Reform der Pflegeversicherung gefordert

Schwerin – Für Sozialministerin Stefanie Drese gehören die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und die Gestaltung der Pflege zu den wichtigsten und drängendsten politischen Themen in Deutschland.

Notwendig seien mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und stärkere Entlastungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige. „Wir müssen vor allem aber auch eine ehrliche Diskussion über die Finanzierung aller wünschenswerten Maßnahmen führen“, sagte Drese heute im Landtag. Gleich drei Anträge zu verschiedenen Bereichen der Pflege wurden debattiert.

Vom demografischen Wandel ist Mecklenburg-Vorpommern besonders betroffen. Ende 2021 bezogen rund 123.000 Menschen im Land Leistungen der Pflegeversicherung. Fast 20 Prozent mehr als 2019.

Die Ministerin verdeutlichte, dass diese „Herkulesaufgabe“ nur zu schaffen sei, wenn auch abseits der Sozialpolitik anerkannt wird, wie groß die Dimension ist, die Pflege zukunftsfest zu machen. „Eine gute Pflege im Interesse der Pflegebedürftigen und ihrer sie pflegenden Angehörigen gewährleisten wir nur miteinander und nicht gegeneinander“, betonte Drese.

Die in den letzten Jahren eingeleiteten Maßnahmen, wie die gestaffelten Zuschüsse zu den pflegebedingten Aufwendungen in vollstationären Einrichtungen, die Tariftreueregelung oder die Erhöhung der Pflegemindestlöhne sind nach Ansicht Dreses wichtige Schritte in die richtige Richtung. Sie reichten aber bei weitem nicht aus, um den vielfältigen Herausforderungen zu begegnen.

„Und sie verursachen gleichzeitig weitere Handlungsnotwendigkeiten“, so Drese. Als Beispiel benannte die Ministerin die begrüßenswerte höhere, Entlohnung für das Pflegepersonal. „Im bestehenden System führt sie aber dazu, dass die Eigenanteile der Pflegebedürftigen exorbitant steigen. Dieser Mechanismus muss durch eine umfassende Pflegereform durchbrochen werden“, verdeutlichte Drese.

Als ein wesentliches Anliegen ihres Ministeriums benannte Drese die grundlegende Reform der Pflegeversicherung. „Sie wurde 1995 als eine Art Teilkaskoversicherung unter völlig anderen gesellschaftlichen Bedingungen eingeführt. Wir brauchen aber nunmehr zügig eine Pflegevollversicherung beziehungsweise zur Ergänzung der Pflegeversicherung eine freiwillige, paritätisch finanzierte Vollversicherung, die die Übernahme der Pflegekosten umfassend absichert“, so die Ministerin.

Drese: „In der Pflege haben wir dicke Bretter zu bohren. Das ist manchmal frustrierend – aber notwendig, da es um Lösungen für Menschen geht. Denn wie wir mit Menschen, die pflegebedürftig sind, umgehen, ist ein wesentlicher Prüfstein dafür, wie human und solidarisch unsere Gesellschaft ist und in Zukunft sein wird.“

Wie werde ich Lehrkraft im Seiteneinstieg?

Oldenburg: Im persönlichen Austausch Fragen klären und Perspektiven aufzeigen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern erweitert sein Informationsangebot zur Lehrkräftegewinnung. An sechs Orten präsentieren sich insgesamt 13 Schulen. Interessierte können sich über den Seiteneinstieg in den Lehrkräfteberuf informieren. Zwei Veranstaltungen haben in dieser Woche bereits stattgefunden. Die Veranstaltungen ergänzen die Aktivitäten der Lehrerwerbekampagne und die Informationen auf dem Karriereportal für den Schuldienst unter www.Lehrer-in-MV.de.

