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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Öffentl. Gesundheitsdienst (ÖGD) mit bundesweit einheitlichem Auftritt

Bundesländer präsentieren neue Marke „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“

Schwerin – Am heutigen Freitag fällt der Startschuss für die neugeschaffene Marke des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Sie wurde von den 16 Landesgesundheitsministerien gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) entwickelt. Unter dem Motto „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ macht die Kommunikationsinitiative die vielfältigen Aufgaben des ÖGD bekannter und verdeutlicht seine Bedeutung im Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Die neue Marke geht aus dem 2020 zwischen Bund und Ländern geschlossenen „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ hervor.

Rund 380 Gesundheitsämter stehen den Menschen in Deutschland tagtäglich mit Rat und Tat zur Seite und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Um die Aufgaben der Gesundheitsämter sichtbarer zu machen, wurde ergänzend zur Marke ÖGD ein länderübergreifender Internetauftritt als „Schaufenster des ÖGD“ umgesetzt. Unter www.oeffentlichergesundheitsdienst.de finden Bürgerinnen und Bürger künftig Informationen, in welchen Fällen sie sich an ihr Gesundheitsamt wenden können. Eine integrierte Postleitzahlen-Suche zeigt zudem direkt das jeweils zuständige Amt. Gleichzeitig macht die Webseite die Aufgaben und Themen der Gesundheitsämter transparenter.

Um auf die Kommunikationsinitiative „Der ÖGD – Schützt. Hilft. Klärt auf.“ aufmerksam zu machen, wurde zudem mit Schauspieler Simon Gosejohann ein Werbespot produziert, der auf humorvolle Weise den ÖGD in den Alltag der Menschen bringt: https://youtu.be/Q8sh1vsEwmc.

In allen 16 Bundesländern werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Werbemaßnahmen umgesetzt, von Social Media Kampagnen über Plakataktionen bis hin zu Erklärfilmen. Die Werbemaßnahmen in den einzelnen Bundesländern starten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Ziel der Länder ist eine größtmögliche Reichweite und Sichtbarkeit des ÖGD in ganz Deutschland.

Katharina Schenk, Thüringens Gesundheitsministerin und GMK-Vorsitzende: „Mit dieser länderübergreifenden Kommunikationsinitiative schaffen wir erstmals einen bundesweit einheitlichen Auftritt des Öffentlichen Gesundheitsdienstes – klar, nahbar und verständlich. So geben wir den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur schnellen Zugang zu verlässlichen Informationen und direkten Kontaktmöglichkeiten zu ihrem Gesundheitsamt, sondern machen auch sichtbar, welch unverzichtbare Arbeit der ÖGD Tag für Tag leistet. Wir wollen damit das Vertrauen in den ÖGD stärken, seine enorme gesellschaftliche Bedeutung ins Bewusstsein rücken und die Menschen hinter dieser Arbeit würdigen.“

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): „Aus meiner Zeit als Leiter des größten Gesundheitsamtes in Deutschland kenne ich die Herausforderungen des ÖGD sehr genau. Die länderübergreifende Kommunikationskampagne zeigt auf, in wie vielen Bereichen der ÖGD tätig ist – von Infektionsschutz, Hygiene und Umweltmedizin bis zu Schuleingangsuntersuchungen und Netzwerkarbeit vor Ort. Der ÖGD ist ganz nah an den Menschen – genau das macht die neue Marke sichtbar.“

Die Gesundheitsämter – das Gesicht des ÖGD

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) ist neben der ambulanten und stationären Versorgung ein zentraler Pfeiler der gesundheitlichen Daseinsvorsorge in Deutschland. Er umfasst Einrichtungen der Gesundheitsverwaltung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Aufgaben reichen vom Gesundheitsschutz über Beratung bis hin zur Gesundheitsförderung, wobei manche Aufgaben in einzelnen Bundesländern von anderen Stellen wahrgenommen werden. Nachfolgend ist eine nicht abschließende Auflistung der ÖGD-Aufgabenbereiche aufgeführt:

  • Infektionsschutz – z. B. Meldewesen, Ausbruchsuntersuchungen, Kontaktpersonenmanagement
  • Hygiene – z. B. Hygiene in medizinischen Einrichtungen
  • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst – z.B. Schuleingangsuntersuchungen
  • Zahnärztlicher Dienst – Reihenuntersuchungen und Prophylaxe-Maßnahmen
  • subsidiäre Impfangebote, unterstützend zum ambulanten Regelsystem
  • Beratung und Unterstützung – z. B. zu Kindergesundheit, Suchtprävention, psychischer Gesundheit oder sexuell übertragbaren Infektionen wie HIV
  • Begutachtungen
  • Projekte und Aktionen vor Ort – z. B. Schulprojekte oder Gesundheitstage
  • Gesundheitsberichterstattung
  • Umweltbezogener Gesundheitsschutz – z.B. Auswirkungen des Klimawandels, Trinkwasser- und Badewasserschutz

Zu Beginn der Corona-Pandemie verständigten sich Bund und Länder im Jahr 2020 auf den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Pakt für den ÖGD), um den ÖGD in Bund, Ländern und Kommunen zu stärken. Der Bund stellt dafür bis zum 31.12.2026 insgesamt vier Mrd. Euro bereit. Die Mittel werden für die Schaffung von zusätzlichem Personal in den Gesundheitsämtern eingesetzt, außerdem unter anderem für die Digitalisierung, die Attraktivitätssteigerung und die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen des ÖGD. Im Aufgabenfeld Attraktivitätssteigerung gilt es unter anderem eine länderübergreifende Kommunikationsinitiative umzusetzen, die sich an die Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel wendet, den ÖGD in seiner ganzen Aufgabenbreite und Bedeutung für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sichtbar und verständlicher zu machen.

Frauenschutzhaus in Güstrow erhält Zuschuss für Renovierung

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt übergab einen Zuwendungsbescheid an die Arche e.V. – für Frau und Familie.

Güstrow – Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hat heute für das Frauenschutzhaus in Güstrow einen Zuwendungsbescheid überreichen können. Das Geld aus Mitteln des Bürgerfonds in Höhe von 13.841,16 Euro erhält der Trägerverein „Arche e.V. – für Frau und Familie“. Das Geld soll für Renovierungsarbeiten im Frauenschutzhaus Güstrow genutzt werden.

„Das Frauenschutzhaus in Güstrow stellt einen wichtigen Bestandteil des Hilfenetzes für von häuslicher Gewalt für betroffene Personen dar. Die Renovierung war dringend. Denn ein derart sensibler Bereich darf nicht zusätzlich belastend sein. Daher ist eine moderne Umgebung ein erster Schritt zur Hilfe“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt.

„Wir wollen künftig weiter investieren, vor allem auch in den barrierearmen Umbau der Frauenschutzhäuser. Darüber hinaus werden neue Kapazitäten für die Unterbringung geschaffen, die digitale Infrastruktur wird ausgebaut und die Sicherheit in den Gebäuden wird erhöht. Wir werden auch künftig dafür sorgen, dass Betroffene und Mitarbeitende gute Bedingungen vorfinden“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt nach der Übergabe des Zuwendungsbescheids in Güstrow.

Das Beratungs- und Hilfenetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt Mecklenburg-Vorpommern besteht aus 9 Frauenschutzhäusern, fünf Interventionsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt und Stalking mit angeschlossener Kinder- und Jugendberatung, acht Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt, sechs Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt, eine Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Zwangsverheiratung, drei Täter- und Gewaltberatungsstellen.

60 Jahre Klinikum Südstadt Rostock

Gesundheitsministerin Drese gratuliert zum 60. Jubiläum

Rostock – Das Klinikum Südstadt Rostock (KSR) feiert in diesen Tagen sein 60-jähriges Bestehen. Am 11. Dezember 1965 wurde das damalige Bezirkskrankenhaus Rostock offiziell an die Bevölkerung übergeben. Es war der erste Krankenhausneubau der DDR. Heute gehört das Klinikum mit 464 Betten und 57 Tagesklinikplätzen zu den größten kommunalen Krankenhäusern in Norddeutschland.

Mehr als 26.000 stationäre und teilstationäre sowie knapp 52.000 ambulante Patientinnen und Patienten werden hier jährlich von 1.300 Mitarbeitenden betreut. Im vergangenen Jahr erblickten außerdem 2.150 Kinder in dem Klinikum das Licht der Welt, in dem auch Gesundheitsministerin Stefanie Drese selbst geboren wurde. Auf der Jubiläumsveranstaltung betonte sie deshalb auch, dass das Klinikum seit nunmehr sechs Jahrzehnten nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Lebensgeschichten vieler Rostockerinnen und Rostocker präge.

„Seit der Gründung des damals in der Presse auch als „Palast der Gesundheit“ bezeichneten KSR hat sich die Klinik dabei hervorragend entwickelt und versorgt als modernes städtisches Krankenhaus nicht mehr nur die Bürgerinnen und Bürger Rostocks, sondern auch der umliegenden Regionen“, unterstrich Drese. Dabei profitieren die Patientinnen und Patienten von fortschrittlichen Diagnose- und Therapieverfahren wie auch von hochspezialisierten Fach- und Institutsambulanzen.

Die Ministerin begrüßte zudem, dass das Klinikum weiter in die Zukunft investiere und nahm Bezug auf das gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock getragene und standortübergreifenden Eltern-Kind-Zentrum (ELKI). Dieses soll künftig die Kompetenzen der Rostocker Häuser bündeln und so zu einer leistungsfähigen kinderärztlichen und geburtshilflichen Versorgung beitragen.

„Diese Infrastruktur erleichtert außerdem die Behandlung komplexer Krankheitsbilder, die eine enge Kooperation von Kinderchirurgen, Neurochirurgen und weiteren Spezialisten erfordern“, betonte Drese und schlug vor diesem Hintergrund auch den Bogen zur bundesweiten Krankenhausreform.

„Ich bin zuversichtlich, dass das Klinikum anstehende Veränderungen erfolgreich meistern wird. Sie hat nicht nur den Wandel von einer DDR-Klinik hin zu dem KSR von heute erfolgreich vollzogen, sondern kann sich neben der hohen fachlichen Kompetenz auch auf die große Einsatzbereitschaft ihrer Beschäftigten verlassen. Das sind beste Voraussetzungen“, sagte die Ministerin.

Sozialministerin Drese begrüßt neue Freiwilligendienstler

„Wer sich einbringt, stärkt unsere Gesellschaft“

Rostock – Zum Auftakt des neuen Freiwilligenjahres hat Sozialministerin Stefanie Drese heute die neuen Freiwilligendienstler begrüßt, die ab sofort im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) oder des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) die Einrichtungen des Diakonischen Werkes in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen werden. Zugleich wurden auch all jene, die ihre Zeit als Freiwillige nun beenden, im Rahmen des Festgottesdienstes in der Rostocker Nikolaikirche feierlich verabschiedet.

Auf Einladung von Landespastor Paul Philipps sprach Drese zu den rund 300 geladenen Gästen und unterstrich dabei insbesondere den hohen gesellschaftlichen Wert des freiwilligen Engagements. „Die eigene Zeit ist das größte Gut, das wir geben können. Ob in Pflegeeinrichtungen, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in Kultureinrichtungen oder im Sport: Ihr Einsatz macht einen Unterschied, schafft soziale Nähe und lässt Mitmenschlichkeit aufleben“, so die Ministerin.

