Menü Schließen

Einsamkeit bekämpfen, Zusammenhalt stärken

Schwerin – „Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode wichtige Grundlagen geschaffen, um Einsamkeit wirksamer zu bekämpfen. Jetzt müssen wir diesen Weg konsequent fortsetzen: mit mehr Möglichkeiten für Begegnung, besseren Mobilitätsangeboten, niedrigschwelliger Unterstützung und mehr Chancen, sich ehrenamtlich einzubringen.“ Die geschäftsführende Sozialministerin Stefanie Drese hat am Donnerstag bei der Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte das Thema Einsamkeit in den Mittelpunkt gerückt.

„Unser Ziel muss sein, dass Menschen leichter Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte Drese in Banzkow. Denn Zusammenhalt entstehe nicht von allein. Er brauche politische Priorität und Menschen, die ihn vor Ort mit Leben füllen. Den Seniorenbeiräten komme dabei eine Schlüsselrolle zu, so Drese.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist die Aufgabe nach Aussage der Ministerin besonders wichtig: Große Entfernungen im ländlichen Raum, eine geringe Bevölkerungsdichte und viele alleinlebende Menschen erschwerten soziale Kontakte. „Ein bezahlbares Seniorenticket ist deshalb mehr als eine Frage der Mobilität. Es ermöglicht Besuche, stärkt das Ehrenamt und hilft Menschen, aktiv am Leben teilzunehmen“, so Drese. Ebenso wichtig seien Begegnungsstätten, Nachbarschaftstreffs, Vereine und andere Orte, an denen Menschen ohne große Hürden miteinander ins Gespräch kommen können.

Drese verdeutlichte, dass das Land den Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig zu einem politischen Schwerpunkt gemacht hat. Am Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter haben mehr als 60 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft rund zweieinhalb Jahre gearbeitet. Das Ergebnis: mehr als 100 Handlungsempfehlungen, unter anderem zu altersgerechten Wohn- und Lebensumfeldern, digitaler Teilhabe, ehrenamtlichem Engagement, dem Übergang in den Ruhestand und psychischer Gesundheit. Mecklenburg-Vorpommern ist zudem der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit als Erstunterzeichner beigetreten.

Auch bei der Umsetzung setzt das Land auf konkrete Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung. Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte“ werden zusätzliche öffentliche Begegnungsräume geschaffen oder bestehende Treffpunkte aufgewertet. Die Prävention von Einsamkeit ist außerdem in der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention verankert und mit Fördermitteln ausgestattet.

Drese würdigte ausdrücklich den Beitrag des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte. Rund 30 schriftliche Stellungnahmen habe der Vorstand zuletzt erarbeitet und sich unter anderem am Runden Tisch gegen Einsamkeit, an der Engagementstrategie des Landes und an der Arbeit zum Thema Demenz beteiligt. „Sie geben den Anliegen älterer Menschen in unserem Land eine starke Stimme. Und Sie wissen aus Ihrer Arbeit vor Ort am besten, wo Begegnungsmöglichkeiten fehlen und was Menschen brauchen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, sagte Drese. Die gesetzlich verankerte Seniorenmitwirkung sei dafür ein wichtiger Rückhalt. Das Land fördert den Landesseniorenbeirat in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 103.000 Euro.

„Einsamkeit ist kein unausweichliches Schicksal“, sagte Drese. „Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen in jedem Lebensalter dazugehören und mitgestalten können. Dafür brauchen wir starke Kommunen, verlässliche Begegnungsorte und ein Ehrenamt, das Menschen zusammenbringt. Die Seniorenbeiräte leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag: Sie geben älteren Menschen eine Stimme und machen Zusammenhalt vor Ort konkret.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert