz nutzen. Hier können sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen und gegenseitig helfen“, so Glawe weiter. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern.

Wer seinen Alltag bewegungsreicher gestalten möchte, erhält Tipps und Anleitungen in einem Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“. Kostenfreie Bestellung unter www.krebshilfe.de/infomaterial.

Krebserkrankungen werden im Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen erfasst. Die Daten werden in verschlüsselter Form gespeichert und ausgewertet, um wichtige Informationen über Ursachen, Entwicklung und Vorbereitung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind alle Ärzte zur Meldung verpflichtet.

Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs

Neues Projekt in Teterow vorgestellt

Teterow – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Teterow gemeinsam mit der Miltenyi Biotec GmbH, der Universitätsmedizin Rostock und der Universitätsmedizin Greifswald ein neuartiges Verbundforschungsvorhaben vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. „Das ist ein ambitioniertes und vor allem sehr innovatives Vorhaben. Bei Erfolg können viele Menschen von der heimtückischen Krankheit Krebs gerettet werden. Wir wollen die Chance nutzen, dass in der Zukunft in Teterow patientenspezifische Impfstoffe gegen Darm- und Bauspeicheldrüsenkrebs sowie die dazugehörige Medizintechnik entwickelt und produziert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag in Teterow.

Es geht um konkret angewandte Forschung von Wirtschaft und Wissenschaft unseres Landes zum Nutzen der regionalen Wirtschaft, der regionalen Wissenschaft sowie der zukünftigen regionalen medizinischen Versorgung. „Hier tritt ein Synergieeffekt ein, welcher eine gewaltige Zukunftsperspektive bei der Schaffung von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen bedeuten kann. Darüber hinaus kann auch die Gesundheitsversorgung im Land davon profitieren. Wenn es also auf diesem Gebiet gelingt, erfolgreiche Forschungsaktivitäten bis hin zur erfolgreichen Markteinführung zu bringen, wäre das eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, von der auch viele einzelne Menschen profitieren könnten“, machte Glawe deutlich.

Im Verbundvorhaben sollen Strategien für patientenspezifische Immuntherapien für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs entwickelt werden. Die Miltenyi Biotec GmbH verfolgt hierbei den Ansatz, sich das körpereigene Immunsystem zunutze zu machen, um den Krebs zu bekämpfen. Dabei werden Immunzellen aus dem Patienten isoliert und so verändert, dass sie eine gezielte Immunantwort gegen den Krebs nach der Rückgabe in den Patienten induzieren können.

„Wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz die Krebsmedizin einen großen Schritt nach vorne bringen kann“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer der Firma Miltenyi Biotec. „Unsere Vision ist es, dass in Zukunft jeder Krebspatient seine eigene personalisierte Therapie erhält, die auf die genetischen Besonderheiten seines Tumors zugeschnitten ist.“

Für die Herstellung dieser individuellen Therapeutika ist es erforderlich, die spezifischen Eigenschaften der Tumorzellen eines Patienten genau zu kennen. Hierfür entwickelt die Miltenyi Biotec GmbH einen Prozess, mit dem individuelle genetische Veränderungen der Tumorzellen identifiziert und mit Methoden der Bioinformatik analysiert werden. Diese Information wird dazu genutzt, das Immunsystem so zu schulen, dass es den Krebs erkennen und gegen die Erkrankung vorgehen kann. Ziel ist die Herstellung von maßgeschneiderten und nebenwirkungsarmen Therapien innerhalb weniger Wochen.

Die beteiligten Forschungseinrichtungen, die Universitätsmedizin Rostock (Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin) und die Universitätsmedizin Greifswald (Klinik für Innere Medizin A), führen basierend auf dem im Projekt entwickelten Prozess eine erste klinische Studie an Patienten durch, die an Bauchspeicheldrüsen- oder Darmkrebs erkrankt sind. Außerdem erarbeiten sie eine umfangreiche Begleitforschung für die klinische Studie und entwickeln neue Analysemethoden, um den Wirkmechanismus der Therapie besser zu verstehen.

Der Krebsspezialist Prof. Dr. Christian Junghanß, Direktor der Klinik für Onkologie der Universitätsmedizin Rostock und universitärer Sprecher des Forschungsverbundes, ist begeistert: „Die Aktivierung, Stärkung und spezielle Ausrichtung des Immunsystems des Patienten gegen die eigenen Tumorzellen ist ein wesentliches Element einer erfolgreichen, modernen Krebstherapie. Die Forschung in diesem Bereich schreitet rasant voran und es ist eine große Freude, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern – von der Landesregierung gefördert – einen starken Forschungsverbund mit den beiden Universitäten sowie einem weltweit bekannten Unternehmen gründen konnten. Wir hoffen, durch unsere Forschungsergebnisse die Möglichkeiten der Krebstherapien weiter zu verbessern.“

„Während wir bei der Behandlung des Darmkrebses in den letzten Jahren schon Fortschritte gemacht haben, ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der tödlichsten Krankheiten überhaupt geblieben. Nur mit starken Partnern aus der Biotechnologie und im Verbund mit Partnerkliniken können wir diesen Krebs besiegen“, meint Prof. Markus Lerch von der Universitätsmedizin Greifswald. Darüber hinaus sollen die im Verbundforschungsprojekt benötigten medizintechnischen Geräte zusammen mit den jeweils benötigten Reagenzien entwickelt und als Gesamtpaket zur Anwendung in Forschung und Kliniken vermarktet werden.

Die Gesamtinvestitionen des Projektes belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Das Land unterstützt die Projektpartner des Verbundvorhabens mit rund 6,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Insbesondere der Verbund von Wirtschaft und Wissenschaft ist für uns ein erfolgversprechendes Modell in der Technologieförderung, denn nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren kann Beschäftigung und Wohlstand in Mecklenburg-Vorpommern in der Fläche gesichert werden“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungsförderung in Mecklenburg-Vorpommern werden von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes sehr gut angenommen. Ein sehr großer Teil der geplanten 168 Millionen Euro ist daher schon gebunden“, so Glawe weiter.