Sie sei deshalb froh, dass Angebote wie das FSJ oder das BFD weiterhin großen Anklang finden. „Allein innerhalb der Mitgliedseinrichtungen der Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern waren es in den vergangen drei Jahrzehnten mehr als 3000 Menschen, die sich auf diese Art eingebracht haben, neue Ideen mitbrachten und Kindern, Älteren oder Hilfsbedürftigen ihre Zeit spendeten“, würdigte die Ministerin.

„Neben den Freiwilligen selbst gilt mein Dank hierfür ausdrücklich auch allen Einsatzstellen und Trägern, die die jungen Menschen bei sich willkommen heißen und sie ein Jahr lang begleiten“, so Drese weiter. Auch das Land unterstütze die Freiwilligendienste. „Uns ist es wichtig, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, sich in einem freiwilligen Jahr zu orientieren und soziale Arbeitsfelder kennenzulernen. Deshalb fördern wir die Freiwilligendienste jährlich mit Mitteln in Höhe von 400.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds Plus“, hob die Ministerin hervor.

Allen Freiwilligen, die ihr FSJ oder BFD in diesen Tagen beginnen, wünschte die Ministerin viel Erfolg, wertvolle Begegnungen und spannende Einblicke. „Allen, die ihre Freiwilligendienste heute beenden, wünsche ich unterdessen viel Erfolg für das, was nun vor Ihnen liegt. Egal, ob es eine Ausbildung, ein Studium oder vielleicht sogar ein Berufsanfang bei Ihrem alten Träger ist. Ich bin mir sicher, dass Sie Ihre Erfahrungen aus dem FSJ oder BFD dabei ein Leben lang begleiten werden.“

Schwesig würdigt herausragende Verdienste der Schweriner Tafel

Schwerin – Anlässlich des 30. Jubiläums der Tafel Schwerin hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig deren Verdienste gewürdigt: „Was die Schweriner Tafel von Anfang an auszeichnet, ist ihre Kraft und ihr Einfallsreichtum.“ Sie bedankte sich bei Privatleuten, Kirchengemeinden und Unternehmen, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die gemeinsam für Solidarität, Eigeninitiative und Zusammenhalt einstünden. „Wer Hilfe braucht, bekommt dort nicht nur etwas zu essen, sondern auch Gehör, Verständnis, manchmal einen guten Rat“, sagte die Ministerpräsidentin in ihrem Grußwort.

Seit über 30 Jahren können Menschen in Not in Schwerin und Umgebung unbürokratisch Lebensmittel bekommen. Die Schweriner Tafel werde damit gegen Lebensmittelverschwendung und unnötiges Wegwerfen aktiv. Mit Lebensmittelspenden von mehr als 100 Supermärkten würden über 4.000 Menschen aus dem neuen Zentrallager versorgt. Die Ministerpräsidentin machte auf die finanzielle Unterstützung des Bürgerfonds aufmerksam, mit dessen Hilfe ein neuer Transporter angeschafft wurde und nun die zehn Ausgabestellen in Schwerin und ganz Westmecklenburg angefahren werden können.

Tafeln seien aber kein Ersatz für eine wirksame und solidarische Sozialpolitik. Für eine solche setze sich die Landesregierung ein. Die Ministerpräsidentin betonte: „Wirtschaftliches Wachstum, gute Bildung, gut bezahlte Arbeitsplätze. Das ist das Fundament, um Armut langfristig zu vermeiden. Dazu kommt die soziale Absicherung durch einen leistungsfähigen Sozialstaat.“

Schwesig würdigt Engagement der Volkssolidarität

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute zum 80. Jubiläum der Volkssolidarität deren Engagement gewürdigt. „Ich möchte allen Frauen und Männern danken, die bei der Volkssolidarität in den Kitas, in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Pflege oder in der Beratung arbeiten.“ Sie bedankte sich ebenfalls bei den 4.000 ehrenamtlich im Verband Wirkenden sowie den 20.000 Mitgliedern. Die Volkssolidarität zeige sich als lebendige Mitglieder- und starke Hilfsorganisation. Sie gehöre von Anfang an zu Ostdeutschland und sei mit ihren 100.000 Mitgliedern einer der größten Verbände im Osten und ein Stück ostdeutscher Tradition.