„Ich bin bei vielen Gelegenheiten angesprochen worden, wie der Seiteneinstieg als Lehrkraft gelingen kann“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Dieses Interesse von potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern nehmen wir auf und haben ein weiteres Informationsangebot eingerichtet. Da Lehrkräfte im Seiteneinstieg in vielen Fällen Eltern oder andere Verwandte sind, bietet es sich an, Informationen dort zu übermitteln, wo sich die Interessierten aufhalten. Informationsveranstaltungen finden deshalb vor Ort in den Schulen oder in anderen Einrichtungen statt. Zum einen können sich die Schulen vorstellen, an denen ein Einstellungsbedarf besteht. Zum anderen können im persönlichen Austausch Fragen geklärt und Perspektiven für den Einstieg in den Lehrkräfteberuf aufgezeigt werden. Die ersten beiden Veranstaltungen waren erfolgreich und fanden großen Zuspruch. Das zeigt uns, dass dieses Angebot richtig ist“, so Oldenburg.

Bildungsministerin Simone Oldenburg besucht die Veranstaltung in Crivitz, Staatssekretär Tom Michael Scheidung fährt nach Parchim. „Wer Interesse an einer Tätigkeit als Lehrkraft in Mecklenburg-Vorpommern hat, ist zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen. Ich freue mich auf die Gespräche und den Austausch. Wir setzen alles daran, auch im kommenden Schuljahr den Unterricht abzusichern und Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Dazu benötigen wir ausgebildete Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und jene, die bereit sind, sich entsprechend zu qualifizieren. Gern kommen wir dazu mit allen Interessierten über Möglichkeiten für eine Beschäftigung an unseren Schulen ins Gespräch“, sagte die Bildungsministerin.

In Mecklenburg-Vorpommern absolvieren Lehrkräfte im Seiteneinstieg, die einen Bachelor oder einen Berufsabschluss haben, eine intensive, dreimonatige Vorqualifizierung, bevor sie ihre Tätigkeit in den Schulen aufnehmen bzw. zeitnah zu ihrer Einstellung. Als Bestandteil einer insgesamt 15-monatigen Grundlegenden Pädagogischen Qualifizierung (GPQ) enthält sie sowohl theoriegeleitete als auch schulpraktische Ausbildungsteile. An die GPQ schließt sich die dreijährige Modularisierte Qualifizierungsreihe (MQR) an. Wer beide Qualifizierungen mit Erfolg durchlaufen hat und den Zeitraum der Mindestbeschäftigung nachweisen kann, erfüllt die Voraussetzungen, einen Antrag auf Anerkennung einer Lehrbefähigung zu stellen.

Personen mit einem universitären Hochschulabschluss steht der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst offen. Er startet mit einer sechsmonatigen Qualifizierung. Es folgt ein berufsbegleitender Vorbereitungsdienst, der 18 Monate dauert und mit der Zweiten Staatsprüfung abschließt.

Die Schulen laden zu den Informationsveranstaltungen über den Seiteneinstieg in den Schuldienst ein und informieren auch auf ihren Internetseiten über die genauen Termine. Die weiteren Termine sind:

Mittwoch, 21. Juni 2023

  • Förderschule Sternberg, Am Berge 3, 19406 Sternberg, 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr
  • Regionale Schule „Fritz Reuter“ und Regionale Schule mit Grundschule „Pestalozzi“ Demmin, Frauenstraße 18, 17109 Demmin, 16:30 Uhr

Montag, 26. Juni 2023

  • Regionale Schule mit Grundschule Malliß, Schulstraße 1, 19294 Malliß, 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Dienstag, 27. Juni 2023

  • Regionale Schule „Fritz Reuter“ Parchim, Mönchhof 6, 19370 Parchim, 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Donnerstag, 29. Juni 2023

  • Regionale Schule Crivitz, Bürgerhaus Crivitz, Rathausstraße 1, 19089 Crivitz, 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr

Freitag, 30. Juni 2023

  • Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk, Gymnasium Ueckermünde, Regionale Schule Strasburg, Regionale Schule Löcknitz, Regionale Schule Torgelow, Regionale Schule Pasewalk, Grundschule Pasewalk, Kulturforum Historisches U, An der Kürassierkaserne 9, 17309 Pasewalk, 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Sanierung des Ostseestadions

Schwerin – Sportministerin Stefanie Drese hat die grundsätzliche Bereitschaft des Landes bekräftigt, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und den FC Hansa bei der notwendigen Sanierung des Ostseestadions zu helfen.