Allein im Jahr 2017 sind 86 Technologieprojekte mit insgesamt 50,4 Millionen Euro aus dem EFRE vom Wirtschaftsministerium bewilligt worden. „Wir planen, die Forschungs- und Entwicklungsförderung um 50 Millionen Euro aufzustocken. Wir versprechen uns davon eine weitere Stärkung der Innovationskraft der regionalen Wirtschaft und die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze“, so Wirtschaftsminister Glawe. Aktuell werden dazu die Gespräche mit dem EFRE-Begleitausschuss vorbereitet.

Psychosoziale Beratung für geflüchtete Menschen wird ausgebaut

Kaselitz: Start für dritte Anlaufstelle in Neubrandenburg

Neubrandenburg – Die Integrationsbeauftrage der Landesregierung Dagmar Kaselitz besuchte heute die Auftaktveranstaltung „Psychosoziale- & Bildungsberatung für geflüchtete Menschen“ in Neubrandenburg. Das Projekt wurde durch die Hochschule Neubrandenburg initiiert und bildet – neben Schwerin und Greifswald – den mittlerweile dritten Anlaufpunkt für psychosoziale Beratung im Land.

„Das Angebot in Neubrandenburg stärkt die Integration im Land. Es ist wichtig, dass eine weitere Beratungsstelle geschaffen werden konnte. Denn es geht hier um eine ganz besonders schutzbedürftige Gruppe von Menschen: Traumatisierte Asylsuchende, unbegleitete Flüchtlinge, alleinerziehende Frauen sowie Kinder und Jugendliche haben nun auch an der Seenplatte einen versierten Ansprechpartner“, betonte Kaselitz in ihrem Grußwort zur Eröffnung.

Neben Räumlichkeiten in der Stadt wird auch ein mobiles Beratungs- und Therapieangebot durch eine Fachkraft eingerichtet. Besonders ist die zusätzliche Beratungsleistung in Bezug auf bildungsbezogene Fragen. So erhalten junge Erwachsene auf Wunsch auch Informationen zu Studium, Ausbildung und Beruf.

„Großer Dank gilt den vielen Partner vor Ort – wie der AWO, der Diakonie und der Caritas. Damit konnte das Angebot der Hochschule Neubrandenburg sinnvoll ergänzt werden“, sagte Kaselitz.

Die Basis des Projekts bildet die Förderinitiative „Innovative Hochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weg frei für erste Geriatrie-Professur in MV

Konzept von Kreiskrankenhaus Wolgast und Unimedizin Greifswald wurde vom BMBF positiv bewertet

Greifswald – Ein großer Erfolg für das Kreiskrankenhaus Wolgast und die Universitätsmedizin Greifswald: Die Stiftungsprofessur für Geriatrie und Gerontologie an der Unimedizin kann ausgeschrieben werden. Die Betten des Lehrstuhls werden am Kreiskrankenhaus Wolgast angesiedelt sein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der Fördermaßnahme „Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie“ eine Projektkonzeption der Unimedizin Greifswald als positiv bewertet und den Weg für einen neuen Lehrstuhl für Altersmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald und den ersten dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern geebnet.

„Das ist ein großer Erfolg für die Universitätsmedizin Greifswald und das Kreiskrankenhaus Wolgast. Damit können neue Angebote in Forschung, Lehre und auch in der Versorgung entwickelt werden. Wir müssen den demografischen Wandel mit einer alternden Bevölkerung so bewältigen, dass es auch in Zukunft gelingt, eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unseres Landes zur Verfügung zu stellen. Mit dem neuen Lehrstuhl wird ein Beitrag hierfür geleistet“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe.

Dazu sagte die Geschäftsführerin des Kreiskrankenhauses, Marie le Claire: „Unser anspruchsvolles Konzept ist sehr gut aufgenommen worden. Die gemeinsamen Anstrengungen haben sich gelohnt, weil wir auf hohem Niveau in die Forschung einsteigen und die Lehre intensivieren können. Die stationären Betten am Kreiskrankenhaus erhalten damit einen universitären Status. Dies kommt direkt den Patienten in Wolgast vor Ort zugute.“

Der aufwändige Projektantrag wurde von der Leitenden Chefärztin am Kreiskrankenhaus Wolgast, Professorin Elisabeth Steinhagen-Thiessen, in enger Zusammenarbeit mit dem Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Professor Hans J. Grabe, erarbeitet. Das Konzept sieht die Etablierung einer Stiftungsprofessur für Geriatrie und Gerontologie vor sowie den Aufbau einer Forschungsgruppe. „Die positive Bewertung ist ein Meilenstein für die Altersmedizin in Wolgast und ganz Mecklenburg-Vorpommern“, betonte die erfahrene Geriaterin und Wissenschaftlerin Steinhagen-Thiessen. „Angesichts der demografischen Entwicklung ist die Stärkung der multiprofessionellen Versorgung von älteren Patienten ebenso wie die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses und die Forschung ein dringendes Gebot unserer Zeit und der Zukunft.“

Die Unimedizin Greifswald wird die Professur im zweiten Verfahrensschritt nun ausschreiben. Der künftigen Professorin bzw. dem künftigen Professor obliegt es dann, ein Arbeitsprogramm für die maximal sechsjährige Förderung der Forschungsgruppe durch das BMBF zu erstellen. „Ziel ist es, spätestens in zwei Jahren mit dem neuen Lehrstuhl und der Forschungsgruppe arbeitsfähig zu sein“, sagte Prof. Dr. Max P. Baur, Dekan und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Greifswald.

