Kein Lebensmittel­betrug

Schwerin – Der von Medien formulierte Verdacht, ein Bio-Geflügel- verarbeitender Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern habe Separatorenfleisch in seinen Produkten verwendet, ohne dies zu kennzeichnen, wurde durch die im Labor durchgeführten histologischen Untersuchungen nicht bestätigt. Das erklärt der für den gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständige Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus.

„Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen einen in unserem Land wirtschaftenden Lebensmittel verarbeitenden Betrieb hat die oberste Kontrollbehörde das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des zuständigen Landkreises aufgefordert, amtliche Verdachtsproben in dem Betrieb zu nehmen. Dies ist auch so erfolgt. Die Proben wurden anschließend im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock untersucht.

Das Ergebnis der amtlichen Untersuchung zeigt, dass in keiner der gezogenen Proben auffällige Anteile an Knochenpartikeln, die einen Anhaltspunkt für die Verwendung von Separatoren­fleisch darstellen, nachgewiesen werden konnte. Der Verdacht des Lebensmittelbetrugs wegen falscher Kennzeichnung hat sich damit nicht erhärtet. Ich bedanke mich bei den Mitarbeitern des Landkreises und des LALLF in Rostock, die unverzüglich gehandelt haben. Es ist mir wichtig, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher im Land auf ihre Lebensmittelkontrolleure verlassen können.“

Sogenanntes Separatorenfleisch stellt keine verbotene Zutat dar. Es darf zum Beispiel in Wurst enthalten sein. Die Verordnung (EG) Nr. 853/2004 sowie die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) definieren jedoch den Begriff und geben vor, wie ein Produkt zu kennzeichnen ist, das Separatorenfleisch enthält.

30 Jahre Ärztekammer M-V

Gesundheitsministerin Stefanie Drese gratuliert zum Jubiläum

Schwerin – Anlässlich des Festempfanges zum dreizigsten Jubiläum gratulierte Gesundheitsministerin Stefanie Drese der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Sie lobte die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung als bedeutenden Ansprechpartner des Landes, der insbesondere in den vergangenen Jahren der Corona-Pandemie wesentliche Unterstützung und Beratung geleistet hat.

„Die Arbeit der Ärztekammer hat für das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern einen hohen Stellenwert. Sie sind Expertinnen und Experten, allen voran Kammerpräsident Dr. Andreas Crusius, die uns immer bei aktuellen gesundheitspolitischen Fragestellungen zur Seite stehen. Für diesen Einsatz danke ich Ihnen“, sagte Drese. Aufgrund der Corona-Maßnahmen wurden auch die Feierlichkeiten zum Jubiläum um zwei Jahre verschoben. Konstituiert hatte sich die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern am 6. Oktober 1990.

Zu den Aufgaben der Kammer gehören u.a. die Wahrnehmung der Interessen der Ärzteschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Beratung der Politik und Verwaltung durch Stellungnahmen und Fachgutachten, die Qualifizierung der Kammermitglieder durch berufliche Weiter- und Fortbildung oder Hilfestellung bei Problemen zwischen Patienten und Ärzten durch eine neutrale Schlichtungsstelle.

„Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern steht für rund 11.500 Ärztinnen und Ärzte im Land. Daher möchte ich meinen Dank auch direkt an die Medizinerinnen und Mediziner richten. Wir brauchen auch in den kommenden Wochen wieder diesen engagierten Einsatz“, verwies Drese auf die anstehende Impf-Kampagne, die zum September starten soll.

Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung

Drese: Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung soll im August starten

Rostock – Die Kommission zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern wird voraussichtlich bereits Ende August ihre Arbeit aufnehmen. Darüber informierte Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Rande der Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.

Mitglieder der Kommission sind Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, wie z.B. den Ärzteverbänden, Krankenkassen, Patientenvertretungen, Kommunen, der Wissenschaft und Praxis sowie des Gesundheitsministeriums.

„Die Beteiligung möglichst aller für die medizinische Versorgung verantwortlichen Akteure ist für die Entwicklung von Lösungsvorschlägen und Akzeptanz von Entscheidungen enorm wichtig“, betonte Drese.

Die Ministerin machte deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern vor großen Herausforderungen bei der zukünftigen medizinischen Versorgung stehe. Grundlage für die Arbeit des Experten-Gremiums sind die Ergebnisse der Enquete-Gesundheitskommission aus der vergangenen Legislaturperiode.

„Die Expertinnen und Experten werden prüfen, ob und wie die Handlungsempfehlungen in konkrete Szenarien für die Umsetzung überführt werden können. Es wird auch darüber entschieden werden, welche Themen vorrangig angegangen werden müssen. Es gilt dabei keine Zeit zu verlieren“, erklärte Drese.

Ziel sei die Sicherung einer bedarfsgerechten, modernen und leistungsfähigen Gesundheitsversorgung im Flächenland MV. „Dabei reicht die Palette von der ambulanten und stationären Versorgung über die Fortentwicklung der Krankenhausstrukturen bis hin zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung“, so Drese. Zudem stehe die Weiterentwicklung telemedizinischer und weiterer digitaler Strukturen im Fokus.

