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Kategorie: Insel News Rügen

Skywalk mit vier Millionen Gästen touristisches Highlight

Insel Rügen – Anlässlich des Neujahrsempfangs im Nationalpark Jasmund am morigen Samstag (31. Januar 2026) zieht Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, eine Zwischenbilanz zu 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ sowie zur Leistungsfähigkeit des Natur- und Küstentourismus im Land. Der Empfang macht deutlich: Naturschutz, Umweltbildung und Tourismus sind in Mecklenburg-Vorpommern eng miteinander verzahnt – und zugleich eingebettet in größere gesellschaftliche und infrastrukturelle Fragestellungen, die das Land verantwortungsvoll steuert.

Der Neujahrsempfang findet am Vormittag im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL statt und steht im Zeichen von 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“. Seit der Anerkennung im Jahr 2011 wurden im Nationalpark-Zentrum insgesamt rund 4,3 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt. Allein im Jahr 2025 kamen etwa 435.000 Gäste, davon nutzten rund 415.000 Besucherinnen und Besucher den Skywalk Königsstuhl als besonderes touristisches Highlight. Der barrierearme Rundweg ermöglicht spektakuläre Einblicke in die Kreideküste, ohne sensible Lebensräume zu beeinträchtigen, und gilt bundesweit als Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Naturtourismus.

Die Zahlen belegen, dass moderne Besucherangebote ein wirksames Instrument der naturverträglichen Besucherlenkung sind: Der überwiegende Teil der Gäste bewegt sich gezielt auf ausgewiesenen Wegen, während sensible Schutzbereiche entlastet werden. Ergänzt wird das Angebot durch rund 45.000 Teilnehmende an Führungen, Bildungs- und Veranstaltungsformaten. An einzelnen Tagen lag der Anteil internationaler Gäste im Welterbeforum bei bis zu 90 Prozent. Auch das Naturerbezentrum Prora verzeichnet mit stabil über 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich eine konstant hohe Nachfrage.

Auch aktuelle Herausforderungen im Küsten- und Meeresraum werden beim Neujahrsempfang nicht ausgeblendet. So bleibt die Situation um das seit mehr als einem Jahr vor Rügen liegende Tankschiff EVENTIN für viele Menschen in der Region ein sensibles Thema. Das Land begleitet den Vorgang weiterhin eng im Rahmen seiner Zuständigkeiten und bringt sich gegenüber dem Bund und auf internationaler Ebene für eine rechtssichere und umweltverträgliche Lösung ein. Gleiches gilt für Fragen rund um den Betrieb des LNG-Terminals Mukran, insbesondere mit Blick auf Lärmschutz, Genehmigungsverfahren und den Schutz sensibler Natur- und Küstenräume. Minister Backhaus betont in diesem Zusammenhang, dass wirtschaftliche Nutzung, Energieversorgungssicherheit und der Schutz von Natur und Umwelt stets in einem verantwortungsvollen Ausgleich stehen müssen.

Auch dem nahegelegenen Biosphärenreservat Südost-Rügen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Es steht beispielhaft für den Anspruch Mecklenburg-Vorpommerns, Natur- und Landschaftsschutz, nachhaltigen Tourismus sowie wirtschaftliche Nutzung verantwortungsvoll miteinander zu verbinden. Gerade in einer Region, in der sensible Naturräume, internationale Schifffahrtswege, touristische Nutzung und energiepolitische Infrastruktur räumlich eng beieinanderliegen, zeigt sich, wie wichtig klare Schutzkonzepte, rechtssichere Verfahren und ein transparenter Dialog mit der Bevölkerung sind. Minister Backhaus unterstreicht, dass das Biosphärenreservat Südost-Rügen nicht nur ein Schutzraum von internationalem Rang ist, sondern auch ein Modellraum für nachhaltige Entwicklung, in dem Konflikte offen benannt, wissenschaftlich begleitet und lösungsorientiert bearbeitet werden müssen.