Leben retten ohne Grenzen

Integrierter Rettungsdienst für Notfälle an der deutsch-polnischen Grenze/Startschuss für länderübergreifendes EU-Projekt heute in Greifswald

Greifswald – Heute haben die Partner des deutsch-polnischen EU-Projektes „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald den Startschuss für das ambitionierte gemeinsame Vorhaben gegeben. Das Wirtschaftsministerium MV fördert das Projekt im Programm Interreg V A aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden drei Jahren mit rund 2 Millionen Euro. „Die Initiative zeigt, wie Europa vor Ort immer weiter zusammenwächst“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Es sind Grenzen verschwunden und in wichtigen Fragen wird künftig noch enger kooperiert. In der Gesundheitspolitik hat die Region Pomerania bereits in der Telemedizin neue Maßstäbe gesetzt.“

Das Projekt wurde von der Universitätsmedizin Greifswald und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald initiiert, die auf dem Gebiet des Rettungsdienstes seit vielen Jahren sehr eng zusammenarbeiten. Auf polnischer Seite ist die Wojewodschaftsstation des Rettungsdienstes Stettin seit langem Ansprechpartner und von Beginn an in die Projektvorbereitung involviert. Hinzugekommen sind die DRF Luftrettung und die polnische Luftrettungsstation Goleniow. Weitere Partner sind der gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland sowie die Universität Greifswald mit ihren Lehrstühlen für Slawische Sprachwissenschaft und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement.

„Gemeinsam arbeiten wir bereits seit mehreren Jahre an dem Ziel, für Rettungsdiensteinsätze an der deutsch-polnischen Grenze den erforderlichen fachlich-organisatorischen Rahmen zu schaffen“, betonte Projektleiter Prof. Konrad Meissner von der Greifswalder Universitätsklinik für Anästhesiologie.

„Im regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit unseren deutschen und polnischen Partnern in der Projektvorbereitung haben wir die Grundlage gelegt, zeitnah im Sinne der Betroffenen Lösungen zu präsentieren und umzusetzen“, unterstrich auch die Landrätin von Vorpommern-Greifswald, Dr. Barbara Syrbe. „Das Modellprojekt kann auch anderen Grenzregionen als Vorbild dienen und für mehr Sicherheit in der länderübergreifenden Notfallmedizin sorgen“, ist Dirk Scheer, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, überzeugt. „Wir nehmen hier in Europa eine Vorreiterrolle ein.“

Hintergrund für das deutsch-polnische Engagement ist das angestrebte Ziel eines grenzüberschreitenden Rettungsdienstes. Deutsche und polnische Rettungskräfte sollen bei Bedarf zukünftig auch auf der jeweils anderen Seite der Grenze tätig werden können. Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Bürger, die Verflechtung der Gesellschaften beiderseits der Grenze und der wachsende Tourismus in der beliebten deutsch-polnischen Ostseeregion führen zu einem Anstieg medizinischer Notfälle. Oftmals müssen bisher noch deutsche oder polnische Patienten an der Grenze in einen anderen Rettungswagen umgelagert werden, da bislang noch nicht alle vertraglichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit geschaffen werden konnten. Insbesondere müssen auch die Sprachbarrieren überwunden werden.

Das Ziel besteht in der Integration und Optimierung der Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen und Rettungsdienste im grenzüberschreitenden öffentlichen Rettungsdienst. Dabei sollen abgestimmte und verbindliche medizinische Leitlinien bei der Versorgung von Notfallpatienten zur Anwendung kommen. Die Rettungsdienste im Fördergebiet können somit trotz unterschiedlicher Voraussetzungen befähigt werden, rechtssicher grenzüberschreitende Notfallrettung auf hohem Qualitätsniveau zu betreiben. Nach Herstellung der Transportfähigkeit soll der Notfallpatient ohne Zeitverzug an die nächste geeignete Einrichtung übergeben werden können, unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit.

Zunächst werden die Projektpartner aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der polnischen Wojewodschaft Westpommern die Gesamtsituation für eine länderübergreifende Notfallversorgung systematisch analysieren, um Lösungswege für einen funktionsfähigen deutsch-polnischen Rettungsdienst aufzuzeigen. Gleichzeitig wird ein umfangreiches Schulungsprogramm durchgeführt, um das Verständnis für die jeweils andere Fachsprache bei den Rettungsdienstmitarbeitern im Grenzbereich zu fördern und die Rettungsfachkräfte in die Lage zu versetzen, an Simulatoren die Beherrschung von Notfallszenarien gemeinsam zu üben.

Deutsche und polnische Rettungsdienstmitarbeiter werden in einem notfallmedizinischen Simulationstraining gemeinsam die grenzüberschreitende leitliniengerechte Versorgung von deutschen und polnischen Patienten trainieren. Zur Schaffung der Trainingsinfrastruktur wird eine Ausbildungsstätte in Stettin analog zum Greifswalder Zentrum mit modernstem Simulationsequipment ausgestattet. Seitens des Landkreises Vorpommern-Greifswald kommt darüber hinaus ein mobiles Simulationsrettungsfahrzeug zum Einsatz. Zielstellung der Schulungsmaßnahmen ist die Erhöhung der Patientensicherheit durch die effektive Koordination notfallmedizinischer Handlungsabläufe ohne sprachliche Barrieren. Dafür soll unter anderem auch eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation und e-Learning mit Tablet-PC entwickelt werden.

„Letztendlich steht eine dauerhafte arbeitsfähige Vernetzung der Rettungsdienststrukturen in der Boden- und Luftrettung in der deutsch-polnischen Grenzregion im Fokus all unserer Bemühungen“, fasste Projektleiter Prof. Dr. Konrad Meissner die Bemühungen des Projektteams zusammen.

Über eine zweisprachige Internetseite wird ab dem Frühjahr 2018 regelmäßig über die Fortschritte im Projektablauf berichtet.