Die Volkssolidarität engagiere sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Dabei zögen Landesregierung und Volkssolidarität an einem Strang. „Wir machen Politik gegen Kinderarmut, zum Beispiel mit dem Bildungs- und Teilhabepaket. Die schulgeldfreie Ausbildung für die Pflege, für Gesundheitsfachberufe, Physiotherapie und Ergotherapie trägt dazu bei, Fachkräfte für diese wichtigen Berufe zu gewinnen.

Ich finde es auch ganz wichtig, dass wir uns gemeinsam für stabile gesetzliche Renten einsetzen“, so Schwesig. Darauf seien gerade Rentnerinnen und Rentner in Ostdeutschland angewiesen, bei denen die gesetzliche Rente meist das einzige Alterseinkommen sei. „Die Leute, die derzeit über längeres Arbeiten und Einschnitte bei der Rente sprechen, sind offenbar weit weg von der Realität der Menschen, die arbeiten oder von kleinen Renten leben“ positionierte sich Schwesig.

Zum Jubiläum übergab die Ministerpräsidentin einen Zuwendungsbescheid für ein Info-Mobil. Damit will der Verband soziale Einsamkeit im Alter bekämpfen. „Mitgliederarbeit in der Volkssolidarität hält gesund und lebensfroh und ist das beste Mittel gegen Einsamkeit“, betonte Schwesig. Mit dem Info-Mobil könne der Verband mehr Menschen erreichen und an mehr Orten präsent sein.

Drese informiert zu aktuellem EHEC-Sachstand

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese informierte heute im Rahmen einer Sonderausschusssitzung erneut über den aktuellen Stand der EHEC-Erkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Stand vom (heutigen) Donnerstag wurden demnach bisher 49 Fälle gemeldet, die auf eine Ansteckung in Mecklenburg-Vorpommern zurückgehen. 18 dieser Fälle gelten als bestätigt dem Ausbruch zugeordnet, 31 Fälle werden derzeit bis zur abschließenden labordiagnostischen Prüfung noch als Verdachtsfall geführt.

„Möglich gemacht wird diese neue Differenzierung der Fälle durch die erfolgreiche Identifizierung des Ausbruchs-Erregerstammes, die dem Nationalen Referenzzentrum am Robert Koch Institut in der vergangenen Woche gelungen ist“, erklärte Drese. Seither ist bekannt, dass das Ausbruchsgeschehen auf einen Subtyp namens O45:H2 zurückgeht, der in Deutschland vergleichsweise selten vorkommt.

„Das bedeutet, dass wir nun genau zuordnen können, welche Fälle tatsächlich auf das Ausbruchsgeschehen zurückgehen und welche zum Beispiel zum regulär auftretenden jährlichen EHEC-Geschehen gehören. Für die weitere Suche nach der Infektionsquelle ist das ein enormer Vorteil, weil wir uns nun auf die Gemeinsamkeiten der bestätigten Fälle konzentrieren können“, so Drese weiter.

Sie betonte, dass hierfür weiterhin große Mengen Daten erhoben und ausgewertet werden. „So umfasst der Fragebogen des RKI, den Betroffene erhalten, allein 37 Seiten“, unterstrich die Ministerin. Jedem potentiellen Verdacht und jedem Hinweis, der sich hieraus ergebe, werde weiterhin mit Hochdruck nachgegangen und potentiell verdächtige Lebensmittelproben vom Lebensmitteldienst der örtlichen Veterinärämter zur Untersuchung in das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern gebracht. „Alle zuständigen Behörden greifen hier seit Beginn des Ausbruchs hervorragend ineinander“, betonte Drese.

