Selbstbestimmung am Lebensende

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese eröffnete heute den Hospiz- und Palliativtag 2019 in Wittenburg. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand die gesundheitliche bzw. vorausschauende Versorgungsplanung, „Advanced Care Planning“. „Das ist ein immer wichtiger werdendes Thema. Die Gewährleistung der Selbstbestimmung am Lebensende, so wie es in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen festgeschrieben ist, muss im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen“, erklärte Drese in ihrem Grußwort.

Die Sozialministerin führte aus, dass dies gelingen würde, wenn jede stationäre Pflegeeinrichtung ein konkretes Konzept zur Sterbebegleitung der Bewohnerinnen und Bewohner entwickelt. „So ein Konzept muss festschreiben, wie sich die Zusammenarbeit mit den umliegenden Versorgern kooperativ gestaltet oder wie eine individuelle Sterbebegleitung z.B. zu Hause mit dem eigenen Personal gewährleistet werden kann.“ Entscheidende Voraussetzung für die richtige Versorgung sei eine starke Vernetzung der Akteure, so Ministerin Drese.

Mit dem 2015 in Kraft getretenen Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung wurde die gesetzliche Grundlage für das Advanced Care Planning geschaffen. Das Gesetz enthält eine Vielzahl von Maßnahmen, die die Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase verbessern und einen flächendeckenden Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung fördern.

Ministerin Drese informierte, dass sich bereits gute Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt haben: „Vielerorts existieren Informations- und Beratungsangebote, zum Beispiel durch Hospizvereine, Palliativärzte oder Pflegeeinrichtungen. Versicherte haben einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch die Krankenkassen bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung. Nicht immer ist dies aber hinreichend bekannt. Veranstaltungen wie heute helfen deshalb dabei, dieses Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.“

Organisiert wird die regelmäßig stattfindende Veranstaltung von der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativmedizin M-V (LAG). Die LAG ist ein Zusammenschluss der im Bereich Hospiz- und Palliativmedizin tätigen Dienste und Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Hierzu zählen ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, Träger von Hospizdiensten, Palliativstationen, SAPV-Teams und Einzelmitglieder. Ziel der LAG ist die Förderung der Hospizarbeit und Palliativversorgung in Mecklenburg-Vorpommern und die Verknüpfung der einzelnen Dienste untereinander. Sie wurde im November 2000 gegründet.

10 Jahre Institut für Allgemeinmedizin

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Sonnabend dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock zum zehnjährigen Bestehen gratuliert.

„Hausärzte übernehmen eine wichtige Schlüsselfunktion in der Behandlung Erkrankter. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen und auch seelischen Problemen, geben Rat und initiieren die ersten Behandlungsschritte. Das Institut für Allgemeinmedizin trägt mit seinem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot für Mediziner einen erheblichen Anteil an der hohen Qualität der Ärzte im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das Institut für Allgemeinmedizin engagiert sich in der Ausbildung von Studierenden sowie in der allgemeinmedizinischen Forschung. Zudem unterstützt es die Verbundweiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock. Für Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) bietet das Kompetenzzentrum pro Jahr acht landesweite Weiterbildungstage an.

Neben allgemeinmedizinisch-ärztlichen Themen werden auch weitere Aspekte wie z. B. Praxismanagement, Teamleitung sowie intra- und interprofessionelle Zusammenarbeit bearbeitet.

„Wir wollen die Allgemeinmedizin auf einem hohen Qualitätsniveau weiterentwickeln. Dabei unterstützt das Institut für Allgemeinmedizin mit seinen Aus- und Weiterbildungen, die neben den medizinischen Aspekten auch wichtige Elemente wie beispielsweise die Arzt-Patienten-Kommunikation trainieren. Im Anschluss an die Ausbildung muss es gelingen, die Medizinstudierenden für eine Tätigkeit in hausärztlichen Praxen in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Dafür bieten wir attraktive Anreize“, sagte Glawe.

Gesundheitsminister Glawe verwies unter anderem auf die Medizinstipendien. Studierende, die an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern immatrikuliert sind, können einen Antrag auf ein monatliches Stipendium in Höhe von 300 Euro einreichen. Für die finanzielle Unterstützung verpflichten sich die Medizinstudierenden im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen – ambulant, im Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns – ärztlich tätig zu sein.

Zudem erhalten Medizinstudierende in Mecklenburg-Vorpommern, die einen Teil ihres Praktischen Jahres in einer niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren, während dieser Zeit eine weitere finanzielle Unterstützung. Studierende der Medizin in Mecklenburg-Vorpommern können während eines Tertials des Praktischen Jahrs in niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxen eine finanzielle Unterstützung von 200 Euro pro Monat erhalten. Bei Einsätzen in Praxen, die außerhalb der Universitätsstädte Greifswald und Rostock liegen, haben Studierende die Möglichkeit, eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 800 Euro pro Monat zu erhalten. Die Förderung ist auf 16 Wochen begrenzt.

„In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit über 200 Weiterbildungsassistenten tätig; das sind Ärzte, die nach ihrer Approbation eine Facharzt-Weiterbildung durchlaufen. Davon wollen wir möglichst viele als Hausärzte gewinnen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Derzeit wird zudem ein Gesetz zur „Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung mit besonderem öffentlichen Bedarf des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Weg gebracht – die Landarztquote. Ab dem Wintersemester 2021 soll jeder zehnte Medizin-Studienplatz an den Universitäten für diejenigen reservieren, die für zehn Jahre als Landärzte im Land tätig werden, auch wenn der Numerus clausus für den Studienstart nicht erfüllt wird.

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gegenwärtig rund 1.200 Hausärzte. 35 Prozent von ihnen sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in 6 bis 15 Jahren in den Ruhestand.

Neues Bettenhaus geplant

Anklam – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Freitag eine Fördermittelzusage für den Neubau eines Bettenhauses an das AMEOS Klinikum Anklam übergeben.