Handlungsbedarf bei Notfallversorgung

Glawe: Denkmodelle in Praxis umsetzen – Helios Kliniken sind wichtiger Bestandteil der Krankenhauslandschaft in MV

Schwerin – Auftakt ins neue Jahr: Am Mittwoch hat die HELIOS Kliniken Schwerin GmbH ihren Neujahrsempfang veranstaltet. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe machte auf das Thema Notfallversorgung aufmerksam. „Die Notaufnahmen in den Krankenhäusern geraten zunehmend an ihre Grenzen, sowohl personell und strukturell als auch finanziell. Um die Patientenversorgung zu verbessern, besteht hier dringender Handlungsbedarf, die Notfallversorgung neu zu regeln und die Vergütung neu zu gestalten“, forderte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „Wir brauchen Denkmodelle, die auch in die Praxis umgesetzt werden. Eine verstärkte sektorenübergreifende Versorgung ist notwendig. Eine Zusammenführung aller drei Bereiche der Notfallversorgung: des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung, des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen der Krankenhäuser würde die Notfallversorgung verbessern“. „Gegenwärtig wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein Vorschlag für ein gestuftes System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern erarbeitet.“

„Die Helios Kliniken Schwerin sind ein fester und wichtiger Bestandteil unserer leistungsfähigen Krankenhauslandschaft im Land“, sagte Gesundheitsminister Glawe im Rahmen des Neujahrsempfanges. Mit 1.046 Planbetten und 31 Tagesklinikplätzen sind die Helios Kliniken Schwerin das größte Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen 332 Betten und 148 tagesklinische Plätze in der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik. „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat den Standort Schwerin in den vergangenen Jahren mit über 380 Millionen Euro gefördert. Das ist auch ein Beitrag dafür, dass das Haus die modernen Standards erfüllen kann und auf dem neuesten Stand der Technik ist“, sagte Glawe.

Gegenwärtig wird der neue Anbau an der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie umgesetzt. Im Dezember war Richtfest. Der Bau ist Teil einer kofinanzierten Bau- und Sanierungsmaßnahme an der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik. „Durch diese Großinvestition entstehen Räumlichkeiten, die den heutigen Anforderungen an eine moderne Medizin im Bereich der Psychiatrie entsprechen“, so Gesundheitsminister Harry Glawe. Die umfassende Sanierung der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik wird vom Wirtschafts- und Gesundheitsministerium in Höhe von 29 Millionen Euro unterstützt; die Gesamtinvestitionen betragen rund 37 Millionen Euro.

Die Helios Kliniken Schwerin GmbH bietet zahlreiche medizinische Leistungen an. Das Unternehmen ist eines von sieben akademischen Lehrkrankenhäusern der Universitätsmedizin Rostock. Zur GmbH zählen die Betriebsstätten Helios Kliniken Schwerin und Carl-Friedrich-Flemming-Klinik.

Neben den 14 somatischen Fachabteilungen werden mehrere Institute und Zentren und ein Medizinisches Versorgungszentrum in Gadebusch und zwei in Schwerin betrieben. Als besondere Aufgaben sind ein Perinatalzentrum, eine überregionale Stroke Unit und ein Onkologisches Zentrum im aktuellen Krankenhausplan ausgewiesen. Die Tageskliniken der Helios Kliniken Schwerin GmbH befinden sich in Schwerin, Ludwigslust, Wismar und Sternberg.

„Fleischatlas 2018“ veröffentlicht

Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern Umbau der Tierhaltung

Berlin – Die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Le Monde Diplomatique haben heute in Berlin den „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“ veröffentlicht. Der nunmehr vierte Fleischatlas enthält zahlreiche Daten, Fakten und Grafiken zu den drängendsten Problemen der industriellen Fleischproduktion und konkrete Lösungsansätze für eine bessere Tierhaltung.

Ein ökologischer Wandel in der Tierhaltung sei nur mit neuen politischen Strategien und einem geschärften Bewusstsein bei Verbrauchern möglich, so die Organisationen. Der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung werfen der Bundesregierung Handlungsunwilligkeit vor und fordern den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung endlich zu beginnen. Dazu gehöre auch, eine verpflichtende Kennzeichnung bei Fleisch einzuführen – vergleichbar der Eier-Kennzeichnung, die dazu geführt habe, dass Eier aus Käfighaltung ausgelistet wurden.

Ein zentrales Problem der industriellen Tierhaltung sei die exorbitante Güllebelastung der deutschen Böden und Grundwasser. Dagegen könne laut BUND und Heinrich-Böll-Stiftung nur eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse und eine konsequente Begrenzung der Tiermengen pro Hektar helfen. Der Richtwert dürfe zwei Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreiten, das sind zwei Rinder oder zehn ausgewachsene Schweine. Es sei deshalb unumgänglich, dass einzelne Gemeinden wie Vechta oder Cloppenburg in Niedersachsen ihre Bestände massiv abstocken.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte: „Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heute die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern. Zudem trägt kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung und zur Gefährdung unserer Gesundheit bei wie die industrielle Fleischproduktion. Laut Prognosen wird die Nachfrage nach Fleisch bis zum Jahr 2050 voraussichtlich noch einmal um bis zu 85 Prozent steigen. Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, ist dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es ist höchste Zeit, dass politisch umgesteuert wird. Ein Hebel dazu ist eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. Jedes Jahr gibt die EU knapp 60 Milliarden Euro für agrarpolitische Maßnahmen aus. Dieses Geld sollte zukünftig in Maßnahmen für eine ökologischere und tiergerechtere Landwirtschaft fließen, damit der Graben zwischen umweltpolitischen Notwendigkeiten und den Wünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Landwirtschaft nicht noch größer wird. Der Fleischatlas 2018 zeigt konkret für Deutschland praktikable Lösungsstrategien für eine ökologische und global nachhaltige Gestaltung der Fleischproduktion.“