Ein besonderer Programmpunkt ist die offizielle Verabschiedung von Prof. Dr. Detlef Drenckhahn als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. Prof. Drenckhahn hatte dieses Amt seit dem 9. Dezember 2011 inne und prägte die Entwicklung des Zentrums über 14 Jahre maßgeblich. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählen die strategische Weiterentwicklung des Standorts, die Förderung eines konstruktiven Miteinanders zwischen Land, Stadt und Akteuren vor Ort sowie sein persönlicher Einsatz für herausragende Projekte wie das UNESCO-Welterbeforum (Waldhalle) und den Skywalk Königsstuhl. Beide Projekte wären ohne sein Engagement und seine Überzeugungskraft kaum realisierbar gewesen. Die Laudatio auf Prof. Drenckhahn wird von Vertreterinnen und Vertretern des WWF gehalten. Im Anschluss wird Minister Backhaus ihm in einem persönlichen Beitrag für sein langjähriges Wirken danken.

Der Neujahrsempfang bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Naturschutz, Tourismus und Wissenschaft zusammen. Neben dem Rückblick auf 15 Jahre Welterbe stehen Perspektiven für Naturerlebnis, Besucherlenkung und nachhaltigen Tourismus im Mittelpunkt. Mecklenburg-Vorpommern setzt damit ein klares Zeichen: für den Schutz seiner einzigartigen Natur, für Transparenz bei konfliktträchtigen Themen – und für eine verantwortungsvolle Entwicklung von Natur, Infrastruktur und Lebensqualität.

Sternsänger besuchen Gingster Schule

Pastor Gerber und Vorschulkinder sammeln Spenden für Kindergarten in Brasilien

Insel Rügen – Premiere an der Grundschule. In diesem Jahr legten die Sternsänger aus der Kita „Löwenzahn“ zusammen mit Pastor Joachim Gerber bei den Gingster Schülern und Lehrern einen Zwischenstopp ein.

Die drei Könige und ihre Mitstreiter hatten ein kleines Programm einstudiert und sangen gemeinsam mit den neugierigen Zuschauern. Sie überbrachten in Liedern und Reimen gute Wünsche zum neuen Jahr und den Segen für das Gebäude.

„Wir freuen uns, dass wir in der Schule sein durften“, sagt Joachim Gerber am Rande des Auftritts. „Schön war zu erleben, dass viele der ehemaligen Sternsänger begeistert dabei waren und einfach mitsingen konnten.“

Die Sternsänger besuchten unter der Regie von Pastor Joachim Gerber die Gingster Grundschule. Foto: A. Farin
Die Sternsänger besuchten unter der Regie von Pastor Joachim Gerber die Gingster Grundschule. Foto: A. Farin

Schulleiter André Farin begrüßt die gemeinsame Aktion. „Unsere Kooperation mit der Kirche und der evangelischen Kita bekommt immer wieder neue Bausteine dazu“, erklärt er. Gemeinsame Traditionen wie das Sommerfest oder das Adventssingen werden dadurch bereichert.

Die Gingster Sternsänger sammeln in diesem Jahr Finanzen für einen brasilianischen Kindergarten und strahlten, als auch in der Grundschule die Sammelbüchse zu klingen begann.

Wettbewerb für ein gesundes Miteinander in M-V

Gesundheitsministerin Drese und DAK-Gesundheit ehren Menschen für besonderes Engagement für Prävention und Gesundheitsförderung / Sonderpreis Pflege geht nach Neukloster im Landkreis Nordwestmecklenburg

Insel Rügen – „Gesichter für ein gesundes Miteinander“: Unter diesem Motto haben bundesweit rund 500 Projekte und Initiativen an einem Wettbewerb für besonderes Gesundheits-Engagement teilgenommen. In Mecklenburg-Vorpommern gewann „Leben im Haidhof“ für ein würdevolles und lebensfrohes Altern. Platz zwei ging an „alle in einem Boot“ aus Güstrow. Den dritten Platz belegte „Hoffnungslicht und Wegweiser durch die Trauer nach Kindsverlust“ aus Parchim. „Senioren im Stadtgarten“, ein inklusives Mitmachprojekt aus Neukloster in Landkreis Nordwestmecklenburg, erhielt einen Sonderpreis Pflege. Gesundheitsministerin Drese und die DAK-Gesundheit zeichneten nun die Gewinnerinnen und Gewinner aus.