Auch die stationäre Versorgung von bisher 19 Erkrankten laufe vorbildlich.  „Dafür gebührt mein Dank den Kliniken und ihren Mitarbeitenden, welche die Betroffenen mit großer Expertise und viel Fürsorge auf dem Weg zur Genesung betreuen“, so die Ministerin weiter.

Abschließend betonte die Gesundheitsministerin, dass die Aufklärung des Ausbruchsgeschehens weiterhin höchste Priorität habe: „Wir nehmen den Ausbruch sehr ernst und treiben die Aufklärung stetig und gemeinsam mit allen Akteuren im Land und den Expertinnen und Experten im RKI voran.“

Neuer Anlauf zur Einführung der Widerspruchslösung bei Organspende

M-V tritt Bundesratsinitiative bei

Schwerin – Auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen planen mehrere Länder einen erneuten Anlauf zur Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende. Dass sich auch Mecklenburg-Vorpommern der Bundesratsinitiative anschließen wird, die am 26. September in Berlin beraten werden soll, hat das Kabinett heute in Anwesenheit von Gesundheits-Staatsekretärin Sylvia Grimm beschlossen. Bereits im Vorjahr gab es einen identischen Vorstoß unter Beteiligung von M-V, der durch den Bruch der Ampelkoalition jedoch nicht mehr abschließend beraten wurde.

Für Grimm wäre die Einführung der Widerspruchslösung eine große Chance, mehr Spenderinnern und Spender zu gewinnen und so im wahrsten Sinne des Wortes Leben zu retten. „So standen zum Stichtag des 1. Januars 2025 deutschlandweit 8.269 Menschen auf der Warteliste für ein neues und oftmals lebensrettendes Organ, unter ihnen auch 203 Patientinnen und Patienten aus Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte sie.

Dem gegenüber stehen jedoch lediglich 1.726 Organe, die im Jahresverlauf 2024 gespendet wurden. In der Region Nord-Ost, zu der auch Mecklenburg-Vorpommern zähle, sei zudem zuletzt ein rückläufiger Trend zu erkennen. Waren es 2023 noch 196 gespendete Organe, so waren es ein Jahr später nur noch 127.

„Das ist äußerst schade, denn wir wissen aus diversen Erhebungen, dass die meisten Menschen einer Spende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Dennoch haben nicht alle ihren Spendewillen auch dokumentiert. In fast 40 Prozent aller deutschlandweiten Fälle wurde im vergangenen Jahr daher allein auf Basis eines vermuteten Willens entschieden, was eine besondere Belastung der Angehörigen in ohnehin schwierigen Zeiten bedeutet“, betonte Grimm. Ein schriftlicher Wille war unterdessen nur in 12 Prozent der Fälle bekannt.

Ein Umstand, der sich mit der Widerspruchslösung ändern könnte. Personen würden dann grundsätzlich als Organspenderin oder Organspender gelten, sofern nicht zu Lebzeiten aktiv widersprochen wurde. „Damit drehen wir die Logik gewissermaßen um und bitten Menschen, sich zwangsläufig einmal mit der eigenen Einstellung zur Organspende auseinanderzusetzen“, so Grimm.

Wer nicht spenden möchte, kann dies rechtssicher festhalten und bindend hinterlegen. „Wer hingegen nicht widerspricht, hilft im Ernstfall mit einer Organspende möglicherweise mehreren schwerkranken Menschen und entlastet zugleich die eigenen Angehörigen, die ansonsten die Entscheidung treffen müssen“, erläuterte sie.

Dass eine Widerspruchslösung dabei hilft, die Spendezahlen zu erhöhen, zeigt ein Blick auf Länder wie Spanien, das regelmäßig die Statistiken zur Organspende anführt. Im Schnitt verzeichnet das Land um die 40 Organspenden pro eine Million Einwohner. Für Deutschland liegt der Wert hingegen bei rund zehn Spenden pro einer Million Einwohner.