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Autor: Rügenbote

Halbe Million Euro für Biosphärenreservat Schaalsee

Zarrentin – Mit der Übergabe von insgesamt 526.506 Euro Euro für vier Naturschutzprojekte im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee hat Umweltminister Dr. Till Backhaus heute den Auftakt seiner diesjährigen Sommertour durch Mecklenburg-Vorpommern gegeben. In den kommenden vier Tagen wird der Minister elf Termine wahrnehmen und sich mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Verbänden sowie kommunalen Vertreterinnen und Vertretern über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsprojekte austauschen.

Zum Auftakt übergab Backhaus im PAHLHUUS in Zarrentin Fördermittelbescheide an den Zweckverband Schaalsee-Landschaft sowie die Stiftung Biosphäre Schaalsee. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sowie aus Ersatzgeldern des Landes.

Mit der Förderung werden wertvolle Offenlandschaften gepflegt, Moorgebiete wiedervernässt und ökologisch bedeutsame Flächen dauerhaft für den Naturschutz gesichert. Die Maßnahmen verbessern den Wasserrückhalt in der Landschaft, stärken die biologische Vielfalt und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

„Moore, Feuchtwiesen und artenreiche Offenlandschaften gehören zu den wertvollsten Naturräumen unseres Landes. Sie speichern Wasser, binden Kohlenstoff, bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und machen unsere Landschaft widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels. Jeder Euro, den wir heute in ihren Erhalt investieren, ist deshalb eine Investition in unsere Zukunft. Naturschutz bedeutet längst mehr als Artenschutz – er sichert unsere Lebensgrundlagen, stärkt den ländlichen Raum und schützt unser Klima. Genau deshalb unterstützen wir Projekte wie diese mit Nachdruck“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Die Förderbescheide für den Zweckverband Schaalsee-Landschaft nahmen Jasmin Günther und Jürgen Jeske entgegen. Maria Boness, hauptamtliche Verbandsvorsteherin des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft, betonte: „Naturschutz bedeutet, Landschaften als Ganzes zu denken. Wir übernehmen in der Schaalsee-Landschaft Verantwortung, indem wir wertvolle Flächen dauerhaft sichern, den Wasserhaushalt sensibler Moorgebiete stabilisieren und artenreiche Offenlandschaften erhalten. Erst das Zusammenspiel dieser Maßnahmen schafft die Voraussetzungen dafür, dass die biologische Vielfalt am Grünen Band langfristig bewahrt werden kann. Die heute übergebenen Fördermittel geben uns die Möglichkeit, diese wichtigen Aufgaben gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort konsequent weiterzuführen.“

Mit 386.648,75 Euro unterstützt das Land die Wiederherstellung und dauerhafte Sicherung artenreicher Halboffenlandlebensräume in mehreren Naturschutzgebieten des UNESCO-Biosphärenreservats Schaalsee.

Auf rund 30 Hektar werden Gehölzaufwüchse entfernt, die sich infolge längerer Vegetationsperioden und erhöhter Nährstoffeinträge zunehmend ausgebreitet haben. Zusätzlich entsteht bei Neuenkirchen eine 14 Hektar große Weidelandschaft.

Von den Maßnahmen profitieren zahlreiche gefährdete Tierarten wie Kiebitz, Wiesenpieper, Rotbauchunke und Laubfrosch. Gleichzeitig erhalten fünf landwirtschaftliche Betriebe zusätzliche Flächen für eine extensive und naturschonende Bewirtschaftung.

Weitere 44.806 Euro fließen in das Projekt „Wasserrückhalt im Naturschutzgebiet Moorrinne von Klein Salitz bis zum Neuenkirchener See“.

Geplant sind der Einbau eines Knierohres im Hammerbach, das abschnittsweise Verschließen vorhandener Drainagen sowie das Ringeln unerwünschter Gehölze im Neuenkirchener Moor. Dadurch wird mehr Wasser in der Landschaft gehalten, die Grundwasserneubildung verbessert und die Klimaschutzfunktion der Moore langfristig gestärkt. Gleichzeitig entstehen bessere Lebensbedingungen für moortypische Tier- und Pflanzenarten.