„Die AMEOS Klinik in Anklam hat für die Region als Gesundheitsversorger und Arbeitgeber eine hohe Bedeutung. Mit dem Neubau des Bettenhauses und den daraus folgenden Modernisierungen werden sich die Bedingungen für die Patienten und die Mitarbeiter erheblich verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Für den Neubau ist geplant, im Erdgeschoss einen neuen Haupteingang mit Cafeteria und Besprechungsräumen sowie die Notaufnahme einzurichten. Die Pädiatrie und die Intensivstation werden ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht. Im Obergeschoss sollen die Stationen Innere Medizin, Gynäkologie und Chirurgie untergebracht werden. Räumlichkeiten wie die psychiatrische Tagesklinik und sonstige medizinische Räume (beispielsweise die Ambulanzen) werden in den jetzigen Räumlichkeiten belassen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Das Gesundheitsministerium unterstützt das Vorhaben in Höhe von 25 Millionen Euro. Die Gesamtkosten des Neubaus betragen mehr als 29 Millionen Euro.

„Die Klinik ist ein modernes Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Greifswald ist zudem sichergestellt, dass die aktuellsten medizinischen Entwicklung ihren Weg nach Anklam finden“, sagte Glawe.

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.142 Betten und 1.428 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Insgesamt wurden den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2018 Einzelfördermittel (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von rund 41 Millionen Euro und Pauschalfördermittel (Förderung für kleinere bauliche Maßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter) in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro ausgereicht. Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als 2,8 Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen.

„Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Um für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sorgen, nehmen die Kliniken auch perspektivisch eine zentrale Rolle ein“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Das Anklamer Klinikum gehört zur AMEOS Gruppe mit Sitz in Zürich, die nach eigenen Angaben 13.300 Mitarbeiter in 85 Einrichtungen (Krankenhäuser, Poliklinika, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen) an 47 Standorten beschäftigt.

Die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH hat insgesamt 324 Planbetten und 37 tagesklinische Plätze. Der private Krankenhausträger ist Arbeitgeber für rund 700 Mitarbeiter. Das Krankenhaus Anklam ist mit 101 Planbetten in den Fachabteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin im Krankenhausplan ausgewiesen. Nach Angaben des Krankenhausträgers werden in Anklam jährlich etwa 400 Babys geboren. Im Jahr 2018 wurden nach Angaben des Klinikums 5.500 Patienten stationär und rund 5.100 Patienten ambulant behandelt.

Gesundheitspotential Wald in Girona (Spanien)

Schwerin – „Gesundheitspotential Wald“ – unter diesem Motto fand der 3. Internationale Kongress für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft im spanischen Girona statt.

„Wälder haben ein erhebliches Potential in der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention. Die bekannte Wohlfühlnutzung des Waldes ist nicht ausreichend. Wir müssen den Wald als medizinisches Therapeutikum im Sinne eines prädikatisierten Heilwaldes besser verstehen lernen und das mit Hilfe dringend notwendiger wissenschaftlicher Studien zur Dosis- Wirkungsbeziehung und dazu, welche therapeutischen Indikationen am vielversprechendsten sind oder auch wie Heilwälder in der Prävention und in der Rehabilitation von Krankheiten wirken können. Dabei gilt es, die bestehende internationale Vorreiterrolle Mecklenburg-Vorpommerns zu behalten. Unsere Experten waren als Fachvortragende auf den Kongress eingeladen worden. Und alle konnten überzeugen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph, der vor Ort war.

Auf dem Kongress wurden internationale Projekte vorgestellt und deren Umsetzung in allgemeingültige Qualitätsstandards für Heilwälder sowie Grundlagen für ein strukturiertes Zertifizierungssystem diskutiert.

„Wir wollen in Mecklenburg-Vorpommern eine Zertifizierungsstelle Heilwald einrichten. So erreichen wir einheitliche Standards für prädikatisierte Wälder. Zugleich ist es möglich, das Curriculum für die Aus- und Fortbildung von hochqualifizierten Heilwaldtherapeuten einheitlich zu gestalten und zu internationalisieren. Ohne hochqualifizierte Heilwaldtherapeuten wird eine bewusst gezielte Wirkung auch unseres ersten Heilwaldes Europas in Heringsdorf auf Usedom kaum möglich sein“, sagte Rudolph.

„Unser Ziel ist es zu verstehen, warum und wie der Wald als wissenschaftlich evidentes Therapeutikum wirkt, um zukünftig relevante Anwendungen auf Rezept möglich zu machen, erstattet von den Kostenträgern. Die Nutzung des Heilwaldes als Therapeutikum darf keine Frage des Geldbeutels unserer Bürgerinnen und Bürger sein, sondern ausschließlich von den Antworten wissenschaftlich evidenzbasierter Studien abhängen“, so Rudolph weiter vor Ort.

In Girona tagte auch die Internationale Heilwald Fachgesellschaft „International Society of Forest Therapy (ISFT)“ als wissenschaftlicher Mitgestalter des Kongresses. Die weltweiten Mitglieder aus Europa, Asien, den USA und Südamerika wählten Professor Dr. Horst Klinkmann zum Präsidenten der Fachgesellschaft.

„Die Idee des Heilwaldes wurde durch Professor Doktor Horst Klinkmann in Mecklenburg-Vorpommern geboren und erstmals 2012 auf der Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft ausgesprochen. Ich gratuliere Professor Doktor Klinkmann zu seiner Wahl und habe die Unterstützung seiner Arbeit durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Wirtschaftsministerium zugesagt. Ich verstehe die International Society of Forest Therapy als qualitative und Nutzen stiftende Ergänzung zu den bestehenden Waldtherapie-Organisationen. So gelingt es uns, weltweit vorhandenes Wissen zu bündeln und gezielt wissenschaftlich weltweit zu kooperieren. Evidenzbasierte wissenschaftliche Studienergebnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen von Anwendungen in Heilwäldern sind Voraussetzung für eine zukünftige Kostenübernahme der Therapie durch Krankenkassen, Rentenversicherungen oder andere Finanziers von Gesundheit. Ich bin stolz darauf, dass die Geschäftsstelle der International Society of Forest Therapy bei der BioCon Valley GmbH angesiedelt ist. Das ist ein deutlicher Vertrauensbeweis der internationalen Fachwelt gegenüber unserer Leistungsfähigkeit“, sagte Rudolph.

„Wenn wir auch morgen eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung vorhalten wollen, müssen wir bereits jetzt über neue Aspekte, über neue Produkte nachdenken, die nachhaltig und urwüchsig sind. Und genau das werden unter anderem die zertifizierten Heilwälder sein. Die Summe der Maßnahmen wird die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern weiter stärken“, sagte Rudolph.

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Mit rund 154.000 Erwerbstätigen arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte in dieser Branche. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes liegt bei 15 Prozent (5,8 Milliarden Euro). Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern wird in der Gesundheitswirtschaft erarbeitet. Damit belegt die Branche im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz.

„Unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern spielt bei der Gestaltung und Nutzung von Heilwäldern eine Vorreiterrolle. Andere Bundesländer wie Bayern und Rheinland-Pfalz greifen unsere Ideen auf. Weltweit besteht großes Interesse an der Idee Heilwald, so gibt es unter anderem Anfragen aus Bulgarien, Vietnam und Serbien“, sagte Rudolph.

Im Seeheilbad Heringsdorf (Insel Usedom) wurde 2017 der erste Heilwald Europas ausgewiesen. Derzeit entsteht dort zusätzlich ein Kinderheilwald, der auf die Bewegungsförderung ausgerichtet ist und damit der Prävention von Übergewicht und weiteren bewegungsassoziierten Erkrankungen dient.

In Graal-Müritz (Landkreis Rostock) erfolgt derzeit die Ausgestaltung eines zukünftigen Kurwaldes mit einem Aktivbereich und einem Erholungsbereich. In weiteren fünf Kur- und Erholungsorten des Landes sind die Planungen sehr weit fortgeschritten und sieben Kommunen untersuchen ihre Chancen und Möglichkeiten zur Etablierung eines Kurwaldes oder Heilwaldes.

Des Weiteren geht es um eine Angebotsstrukturierung und Vermarktung, d.h. die Entwicklung bedarfsgerechter Programme und Bereitstellung über eine App. Eine Pilotstudie soll einen Nachweis der Wirkung des Heilwaldes bei chronischen Schmerzen erbringen und die Qualifizierung zum Heilwaldtherapeuten untermauern. Der internationale Erfahrungsaustausch soll verstärkt werden.

„Die ernsthafte Arbeit an prädikatisierten Kur- und Heilwäldern bietet große Chancen für die Gesundheitsbranche und den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb unterstützen wir diese Entwicklung umfänglich. Neben den gesundheitlichen Aspekten zur Prävention und Rehabilitation von Krankheiten schaffen alle Beteiligten zusätzlich attraktive Angebote für Aktivurlauber“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 thematisiert und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwäldern im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt und weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten um.

Bei Kurwäldern handelt es sich um Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu prädestiniert sind, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten.

Heilwälder sind Waldgebiete, die zur therapeutischen Nutzung für Patientinnen und Patienten mit speziellen Indikationen gestaltet sind.

Erholungswälder sind Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften geeignet sind, eine erholende und entschleunigende Wirkung zu entfalten.

In Mecklenburg-Vorpommern ist fast ein Viertel der Fläche mit Wald bedeckt und etwa 65 Prozent der Außenküste zur Ostsee bewaldet. Im Binnenland liegen viele der rund 2.200 Seen eingebettet in Waldgebiete. Die 70 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorte in Mecklenburg-Vorpommern verfügen mit 72.000 Hektar über besonders viel Wald.

Digitale Vordenker gesucht

Gesundheitspreis MV 2020 für innovative Projekte im Land ausgeschrieben

Schwerin – „Digitale Vordenker gesucht“: So lautet das Motto, mit dem die AOK Nordost und die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern praxiserprobte und zukunftsweisende Projekte suchen. Bereits zum vierten Mal wird der mit 30.000 Euro dotierte Innovationswettbewerb von der Selbstverwaltung der Gesundheitskasse und der Landesärztekammer ausgeschrieben.

Der Wettbewerb widmet sich jeweils einem Thema, das eine besondere Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Land hat. Gesucht werden zukunftsweisende Versorgungskonzepte, die zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen können und den Lebens- und Versorgungsalltag für Ärzte, Pflegende und Patienten erleichtern.

„Die Digitalisierung ist in vielen Bereichen im Alltag spürbar. Ich sehe die Digitalisierung des Gesundheitswesens dabei als Chance und als einen von vielen Wegen, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und weiter zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Wirtschaftsminister Glawe hat die Schirmherrschaft des Wettbewerbs übernommen.

Der Gesundheitspreis MV 2020 widmet sich dem immer bedeutsamer werdenden Thema der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung. Diese bietet den Akteuren im Gesundheitswesen die Chance, die medizinische Versorgung und die damit verbundenen Strukturen im Interesse der Ärzte, Pflegenden und Angehörigen neu zu denken, zu entwickeln und zu vernetzen. Aktuelle digitale Innovationen und Technologien wie tele-medizinische Versorgungsangebote, sektorenübergreifende und digitale Arztnetze oder auch der Einsatz einer digitalen Patientenakte in der Uecker-Randow-Region zeigen bereits heute einen echten Mehrwert für alle Beteiligten im Land.

„Wir sind bereits dabei, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln, um vor allem auch in ländlichen Regionen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung zu gewährleisten. Ein innovativer Ansatz und digitaler Helfer ist die elektronische Patientenakte“, sagte Glawe.

Für den Gesundheitspreis 2020 können sich beispielsweise ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen und Arztnetze oder auch Universitäten, ehrenamtlich Tätige oder Start-up-Unternehmen im Bereich e-Health bewerben. Bewerbungen können bis Ende Dezember 2019 an die Geschäftsstelle des Gesundheitspreises bei der AOK Nordost unter gesundheitspreis.mv@nordost.aok.de gesandt werden.

Weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen sind auf den Internetseiten www.aok.de/nordost/gesundheitspreis und www.aek.de beschrieben. Die Entscheidung über die Preisträger und die Verteilung der Preisgelder auf mehrere Gewinner trifft eine unabhängige Jury. Die Preisverleihung erfolgt im kommenden Jahr.

Prof. Dr. Andreas Crusius, Präsident der Ärztekammer M-V: „Die Digitalisierung in der Medizin und der Gesundheitsversorgung schreitet mit großen Schritten voran – auch in unserem Land. Wir begrüßen die Initiativen, die einen Mehrgewinn für die Arbeit des Arztes darstellen und dem Wohle des Patienten dienen.“

Frank Michalak, Vorstand der AOK Nordost: „Es gibt im Land bereits viele innovative Projekte für digitale Lösungen im Gesundheitswesen. Der Wettbewerb macht die Ideen und die Menschen dahinter sichtbar. Er soll ihnen auch eine Plattform für die künftige Vernetzung bieten. Davon profitieren wir alle!“

Tag der Zahngesundheit

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese ruft anlässlich des morgigen Tages der Zahngesundheit am 25. September zu vermehrten Anstrengungen für eine wirksame Kariesvorbeugung bereits bei Kindern im Kita-Alter auf.

