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Kategorie: Insel News Rügen

Jugendcamp in Prora macht Demokratie lebendig

Schülercamp der Bildungsministerkonferenz vermittelt Werte, Wissen und Verantwortung

Insel Rügen Unter dem Motto „Demokratie leben – Mitbestimmen. Mitgestalten. Mitreißen!“ startete am 10. Oktober 2025 das Jugendcamp der Bildungsministerkonferenz in Prora. An der Veranstaltung nehmen 20 Jugendliche aus der Bundesschülerkonferenz und von der Europaschule Rövershagen teil. „Demokratie ist kein Automatismus – sie lebt von uns allen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Im Jugendcamp werden die Jugendlichen nicht nur darüber reden, wie Demokratie funktioniert, sondern auch ausprobieren, wie sie gelebt wird. Sie werden mitbestimmen können, Verantwortung übernehmen und mitgestalten können.“

Bis zum 12. Oktober haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Camps die Möglichkeit, herauszufinden, wie ein demokratisches Miteinander für sie aussieht. Was heißt Respekt? Wie geht man mit Widerspruch um? Wie mit dem Hass, der im Netz umhergeistert? Wie können wir demokratische Werte wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit spürbar machen – auch im Alltag, in der Schule, beim Sport, zu Hause oder in den sozialen Medien? Diesen Fragen werden die Jugendlichen des Schülercamps auf den Grund gehen.

In den kommenden Tagen besuchen die Schülerinnen und Schüler das Dokumentationszentrum Prora. In Rundgängen und Vorträgen vertiefen sie ihr Wissen und dokumentieren zeitgleich die Tagesabläufe mit einer Kamera, um ihre Eindrücke in einem Filmprojekt festzuhalten. „Ich freue mich, dass sich die Jugendlichen einbringen, Fragen stellen und Mut haben – zum Mitmachen, zum Andersdenken und zum Hinterfragen. Durch das Jugendcamp lernen die Jugendlichen, wie wichtig es ist, zuzuhören, zu diskutieren und sich auch mal zu streiten, ohne dabei jedoch jemanden auszuschließen“, so Simone Oldenburg. „Ich hoffe, dass die Jugendlichen diese Fähigkeiten für ihr weiteres Handeln und Leben nutzen.“

Fürstliche Geheimnisse

André Farin liest in Mönchgutbibliothek Baabe aus der Biografie des Putbusser Fürsten

Insel Rügen – Die Mönchgutbibliothek in Baabe veranstaltet am 4. September 2025 eine Lesung mit Lehrer und Autor André Farin.

„Fürstliche Geheimnisse“ nennt dieser seine sieben Lesekapitel, in denen er eher unbekannte Lebensabschnitte und Weisheiten des populären Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus (1783-1854) beleuchtet.

An dem Abend geht es beispielsweise um dessen intensive Kontakte zum preußischen Königshaus, die für Putbus und Rügen gewinnbringend waren.

Weitere Themen hören sich vielversprechend an: die Beziehungen zu den Freimaurern, sein Sparmodell bei Bauwerken des Ortes, Erfahrungen mit dem Spiel der Börse, einen unehelichen Erben oder die gefährliche Wanderung auf dem Vesuv.

Die Lesung der Veranstaltungsreihe „Baabe liest“ beginnt um 19 Uhr. Sie bietet im Anschluss die Möglichkeit für Gespräche, den Erwerb der Putbus-Biografie oder des neuen Parkführers von Putbus sowie das passende Autogramm darin.

Anmeldungen sind telefonisch möglich unter 03 83 03 – 14 22 4. Fragen zum Thema beantwortet der Autor vorab unter andre.farin@t-online.de

Neuer Radweg an der B196 offiziell freigegeben

Ines Jesse: „Lückenschluss bringt mehr Sicherheit und Attraktivität für Radfahrerinnen und Radfahrer an der B196“

Insel Rügen – Mit der Freigabe des neuen Radweges entlang der Bundesstraße 196 ist heute ein bedeutender Lückenschluss im Radwegenetz der Insel Rügen vollzogen worden. Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg gab den rund 3,8 Kilometer langen Abschnitt in Vertretung von Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, offiziell für den Verkehr frei.