„Dass ein gesundes Miteinander viele Gesichter haben kann, zeigen die Preisträger auch in diesem Jahr auf beeindruckende Weise. Dieses Engagement, ob beim gesunden und aktiven Altern, im inklusiven Sport, oder bei der Bewältigung von Schicksalsschlägen machen deutlich, wie stark unser Land von Menschen profitiert, die Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft gestalten. Darauf können wir stolz sein“, betont Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Andreas Mirwald, Leiter der DAK-Landesvertretung in MV, erklärte: „Die beeindruckenden Bewerbungen für unseren Wettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern machen deutlich: Zusammenhalt und Respekt sind das Herzstück unserer Gesellschaft. Unsere Landessiegerinnen und -sieger sind inspirierende Beispiele dafür, wie stark gelebte Solidarität unsere Gesundheit und ein gesundes Miteinander fördern.“

Von Begegnungsstätte zu Wohnform

Gesucht waren im fünften Wettbewerbsjahr Initiativen und Projekte, die sich in den Bereichen Gesundheit, Prävention sowie Pflege engagieren und so ein gesundes Miteinander fördern. Anja Kopp reichte das Projekt „Leben im Haidhof“ beim Wettbewerb ein und überzeugte die Landesjury. Der Haidhof ist ein Ort der Begegnung für Jung und Alt in der Nähe von Ginst auf Rügen. Kopp und ihr Team aus Ehrenamtlichen baut den Haidhof immer weiter aus und verfolgt mit dem Verein „Bauernhof statt Altenheim e.V.“ das Ziel, eine neue Wohnform im Alter – mit kleinen ökologischen Häusern, eigenem Gemüseanbau, Tieren und einem Lernzentrum für den Austausch zwischen den Generationen zu schaffen.

„Für uns bedeutet ´gutes Altern´ mehr als gute Pflege und Versorgung“, sagt Anja Kopp. „Es heißt, selbstbestimmt und in echter Verbundenheit mit Menschen, Tieren und der Natur zu leben.“ Kopp entwickelte die Idee nach einer überstandenen Krebserkrankung und der Frage, was für sie im Leben wichtig ist. „Wir wollen im Alter gemeinsam wachsen – achtsam, naturverbunden und in echter Gemeinschaft. In Gingst auf Rügen, im Gutshaus Haidhof, findet mein Herzensprojekt nun einen Ort für ein gesundes Leben und ein gesundes Miteinander.“ DAK-Landeschef Mirwald freut sich mit der Preisträgerin und ihrem Team: „Das Projekt ´Leben im Haidhof´ verkörpert in herausragender Art und Weise die Werte des gesunden Miteinanders. Das Beschreiten eines neuen Weges für würdevolles und lebensfrohes Altern in Verbundenheit zu Umwelt hat die Jury begeistert und überzeugt“, so Mirwald. Mehr dazu unter https://bauernhofstattaltenheim.de/.

Ulrike Hemp belegt den zweiten Platz, mit ihrem Projekt „alle in einem Boot“, dem ersten inklusiven Drachenboot-Team in Güstrow. Auf Platz drei wurde die Initiative „Hoffnungslicht und Wegweiser durch die Trauer nach Kindsverlust“ gewählt. Anita Stech und ihr Team begleitet Betroffene, deren Kind in der Schwangerschaft oder während beziehungsweise kurz nach der Geburt verstorben ist.

Sonderpreis Pflege für „Senioren im Stadtgarten“

Einen herausragenden Beitrag für ein gesundes Miteinander leistet nach Jury-Ansicht auch ein Projekt, das älteren Menschen in Neukloster einen Ort der Begegnung, Bewegung und Selbstwirksamkeit bietet. Der „Senioren Stadtgarten“ ist ein inklusives Mitmachprojekt des „Glücksbote e.V.“. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Gärtnern – unabhängig von körperlichen Voraussetzungen. Hochbeete, Sitzgelegenheiten, barrierefreie Wege und begleitete Gruppenangebote ermöglichen es allen Menschen, aktiv zu sein, frische Lebensmittel anzubauen und soziale Kontakte zu pflegen. Janine Friedrich und ihr Team bekommt dafür einen Sonderpreis Pflege.

Landes-Siegerprojekte kommen ins bundesweite Finale

Im Dezember kürt eine namhafte Bundesjury um DAK-Vorstandschef Andreas Storm aus den Gewinnerprojekten aller Bundesländer die Bundessiegerinnen und -sieger.

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,5 Millionen Versicherten, davon rund 160.000 in Mecklenburg-Vorpommern, eine der größten Krankenkassen in Deutschland. Sie war mit ihrem Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ auch beim diesjährigen Bürgerfest des Bundespräsidenten vertreten.