„Eine gute Mundhygiene stellt die Weichen für ein gesundes Aufwachsen. Hierbei kommt der KiTa neben der Familie eine besondere Bedeutung zu“, betonte Drese heute in Schwerin. Gleichzeitig warb die Ministerin für die verstärkte Nutzung von Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder auch im Zahnbereich.

Seit 2019 ist im Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) des Landes deshalb die regelmäßige Zahnpflege als wichtiges gesundheitliches Ziel der frühkindlichen Bildung und Erziehung aufgenommen worden. „Leider ist es so, dass einige Kinder zu Hause nicht lernen, regelmäßig Zähne zu putzen. Vor allem um diese Kinder muss es uns gehen“, so die Ministerin.

Drese: „In Krippe, Kindergarten und Kindertagespflege profitieren alle von der frühen Bildung. Dazu gehört insbesondere die Gesundheitserziehung. Hier erwerben die Kinder gemeinschaftlich Kompetenzen zum hygienischen Verhalten, zur tägliche Zahnpflege, Bewegung und gesunden Ernährung. Unser Ziel muss es sein, die Kinder dahin zu bringen, dass sie das Zähneputzen als etwas Selbstverständliches annehmen.“

Die aktuellen Daten des Barmer-Zahnreportes würden deutlich zeigen, dass der eingeschlagene Weg der Landesregierung der richtige sei, so die Ministerin. Laut Bericht leide jedes siebte Kind unter drei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern an Karies.

„Neben der Familie brauchen wir auch die Erzieherinnen und Erzieher, die bei Kindern eine gesundheitsbewusste Haltung wecken, mit ihnen das richtige Zähneputzen einüben und ihnen Angst vor dem Zahnarzt nehmen. Es ist wichtig, gemeinsam zu motivieren“, verdeutlichte Ministerin Drese.

Impfkampagne „MV gegen HPV“

Schwerin – Jedes Jahr erkranken 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1.500 sterben daran. Absolut vermeidbar, findet die Stiftung „Betroffen“. Daher startet sie eine landesweite Kampagne für eine Impfung gegen die krebsauslösenden Humanen Papillomviren (HPV). Ein prominentes Gesicht und das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern unterstützen die Aufklärungskampagne.

„Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihr Kind mit einer einfachen Impfung vor Krebs schützen. Toll, oder?“ Mit diesen Eingangsworten wendet sich die bekannte Moderatorin und Autorin Andrea Ballschuh im Video der Kampagne „MV gegen HPV“ an die Eltern in Mecklenburg-Vorpommern. Als Mutter einer neunjährigen Tochter weiß sie, wovon sie spricht.

„Ich war mir der Bedeutung der HPV-Impfung anfangs nicht bewusst, bis Prof. Birth und ich im Vorfeld der Windflüchter-Charity-Gala 2019 darüber sprachen. Von da an war mir klar: Das muss ich aktiv unterstützen“, sagt Ballschuh.

Was viele Eltern nicht wissen: Seit 2006 existiert eine sichere und wirksame Impfung gegen die krebsauslösenden Humanen Papillomviren (HPV). Einige HPV-Typen sind nachweislich für die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, Krebs im Anus und im Mund-Rachen-Raum verantwortlich. Trotzdem ist landesweit nur knapp die Hälfte aller Mädchen im Alter von 9-14 Jahren und kaum Jungs im gleichen Alter geimpft. „Das muss sich ändern“, appelliert Prof. Dr. Matthias Birth.

Der Stiftungsgründer sowie Ärztlicher Direktor und Chirurgie-Chefarzt am Helios Hanseklinikum Stralsund beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Krebserkrankungen. Er weiß: „In der HPV-Impfung steckt ein enormes Potenzial. Eine Impfung gegen Krebs – das war jahrzehntelang ein medizinischer Traum. Diese Chance müssen wir nutzen und die Impfrate erheblich steigern, um unsere Kinder zu schützen.“

Dieses Ziel will die Stiftung vor allem durch Aufklärung erreichen. Alle Informationen rund um das Thema HPV gibt es leicht verständlich aufbereitet auf der Internetseite www.mv-gegen-hpv.de.

„Wir wollen auf verschiedenen Kanälen, online, Social Media, Plakaten und weiteren auf die HPV-Impfung aufmerksam machen. Und wir gehen genau dorthin, wo sich die Zielgruppe der Kampagne befindet: in den Schulen. Wir sprechen bei Elternabenden vor, arbeiten mit Kinderärzten und Sportvereinen wie den erfolgreichen Basketballern der Rostock Seawolves zusammen. Dieses Engagement wollen wir landesweit mit weiteren Kooperationen ausbauen“, erklärt Prof. Birth. Unterstützung gibt es vom Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit MV.

Harry Glawe (CDU) setzt sich schon länger für höhere Impfraten in unserem Land ein. Er greift der Kampagne „MV gegen HPV“ finanziell mit 40.000 Euro über zwei Jahre unter die Arme. Die Stiftung investiert zusätzlich im gleichen Zeitraum wenigstens 30.000 Euro, um möglichst viele Menschen zu erreichen. „Es ist notwendig auf das Thema HPV insgesamt noch stärker aufmerksam zu machen. Die Aufklärung über die HPV-Impfung muss Jugendliche auch erreichen, um ein mögliches Erkrankungsrisiko frühestmöglich zu senken. Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer ist auch der Schutz für alle noch Ungeimpften, da sich die Viren insgesamt schlechter in der Bevölkerung ausbreiten können“, machte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe deutlich.

„Präventive Impfungen sind bisher die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Insbesondere Krankheiten wie beispielsweise Kinderlähmung, Masern, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Hepatitis B oder Influenza können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und die späteren Auffrischungsimpfungen, um lebenslang einen Schutz aufzubauen“.

Zurzeit sind über 150 verschiedene HPV-Typen bekannt. Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit HPV. Eine Ansteckung erfolgt über direkten Hautkontakt oder bei den genitalen HPV-Typen über Geschlechtsverkehr. Ein intaktes Immunsystem kann die Viren bekämpfen, dies gelingt aber nicht immer. Dabei merkt der Betroffene nicht, ob er infiziert ist. Je nach HPV-Typ kann das ganz unterschiedliche Folgen haben: Unangenehme Haut- oder Genitalwarzen, Gewebeveränderungen an Gebärmutterhals, Schamlippen, Scheidenvorhof, Scheide, Penis, After oder im Mund-Rachen-Raum. Aus diesen Gewebeveränderungen kann sich im Laufe mehrerer Jahre eine Krebserkrankung entwickeln, mit Abstand am häufigsten: Gebärmutterhalskrebs.