Für den Erwerb ökologisch wertvoller Grünlandflächen in den Niederungen von Carlow und Stove erhält der Zweckverband weitere 35.899 Euro.

Die Flächen ergänzen bereits vorhandene Naturschutzflächen und stärken den Biotopverbund nördlich des Röggeliner Sees. Nach dem Erwerb sollen sie naturschutzgerecht entwickelt werden. Vorgesehen sind unter anderem die weitere Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, die Anlage von Kleingewässern sowie Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moor- und Feuchtgrünland.

Klaus Jarmatz, als Vorstandsmitglied der Stiftung Biosphäre Schaalsee freute sich einen Fördermittelbescheid in Höhe von  59.152,50 Euro vom Minister Dr. Backhaus in Empfang nehmen zu können. Mit den Mitteln soll eine Agrarfläche am Tessiner Moor erworben werden, um die bereits umgesetzten Wiedervernässungsmaßnahmen  im Tessiner Moor  langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

Nach dem Flächenerwerb ist vorgesehen, die bislang intensiv genutzte Ackerfläche in extensiv bewirtschaftetes Grünland umzuwandeln und im Niedermoorbereich den Wasserstand zu erhöhen. Dadurch werden der Wasserrückhalt verbessert, wertvolle Moorlebensräume entwickelt und zusätzliche Kohlenstoffspeicher für den Klimaschutz geschaffen.

Fraktion spendet für Fahrradparcours

Wählergemeinschaft übergibt 400-Euro-Spende für den Verkehrsgarten der Schule Gingst

Insel Rügen – Pünktlich zum Baustart für den Fahrradparcours auf dem Grundschulhof übergeben Clemens Oppermann und Astrid Dürkoop von der Fraktion „Gemeinsam für Gingst“ ihren Spendenscheck. „Wir haben Spenden in der Fraktion gesammelt“, erklärt Clemens Oppermann beim Besichtigen der Baustelle.

Mit dem Betrag von 400 Euro wollen seine Mitstreiter und er zum Gelingen des Vorhabens beitragen. Dabei zähle jeder Cent, unterstützt ihn Astrid Dürkoop, die 2. Stellvertreterin des Gingster Bürgermeisters. Der Wählergemeinschaft liege es am Herzen, alle Möglichkeiten zu suchen und zu nutzen, um den Schulstandort zu fördern. Das Engagement des Fördervereins der Schule sei dabei unverzichtbar.

„Unser Förderverein freut sich über jeden Spendeneuro“, sagt Schulleiter André Farin, als er von den Details des Projekts und der Finanzierung berichtet. Den überwiegenden Teil der Investition von 50.000 Euro trage der Schul- und Sportverein 09 Gingst. Der Förderverein der Schule Gingst hat zudem die Regie für die Baumaßnahme übernommen, die in enger Abstimmung mit dem Unternehmen TIEWA GmbH seit Beginn der Sommerferien läuft.

Clemens Oppermann (rechts) und Astrid Dürkoop (Mitte) übergeben an Schulleiter André Farin den Spendenscheck für den Fahrradparcours. Foto: Martina Zabel
Clemens Oppermann (rechts) und Astrid Dürkoop (Mitte) übergeben an Schulleiter André Farin den Spendenscheck für den Fahrradparcours. Foto: Martina Zabel

„Wenn die Grundschüler im August wieder in die Schule kommen, soll der Parcours fertig sein“, schaut André Farin in die nahe Zukunft. Aus einer maroden Betonfläche zwischen beiden Schulgebäuden entstehe in den kommenden Wochen ein Verkehrsgarten. Die Schüler aus den 4. Klassen werden hier unter anderem in der Fahrradwoche auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet.

