Chancen der Digitalisierung nutzen

Schwerin – „Ob Politik oder Wirtschaft – wir alle müssen permanent auf neue Herausforderungen reagieren und uns neuen Rahmenbedingungen anpassen. Für Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer gehört Veränderung zum täglichen Brot. Sie müssen sich anpassen an die Erwartungshaltungen von Kunden oder Zulieferern, an neue Wettbewerber oder neue Technologien“, betonte der Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer auf dem Unternehmertag 2018 „Change Management – Herausforderungen meistern“ in Schwerin.

Eine der größten Herausforderungen sei die Digitalisierung. „Mit ihr verändern sich Arbeitswelt und Industrie. Auf diesen Veränderungsprozess müssen wir uns alle bewusst einstellen. Uns allen ist klar: Ohne Digitalisierung wird in Zukunft kaum ein Bereich auskommen. Das ist keine Zukunftsfrage, sondern eine Frage der Gegenwart. Wir sind schon mitten in der Veränderung“, so der Staatssekretär.

Die Digitalisierung biete vor allem kleinen und mittleren Unternehmen große Potenziale. Meyer: „Es können neue Vertriebswege entstehen, die Internationalisierung kann vorangebracht und Exportchancen gesteigert werden. Neue Geschäftsfelder sind möglich, um künftig noch besser und schneller auf Kundenwünsche eingehen zu können. Darüber hinaus kann die Effizienz in Unternehmen ausgebaut und Mitarbeiter können von schwerer körperlicher Arbeit entlastet werden.“ Als Beispiel dafür nannte Meyer robotergestützte Systeme und digitale Assistenzprogramme.

Die Landesregierung werde die Unternehmen im Veränderungsprozess unterstützen, begleiten und beraten. „Ein besonderer Schwerpunkt ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit schneller Netzanbindung. Darüber hinaus wollen wir Existenzgründungen in der digitalen Wirtschaft fördern, eine bessere Anbindung an die Forschung erreichen und Förderprogramme für die Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Bereich Digitalisierung öffnen.“

Fit für das digitale Zeitalter würden Unternehmen nicht einfach durch das Aufstellen neuer Technik. „Die digitale Transformation spielt sich vor allem in den Köpfen ab. Der Erfolg einer Veränderungsmaßnahme wird maßgeblich davon bestimmt, ob es gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür zu gewinnen. Sie müssen mitgenommen werden.“ Dabei ginge es auch um Ängste und Sorgen, zum Beispiel um die Veränderung der Arbeitsplätze oder um die Sicherheit eigener Daten. Dies müsse ernst genommen werden.

Meyer: „Nichts geht mehr ohne Digitalisierung. Wir müssen zügig handeln, wenn wir den Anschluss nicht verlieren wollen. Alle müssen mitziehen, vom Geschäftsführer bis zur Sekretärin. Seien Sie Impulsgeber!“

Agrarausschuss des Landtages zu Gast in der Landesforschungsanstalt

Gülzow – Landwirtschafts- und Umweltminister Der. Till Backhaus besucht heute mit Mitgliedern des Agrarausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) an den Standorten Gülzow und Hohen Wangelin. In Gülzow wird den Gästen u.a. eine neu installierte sogenannte Saugkerzenanlage präsentiert, mit der sich das Reduzierungspotenzial acker- und pflanzenbaulicher Maßnahmen konkret bestimmen lässt. „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, eine solche Anlage in die zahlreichen Versuche der LFA zu integrieren. Sie ermöglicht verlässliche Aussagen über Art und Wirkung des Eintrags aus Sicker- bzw. Dränwasser vom Acker auf Gewässer“, sagte Minister Backhaus. Unter 60 Parzellen eines ackerbaulichen Versuches wird mit der Anlage Sickerwasser permanent abgesaugt, bei verschiedenen Fruchtfolgen und Düngungsintensitäten. Auch Aktivitäten im Gemüse- und Obstbau werden in Gülzow erläutert.

„In unserem Land werden Entscheidungen auf der Basis von regional und standorttypisch ermittelten Ergebnissen der angewandten Forschung getroffen. Das ist eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz der zeitgemäßen Landbewirtschaftung in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Minister Backhaus.

Am Nachmittag wird am Standort Hohen Wangelin das Verfahren der geschlossenen Zanderproduktion in Aquakultur vorgestellt werden. „Das ist ein europaweit einmaliges Projekt, mit dem wir unterstreichen möchten, dass die Aquakultur der weltweit am stärksten wachsende Zweig zur Erzeugung von Nahrungsmitteln ist“, so Dr. Backhaus. Mit Unterstützung des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und des Landes sind zahlreiche Projekte initiiert worden, die einen Beitrag zur künftigen nachhaltigen Gestaltung einer Aquakultur in MV liefern sollen.

Außerdem übergibt die LFA ihren aktuellen Jahresbericht an die Gäste. Kurz und prägnant dargestellt sind hier die Aktivitäten der LFA im Jahr 2017, z.B. die Ergebnisse von 51 verschiedenen Forschungsthemen aus den Bereichen Verfahrensoptimierung, Nachhaltigkeit, Fischerei, ökologischer Landbau, Nachwachsende Rohstoffe, Betriebswirtschaft oder Gartenbau. Es sei wichtig, diese Ergebnisse der Öffentlichkeit und der Fachwelt mitzuteilen. „Immerhin erreichen wir beispielsweise durch die Veranstaltungen der LFA jährlich gut 5.000 Landwirte, Berater sowie Vertreter der Wirtschaft und der Verbände“, sagte Dr. Backhaus. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen seien Beleg für den Transport des Wissens an die notwendigen Stellen, um Landwirtschaft nachhaltiger zu machen, Ressourcen zu schonen, Tiere gesünder zu halten sowie Landwirtschaft und Fischerei eine Zukunft zu geben, so der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Begabtenförderung

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Karg-Stiftung haben eine fünfjährige Kooperation beschlossen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern will die Förderung begabter Kinder und Jugendlicher an den Schulen verbessern. Bildungsministerin Birgit Hesse und Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung, haben dazu eine fünfjährige Kooperation vereinbart. Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin haben das Land und die Karg-Stiftung heute das gemeinsame Projekt „Karg Campus Schule“ gestartet.

