Ergebnisse und Perspektiven in der Gesundheitspolitik

Schwerin – Über Ergebnisse und Perspektiven der Gesundheitspolitik in Mecklenburg-Vorpommern diskutierte Wirtschaftsminister Harry Glawe am Donnerstag mit dem Vorstand sowie dem Verwaltungsrat der Innungskrankenkasse (IKK) Nord in Schwerin. Schwerpunktthemen waren die Bereiche Prävention, Versorgung und Pflege. „Mecklenburg-Vorpommern als Flächenland steht in der pflegerischen und gesundheitlichen Versorgung der Menschen vor großen Herausforderungen. Wir sind vom demografischen Wandel betroffen, erleben dadurch eine Veränderung der Morbidität und gleichzeitig einen zunehmenden Fachkräftemangel. Unser Ziel ist es, flächendeckend eine hochwertige Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen. Dafür braucht es ein kooperatives Zusammenspiel aller Partner im Land mit ausreichend Mut, auch innovative Ideen umzusetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Wirtschaftsminister Glawe verwies auf Projekte, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. „Vor allem regionale Versorgungskonzepte mit integrierten telemedizinischen Funktionalitäten sehe ich als geeignete Möglichkeit, die medizinische Versorgung zu unterstützen, die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern und am Patienten orientierte Versorgungsmodelle zu entwickeln“, sagte Harry Glawe. Unter anderem wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie beispielsweise der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

„Ausreichend Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen, ist ein entscheidendes Zukunftsthema der Gesundheitspolitik. Das gehen wir an und haben bereits eine Vielzahl von Maßnahmen initiiert, um die verantwortungsvollen Berufsbilder attraktiver zu gestalten“, hob Glawe hervor. Für den Zeitraum 2011 bis 2020 wurde eine Bedarfsanalyse an Pflegefachpersonen vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorgenommen. Demnach ist von einem zusätzlichen Personalbedarf von insgesamt 2.917 Pflegefachkräften (180 Personen in Krankenhäusern, 1.131 Personen in den ambulanten Pflegediensten, 1.606 Personen in den stationären Pflegeeinrichtungen) auszugehen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege hat das Wirtschaftsministerium unter anderem Vorbereitungen zur Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes, Abschaffung des Schulgeldes in den Pflegeausbildungen ab September 2019 sowie die Begleitung der Entwicklung und Implementierung von innovativen Versorgungsansätzen umgesetzt.

Neu ist die Möglichkeit für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, bei der Einstellung vietnamesischer Fachkräfte für eine Pflegeausbildung in Mecklenburg-Vorpommern Unterstützung zu erhalten. Gefördert wird dabei die Gewinnung von maximal 50 vietnamesischen Fachkräften für eine Pflegeausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Vorgesehen ist, Krankenhäuser bei der Gewinnung von bis zu zehn Fachkräften und die ambulanten sowie stationären Pflegeeinrichtungen bei der Gewinnung von jeweils bis zu 20 Fachkräften zu unterstützen. Pro vietnamesischer Fachkraft beträgt der Zuschuss für Krankenhäuser bis zu 2.000 Euro und für ambulante bzw. stationäre Pflegeeinrichtungen bis zu 8.000 Euro, wobei jeweils ein Eigenanteil zu leisten ist. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Ralf Hermes, Vorstand der IKK Nord, verwies auf die Initiativen der Innungskrankenkasse bei digitalen Präventionsangeboten: „Das Projekt GESUNA wurde vor knapp zwei Jahren zusammen mit dem Handwerk und dem Rostocker VIRTUS-Institut auf die Beine gestellt, durch das hiesige Wirtschaftsministerium gefördert, in einigen Betrieben getestet und laufend verbessert. Mit dem überarbeiteten, kostenfreien Angebot GESUNA@work gehen wir ab sofort an den Start.“ Neben arbeitstauglichen Gesundheits- und Bewegungsangeboten können Ernährungstipps abgerufen werden.

Die Innungskrankenkasse (IKK) Nord mit Sitz in Schwerin ist aus der Fusion der IKK Mecklenburg-Vorpommern und der IKK Schleswig-Holstein zum 01.01.2006 hervorgegangen.

Internationaler Weltkrebstag

Schwerin – Am Montag (04.02.) findet der alljährliche „Internationale Weltkrebstag“ statt. Der Tag steht unter dem Motto „ICH BIN UND ICH WERDE“. Damit will die Weltkrebsorganisation UICC (Union internationale contre le cancer = Internationale Vereinigung gegen Krebs) dazu aufrufen, sich über die Möglichkeiten der Krebsprävention und der Krebsfrüherkennung sowie die aktuellen Entwicklungen auf den Gebieten der Diagnose, Therapie und Nachsorge verstärkt zu informieren.

„Neben einer gesundheitsorientierten Lebensweise sind Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ein wichtiger Baustein, um möglichst lange unbeschwert zu leben. Aber auch nach einer Diagnose gilt: Wird Krebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen heilbar. Entscheidend ist für Erkrankte und ihre Angehörigen, sich umfassend zu informieren, um den bestmöglichen Umgang mit der Erkrankung herauszufinden. Wissen kann helfen, Ängste abzubauen und mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung zu bekommen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld.

Im Jahr 2018 erkrankten in Mecklenburg-Vorpommern laut Schätzungen des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer und Berlins ungefähr 6.500 Männer und 5.100 Frauen an Krebs (ohne „weißen“ Hautkrebs). Die häufigsten Krebserkrankungen bei Männern sind Tumoren an Prostata, Lunge und Darm. Bei Frauen sind es Brustdrüse, Darm und Lunge. Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen zu immer längeren Überlebenszeiten. Inzwischen überleben in Mecklenburg-Vorpommern etwa 57 Prozent der männlichen und 62 Prozent der weiblichen Krebspatienten ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre.

Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 26 Prozent aller Männer und 40 Prozent aller Frauen. Der wichtigste Prognosefaktor ist nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters das Stadium, in dem der Krebs diagnostiziert und behandelt wird. Frühzeitig erkannt, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate bei vielen Krebsarten beinahe 100 Prozent.

„Krebs ist trotz aller Erfolge der Medizin immer noch eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung. Schon durch die Alterung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern wird die Zahl der Krebserkrankungen vermutlich erheblich ansteigen. Daher ist es wichtig, die Versorgung von krebskranken Menschen weiter zu verbessern. Neben einer guten Krebsfrüherkennung, hochwertigen Behandlung und Prävention gehören auch Rehabilitation und Nachsorge sowie die Krebsforschung dazu. In Mecklenburg-Vorpommern haben wir ein umfassendes Betreuungsnetz aufgebaut, um bestmögliche Versorgung sicherzustellen“, sagte Glawe.