Dünenverstärkung und Strandaufspülung Glowe

Insel Rügen – An der Nordostküste der Insel Rügen laufen seit Mitte Oktober die Spülarbeiten zur Verstärkung der Küstenschutzsystems, bestehend aus Düne Strand und Schorre in Glowe. Damit wird es wieder in die Lage versetzt, über mehrere Jahre sehr schweren Sturmfluten standzuhalten.

„Oft werde ich gefragt, ob der Herbst oder der Winter die richtige Jahreszeit für solche Maßnahmen ist. Grundsätzlich könnten Aufspülungen und die Neuprofilierung von Dünen und Strand auch im Sommer stattfinden. Das würde aber bedeuten, dass wir dann die Strände für touristische Aktivitäten sperren müssen.

Insofern stellen Herbst und Winter einen guten Kompromiss zwischen Küstenschutz und Tourismus dar“, erklärt Agrar- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus. „Mit dieser Baumaßnahme investiert das Land und Bund insgesamt etwa 6,2 Mio. Euro in die Verbesserung des Küstenschutzes. Davon profitiert nicht nur die Ortschaft Glowe, sondern auch die Touristen. Die in der kommenden Badesaison einen verbreiterten Strand vorfinden werden.“

Die letzte Aufspülung an diesem Küstenabschnitt fand im Jahr 2017 statt. Es wurden rund 131.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Dieses Intervall von ca. 8 Jahren entspricht den im Küstenschutz üblichen und erwarteten Annahmen, wie sie auch in anderen Küstenabschnitten des Landes vorkommen.

Aktuell werden auf einer Strecke von 1.860 m insgesamt 250.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Der Sand wird aus einer dem Land zur Verfügung stehenden marinen Sandlagerstätte gewonnen. Bevor der Sand in den Laderaum des Schiffes gelangt, wird er in zwei Stufen gesiebt sowie über einen Magnetabscheider geführt. So wird verhindert, dass einerseits in der Ostsee befindliche Munitionsreste und andererseits zu grobes Material an den Strand gelangt.

Das auf der Lagerstätte beladene Schiff transportiert den Sand bis in die Tromper Wiek vor Glowe. Anschließend wird über eine zuvor verlegten Spülrohrleitung als Sand – Wassergemisch bis an den Strand gepumpt. Nachdem das Wasser vom Strand zurück in die Ostsee geflossen ist, wird der abgelagerte Sand mit Planierraupen am Strand profiliert.

Bauherr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM), das auch die Planung in Eigenregie und die Bauoberleitung übernommen hat.

Mit der Umsetzung der Maßnahme wurde die dänische Firma Rohde Nielsen A/S aus Kopenhagen nach einer öffentlichen Ausschreibung beauftragt. In Abhängigkeit von den lokalen Wetter- und vor allem Seegangsverhältnissen werden die Spülarbeiten voraussichtlich bis Endes 2025 abgeschlossen sein. Nach Beendigung der Spülarbeiten wird der neue Teil der Düne mit Strandhafer bepflanzt. Um kurzfristig bis zur vollen Funktionsfähigkeit des Strandhafers den Sandflug zu verringern, werden vorrübergehend Sandfangzäune aufgestellt.

Auf DDR-Spurensuche

Gingster Regionalschüler kommen mit Zeitzeugen ins Gespräch

Insel Rügen – So macht Geschichte Spaß. Die Schüler der beiden 10. Klassen starteten unter fachkundiger Anleitung eine Spurensuche nach einem Staat, den es schon lange nicht mehr gibt. „Entdecke deinen Ort. Auf den Spuren der DDR“ heißt der Workshop, den Dr. Marius Kleinknecht von der Deutschen Gesellschaft e. V. mit nach Gingst brachte.

„Mit drei Bausteinen haben wir in Schulklassen sehr gute Erfahrungen“, sagt der Leiter der Abteilung „Politik und Geschichte“. Sie ähneln sich in den über 50 Veranstaltungen, die er deutschlandweit mit Jugendlichen durchführt. Nach einem einführenden Kurzvortrag kommen die Teilnehmer mit einem Zeitzeugen ins Gespräch und verarbeiten ihre Erkenntnis anschließend in eigenen Textbeiträgen für den Instagram-Kanal der Gesellschaft.