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, also möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. „Das ist entscheidend, da die Impfung nutzlos ist, wenn die Viren einmal übertragen wurden“, erklärt der Stiftungsgründer. „Viele Eltern scheuen sich vielleicht, so früh mit ihren Kindern über Sex zu sprechen. Doch sind wir mal ehrlich: Es gibt zwei Gruppen, die voneinander nicht glauben, dass sie Sex haben: Eltern von ihren Kindern und Kinder von ihren Eltern.“

Die Impfung erfolgt mit zwei Impfdosen im Abstand von 5 bis 13 Monaten in den Oberarm. Bei Jugendlichen ab 15 bis einschließlich 17 Jahren sind drei Impfungen notwendig. Gegenwärtig sind in Deutschland verschiedene Impfstoffe zugelassen, die gegen die Infektion von zwei, vier oder neun HPV-Typen ausgerichtet sind. Alle Impfstoffe verhindern eine Infektion mit den Hochrisiko-Typen 16 und 18, die nachweislich in engem Zusammenhang mit dem Gebärmutterhalskrebs stehen. Die Impfung nehmen Kinder- und Frauenärzte vor. Der Impfstoff ist sicher und sehr gut verträglich.

Seit 2019 übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten für die HPV-Impfung der Jungen. Die HPV-Typen, gegen die geimpft wird, sind nicht nur für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, sondern auch für die Entstehung von Anal- und Peniskrebs sowie der nicht bösartigen, aber dennoch höchst unangenehmen und schwer zu behandelnden Genitalwarzen verantwortlich. Und natürlich können sexuell aktive Jungen und Jugendliche, die mit HPV infiziert sind, das Virus weiter übertragen. Um einen vollständigen Schutz der Bevölkerung zu erreichen, sei es daher sinnvoll, alle sexuell aktiven Personen, also auch Jungen und männliche Jugendliche, gegen HPV zu impfen, macht Prof. Birth deutlich.

Schwesig und Glawe werben für Landarztquote

Schwerin – Das Kabinett hat auf seiner heutigen Sitzung ein Gesetz zur „Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung mit besonderem öffentlichen Bedarf des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Weg gebracht. Er geht jetzt in die Anhörung zu den Verbänden. Hintergrund dafür ist der sich abzeichnende Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten in den kommenden Jahren, besonders im ländlichen Raum.

„Dem wollen wir entschieden begegnen. Wir wollen, dass überall bei uns in Mecklenburg-Vorpommern eine Hausärztin oder ein Hausarzt für die Menschen da ist. Es ist notwendig, möglichst frühzeitig diejenigen potentiellen Medizinstudierenden für eine Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt zu gewinnen. Das ist gerade auf dem Land sehr wichtig. Deshalb wollen wir ab dem Wintersemester 2021 jeden zehnten Medizin-Studienplatz an unseren Universitäten für diejenigen reservieren, die als Landärzte bei uns arbeiten und für die Patientinnen und Patienten da sein wollen. Auch wenn sie die hohe Hürde des Numerus clausus nicht erfüllen. Voraussetzung für die Plätze sind, dass die Studierenden zehn Jahre als Landärztin oder als Landarzt bei uns zu arbeiten“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach der Kabinettssitzung.

Dies sei eine gute Chance für junge Menschen „und eine echte Hilfe bei der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Gerade dort brauchen wir sie in Zukunft, um die medizinische Versorgung absichern zu können. Deshalb haben wir diesen wichtigen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht.“

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe sagte nach dem Kabinett: „Mit dem heutigen Tag ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Landarztquote beschritten. Wir wollen Anreize für mehr Landärzte geben und deshalb bei angehenden Nachwuchsmedizinern werben. Die Gesellschaft verändert sich, beispielsweise durch eine zunehmende Urbanisierung, eine sich ändernde Lebensplanung der Menschen sowie eine größere zeitliche Ausgewogenheit in den Bereichen Arbeit, Familie und Freizeit. Das macht auch die Nachbesetzung von Landarztpraxen immer schwieriger“, so Glawe. „Es geht darum, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Für Mecklenburg-Vorpommern bietet die Landarztquote eine Chance, die Versorgung im ländlichen Raum weiter zu verbessern. Wir wollen die Landarztquote voranbringen und diese so schnell wie möglich einführen.“

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gegenwärtig rund 1200 Hausärztinnen und Hausärzte. 35 Prozent von ihnen sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in 6 bis 15 Jahren in den Ruhestand.

„MV impft“ hat Herbstaktion gestartet

Schwerin – Im Rahmen der Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ ist eine Herbstaktion gestartet. Bis Ende September wird verstärkt in sozialen Medien, durch Werbung beim Umschalten von Fernsehprogrammen und auch durch Plakatwerbung in Städten auf das Thema Impfen aufmerksam gemacht.

„Gerade im Herbst ist Impfzeit. Vor allem gegen Grippe wird nun geimpft. Bis Ende November ist die günstigste Zeit, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Uns ist wichtig, gemeinsam über die Notwendigkeit des Impfens zu informieren und weiter aufzuklären. Wer sich selber durch das Impfen schützt, schützt auch andere“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

Aktuell sind bis Ende September Plakate auf Plakatsäulen mit dem Motiv „Impfen ist Familiensache“ (Foto im Anhang) zu sehen. Sie hängen in den größeren Städten wie zum Beispiel Rostock, Greifswald, Stralsund, Schwerin, Wismar und Neustrelitz. Darüber hinaus wird ebenso mit dem Motiv „Familiensache“ als Bannerwerbung, sogenanntes „Adressable TV“ (=gezieltes Aussteuern von Fernsehwerbung auf Fernsehgeräten mit Internetverbindung), für das TV-Programm geschaltet. Es erscheint eine „Banneranzeige“, wenn das entsprechend gebuchte Programm eingeschaltet wird. Hierzu zählen Sender wie RTL, SuperRTL, VOX, RTL2, Sport1 oder Tele5. Die Schaltung erfolgt bis Ende Oktober. In sozialen Medien, wie beispielsweise Facebook oder auf im Internet relevanten Seiten werden neugestaltete animierte Banner angezeigt.

„Wir werben weiter. Hohe Impfquoten sind kein Selbstläufer. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und die späteren Auffrischungsimpfungen, um lebenslang einen Schutz aufzubauen“, betonte Gesundheitsminister Glawe.

Gesundheitsminister Harry Glawe hat sich darüber hinaus erneut für eine bundesweite beschränkte Impfpflicht gegen Masern ausgesprochen. Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht im Sommer verabschiedet. „Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Um bestehende Impflücken bundesweit zu schließen, ist die Impfpflicht eine geeignete Maßnahme“, so Glawe weiter.

Ab März 2020 soll eine Impfpflicht für Erwachsene gelten, die als Tagesmütter, Lehrer, Personal in Kindertagesstätten sowie als Beschäftigte im Medizinbereich tätig sind. Eltern müssen darüber hinaus vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kindertagesstätte oder in eine Schule nachweisen, dass sie entsprechend geimpft sind.

„MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. Neben dem Internetauftritt wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land.

„Die Menschen in MV müssen auch in Zukunft über den Nutzen von Impfungen aufgeklärt werden, um die flächendeckend vorhandenen Impfangebote bestmöglich zu nutzen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Ersatzkassenforum in Schwerin

Schwerin – In Schwerin fand heute das diesjährige Ersatzkassenforum zum Thema „Patientensicherheit zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ statt.

„Patientensicherheit ist ein Riesenthema. Die Qualitätssicherung dabei ist für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem Voraussetzung. Die Abbildung, Sicherung und Verbesserung der Qualität insbesondere der medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Motor hierfür sind unsere gut ausgebildeten Fachkräfte in Krankenhäusern, in den Praxen oder in den Kliniken. Ich danke allen, die daran aktiv mitarbeiten, damit Anspruch und Wirklichkeit im Einklang sind“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Mit dem Patientenrechtegesetz wird die Patientensicherheit in der medizinischen Versorgung gestärkt. „Mit diesem Gesetz wird die Position der Patientinnen und Patienten gegenüber den Leistungsbringern und den Krankenkassen verbessert, der Patient ´von heute´ ist ein selbstbewusster und vielleicht auch kritischer Beitragszahler, dessen Rechte mit diesen Regularien ausgebaut wurden“, so Glawe weiter.

Patientenrechte „stehen auf der Seite“ der Patienten. Diese Rechte gelten in jedem Behandlungsverhältnis und sind unter anderem Einsichtsrecht in Behandlungsunterlagen, Recht auf Information und Aufklärung und das Recht auf Selbstbestimmung. So wurden zum Beispiel Krankenhäuser verpflichtet, ein patientenorientiertes Beschwerdemanagement durchzuführen.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz wurden weitere Regelungen getroffen, die in Zukunft Verbesserungen für die Patientensicherheit bringen sollen. Von Bedeutung sind hier insbesondere die Verzahnung von Qualitätssicherung und Krankenhausplanung sowie die vorgesehenen Qualitätsprüfungen im Krankenhaus durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Unerwünschte Risiken und Ereignisse wie zum Beispiel Eingriffs- und Seitenverwechselungen lassen sich mit OP-Checklisten vermeiden.

„Diese Übersicht soll künftig bei allen Prozeduren eingesetzt werden, an denen zwei oder mehr Ärzte beteiligt sind bzw. die unter Sedierung erfolgen. Ambulant durchgeführte Eingriffe sollen ebenfalls diesen Regeln Folge leisten. Die Entwicklung dieser Listen sollen einrichtungsbezogen unter Engagement aller beteiligten Personen erstellt werden. Die Orientierung an Muster-Checklisten ist erlaubt. Bei so genannten `Bagatelleingriffen´ ohne Narkose kann auf diese Regelung verzichtet werden“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zur Qualitätssicherung beschließt Richtlinien und Regelungen zur Erhöhung der Patientensicherheit mit einem breiten Spektrum an Einzelmaßnahmen. Dabei handelt es sich um Struktur- und Prozessvorgaben wie Qualitätszirkel oder der Pflegepersonal-Schlüssel, bis hin zu Mindestmengenfestlegungen (z.B. für den Kniegelenkersatz) und die stetige Erhebung bzw. Bewertung von Indikatoren der Patientensicherheit in der externen stationären Qualitätssicherung (z.B. Komplikationsraten).

„Unser gemeinsames Ziel muss es deshalb nicht nur sein, den Menschen in unserem Land eine flächendeckende, gut funktionierende ambulante und stationäre medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Patientensicherheit bei jeglicher Art medizinischer Versorgung stets weiter oberste Priorität hat“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Die Weltgesundheitsversammlung erklärt den 17. September zum Welttag der Patientensicherheit (World Patient Safety Day). 2019 findet der World Patient Safety Day zum ersten Mal weltweit statt. Die WHO wird jedes Jahr am 17. September das Thema Patientensicherheit international in den Mittelpunkt stellen. Ziel der internationalen Initiative ist es, Patienten, Gesundheitspersonal, politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Forscher, professionelle Netzwerke und die Gesundheitsbranche zu mobilisieren, sich für die Patientensicherheit einzusetzen und das Engagement in der Öffentlichkeit für Themen im Bereich Patientensicherheit zu stärken.

Austausch von Defibrillatoren der Marke Telefunken

Schwerin – Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit hat auf Sicherheitsrisiken durch Defibrillatoren der Marke Telefunken AED Modell FA1 und HR1 aufmerksam gemacht. Betreibern wird dringend geraten, die Defibrillatoren kurzfristig auszutauschen.

Der niederländische Hersteller Defiteq International B.V. bzw. GGT Holding B.V. bringt Defibrillatoren der Marke Telefunken AED Modell FA1 und HR1 seit Juli 2016 ohne gültiges CE-Zeichen unrechtmäßig auf dem EU-Markt in Verkehr. Es ist davon auszugehen, dass dies auch Ersatzteile und Zubehör wie Batterien und Elektroden der genannten Produkte betrifft. Die Sicherheit und Funktionalität der nicht konformen Defibrillatoren ist nicht gewährleistet.