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, sagte: „Abgesehen von Ankündigungen ist in den vergangenen Jahren wenig passiert, um die Bedingungen in der Nutztierhaltung zu verbessern. Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr die Weichen für einen nachhaltigen Umbau der Tierhaltung stellen. Saubere Gewässer und gesunde Böden kann es nur geben, wenn die Tierhaltung wieder an die Fläche gebunden wird. Wichtig ist dabei auch die Einführung einer verbindlichen staatlichen Haltungskennzeichnung. Ein freiwilliges Tierwohllabel mit laschen Anforderungen, wie es Agrarminister Christian Schmidt vorschlägt, reicht für eine echte Trendwende nicht aus. Ein tiergerechter, ökologischer Wandel der Tierhaltung wird von einer Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt, dem muss die neue Regierung Rechnung tragen.“

Hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung

Berlin – Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung ist nach Einschätzung der Bundesregierung groß. Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) habe gezeigt, dass der Anteil der generellen Impfgegner gering sei. Vielfach resultierten Impflücken aus Nichtwissen, Vergesslichkeit oder Angst vor möglichen Nebenwirkungen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder würden über die Routinevorsorgeuntersuchungen gut erreicht. Defizite bestünden noch in den höheren Altersgruppen. Mit dem Präventionsgesetz und dem Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten aus der vergangenen Wahlperiode seien Voraussetzungen zur Verbesserung der Impfquote geschaffen worden.

Ein wichtiges Impfziel besteht in der Ausrottung der Masern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle auch allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren seien und nicht oder in der Kindheit nur ein Mal gegen Masern geimpft wurden, eine Impfung.

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die häufig bei Kleinkindern und Schulkindern auftritt. Wie es in der Antwort weiter heißt, hat die Regionale Verifizierungskommission der Weltgesundheitsorganisation in der Region Europa (WHO-Euro) berichtet, dass 2016 von 53 Ländern 33 die Masern eliminiert hätten, neun Länder, darunter Deutschland, hätten eine Unterbrechung der endemischen Übertragung über mindestens ein Jahr erreicht.

In weiteren neun Ländern, darunter Frankreich und Italien, seien nach Einschätzung der WHO die Masern noch endemisch. Als ausgerottet gelten Masern laut WHO dann, wenn 95 Prozent der Bevölkerung gegen die Krankheit geimpft sind. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach vorläufigen Angaben 904 Fälle von Masern gemeldet. Von der Infektion betroffen waren den Angaben zufolge insbesondere Migranten, die in ihren Heimatländern nicht geimpft worden waren.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) seien von 2007 bis 2017 insgesamt rund 190.000 Menschen in Deutschland an Erkrankungen gestorben, gegen die es einen Impfstoff gibt.

NAKO-Gesundheitsstudie: Land stockt finanzielle Unterstützung auf

Ministerin Hesse: Studie trägt entscheidend zur Sicherung von Fachkräften bei

Schwerin – Die NAKO-Gesundheitsstudie startet im Jahr 2018 in die nächste Runde. Bund und Länder haben eine stärkere finanzielle Unterstützung für die bislang größte deutsche Gesundheitsstudie in Aussicht gestellt. Die entsprechende Vereinbarung ist mit Beginn des Jahres in Kraft getreten. Der Anteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird sich für die Jahre 2013 bis 2023 von insgesamt ca. 3,2 Mio. Euro auf voraussichtlich ca. 3,9 Mio. Euro erhöhen. Das Gesamtfördervolumen der Studie für die erste und zweite Phase steigt von 210 Mio. Euro auf bis zu 256 Mio. Euro.

„Mecklenburg-Vorpommern spielt bei der NAKO-Gesundheitsstudie eine wichtige Rolle. Bei uns im Land werden 20.000 Menschen untersucht“, erläuterte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Bund und Länder haben sich auf eine stärkere finanzielle Unterstützung verständigt, um weitere Untersuchungszeiten zu ermöglichen. Außerdem soll es eine MRT-Zweituntersuchung geben. Die MRT-Untersuchung soll an fünf der 18 Studienzentren erfolgen. Der Standort Greifswald/Neubrandenburg zählt dazu“, betonte Hesse.

Das Studienzentrum Greifswald/Neubrandenburg ist mit 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines der beiden größten Zentren der NAKO-Gesundheitsstudie. Deutschlandweit nehmen 200.000 Probandinnen und Probanden an der Studie teil. Neben den MRT-Untersuchungen wird am Studienzentrum Greifswald/Neubrandenburg das Datenmanagement betrieben. Bisher sind dort 77 qualifizierte Arbeitsplätze durch die NAKO-Gesundheitsstudie entstanden.

„Von der NAKO-Studie profitieren wir alle“, so Wissenschaftsministerin Hesse. „Die Studie trägt entscheidend zu Sicherung von Fachkräften im Gesundheitssektor des Landes bei. Die Universitätsmedizin Greifswald kann ihre führende Stellung auf den Gebieten der Community Medicine und der Individualisierten Medizin ausbauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zur Einwerbung von Drittmitteln weiter stärken. Die Forschungsergebnisse zur Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Volkskrankheiten hilft letztlich jeder Bürgerin bzw. jedem Bürger“, sagte Hesse.

Die NAKO-Gesundheitsstudie, die im Jahr 2013 unter dem Namen „Nationale Kohorte“ gestartet ist, erforscht die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herzinfarkt. Finanziert wird die Studie durch das Bundesbildungsministerium, die 14 beteiligten Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Gesundheit – Bilanz 2017 und Ausblick 2018

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat kurz vor dem Jahreswechsel auf aktuelle Herausforderungen der Gesundheitspolitik von Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam gemacht.