Modere Medien helfen Emilia Friedrich, Dr. Marius Kleinknecht und Amelie Zibell (v. l. n. r.) bei der DDR-Spurensuche in Gingst. Foto: A. Farin
Modere Medien helfen Emilia Friedrich, Dr. Marius Kleinknecht und Amelie Zibell (v. l. n. r.) bei der DDR-Spurensuche in Gingst. Foto: A. Farin

„Der Vortrag war wie eine coole Zeitreise“, sagt Emilia Friedrich. „Der Referent erzählte uns in kurzer Zeit von vielen wesentlichen Punkten der DDR-Geschichte.“ Er sprach über vergangene Ereignisse und Entscheidungen, die er selbst nur als Wissenschaftler kennt, weil er sie wissenschaftlich bearbeitet hat. Damit verschaffte er den Schülern einen gelungenen Überblick über die Fragen, mit denen sie sich in dem Seminar beschäftigten.

„Zeitzeugen beleben eine solche Unterrichtseinheit“, erklärt Marius Kleinknecht die Idee, aus dem Schulort einen Menschen für das Schülergespräch zu gewinnen. Waldemar Opolski ist ein Urgestein der Gingster Gemeinde und hat sich sofort bereit erklärt, den jungen Leuten aus der Vergangenheit zu berichten. „Ich finde es sehr wichtig, dass sich die Jugendlichen mit dem Thema beschäftigen“, meint er am Rande der Diskussion über die Vor- und Nachteile des ehemaligen deutschen Staates. Viele Herausforderungen unserer Tage haben mit der Vergangenheit zu tun.

Für den Instagram-Kanal des Gesamtprojekts erarbeiteten die Jungen und Mädchen in Gruppen eigene Texte für den digitalen historischen Reiseführer der Deutschen Gesellschaft. In der Runde unterhielten sich die Schüler über ihre Eindrücke und weiterführende Fragen. Jennifer Lewandowski beispielsweise möchte mit ihrem Team mehr zur Wende wissen: „Uns würde interessieren, wie es zum Mauerfall kam und warum die DDR einfach so unterging.“

Schule spielt Oper

Österreichische Künstler nehmen Gingster Grundschule mit in die Klassikwelt

Insel Rügen – Musikunterricht der besonderen Art erlebten die Gingster Grundschüler. Denn in einem Projekt mit der „Kinderoper Papageno“ verwandelte sich die Turnhalle in einen Musiksaal. Die Opernsänger Sascha Resch und Gregor Braun aus Wien hatten mit wenigen künstlerischen Mitteln und ihrer sehr sympathischen Art die 150 Jungen und Mädchen in ihren Bann gezogen. Da fiel es nicht schwer, Auszüge aus Mozarts „Zauberflöte“ exemplarisch zu zeigen und sogar mitzuspielen.

Musiklehrerin Nicole Hoppe war begeistert von der Idee: „Wann haben wir schon mal die Chance, Sänger, Ideen und Musik in der Form zu präsentieren.“ Sie nutzte die Zeit vor den Herbstferien, um die Schüler auf den Theatermorgen vorzubereiten. Einige Kinder aus den 4. Klassen bekamen kurzerhand ein paar Rollen und lernten kurze Texte auswendig. Andere Mitschüler wurden kurzfristig aus der Gruppe ausgewählt, um kleinere Rollen ohne Text zu übernehmen.

Marten Briesemeister als Tamino (rechts) und Ida Andreas als Tamina bestehen die Wasser- und Feuer-Prüfung in der Opernhalle Gingst. Foto: Nicole Hoppe
Marten Briesemeister als Tamino (rechts) und Ida Andreas als Tamina bestehen die Wasser- und Feuer-Prüfung in der Opernhalle Gingst. Foto: Nicole Hoppe

Nach einer Einführung in Leben und Wirken des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozarts, begann das interaktive Spiel. Sascha Resch und Gregor Braun beeindruckten Schüler und Lehrer mit ihrem erzählerischen und sängerischen Können. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn wir unkompliziert und spontan mit Kindern arbeiten“, sagt Gregor Braun am Rande des Minikonzerts. Schön sei es, wenn die Kinder mit einer kleinen Vorbereitung und mit einer guten Moderation so schnell bei der Sache sind.