Die Enquete-Kommission wurde vom Landtag in der vergangenen Legislaturperiode eingesetzt. Der Abschlussbericht „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ wurde im Juni 2021 dem Landtag vorgelegt.

Eine der 21 Handlungsempfehlungen sieht vor, eine entsprechende Experten-Kommission zu gründen. Das Gesundheitsministerium setzt diese Empfehlung mit der Errichtung der Kommission auf Grundlage eines Landtagsbeschlusses vom 7. April dieses Jahres um.

17. Nationale Konferenz Gesundheitswirtschaft

Schwesig: MV hat sich als Land der Gesundheitswirtschaft profiliert

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock die 17. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eröffnet und dabei die Bedeutung der erfolgreichen Branche für Mecklenburg-Vorpommern hervorgehoben.

„Die Gesundheitswirtschaft bleibt ein strategischer Schwerpunkt in unserem Land. Das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern soll ein Land sein, in dem alle Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung bekommen. Und indem Gesundheit wirtschaftliche Chancen bietet. Für Startups und Industrieunternehmen, für Produktion und Dienstleistungen. Ich teile die Vision, dass Wirtschaft und Gesundheit miteinander zum Wohle des Landes verbunden sind. Eine Vision, in der sich Mecklenburg-Vorpommern zu DEM Gesundheitsland entwickelt.“

Kräfte bündeln, Netzwerke bilden, Ideen austauschen – das sei ein roter Faden im strategischen Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. „Diese Schwerpunktsetzung hat Erfolg. Mecklenburg-Vorpommern hat sich als Land der Gesundheitswirtschaft entwickelt und profiliert. Mehr als 150.000 Menschen sind in diesen Bereichen beschäftigt. Jede und jeder fünfte im Land. Das ist ein Spitzenwert in ganz Deutschland“, so die Regierungschefin weiter. Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern erwirtschaftete 6,1 Milliarden Euro im Jahr 2020. Das sei ein Siebtel der gesamten Bruttowertschöpfung.

„Gesundheitswirtschaft ist eine Schlüsselbranche, ein Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor. Deswegen hat die MV-Koalition der Gesundheitswirtschaft ein eigenes Kapitel im Koalitionsvertrag gewidmet. Wir wollen die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft verstärkt fortsetzen, Wachstumspotenzial der Branche optimal nutzen und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin national und international als das Gesundheitsland präsentieren“, betonte Schwesig.

Damit verbunden ist eine ausdrückliche Unterstützung der Strukturen, die in diesem Bereich entstanden sind: die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, das Kuratorium Gesundheitswirtschaft, die Arbeit von BioCon Valley. „Ich möchte mich bei allen ganz herzlich bedanken, die uns in den vergangenen fast 20 Jahren dahin gebracht haben, wo wir heute stehen.“

Im Rahmen der Eröffnung der 17. Nationalen Branchenkonferenz wurde auch der „Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030“ an die Ministerpräsidentin übergeben. „Der Masterplan ist kein starrer Plan, nach dem in jedem Jahr bestimmte Vorgaben zu erfüllen sind. Er ist ein lebendes Dokument“, sagte die Ministerpräsidentin bei der Übergabe. „Jede neue Idee ist gefragt und kann nach Diskussion mit aufgenommen werden, wenn sie praktikabel ist und den Menschen und unserem Land nützt.“

Der Masterplan gibt Orientierungsrahmen mit fünf strategischen Schwerpunkten, betonte die Ministerpräsidentin. „Schwerpunktthemen sind der Bereich Life Science, in dem es um die Vernetzung von Unternehmen und Institutionen aus Biotechnologie und Medizintechnik, insbesondere in der Forschung geht. Im Bereich Gesundheitsdienstleistungen geht es vor allem darum, gesunde Lebenswelten für kommende Generationen zu gestalten und das Potential bei Gesundheitsförderung und Prävention zu heben“, so die Regierungschefin.

Drittens ginge es im Masterplan um Ernährung für die Gesundheit als strategisches Gestaltungsfeld und viertens um das große Potential des Gesundheitstourismus. In diesem Zusammenhang nannte die Ministerpräsidentin die Wälder, die als Kur- und Heilwälder noch stärker genutzt werden können. „Erst im letzten Jahr habe ich den 1. Kinderheilwald Europas in Heringsdorf auf unserer schönen Insel Usedom eröffnet“, erinnerte die Ministerpräsidentin.

Gesundes Altern ist der 5. Schwerpunkt „und eine doppelte Chance: eine wirtschaftliche Chance für alle, die Produkte und Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten. Und vor allem für die älteren Menschen selbst, die sich in unserem schönen und gesunden Land ein gutes Älterwerden wünschen.“

Die Schwerpunkte seien eng miteinander verzahnt. „Deshalb können sich auch Synergieeffekte einstellen, gemeinsame, schwerpunktübergreifenden Schnittstellen, die wiederum das Potential für neue Produktideen und Dienstleistungen bergen und auch für gemeinsame Lösungsansätze.“

Digitalisierung in Krankenhäusern

Bad Doberan – Das Sana Krankenhaus Bad Doberan erhielt heute (am 15. Juni) zwei Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro. Überreicht wurden die Bescheide von Gesundheitsministerin Stefanie Drese an Geschäftsführer Michael Jürgensen.

