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Tag: 30. Oktober 2026

Ausbildungsmarktbilanz 2025/26

Nürnberg – „Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche sind die Ausbildungsstellenmeldungen weiter deutlich zurückgegangen. Die Bewerberzahl hat dagegen nochmals leicht zugenommen. In der Folge haben sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert. Doch auch jetzt gibt es noch Möglichkeiten – wir helfen weiterhin bei der Ausbildungssuche“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Bilanz des Berufsberatungsjahres 2025/26.

Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 469.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Darunter waren 453.000 betriebliche Ausbildungsangebote, 31.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. 447.000 Bewerberinnen und Bewerber nahmen die Ausbildungsvermittlung in Anspruch. Das waren 3.000 mehr als im vorherigen Berufsberatungsjahr.

Insgesamt lagen das gemeldete Angebot und die gemeldete Nachfrage sehr nahe beieinander: Auf 100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen kamen rechnerisch 99 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber; im Vorjahr waren es noch 92 gewesen.

Wie in den vergangenen Jahren ist der Markt aber von großen Passungsproblemen geprägt, die den Ausgleich erschweren. Dies führte im Zusammenspiel mit der schwachen wirtschaftlichen Lage dazu, dass sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert haben.

So haben bis Ende September 2026 179.000 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildung begonnen, 12.000 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent und ist der geringste Wert seit der Wiedervereinigung.

Gleichzeitig waren 46.000 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, 6.000 mehr als im letzten Jahr am 30. September. Damit blieben 10 Prozent der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot.

17 Prozent wichen auf einen weiteren Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium aus und 2 Prozent auf eine geförderte Qualifizierung wie eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere 8 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen, 2 Prozent engagieren sich in gemeinnützigen sozialen Diensten und 5 Prozent haben sich arbeitslos gemeldet. Von 14 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber liegt keine Rückmeldung zum Verbleib vor.

Neben den 46.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern sind 47.000 junge Menschen zum 30. September zwar in eine Alternative eingemündet, z.B. einen weiteren Schulbesuch, haben aber ihren Vermittlungswunsch in eine duale Ausbildung aufrechterhalten. Auch ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und zwar um 3.000.

Am 30. September 2026 waren noch 48.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. Gegenüber dem Vorjahr waren das 8.000 weniger. Besonders schwer fiel die Besetzung von Ausbildungsstellen in Lebensmittelberufen, in Bau- und baunahen Berufen, in der Gastronomie, in Metallberufen oder auch im Berufskraftverkehr.

Neben den dualen Ausbildungsstellen waren 66.000 schulische Ausbildungsangebote in Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen sowie Beamtenausbildungen gemeldet. Dem standen ebenso viele gemeldete Bewerberinnen und Bewerber gegen-über. Am Ende des Ausbildungsjahres waren noch jeweils rund 7.000 dieser Ausbildungsangebote unbesetzt und Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.

Um noch suchende Bewerberinnen und Bewerber mit noch unbesetzten Ausbildungsstellen zusammenzubringen, werden die Vermittlungsaktivitäten bis Ende des Jahres fortgesetzt. Erfahrungsgemäß melden sich in den nächsten Wochen noch junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.

Zusammen mit den aktuell noch bei Agenturen und Jobcentern gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätzen, freien Einstiegsqualifizierungen, außerbetrieblichen Ausbildungsstellen und Berufsvorbereitungsmaßnahmen stehen viele Angebote zur Verfügung, um ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen einen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Auch Betriebe haben noch Chancen, offene Ausbildungsstellen zu besetzen.

Arbeitsmarkt im Oktober 2026 – Herbstbelebung bleibt schwach

Nürnberg – „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für eine Besserung am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht ausreichend. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt im Oktober vergleichsweise schwach aus“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Juni:-40.000 auf 2.955.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +44.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:-0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Im Zuge der – weiter verhaltenen – Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Oktober 2026 um 40.000 auf 2.955.000 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat jedoch um 4.000 gestiegen. Verglichen mit dem Oktober des letzten Jahres liegt sie um 44.000 höher. Die Arbeitslosenquote hat sich im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im September auf 4,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im Oktober gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Mit 3.592.000 war sie um 28.000 höher als vor einem Jahr.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 26. Oktober für 22.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August 2026 zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten wurde in diesem Monat für 98.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 20.000 weniger als im Vormonat und rund 66.000 weniger als vor einem Jahr. Im längerfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert aber weiterhin etwas erhöht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September 2026 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 3.000 verringert. Mit 45,77 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 211.000 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Juli auf August 2026 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 14.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie aber mit 34,87 Millionen Beschäftigten um 45.000 niedriger. 7,57 Millionen Personen hatten im August 2026 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 56.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,02 Millionen ausschließlich und 3,55 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Die Arbeitskräftenachfrage bleibt weiter schwach. Im Oktober waren 654.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 31.000 mehr als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – sank im Oktober 2026 um 1 Punkt auf 102 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der BA-X um 4 Punkte höher aus.

968.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Juni 2025 Arbeitslosengeld, 101.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im Juni auf 3.929.000. Gegenüber Juni 2024 war dies ein Rückgang um 76.000 Personen. 7,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

1.065.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Oktober 2026 Arbeitslosengeld, 88.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten belief sich hochgerechnet im Oktober auf 3.659.000. Gegenüber Oktober 2025 war dies ein Rückgang um 172.000 Personen. 6,8 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.