Finanziert mit zahlreichen Spenden, unter anderem von der Sparkasse Vorpommern, der MV-Ehrenamtsstiftung und einiger am Schulneubau beteiligten Unternehmen, und Eigenmitteln entsteht der Verkehrsgarten. „Das ist die bislang größte Vereinsinvestition in unsere Schule“, sagt Tino Tittel, der Schatzmeister des Fördervereins. Bei ihm laufen alle Fäden der Finanzierung und Spendeneinnahmen zusammen.

Aktuell laufen parallel zu den Baumaßnahmen die Vorbereitungen für die mobilen Verkehrsschilder und die Informationstafeln. Im September werden diese wichtigen Bestandteile fertig sein, damit die erste Fahrradwoche ordnungsgemäß und gut informiert ablaufen kann.

Kita-Qualität stärken, Länder nicht zusätzlich belasten

Oldenburg: Chancen für alle Kinder verbessern – aber auch eine auskömmliche Finanzierung sicherstellen

Schwerin – Mit dem geplanten Kita-Startchancen-und-Qualitätsentwicklungsgesetz sollen bundesweit verbindliche Qualitätsstandards in der Kindertagesbetreuung eingeführt werden. Ziel ist es, die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern weiter zu verbessern.

Das neue Gesetz sieht bundesweit verpflichtende Sprach- und Entwicklungsstanderhebungen, zusätzliche Fördermaßnahmen für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, personelle Mindeststandards, eine stärkere Unterstützung von Kindertageseinrichtungen in sozial herausfordernden Lagen sowie ein bundesweites Monitoring vor.

„Die nachhaltige Stärkung der Startchancen aller Kinder sowie die Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagesbetreuung sind seit Jahren zentrale Forderungen von uns. Deshalb begrüßen wir das Ziel des Bundes ausdrücklich. Neue bundesweite Qualitätsstandards dürfen jedoch nicht zulasten der Länder und Kommunen eingeführt werden.

Mit der geplanten Ablösung des bisherigen Kita-Qualitätsgesetzes darf es auf keinen Fall zu einer Reduzierung der finanziellen Beteiligung des Bundes kommen. Der Bund darf den Ländern keine neuen Aufgaben übertragen, ohne deren Finanzierung dauerhaft sicherzustellen.

Neue Verpflichtungen muss er dauerhaft und vollumfänglich finanzieren. Sollte die Bundesregierung hier Einsparvorgaben machen, ist das Gesetz nicht zustimmungsfähig“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Bislang erhalten die Länder über das Kita-Qualitätsgesetz jährlich rund zwei Milliarden Euro vom Bund für die Qualitätsentwicklung der Kindertagesbetreuung. Genau dieses Geld brauchen die Länder auch weiterhin für eine auskömmliche Ausstattung und um alle Aufgaben erfüllen zu können.

Besuch des Koordinators für Maritime Wirtschaft und Tourismus

Dr. Blank: „Unsere Häfen sind eine nationale Aufgabe – das muss sich in der Finanzierung widerspiegeln“

Rostock – Heute trifft Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank den Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß, im Rostocker Hafen. Im Mittelpunkt des Austauschs stehen die maritime Wirtschaft, die Zukunft der deutschen Seehäfen sowie die Entwicklung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern.

Die maritime Wirtschaft gehört zu den industriellen Kernkompetenzen Mecklenburg-Vorpommerns. „Unsere Werften, Häfen, Zulieferer und die Unternehmen der Offshore-Windenergie stehen für Innovation, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze. Der Großauftrag für den Bau von Konverterplattformen in Rostock und das Wachstum von TKMS in Wismar stehen aktuell beispielhaft für die gute Entwicklung und die Stärke der maritimen Industrie in unserem Land. Diese Entwicklung gilt es konsequent fortzusetzen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Ein zentrales Thema des Treffens ist die Entwicklung der deutschen Seehäfen. Mecklenburg-Vorpommern setzt sich gemeinsam mit den anderen Küstenländern für eine strukturelle Reform der Seehafenfinanzierung und eine deutlich stärkere Beteiligung des Bundes an den Investitionen in die öffentliche Hafeninfrastruktur ein. Die Anforderungen an die Häfen sind in den vergangenen Jahren unter anderem durch den Ausbau der Erneuerbaren Energie und die veränderte sicherheitspolitische Lage erheblich gestiegen. Die Finanzierung des Bundes hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Der Bund stellt den fünf Küstenländern zusammen derzeit jährlich rund 38 Millionen Euro für die Finanzierung der öffentlichen Seehafeninfrastruktur zur Verfügung. Diese Summe ist seit mehr als 20 Jahren praktisch unverändert.