An acht Schulen im Land sollen Lehrkräfte und Schulleitungen in den nächsten fünf Jahren beim Finden und Fördern besonders begabter Schülerinnen und Schüler unterstützt werden. Die vier Grundschulen und vier Gymnasien sollen sich zu Kompetenzzentren entwickeln und ihre Erfahrungen an andere Schulen weitergeben. Mit dem Projekt „Karg Campus Schule“ setzt Mecklenburg-Vorpommern die Initiative „Leistung macht Schule“ um, die Bund und Länder im Januar dieses Jahres in Berlin gestartet haben. Ziel der Initiative ist es, die Entwicklungsmöglichkeiten leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

„Die Neigungen von Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu erkennen ist wichtig, um sie bestmöglich fördern zu können. Mit der Karg-Stiftung haben wir einen starken Partner mit viel Erfahrung und Expertise in der Begabtenförderung an unserer Seite. Bei der individuellen Förderung dürfen wir nicht nur leistungsschwächere Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen, sondern müssen auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterstützen. Auch Begabtenförderung ist Inklusion“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse.

„Das Land leistet nun Vorbildliches in der Begabtenförderung. Mit dem gemeinsamen Projekt nach dem Konzept von Karg Campus wird die Begabtenförderung systematisch im öffentlichen Bildungsauftrag und im Bildungssystem insgesamt hinterlegt. So geht allseits gerechte individuelle Förderung von der Grundschule bis zur Sekundarstufe, die auch das hochbegabte Kind einbezieht – so sehen begabungsgerechte Schulstrukturen aus“, zeigt Dr. Ingmar Ahl von der Karg-Stiftung auf.

Karg Campus Schule Mecklenburg-Vorpommern

Das Konzept von Karg Campus kennzeichnet drei Komponenten: Weiterbildung, Prozessbegleitung und Vernetzung. Die vier Grundschulen und vier Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten im Projekt Karg Campus nach einem gemeinsamen Curriculum. In verschiedenen Veranstaltungsformaten werden diagnostische Kompetenzen vermittelt, grundlegende Förderkonzepte eingeübt sowie exemplarisch Fachdidaktiken und Unterrichtsmodule erprobt. Außerdem werden die Lehrerinnen und Lehrer bei der individuellen Beratung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern unterstützt. Darüber hinaus erarbeiten die Schulen Konzepte zur Zusammenarbeit und zum Transfer ihrer Erfahrungen in der Begabtenförderung. Das Projekt „Karg Campus Schule“ greift dabei die vorhandenen Qualifikationen der Schulen und Lehrkräfte in der individuellen Förderung auf.

Das Curriculum von Karg Campus wurde von Expertinnen und Experten aus Fachpraxis und Fachwissenschaft erarbeitet. Eine Prozessbegleitung stellt während des gesamten Projekts das systematische gemeinsame Lernen der Schulen sicher und unterstützt die Einzelschulen vor Ort in der Entwicklung ihres Schulprofils und ihrer Angebote in der Begabtenförderung. Zudem lernen die Schulen, wie man am besten voneinander lernt, wie man Erfahrungen und Kompetenzen in der Begabtenförderung weiter gibt und lokale Vernetzungen gestaltet.

Profil der teilnehmenden Schulen

Die vier Gymnasien mit Hochbegabtenklassen in Mecklenburg-Vorpommern haben langjährige Erfahrung in der Begabtenförderung. Mit ihrem besonderen Profil und ihrer Expertise stellen die gymnasialen Leitschulen nicht nur ein Angebot für leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler dar, sondern streben in Mecklenburg-Vorpommern die regionale Vernetzung von landesweiten und regionalen, schulischen und außerschulischen Angeboten im Bereich der Begabtenförderung an. Auch die vier Grundschulen, die sich am Projekt beteiligen, zeichnen sich durch langjährige Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich der individuellen Förderung aus.

Projektziele

Die Qualifizierung wird die bestehenden Potenziale der Schulen weiter entwickeln und die Schullandschaft in Mecklenburg-Vorpommern stärken und bereichern. Am Ende soll in Mecklenburg-Vorpommern ein Netzwerk von Schulen entstehen, die als Kompetenzzentren ihre Erfahrungen beim Finden und Fördern Begabter von der ersten bis zur zwölften Klasse an andere Schulen weitergeben können.

Stadt Malchow erhält Zuschuss für neue Beleuchtung

Malchow – Einen Zuschuss in Höhe von 37.000,00 Euro (Fördersatz 50 Prozent) erhält die Stadt Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) für die Erneuerung der Beleuchtung in den Parkanlagen an der Stadtkirche Malchow und für die Straßenbeleuchtung in der Heinestraße, im Biestorfer Weg, im Tannenhof und Zum Recken. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Die Stadt Malchow beabsichtigt, die Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik in den genannten Straßen umzurüsten. Die vorhandenen 66 Natriumdampf-Hochdrucklampen werden durch 67 Leuchten inklusive Masten ersetzt. Aufgrund geänderter Wegeführung werden in der Parkanlage von den 31 Leuchten nur 29 ersetzt. Im Tannenhof und Zum Recken werden zur besseren Ausleuchtung der Kreuzung zusätzlich drei Leuchten errichtet.

Ziel ist es, den Stromverbrauch und damit die Kosten zu senken. Es können rund 19.000 Kilowattstunden Strom und rund zwölf Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart werden.

