Keine Legalisierung von Cannabis

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat den Forderungen nach einer Legalisierung von Cannabis ein klares Nein entgegengesetzt.

„Ich bin ganz klar gegen eine Cannabis-Legalisierung. Besitz, Anbau und Handel müssen strafbar bleiben. Die psychischen und physischen Auswirkungen des Konsums von Cannabis werden insbesondere durch Jugendliche leider noch immer unterschätzt und bagatellisiert. Nicht selten ist Cannabiskonsum auch der Einstieg zu den sogenannten harten Drogen wie Kokain und Ectasy. Eine Legalisierung von Cannabis würde keineswegs zur Entschärfung von Suchtproblemen beitragen.

Eine Legalisierung vergrößert die Probleme und schafft neue. Über 70.000 Tote durch Alkohol- und über 120.000 Tote infolge von Tabakkonsum sprechen nicht gerade für legale Drogen. Der Ansatz, bei steigenden Drogendelikten die Legalisierung der vermeintlich harmlosesten Delikte zu fordern, um Ressourcen zu sparen, gleicht dem Ansatz, bei zu vielen Ladendiebstählen eben auch diese zu legalisieren. Es wird so getan, als wäre Cannabis nicht schädlich. Das ist verantwortungslos“, appelliert der Minister.

Die Delikte im Bereich der Rauschgiftkriminalität sind auch im Berichtsjahr 2018 gestiegen. Insgesamt wurden 6.669 Fälle der Rauschgiftkriminalität (davon 36 Fälle der direkten Beschaffungskriminalität) registriert. Damit ist die Anzahl der bekannt gewordenen Rauschgiftstraftaten um 696 Fälle (+11,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen und erreichte den Höchststand seit Erfassung der Delikte.

Der Anteil der Rauschgiftkriminalität an der festgestellten Gesamtkriminalität beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 6,1Prozent (2017: 5,4 Prozent).

6. Krebsinformationstag M-V

Schwerin – Mit der Frage „Wie meistert man die Nebenwirkungen der Krebstherapie?“ beschäftigt sich der 6. Krebsinformationstag Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend, den 24. August 2019 in Schwerin.

„Nach der Diagnose Krebs steht den Erkrankten oft eine aufwändige Behandlung bevor. Dies kann einhergehen mit einer hohen psychischen Belastung und körperlichen Nebenwirkungen. Der Krebsinformationstag stellt dieses Thema in den Mittelpunkt der Jahrestagung und bietet den Teilnehmern ein Forum mit kompaktem Wissen, konkreten Unterstützungsangeboten und Raum für Diskussionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld.

Die Veranstaltung wird von der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge zu den Themen „Bewegung und Sporttherapie“, „Schmerzsyndrome – Ursachen und Therapiemöglichkeiten“ sowie „Psychoonkologische Begleitung“. Die Referenten kommen vom Klinikum Südstadt Rostock, der Universitätsmedizin Rostock, der Universitätsmedizin Greifswald und dem Helios Schmerzzentrum Schwerin.

Die Veranstaltung wird begleitet von Informationsständen der Selbsthilfegruppen und einer Industrieausstellung. An der Veranstaltung können Ärzte, medizinisches Personal, Erkrankte, Angehörige und Interessierte kostenfrei teilnehmen. „Die schwere Krankheit Krebs schränkt oftmals die Lebensqualität ein. Beim Krebsinformationstag erhalten Betroffene wichtige Tipps, um besser mit den Nebenwirkungen der Therapien umgehen zu können“, sagte Glawe.

Der 6. Krebsinformationstag findet am 24. August 2019 von 09.30 bis 15.00 Uhr im Plenarsaal des Landtages Mecklenburg-Vorpommern (Lennèstraße 1, 19053 Schwerin) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter info@krebsgesellschaft-mv.de oder Tel. 0385/77 88 33 50.

Welt-Hepatitis-Tag

Schwerin – Am 28. Juli 2019 ist Welt-Hepatitis-Tag – seit 2011 findet der Aktionstag am Geburtstag des amerikanischen Forschers Baruch Samuel Blumberg am 28. Juli statt, der 1965 das Hepatitis B-Virus (HBV) entdeckte.

„Ziel des Aktionstages ist es, über Risiken, Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen zu informieren. Und zugleich soll dazu motiviert werden, den eigenen Impfstatus regelmäßig überprüfen und Schutzimpfungen auffrischen zu lassen. Denn Impfungen sind die einzige Möglichkeit, um vor Infektionskrankheiten zu schützen, für die es keine oder nur eingeschränkte Therapiemöglichkeiten gibt. Das gilt beispielsweise für Kinderlähmung, Masern, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Influenza und Hepatitis B“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld des Welt-Hepatitis-Tages.

Es gibt fünf Arten von Hepatitis-Infektionen, die unterschiedlichen Virusfamilien angehören. Auch Übertragungswege und Erkrankungsformen der verschiedenen Hepatitis-Viren unterscheiden sich. Während die Hepatitis-Viren A (HAV) und E (HEV) vorwiegend durch Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln bzw. Wasser übertragen werden, erfolgt die Übertragung der Hepatitis-B-Viren (HBV), -C (HCV) und -D (HDV) vorwiegend durch Blut und/oder Sexualkontakte. Gegen Hepatitis A und B stehen seit vielen Jahren gut wirksame Impfstoffe zur Verfügung, auch als Kombinationsimpfung. Gegen Hepatitis C und E existieren keine Impfstoffe. Die Hepatitis A-Impfung stellt die wichtigste und häufigste Reiseimpfung dar.

„Rechtzeitig vor dem Urlaub sollte jeder seinen Impfstatus überprüfen und sich beispielsweise bei einer reisemedizinischen Beratung informieren. So kann geklärt werden, welche Impfungen für das gewählte Reiseziel sinnvoll, empfohlen oder vorgeschrieben sind“, sagte Glawe.

Die Hepatitis A-Impfungen können beim Hausarzt, im Gesundheitsamt oder in speziellen reisemedizinischen Sprechstunden erfolgen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang im Jahr 2019 (Stand 19.07.) zwölf Hepatitis A (2017: 20; 2018: 25), 29 Hepatitis B (37/23), 22 Hepatitis C (48/51), keine Hepatitis D (1/0) und 80 Hepatitis E (90/95) gemeldet. Aufgrund der Hepatitis B-Impfquoten (Einschüler 2017/2018: 95,1 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales seit vielen Jahren keine im Inland erworbenen Hepatitis B-Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen, die entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geimpft sind.

„Diese guten Impfquoten wollen wir halten. Unser Land gehört bundesweit hinsichtlich der Durchimpfungsraten in allen Altersgruppen zum Spitzenfeld. Aber: Diese wichtige und wirksame präventive Maßnahme muss immer wieder mit neuen Aktivitäten und Ideen aktualisiert und thematisiert werden. Auch in Sachen Hepatitis. Dafür gibt es die Kampagne `MV impft – gemeinsam Verantwortung übernehmen´“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium hat gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales die Impfkampagne „MV impft – gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. Ziel ist es, das Thema Impfen wieder stärker in den Blickpunkt der Bevölkerung zu rücken. Im Rahmen der Kampagne werden Informationen zielgruppenspezifisch für Eltern, Kinder, junge Erwachsene, Familien sowie Senioren angeboten.

Neben dem Internetauftritt www.mv-impft.de wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus werden auch Medien wie beispielsweise YouTube und Facebook als Informationsträger eingesetzt. Damit sollen unter anderem gezielt Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen werden. Hinzu kommen Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land.

Die Infektion mit Hepatitis-A- und E-Viren wird über verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser bzw. beim direkten Kontakt von Mensch zu Mensch über Schmierinfektionen übertragen und verursacht eine akute Leberentzündung. Während man weiß, dass die Durchseuchung mit Hepatitis A in Ländern mit niedrigen Hygienestandards sehr hoch ist, gibt es zu Hepatitis E hierzu wenig Daten. Hepatitis E galt in der Vergangenheit als eine eher exotische Reiseinfektion, inzwischen ist die Existenz in Deutschland als eine Infektion, die gleichermaßen bei Mensch und Tier vorkommt (Zoonose) belegt. Als Hauptübertragungsweg ist der Verzehr von ungenügend erhitztem Haus- und Wildschweinfleisch anzunehmen.

Hepatitis B ist eine der häufigsten weltweit vorkommenden Infektionskrankheiten des Menschen. Die Übertragung findet vorwiegend durch sexuelle Kontakte oder durch Kontakt mit kontaminiertem Blut bzw. Blutprodukten statt. Die Erkrankung kann bei Erwachsenen in fünf bis 10 Prozent der Fälle chronisch verlaufen, bei Kindern noch wesentlich häufiger (bis zu 90 Prozent).

Hepatitis D ist eine Infektionskrankheit, die nur bei Menschen mit bereits vorliegender Hepatitis-B-Infektion vorkommt. Diese Infektionen sind sowohl in Deutschland als auch in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten.

Die häufigste der in Deutschland meldepflichtigen viralen Hepatitiden ist nach wie vor die Hepatitis C. Ohne Behandlung nimmt die Infektion in etwa 85 Prozent der Fälle einen chronischen Verlauf, der nach Jahrzehnten zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose, jährlich 15 bis 30 Prozent der Erkrankten) und/oder zu Leberkrebs (jährlich zwei bis vier Prozent der Erkrankten) führen kann. Die Übertragungswege sind wie bei der Hepatitis B sexuelle oder Blutkontakte.

EU plant kein Verbot von Kunstrasenplätzen

Brüssel – Die Europäische Kommission plant kein Verbot von Kunstrasenplätzen und arbeitet auch nicht an einem solchen Vorschlag. Richtig ist: Die Kommission prüft im Rahmen ihrer Kunststoffstrategie, wie die Menge an umweltschädlichem Mikroplastik in unserer Umwelt verringert werden kann.

In diesem Zusammenhang führt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit unter anderem eine öffentliche Konsultation dazu durch, welche Auswirkungen eine mögliche Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat hätte, das unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt wird.

Die Chemikalienagentur ECHA wird der Europäischen Kommission im Frühjahr 2020 ihre Ergebnisse vorlegen. Parallel läuft auch eine umfassende Folgenabschätzung der Europäischen Kommission. Die Kommission wird im kommenden Jahr prüfen, ob die Bedingungen für eine Beschränkung für Mikroplastik im Rahmen der REACH-Verordnung erfüllt sind.

Eine Beschränkung kann ein Verbot sein oder auch andere Vorgaben, um die umweltschädlichen Auswirkungen von Mikroplastik zu minimieren. Sie kann auch Übergangsbestimmungen beinhalten, um sicherzustellen, dass betroffene Akteure genug Zeit haben, sich an neue Vorgaben anzupassen.

Natürlich ist sich die Europäische Kommission der wichtigen Rolle bewusst, die Sportplätze bei der Förderung von körperlicher Bewegung, Gesundheit und sozialer Integration in der gesamten EU spielen. Bei der Ausarbeitung ihres Vorschlags wird die Kommission sicherstellen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl wirksam sind, um die Freisetzung von Mikroplastik zu verringern, als auch verhältnismäßig mit Blick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen.

Die Konsultation der ECHA ist öffentlich. Beiträge können noch bis 20. September 2019 eingereicht werden.

Ärztliche Versorgung auf dem Land

Friedland – Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum erfordert auf Grund der demografischen Entwicklung neue Wege. In Friedland will die Hausärztin Monique Salchow-Gille ein ambulantes Gesundheitszentrum errichten und betreiben, um den alternden Menschen eine wohnortnahe Versorgung zu bieten. Unterstützt wird sie dabei von der Lokalen Arbeitsgruppe der LEADER-Region Mecklenburg-Strelitz, die das Projekt zur Förderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Entwicklung (ELER) vorschlug. Heute hat Landwirt­schaftsminister Dr. Till Backhaus sich vor Ort über das Projekt informiert und der Investorin einen Zuwendungsbescheid über 400.000 Euro übergeben.

„Es ist ungemein wichtig, dass wir in die medizinische Infrastruktur im ländlichen Raum investieren, um die bedarfsgerechte Versorgung der Menschen bis ins hohe Alter absichern zu können“, sagte Backhaus. Eine schnelle Lösung und ein einfaches Patentrezept gebe es jedoch nicht. In Friedland werde ein interessanter Lösungsansatz ausprobiert.

Das neue ambulante Gesundheitszentrum soll anstelle einer ehemaligen Ausflugsgaststätte am Mühlenteich neu entstehen. Die Kosten betragen insgesamt 1,2 Mio. Euro. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz unter Einbeziehung der Natur am südlichen Stadtrand.

Das Gesundheitszentrum soll neben haus- und fachärztlichen Behandlungsräumen auch einen Präventions- und Rehabilitationsbereich für Sport, Physiotherapie und Beratung erhalten und so ermöglichen, Fahrten insbesondere der älteren und bewegungseingeschränkten Menschen zu Behand­lungen in Neubrandenburg oder Anklam zu vermeiden.

Geplant ist, dass sich zukünftig drei Ärzte sowie drei Schwestern und Therapeuten um die medizinische Versorgung kümmern. Gleichzeitig möchte die Betreiberin jungen Ärzten Weiterbildungsmöglichkeiten bieten und sie für die Arbeit als Landarzt gewinnen.

„Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich auf engagierte Menschen treffe, die nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern für ihre Region etwas bewegen wollen“, so Backhaus. Er sei deshalb optimistisch, dass es gelingen könne, die Anforde­rungen der demografischen Entwicklung zu meistern.

Das EU-Förderprogramm LEADER unterstützt lokale Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums. Ein ehrenamtliches Gremium der örtlichen Bevölkerung, die Lokale Aktionsgruppe (LAG), wählt im Rahmen eines bewilligten Budgets und einer von ihr beschlossenen „Strategie für lokale Entwicklung“ die zu fördernden Maßnahmen aus. Förderfähige Ausgaben von LEADER-Vorhaben können entsprechend der LEADER-Richtlinie MV bis zu 90 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bezuschusst werden.

Die LAG Mecklenburg-Strelitz erhielt für den Förderzeitraum 2014 bis 2020 ein Budget von 4,6 Mio. Euro. Bisher wurden rund 3,5 Mio. Euro für die Umsetzung von 27 Vorhaben mit einer Kostensumme von 6,6 Mio. Euro bewilligt.

Heilwald-Workshop mit internationalen Gästen

Insel Usedom – Internationale Gäste aus Spanien, Österreich und Portugal haben bei einem Heilwald-Workshop in Pudagla (Insel Usedom) über touristische und gesundheitswirtschaftliche Chancen des Heilwaldes diskutiert.

„Neben den gesundheitlichen Aspekten zur Prävention und Rehabilitation von Krankheiten schaffen wir auch mit Heilwäldern neue Angebote für Aktivurlauber in unserem Land. Die indikationsbasierte Nutzung des Waldes unterstützt Patienten und verlängert durch dessen Ganzjährigkeit ebenso die Tourismussaison in Mecklenburg-Vorpommern. So leisten insbesondere Heilwälder einen spürbaren Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Gesundheitswirtschaft und Gesundheitstourismus. Durch die Ausweisung der Waldgebiete können die Kur- und Erholungsorte ihren Status untermauern und die ortsansässigen Unternehmen durch die Schaffung neuartiger waldbasierter Präventions- und Reha-Angebote profitieren. So stärken wir unser Profil als bedeutendes Gesundheitsland“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort. Die Organisation des zweitägigen Workshops hatte die Bio-Con Valley® GmbH (BCV) übernommen.

In Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2017 der erste europäischen Kur- und Heilwald im Ostseebad Heringsdorf ausgewiesen worden. In dem etwa 50 Hektar großen Waldstück entstanden Ruheplätze und Wege sowie Bewegungsstationen, um beispielsweise Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu lindern. Der Besuch im Kur- und Heilwald ist wegen seines hohen Sauerstoffgehalts beispielsweise für die Behandlung von Atemwegserkrankungen interessant. Jetzt ist vorgesehen, eine „International Society of Forest Therapy“ (ISFT) unter Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns zu gründen. Das internationale Netzwerk soll primär der Förderung und Einrichtung von Heilwäldern dienen. „Wir unterstützen den internationalen Austausch und beteiligen uns intensiv an der weiteren Entwicklung der Heilwälder in Europa. Wir sollten gemeinsam internationale Standards entwickeln, um den Wald als Therapeutikum noch stärker zu vermarkten“, betonte Rudolph.

In Mecklenburg-Vorpommern ist fast ein Viertel der Fläche mit Wald bedeckt und etwa 65 Prozent der Außenküste zur Ostsee bewaldet. Im Binnenland liegen viele der rund 2.200 Seen eingebettet in Waldgebiete. Die 70 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorte in Mecklenburg-Vorpommern verfügen mit 72.000 Hektar über besonders viel Wald. „Für Mecklenburg-Vorpommern sind eine gesunde Natur und eine abwechslungsreiche Landschaft zum Markenzeichen geworden. Langfristiges Ziel muss es sein, die sich entwickelnden Heilwälder im Land in eine ganzheitliche Behandlung von Patienten und gesundheitsbewussten Touristen einzubinden. Wichtig ist dabei, die enge Vernetzung von touristischen und gesundheitstouristischen Leistungsanbietern zu intensivieren und die Angebotsstruktur zu erweitern. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Branche insgesamt“, hob Rudolph hervor.

„Immer mehr Menschen interessieren sich für ganzheitliche Gesundheitsmodelle. Hier sehe ich großes Potential beim Thema Wald als Therapeutikum. Deshalb unterstützen wir Vorhaben, die sich wissenschaftlich und medizinisch mit der Entwicklung des Waldes für Erholung und Gesundheit beschäftigen“, sagte Rudolph abschließend.

Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. will mit seinem Programm „Kur- und Heilwald – eine nachhaltige Chance zur Angebotserweiterung“ das bisherige Alleinstellungsmerkmal „Kur- und Heilwald“ für den Gesundheitstourismus im Land stärken und vermarkten. Dabei wird unter anderem eine wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit des Waldes auf Wohlbefinden und Gesundheit sowie die Entwicklung wissenschaftlicher Evaluationskriterien im Hinblick auf die Qualitätssicherung untersucht, die Entwicklung eines Weiterbildungsangebotes zum Waldtherapeuten begleitet. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg (Arbeitsbereich Sport und Bewegungsmedizin) werden bedarfs- und zielgruppengerechte Programme für verschiedene Kur- und Heilwälder entwickelt und mit den Krankenkassen zur Übernahme der Waldtherapie als Präventions- und Rehabilitationsleistung verhandelt. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 255.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 230.000 Euro.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (SDW) mit Sitz in Güstrow, will unter Beteiligung der Universität Rostock eine modulare Fortbildungsqualifizierung zum „Waldtherapeuten“ in Mecklenburg-Vorpommern etablieren. Die Qualifizierung wird themenspezifisch anhand von Modulen angeboten. Derzeit durchlaufen 24 Teilnehmer in der Projektphase alle Module. Im Ergebnis soll im Juni 2020 ein anwendungsbereiter und marktfähiger Weiterbildungsgang zur Verfügung stehen. Die Gesamtkosten betragen rund 398.000 Euro; das Gesundheitsministerium unterstützt das Vorhaben zu einhundert Prozent aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE).

Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 durch Professor Horst Klinkmann thematisiert worden und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwäldern im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt und weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten weiter um.

Nach der Ausweisung des ersten europäischen Kur- und Heilwaldes im Ostseebad Heringsdorf im Jahr 2016 befindet sich der Kurwald im Ostseeheilbad Graal-Müritz im Ausweisungsverfahren. In Plau am See, in Klink und in Bad Doberan erfolgt derzeit der Ausbau der notwendigen Infrastruktur; weitere zwölf Kur- und Erholungsorte sind nach Angaben des Bäderverbandes an der Ausweisung eines Kur- und Heilwaldes interessiert.

Bei Kurwäldern handelt es sich um Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu prädestiniert sind, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten. Heilwälder sind Waldgebiete, die zur therapeutischen Nutzung für Patientinnen und Patienten mit speziellen Indikationen gestaltet sind.

Impfpflicht einführen

Schwerin -Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag die Initiative der Bundesregierung zur Einführung einer beschränkten Impfpflicht gegen Masern diskutiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe machte deutlich, dass er die Initiative begrüßt.

„Eine bundesweite beschränkte Impfpflicht gegen Masern kann dazu beitragen eine hochansteckende und gefährliche Krankheit wie die Masern auszurotten. Als Landesregierung werden wir deshalb die auf Bundesebene laufenden Initiativen und rechtlichen Prüfungsprozesse zur Einführung einer beschränkten Impfpflicht gegen Masern unterstützen. Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

Die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Stärkung der Impfbereitschaft waren nicht ausreichend. Um die Durchimpfungsraten bundesweit deutlich zu steigern, möchte die Bundesregierung daher eine beschränkte Impfpflicht gegen Masern in Gemeinschaftseinrichtungen und für medizinisches Personal einführen. Mecklenburg-Vorpommern erreicht in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 % bei der 2. Masernimpfung.

„Um bestehende Impflücken jedoch bundesweit zu schließen erscheint die Impfpflicht als geeignete Maßnahme. Hohe Impfquoten sind kein Selbstläufer. Masernviren zirkulieren daher weiter und es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. Fehlender Impfschutz besteht besonders bei den unter Zweijährigen und jungen Erwachsenen“, so Glawe weiter. Die von der Weltgesundheitsorganisation zur Eliminierung der Masern geforderte Impfquote von über 95 Prozent wird in Deutschland nicht erreicht (nur 93 Prozent der Schulanfänger sind zweimal gegen Masern geimpft, Stand 2017).

Erfahrungen anderer EU-Staaten, wie z. B. Frankreich zeigten, dass die Einführung einer „beschränkten Impfpflicht“ gegen bestimmte Krankheiten dazu führen kann, dass die Impfquoten für andere (freiwillige) Schutzimpfungen abnehmen. „Vor diesem Hintergrund der möglichen Auswirkungen einer „beschränkten Impfpflicht“ auf die Inanspruchnahme von anderen Schutzimpfungen, sind flankierende Maßnahmen daher ebenso wichtig. Essentielle Maßnahmen sind, zum Beispiel kontinuierliche und sachliche Aufklärung, niedrigschwellige Impfangebote sowie Erinnerungssysteme (z. B. U-Untersuchungen)“, sagte Glawe.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ gestartet. Neben dem Internetauftritt www.mv-impft.de wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen.

Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert. Weitere Informationen zum Impfen gibt es unter www.mv-impft.de . Ziel in MV sollte es sein, die sehr hohen Impfquoten für alle empfohlenen Schutzimpfungen zu halten und möglichst weiter zu verbessern. Hierfür leisten die Gesundheitsämter und die niedergelassenen Ärzte seit Jahren einen erheblichen Beitrag.

„Die Menschen in MV müssen auch in Zukunft über den Nutzen von Impfungen aufgeklärt werden, um die flächendeckend vorhandenen Impfangebote bestmöglich zu nutzen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat zum Abschluss der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock-Warnemünde auf die Herausforderungen der Branche aufmerksam gemacht.

„Die Gesundheitswirtschaft wächst rasant weiter. Das ist kein Selbstläufer. Die Branche ist ein Schlüsselbereich, um zu mehr zukunftsfähigen und innovativen Arbeitsplätzen sowie mehr Wertschöpfung im Land zu kommen. Damit dies so bleibt, muss weiter eine Menge getan werden. Drängende Herausforderungen sind die Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung, Existenzgründungen mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sowie die weitere Internationalisierung der Branche insgesamt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

und 700 Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben an der zweitägigen Veranstaltung in Rostock-Warnemünde teilgenommen. Die Gäste kamen unter anderem neben Deutschland aus der Schweiz, Finnland, Polen, Frankreich, Israel, Norwegen und Estland. Die Gesamtorganisation für die 15. Branchenkonferenz hat die BioCon Valley GmbH übernommen. Glawe hat eine positive Bilanz der zweitägigen Konferenz gezogen.

„Unser Land hat sich von der besten Seite gezeigt. Die Mischung der Konferenz aus Workshops, Messe, Vorträgen und Diskussionen kommt bei den Gästen an“, so Glawe weiter.

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass mehr Gründungen in der Gesundheitswirtschaft notwendig sind. „Existenzgründungen sind die Frischzellenkur für die heimische Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, Unternehmen bei der Umsetzung von neuen, innovativen Ideen zu unterstützen. Die Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hat großes Potential, Lösungen für die anstehenden Versorgungsherausforderungen zu entwickeln und nachhaltig wirtschaftliche Erfolge zu generieren. Das macht sich immer mehr auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Mehr neue Jobs entstehen“, sagte Glawe.

Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums gibt es beispielsweise durch das Programm MV-Gründerstipendium. Es unterstützt Gründungswillige mit Hochschulabschluss oder beruflicher Praxis bei der Umsetzung ihrer innovativen und wissensbasierten Geschäftsidee durch Beihilfen zum Lebensunterhalt für bis zu 18 Monate. Hier geht es monatlich um 1.200 Euro, bei Promovierten um 1.400 Euro, die aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) finanziert werden.

Eine weitere Unterstützung gibt es durch die Gründungs- und Startup-Förderung des Wirtschaftsministeriums wie beispielsweise dem Beteiligungsfonds der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mbH (MBMV) mit dem revolvierenden Fonds „MBMV innoSTARTup“. Neu ist, dass neben den Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt auch Beteiligungen für digitale Geschäftsmodelle vergeben werden können. Darüber hinaus gibt es den Venture Capital Fonds Mecklenburg-Vorpommern (VCFMV). Dieser wurde angelegt, um jungen technologieorientierten Unternehmen den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern.

Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Jahr 2018 ein Exportvolumen von rund 600 Millionen Euro, was einem Anteil von 5,3 Prozent am Gesamtexport des Landes entspricht.

„Der Export gesundheitsrelevanter Güter hat eine starke Wachstumsdynamik entfaltet, dennoch haben wir hier ordentlich Nachholbedarf. Wir müssen die internationale Bühne auf Messen für die Vermarktung und das Kennenlernen der Branche noch stärker nutzen. Umso wichtiger ist es, dass heimische Unternehmen vor Ort mit ihrem Potential, ihrem Know-how und ihren Produkten auf sich aufmerksam machen. Das verbessert auch die eigene Wettbewerbsposition, sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Das Land unterstützt die Teilnahme von Akteuren an den beiden weltweit bedeutendsten Medizin-Fachmessen – MEDICA in Düsseldorf und Arab Health in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) – durch eine Förderung von Firmengemeinschaftsständen und Koordinierungsleistungen der BioCon Valley® GmbH. „Beide Messen sind für die Aussteller des Landes ein unverzichtbarer Marktplatz zur Kundenpflege und zur weltweiten Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen“, erläuterte Glawe weiter.

„Die Analyse der volkswirtschaftlichen Daten zeigt, M-V hat mit der strategischen Ausrichtung auf die Gesundheitswirtschaft das richtige Gespür bewiesen und nimmt eine bundesweite Vorreiterrolle ein. Mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung sind heute Kennzeichen der Branche bei uns im Land“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Aktuell sind 154.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,8 Milliarden Euro) leistet die Branche zudem einen immensen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung. Jeder fünfte Erwerbstätige (20,6 Prozent) arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in dieser Branche.

Zahlenangaben: In der gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) erfasst das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die im Mai erstmals vorgestellten Zahlen stellen auf Basis des Jahres 2016 Vergleiche zwischen den Bundesländern her.

Kooperation Uni Greifswald und AMEOS Klinika

Ueckermünde – Die AMEOS Klinika Ueckermünde und Anklam werden „Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Greifswald. Dafür haben die Universitätsmedizin Greifswald und das AMEOS Klinikum einen Vertrag zum akademischen Lehrkrankenhaus abgeschlossen. Mit dem AMEOS Klinikum Anklam wurde eine Lehrkooperation im Rahmen des Praktischen Jahres vereinbart.

„Ich freue mich sehr, dass diese Kooperation zustande gekommen ist. Unser Ziel ist, dass es gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land gibt. Dazu gehört auch eine gute medizinische Versorgung. Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit dazu beiträgt, angehende Ärztinnen und Ärzte für Anklam, Ueckermünde und Umgebung zu gewinnen“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann am Dienstagnachmittag in Ueckermünde.