„Unsere Häfen sind eine gemeinsame nationale Aufgabe. Sie sichern Lieferketten, stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland, ermöglichen den Ausbau der Offshore-Windenergie und sind ein wichtiger Baustein der deutschen und europäischen Sicherheitsarchitektur. Diese Verantwortung muss sich in der Finanzierung widerspiegeln: Wir erwarten vom Bund eine dauerhaft verlässliche und deutlich stärkere Beteiligung an den Investitionen in die öffentliche Seehafeninfrastruktur,“ so Dr. Blank.

Mecklenburg-Vorpommern investiert bereits konsequent in seine Hafenstandorte. Allein seit 2021 wurden über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) rund 146 Millionen Euro in die Hafeninfrastruktur in Rostock investiert. Die Investitionen zeigen Wirkung: Mit 15,9 Millionen Tonnen Güterumschlag verzeichnete der Hafen Rostock im ersten Halbjahr 2026 erneut einen Spitzenwert.

In Zeiten geopolitischer Spannungen sind eigene Bezugswege für die Energieversorgung Deutschlands von zentraler Bedeutung. Dem Seehafen Rostock wurde im „Zukunftspaket des Bundes zur Transformation der ostdeutschen Raffineriestandorte und Häfen“ eine strategische Bedeutung für den Import von Rohöl für die PCK-Raffinerie in Schwedt sowie perspektivisch für grüne Energieträger wie Wasserstoff und Ammoniak bescheinigt. Das Zukunftspaket aus dem Jahr 2022 beinhaltet die Zusage des Bundes, die Kosten für die erforderlichen Investitionen in den Ausbau des Liegeplatz 5 im Rostocker Seehafen von bis zu 50 Millionen Euro zu übernehmen. Um die Umsetzung als neuen, leistungsstarken Tiefwasserliegeplatz für Flüssiggüter nicht zu gefährden, ist der Bund jetzt dringend aufgefordert, die notwendigen Mittel bereitzustellen.

Dr. Wolfgang Blank: „Der Ausbau des Liegeplatzes 5 ist weit mehr als eine Investition in den Hafen Rostock oder Mecklenburg-Vorpommern. Er steht für eine sichere Versorgung mit Energie und Kraftstoffe in ganz Deutschland und ist ein wichtiger Grundstein für den künftigen Import klimaneutraler Energieträger.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs ist der Tourismus. Mecklenburg-Vorpommern ist gut in das Tourismusjahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurden rund 1,12 Millionen Gästeankünfte und 3,96 Millionen Übernachtungen registriert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 6,1 Prozent bei den Gästeankünften und 4 Prozent bei den Übernachtungen. Die aktuellen Tourismuszahlen zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Position als eines der beliebtesten Reiseziele Deutschlands ausbaut“, so Wirtschafts- und Tourismusminister Blank.

Er begrüßte, dass die Nationale Tourismusstrategie (NTS) der Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Bedeutung der Tourismusbranche Rechnung trägt. „Gleichzeitig stehen die darin enthaltenen Maßnahmen des Bundes teilweise unter Finanzierungsvorbehalt. Wichtig ist, dass die Umsetzung der Ziele wie der Ausbau der Infrastruktur, mehr Mobilität oder auch mehr Barrierefreiheit, am Ende nicht bei den Ländern oder auch Kommunen hängen bleibt“, forderte Blank.  Die Nationale Tourismusstrategie wurde im Januar 2026 vom Bundeskabinett beschlossen. Es ist das strategische Dachkonzept zur Modernisierung und nachhaltigen Stärkung des Tourismusstandorts Deutschland. Sie verknüpft beispielsweise Kernziele wie Bürokratieabbau für mittelständische Betriebe, digitale Visaverfahren oder gezielte Infrastrukturinvestitionen.