Der Wiener Opernsänger Gregor Braun (Bildmitte) moderiert die Schlussszene der Gingster „Zauberflöte“. Foto: Nicole Hoppe
Der Wiener Opernsänger Gregor Braun (Bildmitte) moderiert die Schlussszene der Gingster „Zauberflöte“. Foto: Nicole Hoppe

Große Kinderaugen verfolgten die Szenen und die auftretenden Talente. Bei der Flucht Taminos (Marten Briesemeister) vor der bösen Schlange, der Begegnung zwischen Tamino und Papageno oder der Befreiung Taminas (Ida Andreas) aus den Händen des angeblich grausamen Sarasto erklang Mozarts Musik und blieb dem Publikum in Erinnerung. Mit einem gemeinsamen Showeffekt beteiligten sich Künstler und Zuschauer an Taminas und Taminos zu bestehender Prüfung. Mutig und ohne zu zaudern mussten sie durch Feuer und Wasser gehen. Große farbige Tücher bewegten sich nun im Klang der klassischen Noten und bewegt von den zuschauenden Kindern.

Die Opernstunde in Gingst hat noch ein Nachspiel. „Im kommenden Schuljahr unterstützt unser Förderverein erneut das Musikprojekt der Grundschule“ erklärt Schulleiter André Farin. Neben dem jährlichen Theaterbesuch in Putbus könne sich so ein zweiter Musikbaustein in der Ausbildung der Grundschüler etablieren.

Natürliches Riff im Biosphärenreservat Südost-Rügen wiederhergestellt

Insel Rügen – Das Biosphärenreservat Südost-Rügen hat in den vergangenen Tagen einen bedeutenden Schritt zur Wiederherstellung der natürlichen Unterwasserwelt unternommen: Rund 640 Tonnen Natursteine wurden entlang der Küste neben der Ortschaft Neuendorf in den Greifswalder Bodden eingebracht. Die Steine stammen aus lokaler Kooperation. Landwirte aus der Region stellten die Steine von ihren Flächen zur Verfügung.

Ein Fachunternehmen brachte die Steine mit Kantenlängen von 30 cm bis zu einem Meter auf einer Fläche von etwa 1.400 Quadratmetern aus, um eine Bodenbedeckung von circa 50 Prozent zu erreichen. Ziel dieser Maßnahme ist die Wiederherstellung natürlicher Riffstrukturen, die in der Vergangenheit durch Steinfischerei verloren gegangen sind. Die Steinfischerei ist die historische Entnahme von Steinen aus dem Meer, hauptsächlich zur Verwendung als Baumaterial. Alte Quellen belegen, dass diese Stelle mehrfach als Entnahmestelle diente.

Minister Dr. Backhaus lobte das Engagement: „Das Biosphärenreservat Südost-Rügen beweist einmal mehr, dass es auch eine Modellregion im Bereich des Naturschutzes ist. Es handelt sich hierbei um die erste Rekonstruktion eines Riffes in Mecklenburg-Vorpommern, das durch Steinfischerei verloren ging. Damit sammeln wir wichtige Erfahrungen für zukünftige Projekte dieser Art entlang der gesamten Ostseeküste.

Gleichzeitig ist dieses Projekt ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Naturschutz durch internationale Zusammenarbeit im Rahmen von Interreg grenzüberschreitend vorangebracht werden kann. Das wieder aufgebaute Riff soll künftig vor allem die Ansiedlung und Förderung des Blasentangs unterstützen. Dessen starker Rückgang wird unter anderem auf die massiven Entnahmen der Steine zurückgeführt. Generell beheimaten Steingründe in der Ostsee eine besonders artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Diese Unterwasserlandschaft soll auch für die Bildungsarbeit des Biosphärenreservates erlebbar gemacht werden“.

Finanziert wird das Projekt durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Interreg-Projektes Supported by Nature, einem Gemeinschaftsprojekt der Ostsee-Biosphärenreservate. Die Gesamtkosten liegen bei rund 120.000 Euro. Das Vorhaben verfolgt das Ziel, Rifflebensräume wiederherzustellen sowie Klein- und Fließgewässer zu renaturieren und diese als Lernorte erlebbar zu machen. Ähnliche Riffstrukturen werden durch das Projekt auch in Dänemark und Schweden etabliert.