„Die Position des Landes ist klar und der Stadtspitze bekannt und schriftlich mitgeteilt“, verdeutlichte Drese am Freitag in Schwerin. Ein möglicher Erwerb des Stadions vom FC Hansa müsse in kommunaler Verantwortung erfolgen. Den Auftrag mit dem FC Hansa und weiteren wirtschaftlich Beteiligten, Verhandlungen zum Erwerb und zur Instandhaltung des Ostseestadions aufzunehmen, habe der damalige Oberbürgermeister Madsen im Januar 2022 auch von der eigenen Bürgerschaft bekommen, betonte die Ministerin

„Wenn die Modalitäten des Erwerbs feststehen und es ein belastbares Sanierungskonzept gibt, wird das Land prüfen, inwieweit die Sanierung des Stadions mit bestehenden Förderinstrumenten des Landes unterstützt werden kann“, so Drese weiter.

Diese Voraussetzungen seien derzeit nicht gegeben. Zum aktuellen Zeitpunkt lägen dem federführenden Sportministerium auch keine Förderanträge der Hansestadt Rostock vor.

In Richtung einer heutigen Presseverlautbarung sagte Drese: „Mein Tipp an den Landtagsabgeordneten Peters wäre, das Rostocker Bürgerschaftsmitglied Peters über den Stand der Verhandlungen zwischen Stadt und Verein zu befragen.“

An vier Tagen im Juni wehen die Flaggen

Schwerin  – Im Juni werden die hoheitlichen Flaggen vor den Dienstgebäuden der Dienststellen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Einrichtungen, die der Aufsicht des Landes unterstehen, an zwei Tagen auf Vollmast gesetzt. Außerdem werden alle Schweriner Ministerien und die Staatskanzlei anlässlich des Christopher-Street-Days zum Monatsende die Regenbogenflagge hissen.

Am 17. und 20. Juni werden jeweils die Bundesflagge, die Landesdienst- bzw. Landesflagge sowie – je nach Art und Anzahl der vorhandenen Masten – die Europaflagge und eigene Flaggen der Kommunen wehen. Der 17. Juni gilt als Tag des Gedenkens an die Opfer des mit Gewalt beendeten Volksaufstands in der DDR im Jahr 1953.  Am 20. Juni wird offiziell der Opfer von Flucht und Vertreibung gedacht, zeitgleich findet der Weltflüchtlingstag statt.

 „Bei diesen im Beflaggungskalender unseres Bundesland aufgeführten Tagen handelt es sich um regelmäßige Beflaggungstage, an denen die Dienststellen verpflichtet sind, hoheitlich zu flaggen. Zusätzlich wird in diesem Jahr auf Beschluss der Staatssekretäre die Regenbogenflagge zum Monatsende vor allen Ministeriumsgebäuden in Schwerin wehen“, kündigte Innenminister Christian Pegel heute in Schwerin an. Anlass ist der Christopher Street Day (CSD) am 28. Juni – der Tag, an dem im Jahr 1969 infolge einer Polizeirazzia in einer New Yorker Schwulenbar eine der größten Emanzipationsbewegungen nicht nur in der Geschichte der USA begann – sowie der CSD in Schwerin am 1. Juli.