Wie bei diesem Projekt sei Vorpommern auch an anderer Stelle Vorreiter. Dahlemann: „Ob mit der E-Patientenakte, dem innovativen Ärztenetzwerk Haffnet oder den multiplen Häusern. Das alles stärkt die Lebensqualität der Menschen vor Ort und bietet Ärzten und Pflegekräften attraktive Rahmenbedingungen.“

Es sei gut, wenn Medizinstudentinnen und Medizinstudenten der Universität Greifswald auch in Vorpommern ihr Praktisches Jahr absolvieren könnten. „Dies zeigt, dass wir hier gut zusammenarbeiten, zum Wohle des Einzelnen und zum Wohle der ganzen Region“.

Es ist das erste Mal, dass das Krankenhaus diesen Lehrauftrag übernimmt. Ab dem Wintersemester 2019 können Medizinstudierende das Angebot der AMEOS Uniklinika Ueckermünde und Anklam nutzen.

Gesundheitsministerkonferenz in Leipzig

Leipzig – In Leipzig (Sachsen) findet seit Mittwoch (05. Juni) die zweitägige Gesundheitsministerkonferenz aller Länder statt. Ein Thema vor Ort ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen.

„Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen ist eine Herausforderung vor allem für ländliche Regionen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung, wie beispielsweise in unserem Flächenland. Wir brauchen mutige und innovative Ideen, die in konkrete Projekte vor allem auch für Flächenländer in Deutschland führen. Ziel ist es, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln, um eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung sicherzustellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Glawe forderte, die Etablierung digitaler Leistungen in der Regelversorgung zu erleichtern sowie eine stärkere Beteiligung der Länder an den Entscheidungen zu erreichen.

„Wir brauchen mehr Projekte auf Länderebene. Die Länder brauchen zusätzliche Kompetenzen für die Steuerung der Entwicklung innovativer Versorgungsformen. Konkret ist es wichtig, dass die Rolle regionaler Projekte bei der Weiterentwicklung in die bundesweite Regelversorgung gestärkt wird. Wenn Projekte sich als tauglich erweisen, ist es notwendig, diese auch in die Praxis zu überführen. Es sind Anpassungen im Sozialgesetzbuch nötig, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies könnte unter anderem durch die Etablierung eines geregelten Verfahrens zur Überführung von experimentellen digitalen Leistungen in die Regelversorgung sowie die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für die Länder zur Steuerung der Entwicklung innovativer, regionaler Versorgungsformen sein“, so Glawe weiter.

Gesundheitsminister Glawe machte im Zusammenhang einer sektorenübergreifenden Versorgung auch auf das Thema Telemedizin aufmerksam. „Im Kern geht es darum, dass nützliche und notwendige Entwicklungen bei uns im Land ermöglicht werden. Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist dabei eine Chance, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und zu verbessern“, betonte Glawe weiter.

Glawe warb in Leipzig für die Einführung einer Impfpflicht. „Die Impfpflicht muss kommen. Vor allem in Kindertagesstätten und Schulen ist es wichtig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle. Die hohen Impfquoten müssen gehalten beziehungsweise weiter verbessert werden. Das ist kein Selbstläufer“, machte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend deutlich.

Anfang Mai 2019 hat das Bundesgesundheitsministerium einen Referentenentwurf eines Gesetzes für den Schutz gegen die Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz) vorgelegt. Der Gesetzentwurf sieht den verpflichtenden Nachweis eines bestehenden Impf- bzw. Immunschutzes gegen die Masern für Personen vor, die in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen, dort betreut werden oder tätig sind. Gleiches gilt für medizinisch tätiges Personal in Einrichtungen. Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung erreicht.

Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. Neben dem Internetauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. „MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert.

Sieger-Projekte im Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft

Rostock  – „Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ – unter diesem Motto hatte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Kooperation mit der BioCon Valley® GmbH, dem Netzwerk für Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, zum zehnten Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft aufgerufen. Heute wurden die Gewinner des landesweiten Wettbewerbs durch den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern Harry Glawe in Rostock ausgezeichnet.

„Die Sieger-Projekte zeichnen sich durch die Entwicklung innovativer Lösungsansätze und neuartige Verfahren und Produkte in der Gesundheitswirtschaft aus. Hier schlummert enormes Potenzial, die Verfahren und Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die Siegerbeiträge der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, viele kleinere und größere Vorhaben in der Gesundheitswirtschaft umzusetzen, um das Angebot an gesundheitsfördernden Produkten und Dienstleistungen im Land qualitativ zu erweitern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Für die zehnte Ausgabe des Wettbewerbs wurden zukunftsweisende innovative Ideen für Dienstleistungen, Prozesse und Projekte für die Gesundheitswirtschaft gesucht, die das Potenzial der Branche durch Vernetzung, Kooperation, Marketing, Fachkräftesicherung und Internationalisierung weiter erschließen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Standortes Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. In diesem Jahr gingen insgesamt 19 Projektideen in die Bewertungsrunde ein. Bei den sechs zur Förderung vorgeschlagenen Projektideen handelt es sich insgesamt um ein Fördervolumen in Höhe von bis zu 862.000 Euro und um ein Gesamtprojektvolumen in Höhe von bis zu 1,19 Millionen Euro.

„Mit dem Wettbewerb sollen unter anderem Netzwerkprojekte, die im Ergebnis zu konkreten, marktfähigen Verfahren, Produkten und Dienstleistungen führen, umgesetzt sowie neue Produkte und Dienstleistungen durch Marketingmaßnahmen am Markt platziert werden. Das bringt die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommerns weiter voran“, sagte Glawe. Die Gesundheitswirtschaft beinhaltet das Gesundheitswesen im engeren Sinne und umfasst zudem die Produktion und Vermarktung aller Güter und Dienstleistungen, die im weitesten Sinne der Herstellung und Bewahrung von Gesundheit dienen. Dazu gehören auch die medizinische Vorleistungs- und Zulieferindustrie sowie viele Dienstleistungen rund um das Thema Gesundheit, etwa im Gesundheitstourismus.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte der Gesundheitswirtschaft unterstützt, die erfolgreich umgesetzt wurden. Insgesamt wurden seit 2008 (bis einschließlich 2019) in zehn Ideenwettbewerben 58 Projektideen mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 9,8 Millionen Euro in Höhe von 7,1 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) unterstützt. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro zur Verfügung.

„Für Mecklenburg-Vorpommern ist die Gesundheitswirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, der sich stetig und im Vergleich zu anderen Branchen im Bundesland stärker entwickelt. Mit rund 154.000 Erwerbstätigen arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte im Land in dieser Branche“, sagte Glawe.

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes ist im Ländervergleich in Mecklenburg-Vorpommern mit 15 Prozent (ca. 5,8 Milliarden Euro) am bedeutendsten. Seit 2008 stieg die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft um rund 56 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht heute in der Gesundheitswirtschaft. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16 Euro in anderen Branchen des Bundeslandes.

