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Kategorie: Insel News Rügen

Backhaus weiht neue Straße und Museums-Kutter in Ummanz ein

Insel Rügen – Zwei wichtige Vorhaben zur Sicherung der Zukunft des ländlichen Raums wurden in der Gemeinde Ummanz (Rügen) umgesetzt. Minister Dr. Till Backhaus, zuständig für die ländlichen Räume Mecklenburg-Vorpommerns, eröffnet heute zunächst eine neu gebaute Straße von Waase nach Freesenort. Anschließend weiht er die Fischkutter UMM-55 und UMM-6 ein.

„Leistungsfähige Straßen sind gerade im ländlichen Raum von zentraler Bedeutung. Sie verbinden Orte, Menschen und Betriebe. Sie erleichtern den Alltag, stärken die Landwirtschaft, den Tourismus und das Handwerk. Und sie sorgen dafür, dass Gemeinden wie Ummanz auch in Zukunft attraktiv bleiben.

Die Boote hingegen stehen für die Boddenfischerei, für die harte Arbeit vieler Fischerfamilien und für eine Tradition, welche die Region über Jahrzehnte geprägt hat. Beide Boote werden dank der EU-Förderung zu Lernorten, Erinnerungsorten und touristischen Anziehungspunkten“, sagt er.

Die Projekte im Überblick:

Mit dem Ausbau der Straßenbaumaßnahme M 08/1 von Waase nach Freesenort wurde eine wichtige Verbindung grundlegend verbessert.

Auf einer Länge von rund 1,5 km entstand eine neue Ortbetonspurbahn mit fünf Durchlässen. Die Straße bestand vor dem Ausbau teilweise aus Grünweg und alten DDR-Betonplatten. Die Betonplatten waren teilweise abgesackt. Die Straße ist zudem die einzige Wegeführung nach Feesenort. Die Gesamtinvestition liegt bei 1,14 Millionen Euro. Davon stammen gut 1,03 Millionen Euro aus der Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung. Der Eigenanteil lag bei rund 115.000 Euro.

Mit der Instandsetzung der Fischkutter UMM-55 und UMM-6 wird ein Stück maritimer Geschichte der Insel Rügen bewahrt. Um den Verfall vorzubeugen, mussten die Boote instandgesetzt werden. Das Boot UMM-6 ist als Museumsteil auf dem Hafenvorplatz ausgestellt. Die UMM-55 soll hingegen als schwimmender Museumsort weiter ihren Platz am Kai im Hafen behalten.

Für die Instandsetzung der beiden Kutter wurden über LEADER rund 193.000 Euro bereitgestellt. Hinzu kamen weitere gut 132.000 Euro aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds für das Projekt „Zukunft Boddenfischereiplatz“. Gefördert wurde die Visualisierung, ein Museumskonzept und deren Durchführung für das Boot UMM-6 sowie der Einbau eines Elektroantriebs für das Boot UMM-55 als Modelprojekt für E-Mobilität in Schutzgebieten.

„Hier wurde nicht nur in Gebäude, Straßen oder Technik investiert, sondern auch in Heimat. In Identität. In das, was eine Gemeinde unverwechselbar macht. Beide Projekte tragen zur Sicherung der Zukunft des ländlichen Raums der Insel Rügen bei und bewahren zugleich deren Geschichte und Identität“, sagt der Minister abschließend.

Seit 2015 sind insgesamt rund 3,5 Millionen Euro Fördermittel nach Ummanz geflossen. Der Landkreis Vorpommern-Rügen wurde seit 2007 mit rund 337 Millionen Euro unterstützt.

Dünenverstärkung und Strandaufspülung für 6,2 Mio. Euro bei Glowe

Insel Rügen – Im Ostseebad Glowe auf Rügen wurde mit der Pflanzung von Strandhafer eine größere Küstenschutzmaßnahme des Landes MV abgeschlossen. Die Pflanzung ist der letzte Arbeitsschritt einer Sandaufspülung im Bereich von Strand und Düne. Die Sandaufspülung selbst wurde bereits zum Jahreswechsel fertiggestellt. Aufgrund der kalten Witterung konnte die Strandhaferpflanzung aber erst jetzt erfolgen.

Das Küstenschutzsystem seeseitig von Glowe wurde mit dieser Maßnahme deutlich gestärkt und soll nun planmäßig wieder über mehrere Jahre sehr schweren Sturmfluten standhalten. Heute fand neben der technische Abnahme der Bauleistungen auch eine symbolische Übergabe der Bauwerke an die Gemeinde durch Minister Dr. Backhaus statt.