Kernelement der onkologischen Versorgung bilden zertifizierte Zentren. Diese Zentren bestehen aus Netzwerken von stationären und ambulanten Einrichtungen, die unter Beteiligung aller benötigten Fachrichtungen an der Behandlung des Patienten mitwirken. Es kann zwischen onkologischen Zentren unterschieden werden, bei denen mehrere Tumorarten behandelt werden können und Organkrebszentren, die auf ein Organ spezialisiert sind.

Die Zentren müssen jährlich die Erfüllung der fachlichen Anforderungen und der Qualitätsstandards nachweisen, die für die Zertifizierung von der Deutschen Krebsgesellschaft definiert wurden. Im Land gibt es vier Onkologische Zentren an der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock, dem Klinikum Südstadt Rostock sowie den Helios Kliniken Schwerin. Darüber hinaus gibt es Organkrebszentren: Viszeralonkologische Zentren, Darmzentren, Pankreaszentren, Magenzentren, Gynäkologische Tumoren, Hautkrebszentren, Kopf-Hals-Tumor-Zentren, Neuroonkologie, Prostatazentren, Kinderonkologische Zentren.

In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern. „Neben dem Einsatz der Hochleistungsmedizin spielt auch die Selbsthilfe eine sehr wichtige Rolle. Sie kann für Krebserkrankte und ihre Angehörigen eine große Hilfe sein und dazu beitragen, Ängste abzubauen, das Gleichgewicht wieder zu finden und Lebensqualität zurück zu gewinnen“, sagte Glawe abschließend.

DAK-Kampagne „bunt statt blau“ 2019 startet in M-V

11.000 Schulen können bundesweit am Plakatwettbewerb zur Alkoholprävention teilnehmen

Schwerin – Kunst gegen Komasaufen: Unter diesem Motto starten Sozialministerin Stefanie Drese und die DAK-Gesundheit die erfolgreiche Kampagne „bunt statt blau“ 2019 zur Alkoholprävention in Mecklenburg-Vorpommern. Der Plakatwettbewerb für Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren findet zum zehnten Mal statt. Bundesweit sind 11.000 Schulen zur Teilnahme eingeladen. Hintergrund: 2017 kamen 21.721 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in deutsche Krankenhäuser, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Bundesweit ist damit ist die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen wieder leicht gesunken. Experten fordern dennoch weitere Aufklärung über die Risiken des Rauschtrinkens.

Beim sogenannten Komasaufen gab es 2017 in Mecklenburg-Vorpommern mit 473 betroffenen Kindern einen Anstieg um 22,5 Prozent. „Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar, um Kindern und Jugendlichen die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzuzeigen. Mit der Aufklärungskampagne ‚bunt statt blau‘ und der Unterstützung von Ministerin Stefanie Drese bringen wir das wichtige Thema Alkoholprävention in den Schulalltag“, erklärt Sabine Hansen, Leiterin der DAK-Landesvertretung in MV.

„Die Aufklärung über die Gefahren eines riskanten Alkoholkonsums gelingt mit dieser Aktion sehr gut. So kommen Schüler und Lehrer bei dem schwierigen Thema Alkoholmissbrauch neu ins Gespräch.“ Alle Schulen im Nordosten sind eingeladen, das Thema Alkoholmissbrauch im Unterricht zu behandeln und ihre Schüler bis 31. März Plakate dagegen entwerfen zu lassen. Verbunden mit der Kampagne ist die „Aktion Glasklar“, die seit vierzehn Jahren Schüler, Lehrer und Eltern über Alkohol aufklärt.

In den Zahlen für MV sieht Ministerin Drese eine alarmierende Entwicklung. „Wir müssen aufklären, wachrütteln und unsere gemeinsamen Präventionsanstrengungen in Mecklenburg-Vorpommern weiter konsequent fortsetzen. Mir ist besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche verstehen, dass es nicht cool ist, Alkohol zu trinken. Sich in einen Rausch zu trinken, ist kein Zeichen von Stärke. Stärke bedeutet viel mehr „Nein“ zusagen, wenn Freunde wie selbstverständlich Alkohol konsumieren und dabei keine Grenzen kennen. Mit der Kampagne “bunt statt blau“ sollen Jugendliche motiviert werden, Persönlichkeit zu zeigen und maßvoll mit Alkohol umzugehen“, so Ministerin Stefanie Drese.

Die Präventionskampagne feiert 2019 ihr zehnjähriges Jubiläum. Seit 2010 haben fast 100.000 Jungen und Mädchen mitgemacht. Nach einer Studie des IFT-Nord erklärt die Mehrheit der Teilnehmer, sie hätten durch „bunt statt blau“ etwas über die Gefahren von Alkohol gelernt. Da der Wettbewerb vor allem in den Klassen der Mittelstufe angeboten wird, fällt er genau in die Phase, in der die meisten Schüler das erste Mal Alkohol trinken oder probieren. „Wir wissen aus dem Präventionsradar, dass die Einsteigerquote zwischen der sechsten und siebten Jahrgangsstufe am höchsten ist und auch zwischen der siebten und achten noch viele Erstkonsumenten hinzukommen“, erklärt IFT-Nord-Leiter Professor Reiner Hanewinkel.

Einsendeschluss für den Wettbewerb 2019 ist der 29. März. Anschließend werden in allen 16 Bundesländern die besten Plakate ausgezeichnet. Im Juni wählt eine Bundesjury mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, und dem Vorstandsvorsitzenden der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, den Bundesgewinner aus allen Landessiegern.

Umfassendes Beratungs- und Hilfenetz berät Frauen und Männer

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese stellte in der Landtagsdebatte zum Antrag der Linksfraktion, zielgruppenspezifische Angebote für Männer als Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt auszubauen, klar: „Jeder Betroffene, egal welchen Geschlechts, hat den gleichen Zugang zu den umfassenden Beratungs- und Hilfeangeboten in Mecklenburg-Vorpommern.“

Die Ministerin konkretisierte dabei, dass einzig die Frauenhäuser davon ausgenommen seien: „Denn zu über 90 Prozent sind es Frauen, die Partnerschaftsgewalt betrifft“, so Drese. Sie verdeutlichte aber, dass zusätzlich eine Schutzwohnung der Fachberatungsstelle ZORA im Land zur Verfügung steht, die auch Männer und Jungen im Falle von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung nutzen können.

Ministerin Drese betonte im Landtag, dass sie offen dafür sei, die Erkenntnisse des 2017 gestarteten sächsischen Modellprojektes zur Einführung von Männerschutzwohnungen in zukünftige Überlegungen einfließen zu lassen. „Die Dunkelziffer an männlichen Opfern von häuslicher Gewalt ist bei uns im Land und bundesweit schwer abschätzbar. Daher interessiert es mich, wie stark die Unterkünfte in Leipzig und Dresden in Anspruch genommen werden“, so Drese.

Die Ministerin wies auf das umfassende Beratungs- und Hilfenetz des Landes bei häuslicher und sexualisierter Gewalt hin. „Betroffenen in Mecklenburg-Vorpommern stehen die fünf Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking mit angeschlossener Kinder- und Jugendberatung, fünf Fachberatungsstellen für Betroffene von sexualisierter Gewalt, acht Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt, eine Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung, sowie eine Landeskoordinierungsstelle zur Verfügung“, so Drese. Hinzu kommen drei Täter- und Gewaltberatungsstellen.