„In M-V begehen neben der Landeshauptstadt auch Greifswald, Neubrandenburg und Rostock an unterschiedlichen Tagen den Christopher-Street-Day. Auch ihnen steht es dank unserer neuen Beflaggungsverordnung frei, aus diesem Anlass an ihren Dienstgebäuden die Regenbogenflagge zu hissen“, sagt Christian Pegel und fügt hinzu:

„Die Verordnung, die seit Jahresbeginn in Kraft ist, ermöglicht, dass unter bestimmten Umständen auch nicht hoheitliche Flaggen wie zum Beispiel die Regenbogenflagge gesetzt werden dürfen. Dies war ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag ­ –  und er wurde zügig erfüllt. Die Dienststellen im Land können nun selbst entscheiden, ob sie diese ,Solidaritäts-Flaggen‘ aus besonderen Anlässen setzen möchten oder nicht“, sagte Christian Pegel und fügte hinzu: „Bei Dienststellen des Landes muss zuvor das Innenministerium zustimmen. Das haben wir in diesem Fall gern getan.“

Rentenangleichung kommt zum 1. Juli

Berlin – Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung der Verordnung zur Bestimmung der Rentenwerte in der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Bestimmung weiterer Werte zum 1. Juli 2023 zugestimmt.

Damit steigen die Renten Anfang Juli um 4,39 Prozent in den westdeutschen und um 5,86 Prozent in den ostdeutschen Ländern. Das führt dazu, dass es zum 1. Juli 2023 und damit ein Jahr früher als geplant erstmals einheitliche Rentenwerte in Ost und West gibt.

Ministerpräsidentin Schwesig hat den Beschluss in ihrer Rede im Bundesrat als „historische Entscheidung“ und „als wichtigen Schritt für die Menschen in Ostdeutschland“ bezeichnet. „Das ist nicht nur eine materielle Frage. Es geht auch um Anerkennung und Respekt“, sagte die Ministerpräsidentin.

In den vergangenen 30 Jahren habe es immer wieder Beschlüsse der ostdeutschen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und der ostdeutschen Landtage zur Angleichung der Renten gegeben. „Es war ein langer Weg – und jetzt sind wir am Ziel: Die Rentenangleichung zwischen Ost und West kommt jetzt.“

Weitere Anstrengungen seien bei der Angleichung der Löhne erforderlich, auch mit Blick auf die Renten von morgen. „Die Angleichung der Löhne geht nicht per Verordnung. Da sind vor allem die Arbeitgeber gefragt.

Aber auch wir Länder können Impulse setzen, indem wir zum Beispiel bei öffentlichen Aufträgen auf Tariftreue achten“, so die Ministerpräsidentin. „Es ist 33 Jahre nach der Deutschen Einheit nicht mehr zu erklären, dass Ostdeutsche länger arbeiten müssen und geringere Löhne erhalten.“

SchülerFerienTicket MV

Meyer: Ticket bietet attraktive Möglichkeiten, Mecklenburg-Vorpommern noch besser kennen zu lernen

Schwerin – Schüler fahren auch in diesen Sommerferien wieder besonders günstig durch Mecklenburg-Vorpommern. Vom 15. Juli bis zum 27. August 2023 können sie mit dem SchülerFerienTicket MV für 32 Euro alle Nahverkehrszüge im Land in der zweiten Klasse, Straßenbahnen, Linienbusse sowie die Rostocker Fähren in Warnemünde und im Stadthafen nutzen. „Für Schülerinnen und Schülern bietet das SchülerFerienTicket MV attraktive Möglichkeiten, Mecklenburg-Vorpommern noch besser kennen zu lernen.

Das Ticket gilt auch für eine Fahrt von Mecklenburg-Vorpommern nach Berlin Hauptbahnhof und Hamburg Hauptbahnhof und zurück. Damit sollte in den Ferien keine Langeweile aufkommen“, sagt der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

„Im Ticket enthalten sind wieder Vergünstigen beim Eintritt, die wir gemeinsam auch in diesem Jahr mit unseren langjährigen Kooperationspartnern für die Schüler und Schülerinnen anbieten können“, erklärt Daniel Bischof, Geschäftsführer der VMV-Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern.

Anspruch auf das Ticket haben alle Schülerinnen und Schüler, die zu Ferienbeginn nicht älter als 21 Jahre sind und eine allgemeinbildende Schule besuchen. Beim Kauf ist der Schülerausweis oder ein vergleichbarer Berechtigungsnachweis vorzulegen. Das SchülerFerienTicket 2023 ist ab dem 19.06.2023 online unter www.sft-mv.de oder bei den Verkehrsunternehmen vor Ort erhältlich. Weitere Informationen zum Schülerferienticket unter www.sft-mv.de.