„Mit dieser Zuwendung sollen Vorhaben zur Digitalisierung insbesondere die Prozesse während eines Krankenhausaufenthalts von Patientinnen und Patienten vorangebracht werden. So ist die Einführung einer digitalen Patientenakte und spezielle Visitenwagen mit Tablets geplant“, sagte Drese während ihres Besuchs.

Darüber hinaus soll die digitale Kommunikation im Krankenhaus verbessert werden. Drese: „Es ist ein Mobilfunkmast auf dem Gelände vorgesehen. Davon profitieren dann auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus – eine gute W-LAN-Verbindung ist für alle wichtig.“

Drese verdeutlichte, dass mit 1 Mio. Euro der Großteil der Förderung für den Aufbau einer durchgehenden elektronischen Behandlungs- und Pflegedokumentation sowie für die Einrichtung eines automatisierten und sprachbasieren Dokumentationssystems bereitgestellt wird.

Durch die angestoßenen digitalen Neuerungen würden laut Ministerin gerade die Beschäftigten stärker entlastet werden können. Wichtige Informationen und Daten der Patientinnen und Patienten würden bei einer notwendigen Weiterbehandlung künftig zügig an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden.

Hintergrund: Im Rahmen des Krankenhauszukunftsfonds stehen bis zu 4,3 Milliarden Euro für die Modernisierung der Krankenhäuser in Deutschland bereit. Drei Milliarden Euro werden hierbei durch den Bund bereitgestellt und bis zu 1,3 Milliarden Euro durch die Länder und/oder Krankenhausträger. Verwaltet wird der Krankenhauszukunftsfonds durch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). In Mecklenburg-Vorpommern stehen knapp 84 Millionen Euro aus dem Fonds inklusive der Ko-Finanzierung für die Krankenhäuser im Land zur Verfügung.

Landesregierung vor Ort

Ministerin Drese besucht Familienferienstätte Seeadler und Kurklinik Sellin

Insel Rügen – Im Rahmen des Veranstaltungsformates „Landesregierung vor Ort“ nahm Sozialministerin Stefanie Drese heute (am 14. Juni) zwei Termine im Ostseebad Sellin auf Rügen wahr. Sie besuchte die Familienferienstätte Seeadler und die Kurklinik in Sellin.

„Gerade Familien mit kleinem Einkommen, Familien mit Angehörigen mit einer Behinderung und Alleinerziehende sind aktuell stark belastet. Aufgrund von Corona-Maßnahmen und generellen Preissteigerungen ist es wichtiger denn je, dass wir mit den Familienferienstätten im Land kostengünstige Familienerholung anbieten können“, sagte Drese bei ihrem Besuch.

„Deshalb freut es mich, dass die Familienferienstätten wieder vollständig öffnen und ihr umfassendes Angebot von Kinderbetreuung bis zur Weiterbildung der Erwachsenen anbieten können.“ So würde in den Einrichtungen über den Urlaubscharakter hinaus auch ein Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz und für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen geleistet.

Die Familienferienstätte Seeadler gehört zu den insgesamt 13 gemeinnützigen Familienferienstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinnützig bedeutet, dass die Einrichtungen besonders gefördert werden und die familienfreundlichen Preise begünstigt sind.

Drese: „Die Familienferienstätten sind Häuser in Top-Lage. So ist das Haus „Seeadler“ nur 15 Minuten von der Seebrücke und dem Badestrand entfernt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Einrichtungen gut gebucht werden.“ Wer eine Familienerholung machen möchte, solle sich daher frühzeitig über die Kapazitäten informieren bzw. früh buchen.

Der Aufenthalt in den Familienferienstätten wird auch gefördert. Drese: „Im Jahr 2021 und 2022 können Familien deutlich mehr Förderungen in Anspruch nehmen. Denn neben der Landesförderung unterstützt der Bund mit einem Corona-Sonderprogramm die Familienerholung.“ Bei der Corona-Auszeit bezahlen sie für einen Familienurlaub von bis zu einer Woche nur etwa zehn Prozent der Übernachtungs- und Verpflegungskosten in einer der teilnehmenden Familienerholungseinrichtungen.

Bei ihrem zweiten Termin machte sich Gesundheitsministerin Drese ein Bild von der Kurklinik Sellin. Sie ist eine von 22 speziellen Kinder- und Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen im Land. „Die Kinder haben in den letzten Jahren am meisten leiden müssen. Die Folgen zeigen sich in der seelischen und körperlichen Gesundheit. Daher freut es mich, dass Eltern und Kinder hier einen Ort vorfinden können, wo sie umfassende Vorsorge-Maßnahmen und Behandlungen erfahren können.“

Laut Gesundheitsministerin sei die Vorsorge- und Rehabilitations-Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Allein in MV gäbe es insgesamt 59 Kurkliniken.

„Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen gehören zu den tragenden Säulen des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Während der Corona-Pandemie waren und sind sie eine große Stütze. Sie entlasten die Krankenhäuser mit dem Vorhalten von Betten. Gleichzeitig kommt ihnen eine wachsende Bedeutung in der Reha-Therapie von Long-Covid-Patienten zu.“

Drese: M-V braucht mehr Blutspenden

Schwerin – Zum Tag der Blutspende am 14. Juni dankt Gesundheitsministerin Stefanie Drese allen Spender:innen und dem medizinischen Personal, die durch Bluttransfusionen Leben retten. „In Mecklenburg-Vorpommern werden aktuell dringend Blutspenden benötigt, da aufgrund der Corona-Pandemie einige zuvor verschobene Operationen nachgeholt werden“, ruft Drese zu einer höheren Spendenbereitschaft auf.

Hinzu komme, dass sich das durchschnittliche Alter der regelmäßigen Spenderinnen und Spender seit Jahren erhöht, sodass die Zahl der verfügbaren Spenden aufgrund der Altersgrenze rückläufig ist.

Als Folge der Engpässe reichen Blutreserven beispielsweise an der Unimedizin Greifswald derzeit nur für 1 bis 2 Tage. Normalerweise sollten Reserven für 5 bis 6 Tage zur Verfügung stehen.

Um den sinkenden Zahlen bei der Blutspende entgegenzuwirken, appelliert Drese auch an junge Menschen sich mit dem Thema zu befassen. Gleichzeitig spricht sich Ministerin Drese für eine individuelle Eignungsbegutachtung bei der Blutspende aus, unabhängig von der sexuellen Orientierung der Spendenanwärter:innen.

„Insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Engpässe muss die Spendenbereitschaft in der gesamten Gesellschaft höher werden. Hierzu zählt auch, dass das Blutspendesystem noch diskriminierungsfreier gestaltet wird“, betont Drese.

Die Ministerin begrüßt ausdrücklich die im September 2021 überarbeitete Fassung der Hämotherapierichtlinie. Diese sieht vor, dass auch schwule und bisexuelle Männer Blut spenden dürfen, wenn sie in einer dauerhaften monogamen Beziehung leben. Diese Gruppe durfte lange Zeit überhaupt nicht spenden und seit 2017 nur, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex mit einem Mann hatten.

Drese: „Die neue Richtlinie ist ein deutlicher Fortschritt. Andererseits schließt auch sie Männer, die Sex mit Männern haben, zu pauschal aus. Ziel muss eine Regelung sein, die die hohe Sicherheit von Blutprodukten in Deutschland aufrechterhält, gleichzeitig aber niemanden unnötig zurückweist.“

Blutspenden werden immer auf das HIV-Virus untersucht. Da Infektionen in einigen Fällen erst zeitverzögert festgestellt werden können, müssen potenzielle Spender:innen Auskunft über ihre sexuellen Kontakte geben. So sollen Menschen mit erhöhtem Risiko einer HIV-Infektion vorab ausgeschlossen werden.

Statistisch gesehen, haben Männer, die sexuelle Kontakte zu Männern haben, ein deutlich höheres Infektionsrisiko und wurden deshalb lange Zeit gänzlich von der Blutspende ausgeschlossen.

Im September 2021 hat die Bundesärztekammer eine überarbeitete Fassung der Hämotherapierichtlinie veröffentlicht. Demnach sind Männer und Frauen sowie Transpersonen, wenn sie mit zwei oder mehr Personen in den letzten vier Monaten sexuellen Kontakt hatten, von der Blutspende ausgeschlossen. Homosexuelle Männer dürfen nur spenden, wenn sie seit vier Monaten keinen Sex mit einem Mann hatten, der nicht ihr fester Partner war.

Regelmäßig Blut spenden ist grundsätzlich nur zwischen 18 und 68 Jahren möglich, wobei die Höchstgrenze für die erstmalige Spende bei 60 Jahren liegt. Das Blutspendewesen ist in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern dezentral organisiert. Es teilt sich in drei Säulen auf. Diese sind die DRK-Blutspendedienste, die universitären Blutspendedienste und die privaten Plasmapheresestationen.

Digitalisierungsoffensive: Krankenhaus Demmin

Gesundheitsministerin Stefanie Drese übergab 6,9 Millionen Euro Förderung für moderne Kliniksysteme, Telemedizin und Cybersicherheit

Demmin – Das Kreiskrankenhaus Demmin profitiert im hohen Maße von dem staatlichen Investitionsprogramm zur Digitalisierung und zur Stärkung regionaler Versorgungsstrukturen im Rahmen des im Oktober 2020 in Kraft getretenen Krankenhauszukunftsgesetzes. Von den aktuell insgesamt neu zur Verfügung stehenden 84 Millionen Euro für die Digitalisierung in den 37 Krankenhäusern in MV erhält das Kreiskrankenhaus Demmin 6,9 Millionen Euro.