„Im Fokus steht dabei die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in weniger stark besiedelten Regionen. Wir müssen den demografischen Wandel mit einer alternden Bevölkerung, die Veränderung der Morbidität und den zunehmenden Fachkräftebedarf bewältigen. Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unseres Landes sicherzustellen, steht dabei im Fokus. Wir werden auch im kommenden Jahr innovative Projekte im Bereich der Gesundheitsversorgung voranbringen. Es wird weiter in die Krankenhäuser investiert. Darüber hinaus wollen wir medizinische Fachkräfte für unser Land gewinnen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

„Ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung ist es, die Schnittstellen zwischen der ambulanten und stationären Behandlung zu überwinden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. Dazu wurde 2017 ein mehrjähriges Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung gestartet, das vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt wird. „Ziel in dem mehrjährigen Projekt ist es, Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen zu entwickeln und sie in Modellregionen zu erproben“, so Glawe weiter.

Das Projekt wird sich schwerpunktmäßig mit den Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte beschäftigen. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

„Während in der ersten Phase zunächst Modelle für bestimmte Fokusregionen entworfen und umgesetzt werden, wird am Ende jeweils geprüft, inwieweit die Lösungen auf andere Regionen übertragbar sind“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Im Rahmen dieses Modellprojektes wird auch die 2017 gestartete Portalpraxisklinik für die kinderärztliche Notfallversorgung am Kreiskrankenhaus Wolgast begleitet.

2018 sollen durch den Projektträger in mehreren Regionen unter Beteiligung der Akteure vor Ort zunächst beispielhafte Versorgungsmodelle und im Weiteren konkrete Umsetzungskonzepte in der Kinder- und der Altersmedizin entwickelt werden. In einem weiteren Schritt ist dies für die Palliativversorgung geplant. „Erkenntnisse, die auf andere Regionen übertragen werden können, sollen im Rahmen einer Evaluation gewonnen werden“, sagte Glawe.

Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als zwei Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. „Die Krankenhauslandschaft Mecklenburg-Vorpommern ist grundsätzlich sowohl strukturell als auch baulich gut aufgestellt. Es wurden und werden hier Erneuerungen und Modernisierungen der Krankenhausstandorte realisiert, die aufgrund von veränderten medizinischen, technischen und planerischen Anforderungen erforderlich waren und dem demografischen Wandel Rechnung tragen“, so Glawe. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.047 Betten und 1.339 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Im Krankenhausbereich wurden 2017 rund 27 Millionen Euro Fördermittel für neue Investitionsmaßnahmen an Krankenhäusern und rund 23 Millionen Euro Pauschalfördermittel ausgereicht. „Damit geht der stetige und dringend erforderliche Sanierungs- und Erneuerungsprozess in den Krankenhäusern weiter“, betonte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe.

In diesem Jahr wurde beispielsweise feierlich das Richtfest für den Erweiterungsneubau der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie an den Helios Kliniken in Schwerin begangen. Der Erweiterungsbau an der BDH-Klinik Greifswald ist fertiggestellt worden. In Karlsburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird die Dialyseabteilung umgebaut, eine Endoskopieabteilung mit zusammenhängenden Räumen entsteht. In Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird eine psychiatrische Tagesklinik neu gebaut.

Für 2018 ist geplant, rund 50 Millionen Euro Investitionsmittel an die Krankenhäuser auszureichen. Darüber hinaus wird der Krankenhausplan stetig fortgeschrieben, um aktuellen Bedarfsentwicklungen Rechnung zu tragen. „Der Erhalt unserer leistungsfähigen und flächendeckenden Krankenhauslandschaft ist eine wichtige Aufgabe“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe weiter.

In diesem Jahr hat das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende entwickelt. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu werden.

„Das ist auch ein Beitrag, um gut ausgebildete Fachkräfte im Land zu halten und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Im kommenden Jahr werden die ersten Stipendien ausgereicht. Es geht uns vorrangig darum, dass für Krankenhäuser und Praxen im ländlichen Raum und im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Mediziner zur Verfügung stehen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. Das Stipendium beträgt 300 Euro monatlich und kann bis zum Ende des Medizinstudiums (dem Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung), jedoch längstens für vier Jahre und drei Monate, ausgezahlt werden. Es liegen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales 27 Anträge vor, von denen sich 25 auf das Wintersemester 2017/18 beziehen.

Landeskrankenhausplan – Thema im Landtag

Schwerin – Im Schweriner Landtag wurde der Landeskrankenhausplan diskutiert. „Die Fortschreibung des Krankenhausplanes ist ein kontinuierlicher Prozess. Der Plan wird vom zuständigen Ministerium fortgeschrieben. So sieht es das Landeskrankenhausgesetz vor. Daran halten wir uns. Die aktuelle Fassung ist im Internet öffentlich zugänglich“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Der geltende Krankenhausplan trat im Jahr 2012 in Kraft.

Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als zwei Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. „Die Krankenhauslandschaft Mecklenburg-Vorpommern ist grundsätzlich sowohl strukturell als auch baulich gut aufgestellt. Es wurden und werden hier Erneuerungen und Modernisierungen der Krankenhausstandorte realisiert, die aufgrund von veränderten medizinischen, technischen und planerischen Anforderungen erforderlich waren und dem demografischen Wandel Rechnung tragen“, so Glawe. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.047 Betten und 1.339 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Die Haushaltsansätze für die Einzelförderung (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) sind für die Jahre 2021 bis 2025 in Höhe von jährlich 27 Millionen Euro fortgeschrieben. „Die Mittel für die Pauschale Krankenhausförderung (Förderung je Krankenhausbett; kleinere bauliche Maßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter) sollen im nächsten Doppelhaushalt angehoben werden. Es geht darum, gemeinsam eine angemessene und realistische Größenordnung zu finden“, so Glawe weiter. Hierzu wird Gesundheitsminister Glawe mit der Krankenhausgesellschaft Gespräche führen.