Tag der Verkehrssicherheit

Christian Pegel: „Jedes Opfer auf unseren Straßen ist eins zu viel“

Schwerin – Morgen mahnt der jährliche „Tag der Verkehrssicherheit“ dazu, im Straßenverkehr achtsam und verantwortungsvoll unterwegs zu sein. Mit der bundesweiten Aktion „Wir für #VisionZero“ also für null Getötete im Straßenverkehr – rücken in diesem Jahr die schwächeren Verkehrsteilnehmenden in den Mittelpunkt.

„Die aktuellen Zahlen sprechen für sich: Im ersten Halbjahr dieses Jahres starben auf unseren Straßen im Land 24 Menschen, 390 wurden schwer und 18 leicht verletzt“, sagt Innenminister Christian Pegel in Schwerin und fügt hinzu:

„Jedes Opfer auf unseren Straßen ist eins zu viel, wir müssen es schaffen, besonders auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger, Radfahrer aber auch Motorradfahrer, Rücksicht zu nehmen. Sie alle haben keine Knautschzonen oder andere hochwirksamen Schutzmechanismen. Wir haben es als Verkehrsteilnehmer selber in der Hand, im Straßenverkehr potenzielle Gefahren zu vermeiden. Wir alle wollen gesund und sicher ans Ziel kommen, lassen sie uns gemeinsam mehr Rücksicht nehmen.“

Jährlich wird seit 2005 am dritten Samstag im Juni vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat besonders auf die Bedeutung der Verkehrssicherheit für alle im Alltag aufmerksam gemacht und dient dazu, die Öffentlichkeit für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Ein neues Highlight im Zoo Rostock

Spatenstich für die Robbenanlage / Eröffnung ist für Spätherbst 2024 geplant

Rostock – Die alte Robbenanlage ist Geschichte und bereits komplett abgetragen. Jetzt nimmt das Baugeschehen Fahrt auf. Heute haben Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte, Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, die Präsidentin der Rostocker Bürgerschaft, Regine Lück, und Architekt Sezai I. Candan gemeinsam mit Zoodirektorin Antje Angeli den offiziellen Spatenstich vollzogen und über den weiteren Zeitplan informiert.

„Wir sind sehr froh, dass wir jetzt durchstarten können“, betonte Zoodirektorin Antje Angeli. „Ein großes Dankeschön geht an das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern und die Hanse- und Universitätsstadt Rostock, ohne die die Durchführung dieses Projektes nicht möglich gewesen wäre.“

„Im Rostocker Zoo entsteht ein attraktiver Anlaufpunkt. In der Robbenanlage wird den Besucherinnen und Besuchern in anschaulicher Weise Wissenswertes vermittelt. Es ist wichtig, dass wir im ganzen Land eine gute ausgebaute touristische Infrastruktur haben, um Einheimischen und Gästen stets Neues zu präsentieren. Deshalb unterstützen wir die Zoos und Tiergärten im Land bei ihren Vorhaben“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte.

Im Zoo Rostock entsteht derzeit eine neue Anlage für die Seehunde und Seebären mit einem Investitionsvolumen von rund elf Millionen Euro. Eine zeitliche Verzögerung wurde genutzt, das Projekt nochmals weiterzuentwickeln. In der zukünftig nur aus einem großen statt aus zwei Wasserbecken bestehenden Anlage werden Seehunde und Seebären vergesellschaftet zusammenleben.

Um den höchsten Standards einer artgerechten und modernen Tierhaltung zu genügen, wird eine wesentliche Verbesserung der Haltungsbedingungen durch moderne Filtertechnik sowie die Haltung der Robben in Salzwasser anstelle von Süßwasser erreicht. Auch die Gestaltung der Anlage wird sich deutlich verbessern. Kleine Inseln werden den Tieren Platz zum Verweilen und Sonnen bieten. Terrassierte Felsen bieten gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten.