Drese: Familienhebammen sind wichtige Helferinnen für junge Eltern

Schwerin – Seit 2008 betreuen in Mecklenburg-Vorpommern Familienhebammen sowie Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen Familien in besonderen Lebenslagen und unterstützen sie ab der neunten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres ihres Kindes. Das Sozialministerium fördert das Landesprogramm Familienhebammen und Familien- Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen mit jährlich 500.000 Euro.

Sozialministerin Stefanie Drese wirbt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Landesprogramms bei jungen Familien, die Hilfen zu nutzen. „Ein Kind bringt seinen Eltern Freude. Gleichzeitig sind damit aber auch viele Veränderungen im Zusammenleben verbunden. Das kostenlose Angebot der Familienhebammen und Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen hilft jungen Familien, in belastenden Lebenssituationen gut begleitet durch den neuen Alltag mit Kind zu steuern und größere Klippen sicher zu umschiffen.“

Das Landesprogramm Familienhebammen existiert unabhängig von der Bundesstiftung Fonds Frühe Hilfen, aber natürlich gibt es Vernetzungen und Kooperationen. Ziel aller Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Frühen Hilfen ist es, jungen Familien frühestmögliche Angebote zur Stärkung ihrer Beziehungs- und Erziehungskompetenz zur Sicherung des Kindeswohles zu unterbreiten. Familienhebammen und Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen können in diesem Zeitraum eine frühe und nicht-stigmatisierende Hilfe sein sowie Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn diese mit der Versorgung ihres Kindes an Grenzen stoßen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind 48 Familienhebammen und Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen im Einsatz. Sie betreuen jährlich zwischen 300 und 500 Familien. Die Fachkräfte gehen in die Familien und unterstützen die Eltern, den Familienalltag auf das Leben mit dem Baby umzustellen. Sie helfen, Unsicherheiten und Ängste abzubauen und gute Bindungen zu entwickeln und erläutern die Pflege, Versorgung und Förderung von Kindern.

Drese: „Von hoher Bedeutung ist, dass Familienhebammen bei Bedarf weitere Hilfen vermitteln und Familien mit Angeboten des Gesundheits- und Sozialsystems vertraut machen. Sie sind damit wichtige Lotsinnen für junge Eltern im Bereich der Frühen Hilfen.“

Die Vermittlung von Familienhebammen an die Familien erfolgt durch die regional zuständigen Gesundheitsämter der Landkreise bzw. kreisfreien Städte.

Carina Fromm wird erste Direktorin des Landesamts für Finanzen

Schwerin – Seit Anfang des Jahres gibt es mit dem Landesamt für Finanzen eine neue Obere Landesbehörde, die die Aufgaben des Landesbesoldungsamtes und der Landeszentralkasse übernommen hat. Erste Direktorin des neuen Landesamtes ist Carina Fromm. Heute übertrug ihr Finanzminister Mathias Brodkorb die Funktion in Schwerin im Rahmen eines feierlichen Aktes.

Im September vergangenen Jahres hatte das Kabinett den Plänen des Finanzministeriums für die Zusammenlegung von Landesbesoldungsamtes und Landeszentralkasse zum neuen Landesamt für Finanzen zugestimmt. Durch die Zusammenlegung der Behörden wird die Verwaltung jetzt effizienter.

Seit Januar arbeiten die rund 270 Mitarbeiter unter dem Dach des Landesamts für Finanzen und erledigen nun die Bereiche Organisation, Personal, Haushalt, Informationstechnik und die sonstigen Verwaltungsaufgaben zentral, so dass mehr Beschäftigte für die Fachaufgaben zur Verfügung stehen.

Mit Carina Fromm überträgt Finanzminister Mathias Brodkorb die Leitung der neuen Behörde an eine Frau, die seit vielen Jahren im Finanzministerium unter anderem die Fachaufsicht über die Landeszentralkasse wahrgenommen hat.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Vor dem Hintergrund von Bevölkerungsrückgang und Digitalisierung muss sich auch die Verwaltung fragen, wie Arbeit bestmöglich organisiert werden kann. Darauf haben nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger ein Recht, die mit ihren Steuergeldern diese Verwaltung finanzieren. Das Landesamt für Finanzen ist ein gutes Beispiel für kluge Neuorganisation: Wir schaffen Doppelstrukturen ab, stärken die Arbeitsfähigkeit und machen die Finanzverwaltung fit für die Zukunft. Carina Fromm hat diesen Prozess in den letzten Jahren nicht nur begleitet, sie hat ihn geführt. Daher freue ich mich, dass wir mit ihr eine kluge, erfahrene und engagierte Frau aus unserem Land für diese wichtige Führungsposition gewinnen konnten.“

Keine Kenntnisse über neue Cyber-Attacken

Berlin – Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf die jüngsten Warnungen aus den USA und Großbritannien vor neuen Cyber-Attacken reagiert. Dem Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) lägen derzeit keine neuen Erkenntnisse aus Deutschland vor, hieß es am Mittwoch in einer Sitzung des Bundestagsausschusses für Digitale Agenda unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Hansjörg Durz (CSU). Insbesondere gebe es gegenwärtig keine neuen Hinweise, dass Geräte in der Bundesverwaltung betroffen seien.

Ob die jüngsten Warnungen zu Cyber-Angriffen doch für Deutschland zutreffen könnten, werde im Cyber-Abwehrzentrum des BSI weiter untersucht. Es lägen keine Erkenntnisse darüber vor, dass es sich um einen bestimmten Angreifer handeln könne.