Tourismus und maritime Wirtschaft sind zwei starke Säulen unserer Wirtschaft. „Beide Branchen schaffen Beschäftigung, sichern Wertschöpfung und stärken unseren Standort nachhaltig. Deshalb investieren wir gezielt in moderne Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen“, betonte Wirtschafts- und Tourismusminister Blank abschließend. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns als maritimer Industriestandort und führendes Tourismusland zu stärken.

Schwesig: Es ist richtig, hart gegen Finanzkriminalität vorzugehen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt Pläne der Bundesregierung, die Steuer- und Finanzkriminalität stärker zu bekämpfen.

„Ich habe am Anfang meines Berufslebens selbst in der Finanzverwaltung gearbeitet. Deshalb weiß ich, dass die meisten Menschen und Unternehmen ehrlich ihre Steuern zahlen. Als Steuerfahnderin habe ich aber auch Steuer- und Finanzkriminalität erlebt. Gerade um die vielen ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu schützen, ist es richtig, konsequent gegen Steuer- und Finanzkriminalität vorzugehen. Wer den Staat und damit die Allgemeinheit übers Ohr hauen will, muss konsequent verfolgt und bestraft werden“, sagte die Ministerpräsidentin.

Schwesig stellte sich damit hinter heute vorgestellte Vorschläge von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig zur besseren Bekämpfung von Steuer- und Finanzkriminalität. Der 26-Punkte-Plan sieht unter anderem eine stärkere Bekämpfung von Schwarzarbeit, die Vereinfachung des Steuerrechts durch Pauschalisierung, die Erhöhung des Strafrahmens bei Finanzkriminalität und den Aufbau eines gemeinsamen Zentrums für Steuer- und Finanzkriminalität beim Zoll vor.

„Ich unterstütze den Vorschlag von Finanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig zur besseren Bekämpfung der Finanzkriminalität. Der Staat hat wichtige Aufgaben. Er soll Wirtschaft und Arbeitsplätze fördern, moderne Schulen, Verkehrswege und Krankenhäuser anbieten, Familien und Kinder genauso unterstützen wie die älteren Menschen in unserem Land. Das geht nur, wenn alle ihren Beitrag leisten. Es liegt deshalb im Interesse aller, wenn Schlupflöcher geschlossen und konsequent gegen diejenigen vorgegangen wird, die sich nicht an die Regeln halten“, sagte Schwesig.

Backhaus und Rainer besuchen RegioKost-Projekt in Alt Necheln

Alt Necheln – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wird heute gemeinsam mit dem Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, das BULEplus-Projekt „Gemeinschaftsküche“ der G.C.Pon Stiftung in Alt Necheln (Landkreis Ludwigslust-Parchim) besuchen. Das Modellvorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms „Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung“ (BULEplus) mit Mitteln des Bundes gefördert und zeigt beispielhaft, wie regionale Lebensmittel, ehrenamtliches Engagement und nachhaltige Entwicklung miteinander verbunden werden können.

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau einer Gemeinschaftsküche, in der regional erzeugtes Obst und Gemüse gemeinsam geerntet, verarbeitet und für die Außer-Haus-Verpflegung, Hofläden und die regionale Gastronomie nutzbar gemacht wird. Gleichzeitig soll ein Ort entstehen, an dem Ernährungsbildung, Gemeinschaft und regionale Wertschöpfung zusammenkommen.

„Regionale Lebensmittel verdienen regionale Wertschöpfung. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie aus guten Ideen, ehrenamtlichem Engagement und kluger Förderung ein Mehrwert für eine ganze Region entstehen kann. Es stärkt unsere Landwirtschaft, verkürzt Wertschöpfungsketten und bringt Menschen zusammen. Genau solche Initiativen brauchen wir, wenn wir unsere ländlichen Räume zukunftsfest machen wollen“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus im Vorfeld des Besuchs.