Große Sichtscheiben ermöglichen für die Besucherinnen und Besucher Unterwassereinblicke und auf neu errichteten, überdachten Traversen können die regelmäßig stattfindenden Schaufütterungen beobachtet werden. Ein umfassender Bildungsbereich wird durch Schautafeln, Modelle und interaktive Angebote über Meeressäuger und ihren Lebensraum informieren. Themen zum Natur- und Artenschutz werden hier ebenfalls präsentiert.

Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger lobte das Engagement des Zoos, die Robbenanlage zukunftssicher und tiergerecht zu gestalten. „Wir freuen uns für die Robben und für die Besucherinnen und Besucher, denn für alle soll der Spaß im Mittelpunkt stehen! Der Zoo hat das wieder sehr kreativ und verlässlich geplant und dabei auch immer den Austausch mit der Stadt und dem Land gesucht. Für das neue Highlight unseres Zoos ziehen wir weiter an einem Strang.“

„Wir prüfen derzeit, in welchem Umfang wir auch bei den Mehrkosten helfen können und sind hierzu im Gespräch“, sagte Jochen Schulte. Das Wirtschaftsministerium hatte bislang einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 5,5 Millionen Euro ausgereicht.

Seit 1990 sind eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen des Rostocker Zoos im Rahmen der Infrastrukturförderung mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 42,95 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium begleitet worden. Dazu zählen beispielsweise die Errichtung des Darwineums und der Bau des Polariums.

Der Baustart für die Erdbauarbeiten bis zu einer Tiefe von fünf Metern ist für den kommenden Monat angesetzt. Diese sollen bis Anfang Oktober abgeschlossen sein, so dass anschließend die Technikhalle durch das Gewerk Rohbau errichtet werden kann. Weitere Leistungen und Baugewerke werden aktuell ausgeschrieben. Die Eröffnung der Robbenanlage mit Informationen zu den Tieren und zum Natur- und Artenschutz sowie einer Tribüne und Panoramascheiben für einen freien Blick unter Wasser ist für Spätherbst 2024 vorgesehen.

Im vergangenen Sommer wechselten die Südafrikanischen Seebären Daisy (27) und Egoli (26) in den hessischen Zoo Frankfurt am Main, wo sie auch geboren worden sind. Die beiden Seebärenweibchen haben in der Zwischenzeit zwei junge Männchen aus Schweden als Gesellschaft dazu bekommen. „Es geht ihnen sehr gut im Frankfurter Zoo“, berichtete Säugetierkuratorin Daniela Lahn. „Aufgrund des fortgeschrittenen Alters werden die beiden Seebärinnen dort auch ihren Ruhestand verbringen und nicht in den Zoo Rostock zurückkehren.“

Die Seehunde Susi (35), Gizmo (22) und Sammy (2) sind Ende vergangenen Jahres ins Rostocker Marine Science Center im Yachthafen Hohe Düne umgezogen. „Das Trio fühlt sich dort sichtlich wohl, beteiligt sich ausgiebig beim Training und alle drei fressen gut. Besonders freuen wir uns darüber, dass unsere Seehunddame Susi trächtig ist und somit, wenn alles gut geht, vier Seehunde in den Zoo zurückkommen werden“, so die Kuratorin.

Da im Marine Science Center nur männliche Tiere gehalten werden, wurden mit Ausnahme von Susi weitere Weibchen an andere Zoos vermittelt. Seehundrobbe Lilly (18) zog ebenfalls in den Zoo Frankfurt, wo sie am 30. Juli ihr Jungtier Otto zur Welt gebracht hat. Vater ist der Rostocker Gizmo. Das 2019 in Rostock geborene Seehundmädchen Lotte (4) lebt jetzt im Tierpark Nordhorn in Niedersachsen. Nachwuchs könnte es künftig auch bei den Südafrikanischen Seebären geben; dort ist eine neue Gruppe mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen geplant.