„Es ist der Landesregierung ein großes Anliegen, dieses Beratungs- und Hilfenetz zu sichern und weiter auszubauen. Im aktuellen Doppelhaushalt wurden allein die Mittel für die Frauenhäuser zur Schaffung zusätzlicher Personalstellen um 20 Prozent angehoben. Zusätzlich haben wir die Zuschüsse für die Personal- und Sachkosten im Beratungs- und Hilfenetz in den Jahren 2018 und 2019 jeweils um 2,3 Prozent erhöht“, verdeutlichte Drese.

In der Summe stehen 2019 rund 2,4 Millionen Euro Landesmittel für das Beratungs- und Hilfenetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt zur Verfügung. Das sind 260.000 Euro mehr als im Jahr 2017.

Zum zehnten Mal – mit dem Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2019 durchstarten

Schwerin – Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft: Dr. Konstantin Altrichter und Karl Hartmann von der daisygrip GmbH gehörten zu den Gewinnern des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft im vergangenen Jahr. Kurz nach der Prämierung stellten sie ihren neuartigen hygienischen Venenstauer für die Blutentnahme in einer bekannten TV-Gründershow vor.

„Die jüngste Erfolgsgeschichte der Gründer von daisygrip ist nur eine von vielen, die der Landeswettbewerb seit nunmehr mehr als zehn Jahren hervorgebracht hat“, betonte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Dieser bietet für kreative Köpfe mit innovativen Ideen ein ideales Fundament, um im Wachstumsmarkt Gesundheitswirtschaft durchzustarten, auch bundesweit und auf internationalen Märkten.“

Der Minister rief Gründer und Unternehmer sowie Vereine und Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern auf, sich jetzt mit ihren neuen Projekten am zehnten Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft zu beteiligen und sich so eine Förderung für ihre Projektidee zu sichern. „Gefragt sind neuartige Projekte, welche die Branche weiter voranbringen. Mit dem Wettbewerb wollen wir den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, ihre Entwicklung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und somit auch zu vermarkten“, sagte Glawe. Der Wettbewerb unter dem Motto „Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ wird von der Initiative für Life Science und Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern BioCon Valley® GmbH organisiert. Bis zum 01. März können online Projektideen eingereicht werden. Im Rahmen des Ideenwettbewerbes wird ein Gesamtbudget für Projektförderungen in Höhe von bis zu 750.000 Euro ausgeschrieben.

Seit 2008 wurden insgesamt rund 90 Projektideen mit einem Gesamtvolumen von 17,2 Millionen Euro in Höhe von 12,7 Millionen Euro finanziell unterstützt. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Zu den Gewinnern 2018 gehörten neben der Rostocker daisygrip GmbH die Entwickler einer medizinischen Wundauflage zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms sowie einer App zur Verbesserung der Dienstplanung im Klinik- und Pflegebereich und die Initiatoren eines neuen Dienstleistungszentrums und Prüflabors für Blutreinigungsprodukte.

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft inzwischen in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Mit rund 150.000 Erwerbstätigen arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte in dieser Branche. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes liegt bei 15 Prozent (5,6 Milliarden Euro). Damit belegt die Branche im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz. „Aufgrund des wachsenden Bedarfs und der steigenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen, bedingt durch demografische Veränderungsprozesse und ein steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie dem medizinisch-technischen Fortschritt, birgt die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern besonders für kleinere mittelständische Unternehmen ein enormes Wachstumspotenzial“, hob Glawe hervor. „Unser Wettbewerb soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Firmen zu stärken, somit bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und neue Stellen zu schaffen.“

Für die zehnte Ausgabe des Wettbewerbs werden zukunftsweisende innovative Ideen für Dienstleistungen, Prozesse und Projekte für die Gesundheitswirtschaft gesucht, die das Potenzial der Branche durch Vernetzung, Kooperation, Marketing, Fachkräftesicherung und Internationalisierung weiter erschließen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standortes Mecklenburg-Vorpommern stärken. Die Bewerbung in Form eines Kurzkonzeptes kann bis zum 01. März 2019, 14.00 Uhr, über ein Online-Formular bei der BioCon Valley® GmbH eingereicht werden.* Benötigt werden Aussagen zum Projektinhalt, zur Finanzierung und zu den Erfahrungen des Bewerbers.

Die Bewertung der eingereichten Projektideen erfolgt unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V und unter Einbeziehung der Empfehlungen eines ressortübergreifenden Beirats. Die besten Teilnehmer haben die Möglichkeit, ihre Projektidee vor dem Beirat zu präsentieren, der die Gewinnerprojekte 2019 auswählt. Die Prämierung der Gewinnerprojekte erfolgt in einer Festveranstaltung am 03. Juni 2019.

Justizministerin Hoffmeister für Entscheidungslösung bei Organspende

Schwerin – In einem Impulsreferat zur Veranstaltung der Akademie Schwerin schlug Ministerin Katy Hoffmeister jetzte vor, bei der Beantragung von Dokumenten verbindlich zu fragen.

„Wer sich zur Organspende entschließt, will kranken Menschen helfen. Die Bereitschaft dazu ist daher ein ganz persönliches Beispiel praktizierender Nächstenliebe. Dafür sollten wir alle dankbar sein. Derzeit warten aber mehr als 10.000 Menschen in Deutschland auf Spenderorgane. Jeder Fünfte von ihnen stirbt während der Wartezeit. Das ist unnötiges Leid. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Positiv stimmt eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wonach 84 Prozent der Befragten Organspenden befürworten. Allerdings haben nur 36 Prozent tatsächlich auch einen Organspendeausweis, sagte Justizministerin Hoffmeister in ihrem Impulsreferat bei der Diskussionsveranstaltung der Akademie Schwerin e.V. „Organspende – Nächstenliebe oder Pflicht“.

„Es ist sehr wichtig, dass das Thema Organspende gesellschaftlich und parteiübergreifend diskutiert wird. Es muss eine Lösung gefunden werden. Der Gesetzesentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ist eine gute Grundlage. Doch die vorgeschlagene ‚doppelte Widerspruchslösung‘ ist meiner Ansicht nach nicht optimal. Schweigen gilt danach als Zustimmung. Manche Menschen sind aber nicht in der Lage, Widerspruch zu erheben. Der Vorschlag der verpflichtenden Entscheidungslösung ist daher der bessere Weg. Die verpflichtende Entscheidungslösung würde anstehen, wenn behördliche Dokumente, wie Personalausweis oder Reisepass beantragt werden. Das geht auch elektronisch. Antragstellende würden verbindlich gefragt, wie sie sich zur Organspende entscheiden. Sie bekämen entsprechende Informationen und die Zeit zum Überlegen. Zur Abholung des Dokuments müsste verbindlich entschieden werden. Denkbar wäre dann aber auch, dass man erklärt, noch keine Entscheidung getroffen zu haben“, so Ministerin Hoffmeister.

Schwesig: DMSG ist eine starke Interessenvertreterin bei uns im Land

Schwerin – „2019 ist für uns ein besonderes Jahr. Wir feiern 30 Jahre Mauerfall, eine Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs. Und in dieser Zeit, im Sommer 1990 haben Gudrun Schöfer und Gerhard Rode die Gründung des Landesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern angestoßen. Eine große Initiative, die vielen Menschen schon sehr geholfen hat“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beim Neujahrstreffen der DMSG des Landes.

Nach dem Schock über die Diagnose Multiple Sklerose würden sich viele Menschen fragen, was das für sie und ihre Familie bedeute. Schwesig: „Sie brauchen Informationen, Hilfe und ein offenes Ohr. All das finden sie bei der DMSG MV. Und das immer auf Augenhöhe. Die DMSG gibt Selbstbewusstsein zurück, stärkt Selbstständigkeit und Mündigkeit.“ Sich miteinander zu verbinden, fachlichen Austausch zu organisieren, ein Netzwerk zu haben, das einen auffängt, sei von unschätzbarem Wert.

Schwesig: „Die DMSG ist eine starke Interessenvertreterin. Die Gesellschaft ist deshalb so stark, weil alle ein Gedanke trägt: Es geht weiter, vielleicht anders als vorher, aber es geht weiter.“ Hauptamtliche und Ehrenamtliche würden eng zusammenarbeiten. „Auf diese Weise wird viel für die Menschen mit MS in unserem Land erreicht, auch für die ganze Gesellschaft“, die sich gewandelt habe.

„Nur eine Gesellschaft, an der alle teilhaben können, ist eine gute, lebenswerte Gesellschaft. Sie braucht Zusammenhalt und Solidarität. Die DSMG ist ein gutes Beispiel, wie wichtig diese beiden Werte sind. Ich weiß, wieviel Arbeit geleistet wird und ich danke jeder und jedem einzelnen für das große Engagement.“

M-V ist 10. Trägerland der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen

Schwerin – Jetzt ist es offiziell – nach einem einstimmigen Landtagsbeschluss im Dezember hat Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe die Beitrittsurkunde des Landes in die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen an die Leiterin Dr. Ute Teichert übergeben. Mecklenburg-Vorpommern ist damit das zehnte Trägerland der Akademie.

„Der öffentliche Gesundheitsdienst ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Gesundheitswesens. Die Mitarbeiter übernehmen in ihrer Tätigkeit Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung. Mit dem Beitritt zur Akademie stärken wir den öffentlichen Gesundheitsdienst, in dem die Mitarbeiter bestmöglich geschult werden können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Zu den Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) gehören unter anderem die Überwachung von Einrichtungen in Bezug auf die Einhaltung hygienischer und gesundheitsrechtlicher Vorschriften, die Durchführung der öffentlich empfohlenen Schutzimpfungen sowie die Erstellung von amtsärztlichen Gutachten, Zeugnissen und Bescheinigungen, soweit solche gesetzlich vorgeschrieben sind. Rund 500 Mitarbeiter sind in Mecklenburg-Vorpommern im ÖGD tätig. Die mit dem Beitritt verbundenen aufwandsabhängigen Kosten in Höhe von jährlich geschätzt etwa 100.000 Euro sollen im Rahmen des vom Landtag beschlossenen Doppelhaushaltes für 2018/19 zwischen dem Land und den Kommunen einwohner- und teilnahmebezogen hälftig aufgeteilt werden. „Ärztliche und nichtärztliche Mitarbeiter profitieren im Rahmen der aufgabengerechten Aus-, Fort- und Weiterbildung von dem umfangreichen Schulungsangebot“, sagte Glawe.

Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen wurde 1971 als bundesweit einzige länderübergreifende Einrichtung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Beschäftigten im öffentlichen Gesundheitsdienst gegründet. Die Akademie fungiert als Bildungseinrichtung der Trägerländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Im Jahr 2017 haben nach Angaben der Akademie rund 4.900 Beschäftigte an Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen der Akademie teilgenommen. Auf Grundlage einer befristeten Vereinbarung wurde bereits im vergangenen Jahr die Teilnahme von Mitarbeitern des öffentlichen Gesundheitsdienstes aus Mecklenburg-Vorpommern an Veranstaltungen der Akademie abgesichert. Das Angebot nahmen 174 Teilnehmer an.

Gesundheit im Blick – Bilanz 2018 und Ausblick 2019

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat zum Jahreswechsel auf aktuelle Herausforderungen der Gesundheitspolitik von Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam gemacht. „Es gibt wohl kaum ein Gebiet, das so in Bewegung ist wie bundesweit der Gesundheitsbereich. Zu den Herausforderungen in unserem Bundesland zählen die flächendeckende Erreichbarkeit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, die Fachkräftegewinnung vor allem im ländlichen Raum sowie der Schutz und die lebensbegleitende umfassende Förderung der Gesundheit der Menschen. Als Flächenland stehen wir vor besonderen Aufgaben, diese Herausforderungen zu bewältigen. Die Schulgeldfreiheit in Pflegeberufen ist beispielsweise ein wichtiger Schritt dafür, Fachkräfte zu gewinnen. Wir bringen innovative Projekte in der Gesundheitsversorgung weiter voran. Die Krankenhäuser werden auch im kommenden Jahr unterstützt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

„Wir wollen die ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar. Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung haben in den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen“, so Glawe weiter. Für das Frühjahr 2019 ist eine Regionalkonferenz in Parchim geplant, die zusammen mit den Akteuren vor Ort und der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes dazu beitragen soll, die ambulante hausärztliche Versorgung im Land, speziell im Bedarfsplanungsbereich Parchim und auch in der Stadt Parchim, zu verbessern. Bereits im Juli 2018 fand eine Auftaktkonferenz zur Gewinnung des hausärztlichen Nachwuchses in Kaschow bei Grimmen statt.

Insbesondere für die Aufwertung der Allgemeinmedizin wird viel im Land getan. „Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Es wird ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxen und Gesundheitshäusern“, betonte Gesundheitsminister Glawe. „Es geht darum, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Für Mecklenburg-Vorpommern bietet beispielsweise die Landarztquote eine Chance, die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Wir wollen die Landarztquote voranbringen und diese so schnell wie möglich einführen. Zunächst geht es darum, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen.“

Etwa 240 Hausärzte werden in den kommenden fünf Jahren über 65 Jahre alt sein. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern 1.166 Hausärzte tätig. Davon sind 744 Fachärzte für Allgemeinmedizin, 296 hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin und 126 praktische Ärzte (Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern).

Ein weiteres Vorhaben für das kommende Jahr ist der Beginn der landesweiten Einführung eines webbasierten Kapazitätsnachweises. „Dieses hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen dem Rettungsdienst und den weiterversorgenden Krankenhäusern und somit die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Notfällen zu verbessern. Ganz konkret soll der Rettungsdienst in die Lage versetzt werden, zu wissen, welches Krankenhaus für einen Patienten mit einer bestimmten Diagnose in der konkreten Situation aufnahmebereit ist und über freie Kapazitäten beispielsweise in der Diagnostik und im Operationsbereich verfügt“, so Glawe. Zur Vorbereitung und Einführung sind u.a. Absprachen mit dem Rettungsdienst und den Krankenhäusern und technische Maßnahmen zur Installierung eines Systems erforderlich. Dabei soll auch auf die Erfahrung anderer Bundesländer zurückgegriffen werden.

Gesundheitsminister Glawe machte darauf aufmerksam, dass ein Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgung läuft. „Um Schnittstellen zwischen der ambulanten und stationären Behandlung zu überwinden, werden konkrete Maßnahmen in der Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung erprobt“, sagte Glawe weiter. Das Projekt wird vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt.

Im Bereich der Pädiatrie werden in einem Pilotprojekt Tandems aus niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten mit Hausärzten erprobt. „Ziel ist, die wohnortnahe pädiatrische Versorgung zu unterstützen. Dazu werden Praxisstunden eines Pädiaters in den Praxisräumen eines Hausarztes angeboten“, so Glawe. In der Zeit zwischen den pädiatrischen Sprechstunden übernimmt der Hausarzt die Versorgung. Im Bereich der Geriatrie wird zur Unterstützung der regionalen geriatrischen Versorgung in Kooperation mit dem Medizinischen Versorgungsverbund Müritz e.V. eine digitale Fallakte entwickelt und erprobt. Im Bereich der Palliativversorgung sollen Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen eine Qualifizierung im Bereich Palliativversorgung erhalten. Die Qualifizierungsmaßnahme soll im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erfolgen.

Insgesamt wurden im Jahr 2018 in den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern Einzelfördermittel (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von rund 41 Millionen Euro und Pauschalfördermittel (Förderung unter anderem für kurzfristige Anlagegüter und kleinere bauliche Maßnahmen) in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro ausgereicht. „Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesundheitsversorgung wird sich fortlaufend auf die veränderten und auch in einigen medizinischen Bereichen wachsenden Bedarfe einstellen müssen. Wir brauchen eine gute Versorgungsqualität. Auch im kommenden Jahr werden wir weitere Krankenhausinvestitionen unterstützen“, machte Gesundheitsminister Glawe deutlich.

Im Jahr 2018 wurden im Bereich der Krankenhausfinanzierung u.a. die bauliche Restrukturierung am Kreiskrankenhaus Demmin und der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie am MediClin Müritz-Klinikum in Röbel mit Einzelfördermitteln nach Landeskrankenhausgesetz gefördert. Unterstützt wurden ebenso der Neubau der Ergotherapie am Evangelischen Krankenhaus Bethanien in Greifswald sowie der Neubau einer gerontopsychiatrischen Tagesklinik durch die Uhlenhaus Klinik GmbH. Am MediClin Krankenhaus Plau am See wurde z.B. die Beschaffung eines OP-Navigationssystems sowie eines zur intraoperativen Nutzung geeigneten Computertomographen gefördert. In der KMG Klinik in Boizenburg sollen die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) und der Operationsbereich umgebaut werden. „Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mehr als 2,8 Milliarden Euro in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen“, sagte Glawe.

Um den steigenden Fachkräftebedarf in der Pflege abzudecken, werden in Mecklenburg-Vorpommern ab dem Schuljahr 2019/2020 die Auszubildenden in der Pflege in allen Jahrgängen vom Schulgeld befreit. „Bisher ist es so, dass Pflegeschüler an Schulen in privater Trägerschaft von ihrer Ausbildungsvergütung, die sie von ihrer praktischen Ausbildungseinrichtung bekommen, Schulgeld zahlen müssen. Unser Ziel ist, dass mögliche Bewerber nicht in andere Bundesländer gehen oder ihren Ausbildungswunsch um ein Jahr zurückstellen, um sich dann nach neuem Recht ausbilden zu lassen. Das ist ein wichtiger Beitrag um Fachkräfte für die Pflege im Land zu sichern“, erläuterte Glawe.

Bundesweit soll die kostenlose Ausbildung ab dem Jahr 2020 gelten. Die Finanzierung erfolgt über einen sogenannten Ausgleichsfonds, in dem neben dem Land Mecklenburg-Vorpommern die Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie die sozialen und privaten Kranken-/Pflegekassen einzahlen. Die Umsetzung wird vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bildungs-, Sozial- und Finanzministerium unter Einbeziehung der Fachverbände vorbereitet.

„Pflege ist das gesamtgesellschaftliche Riesenthema in Deutschland. Es betrifft nahezu jede Familie im Land irgendwann einmal. Darauf müssen wir alle gut vorbereitet sein. Entscheidend ist dabei auch, dass das fachkundige Personal vor Ort ist. Diese Herausforderungen gilt es zu meistern. Daran arbeiten wir mit allen Beteiligten gemeinsam“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe. Im Jahr 2015 hatte M-V knapp 80.000 pflegebedürftige Menschen; nach ersten Hochrechnungen des Gesundheitsministeriums M-V werden im Jahr 2030 ca. 93.000 Pflegebedürftige zu versorgen sein.

Im Oktober hat das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales die Impfkampagne „MV impft – gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. „Ziel der Impfkampagne ist es, das Thema Impfen wieder stärker in den Blickpunkt der Bevölkerung zu rücken. Im Rahmen der Kampagne werden Informationen zielgruppenspezifisch für Eltern, Kinder, junge Erwachsene, Familien sowie Senioren angeboten“, so Glawe. Neben dem Internetauftritt www.mv-impft.de wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus werden auch Medien, beispielsweise wie YouTube und Facebook als Informationsträger eingesetzt. Damit sollen unter anderem gezielt Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen werden. Hinzu kommen Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „Impfen ist ein wichtiges Thema für die ganze Familie. In jedem Lebensalter gibt es spezielle Situationen, in denen der Impfschutz individuell angepasst werden sollte. Mit der Kampagne `mv-impft – gemeinsam Verantwortung übernehmen´ wollen wir das Bewusstsein für das Impfen schärfen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Krankenhäuser in Demmin, Stralsund und Wolgast werden modernisiert