Das Projekt wird von der G.C.Pon Stiftung initiiert und läuft von 2026 bis 2028. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 269.000 Euro. Davon stammen 212.000 Euro aus Bundesmitteln des Programms BULEplus, weitere 57.000 Euro werden als Eigenanteil eingebracht.

Mit der Gemeinschaftsküche sollen künftig regionale Produkte insbesondere aus Streuobstwiesen und Solidarischen Landwirtschaften gemeinsam verarbeitet und vermarktet werden. Die Herstellung erfolgt überwiegend durch ehrenamtlich Engagierte. Langfristiges Ziel ist es, die Ernährungssouveränität in der Region zu stärken, kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten zu eröffnen und das Bewusstsein für regionale Lebensmittel zu fördern.

„Wer regionale Landwirtschaft stärken will, muss auch die Verarbeitung und Vermarktung vor Ort fördern. Jeder zusätzliche Verarbeitungsschritt in Mecklenburg-Vorpommern schafft Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze und erhöht die Unabhängigkeit unserer Regionen. Das Projekt RegioKost zeigt, wie Landwirtschaft, Ehrenamt und regionale Entwicklung erfolgreich zusammengedacht werden können“, so Backhaus.

Der Besuch unterstreicht zugleich die Bedeutung der ländlichen Entwicklung für Mecklenburg-Vorpommern. Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden seit 2015 im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung rund 143 Millionen Euro in Projekte investiert. Sie stärken die Infrastruktur, fördern regionale Initiativen und verbessern die Lebensqualität in den Dörfern nachhaltig.

Zum Abschluss des Besuchs werden Bundesminister Rainer, Minister Backhaus sowie die Projektbeteiligten gemeinsam regionale Produkte in der neuen Gemeinschaftsküche zubereiten und sich mit den ehrenamtlich Engagierten über die weiteren Entwicklungsperspektiven des Projekts austauschen.

Schülerinnen und Schüler erhalten Unterstützung

Digitale Sprechstunden eingerichtet, Evaluation untersucht Ursachen für Ergebnisse der Abiturprüfungen in Hagenow

Hagenow – Das Bildungsministerium unterstützt die Schülerinnen und Schüler des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow und ihre Eltern mit digitalen Sprechstunden. Diese richten sich an alle Schülerinnen und Schüler der Schule, insbesondere an die zukünftigen Abiturientinnen und Abiturienten. Die Jugendlichen, die das Abitur nicht bestanden haben, wurden bereits in den vergangenen Tagen durch individuelle Beratungs- und Unterstützungsangebote begleitet, können diese Sprechstunden aber selbstverständlich auch wahrnehmen.

„Mir ist wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler bereits jetzt die Möglichkeit haben, Unsicherheiten und Sorgen im Zusammenhang mit bevorstehenden Prüfungen anzusprechen und Unterstützung sowie Orientierung zu erhalten. Gleichzeitig arbeiten wir die Ursachen für die Ergebnisse der Abiturprüfungen umfassend und sorgfältig auf. Dabei beziehen wir die Schule, die Elternvertretung und die Schülervertretung eng ein“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die digitalen Sprechstunden werden durch den Zentralen Fachbereich Diagnostik, Schulpsychologie und Schulberatung (ZDS) und das Staatliche Schulamt Schwerin angeboten. Die Anmeldung für ein Gespräch ist unter der E-Mail-Adresse info@schulamt-sn.bm.mv-regierung.de möglich.