„Auf die Rückkehr ihrer Patentiere Susi, Gizmo und Sammy freut sich auch die OstseeSparkasse Rostock, die seit 30 Jahren zu den wichtigsten Förderern des Zoos gehört, unter anderem als Premiumpartner für den Natur- und Artenschutz. „Toll, dass eine regionale Kooperation die Ausquartierung so nah ermöglicht hat und ein Besuch unserer Patentiere im Marine Science Center gerade jetzt in der Saison täglich möglich ist. Wir sind schon heute gespannt auf eine moderne Robbenanlage und einen neuen Leuchtturm für den Zoo Rostock“, sagte OSPA-Vorstandmitglied Karsten Pannwitt.

Unterdessen bat Zoodirektorin Antje Angeli um Geduld während der laufenden Bauarbeiten. „Das Neubauprojekt ist erneut eine große Herausforderung für den Zoo und sorgt durch die Wegesperrungen auch für Einschränkungen und längere Wege, für die wir unsere Besucherinnen und Besucher um Verständnis bitten möchten. Dafür gibt es in vielen Gehegen in unserem schönen Zoo Nachwuchs zu bestaunen. Mehr als 50 Jungtiere, von Pinguin-Küken bis zu unseren Elch-Zwillingen, freuen sich auf zahlreiche Zoogäste. Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Förderern und Unterstützern unserer neuen Robbenanlage herzlich bedanken.“

Erinnerung an Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Ministerpräsidentin Schwesig erinnert an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Schwerin – Vor 70 Jahren, am 17. Juni 1953, protestierten in der DDR mehr als eine Million Menschen gegen die SED-Diktatur.

„Das Ende der DDR ist eine Geschichte des Glücks. Die Menschen in Ostdeutschland haben sich 1989 mit friedlichen Mitteln Mitsprache und Demokratie erstritten“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Es darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass mutige Bürgerinnen und Bürger sich schon vor der Wende gegen das Regime erhoben hatten. Auch der Volksaufstand des 17. Juni 1953 erzählt vom Wunsch nach Freiheit und Demokratie.“

In mehr als 700 Orten der DDR legten Menschen ihre Arbeit nieder und forderten die Senkung der Arbeitsnormen, die Freilassung politischer Gefangener, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands.

Schwesig: „Die Antwort des Regimes war Gewalt und Unterdrückung. Sowjetische Panzer und Soldaten schlugen den Aufstand brutal nieder und erstickten jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 55 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden festgenommen. Ihnen gedenken wir heute. Wir werden sie nicht vergessen!“

Mit der Niederschlagung wollte die SED-Diktatur nicht nur ihre Macht sichern, sondern gleichermaßen die Bevölkerung zum Schweigen bringen, sagte Schwesig.

„Es führt eine Linie vom 17. Juni 1953 zur Friedlichen Revolution im Herbst 1989: Viele Menschen in der DDR wollten angesichts der Probleme im Land nicht länger schweigen – und gingen deshalb genau wie ihre mutigen Vorgängerinnen und Vorgänger im Juni 1953 auf die Straße. Dieses Mal mit einem glücklichen Ausgang.“

Schwesig nahm heute an der Gedenkveranstaltung des Bundesrats zum 17. Juni teil.

Förderung der Gesundheitswirtschaft

Meyer: Die zusätzliche Förderung der Gesund-heitswirtschaft ist ein Beleg für den hohen Stellenwert der Branche in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – „Ich freue mich, dass der Antrag zur Unterstützung von zukunftsweisenden Ideen, in der sehr heterogenen Branche der Gesundheitswirtschaft, eine breite Unterstützung im Landtag erhalten hat. Insgesamt sollen 1 Million Euro unter anderem für die Fortführung des in der Vergangenheit sehr erfolgreichen Ideenwettbewerbes Gesundheitswirtschaft eingesetzt werden.

Von der Förderung haben bereits junge Start-ups, wie zum Beispiel ENTAVA GmbH (ehemals INOVA Protein) oder GWA Hygiene profitiert. Unternehmen die heute sehr erfolgreich auf dem Markt agieren“, sagte Wirtschaftsminister Meyer im Rahmen der Sitzung des Landtages.