Schwerin – Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat sich am Mittwoch über aktuelle Vorhaben an Krankenhäusern in Demmin, Wolgast und Stralsund informiert. Zur Unterstützung der baulichen Maßnahmen übergab der Minister Fördermittelzusagen an das Kreiskrankenhaus Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), die Uhlenhaus KLINIK GmbH in Stralsund (Landkreis Vorpommern-Rügen) und das an Kreiskrankenhaus Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald). „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine leistungsfähige Krankenhauslandschaft für die medizinische Versorgung der Bürger. Aber: Um eine ausreichende Qualität zu gewährleisten, müssen sich die Kliniken laufend den wandelnden Bedarfen anpassen. Wir unterstützen die Vorhaben der Krankenhausbetreiber, um für die Patienten eine qualitativ hochwertige Betreuung zu gewährleisten und für das medizinische Personal gute Arbeitsbedingungen zu schaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Kreiskrankenhaus Demmin GmbH betreibt das Kreiskrankenhaus (KKH) Demmin mit 193 Planbetten und zehn tagesklinischen Plätzen. Diese verteilen sich auf die Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Anästhesie und Intensivmedizin sowie Belegbetten für Urologie und Augenheilkunde, ein ambulantes Behandlungszentrum und eine Rheumatologische Tagesklinik. Gleichzeitig engagiert sich das KKH in der sektorenübergreifenden Versorgung. Mit dem aus Eigenmitteln finanzierten ambulanten Gesundheitshaus wird ein ambulantes Zentrum geschaffen, in dem insbesondere die Belegärzte ans Haus gebunden werden sollen. Dazu komplettieren bessere Räumlichkeiten für den Rettungsdienst, eine Apotheke, ein Optiker und ein Sanitätshaus die Versorgung. Die jetzt geplanten Umbau- und Neubaumaßnahmen sollen das Leistungsspektrum in der stationären Versorgung verbessern. Zu diesem Zweck sind neben der Errichtung eines dreigeschossigen Anbaus auch Umbaumaßnahmen im Bestand erforderlich. Unter anderem handelt es sich um die Intensivmedizin, Orthopädie/Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, OP-Bereich, Notaufnahme sowie die Verbindung zum ambulanten Bereich.

„Unser Ziel ist es, den Krankenhausstandort Demmin attraktiv zu gestalten und das Versorgungsangebot für die Patienten zu optimieren. Deshalb wird neben dem ambulanten Zentrum auch das Krankenhaus selber im stationären Bereich so umstrukturiert, dass es den Anforderungen an eine moderne Patientenversorgung gerecht wird und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern. Deshalb unterstützen wir die umfangreichen Baumaßnahmen“, sagte Glawe vor Ort.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt die Maßnahmen in Höhe von 21,8 Millionen Euro. Damit hat das Kreiskrankenhaus Demmin seit 1990 insgesamt rund 89 Millionen Euro Fördermittel erhalten.

Die Uhlenhaus KLINIK GmbH verfügt derzeit über 58 teilstationäre Plätze, die sich aufteilen in 34 Plätze im Fach Psychiatrie und Psychotherapie und 24 Plätze im Fach Psychosomatik. Die Uhlenhaus KLINIK GmbH ist Teil der Uhlenhaus Group, eine Unternehmensgruppe, der auch noch die Uhlenhaus MVZ GmbH, die Uhlenhaus PFLEGE GmbH, die Uhlenhaus REHA GmbH, die Uhlenhaus SOZIAL gGmbH, die Uhlenhaus SERVICE GmbH und die Uhlenhaus Hilfsmittel KG – Sanisund angehören. Jetzt soll die gerontopsychiatrische Tagesklinik neu gebaut werden. Da sich nach Unternehmensangaben im aktuellen Behandlungsgeschehen immer deutlicher ein zunehmend höheres Lebensalter, komplizierte Begleiterkrankungen im Sinne von Multimorbidität sowie häufig auftretende psychische und kognitive Störungen abzeichnen, sei es im Hinblick auf die notwendige Spezialisierung der psychiatrischen Versorgung nicht effektiv möglich, gerontopsychiatrische Patienten der Altersgruppe 65plus zusammen mit jüngeren psychisch kranken Patienten tagesklinisch zu behandeln.

„Jede Alters- und Erkrankungsgruppe benötigt individuell zugeschnittene teilstationäre Versorgungs- und Behandlungskonzepte. Mit dem geplanten senioren- und behindertengerechten Tagesklinikneubau soll dies nun Berücksichtigung finden“, sagte Glawe.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt den Neubau in Höhe von einer Million Euro. Der Uhlenhaus KLINIK GmbH wurden seit dem Jahr 2013 Pauschalfördermittel in Höhe von rund 137.000 Euro bewilligt.

Die Kreiskrankenhaus Wolgast gGmbH betreibt das Kreiskrankenhaus Wolgast mit 155 Planbetten und 15 tagesklinischen Plätzen. Die Fördermittel sind für Umbaumaßnahmen zur Einrichtung eines ambulanten Versorgungszentrums für die Kindermedizin vorgesehen. Das Vorhaben dient der Absicherung der ambulanten kindermedizinischen Versorgung sowie der sektorenübergreifenden Notfallversorgung von Kindern in der Portalpraxisklinik unter Einbindung von niedergelassenen Fachärzten. Im Frühsommer soll mit dem Aufbau eines ambulanten kindermedizinischen Versorgungszentrums begonnen werden. Dieses wird sich im ersten Obergeschoss des Ostflügels befinden, das barrierefrei mit einem Außenfahrstuhl verbunden wird.

„Das Kreiskrankenhaus Wolgast ist ein fester und wichtiger Bestandteil unserer leistungsfähigen Krankenhauslandschaft. Mit dem Vorhaben wird die Portalpraxisklinik weiter vorangebracht. Wir wollen ambulante und stationäre Grenzen überwinden und legen so die Grundlagen für eine zukunftsfähige Versorgung in der Kinder- und Jugendmedizin in der Fläche“, sagte Glawe.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt die Maßnahmen in Höhe von einer Million Euro. Damit hat das Kreiskrankenhaus Wolgast seit 1990 insgesamt rund 54 Millionen Euro Fördermittel erhalten.

Gesundheitsminister Glawe dankte an allen drei Krankenhausstandorten den Mitarbeitern für ihren Einsatz: „Bauliche und technische Ausstattungen eines Krankenhauses spielen eine wichtige Rolle für die medizinische Versorgung der Patienten. Aber: Nur im Zusammenspiel mit dem unermüdlichen, zugewandten Engagement aller Mitarbeiter kann eine Klinik qualitativ hochwertige Behandlung zum Wohle der Erkrankten bieten.“

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.044 Betten und 1.353 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Insgesamt wurden im Jahr 2018 den Krankenhäusern in Mecklenburg –Vorpommern Einzelfördermittel (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von rund 41 Millionen Euro und Pauschalfördermittel (Förderung für kleinere bauliche Maßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter) in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro ausgereicht. Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als 2,8 Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen.