Die neuerlichen Warnungen enthielten technisch nichts Neues, was nicht schon länger bekannt gewesen sei. Nach der Aufdeckung der Cyber-Angriffe von 2015 seien die Schwachstellen vor allen in alten, schlecht gewarteten Systemen ausgemacht worden. Davor sei in den Jahren 2016 und 2017 mehrfach gewarnt worden. Inzwischen sei von allgemeinen Warnungen auf individuelle Ansprache zu möglichen Zugriffen auf Netzkomponenten wie Router, Switches oder Firewalls übergegangen worden.

Zudem befasste sich der Ausschuss mit möglichen Manipulationen und Datenverstößen in sozialen Netzwerken. Der Umfang des illegalen Umgangs mit Daten, wie er beim Cambridge-Analytica-Skandal offenbar wurde, sei umfangreicher, als bisher angenommen. In Wirklichkeit stehe die Tür weit offener. Auf Unverständnis stieß die Aussage von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass sein Unternehmen mehrere Jahre brauchen werde, um den Datenschutz zu verbessern. In solchen Branchen seien schließlich Jahre geradezu eine Ewigkeit.

Die Bundesregierung will die Nutzer verstärkt darüber informieren, wie sie sich in den Einstellungen besser gegen unerwünschten Umgang mit ihren Daten schützen können. Dazu werde eine Aufklärungsoffensive zu Nutzerrechten angestoßen, bei der auch konkrete Musterschreiben angeboten würden. Verwiesen wurde auf die am 25. Mai in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung, die zu einer weitgehenden Vereinheitlichung des Datenschutzrechtes besondere beim Schutz persönlicher Daten führen werde. Es handle sich um ein scharfes Instrument.

Im Ausschuss wurden insbesondere Forderungen nach mehr Transparenz der Unternehmen laut. Aus Sicht des Datenschutzes sollte es denn auch eine Stelle geben, die die Algorithmen überprüft, die von Firmen wie Facebook, Twitter oder WhatsApp verwandt würden. Zwar sei richtig, dass es dabei auch um Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse gehe, weshalb für die Kontrolle eine neutrale Stelle vonnöten sei. Dies sei unerlässlich, hieß es auch mit Blick auf das autonome Fahren. Rechtzeitig müsse geklärt und geregelt werden, was die Black Box in solchen Fahrzeugen erfasse.

Prof. Simon Hegelich von der Hochschule für Politik sagte den Ausschussmitgliedern, seiner Meinung nach sei die letzte Bundestagswahl nicht mittels sozialer Netzwerke manipuliert worden. Generell habe sich die Kommunikationsstruktur radikal verändert, was auch zu einer ziemlichen Veränderung der Demokratie führen werde. Immer mehr Menschen, insbesondere Jüngere, nutzten das Netz, um sich über das politische Geschehen zu informieren.

Rostock wirbt zum Doppeljubiläum erfolgreich in Berlin

Berlin – Rund 350 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien kamen in die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, um an einem Empfang aus Anlass des Doppeljubiläums „800 Jahre Stadt Rostock – 600 Jahre Universität Rostock“ teilzunehmen. Begrüßt wurden sie durch ein Ehrenspalier der Rostocker Stadtsoldaten. Der Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Roland Methling, und die Bevollmächtigte des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund, Staatssekretärin Bettina Martin hatten gemeinsam zu diesem Rostock-Abend an der Spree eingeladen.

Staatssekretärin Martin betonte in ihrer Begrüßung die positive Entwicklung Rostocks: „Rostock im Jahr 2018 – das ist eine lebendige, eine vielfältige, lebenswerte und nicht zuletzt wirtschaftlich erfolgreiche Stadt. Rostock nutzt das Doppeljubiläum, um in diesem und im nächsten Jahr überregional auf diese Erfolgsgeschichte der Stadt aufmerksam zu machen. Mit dieser gemeinsamen Veranstaltung läuten wir das Jubiläumsjahr nun auch in der Bundeshauptstadt ein.“ Die Bevollmächtigte stellte u.a. einige von der Landesregierung geförderte aktuelle Projekte wie das neue Archäologische Landesmuseum, das Polarium im Zoo Rostock und das in diesem Jahr erstmals stattfindende Rostock-Cruise-Festival vor. Die Bevollmächtigte betonte: „Solch ein Jubiläum ist ein schöner Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken – ich freue mich sehr, dass Rostock sich hier in Berlin mit allen seinen großen Potenzialen vorstellt.“

Auch Oberbürgermeister Methling betonte die Vielfalt der Möglichkeiten in der Hanse- und Universitätsstadt am Meer: „Rostock lädt ein und unterstreicht mit beiden Jubiläen nicht nur seine Wurzeln, sondern auch die Potenziale der Hanse- und Universitätsstadt für die Zukunft. Immer, wenn der freie Austausch von Waren und Wissen gewährleistet war, ging es Rostock gut. Nicht nur für die Berlinerinnen und Berliner ist die Küstenstadt immer ein spannendes Wochenend-Ziel, sondern – ganz im Sinne der Traditionen – auch für Gäste aus dem ganzen Ostseeraum.“

Mit nach Berlin gekommen waren weitere Botschafterinnen und Botschafter der Stadt. Darunter Tourismusdirektor Matthias Fromm und Geschäftsführer Christian Weiß von Rostock Business. Die Gründerinnen und Gründer der Start-Ups MediTex und Tweedback stellten ihre Geschäftsideen vor und lobten das innovationsfreundliche Klima Rostocks. Die Funktionen der an der ursprünglich an der Uni Rostock entwickelten Feedback-App Tweedback konnten die Gäste des Abend sogleich im freien WLAN-Internet der Landesvertretung mit einem Rostock-Quiz auf die Probe stellen.

Auch nach der Veranstaltung bleibt das Doppeljubiläum im Berliner Stadtbild präsent. Noch mehrere Wochen werben an der Glasfassade der Landesvertretung weithin sichtbar zwei Großplakate für den Hansetag und das Rostocker Cruise Festival im Jubiläumsjahr.

6. Jagdbeirat heute durch Minister Backhaus berufen

Schwerin – Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, hat heute Abend die Mitglieder des Jagdbeirates der obersten Jagdbehörde für die nunmehr 6. Amtszeit berufen. Zugleich verabschiedete er die Jagdbeiratsmitglieder der abgelaufenen 5. Amtszeit.

Der Minister dankte den Mitgliedern des bisherigen Jagdbeirates „für die kompetente Arbeit als beratendes Gremium für mich und meine Mitarbeiter der obersten Jagdbehörde in den zurückliegenden fünf Jahren“. „Jedes einzelne Mitglied im Jagdbeirat hat zur Entwicklung des Jagdwesens in unserem Bundesland und teilweise darüber hinaus beigetragen“, sagte der Minister.

Den Vorsitz des 6. Jagdbeirates hat wiederum Christian Lange, Leiter des Forstamtes Friedrichsmoor, inne, der dem Gremium bereits seit zehn Jahren vorsteht. Daneben gehören dem Jagdbeirat 16 weitere Personen an, je zwei aus den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Landesjägerschaft, Jagdgenossenschaften, Gemeinden, Fischerei, Naturschutz und Veterinärwesen.

Für die Tätigkeit des Gremiums nannte Minister Backhaus beispielhaft die Beratung bei allen Maßnahmen zur Verbeugung des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), mit denen 2014 begonnen worden war, und die in das im Oktober 2017 aufgelegte 2-Millionen Euro-Sofortprogramm zur Schwarzwild-Reduzierung mündeten. „Inzwischen griffen andere Bundesländer unsere Erfahrungen auf und zogen nach“, so der Minister. Vom 1. Dezember 2017 bis zum 13. April 2018 hatte die Landesforstanstalt für bis dahin 20.380 Schwarzwildabschüsse und 1.326 Hundeeinsätze insgesamt 4.435 Anträge auf Aufwandsentschädigung aus dem Schwarzwildprogramm bearbeitet und 542.600 Euro ausgezahlt. Außerdem wirkte der Jagdbeirat beratend bei der Aufnahme von Rabenkrähe, Nebelkrähe, Elster, Nilgans und Nutria in das Jagdrecht sowie bei der zweckgebundenen Verwendung der Jagdabgabe mit.

Jagdbeiräte werden nach den Bestimmungen des Landesjagdgesetzes zur Beratung und Unterstützung in Angelegenheiten der jagdlichen Verwaltung für die Landkreise und kreisfreien Städte als untere Jagdbehörden sowie für das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt als oberste Jagdbehörde gebildet. Die Amtszeit der Jagdbeiräte beträgt fünf Jahre.

Während der Vorsitzende des Jagdbeirates durch die oberste Jagdbehörde nach Anhörung der Landesjägerschaft berufen wird, werden die weiteren Beiratsmitglieder jeweils auf Vorschlag der Fachverbände berufen. Für jeden Vertreter wird ein Stellvertreter benannt.

Der Jagdbeirat wird bei sämtlichen das Jagdwesen berührenden Rechtsetzungsvorhaben, wie z. B. Änderung des Landesjagdgesetzes, Erlassen einer Jagdverordnung oder Verwaltungsvorschrift durch das Ministerium um Stellungnahme gebeten. Darüber berät der Jagdbeirat das Ministerium bei der Durchführung von Projekten zur Förderung des Jagdwesens, die unter anderem aus Jagdabgabemitteln, einer Sondersteuer der Jägerscheininhaber, finanziert werden. Der Jagdbeirat hat darauf zu achten, dass die Mittel dieser Sondersteuer auch hundertprozentig entsprechend ihrer Zweckbindung verwendet werden.

Schwesig: Ostländer fordern Unterstützung für strukturschwache Regionen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich zufrieden mit den Gesprächen auf der Konferenz der Regierungschefs der ostdeutschen Länder gezeigt. „Wir haben gemeinsam gegenüber der Bundesregierung deutlich gemacht, dass der Osten weiter eine besondere Unterstützung braucht. In den 28 Jahren seit der Deutschen Einheit ist viel Positives entstanden. Aber wir haben nach wie vor Rückstand bei Wirtschaftskraft, Arbeitslosigkeit und Löhnen. Der Solidarpakt II läuft Ende 2019 aus. Dann brauchen wir ein neues Programm für strukturschwache Regionen“, sagte Schwesig im Anschluss an die Konferenz im sachsen-anhaltinischen Bad Schmiedeberg.

„Es geht nicht darum, Ost und West gegeneinander auszuspielen. Unser Ziel ist eine besondere Förderung strukturschwacher Regionen in Ost und West“, betonte Schwesig.

Eine gemeinsame Forderung der Regierungschefs sei, dass mehr Behörden und Einrichtungen des Bundes in den ostdeutschen Ländern angesiedelt werden. „Wir haben die Bundesregierung gebeten, die ostdeutschen Länder bei der Ansiedlung der neuen Infrastrukturgesellschaft, des Fernstraßenbundesamtes und des Kompetenzzentrums für Holz zu berücksichtigen. Für das Kompetenzzentrum wäre Mecklenburg-Vorpommern ein sehr guter Standort.“

Gesundheitspreis in Schwerin vergeben

Schwerin – Die Preisträger für den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 stehen fest. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat gemeinsam mit der Ärztekammer und der AOK Nordost vier Auszeichnungen in Schwerin übergeben. „Der Preis macht in besonderer Weise auf ein sensibles und immer bedeutender werdendes Thema aufmerksam. Familien brauchen Unterstützung durch Projekte, die das gemeinsame Leben erleichtern. Dabei helfen oft auch kleine Ideen, Großes im Alltag für die Betroffenen zu erleichtern“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph vor Ort. „Trotz und mit ihrer chronischen Erkrankung sollen Kinder ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft finden. Dazu müssen sie bestmögliche Unterstützung erfahren und lernen, mit ihrer Krankheit zu leben“. Mit der Auszeichnung werden Projekte und Initiativen gewürdigt, die betroffene Familien aktiv dabei unterstützen, selbstständig und selbstbewusst ihren Alltag zu meistern.