Überblick der Gewinner des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft 2019

NIPOKA aus Greifswald

www.nipoka.com

PEMP – innovative und schnelle Quantifizierung der Nierenstruktur

Das Analyseverfahren erlaubt erstmals, schnell, exakt und quantitativ die Veränderungen einer speziellen Zelle in der Niere, die in 80 Prozent aller Nierenerkrankungen verändert ist, zu bestimmen. Durch diese neue Kennzahl ist nun eine gezieltere Forschung und effiziente Entwicklung von heilenden Medikamenten möglich geworden. Zudem erlaubt dieses Verfahren eine sehr genaue und personalisierte Diagnostik in der Nephrologie. In der Projektlaufzeit wird eine Marketingstrategie entwickelt, um das Verfahren im Rahmen einer Dienstleistung Forschungsinstituten, Kliniken und Pharmafirmen international anzubieten.

„Das Unternehmen plant, sein Quantifizierungsverfahren international zu vermarkten. Das stärkt den Ruf Mecklenburg-Vorpommerns als Gesundheitsland und Innovator der Gesundheitswirtschaft“, sagte Glawe.

SensID GmbH aus Rostock

www.sens-id.com

TÜV für Krebsdiagnostik

Das Unternehmen befasst sich unter anderem mit der Entwicklung und Herstellung von Referenzmaterialien für die Gendiagnostik bei Krebserkrankungen. Alle Diagnosemethoden hängen letztlich von der Qualität ihrer Kontrollen ab. Durch die Bereitstellung zertifizierter Referenzmaterialien kann die Qualität molekularer Diagnosemethoden verbessert werden. Somit soll ein Beitrag geleistet werden, Patienten eine optimale Therapie anzubieten. SensID hat hierfür Lösungen entwickelt, die am internationalen Markt vertrieben werden sollen. Die Produkte sollen gesicherte Aussagen zur Erkrankung und den entsprechenden Therapiemöglichkeiten ermöglichen. Sie werden gezielt deutschen und internationalen Uni-Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Diagnostiklabore angeboten.

„Die Entwicklung und Erforschung der neuartigen Referenzmaterialien hat das Unternehmen gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Ein gelungenes Beispiel für das enge Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe.

Orthopädie-Technik-Service aktiv GmbH aus Greifwald

www.ot-aktiv.de

SpinePatch – Entwicklung flexibler Sensor-Patches zum Monitoring der orthetischen Versorgung der Wirbelsäule

In der Therapie von Wirbelsäulenproblemen kommen Orthesen zum Einsatz, die in unterschiedlicher Ausprägung eine Stütz- und Korrekturfunktion übernehmen. Häufig werden diese Orthesen durch die Patienten nicht korrekt angelegt oder nicht konsequent getragen. Um den Patienten während der Therapie zu unterstützen, werden zuschneidbare Sensorpatches auf Basis smarter Textilien entwickelt, die zum flächigen Monitoring des Anpressdrucks von Wirbelsäulenorthesen unterschiedlicher Ausprägung genutzt werden kann. Der Arzt kann die von den Sensoren erfassten Daten auslesen und die Therapie optimieren. Der Patient erhält über einen eingebauten Aktor Informationen über den richtigen Sitz der Othese und kann gegebenenfalls Korrekturen vornehmen. Der Therapieerfolg kann somit gesteigert werden.

„Das SpinePatch zeigt an, ob technische Hilfsmittel richtig am Körper sitzen, um die optimale Wirkung zu erreichen. Das Produkt hilft Erkrankten und dem medizinischen Personal gleichermaßen, um bestmögliche Therapieerfolge zu erreichen“, sagte Glawe.

Solvamed GmbH aus Rostock

CutSep – ein neuer, patentierter Ansatz zur Verhinderung von Kathetersepsis

Die Solvamed GmbH hat ein neues Verfahren zur Desinfektion des Stichkanals in der oberen Hautschicht beim Setzen von Kathetern entwickelt. Bestehend aus einem Applikator und Gel, reinigt „CutSep“ und schützt vor der Übertragung von Keimen auf den zentralen Venenkatheter und ähnlichen Instrumenten. Im Hinblick auf die CE-Zertifizierung wird eine klinische Studie durchgeführt und mit Hilfe entsprechender Marketingmaßnahmen die internationale Vermarktung angestrebt.

„Die Technik soll später auch bei weiteren medizinischen Instrumenten wie beispielsweise Venülen oder Pins ihren Einsatz finden“, sagte Glawe.

Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde

www.rostock.de/tourismuszentrale-rostock-warnemuende.html

GLOW – Der Gesundheitslotse im Thalasso-Seebad Warnemünde

Ziel des Projektes ist es, die gesundheitsfördernde Wirkung des Meeres und des Klimas stärker erlebbar zu machen und sie in buchbaren Paketen den Gästen des Seebades Warnemünde anzubieten. Dabei werden Service und Qualität der Angebote noch stärker in den Fokus gerückt indem spezifische Kundenbedürfnisse herausgearbeitet und die notwendigen organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Agieren im Markt geschaffen werden. Durch die Etablierung einer Schnittstelle zwischen Gast und lokalem Leistungsträger sowie entsprechender Marketingmaßnahmen wird sich Warnemünde als Thalasso-Standort profilieren.

„Immer mehr Gäste in Mecklenburg-Vorpommern wollen in ihren Ferien auch Gesundheitsangebote wahrnehmen. Mit der Umsetzung eines Gesundheitslotsen sollen Urlauber künftig unkompliziert passende Angebote finden“, sagte Glawe.

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. aus Greifswald

www.inp-greifswald.de

Sporosan – neuartiges Händedesinfektionsverfahren zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen

Das Team Nebula Labs vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. hat einen neuen Wirkstoff zur Händedesinfektion entwickelt, der neben multiresistenten auch sporenbildende Keime – gegen welche kein bislang zugelassenes Händedesinfektionsmittel wirkt – in Sekunden abtötet. Die zum Patent angemeldete Desinfektionstechnologie basiert auf einer innovativen Formel. Die erzeugte Substanz ist wasserbasiert, hautfreundlich und unbedenklich für die Umwelt. Im Rahmen des Projektes wird die Formulierung des Desinfektionsmittels finalisiert und ein geeignetes Spendersystem entwickelt. „Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen ist ein wichtiges Thema für das medizinische Personal, Patienten und Besucher. Eine schnell wirksame und einfach anzuwendende Desinfektionslösung hilft, das Risiko einer Ansteckung zu mindern“, sagte Glawe.

Weltnichtrauchertag

Schwerin – Der morgige (Freitag, 31.05.2019) Weltnichtrauchertag steht unter dem Motto „Tabakkonsum und Lungengesundheit“. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe machte auf die Gefahren und Folgen des Rauchens aufmerksam.

„Rauchen ist auch heute eine weit verbreitete und oftmals unterschätzte Gefahr für unsere Gesundheit. Dabei ist das Rauchen Risikofaktor Nummer Eins beim Lungenkrebs. Das gefährliche ist, dass es für Lungenkrebs kein Früherkennungsprogramm gibt. Der beste Weg vorzusorgen, ist deshalb mit dem Rauchen gar nicht erst anzufangen oder aufzuhören. Wir müssen auf die Gefahren weiter aufmerksam machen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe am Donnerstag.