Bundesrat fordert Verbot bleihaltiger Trinkwasserleitungen

Berlin – Der Bundesrat will Trinkwasserleitungen aus Blei verbieten lassen. In einer am 15. Dezember 2017 gefassten Entschließung bittet er die Bundesregierung, dafür zu sorgen, dass Bleileitungen baldmöglichst stillgelegt werden. Erforderlich sei eine klare Verbotsregelung zu einem bestimmten Stichtag. Die Länder bitten zudem um Prüfung, ob der Austausch alter Leitungen mit Fördermitteln des Bundes unterstützt werden kann.

Blei im Trinkwasser berge gesundheitliche Gefahren – insbesondere für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder, heißt es zu Begründung. Trotz der aktuell geltenden niedrigen Grenzwerte für Blei stellten die Gesundheitsämter fest, dass es immer noch eine relevante Anzahl an Bleileitungen in Trinkwasser-Installationen und Hausanschlüssen gibt. Es sei anzunehmen, dass dadurch Kontaminationen mit dem toxischen Schwermetall entstünden. Entsprechend zeigten Untersuchungen erhöhte Konzentrationen von Blei im Trinkwasser; die Gesundheitsämter erreichten zahlreiche Verbraucherbeschwerden.

Der Bundesrat bittet zudem um Prüfung, ob bei der nächsten Verordnungsnovelle der Grenzwert für Chrom im Trinkwasser abgesenkt werden kann, um die Bevölkerung vor dessen krebserregender Wirkung zu schützen.

Anlass für die Entschließung war die Novelle der Trinkwasserverordnung, die die geschäftsführende Bundesregierung dem Bundesrat vorgelegt hatte. Er stimmt ihr am 15. Dezember 2017 mit einigen redaktionellen und präzisierenden Änderungen zu. Sie kann damit im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden und am Tag nach der Verkündung in Kraft treten.

Mit der Verordnung setzt die Bundesregierung europäische Vorgaben zu Qualitätskontrollen und Analyseverfahren für Trinkwasser in deutsches Recht um. Verfahren und Häufigkeit von Probenentnahmen bei Wasserversorgungsunternehmen werden neu geregelt, ebenso die hygienerechtlichen Grundlagen für die Verwendung von Wasser in Lebensmittelzubereitungen. Die Novelle enthält Verbesserungen beim Verbraucherschutz zum Beispiel durch schärfere Meldepflichten bei Legionellenbefund, erweitert Verbraucherinformationsrechte zu Untersuchungsergebnissen und reduziert Verwaltungsaufwände. So werden unter anderem Inhaber von Hausbrunnen bei der Untersuchung des Trinkwassers für den Eigengebrauch entlastet.

Backhaus: Einschränkungen bei Glyphosat-Anwendung zu erwarten

Schwerin – In Deutschland sind Einschränkungen bei der Anwendung des umstrittenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat und Auflagen zur Förderung der Biodiversität so gut wie sicher. Das erklärte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gestern Abend vor dem Schweriner Landtag. Denkbar sei etwa die Beschränkung auf professionelle Anwender, ein Einsatz-Verbot für Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich sowie auf öffentlichen Flächen und Einschränkungen bei der Vorerntebehandlung, der Sikkation. Entsprechende Signale seien bereits aus dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium zu vernehmen.

„Damit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan“, urteilte Backhaus. „Nun müssen wir die nächsten Jahre nutzen, um durch weitere unabhängige Studien auf nationaler Ebene die Auswirkungen von Glyphosat auf die menschliche Gesundheit, aber auch auf Bodenlebewesen, Insekten und Vögel zu klären. Sollten sich gravierende negative Auswirkungen zeigen, so muss diesem Mittel selbstverständlich umgehend die Zulassung entzogen werden“, sagte Backhaus.

Ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse weiterhin möglich sein – allerdings erst am Ende einer Kette aus vernünftiger Fruchtfolge, soliden Pflanzenbaumaßnahmen, dem Einsatz modernster Pflanzenschutz-Technologien und der unabhängigen Beratung der Landwirte, so Backhaus weiter. „Weniger Chemie auf dem Acker bedeutet mehr Biodiversität und mehr Gesundheitsschutz für Mensch und Tier. Das alles kostet, und wir müssen bereit sein, dafür einen höheren Preis zu zahlen“, sagte er. Die bisherige europäische Agrarpolitik habe nicht ausreichend dazu beigetragen, diesen wichtigen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren und die selbstgesteckten Ziele im Klima-, Gewässer- und Artenschutz zu erreichen. „Deshalb darf es ein ,Weiter so‘ in der Agrarpolitik nicht geben.“

Der Minister verwies auf sein jüngst in Brüssel vorgestelltes Modell zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik nach 2020. Demnach können Landwirte ihre Grundprämie mit einem Honorar für das Erbringen ökologischer Zusatzleistungen, etwa den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat, deutlich aufstocken. „Wenn es uns gelingt, die Agrarförderung ein Stück weit nach unserem Modell umzugestalten, wird der Landwirt für seinen freiwilligen Beitrag zum Erreichen der Umwelt- und Tierschutzziele von der Gesellschaft honoriert“, so Minister Backhaus.

Im November 2017 hatte die EU-Kommission dem Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat mit der Stimme Deutschlands erneut eine Zulassung erteilt. Allerdings war vor allem auf Drängen Deutschlands die Zulassung auf fünf Jahre begrenzt und mit Einschränkungen versehen worden, etwa in Bezug auf das Risiko für Grundwasser, Bodenorganismen und Wirbeltiere. „Die EU-Mitgliedsstaaten können die Anwendung von Glyphosat auf ihrem Gebiet einschränken oder sogar verbieten, auch wenn der Wirkstoff auf EU-Ebene zugelassen ist“, erläuterte Backhaus.

Glyphosat wird seit den 70er-Jahren als Bestandteil von Unkrautvernichtungsmitteln eingesetzt; in Deutschland wird es auf rund 40 Prozent der Flächen angewendet. Jährlich gelangen 4.000 bis 6.000 Tonnen des Herbizids auf deutsche Äcker. Die Auswirkungen werden auch von Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Verschiedene Forscher warnen vor gravierenden Auswirkungen auf Mikroorganismen, Bienen, Insekten, Vögel und auf Wirbeltiere und Menschen.