Umbaumaßnahmen in der KMG Klinik Boizenburg

Boizenburg – In der KMG Klinik Boizenburg GmbH sind bauliche Investitionen geplant, unter anderem für eine Verbesserung der Arbeitsabläufe im Operationsbereich. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe übergab am Dienstag einen Fördermittelbescheid vor Ort. „Das Krankenhaus Boizenburg leistet einen entscheidenden Beitrag zur medizinischen Versorgung im westlichen Landkreis Ludwigslust-Parchim. Patienten der Region können hier wohnortnah medizinisch versorgt werden. Die Fördermittel unterstützen die Klinik als ein wesentlicher Teil, die leistungsfähige Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die KMG Klinik Boizenburg GmbH hat 48 Planbetten und betreibt Fachabteilungen der Chirurgie, der Inneren Medizin und der Orthopädie/Unfallchirurgie. In dem Krankenhaus sollen die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) und der Operationsbereich umgebaut werden. Die ZSVA ist derzeit im OP-Bereich integriert. Nach Abschluss der Maßnahmen wird die Abteilung als geschlossener Bereich mit kontrolliertem Zugang im OP-Trakt mit Schleuse betrieben. Als weitere Maßnahme sind die Verlagerung der Personalumkleide sowie die Schaffung eines separaten Entsorgungsraumes geplant. Zudem erhält die Klinik Fördermittel für die Neuanschaffung von Dampfsterilisatoren, Reinigungs- und Desinfektionsgeräten sowie Dokumentationssoftware. „Die Bedingungen für das medizinische Personal in der Boizenburger Klinik werden mit den Investitionsmaßnahmen erheblich verbessert. Das fördert die bestmögliche Behandlung und Betreuung der Patienten“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Umbaumaßnahmen in Höhe von knapp 587.000 Euro. „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern ein gut aufgebautes Krankenhaussystem mit modernen Kliniken, die die Grund- und Regelversorgung sowie die Maximalversorgung absichern. Damit dieser Standard gewahrt bleibt, unterstützen wir notwendige Investitionen in den Krankenhäusern“, sagte Glawe abschließend.

Insgesamt wurden im Jahr 2018 den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern Einzelfördermittel (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von rund 41 Millionen Euro und Pauschalfördermittel (Förderung unter anderem für kurzfristige Anlagegüter und kleinere bauliche Maßnahmen) in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro ausgereicht. Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als 2,8 Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen.

Die KMG Kliniken SE mit Hauptsitz in Bad Wilsnack (Landkreis Prignitz) betreibt sechs Akutkliniken, zwei Rehabilitationskliniken, zehn Pflegeheime für Senioren und Menschen mit Behinderungen, Medizinische Versorgungszentren und Ambulante Pflegedienste. Der Konzern verfügt nach eigenen Angaben über 2.800 Betten und beschäftigt rund 3.600 Mitarbeiter, davon 104 in Boizenburg.

In Boizenburg werden nach Angaben des Krankenhausbetreibers etwa 2.400 Patienten in der Inneren Medizin und verschiedenen Bereichen der Chirurgie stationär behandelt. Das Haus ist zudem Mitglied des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg; jährlich werden in Boizenburg etwa 100 Herzschrittmacher sowie 20 Defibrillatoren implantiert.

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.044 Betten und 1.353 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Bedarfe für Humanmedizin prüfen

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag das Thema „Bedarfe für Humanmedizin prüfen“ diskutiert worden. „Uns alle verbindet das Ziel, die flächendeckende ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar. Deshalb müssen wir die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Ich denke, für Mecklenburg-Vorpommern bietet beispielsweise die Landarztquote eine Chance, die Versorgung im ländlichen Raum besser zu sichern. Dazu muss – dies ist eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts – der Bedarf an Absolventen des Studienganges Humanmedizin ermittelt werden. Wir wollen die Landarztquote so schnell wie möglich. Das Thema soll im Januar angegangen werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts-, Arbeits- und Gesundheitsminister Harry Glawe im Landtag.

Nach Schätzung des Gesundheitsministeriums in M-V ist von einem Hausärztebedarf von 164 niedergelassenen oder angestellten Ärzten und Ärztinnen in den nächsten fünf Jahren auszugehen. „Sollte die von CDU und SPD geforderte Evaluation ergeben, dass es einen weiteren Bedarf für Absolventen des Studienganges Humanmedizin für Mecklenburg-Vorpommern gibt, können wir dem mit der Einrichtung einer Landarztquote möglichst frühzeitig entsprechen. Immerhin leisten wir uns zwei engagierte medizinische Fakultäten, sodass die Bürger unseres Landes davon auch mittelbar in der ärztlichen Versorgung profitieren sollten“, so sagte Glawe weiter.

Gemeinsam mit dem Bildungs- und Energieministerium werden die Bedarfe evaluiert werden, wobei auch die Kassenärztliche Vereinigung einbezogen wird. Die Arbeitsgruppe „Ländliche Gestaltungsräume“ wird ebenso gefragt sein. Die Erkenntnisse aus dem Versorgungsforschungsauftrag an das Institut für Community Medicine an der Universität Greifswald insbesondere zur Pädiatrie und Geriatrie werden zudem nach Abschluss zur Verfügung gestellt werden können.

Den Weg der Einrichtung einer Landarztquote haben schon andere Bundesländer begonnen zu beschreiten: Zwischenzeitlich hat Nordrhein-Westfalen eine rechtliche Regelung auf den Weg gebracht, die auch als Vorbild für Mecklenburg-Vorpommern geeignet wäre. Die Medizinstudienplätze werden an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region als Hausarzt zu arbeiten. Die Landarztquote wird als Vorabquote eingeführt. „Das heißt: Die Vergabe der Plätze erfolgt im Rahmen eines vorgeschalteten Auswahlverfahrens. Das entspricht dem geltenden Zulassungsstaatsvertrag, nach dem bis zu 20 Prozent der Medizinstudienplätze über Vorabquoten vergeben werden können“, sagte Glawe. Der Minister plädierte darüber hinaus dafür, dass bei der Vergabe der Medizinstudienplätze auch berufliche Vorerfahrungen der Bewerber noch stärker berücksichtigt werden sollten.

Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung des Landes haben in den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen. „Das reicht nicht, wir müssen weiter werben und bereit sein neue Wege zu gehen“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe. Beispielsweise wird unter anderem ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und Medizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxen und Gesundheitshäusern.

M-V tritt Akademie für öffentliches Gesundheitswesen bei

Schwerin – Am Mittwoch hat der Landtag in Schwerin über den Gesetzentwurf zum Abkommen über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf abgestimmt. Der Gesetzentwurf wurde einstimmig von den Landtagsfaktionen angenommen. Das Gesetz tritt zum Jahreswechsel in Kraft. „Der Weg ist damit frei. Mecklenburg-Vorpommern kann offiziell der Akademie beitreten. Das freut mich, denn damit kann die Aus-, Fort- und Weiterbildung im öffentlichen Gesundheitsdienst in Mecklenburg-Vorpommern intensiviert werden. Ärztliche und nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen im Rahmen ihrer aufgabengerechten Qualifizierungen erstklassige Bedingungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe nach der Abstimmung.