„Oft werde ich gefragt, ob der Herbst oder der Winter die richtige Jahreszeit für solche Maßnahmen ist. Grundsätzlich könnten Aufspülungen und die Neuprofilierung von Dünen und Strand auch im Sommer stattfinden. Das würde aber bedeuten, dass wir dann die Strände für touristische Aktivitäten sperren müssen. Insofern stellen Herbst und Winter einen guten Kompromiss zwischen Küstenschutz und Tourismus dar“, erklärt der für Küsten- und Hochwasserschutz zuständige Minister Dr. Till Backhaus.

„Mit dieser Baumaßnahme investieren das Land und Bund insgesamt etwa 6,2 Mio. Euro in die Verbesserung des Küstenschutzes. Davon profitiert nicht nur das Ostseebad Glowe hinsichtlich der Sicherheit gegen Sturmhochwasser, sondern auch die Touristen, die in der kommenden Badesaison einen verbreiterten Strand vorfinden werden.“

Insgesamt wurde auf einem Küstenabschnitt von 1.860 m ca. 240.000 m³ Sand aufgespült. Der Sand wurde aus einer landeseigenen marinen Sandlagerstätte vor Koserow gewonnen. Bevor der Sand in den Laderaum des Schiffes gelangt, wird er in zwei Stufen gesiebt. So wird verhindert, dass in der Ostsee befindliche Munitionsreste an den Strand gelangen. Darüber hinaus wurde eine Fläche von ca. 16.000 m² mit Strandhafer bepflanzt.

Bauherr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM), das auch die Planung in Eigenregie und die Bauoberleitung durchgeführt hat. Die bauliche Realisierung der Maßnahme hatte das dänische Unternehmen „Rohde Nielsen A/S“ aus Kopenhagen übernommen.

Die letzte Aufspülung an diesem Küstenabschnitt fand im Jahr 2017 statt. Damals wurden rund 131.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Dieses Wiederholungsintervall von ca. 8 Jahren für Aufspülungen entspricht den im Küstenschutz in M-V üblichen Zeiträumen. Grundsatz an im Zusammenhang bebauten sandigen Küsten ist, dass Sanddefizite regelmäßig ausgeglichen werden, um an Rückgangsküsten stabile Verhältnisse und natürliche Sedimenttransportprozesse zu gewährleisten.

Backhaus wirbt für Balance zwischen Küstenfischerei und Naturschutz

Insel Rügen – Anlässlich des Reusenfestes in Baabe beteiligt sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Freitag, den 22. Mai 2026, am sogenannten „Reusentalk“ zur Zukunft der Küstenfischerei. Die Gesprächsrunde beginnt gegen 16.30 Uhr im Rahmen des traditionellen Festprogramms am Hafen von Baabe.

Gemeinsam mit Fischern, Vertretern der Gemeinde, des Tourismus sowie weiteren Akteuren will der Minister über die aktuelle Situation der Küstenfischerei, den Naturschutz und die Zukunft der Küstenregionen sprechen.

„Die Küstenfischerei gehört zu Mecklenburg-Vorpommern wie die Ostsee selbst. Sie ist Teil unserer kulturellen Identität, sichert regionale Wertschöpfung und prägt seit Generationen das Leben an unseren Küstenorten. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für den Schutz unserer Meere und ihrer empfindlichen Ökosysteme. Beides gegeneinander auszuspielen, führt nicht weiter“, sagte Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Die Branche steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Stark gesunkene Fangquoten bei Dorsch und Hering, steigende Betriebskosten, Umweltauflagen sowie Konflikte mit Prädatoren wie Kegelrobben und Kormoranen belasten viele Betriebe existenziell. Während in Mecklenburg-Vorpommern 2017 noch bis zu [] über (genau 15.663 t) 15.000 Tonnen Fisch angelandet wurden, lag der Gesamtfang 2024 nur noch bei rund 2.400 Tonnen.

Das Land unterstützt die Küstenfischerei deshalb seit Jahren mit umfangreichen Hilfen. Allein für zeitweilige Stilllegungen zum Schutz von Dorsch und Hering flossen seit 2017 rund 23 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln nach Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen Investitionshilfen, Unterstützung bei der Direktvermarktung sowie Entschädigungen für Schäden durch Kegelrobben.