„In Demmin werden die Herausforderungen der Zukunft nach zwei schwierigen Pandemiejahren voller Elan angepackt. Das Engagement des Krankenhausteams zeigt, wie erfolgreich sich kommunale Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern für eine hochwertige Gesundheitsversorgung einsetzen. Ich freue mich sehr über die Innovationsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Kreiskrankenhaus Demmin. Dazu gehören nicht nur die umfangreichen baulichen Erweiterungsmaßnahmen und eine moderne medizintechnische Ausstattung sowie die Gewinnung von ausreichend Fachkräften, sondern auch die stärkere Digitalisierung der Klinikprozesse. Damit werden die Beschäftigten entlastet, das Patientenwohl gestärkt und die IT-Sicherheit im Krankenhaus ausgebaut. Dies wollen wir mit der Förderung zielgerichtet unterstützen“, so Drese.

Ziel des Programms ist eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser im Hinblick auf notwendige, aber sehr kostenintensive Digitalisierungsprozesse. Das betrifft einerseits den Ausbau der digitalen Infrastruktur in der gesamten stationären Krankenversorgung, aber auch, nicht weniger wichtig, Investitionen in die IT- und Cybersicherheit, die gerade in Krisenlagen existenziell wichtig wird. Die Coronapandemie hatte den digitalen Investitions- und Innovationsbedarf noch einmal deutlich aufgezeigt.

„Mit der Förderung durch das Gesundheitsministerium MV werden wir unsere bislang größte Digitalisierungsoffensive starten“, kündigte Geschäftsführer Kai Firneisen an. „Für uns bedeutet das einen riesigen Entwicklungsschritt nach vorn. Insofern sind wir sehr froh, dass alle von uns gestellten vier Anträge genehmigt worden sind. Diese gezielte Unterstützung hilft uns enorm, unseren Gesundheitsstandort auch digital fit für die Zukunft zu machen.“

Der größte Anteil der Förderung in Höhe von 4,57 Mio. Euro fließt in die Einrichtung einer durchgehenden elektronischen sowie automatisierten und sprachbasierten Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen. Übergeordnetes Ziel ist es, die Verfügbarkeit und Qualität der elektronischen Patientenakte zu erhöhen und gleichzeitig den Zeitaufwand zu reduzieren, um so eine Steigerung der Behandlungsqualität und eine Optimierung der Klinikprozesse zu erzielen.

„Durch den Einsatz eines solchen Systems können die vielfältigen Leistungs-, Kommunikations- und Abstimmungsprozesse sowohl zwischen den beteiligten Akteuren im Krankenhaus als auch außerhalb des stationären Sektors, vor allem im Entlass- und Überleitungsmanagement, effizienter und transparenter gestaltet werden. Ebenso kommt es zu einer Verringerung des hohen manuellen Dokumentationsaufwandes durch das medizinische Fachpersonal. Mit der Zuwendung wollen wir unsere Abläufe im Krankenhausalltag nachhaltig vereinfachen und mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten gewinnen“, unterstrich der Ärztlicher Direktor PD Dr. Lutz Wilhelm.

Weitere 311.518 Euro werden in die technische und informationstechnische Ausstattung der Notaufnahme, die gerade erweitert wird, investiert. Künftig soll es einerseits einen telemedizinischen Austausch zwischen den Rettungsdiensten, Leitstellen, Krankenhäusern, Außenstellen, MVZ oder niedergelassenen Praxen geben. Andererseits ist auch eine Digitalisierung der Abläufe innerhalb der Notaufnahme sowie eine verbesserte Kommunikationsstruktur innerhalb des Krankenhauses zur zügigen Versorgung von Notfallpatienten geplant.

Für informations- und kommunikationstechnische und robotikbasierte Anlagen, Systeme und telemedizinische Netzwerke können 110.892 Euro verwendet werden.

Für Maßnahmen zur Verbesserung der IT- und Cybersicherheit im Krankenhaus stehen 1.897.130 Euro zur Verfügung. „Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Cyberattacken, die im Krankenhausbereich auch Leben gefährden können, müssen auch wir unser Netzwerk erneuern und die Sicherheitsmaßnahmen stark ausbauen“, so Kai Firneisen.

Im Rahmen des Krankenhauszukunftsfonds stehen bis zu 4,3 Milliarden Euro für die Modernisierung der Krankenhäuser in Deutschland bereit. Drei Milliarden Euro werden hierbei durch den Bund bereitgestellt und bis zu 1,3 Milliarden Euro durch die Länder und/oder Krankenhausträger. Verwaltet wird der Krankenhauszukunftsfonds durch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). In Mecklenburg-Vorpommern stehen knapp 84 Millionen Euro aus dem Fonds inklusive der Ko-Finanzierung für die Krankenhäuser im Land zur Verfügung.

Tag der Organspende

Ministerin Drese wirbt für höhere Spendebereitschaft und Aufklärung

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern spenden durchschnittlich mehr Menschen Organe als im Bundesdurchschnitt. Auf eine Million Einwohner:innen kamen 2021 16,1 Spender:innen. Bundesdurchschnittlich waren es 11,2. Gesundheitsministerin Stefanie Drese appelliert zum Tag der Organspende am 4. Juni an Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem Thema Organspende zu befassen.