Der Vertrieb der genannten Produkte war durch die zuständige niederländische Behörde untersagt worden. Diese teilte nun mit, dass der Hersteller die Produkte weiterhin produzierte und mit einer gefälschten Bescheinigung verkaufte. Der Rückruf der Produkte wurde nahegelegt, lückenlose Informationen über den Vertrieb der Geräte sind aber nicht verfügbar.

Defibrillatoren sind Geräte zur Notfallbehandlung von Herzproblemen. Diese sogenannten „Schockgeber“ werden häufig als „Laiengeräte“ im öffentlichen Raum zur Verfügung gestellt. Sie werden möglicherweise nicht im gleichen Maße gewartet wie vergleichbare Medizinprodukte für den professionellen Gebrauch.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit betont daher die Bedeutung der regelmäßigen Kontrolle des Displays und der Betriebsbereitschaft aller AED gemäß Gebrauchsanweisung und empfiehlt, Wartungen durchführen zu lassen. Insbesondere ist auf die Funktionalität der Batterien (Akkus) und Elektroden(-pads) beziehungsweise den regelmäßigen Austausch der Batterien zu achten.

Kinder-Präventionstheater feiert 15-jähriges Jubiläum

Schwerin – Das Präventionstheater „Henrietta in Fructonia“ ist heute im Volkstheater Rostock zu seiner diesjährigen Tour durch Mecklenburg-Vorpommern gestartet und feiert gleichzeitig ein Jubiläum: Seit 15 Jahren setzt sich die AOK Nordost damit für eine Stärkung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Land ein. Noch bis zum 3. September ist das Präventionstheater, das 2004 in Brandenburg gestartet ist, an verschiedenen Spielorten in MV und im nördlichen Brandenburg zu Gast.

Auf Einladung der Gesundheitskasse gehen rund 4.500 Kinder in 10 Vorstellungen mit der kleinen Henrietta auf ein Abenteuer rund um die Themen Ernährung, Bewegung, Freundschaft und Familiengesundheit. Henrietta und ihr Freund, der Kochlöffel Quassel, erfahren im Theaterstück von Zirkusdompteuren, Zauberern und Akrobaten, wie viel Spaß es macht, sich zu bewegen und wie gut es dem Körper tut, wenn man sich ausgewogen und gesund ernährt.

„Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Aufwachsen. Einen wichtigen Stellenwert für die Entwicklung hat dabei die Ernährung: Auch Essen hat viel mit sozialem Lernen zu tun. Es fördert die Gesundheitserziehung und das Gemeinschaftsgefühl. Deshalb unterstütze ich gern dieses Projekt“, sagt Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrin des Präventionsprogramms.

Laut der aktuellen AOK-Familienstudie bewegen sich Kinder schon in früher Jugend zu wenig. Nur jedes zehnte Kind bewegt sich ausreichend, also nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Bundesgesundheitsministeriums 60 Minuten am Tag. Im Durchschnitt kommen die Kinder der befragten Eltern gerade einmal an 3,6 Tagen in der Woche auf die empfohlene tägliche Aktivität.

„Der Bewegungsmangel bei Kindern ist ein alarmierendes Zeichen. Mit dem Präventionstheater ‚Henrietta‘ haben wir die Möglichkeit, Kindern Bewegung und auch weitere Gesundheitsthemen wie gesunde Ernährung spielerisch näherzubringen. Nur so können wir dazu beitragen, dass sie auch als Erwachsene auf ihre Gesundheit achten und von Erkrankungen wie Übergewicht verschont bleiben“, sagt Frank Ahrend, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

Ergänzt wird das Theaterstück von dem Förderprogramm „Henriettas bewegte Schule“, bei dem die AOK Nordost allen Grundschulen digitales Lernmaterial anbietet. Passgenau zugeschnitten für den Einsatz auf Computer und Whiteboard können die Lehrerinnen und Lehrer damit ganz einfach die Themen des Theaterstücks im Unterricht gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern vertiefen. In Quizspielen und Aufgaben zu den Themen Ernährung und psychische Gesundheit können die Kinder ihr Wissen nachhaltig festigen.

In „Henriettas bewegte Schule“ werden allen interessierten Schulen 25 Bewegungskarten mit Sport­übungen aus dem Bereich des funktionalen Trainings mit dem eigenen Körpergewicht zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit der Universität Potsdam entwickelt wurden.

Die weiteren Gastspielorte in der Region:

26. August: Uckermärkische Bühnen Schwedt, Berliner Str.46-48, 16303 Schwedt/Oder
27. August: Uckerseehalle, Paul-Glöde-Straße 8, 17291 Prenzlau
28. August: HKB Neubrandenburg, Marktplatz 1, 17033 Neubrandenburg
29. August: Bürgerhaus Güstrow, Sonnenplatz 11, 18273 Güstrow
30. August: Kulturhaus Pritzwalk, Kietz 63, 16928 Pritzwalk
2./3. September: Capitol Schwerin, Wismarsche Str. 128, 19053 Schwerin

Schweizer Neuansiedlung in Schwerin

Schwerin – Neuansiedlung gestartet: Im Industriepark in Schwerin ist am Donnerstag im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe feierlich der Produktionsstart für die Firma Ypsomed erfolgt.

„Wir haben in der Schweiz sehr stark um die innovative Medizintechnikfirma geworben. Das Ergebnis stimmt am Ende. Herzlich willkommen. Wir freuen uns über die Neuansiedlung. Mit dem Unternehmen Ypsomed siedelt sich ein internationaler Diabetes-Spezialist in Schwerin an. Das ist auch ein Beleg für das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Innovative Arbeitsplätze entstehen auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe anlässlich des Produktionsstarts.

Rund 150 neue Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren entstehen. Die Ypsomed Gruppe mit Hauptsitz in Burgdorf (Schweiz) entwickelt und produziert Injektions- und Infusionssysteme für die Selbstmedikation, unter anderem zur Selbstbehandlung bei Diabetes. Im neuen Schweriner Werk sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen.

Entscheidend für die Gewinnung von Investoren ist das stete Werben für Mecklenburg-Vorpommern und das Aufzeigen der Standortfaktoren. „Wichtiger werden dabei auch weiche Standortfaktoren wie Kindertagesstätten, Schulen sowie ein attraktives Wohnumfeld und Freizeitangebot. Das müssen wir bei der Investorenakquise noch stärker betonen. Wer bei uns investiert, braucht motivierte Mitarbeiter, die sich wohlfühlen“, so Wirtschaftsminister Glawe. Begleitet wurde die Unternehmensansiedlung der Ypsomed AG durch die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH (Invest in MV).