Bereits zum dritten Mal hat die Selbstverwaltung der AOK Nordost zusammen mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern ausgeschrieben. Der Wettbewerb stand unter dem Motto: Damit können wir leben! Unser Beitrag für chronisch kranke Kinder und deren Eltern. Die Auszeichnung, die seit dem Jahr 2013 alle zwei Jahre vergeben wird, steht unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Harry Glawe. Sie ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Eine fachkundige Jury hat unter den elf Bewerbern vier Preisträger ausgewählt, die mit ihren Ideen und Netzwerken beispielgebend auf die Bedürfnisse von erkrankten Kindern und deren Familien eingehen. Es werden die Projekte der Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock, der Elternkreis drogenabhängiger und drogengefährdeter Jugendlicher in Rostock, die Pro-Fil Kindernachsorge gGmbH in Schwerin sowie das Sozialpädiatrische Zentrum Vorpommern in Greifswald unterstützt (siehe „Preisträger im Kurzportrait“).

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph forderte vor Ort eine stärkere Sicherung der spezialärztlichen Versorgung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher. Er kündigte im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz im Juni einen entsprechenden Antrag an, der genau diese Thematik aufgreift. „Dabei geht die Forderung dahin, neue ambulante Möglichkeiten zur Leistungserbringung für kinder- und jugendmedizinische Zentren an Krankenhäusern zu eröffnen, die über die erforderliche Expertise verfügen. Eines steht aber für mich fest: Gerade chronisch kranke Kinder brauchen unsere Unterstützung und erreichbare hochqualifizierte Behandlungsmöglichkeiten gehören dazu“, erläuterte Rudolph abschließend.

Die Preisträger im Kurzporträt

Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock

Die Kinderfördertagesstätte „Gänseblümchen“ in Rostock erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro für ihr Projekt „Musik verbindet, motiviert und schlägt Brücken“. In der spezialisierten Kita werden schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder betreut, darunter auch Kinder mit chronischen Erkrankungen. Im Musikprojekt können Kinder Musik wahrnehmen, ausprobieren und erkunden. Die musikalische Früherziehung erfolgt im vierten bis sechsten Lebensjahr, fördert neben den musischen auch die psychomotorischen Fähigkeiten und kann für Kinder und Eltern eine therapeutische Wirkung entfalten. In der Betreuung durch ein interdisziplinäres Team werden verschiedene musikalische Projekte in Gruppen- und Einzelförderung umgesetzt. Das Musikprojekt mit seinem interkulturellen Ansatz fördert ganzheitliches Erleben und ist gut zum Nachahmen geeignet.

Elternkreis drogenabhängiger und drogengefährdeter Jugendlicher in Rostock

Die Selbsthilfegruppe Elternkreis drogengefährdeter und drogenabhängiger Jugendlicher Rostock erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro. Das Modellprojekt zur Selbsthilfe und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung von Eltern und Angehörigen drogenabhängiger und gefährdeter Jugendlicher und junger Erwachsener schließt in vorbildlicher Weise den Kreis zwischen den betroffenen Patienten, Therapeuten und Eltern. Die Initiative führt regelmäßig Eltern-Patienten-Gespräche in einer Suchtklinik durch, organisiert gemeinsame Wanderungen, Grillfeste und Adventsfeiern. Ein wichtiges Anliegen der Gruppe ist es, ihre Erfahrungen öffentlich zu teilen und weiterzugeben. So helfen sie Menschen in ähnlicher Lage, ihre familiäre Situation aktiv anzugehen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Therapeuten, Notaufnahmeeinrichtung, Jugendamt und Polizei wird systematisch weiterentwickelt.

Pro-Fil Kindernachsorge gGmbh in Schwerin

Den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 9.000 Euro erhält die Pro-Fil Kindernachsorge gGmbH beim Sozialpädiatrischen Zentrum Mecklenburg in Schwerin mit ihrem Projekt „Begleitung von Geschwisterkindern“. Im Sozialpädiatrischen Zentrum werden seit 2007 jährlich 300 Kinder bis zum 14. Lebensjahr beim Übergang von der stationären zur häuslichen Betreuung begleitet, darunter zahlreiche Frühgeborene sowie Kinder mit onkologischen Erkrankungen, Herzfehlern und Brandverletzungen. Mit dem Projekt „Begleitung von Geschwisterkindern“ chronisch kranker Kinder will die Pro-Fil Kindernachsorge nun neue Wege bei der Nachbetreuung von Familien gehen. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen die Geschwisterkinder. Regelmäßige Beratungsangebote und Geschwistertage sollen das Risiko psychischer Auffälligkeiten bei Geschwisterkindern verringern und die Kommunikation zwischen der Familie und den Experten des Sozialpädiatrischen Zentrums verbessern.

Sozialpädiatrisches Zentrum Vorpommern in Greifswald

Das Projekt „Fahrtwind“ des Sozialpädiatrischen Zentrums Vorpommern in Greifswald erhält den Gesundheitspreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 über 3.000 Euro. Das Zentrum betreibt seit 1998 einen Sportverein, der auch sozial schwachen Familien offensteht. In der Segelgruppe „Fahrtwind“ in Kooperation mit dem Greifswalder Segelverein werden adaptive und soziale Fähigkeiten im Rahmen einer Trainingswoche befördert, detaillierte Ziele festgelegt und die Ergebnisse bewertet. So fördert das Projekt Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und psychischen Erkrankungen. Die Kinder lernen ihren Alltag selbstständig zu gestalten. Sie bauen Ängste ab, verbessern ihre Koordination und entwickeln Sozialkompetenz. In Kooperation mit der Kommune, dem Land, Sportvereinen und Sponsoren wird das Projekt langfristig weiterentwickelt. Das übertragbare Projekt wurde in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift vorgestellt.