Im Rahmen des Wettbewerbes kann das Potenzial der Branche durch Vernetzung, Marketing, Fachkräftesicherung und Internationalisierung weiter erschlossen und somit die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standortes Mecklenburg-Vorpommern gestärkt.

„Um an die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Branche der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern anzuknüpfen, bedarf es der kontinuierlichen Umsetzung von Koordinierungs- und Netzwerkarbeit auf hohem Niveau, die durch die BioCon Valley® GmbH geleistet wird“, führte Minister Meyer weiter aus.

Die besondere Position der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2021 im unterzeichneten Koalitionsvereinbarung festgeschrieben. Danach soll die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft als zukunftsweisender Wirtschaftszweig verstärkt fortgesetzt werden. Ziel ist es, das Wachstumspotenzial der Branche für Beschäftigung und Wertschöpfung optimal zu nutzen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin national und international als Gesundheitsland zu präsentieren.

Mehr Kitas, weniger Tagespflegeeltern

Oldenburg: Krippe oder Tagespflege ist eine Entscheidung der Eltern

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern werden Kinder unter drei Jahren immer seltener von Tagespflegepersonen gefördert und betreut. Das Bildungsangebot in Kindertageseinrichtungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2006 gab es im Land noch 1.004 Kindertagesstätten, im vergangenen Jahr waren es bereits 1.134 Einrichtungen, also 130 Kitas mehr. Die Zahl der Tagespflegepersonen hat sich hingegen von 1.429 im Jahr 2006 auf 772 im Jahr 2022 verringert. Damit hat sich die Anzahl fast halbiert.

„Die Entscheidung für die Kinderkrippe oder für die Tagespflegeeltern ist eine Entscheidung der Eltern, die sie unter vielen Abwägungen treffen“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ein weiterer Grund für den Rückgang der Tagespflegestellen ist die Altersstruktur der Fachkräfte.“ Im Jahr 2021 waren von den 818 Kindertagespflegepersonen 146 in einem Alter von über 60 Jahren. Sie erreichen demnächst das Ruhestandsalter. Außerdem komme ihre unterschiedliche Vergütung hinzu, die durch die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe festgelegt werde.

„Um hier Verbesserungen zu erzielen, gibt es die politischen Gremien vor Ort – die Kreistage, die Stadtvertretung, die Bürgerschaft oder die direkten Gespräche mit den Landräten. Eine landeseinheitliche Vergütungsregelung kann es nicht geben – im Übrigen wie bei den Erzieherinnen und Erziehern auch nicht – denn das wäre ein Eingriff in die Selbstverwaltung der kommunalen Ebene bzw. der Einrichtungsträger. Darüber hinaus ist eine landeseinheitliche leistungsgerechte Ausgestaltung einer Vergütung aus rechtlichen Gründen unzulässig. Die Landesregierung strebt jedoch weitere Verbesserungen an, um die Situation der Tagespflegepersonen zu verbessen“, sagte Oldenburg.

Im Rahmen der 4. Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) ist die Umsetzung folgender Vorschläge geplant:

  • Kindertagespflegepersonen mit einer Qualifikation als Erzieherin bzw. als Erzieher dürfen bis zu sechs Kinder gleichzeitig betreuen.
  • Der Zusammenschluss von bis zu drei Kindertagespflegepersonen soll in ganz oder teilweise genutzten Räumlichkeiten, sogenannten Großtagespflegestellen, künftig ebenfalls möglich sein.
  • Es soll zudem möglich sein, dass Kindertagespflegepersonen auch Kinder in Krippen betreuen dürfen, wenn sie über eine langjährige Berufserfahrung verfügen, über eine QHB-Qualifizierung von 300 Stunden sowie einer regelmäßigen Teilnahme an Fortbildungen.

Diese Vorschläge werden von den Expertinnen und Experten im Anhörungsprozess bewertet. Weitere Ideen können von ihnen eingebracht werden.