„Der neue Radweg verbessert die Verkehrsanbindung zwischen Bergen und Göhren erheblich. Er macht das Radfahren auf der Insel sicherer und attraktiver – für den Alltagsverkehr und den Tourismus gleichermaßen“, sagte Ines Jesse im Vorfeld der Eröffnung. „Dass die Arbeiten trotz schwieriger Rahmenbedingungen nun abgeschlossen werden konnten, ist eine starke Gemeinschaftsleistung.“

„Der neue Radweg ist ein echter Gewinn für die Insel – für ihre Bewohner genauso wie für die vielen Gäste, die Rügen jedes Jahr besuchen“, betonte Heiko Miraß. „Er erweitert die Möglichkeiten, Rügen aktiv und klimafreundlich zu erkunden – abseits des Autoverkehrs und im Einklang mit der Natur. Solche Projekte verbinden Mobilität, Lebensqualität und Tourismusentwicklung auf zukunftsweisende Art.“

Der Radweg verläuft nördlich der B196, ist 2,50 Meter breit und schließt eine langjährige Lücke im Radwegenetz der Insel. Im Zuge der Maßnahme wurde in Pantow zudem ein Durchlass in der Fahrbahn erneuert. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro. Finanziert wurde das Projekt überwiegend durch den Bund. Die Gemeinde Zirkow beteiligte sich mit rund 250.000 Euro für den Gehweganteil in der Ortsdurchfahrt.

Der Bau des Radweges stellte hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. In der Ortsdurchfahrt Pantow mussten beengte Baufelder bewältigt und Winkelstützelemente sowie Geländer eingebaut werden. In besonders sensiblen Bereichen – etwa bei den Wiesen am Bahnhaltepunkt – sorgten schwierige Bodenverhältnisse und Leitungsumverlegungen für zusätzliche technische Herausforderungen. Umfangreiche naturschutzrechtliche Auflagen führten außerdem zu gestaffelten Bauzeiten: Bereits im Frühjahr 2024 wurden auf über 460 Metern Länge Reptilienschutzzäune errichtet. Der eigentliche Bau begann Anfang September 2024.

Trotz noch ausstehender Restarbeiten im Bereich des Parkplatzes konnte die Freigabe der Strecke rechtzeitig zur Sommersaison erfolgen.

Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit unterstützt Kreise und Gemeinden bei Investitionen in ihre Radverkehrsinfrastruktur. Im Jahr 2024 hatte das Land erstmals über 30 Mio. Euro für den Neubau und die Erhaltung kommunaler Radwege bereitgestellt.

Die Landesregierung bereitet derzeit gemeinsam mit den Kommunen die Gestaltung eines landesweiten Radwegenetzes vor. Die geplante Netzkonzeption soll bestehende Verkehrslücken identifizieren, konkrete Maßnahmen ableiten und so die Grundlage für ein modernes, sicheres und attraktives Radwegenetz schaffen. Von dem flächendeckenden Landesradnetz sollen die Menschen vor Ort und der touristische Verkehr gleichermaßen profitieren.

Grundschüler spenden für Jugendfeuerwehren

Gingster Spendenläufer übergeben 1.500 Euro an die jungen Feuerwehrleute im Amtsbereich

Insel Rügen – Daumen hoch! Die Gingster Grundschüler überraschten die jungen Feuerwehrleute aus dem Amtsbereich West-Rügen mit einem Spendenlauf-Scheck. Beim Schulhof-Sommerfest verkündete Schulleiter André Farin die Summe, die eigens für die Vereinsarbeit der freiwilligen Feuerwehrjugend in diesem Sommer erlaufen wurde. „Wir sind so stolz auf alle Spendenläufer“, sagt er vor über 700 Gästen des bunten Nachmittags, „mit 1.500 Euro möchten unsere Schüler die Jugendfeuerwehren unseres Einzugsbereiches unterstützen.“

Schulleiter André Farin überreicht zusammen mit den besten Spendenläufern den Scheck an Susanne Koch, Ines Böddrich und Carmen Burmeister (v. r. n. l.). Foto: Martina Zabel
Schulleiter André Farin überreicht zusammen mit den besten Spendenläufern den Scheck an Susanne Koch, Ines Böddrich und Carmen Burmeister (v. r. n. l.). Foto: Martina Zabel

Strahlende Kinderaugen, großer Jubel und tosender Applaus zeigten, wie gut die Entscheidung der Grundschüler ankam. Nach ihren Spendenaktionen als Luchspaten des WWF oder für die Rehkids-Rettung in den vergangenen Jahren wollten sie etwas für die Lebensretter von heute und morgen tun. „Das ist wirklich eine tolle Idee“, sagt Susanne Koch, die Chefin der Jugendfeuerwehr in Gingst. Zusammen mit ihren Kolleginnen Ines Böddrich aus Schaprode und Carmen Burmeister aus der Gemeinde Kluis nahm sie den Spendencheck in Empfang. Die drei stehen für eine enge Kooperation der Jugendfeuerwehren im Amtsbereich West-Rügen und mit der Schule Gingst.

„Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärt Silke Luther, Koordinatorin in der Gingster Grundschule. Bei zahlreichen schulischen Projekten sind auch die ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer mit dabei. Jüngstes Beispiel ist der 1. Blaulicht-Tag für über 150 Kinder, den die Freiwillige Feuerwehr Gingst zusammen mit der DLRG, der Polizei und dem THW auf dem Gelände der Schule Gingst gestaltet hat. Die Grundschüler erhielten wichtige Einblicke in Arbeit, Technik und Anliegen der Unternehmen und Einrichtungen, die aus unserem Alltag nicht wegzudenken sind.

Bundesfinanzer besucht Baustelle

Georg Günther spricht mit Vertretern aus Schule und Gemeinde Gingst über weitere Planungen

Insel Rügen – Beachtlich! Der Schulneubau in Gingst nimmt immer mehr Formen an und die Baufirmen kommen im vorgegebenen Zeitplan gut voran. Das war ein Anlass für den Bundestagsabgeordneten Georg Günther (CDU) zu einer Stippvisite bei dem Jahrhundertprojekt in seinem Wahlkreis. „Ich möchte mir einen Überblick verschaffen von Vorhaben, die unsere Hilfe benötigen“, erklärt er bei seinem Besuch in der Gingster Schule.

„Die Gemeinde Gingst braucht für weitere Pläne unbedingt diese Unterstützung“, meint Waldemar Opolski, der 1. Stellvertreter des Bürgermeisters. Hier werden mit Förderung aus Land und Kreis gut 16 Millionen Euro in eine schulische Zukunft investiert. Die Hälfte der Gesamtinvestition trage die Gemeinde selbst. Weitere finanzielle Herausforderungen wie die Schulhofsanierung oder ein Sportplatzneubau stehen auf der Wunschliste von Schule und Gemeinde. „Das werden wir nicht allein stemmen können“, sagt der Gemeindevertreter.

Blick auf die 16-Millionen-Baustelle. André Farin, Georg Günther und Waldemar Opolski besichtigen die Baustelle der neuen Regionalschulgebäude in Gingst. Foto: Martina Zabel
Blick auf die 16-Millionen-Baustelle. André Farin, Georg Günther und Waldemar Opolski besichtigen die Baustelle der neuen Regionalschulgebäude in Gingst. Foto: Martina Zabel

„Daher suchen wir Fördermöglichkeiten und Unterstützer für unsere anschließenden Projekte“, ergänzt Schulleiter André Farin in seiner Vorstellung des Projekts. Zusammen mit dem Förderverein der Schule möchte er die Planungen voranbringen und Gelder einwerben. Auf dem Weg zwischen Baustelle und Schulgebäuden zeigt er Georg Günther die angefallenen Bedarfe: Sanierungsbedürftige Schulhofflächen brauchen neue und schülergerechte Untergründe. Der Schotter-Sportplatz muss nach Abschluss der Baustelle neu angelegt und gestaltet werden. Auch das alte Schulgebäude wird in die Überlegungen für eine spätere Nutzung im pädagogischen Bereich einbezogen.

Georg Günther ist begeistert von den Bemühungen der Schule und Gemeinde für ihren Campus, auf dem zurzeit über 460 Schüler aus Gingst und anderen Gemeinden aus dem Westen der Insel Rügen lernen. Denn ein Ort mit Schule sei ganz anders aufgestellt im gemeindlichen Leben. „Ich nehme die Bedarfe mit auf die Prioritätenliste in unserem Wahlkreis“, sagt er in dem Gespräch und kündigt seine Unterstützung an. Die Investitionsprogramme des Bundes werden gerade vorbereitet und sollten auch für die ländliche Region genutzt werden.

Bundesbronze für „Gingster Welle“

Erfolgreiche Redakteure beim Wettbewerb der besten deutschen Schülerzeitungen

Berlin/Insel Rügen – Sagenhaft. Die Redakteure der „Gingster Welle“ sind nach dem M-V-Landesieg nun auch auf Bundesebene erfolgreich. Im Schülerzeitungswettbewerb der Länder holen sie sich in der Kategorie „Realschulen“ einen beachtenswerten 3. Platz. Im Plenarsaal des Deutschen Bundesrates gehörten sie am letzten Donnerstag im Juni zu den Preisträgern aus 13 Bundesländern.

32 Redaktionen aus sechs Schulformen erhielten die begehrten Preise von den Organisatoren und Kooperationspartnern des Ländervergleichs von gedruckten und Online-Schülerzeitungen. Außerdem wurden acht Sonderpreise an Zeitungsmacher vergeben, die mit ihrem Thema, die Art der Zeitung oder dem journalistischen Stil besonders punkten konnten.

„Die Zeitung aus dem Norden überzeugte die Jury mit einem klar strukturierten Layout sowie lesenswerten Beiträgen aus Schulleben und Region“, sagte Sophia Hofer, Geschäftsführerin der Jugendpresse Deutschland in ihrer Laudatio für die Wettbewerbsausgabe der „Gingster Welle“. Sie hob den Artikel über die Nebenwirkungen der bekannten Störtebekerfestspiele, die sportliche Seiten der Schule oder den gelungenen Blick auf die vielen verschiedenen Wellen dieser Welt hervor.

Erfolgreiche Zeitungsmacher aus Gingst: Lotta Oppermann, Maja Janz, André Farin, Dean Redemann und Niklas Rienow (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung im Deutschen Bundesrat. Foto: Martina Zabel
Erfolgreiche Zeitungsmacher aus Gingst: Lotta Oppermann, Maja Janz, André Farin, Dean Redemann und Niklas Rienow (v. l. n. r.) bei der Preisverleihung im Deutschen Bundesrat. Foto: Martina Zabel

Lotta Oppermann, eine der langjährigen Autorinnen der „Gingster Welle“, freute sich mit ihren Mitstreitern Maja Janz, Niklas Rienow und Dean Redemann über die Auszeichnung. „Durch solche Honorierungen bekommt man das Gefühl, etwas Wichtiges zu tun und Motivation weiter zu machen“, erklärt sie nach der würdigen Preisverleihung.