Länderübergreifende Abiturprüfungen beginnen

Bildungsministerin Hesse wünscht Schülerinnen und Schülern viel Erfolg

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern beginnen am Freitag, 20. April 2018, an 92 staatlichen und freien allgemein bildenden Schulen die zentralen und länderübergreifenden Abiturprüfungen. In diesem Schuljahr können ca. 5.300 Schülerinnen und Schüler im Land das Abitur ablegen. Den Anfang machen die Prüfungen im Fach Englisch. Die Französisch-Prüfungen folgen am Mittwoch, 25. April 2018, die Deutsch-Prüfungen am Freitag, 27. April 2018 und die Mathematik-Prüfungen am Mittwoch, 2. Mai 2018. An Gymnasien und Gesamtschulen erreichen die Schülerinnen und Schüler das Abitur nach der Jahrgangsstufe 12, an Abend- und Fachgymnasien nach der Jahrgangsstufe 13.

„In den nächsten Tagen steigt die Anspannung bei den Schülerinnen und Schülern. Das kann ich gut verstehen, wenn ich an mein eigenes Abitur zurückdenke“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Ich hoffe, dass die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet sind und die Abiturprüfungen gut meistern. Ich wünsche ihnen gutes Gelingen und viel Erfolg. Den Ländern stehen in diesem Jahr zum zweiten Mal Aufgaben aus dem gemeinsamen Aufgabenpool für die Abiturprüfungen zur Verfügung. Dieser Pool ist für ein deutschlandweites vergleichbares Abitur wichtig. Mit gemeinsamen Abituraufgaben haben wir in Mecklenburg-Vorpommern allerdings schon zuvor gute Erfahrungen gemacht“, betonte Hesse.

Für ein länderübergreifendes Abitur hatte sich Mecklenburg-Vorpommern bereits vor einigen Jahren mit anderen Ländern zusammengetan: Seit dem Jahr 2014 zählt der Nordosten zu den Ländern, in denen die Schülerinnen und Schüler bei den Abiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erstmals einige identische Aufgaben bzw. Aufgabenteile lösen. Mit dabei waren auch Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein, seit 2015 Brandenburg mit der Prüfung im Fach Deutsch.

Der gemeinsame Aufgabenpool der KMK für das Abitur ist ein Fundus an Abiturprüfungsaufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Die Aufgaben basieren auf den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für die Allgemeine Hochschulreife. Die Bildungsstandards werden seit 2014 in den gymnasialen Oberstufen aller Länder verbindlich umgesetzt. Erstellt werden die Aufgaben in gemeinsamer Arbeit durch Fachreferenten der 16 Länder in enger Kooperation mit dem Institut für Qualitätsentwicklung Berlin (IQB).

Paketversand in der EU wird billiger

Brüssel – Eine weitere Schranke im europäischen Binnenmarkt ist gefallen: Der Paketversand von einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen wird in Zukunft transparenter und erschwinglicher. Das Europäische Parlament wird heute (Mittwoch) den Vorschlag der EU-Kommission für die grenzüberschreitende Zustellung von Paketen unterzeichnen. „Nur wenige Wochen nach der Verabschiedung unseres Vorschlags gegen ungerechtfertigtes Geoblocking halten wir unser Versprechen, das Einkaufen im Internet erschwinglicher zu machen und einen digitalen Binnenmarkt zu schaffen, wieder ein“, sagte Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission und zuständig für den digitalen Binnenmarkt.

Die neue Verordnung wird es Verbrauchern und Unternehmen, insbesondere KMU, ermöglichen, Produkte und Dienstleistungen in der gesamten EU einfacher und sicherer online zu kaufen und zu verkaufen. Untersuchungen hatten beispielsweise ergeben, dass die öffentlichen Preise, die Anbieter für grenzüberschreitende Leistungen verlangten, oft drei -bis fünfmal höher als die entsprechenden Inlandstarife waren.

Elżbieta Bieńkowska, Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, erklärte: „Grenzüberschreitende Paketdienste sind für den elektronischen Geschäftsverkehr unerlässlich und ein gutes Beispiel dafür, wie der Binnenmarkt für Unternehmen und Bürger funktionieren kann. Indem wir die Preistransparenz erhöhen und die Regulierungsaufsicht verbessern, beseitigen wir die Hindernisse, denen sich die Menschen beim Online-Einkauf gegenübersehen, und tragen dazu bei, einen echten Binnenmarkt zu schaffen.“

Die Verordnung über die Zustellung von Paketen ist eine von drei Säulen der Bemühungen der Kommission, den elektronischen Geschäftsverkehr in der EU zu fördern, zusammen mit den bereits verabschiedeten Vorschriften über ungerechtfertigtes Geoblockierung und Verbraucherschutz. Die Verordnung tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft und gilt ab 1. Januar 2019 in vollem Umfang.

Rügenlinie erneut an PRESS vergeben

Insel Rügen – Die Linie RB 26 Bergen auf Rügen und Lauterbach Mole wird nach der Beauftragung 2009 erneut an die Eisenbahn-Bau-und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (PRESS) vergeben. Die PRESS als Bestandsbetreiber hat im Vergabeverfahren das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt. Die Zuschlagserteilung ist heute (18.04.2018) erfolgt. Damit ist die Fortführung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Rügenlinie für die Laufzeit von Dezember 2018 bis Dezember 2027 vertraglich gesichert.