Die Sprechstunde findet an folgenden Terminen statt:

  • Freitag, 17.07.2026, 8-11 Uhr
  • Mittwoch, 19.08.2026, 14-16 Uhr
  • Dienstag, 25.08.2026, 14-16 Uhr

Ergänzend bietet die Leitstelle des ZDS eine digitale Sprechstunde für Schülerinnen und Schüler an, die im schulischen Zusammenhang Unterstützung benötigen. In einem Erstgespräch werden Anliegen aufgenommen und gegebenenfalls weitere Hilfen vermittelt. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich mit einer kurzen Beschreibung ihres Anliegens bis zum jeweiligen Montag vor der Sprechstunde unter der Telefonnummer 0385 588 7777 oder per E-Mail anmelden. Die Termine werden auf dem Bildungsserver veröffentlicht. Die nächste Sprechstunde findet am 2. September 2026 statt.

Aufarbeitung der Abiturergebnisse durch interne und externe Evaluation 

Parallel zu den Unterstützungsangeboten läuft die umfassende Aufarbeitung der Ergebnisse der Abiturprüfungen am Gymnasium in Hagenow. Die interne Evaluation hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Ergebnisse begonnen. Sie wird von der Schule und dem Staatlichen Schulamt Schwerin verantwortet und betrachtet verschiedene Bereiche der schulischen Arbeit.

Die externe Evaluation umfasst zwei Bausteine: einen allgemeinen Teil zur Schulqualität und einen fachspezifischen Teil mit dem Schwerpunkt Abitur.

Folgende Maßnahmen werden im Zuge der externen Evaluation ergriffen:

  • Mehrtägiger Schulbesuch: Der Schulbesuch ist für den und 15. September 2026 geplant und bereits organisatorisch vorbereitet. Ein multiprofessionelles Evaluationsteam besucht die Schule und gewinnt einen umfassenden Eindruck vom Unterricht und vom Schulalltag.
  • Unterricht und Schulentwicklung im Fokus: Im Rahmen von Unterrichtsbeobachtungen werden fachübergreifende Merkmale erfolgreichen Unterrichts betrachtet, darunter Unterrichtsführung, Lernklima, Struktur, Aktivierung der Schülerinnen und Schüler sowie individuelle Unterstützung.
  • Einbindung aller Beteiligten: Das Evaluationsteam führt Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und der Schulleitung. Dabei werden unter anderem Unterrichtsqualität, Schulklima, Kommunikation, Schulleitungshandeln und die Organisation des Schulalltags betrachtet.
  • Analyse der Abiturvorbereitung: Ergänzend wird die Vorbereitung und Durchführung der Abiturprüfungen des Jahrgangs 2026 ausgewertet. Dazu werden unter anderem Klausuren, Prüfungsergebnisse, Kursunterlagen und Prüfungsdokumente analysiert.

Die Datenauswertung und die Erstellung des Evaluationsberichts erfolgen von Juli bis Oktober 2026. Der fertige Bericht wird der voraussichtlich Ende Oktober vorliegen. Er enthält die Ergebnisse der Evaluation sowie Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Schule.

Bund fördert klimaangepasste Waldbewirtschaftung in M-V

Schwerin – Der Bund unterstützt die klimaangepasste Bewirtschaftung der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern weiter. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute im Rahmen seiner Sommertour einen Förderbescheid aus dem Programm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ an die Waldgemeinschaft Buchholz übergeben. Begleitet wurde er von Mecklenburg-Vorpommerns Forstminister Dr. Till Backhaus.

Mit dem Förderprogramm unterstützt der Bund Waldbesitzende, die ihre Wälder besonders klimaresilient bewirtschaften und dabei über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Maßnahmen zum Schutz von Klima, Biodiversität und Wasserhaushalt umsetzen. Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf Kahlschläge, der Erhalt von Habitatbäumen und Totholz, die Förderung standortgerechter Mischwälder sowie Maßnahmen zur Wasserrückhaltung im Wald.