Rund 2.600 Arbeitsplätze sind in den vergangenen Jahren durch Investitionen aus der Schweiz entstanden. „Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsstarken Volkswirtschaften Europas. Wachstumsmotor sind wertschöpfungs- und technologieintensive Exportfirmen. Wir haben einige schweizerische Investitionen nach Mecklenburg-Vorpommern geholt. Das macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Mit der Ansiedlung des Weltkonzerns Nestlé in Schwerin ist ein deutlicher Schritt getan worden, um die Tür für weitere Investitionen zu öffnen“, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Schweizer Unternehmen sind im Bereich Medizintechnik, Ernährungswirtschaft und in der Metallbearbeitung tätig. Zu den Unternehmen zählen beispielsweise das Kaffeekapselwerk von Nestlé im Industriepark Schwerin mit circa 430 Arbeitsplätzen, mit Ypsomed hat sich ein internationaler Diabetes-Spezialist in Schwerin neu angesiedelt. Beim Stenthersteller Cortronik arbeiten heute ca. 340 Mitarbeiter und beim Kranhersteller Liebherr in Rostock entstanden 1.600 Arbeitsplätze. Bei der Anklam Extrakt GmbH sind circa 80 Beschäftige im Unternehmen tätig. Die Firma produziert und vertreibt hochwertige Pflanzenextrakte für die Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Mit einer Gesamtgröße von circa 350 Hektar bietet der Industriepark Schwerin das größte zusammenhängende Industrieflächenpotential in der Region. Neben Ypsomed produzieren unter anderem am Standort: Nestlé Deutschland AG (Produktion von Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapseln), FlammAerotec GmbH & Co KG (Produktion von verschiedenen Komponenten/Zulieferteilen unter anderem für die Airbus-Produktion), PTS-Precision GmbH (Produktion von hochpräzisen CNC-Langdrehteilen mit einem Durchmesser bis zu 32 Millimeter für die Automobil- und Elektroindustrie), United Caps (Produktion von Kunststoffverschlüssen vor allem für Flaschen und Kartons der Lebensmittelbranche), Ecophoenixx (Recycling von Folien aller Art zu hochwertigem Kunststoffgranulat), die ZIM Flugsitz GmbH sowie die BvS Systemtechnik GmbH. „Mittlerweile sind rund 1.200 Arbeitsplätze im Gewerbegebiet entstanden. Das bedeutet Wertschöpfung für die Region“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Das Gesamtinvestitionsvolumen der Ypsomed AG in Schwerin beträgt 81,1 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Errichtungsvorhaben mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 9,75 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Keine Legalisierung von Cannabis

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat den Forderungen nach einer Legalisierung von Cannabis ein klares Nein entgegengesetzt.

„Ich bin ganz klar gegen eine Cannabis-Legalisierung. Besitz, Anbau und Handel müssen strafbar bleiben. Die psychischen und physischen Auswirkungen des Konsums von Cannabis werden insbesondere durch Jugendliche leider noch immer unterschätzt und bagatellisiert. Nicht selten ist Cannabiskonsum auch der Einstieg zu den sogenannten harten Drogen wie Kokain und Ectasy. Eine Legalisierung von Cannabis würde keineswegs zur Entschärfung von Suchtproblemen beitragen.

Eine Legalisierung vergrößert die Probleme und schafft neue. Über 70.000 Tote durch Alkohol- und über 120.000 Tote infolge von Tabakkonsum sprechen nicht gerade für legale Drogen. Der Ansatz, bei steigenden Drogendelikten die Legalisierung der vermeintlich harmlosesten Delikte zu fordern, um Ressourcen zu sparen, gleicht dem Ansatz, bei zu vielen Ladendiebstählen eben auch diese zu legalisieren. Es wird so getan, als wäre Cannabis nicht schädlich. Das ist verantwortungslos“, appelliert der Minister.

Die Delikte im Bereich der Rauschgiftkriminalität sind auch im Berichtsjahr 2018 gestiegen. Insgesamt wurden 6.669 Fälle der Rauschgiftkriminalität (davon 36 Fälle der direkten Beschaffungskriminalität) registriert. Damit ist die Anzahl der bekannt gewordenen Rauschgiftstraftaten um 696 Fälle (+11,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen und erreichte den Höchststand seit Erfassung der Delikte.

Der Anteil der Rauschgiftkriminalität an der festgestellten Gesamtkriminalität beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 6,1Prozent (2017: 5,4 Prozent).

6. Krebsinformationstag M-V

Schwerin – Mit der Frage „Wie meistert man die Nebenwirkungen der Krebstherapie?“ beschäftigt sich der 6. Krebsinformationstag Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend, den 24. August 2019 in Schwerin.

„Nach der Diagnose Krebs steht den Erkrankten oft eine aufwändige Behandlung bevor. Dies kann einhergehen mit einer hohen psychischen Belastung und körperlichen Nebenwirkungen. Der Krebsinformationstag stellt dieses Thema in den Mittelpunkt der Jahrestagung und bietet den Teilnehmern ein Forum mit kompaktem Wissen, konkreten Unterstützungsangeboten und Raum für Diskussionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld.

Die Veranstaltung wird von der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zu den Themen „Bewegung und Sporttherapie“, „Schmerzsyndrome – Ursachen und Therapiemöglichkeiten“ sowie „Psychoonkologische Begleitung“. Die Referenten kommen vom Klinikum Südstadt Rostock, der Universitätsmedizin Rostock, der Universitätsmedizin Greifswald und dem Helios Schmerzzentrum Schwerin.

Die Veranstaltung wird begleitet von Informationsständen der Selbsthilfegruppen und einer Industrieausstellung. An der Veranstaltung können Ärzte, medizinisches Personal, Erkrankte, Angehörige und Interessierte kostenfrei teilnehmen. „Die schwere Krankheit Krebs schränkt oftmals die Lebensqualität ein. Beim Krebsinformationstag erhalten Betroffene wichtige Tipps, um besser mit den Nebenwirkungen der Therapien umgehen zu können“, sagte Glawe.

Der 6. Krebsinformationstag findet am 24. August 2019 von 09.30 bis 15.00 Uhr im Plenarsaal des Landtages Mecklenburg-Vorpommern (Lennèstraße 1, 19053 Schwerin) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter info@krebsgesellschaft-mv.de oder Tel. 0385/77 88 33 50.