Drese: „Dass in unserem Land die Zahl der Organspenden verhältnismäßig höher ist als bundesweit, ist natürlich eine gute Nachricht. Dennoch sind die absoluten Zahlen gering. Gleichzeitig warten viele Menschen auch aus Mecklenburg-Vorpommern auf ein Spenderorgan. Der Tag der Organspende soll die bewegenden Schicksale der Menschen in den Blickpunkt nehmen, die Organe gespendet haben oder denen als Organempfänger ein neues Leben geschenkt wurde. Im Vordergrund steht deshalb auch der Dank an die Organspenderinnen und -spender.“

Die Ministerin hält es zudem für zentral, durch Aufklärung und Informationen etwa bei den Bürgerämtern, die Entscheidungsbereitschaft zur Organspende zu stärken. „Umfragen zeigen, dass viele Menschen theoretisch bereit sind, nach dem Tode Organe zur Transplantation freizugeben. Und immerhin etwa 35 Prozent besitzen sogar einen Organspendeausweis“, so Drese.

Zum Stichtag 30.04.2022 waren 200 Personen aus Mecklenburg-Vorpommern auf der Warteliste von Eurotransplant registriert. Die Zahl der Organspender:innen ist zu Beginn des Jahres 2022 bundesweit auf einem deutlich niedrigeren Niveau als im Vorjahreszeitraum. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden mit 6 realisierten Organspendenspenden von Januar bis April 2022 50 Prozent weniger Entnahmen vorgenommen als im Vorjahreszeitraum (12). Ein Hauptgrund hierfür sind die Belastungen in den Kliniken durch die Corona-Pandemie.

Umso wichtiger ist es deshalb nach Ansicht von Ministerin Drese, die Strukturen in den Kliniken zu stärken. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die gesetzlich vorgeschriebenen Transplantationsbeauftragten an den Kliniken ein. „Transplantationsbeauftragte schaffen die organisatorischen Voraussetzungen, damit Organspenden realisiert werden können. Sie sollen aber nicht nur die Spendebereitschaft steigern, sondern auch die Qualifikation von Ärzten und Pflegepersonal verbessern sowie die Angehörigen der Verstorbenen empathisch begleiten“, verdeutlichte Drese.

Die Ministerin regt darüber hinaus eine neue Debatte über die Einführung einer Widerspruchslösung an. „Auch wenn eine Gesetzes-Initiative vor gut zwei Jahren im Bundestag gescheitert ist, sehe ich die Politik in der Pflicht, sich des Themas, insbesondere vor dem Hintergrund der derzeit deutlich sinkenden Organspendezahlen, fortwährend anzunehmen“, so Drese.
In Deutschland gilt die Entscheidungslösung bei der Organ- und Gewebespende.

Sie erlaubt eine Spende nur, wenn der/die mögliche Spender:in zu Lebzeiten eingewilligt hat oder ein nächster Angehöriger zugestimmt hat. Die Entscheidung muss schriftlich festgehalten sein. Die Widerspruchslösung gilt unter anderem in Frankreich, Irland, Italien, Österreich und Spanien und in 12 weiteren europäischen Ländern. Wer nicht vor seinem Tod widerspricht, wird automatisch Organspender/-in.

Laut einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fällt die passiv vorhandene Bereitschaft zur Organspende in Deutschland mit 73 Prozent sehr hoch aus. Nicht einmal die Hälfte (44 Prozent) jedoch hat die Entscheidung schriftlich festgehalten, sodass viele Spenden nicht zustande kommen.

Universitäres Notfallzentrum eingeweiht

Rostock – Finanzminister Dr. Heiko Geue und Wissenschaftsstaatssekretärin Susanne Bowen, stellvertretend für Wissenschaftsministerin Bettina Martin, haben heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Universitätsmedizin Rostock und des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamtes (SBL) Rostock den fertiggestellten Neubau „Universitäres Notfallzentrum“ feierlich eingeweiht.

Das „Universitäre Notfallzentrum“ ist der entscheidende Baustein in der Gesamtkonzeption der Universitätsmedizin Rostock und nimmt auf dem Campus einen städtebaulich bedeutsamen Platz ein. Ob zu Fuß, mit dem Taxi oder dem Bus, mit dem Krankentransport oder mit dem Rettungshubschrauber – die erste Aufnahme der Patientinnen und Patienten und die Sofortbehandlung beginnt in diesem Gebäude.

„Das Land hat über 185 Millionen Euro in das bisher größte und komplexeste Bauprojekt Mecklenburg-Vorpommerns investiert. Davon hat auch die regionale Wirtschaft profitiert. Ich freue mich, dass viele Aufträge an mittelständische Firmen aus unserem Bundesland gegangen sind. Und wir bringen den Klimaschutz voran: Der hochtechnisierte Gebäudekomplex bezieht einen Teil seiner Energie aus Erdwärme. So leisten 53 Geothermiesonden einen Beitrag zum Klimaschutz“, erläutert der für den Landesbau zuständige Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Mit dem Neubau werden medizinische Funktionen auf dem gesamten Campus konzentriert und bestehende Kliniken vernetzt. Damit wird das „Universitäre Notfallzentrum“ die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten, aber auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden der Universitätsmedizin erheblich verbessern.