Für das Jahr 2019 erwartet das Gemeinsame Krebsregister für Mecklenburg-Vorpommern ungefähr 960 Neuerkrankungen an Lungenkrebs bei Männern und 490 bei Frauen. Jedes Jahr sterben in Mecklenburg-Vorpommern 730 Männer und 330 Frauen an Lungenkrebs (Durchschnitt der Jahre 2015 und 2016). Davon sind demnach rund 850 Todesfälle auf Rauchen zurückzuführen. Im Zeitraum 2011-2015 zeigte sich in Gebieten mit einem hohen Raucheranteil auch eine hohe Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs. Mecklenburg-Vorpommern gehört neben Berlin und Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern mit dem höchsten Raucheranteil in Ostdeutschland.

Im Vergleich zu Brandenburg, Sachsen und Thüringen, wo die Raucherquote niedriger ist, war die Neuerkrankungsrate nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters um 26 Prozent erhöht. Frauen erkrankten in Städten aufgrund des unterschiedlichen Rauchverhaltens tendenziell häufiger an Lungenkrebs als Frauen auf dem Land. In Rostock und Schwerin lag die Neuerkrankungsrate bei Frauen 21 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Nur 16 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen in Ostdeutschland überleben die ersten fünf Jahre nach einer Lungenkrebsdiagnose. Die Überlebensrate hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. „Lungenkrebs gehört dennoch zu den Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose“, so Glawe weiter.

Bei der Prävention von Tabakkonsum und dessen Folgen besteht noch deutlichen Handlungsbedarf. „Durch die Verabschiedung und Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes ist es gelungen, dass die Bürger sowohl an öffentlichen Plätzen als auch in Restaurants wirksam und deutlich besser als früher vor gesundheitlichen Gefahren geschützt werden“, betonte Glawe. „Nun muss es allen Verantwortlichen darum gehen, dass durch Maßnahmen, die auf das Verhalten insbesondere der jungen Menschen ausgerichtet sind, der Tabakkonsum verhindert oder zumindest reduziert wird. Kinder und Jugendliche brauchen nichtrauchende Vorbilder“.

Gesundheitsminister Glawe machte in diesem Zusammenhang auch auf die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) und der regionalen Suchtberatungsstellen durch das Land aufmerksam. Diese setzen Suchtpräventionsmaßnahmen insbesondere in Schulen um. „Auch durch E-Zigaretten und E-Shisha wird das Thema Rauchen vor neue Herausforderungen gestellt. Hier müssen wir die Auswirkungen noch besser kennen, um gegebenenfalls unsere Präventionsangebote darauf anzupassen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt aufhörwillige Raucher. Dafür bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf http://www.rauchfrei-info.de Beratung und Begleitung an. Darüber hinaus gibt es auch einen „Ersparnis-Rechner“ für jede nicht-gerauchte Zigarette.

Qualifizierung von Kinderärzten

Rostock – In Rostock hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Pneumologie eröffnet. Im Mittelpunkt standen Themen der Gesunderhaltung und der Heilung von Lungenerkrankungen.

„Die Pädiatrie und insbesondere deren Sicherstellung im ländlichen Raum stehen in unserem Land vor großen Herausforderungen. Durch die demographische Entwicklung im ländlichen Raum nimmt der Anteil an Kindern und Jugendlichen an der Bevölkerung tendenziell eher ab. Eine gute und möglichst wohnortnahe kinder- und jugendmedizinische Versorgung ist eine dennoch eine wichtige Rahmenbedingung damit Familien auch gern im ländlichen Raum leben. In den vergangenen Jahren nahmen chronische Erkrankungen im Kindesalter zu, so dass durchaus ein entsprechender kindermedizinischer Behandlungsbedarf auch bei stagnierenden und sinkenden Kinderzahlen gegeben ist“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Diskutiert wurden im Rahmen der Tagung Möglichkeiten der personalisierten Medizin bis zur Tabakprävention und dem Einsatz der Telemedizin in der Pädiatrie.

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe machte deutlich, dass ein Landesprogramm zur Förderung der Weiterbildung und Qualifizierung von Kinderärzten aufgelegt werden soll.

„Gefördert werden dabei die Weiterbildung von Ärzten in Zentren für Kinder- und Jugendmedizin in einem Weiterbildungsverbund, um die Anstellung am Zentrum und ein abschnittsweises Tätigwerden an einem kleinen Krankenhaus zu ermöglichen. Es geht auch darum Kinderärzte in Zentren für Kinder- und Jugendmedizin zu qualifizieren, um beispielsweise die Expertise für Kinderrheumatologie oder Kinderonkologie im Land zu erhalten. Ziel ist es, die medizinische Versorgung von Kindern in ländlichen Gebieten sicherzustellen und weiter zu verbessern“, so Glawe weiter.

Das Programm soll 2020 beginnen und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Vertragspartner sollen dabei das Land, die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung sein.

Die Jahrestagung steht unter dem Motto „Neue Möglichkeiten und Herausforderungen“. Sie findet vom 24. bis 26. Mai 2019 in Rostock statt. Die Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie e.V. (APPA) ist eine regionale Arbeitsgruppe innerhalb der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Sie vertritt nach eigenen Angaben schwerpunktmäßig die kinderallergologisch und -pneumologisch tätigen Ärzte aus den ostdeutschen Bundesländern.

Impfen in der Diskussion

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Mittwoch das Thema „Impfen rettet Leben – Impfpflicht einführen“ diskutiert worden. „Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine Impfung ist der beste Schutz für alle. Bis zur Einführung einer bundesweiten Impfpflicht gegen Masern, sollte daher geprüft werden, ob in Mecklenburg-Vorpommern die Einführung einer Impfpflicht gegen Masern in Kindertagesstätten sinnvoll wäre oder ob die wenigen vorhandenen Impflücken im Land durch andere Maßnahmen geschlossen werden können. Ziel in MV sollte es sein, die sehr hohen Impfquoten zu erhalten bzw. weiter zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch. Die Aufnahme einer Impfplicht in das Kindertagesförderungsgesetz müsste durch das Sozialministerium geprüft werden.

Um die Zirkulation der Masern zu verhindern, werden von der Weltgesundheitsorganisation Impfraten von 95 Prozent gefordert. In Deutschland sind 93 Prozent der Schulanfänger zweimal gegen Masern geimpft (Stand 2017). „Einheimische Masernviren zirkulieren daher weiter und es kommt immer wieder zu Ausbrüchen. In Deutschland sind neben Kindern auch Jugendliche und Erwachsene betroffen. Dies zeigt, dass der eigentlich im Kindesalter vorzunehmende Impfschutz teilweise vernachlässigt wird und freiwillige Maßnahmen zur Stärkung der Impfbereitschaft zu wenig greifen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. So wurden dem Robert Koch-Institut für 2018 insgesamt 543 Masernerkrankungen übermittelt, im laufenden Jahr sind es bereits mehr als 300 Fälle.

Mecklenburg-Vorpommern ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Schulanfänger die für die Masern-Eliminierung erforderliche Impfquote von 95 Prozent bei der zweiten Masernimpfung erreicht. „Das ist kein Grund zum Ausruhen. Es muss weiter viel dafür getan werden, dass dies so bleibt“, machte Glawe deutlich.