Gleichzeitig investiert Mecklenburg-Vorpommern massiv in den Meeresschutz. Knapp 50 Prozent des Küstenmeeres stehen bereits heute als Natura-2000-Gebiete unter europäischem Schutz. Hinzu kommen Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete, die sich vielfach mit den europäischen Schutzkategorien überlagern. Aktuell ist keine Ausweisung neuer Schutzgebiete im Küstenmeer geplant.

Dazu gehören Renaturierungsprojekte an der Ostseeküste, Schutzgebietsbetreuungen, Monitoringprogramme sowie das mit rund 12 Millionen Euro geförderte Projekt „MV Seagrass for Climate“ zur Wiederansiedlung von Seegraswiesen als natürliche Kohlenstoffspeicher und Lebensräume vieler Arten.

Auch die Ereignisse rund um den gestrandeten Buckelwal vor Poel hätten gezeigt, wie sensibel die Ostsee als Lebensraum sei und wie wichtig klare Regeln und abgestimmte Verfahren für den Schutz mariner Arten künftig sein werden.

„Der Wal hat viele Menschen bewegt und deutlich gemacht, wie sensibel unsere Meeresökosysteme sind. Umso wichtiger ist es, Naturschutz, Fischerei, Tourismus und Küstenentwicklung gemeinsam zu denken“, sagte Backhaus.

Die Landesregierung setze bei Nutzungskonflikten bewusst auf Dialog, wissenschaftliche Grundlagen und möglichst tragfähige Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Ostsee sei ein vergleichsweise kleines und intensiv genutztes Meer mit vielfältigen Interessen von Fischerei, Naturschutz, Tourismus, Wassersport, Schifffahrt und Energiewirtschaft.

„Wir brauchen einen fairen Ausgleich zwischen Natur-, Arten- und Meeresschutz auf der einen Seite und einer wirtschaftlich tragfähigen Fischerei auf der anderen Seite. Die Menschen an der Küste erwarten zurecht, dass ihre Interessen gehört werden“, betonte der Minister.

Das Reusenfest in Baabe verbindet maritime Tradition, regionale Kultur und aktuelle Diskussionen rund um die Zukunft der Fischerei. Neben dem Reusentalk stehen unter anderem das traditionelle Aufziehen einer Reuse, maritime Musik sowie Gespräche mit Fischern und Gästen auf dem Programm.

Gingster Turnerriege in der Hauptstadt

Mixed Team landet nach spannendem Wettkampf auf 14. Platz im Bundesvergleich

Insel Rügen – Ein Mixed Turnerteam aus der Schule Gingst reiste dieser Tage bereits zum fünften Mal zum Finale des jährlichen Bundeswettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“. Mit im Gepäck hatten sie das Ticket als MV-Landessieger, eine Menge an sportlicher Aufregung und Erfahrungen aus vielen Trainingsstunden in der Turn-AG. Sie landeten nach spannenden Wettbewerben auf einem verdienten 14. Platz.

„Als Team kämpfte und präsentierte sich unsere Schulmannschaft hervorragend“, erklärt Sportlehrerin Birgit Eicke, die sich über den Erfolg ihrer Schützlinge in der Wettkampfklasse U 14 (10-13-Jährige) riesig freut. Sie weiß um die Herausforderungen bei einer so hochkarätigen Veranstaltung. „Im Wettkampf musste man sich mit Schülern aus allen Bundesländern messen“, erklärt sie bei der Auswertung der Berlin-Zeit. Zahlreiche Teilnehmer kamen zum größten Teil aus Kunstturnzentren, wo sie jeden Tag trainieren können. Deshalb sagt sie überaus zufrieden: „Jeder von uns zeigte sein Bestes und alle kämpften gemeinsam um Punkte und Zeiten.“ Die Gingster erreichten bei der Teildisziplin Staffellauf sogar einen 6. Platz vor einigen Favoriten der Übung.

Das Gingster Mixed Team holte einen 14. Platz beim Bundesfinale des Turnwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ in Berlin. Foto: privat
Das Gingster Mixed Team holte einen 14. Platz beim Bundesfinale des Turnwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ in Berlin. Foto: privat

Wettkampffieber, turnerische Anstrengungen und das Anfeuern der anderen Turnmannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern bestimmten die fünf Tage in der Hauptstadt. „Cool war, dass wir viele andere Turner kennenlernen konnten“, findet Carlotta Schilling aus dem Gingster Team. Das freute sich zudem über die Zeit, um die Hauptstadt zu erkunden. Sie besuchten mit der Mannschaft des Bergener Arndt-Gymnasiums die neue Show im Friedrichstadtpalast und bewunderten bei der Geschichtsführung unter anderem das Brandenburger Tor und die Reichstagskuppel. In der Trampolinhalle übten sie so klassische Turneraufträge wie Backflips, Überschläge und Schrauben.