Das klar gegliederte Gebäude besteht aus fünf Geschossen, vier Lichthöfen und einer in Mecklenburg-Vorpommern einzigartigen Hubschrauber-Landeplattform auf dem Dachgeschoss. Verantwortlich für den Bau ist das SBL Rostock aus dem Geschäftsbereich des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern.

Das Notfallzentrum ist ein wichtiger Schritt bei der strategischen Ausrichtung der Universitätsmedizin Rostock. „Wir stärken die Universitätsmedizin Rostock und damit die Spitzenmedizin in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Das hochmoderne Gebäude konzentriert sensible medizinische Bereiche unter einem Dach. Davon profitieren Patientinnen und Patienten sowie die Mitarbeitenden gleichermaßen“, erklärte Wissenschaftsstaatssekretärin Susanne Bowen in Vertretung für Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Ich gehe davon aus, dass mit diesem neuen Gebäude auch ein Anziehungspunkt für medizinisches Fachpersonal entsteht.“

Der Neubau fördert den am Standort Schillingallee notwendigen Konzentrations- und Modernisierungsprozess.

Innere Medizin der Universität Greifswald

Baustellenbesuch der ehemaligen Inneren Medizin der Universität Greifswald

Greifswald – Finanzminister Dr. Heiko Geue hat heute gemeinsam mit der Rektorin der Universität Greifswald, Frau Prof. Dr. Katharina Riedel, Vertretern des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamtes (SBL) Greifswald sowie weiteren Vertretern der Universität Greifswald die Baustelle der ehemaligen Inneren Medizin besucht.

Die Sanierung des Gebäudes erfolgt trotz der historischen Bausubstanz sehr klimafreundlich, nachhaltig und energieeffizient“, sagte der Finanzminister, Dr. Heiko Geue. Die weitestgehende Verwendung von Baumaterialien aus natürlichen Rohstoffen und Sanierungsmaßnahmen im so genannten Low-Tech-Standard tragen zur Klimafreundlichkeit bei. Und nicht nur das: Der Stromverbrauch wird durch die Verwendung von LED-Beleuchtung und Bewegungsmeldern reduziert. Fensterlüftung und die Nutzung der Wärmespeicherfähigkeit der massiven Wände ermöglichen einen weitgehenden Verzicht von Lüftungs- und Kühlungstechnik. Als Heizmedium bleibt die vorhandene Anbindung an das Fernwärmenetz erhalten.

Der Finanzminister ist erfreut, dass bereits bei der Planung dieser Baumaßnahmen die seinerzeitigen Anforderungen an die Energieeffizienz unterschritten wurden. Er betont aber auch: „Mit den Anfang Mai eingeführten Energieeffizienzfestlegungen für Baumaßnahmen des Landes haben wir uns als Landesbauverwaltung nochmals deutlich schärfere Maßstäbe für Klimafreundlichkeit und Energieeffizienz im Landesbau als Ziel gesetzt.“

Erbaut wurde der ehemalige medizinische Campus mit seinen beeindruckenden, stadtbildprägenden Backsteinfassaden Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Gebäudekomplex bleibt weitestgehend in seiner ursprünglichen Kubatur und Gestaltung erhalten. Lediglich eingeschossige Anbauten sowie ein nachträglich errichteter Betten-Aufzugsschacht wurden im Zuge der Sanierung ersatzlos abgebrochen. Sämtliche Sanierungsmaßnahmen werden durch die Denkmalschutzbehörde begleitet.

Mehr Kinderärztinnen und Kinderärzte

Schwerin – Das Land wirbt mit Stipendien, Starterprämien und einer Förderung der Verbundweiterbildung um zukünftige Kinderärztinnen und Kinderärzte. Knapp fünf Millionen Euro Landesmittel stehen dafür in den kommenden Jahren zur Verfügung, informierte Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Mittwoch.

Medizinstudierende, die eine Weiterbildung zum Facharzt bzw. zur Fachärztin im Bereich Kinder- und Jugendmedizin in Mecklenburg-Vorpommern absolvieren wollen, können sich ab Juni für ein Stipendium bewerben. „Kinderärzte und -ärztinnen werden überall im Land gebraucht. Daher ist es wichtig, dass wir verstärkt Anreize schaffen, um künftiges Fachpersonal im Land zu halten“, sagte Drese.

Wer sich dafür entscheide, nach seinem Studium mindestens 24 Monate in einer Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin in MV zu verbleiben, könne in seinen letzten vier Regelsemestern bis zu 300 Euro monatlich erhalten, verdeutlichte die Ministerin.

„Neben der Förderung für Studierende ist eine einmalige Zulage für Fachärztinnen und -ärzte in Form einer Starterprämie möglich“, so Drese weiter. Voraussetzung sei, dass ein Arbeitsverhältnis in einer Fachabteilung für Kinder- und Jugendmedizin begonnen wird und man sich entschließt nach Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen. Drese: „Hier ist eine Starterprämie von 5.000 Euro vorgesehen.“

Um die Anzahl der Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin zu erhöhen, fördert das Gesundheitsministerium zudem die Verbundweiterbildung und die sogenannte Subspezialisierung von Fachärztinnen und -ärzten.