Prävention stärken – Kampagne für das Impfen

Schwerin – Am Donnertag ist im Landtag in Schwerin das Thema „Prävention stärken – Kampagne für das Impfen“ diskutiert worden. „Die moderne Medizin hat in der Therapie großartige Fortschritte gemacht. Doch noch besser ist es, Krankheiten zu verhindern, wie die Schutzimpfungen dies gegen eine Vielzahl von Krankheiten vermögen. Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und später die sogenannten Auffrischimpfungen, um lebenslang einen Schutz zu haben. Neben dem Schutz des Individuums haben viele Impfungen noch einen weiteren Effekt: Sie führen zu einem Kollektivschutz der Bevölkerung. Aufklärung und Werben für das Impfen ist dringend weiter nötig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Landtag.

Die Impfquoten eingeschulter Kinder sind in Mecklenburg-Vorpommern sehr hoch: Gemeinsam mit Brandenburg gehört M-V zu den einzigen Bundesländern, die die für die angestrebte Masern-Eliminierung geforderten 95 Prozent bei der zweiten Masern-Impfung erreichen. „Jeder sollte sich aber dessen bewusst sein, dass Impfungen insbesondere vor schweren Infektionskrankheiten schützen, bei denen es keine oder nur begrenzte Therapiemöglichkeiten gegen den Krankheitserreger gibt“, mahnte Glawe weiter. Als Beispiele nannte er insbesondere Krankheiten wie Kinderlähmung, Tollwut, Diphtherie oder Wundstarrkrampf, aber auch Hepatitis B oder C.

Impfungen können auch verhindern, dass es zu schweren Komplikationen im Zuge einer infektiösen Erkrankung kommt, wie z. B. einer Gehirnentzündung als Folge einer Maserninfektion. Impfungen schützen insbesondere auch Risikopatienten (Ältere und Personen mit spezifischen Grundkrankheiten) vor möglichen schweren Krankheitsverläufen, wie beispielsweise während eines Influenzaausbruchs (sog. echte Grippe).

Genauso wichtig ist der Schutz vor Infektionskrankheiten, die während der Schwangerschaft (z. B. Röteln) oder der Geburt (z. B. Windpocken) zu schweren Schäden beim Kind führen können. „Impfen ist ein notwendiger Schutz, Impfstoffe sind sicher und gut verträglich und doch sind manche Menschen skeptisch. Aber: Impfstoffe gehören zu den Medikamenten, die wohl am besten geprüft werden, denn die Anforderungen an ihre Sicherheit sind hoch“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Durch weltweite Impfprogramme konnten Millionen Menschen vor gefährlichen Krankheiten geschützt werden. „Doch gerade weil viele Krankheiten wie Masern, Röteln, Mumps seltener geworden sind, ging das Wissen um die Gefährlichkeit von Infektionen verloren. Das lässt sich an niedrigen Durchimpfungsraten deutlich ablesen, vor allem bei den Auffrischimpfungen für Diphtherie oder Tetanus“, so Glawe.

Das Bundesgesundheitsministerium hätte nach dem Infektionsschutzgesetz die Möglichkeit – mit Zustimmung des Bundesrates –, Bürgerinnen und Bürger zu einer Impfung zu verpflichten. Gleiches gilt für die Länder. „Allerdings nur, wenn bei der Krankheit, um die es geht, eine epidemische Verbreitung mit klinisch schweren Verlaufsformen wahrscheinlich ist. Sprich: Krankheiten, die in aller Regel zu bleibenden Schäden oder gar zum Tod führen“, erläuterte Glawe. „Die Krankheiten auf der Liste der Ständigen Impfkommission, wie beispielsweise Masern, Mumps oder Röteln, würden diese Kriterien jedoch nicht erfüllen. Deshalb setzen wir in Mecklenburg-Vorpommern auf Aufklärung und Motivation.“

Weil Impfungen so große Erfolge im Kampf gegen Krankheitserreger erzielt haben, besteht inzwischen für die meisten Infektionskrankheiten allgemein nur noch ein geringes Ansteckungsrisiko. „Dementsprechend ist vielen Menschen nicht mehr bewusst, welche teils schwerwiegenden Folgen bis hin zu Todesfällen manche Infektionen haben können“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. Durch den zunehmenden Reiseverkehr besteht auch die Gefahr des Imports aber auch der weiteren Verbreitung von Infektionskrankheiten.

Alle Gesundheitsämter bieten in Impfsprechstunden die öffentlich empfohlenen Impfungen an. Mit den Krankenkassen hat Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Jahren eine Impfvereinbarung gemäß SGB V, nach der Kosten für Impfstoffe und Verbrauchsmaterialien für die von den Gesundheitsämtern durchgeführten Impfungen erstattet werden. Auf der Basis von Verträgen mit den Gesundheitsämtern bieten auch Betriebsärzte diese Impfungen an, sodass wir auch die Beschäftigten damit erreichen.

Die derzeitige Grundlage für die freiwilligen Schutzimpfungen sind die Angaben in den Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin, das mit seinem Gremium der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Empfehlungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren aufgestellt hat und auch aktuelle Anpassungen vornimmt. Mecklenburg-Vorpommern ist in der STIKO durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (LAGuS MV) vertreten. „Mecklenburg-Vorpommern steht im bundesweiten Vergleich in Punkto Impfen sehr gut da. Damit das aber so bleibt, gibt es einiges zu tun. Die bisher erreichten Erfolge dürfen kein Grund sein, sich zurückzulehnen. Der Impfschutz der Bevölkerung ist ein Anliegen, das wir kontinuierlich weiterverfolgen. Und wir begrüßen alle Schritte, die das Impfverhalten positiv beeinflussen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.