„Das ist eine klasse Leistung für unsere Inselschule“, meint Schulleiter André Farin. „Meine Kollegin Birgit Eicke schafft es mit großer Einsatzbereitschaft und einem perfekten Teamgeist, eine Turnmannschaft für Bundesvergleiche vorzubereiten.“ Ohne Finanzhilfen von Menschen aus dem Schulort Gingst und von der Insel gehe es nicht. Daher bedanken sich die Schule und deren Förderverein bei der Provinzial-Versicherung, den Störtebeker-Festspielen, der Adler-Apotheke, dem Saikana Bistro, Herrn Lucht sowie den Familien Schilling und Koch.

Aktueller Führer für Putbusser Park sehr gefragt

Interesse an einzigem englischem Landschaftsgarten der Insel Rügen weiterhin groß

Insel Rügen – „Der Park zu Putbus wächst weiterhin in der Gunst der Bewohner und Besucher“, meint der Lehrer und Historiker André Farin in seinem aktuellen Führer durch den einzigen englischen Landschaftsgarten der Insel Rügen.

Das wachsende Interesse habe vielfältige Gründe, erklärte er während einer Lesung aus dem aktuellen Buch.

„Auf einer Fläche von 75 Hektar bietet die Anlage genügend Raum und Anregungen fürs Erholen, Auftanken und Lesen.“ Und vorzeigbar sei der Park allemal, denn in den zurückliegenden Jahren intensivierte die Stadt in die Pflege von Bäumen, Wegen und Grünflächen.

Mit Landesmitteln meisterten die Putbusser die dringend notwendige Sanierung einzelner historischer Gebäude.

Der Rüganer André Farin knüpft an bisherige Veröffentlichungen an und blickt strukturiert, kurz und prägnant auf die Pflanzen- und Tierwelt sowie auf die Geschichte der Bauwerke und Denkmale.

Erstmals spannt er einen größeren Bogen und stellt seine umfangreiche Sammlung von Informationen einem breiten Publikum zur Verfügung: Nachrichten über die Geschichte der Familie zu Putbus und ihre Parkanlage, Berichte über besondere Gäste des Parks, Sagen und Anekdoten, Rezepte und kleine Tipps für Kunst und Kultur sowie Sport und Spiel. Es entsteht ein ganzheitlicher und nachhaltiger Überblick über den Besuchermagneten im Südosten der Insel Rügen.

Das 120-seitige Buch bestückten Christoph Gebler mit beeindruckenden Fotografien aus allen Jahreszeiten in der Parkanlage und Grete Hesemann mit ganz individuell gehaltenen Zeichnungen und zwei Orientierungskarten.

Die Kurverwaltung Putbus ergänzt mit diesem regionalen Buchprojekt ihr aktuelles Informationsangebot für Einheimische und Gäste von Putbus. Dabei wurde sie unter anderem von der rügendruck GmbH Putbus unterstützt.

Weitere Lesungen und Führungen sowie die Möglichkeit einer Parkführer-Sprechzeit bietet André Farin auf seiner Website www.andre-farin.de an. Das Buch ist in der Kurverwaltung und im Rosencafé Putbus sowie in allen guten Buchhandlungen erhältlich.

Grundschüler retten die Ostsee

Meeresbiologe Kai Hoppe testet in Gingst spielerische Ansätze der Umweltbildung

Insel Rügen – Genial. Wenn Zehnjährige die Ostsee retten, geht das spielerisch, miteinander und mit viel Spaß. Das probierte Klassenleiterin Nicole Hoppe mit ihren Grundschülern aus der 4b aus und sammelte an dem Klassennachmittag wertvolle Erfahrungen. „Wir durften mit einem Wissensspiel Situationen im richtigen Leben nachstellen“, sagt sie zufrieden über Mitmach- und Lerneffekte in dem symbolischen Rettungsszenario.

Für den Rettungsversuch hatte sie ihren Ehemann Kai Hoppe gewonnen, der als Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht arbeitet. Dort koordiniert er die Forschungsmission „Schutz und nachhaltige Entwicklung der Ozeane“. Ein Baustein seiner Arbeit ist die Umweltbildung, bei der er auf Materialien der HELCOM zurückgreift. Die Abkürzung steht für den schon 50 Jahre währenden Zusammenschluss aller Ostseeanrainerstaaten in der Helsinki-Kommission.

 Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat
Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat

„Experten haben das kooperative Kartendeck-Bauspiel ,Ecosfera baltica‘ entwickelt“, erklärt Kai Hoppe die Grundlage für die Ostseerettung durch Kinder. In dem Spiel gehe es darum, durch das Sammeln von Elementen, Pflanzen und Tierkarten verschiedene Habitate zu schützen. Alle Spieler erweitern und optimieren ihr „Kartendeck“ während des Spiels ständig durch passende Karten, mit denen sie das Ökosystem für alle Meereslebewesen sichern oder wiederherstellen.

Nach Kai Hoppes Meereskundevortrag über die Nahrungsnetze in der Ostsee, ging es mit Feuereifer an das Sammeln der Karten. Dabei spielten die Kinder nicht gegeneinander, sondern in Abstimmung und Wohlwollen miteinander. Sie erlebten dabei, dass sie so am besten die passenden Kombinationen für den Schutz der Meere erreichen und die „bösen“ Belastungskarten wie Überfischung, Überdüngung und Verschmutzung vermeiden konnten. „Erst wenn man mithilfe von beispielsweise Planktonalgen, Heringen und Seehunden alle sechs Habitate bewahrt hat“, so Kai Hoppe, „gilt die Ostsee als gerettet.“

In allen drei Spielgruppen fanden die Kinder die besten Wege dahin und bewiesen, was eine Gemeinschaft mit logischem Denken und einem gelebten Füreinander erreichen kann. Einige von ihnen waren so begeistert, dass sie das Spiel ausleihen und den Kampf für die Ostsee zu Hause fortführen wollten.

Neue Gleise für „Rasenden Roland“ und Regionalbahnlinie RB26

Staatssekretärin Jesse: Land unterstützt Bahninvestition auf Rügen mit 450.000 Euro

Insel Rügen – Seit Generationen begeistert der Rasende Roland Besucher und Einheimische gleichermaßen: Die historische Schmalspurbahn, die mit gemächlichem Tempo durch die malerische Landschaft Rügens dampft, verbindet nicht nur die berühmten Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren mit der Rosenstadt Putbus und dem Hafen von Lauterbach. Sie steht vor allem für ein einzigartiges Erlebnis, eine Reise in die Vergangenheit, bei der der Charme vergangener Zeiten lebendig wird. Das typische Schnaufen der Dampflok, das sanfte Klappern und der Anblick der dampfenden Lokomotive, die sich durch Wälder und Felder schlängelt, machen jede Fahrt zu einem unvergesslichen Moment.

Doch hinter dem nostalgischen Flair verbirgt sich auch moderne Infrastrukturarbeit: Um den „Rasenden Roland“ und die regionale Bahnverbindung der RB26 zwischen Bergen, Putbus und Lauterbach Mole langfristig zu sichern, sind regelmäßige Sanierungen und Investitionen notwendig.

„Mit der Investitionsrichtlinie für den Schienenpersonennahverkehr (InvestSPNVFöRL M-V) fördern wir gezielt Vorhaben, die die Qualität und Attraktivität des Nahverkehrs langfristig sichern Im Rahmen der Mobilitätsoffensive haben wir das Angebot auch auf der Strecke Putbus – Lauterbach Mole zu einem Stundentakt verdichtet.““, erklärte Staatssekretärin Ines Jesse vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

„In der Saison von Mai bis Oktober ergänzen die Züge der Schmalspurbahn Rasender Roland mit ihren Dampflokomotiven das Angebot, indem sie auf dem Dreischienengleis von Lauterbach Mole bis Putbus und dann weiter über Binz nach Göhren fahren und zur touristischen Attraktivität der Insel Rügen beitragen“, betont Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

„Mit der Unterstützung des Landes konnte der letzte der Teil der Strecke von Putbus nach Lauterbach Mole für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden. Wir freuen uns sehr, damit weiterhin einen zuverlässigen und pünktlichen Eisenbahnbetrieb gewährleisten zu können“, so Kay Kreisel, Geschäftsführer der Pressnitztalbahn.