„Der neue Verkehrsvertrag enthält vor allem für die Schüler und Pendler auf der Insel einige Verbesserungen. Die Linie wird künftig ganzjährig zu den Hauptverkehrszeiten und am Nachmittag im Stundentakt statt im Zweistundentakt bedient. Dies kommt Einheimischen und Touristen gleichermaßen zugute“, sagt Verkehrsminister Christian Pegel. „Zudem können wir, nach dem erfolgreichen Start des WLAN-Piloten auf der Strecke zwischen Rostock und Sassnitz/Binz, nun auch auf der Rügenlinie den Reisenden WLAN im Zug anbieten“, so Pegel weiter.

Diese Verbesserungen waren auf Grundlage eines Gutachtens in die Vergabeunterlagen aufgenommen worden, welches das Land im Vorfeld der Ausschreibung beauftragt hatte. Insgesamt wird das Land auf der Rügenlinie über eine Vertragslaufzeit von neun Jahren mit knapp 98.000 Zugkilometern jährlich rund 10.000 Kilometer pro Jahr mehr als bisher bestellen.

„Wir sind stolz auf die Beauftragung und möchten die sehr gute Qualität unseres Angebots weiter ausbauen.“ freut sich Kay Kreisel, Geschäftsführer der PRESS. „Der bewährte Triebwagen präsentiert sich in frischer Optik und weist auf die Zubringerfunktion zur Schmalspurbahn „Rasender Roland“ hin. Auch der historische Fahrzeugeinsatz bleibt als echtes Zugpferd im Marketing erhalten.“

Die durch die Landesregierung beauftragte Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) schreibt die Verkehrsnetze des Schienenpersonennahverkehrs regelmäßig europaweit aus. Aufgrund der sich überschneidenden Zeiträume der einzelnen Verkehrsverträge finden daher fortlaufend Planungen statt. Der aktuelle Verkehrsvertrag für die Rügenlinie läuft zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 aus.

Klimaprojekt ZENAPA: Minister wirbt für Paludikultur und Insektenschutz

Röbel – Der Anteil von Ackerbau und Viehzucht an den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland liegt derzeit bei rund 7,5 Prozent. Im Jahr 2015 beliefen sich die Gesamtemissionen aus dem Ackerland auf ca. 14.900 Tausend Tonnen CO2-Äquivalente. Diese Zahlen nannte Landwirtschafts- und Umweltminster Dr. Till Backhaus heute auf der Jahreskonferenz des EU-LIFE-IP-Projektes ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas) der Akademie für Nachhaltige Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern in Bollewick bei Röbel. Das Projekt verbindet Klima- und Artenschutz; die Tagung widmet sich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit u.a. den Themen Ernährung, Energiegewinnung, Mobilität oder Tourismus.

„Etwa 77 Prozent der Treibhausgas-Emissionen aus dem Bereich der Ackerlandbewirtschaftung stammen aus ackerbaulich genutzten Mooren. Das gilt auch für MV: Trockengelegte Moore stellen mit mehr als 6 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalenten die größte Treibhausgasquelle des Landes dar“, erläuterte Dr. Backhaus. Demgegenüber erfordern die international vereinbarten Klimaschutzziele die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 90 Prozent.

Allerdings sei es nicht möglich, zugunsten des Klimaschutzes „Flächen in Größenordnungen einfach aus der Nutzung zu nehmen“, sagte Backhaus. „Vieles, was heute noch mit Hilfe fossiler Energieträger produziert wird, muss künftig mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe herstellgestellt werden. Der Nutzungsdruck auf die Flächen wird also weiter steigen“, argumentierte er.

Genau an diesem Punkt setze nachhaltige Entwicklung an. „Wir müssen Produktionsformen entwickeln, die die Treibhausgasemissionen senken, die aber dennoch Moore für den Anbau nutzbar lassen und die Artenvielfalt erhalten“, sagte der Minister. Mit der in Zusammenarbeit mit Greifswalder Wissenschaftlern entwickelten Fachstrategie Paludikultur – der Landwirtschaft bei hohen, den Torf schonenden und damit den Treibhausgas-Ausstoß reduzierenden Wasserständen – habe das Land Ende 2017 bereits einen Meilenstein zur nachhaltigen Nutzung vormals trockengelegter und später wiedervernässter Moore gesetzt. „Als erstes Bundesland haben wir mit der Fachstrategie Paludikultur dargestellt, welche Kulturen für unser Land relevant sein können, welches ökonomische Potential sie haben und welche Emissionsminderungen durch ihren Anbau möglich sind“, so Backhaus. „Wir sind damit auf einem sehr guten Weg, unsere Landwirtschaft an den Klimaschutzzielen auszurichten“.

Weiter stellte der Minister dar, dass Paludikulturen nicht nur für den Klimaschutz wichtig sind, sondern auch Lebensräume u.a. für Insekten bieten. Angesichts des dramatischen Rückgangs der Insektenzahl in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten müsse alles getan werden, um die Lebensbedingungen für Wildbienen und Insekten zu sichern. „75 Prozent der Pflanzen sind auf bestäubende Insekten angewiesen. Die Produktion eines Drittels aller Nahrungsmittel wäre ohne vorangegangene Insektenbestäubung nicht möglich. Die durch Insekten erbrachten Ökosystemleistungen liegen weltweit im dreistelligen Milliardenbereich. Nach Schätzungen der Experten entstünde ein Schaden von bis zu 300 Milliarden Euro pro Jahr, wenn es keine bestäubenden Insekten mehr gäbe“, so der Minister. Ein nächster Schritt, um die den Insektenschutz dauerhaft in Politik und Gesellschaft zu verankern, sei die Diskussion des Ministers mit der neuen Bundesumweltministerin, Svenja Schulze, und mit Agrarvertretern auf einem Parlamentarischen Abend in Berlin am morgigen 19. April.