Insgesamt rund 4,8 Millionen Euro im Zeitraum von 2022 bis 2025 sind für das Projekt zur Förderung der Facharztversorgung in der Kinder- und Jugendmedizin beim Gesundheitsministerium veranschlagt. Das Förderprogramm wird durch die Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. koordiniert. Dort können ab dem kommenden Monat die Anträge gestellt werden. Weitere Informationen, inklusive einer gesonderten Pressemitteilung zum offiziellen Start, werden zeitnah veröffentlicht.

Weitere Empfehlung zur COVID-19-Impfung

STIKO empfiehlt einmalige COVID-19-Impfung für gesunde Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren

Schwerin – Heute veröffentlichte die Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) eine Aktualisierung ihrer COVID-19-Impfempfehlung für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Darin sprechen sich die Kommissionsmitglieder für eine einmalige Impfung für gesunde und bisher nicht-geimpfte Kinder aus.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese unterstützt den Beschluss als Vorsorgemaßnahme. „Der Herbst ist nicht mehr fern. Daher ist es wichtig, dass die Kinder dieser Altersgruppe in den nächsten Wochen eine Basisimmunität aufbauen können“, so Drese. Schon eine Impfung schütze vor Infektionen bzw. Erkrankungen mit neuen Virusvarianten und verhindere schwere COVID-19-Erkrankungen.

Drese: „Gleichzeitig sorgt eine Basisimmunität dafür, dass die Wahrscheinlichkeit von Isolations- und Quarantänephasen sinkt.“

Die Impfung der 5- bis 11-jährigen Kinder soll vorzugsweise mit Comirntay (10 µg) durchgeführt werden. Die Verwendung von Spikevax (50 µg) ist für 6- bis 11-jährige Kinder alternativ ebenfalls möglich.

Bisher wurden durch die STIKO in dieser Altersgruppe nur Impfempfehlungen für Vorerkrankte und Kinder, in deren Umfeld Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, herausgegeben.

Nun empfehlen die Expertinnen und Experten auch für gesunde Kinder, bei denen noch keine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen wurde, eine Impfung, allerdings zunächst nur eine Impfstoffdosis.

Ist der Zeitpunkt einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion bekannt, soll die Impfung frühestens 3 Monate nach der Infektion verabreicht werden.

Gesunde Kinder, die bereits eine 2-malige Impfung erhalten haben, sollen zunächst nicht erneut geimpft werden.

Keine Gefährdung durch Affenpocken

Schwerin – Nachdem auch in Deutschland vor wenigen Tagen ein erster Fall von Affenpocken identifiziert worden ist, stehen das Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Soziales im Austausch mit dem Robert Koch-Institut (RKI).

„Die Gesundheitsbehörden auf Bundes- und Landesebene nehmen das Infektionsgeschehen ernst. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch als gering eingeschätzt“, teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute nach einer Videokonferenz mit Expertinnen und Experten mit.

Der bestätigte Fall von Affenpocken in Bayern steht möglicherweise im Zusammenhang mit weiteren Affenpocken-Fällen (ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete), die im Mai 2022 in verschiedenen Ländern außerhalb Afrikas registriert worden sind. Es handelt sich inzwischen um ein Geschehen mit internationaler Verbreitung.

Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer. Weitere Fälle sind auch in Deutschland zu erwarten. Affenpocken sind eine durch Affenpockenviren verursachte Viruserkrankung. Klinisch äußert sie sich vor allem durch Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie durch Hauteffloreszenzen.

Drese: „Nach derzeitigem Wissen ist für eine Übertragung des Erregers ein sehr enger Körperkontakt erforderlich, deshalb kann gegenwärtig davon ausgegangen werden, dass der Ausbruch begrenzt bleibt. Das RKI beobachtet die Situation weiter sehr genau und passt seine Einschätzung dem aktuellen Kenntnisstand an.“

Drese begrüßt Urteil des Verfassungsgerichtes

Schwerin – „Der Schutz vulnerabler Menschen vor einer Corona-Infektion hat höchste Priorität und damit auch Vorrang vor einer freien Impfentscheidung der sie pflegenden, betreuenden und behandelnden Beschäftigten“, reagiert Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu einer Verfassungsbeschwerde gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht.

Die Kernaussage der Verfassungsrichterinnen und -richter zur Verfassungsbeschwerde ist nach Auffassung von Ministerin Drese deutlich: „Ältere und geschwächte Menschen haben ein besonders hohes Risiko, sehr schwer zu erkranken oder an Corona zu sterben. Deshalb wiegt deren Schutz verfassungsrechtlich schwerer als die Beeinträchtigung der Grundrechte für Mitarbeitende im Pflege- und Gesundheitsbereich.“

Drese: „Bei allen Diskussionen über die einrichtungsbezogene Impfpflicht dürfen wir nicht vergessen, dass 90 bis 95 Prozent aller Beschäftigten im Pflege- und Gesundheitssektor sehr verantwortungsbewusst sind und mit einer Impfung, sich und die ihnen anvertrauten Menschen besser schützen. Diesen Frauen und Männern gilt mein ausdrücklicher Dank.“