Im Jahr 2017 haben rund 4.900 Beschäftigte an Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen teilgenommen. 2018 werden es etwa 5.100 Beschäftigte sein. Auf Grundlage einer befristeten Vereinbarung für 2018 wurde die Teilnahme von M-V an Veranstaltungen der Akademie abgesichert. Insgesamt 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes aus Mecklenburg-Vorpommern haben Veranstaltungen der Akademie besucht. „Qualitätsgerechte Fort- und Weiterbildungsangebote stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Vergleichbare Bildungseinrichtungen sind in zumutbarer Entfernung nicht vorhanden. Es gibt lediglich eine weitere Einrichtung in Bayern. Mit dem Beitritt können wir die Möglichkeiten für Weiterbildung deutlich verbessern“, so Glawe weiter.

1971 wurde auf der Grundlage eines von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein unterzeichneten Abkommens die Akademie für öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf – kurz AföG genannt – gegründet. Nach Artikel 11 des Abkommens können weitere Länder den Beitritt erklären, was zuletzt Brandenburg und Rheinland-Pfalz getan haben. Aufgabe der AföG ist die Aus-, Fort- und Weiterbildung insbesondere für Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitswesen.

Die mit dem Beitritt verbundenen aufwandsabhängigen Kosten in Höhe von jährlich geschätzt etwa 100.000 Euro sollen im Rahmen des vom Landtag beschlossenen Doppelhaushaltes für 2018/19 zwischen dem Land und den Kommunen einwohner- und teilnahmebezogen hälftig aufgeteilt werden. Im Frühjahr wurde eine Verwaltungsvereinbarung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten geschlossen.

Drese: Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss auch pflegende Angehörige berücksichtigen

Sozialministerin Stefanie Drese übernimmt das Steuerrad für den ASMK-Vorsitz 2019 von ihrem Amtskollegen Karl-Josef Laumann (NRW).

Sozialministerin Stefanie Drese übernimmt das Steuerrad für den ASMK-Vorsitz 2019 von ihrem Amtskollegen Karl-Josef Laumann (NRW).

Münster – Die Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister der Länder haben auf ihrer diesjährigen Jahreskonferenz (ASMK) die Bundesregierung aufgefordert, Strategien und konkrete Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für pflegende Angehörige zu entwickeln und umzusetzen.

„Ziel unseres beschlossenen Antrages ist es, parallel zu der Konzentierten Aktion Pflege, die vor allem Verbesserungen in der professionellen Pflege vorsieht, den großen Bereich der nichtprofessionellen Pflege in den Blick zu nehmen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese zum Abschluss der zweitätigen ASMK-Beratungen in Münster.

Pflegende Angehörige sind bundesweit mit großem Abstand die tragende Säule der pflegerischen Versorgung. Auch in Mecklenburg-Vorpommern werden mehr als 75 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause betreut.

Zu den von der ASMK dringend für erforderlich gehaltenen grundsätzlichen Veränderungen gehören eine vereinfachte Gesetzeslage sowie ein verbesserter Rechtsanspruch für pflegende Angehörige auf Freistellung sowie Lohnersatzleistung. Drese: „Dazu müssen das Pflegezeitgesetz sowie das Familienpflegezeitgesetz erweitert und zusammenführt werden. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf muss genauso selbstverständlich werden, wie die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf.“

Am Ende der ASMK übergab der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann das Steuerrad an Mecklenburg-Vorpommern als Vorsitzland 2019. Ministerin Drese kündigte an, Maßnahmen für eine zukunftsfeste und qualitativ gute Pflege als ein Schwerpunktthema der ASMK auch im kommenden Jahr zu verankern.

„Diagnose Mukoviszidose – was tun?“

Wustrow – „Diagnose Mukoviszidose – was tun?“ – Betroffene und ihre Familien sowie medizinische Fachkräfte tauschen sich noch bis Sonntag beim 20. Wochenendseminar des Mukoviszidose- Zentrums Mecklenburg-Vorpommern in Wustrow (Landkreis Vorpommern-Rügen) über neue Behandlungsmethoden und Verfahren aus.

„Mukoviszidose ist eine schwere Erkrankung, die meist mit einer deutlichen Reduzierung der Lebenserwartung und der Lebensqualität einhergeht. Nach der Diagnose und während der Therapie haben Betroffene oft viele Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Das Wochenendseminar bietet eine wichtige Unterstützung. Neben medizinischen Fachvorträgen ist ausreichend Raum für den Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage und gegenseitige Hilfestellungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Deutschland sind rund 8.000 Menschen an Mukoviszidose erkrankt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des Mukoviszidose-Zentrums etwa 100 Erkrankte, darunter 45 Kinder und Jugendliche. Der Begriff Mukoviszidose setzt sich aus den lateinischen Wörtern mucus (Schleim) und viscidus (zäh) zusammen. Infolge eines Gendefektes wird in vielen Organen des Körpers ein zäher Schleim produziert. Bereits im Kindesalter können verschiedene Krankheitserscheinungen auftreten; vor allem die Lunge und die Bauchspeicheldrüse, aber auch weitere Organe wie beispielsweise die Leber oder die Gallenblase und die Gallenwege sind von der Erkrankung betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt seit 2003 die ambulante Behandlung von Mukoviszidose-Patienten in vier Ambulanzen, den Mukoviszidose-Zentren an den Krankenhäusern in Schwerin, Rostock, Greifswald und Neubrandenburg.

„Ein fest integrierter Bestandteil der Mukoviszidose-Zentren sind die regionalen Selbsthilfegruppen, die eine wichtige Arbeit leisten. Hier finden Erkrankte ein breites Spektrum an Erfahrung im Leben mit Mukoviszidose sowie Unterstützung und Hilfe vor Ort“, sagte Glawe.

Das Mukoviszidose-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern entstand im Oktober 2001 durch einen Vertrag der Chefärzte der Kinderkliniken Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Schwerin. Damit wurden deutschlandweit erstmals neue Strukturen etabliert, die 2002 von der Ärztekammer als Struktur der Mukoviszidose-Behandlung zertifiziert wurde. In dem Zentrum wird nach einheitlichen Diagnostik- und Therapie-Standards gearbeitet.

Standorte und Ansprechpartner

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ernst-Moritz-Arndt Universität, Ferdinand-Sauerbruch-Straße 17475 Greifswald; Priv.-Doz. Dr. Sebastian M. Schmidt (Zentrums-Sprecher) schmidt3@uni-greifswald.de
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, Dr.-Salvador-Allende-Straße 30, 17036 Neubrandenburg, Oberärztin Dr. Birte Kinder
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Rostock, Rembrandtstr. 16/17, 18057 Rostock, Oberärztin Dr. Katja Breuel
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Helios-Kliniken Schwerin, Wismarsche Str. 397, 19049 Schwerin, Oberärztin Dr. Veronika Fischer
Assoziiert die Ostsee-Kurklinik Fischland, An der Seenotstation 1, 18347 Ostseebad Wustrow, Dr. Ines Eggers
Elternsprecher: Hans-Joachim Walter, Willi-Bredel-Str.7, 17034 Neubrandenburg; jwalter222@gmx.de