Nach einer Liegedauer der Holzschwellen von rund 45 Jahren war ein vollumfänglicher Austausch erforderlich, um einen langfristig sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten. Da Dreischienengleise spezielle Anforderungen stellen, wurde bewusst die Verwendung moderner Kunststoffschwellen gewählt, von denen eine deutlich längere Nutzungsdauer gegenüber behandelten Holzschwellen erwartet wird.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die umfassende Gleiserneuerung zwischen dem Bahnübergang Fürst-Malte-Allee und dem Endhaltepunkt Lauterbach Mole sowie Instandhaltungsarbeiten an der Eisenbahnüberführung bei km 12,240 mit rund 450.000 Euro. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde heute vom Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß offiziell an die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (Zweigniederlassung Rügensche BäderBahn) übergeben. Miraß betont: „Die Strecke Putbus – Lauterbach Mole ist ein wichtiger Bestandteil des regionalen Bahnnetzes und zugleich ein Beitrag zur zuverlässigen Mobilität auf der Insel.“

Insgesamt investiert das Unternehmen rund 600.500 Euro in die Sanierung des Streckenabschnitts der Linie Putbus – Lauterbach Mole. Das Land trägt 75 Prozent der Kosten.

Landesgold und Bundessilber für Gingster Welle

Schülerzeitungsreporter werden Landessieger und holen einen 2. Platz im Bundesvergleich

Schwerin – „Den nächsten Angelhaken haben wir an Land gezogen“, sagt Michelle Freudenreich freudestrahlend nach der Siegerehrung im Schülerzeitungswettbewerb des Landes. Diesen symbolischen Gewinnerpokal bekamen sie und das Redaktionsteam der Gingster Welle für die beste Ausgabe in der Kategorie der Regionalen Schulen. Und das zum wiederholten Male mit viel Lob der Jury, die sich im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin eingefunden hatte.

Simon Voigt vom Nordkurier bescheinigt den Zeitungsmachern Begeisterung, Wortwitz und starke Orientierung am Schulalltag. In seiner Laudatio lobt er die Kontinuität der Redaktionsarbeit und die Bandbreite der angeschnittenen Themen: „Die Redaktion scheint Kontroversen nicht zu scheuen und ordnet Recherchen so ein, dass sie selbst Eltern verstehen dürften oder alle anderen, die sich für diesen Winkel von MV interessieren.“

Die Redakteure Phil, Louis, Heidi, Eleen und ihre Kursleiterin Michelle Freudenreich (hinten) mit Pokal und Preisen vor dem Schweriner Schloss. Foto: A. Farin
Die Redakteure Phil, Louis, Heidi, Eleen und ihre Kursleiterin Michelle Freudenreich (hinten) mit Pokal und Preisen vor dem Schweriner Schloss. Foto: A. Farin

Die vier jungen Redakteure können es kaum fassen, dass sie auf Platz 1 landen und von der Wissenschaftsministerin Bettina Martina Pokal und Preise erhalten. „Ich war so aufgeregt“, erinnert sich Heidi Stolt, die zum festen Team des Profilkurses gehört, in dem jede Woche an Texten gefeilt, Bilder gesucht und viel gelacht wird. „Das war so spannend in dem Goldenen Saal“, ergänzt Eleen Rehaag, die gern mit ihrer Klassenkameradin an Texten arbeitet. Sie greifen gern Themen auf, die sie interessieren und die einmalig sind. Wie beispielsweise das Jahrhundertprojekt der Gemeinde, die eine ganz neue Schule für die Regionalschüler baut.

Schirmherrin Bettina Martin lobte in ihren Grußworten die Arbeit der vielen Journalisten von morgen, denn sie seien in der Schule ein wichtiger Bestandteil: mit kritischen Aufsätzen, tiefgründigen Interviews oder unterhaltsamen Zeitungsseiten. Die Vielfalt der 38 eingereichten Ausgaben aus dem ganzen Land beweist, was Schüler und ihre Betreuer auf die Beine stellen können.

Die Gingster Welle wurde an dem Tag gleich mehrfach überrascht. Denn neben dem Landessieg bekam die im letzten Jahr gegründete jüngere Grundschulschwester „Die kleine Welle“ den Preis „Bester Newcomer“. Und schließlich landete die aktuelle Ausgabe der Gingster Welle in dem Vergleich der besten Schülerzeitungen Deutschlands auf Platz 2 in der Kategorie der Realschulen. Zur Preisübergabe im Berliner Bundesratsgebäude wird ein Redaktionsteam aus Gingst im Juni reisen. „So viele Erfolge auf einmal sind kaum zu fassen“, meint Schulleiter André Farin. „Die großartige Teamarbeit an meiner Schule zahlt sich in diesem Medienbereich aus und motiviert zu weiteren Vorhaben.“