„Wir sind stolz auf unser Konzept der SchülerzeitungsAG“, meint Projektleiter André Farin, der mit seiner Kollegin Martina Zabel die Schüler nach Berlin begleitete. „In der Handy-Zeit halten wir ein Medium bewusst am Leben“, erklärt er die Redaktionsarbeit an seiner Schule. Damit fördere man den Schreib- und Leseanteil junger Menschen und trage zur Informationsvielfalt und Meinungsbildung bei. „In jeder Ausgabe unserer Zeitung steckt wahnsinnig viel Arbeit – von der Grundidee, über das Verfassen von Texten bis zur optischen Gestaltung“, ergänzt Deutschlehrerin Martina Zabel den Blick auf die gelungene Wertschätzung in der Bundeshauptstadt.

Schulhof-Sommerfest in Gingst

Lehrer, Schüler und Eltern feiern mit ihren Gästen einen farbenfrohen Schuljahresabschluss 2025

Insel Rügen – Die Gingster Schule nutzt den Start in die warme Jahreszeit für eine gemeinsame Feier. Zusammen mit dem Schul- und Sportverein Gingst lädt sie alle Interessierten zum Schulhof-Sommerfest in Gingst ein. „Wir präsentieren die Neuauflage mit coolen Attraktionen und bewährten Angeboten“, erklärt Schulleiter André Farin die Grundidee des sommerlichen Vorhabens.

Der dreistündige Festzauber beginnt am Donnerstag, dem 10. Juli 2025, um 15 Uhr auf dem Hof der Grundschule. Das Gemeinschaftsprojekt aller Lehrer und Schüler wird von den Eltern unterstützt und soll alle Beteiligten zusammenzuführen. Bei Chef-Organisator Ulf Todenhagen laufen alle Fäden zusammen. „Kinderwünsche stehen in diesem Jahr wieder im Mittelpunkt“, sagt er beim Blick auf die vielfältigen Bausteine: Cocktails und Kinderschminken, Wikingerschach und Stock-Twister oder die Glücksrad-Station locken die aktiven Besucher. Kulinarische Besonderheiten bieten die schuleigenen Grillexperten an.

Höhepunkt des Tages wird die Auswertung des Spendenlaufs der Grundschüler sein. Dabei werden die besten Spendenläufer geehrt und eine Schulspende an eine gemeinnützige Einrichtung überreicht. Außerdem sind junge Archäologen unterwegs, die erneut nach den Schätzen auf dem Schulhof suchen und das Gefundene vor Ort bestimmen. Die Redakteure der Schülerzeitung „Gingster Welle“ verkaufen ihre aktuelle Ausgabe und recherchieren gleich für das nächste Blatt. Einen festen Programmpunkt in der Turnhalle gestalten die Mitglieder der Turn-AG, die mit ihrer Trainerin Birgit Eicke Einblicke in ihr sportliches Können unter Beweis stellen.

Zirkow soll in Biosphären­reservat Südost-Rügen integriert werden

Schwerin – Das Kabinett hat sich in seiner heutigen Sitzung mit zwei Gesetzentwürfen aus dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt beschäftigt. Ein Entwurf regelt den von der Gemeinde Zirkow beschlossenen Beitritt zum Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen ist Teil des Weltnetzes der Biosphärenreservate. Aktuell weise das Biosphärenreservat eine Gesamtgröße von 22.800 Hektar auf. Es müssten aber mindestens 30.000 Hektar sein, was auch das MAB-National­komitee zur Evaluierung 2023 nachdrücklich betont hat, erklärt Umweltschutzminister Dr. Till Backhaus.

„Derzeit ist die Gemeinde bereits mit einem Anteil von rund 480 Hektar von insgesamt ca. 2.580 Hektar Teil des Biosphären­reservates. Mit der gesamten Gemeinde Zirkow wird die neue Gesamtfläche des Biosphärenreservates rund 24.900 Hektar betragen. Dies entspricht einem Flächenzuwachs von rund 2.100 Hektar. Das ist ein signifikanter Schritt auf dem Weg zur Erfüllung des 30.000-Hektar-Zieles. Die Gemeinde Zirkow, die sich klar positioniert hat, zum Biosphärenreservat gehören zu wollen, hat nun hohe Erwartungen an die Landesregierung. Diesen Erwar­tungen wollen wir mit einer zügigen Umsetzung gerne entsprechen.

Das Vorhaben ist eine gemeinsame Anstrengung und wird von der Gemeinde Zirkow, dem Landkreis Vorpommern-Rügen, dem Tourismusverband Rügen, dem NABU, dem BUND, dem Kreisjagdverband und einem Landwirtschafts­betrieb ausdrücklich begrüßt. Die Gemeinde Zirkow ist bereits mit Flächenanteilen im Biosphärenreservat. Die meisten Flächen außerhalb des Biosphärenreservates wechseln mit dem Gesetz vom Landschaftsschutzgebiet „Ostrügen“ des Landkreises zur Schutzzone III des Biosphärenreservates. An der Strenge der Schutzvorschriften ändert sich dadurch nichts.

Neu ist, dass auch die Siedlungsflächen einen solchen Schutzsta­tus erhalten. Die Siedlungsflächen sind wesentlich für die Arbeit des Biosphärenreservates, um als Modellregion wirken zu können. Dort ist das Ziel, durch Projekte und Initiativen eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen.

Zusammengefasst werden wir mit dem Gesetz zur Erweiterung des Biosphärenreservats Südost-Rügen:

  • den Willen der Gemeinde Zirkow umsetzen,
  • den landespolitischen Zielen und den Flächenvorgaben für Biosphärenreservate entsprechen,
  • den einzigartigen Naturraum erhalten und behutsam weiterentwickeln,
  • Impulse für die wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklung setzen,
  • die Lebensqualität und die Identifikation mit der Region ein Stück weit verbessern“, so Minister Backhaus.

Des Weiteren legte Minister Backhaus dem Kabinett den Entwurf eines vierten Gesetzes zur Änderung des Dauergrünland­erhaltungsgesetzes vor. Ziel dieses Gesetzes sei es, dem Wertverlust landwirtschaftlicher Flächen entgegenzuwirken und den Ackerstatus nach Rückbau von PV-Anlagen zu sichern, erklärt der Klimaschutz- und Agrar­minister:

Das Dauergrünlanderhaltungsgesetz enthält restriktivere Regelungen zum Dauergrünlandschutz als das Bundesnatur­schutzgesetz. Landwirtschaftsbetriebe können zum Beispiel nach dem Bundesrecht Dauergrünland, das ab 2021 entstanden ist, vorbehaltlich anderer rechtlicher Rege­lungen nach Anzeige wieder in Ackerland umwandeln. Diese Regelung wird nun auch im Dauergrünlanderhaltungsgesetz M_V aufgenommen. Betroffen sind davon ca. 4000 ha, die auch nach einer Frist länger als fünf Jahre wieder umgebrochen werden können, bzw. den Ackerstatus behalten, auch wenn sie länger als Grünland genutzt werden.

Flächeneigentümer und Investoren fordern schon länger eine Klarstellung in dem Dauergrünlanderhaltungsgesetz. Nach dem Rückbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf ehemaligem Ackerland sollen diese Flächen wieder als Ackerland genutzt werden können. Eine entsprechende Regelung wird in das Gesetz aufgenommen.

In der Verbandsanhörung plädierte der Bauernverband für die Aufhebung des Gesetzes in Gänze. Diesem Wunsch wird jedoch nicht gefolgt, weil dann auch Dauergrünland, das ab 2015 ent­standen ist, nach Genehmigung ersatzlos umgewandelt werden könnte. Dies wird aus naturschutzfachlicher Sicht nicht für vertretbar gehalten, weil es sich dabei um weitere ca. 9.500 ha handelt.

Wir wollen aber dafür sorgen, abgesehen von den Dauergrün­landflächen, die ab 2021 entstanden sind, dass der Dauergrün­land­anteil nicht abnimmt bzw. Dauergrünland nicht beseitigt wird“, stellt Backhaus klar.