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen. „Sie bringen eine hohe Rate an Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich und sind daher keine harmlose „Kinderkrankheit“. Insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren kann es als Spätfolge einer Maserninfektion zu einer schweren und tödlich verlaufenden Gehirnerkrankung kommen (subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)). Impfstoffe zählen zu den wirksamsten und sichersten Präventivmaßnahmen im Kampf gegen Krankheitserreger“, betonte Gesundheitsminister Glawe weiter. Durch Einführung der Impfung gegen Masern zu Beginn der 1970er Jahre konnte die Erkrankung weltweit zurückgedrängt werden.

Zur Prävention stehen gut verträgliche und hochwirksame Impfstoffe zur Verfügung, die zu einem langfristigen Schutz für den Einzelnen, aber auch zu einem Kollektivschutz in der Bevölkerung führen. Dadurch lassen sich Epidemien verhindern, wodurch wiederum auch Personengruppen geschützt werden, die aufgrund bestehender medizinischer Kontraindikationen oder ihres Lebensalters nicht gegen Masern geimpft werden können, so z. B. Personen mit Erkrankungen des Immunsystems oder Säuglinge. Für die Impfung wird ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gegen Masern, Mumps und Röteln schützt.

Gesundheitsminister Glawe hat im Landtag auch für die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) geworben. Gestartet wurde die Kampagne im Oktober 2018. „Vorhandene Impflücken lassen sich durch zielgruppenspezifische Maßnahmen ansprechen. Dass die Menschen in MV positiv gegenüber Impfungen eingestellt sind, zeigte sich im Rahmen der Impfkampagne bereits innerhalb der ersten drei Monate seit Kampagnenstart. Zusätzlich zu den wöchentlich angebotenen Impfsprechstunden der Gesundheitsämter konnten in 54 Impfaktionen im Land 3446 zusätzliche Impfdosen verimpft werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Neben dem Internettauftritt (www.mv-impft.de) wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien, wie Spots für Kinos, sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land. MV impft ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie ist zunächst für zwei Jahre konzipiert.

Pflegerische Versorgung in M-V

Schwerin – Im Landtag in Schwerin ist das Thema „Pflegerische Versorgungsstruktur“ diskutiert worden. „Mecklenburg-Vorpommern unterliegt einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer Zunahme von altersassoziierten Erkrankungen und dem Anstieg von Pflegebedürftigkeit. Die Sicherstellung der künftigen pflegerischen Versorgung ist nur mit erheblichen Anstrengungen auf verschiedensten Ebenen zu bewältigen. Der Bedarf an pflegerischen Leistungen im Land steigt. Das bedeutet, wir brauchen mehr gut ausgebildete und motivierte Pflegekräfte, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes, welche bereits mit einer bedarfsgerechten Ausbildung von künftigen Pflegefachpersonen beginnt. Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung ist dabei ein besonderes Anliegen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

„Um den steigenden Fachkräftebedarf in der Pflege abzudecken, werden in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab dem Schuljahr 2019/2020 die Auszubildenden in der Pflege in allen Jahrgängen vom Schulgeld befreit“, so Glawe weiter. Ab dem 1. Januar 2020 tritt das Bundesgesetz zur Reform der Pflegeberufe vollständig in Kraft und novelliert die bestehenden Ausbildungen in der Pflege. Ab diesem Zeitpunkt sind dann alle Pflegeausbildungen bundesweit schulgeldfrei gestellt.

„Um ein Aufschieben einer Pflegeausbildung zu verhindern, haben wir gemeinsam mit dem Bildungsressort Fördergrundsätze für eine vorgezogene Schuldgeldfreiheit aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) entwickelt. So können bereits ab diesem Schuljahr auch an den privaten Schulen kostenfreie Pflegeausbildungen aufgenommen werden. Es finden ca. ein Viertel der Ausbildungen an Pflegeschulen in freier Trägerschaft statt, drei Viertel der Pflegeschüler sind an öffentlichen Schulen unseres Landes“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Die Kosten aus dem ESF belaufen sich auf ca. 1,2 Mio. Euro. Parallel werden die Landesregelungen zur Umsetzung erarbeitet. Die Ausgestaltung inhaltlicher Aspekte erfolgt in der Landesexpertenkommission. Diese setzt sich aus Vertretern des Wirtschafts-, Sozial- und Bildungsressorts sowie der beruflichen Schulen und Hochschulen des Landes zusammen. „Nur unter Mitwirkung aller an der pflegerischen Versorgung beteiligten Akteure wird es gelingen, diese umfassende Reform in unserem Land erfolgreich umzusetzen und damit gute Ausgangsbedingungen für den Einstieg ins Berufsleben in der Pflege zu schaffen“, mahnte Glawe.

Eine quantitativ und qualitativ gut aufgestellte Ausbildungsstruktur im Land reicht aber nicht aus, um Versorgungsengpässen vollumfänglich entgegen zu wirken.

„Um die Pflegefachkräfte langfristig in ihrem Beruf zu halten, müssen vorrangig die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden. Beispielhaft ist die Bestrebung, die Pflegedokumentation im Land zu optimieren, genannt. Die bundesweite Initiative zur Neuausrichtung der Dokumentationspraxis in der ambulanten und stationären Langzeitpflege wurde in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren unterstützt und umgesetzt“, sagte Glawe.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit M-V ist Mitglied des Koordinierungsausschusses in M-V und begleitet die beteiligten ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen bei der Implementierung.

Auch die verstärkte Gewinnung ausländischer Fachkräfte kann dazu beitragen, Versorgungsengpässen entgegen zu wirken. „Die Landesregierung hat es sich daher zum Ziel gesetzt, zugelassene Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland für eine Pflegeausbildung in MV zu unterstützen. Im Februar dieses Jahres wurde ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt. Diese Bestrebungen sollen weiter ausgebaut werden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Letztlich beteiligt sich die Landesregierung an der auf Bundesebene initiierten Konzertierten Aktion Pflege. Zusammen mit den Ländern, Pflegeberufs- und Pflegeberufsausbildungsverbänden, Verbänden der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, der Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbänden, der Berufsgenossenschaft, der Bundesagentur für Arbeit sowie den Sozialpartnern wurden und werden in diesem Rahmen konkrete Empfehlungen und Maßnahmen erarbeitet, um Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten für Fach- und Helferkräfte zu verbessern; Auszubildende für die neue Pflegeausbildung zu gewinnen; die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu stärken; Pflegekräfte in der Pflege zu halten; den Wiedereinstieg in den Beruf zu fördern und auch Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

„Die ersten Ergebnisse liegen vor. So hat man sich zum Beispiel zum Ziel gesetzt, die Zahl der Auszubildenden bis 2023 bundesweit um zehn Prozent zu steigern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Für den Zeitraum 2011 bis 2020 wurde eine Bedarfsanalyse an Pflegefachpersonen vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald vorgenommen. Demnach ist von einem zusätzlichen Personalbedarf von insgesamt 2.917 Pflegefachkräften (180 Personen in Krankenhäusern, 1.131 Personen in den ambulanten Pflegediensten, 1.606 Personen in den stationären Pflegeeinrichtungen) auszugehen. Im Jahr 2015 hatte Mecklenburg-Vorpommern knapp 80.000 pflegebedürftige Menschen; nach ersten Hochrechnungen des Gesundheitsministeriums werden im Jahr 2030 etwa 93.000 Pflegebedürftige zu versorgen sein.