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat:  „Wald ist Heimat. Er prägt unsere ländlichen Räume – als Rückzugsort, als Kohlenstoffspeicher und als Wirtschaftskraft. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, leistungsstarke und klimaresiliente Wälder zu erhalten. Fest steht: Die Grundvoraussetzung für den Erhalt unserer Wälder ist eine stabile und verlässliche Förderung für die vielen privaten und kommunalen Waldbesitzer. Mit ihrem Engagement für unsere Wälder übernehmen sie Verantwortung für Jahrzehnte, für die kommenden Generationen. Darauf kommt es an – denn der Wald ist ein Generationenprojekt.“

„Unsere Wälder stehen durch Klimawandel, der Trockenheit und Extremwetterereignisse verursacht, unter enormem Druck. Wer heute in klimaresiliente Wälder investiert, schützt nicht nur den Wald selbst, sondern auch das Klima, die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen. Deshalb begrüße ich ausdrücklich, dass der Bund dieses wichtige Förderprogramm fortsetzt“, sagte Minister Dr. Till Backhaus.

Ein besonderes Augenmerk legte Backhaus auf die Bedeutung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern seien viele Waldflächen kleinparzelliert. Gemeinsam könnten Waldbesitzer ihre Flächen wirtschaftlicher bewirtschaften, Fachwissen bündeln und Förderprogramme besser nutzen.

„Der Wald hört nicht an Grundstücksgrenzen auf. Gerade kleinere Waldbesitzende profitieren davon, wenn sie sich zusammenschließen. Gemeinsam lassen sich der Waldumbau, die Holzvermarktung und Investitionen deutlich effizienter organisieren. Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse sind deshalb ein wichtiger Baustein für zukunftsfähige Privatwälder.“

Der Handlungsbedarf ist groß: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 36.000 Waldbesitzer, die im Durchschnitt zwar acht Hektar Wald besitzen. Bei genauer Analyse stellt man jedoch fest, dass rund 24.318 Waldbesitzer Flächen bis 2 ha Größe und weitere 4.289 Waldbesitzer eine Waldflächen von 2 bis 5 ha Größe haben. Die kleinen Privatwaldbesitzer müssen wir für die Fortwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gewinnen. Derzeit sind nur 1.948 Waldbesitzende – rund 5,4 Prozent – in einer der 43 vom Land anerkannten Forstbetriebsgemeinschaften organisiert. Insgesamt werden dort rund 47.400 Hektar Wald gemeinschaftlich bewirtschaftet. Das entspricht lediglich 16,4 Prozent des Nichtstaatswaldes in Mecklenburg-Vorpommern und ist bundesweit der niedrigste Organisationsgrad.

Die Waldgemeinschaft Buchholz gehört zu den traditionsreichen forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen des Landes. Sie besteht seit 1993, bewirtschaftet rund 440 Hektar Wald der 31 Mitgliedern und hat in den vergangenen Jahren bereits Fördermittel für Waldumbau, Waldpflege, Wegebau und Strukturmaßnahmen erhalten.

Bundesweit stößt das Förderprogramm auf großes Interesse. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang 172 Anträge bewilligt. Dafür flossen bereits rund 3,8 Millionen Euro Bundesmittel in eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung auf mehr als 42.000 Hektar Waldfläche.

Backhaus nutzte den Termin zugleich, um auf die Bedeutung intakter Moore für den Klimaschutz hinzuweisen. Am Beispiel des wiedervernässten Polders Kieve, der bereits 2012 als weltweit erstes MoorFuture-Projekt umgesetzt wurde, werde deutlich, dass Klima-, Natur- und Waldschutz gemeinsam gedacht werden müssten. Ein engagierter privater Waldbesitzer hat hier das Projekt auf seinen Flächen ermöglicht. Die Wiedervernässung vermeide dauerhaft erhebliche CO₂-Emissionen und schaffe gleichzeitig wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten.

„Klimaanpassung gelingt nur im Zusammenspiel. Klimaresiliente Wälder, wiedervernässte Moore und engagierte Waldbesitzer sind wichtige Bausteine, um Mecklenburg-Vorpommern widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Ich wünsche mir deshalb, dass sich künftig noch mehr Waldbesitzer in unseren forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen engagieren und die vorhandenen Fördermöglichkeiten nutzen.“