Abends in die Schule!

Abend der offenen Schule in Gingst mit Schülerband KALLM und Stabheuschrecken-Selfies

Insel Rügen – Zu einem herbstlichen „Abend der offenen Schule“ lädt die Regionale Schule mit Grundschule Gingst am Freitag, dem 25. Oktober 2019 ein. Dann erleben alle Eltern, ehemalige Schüler und Gäste zwischen 17 und 20 Uhr all das, was den schulischen Alltag aus- und schöner macht.

Alle Eltern und Schüler der künftigen 1. und 5. Klassen haben dann die Möglichkeit, sich über das Schulprofil, die Lernangebote und das Alltagsleben der beiden Schulformen zu informieren. In der Mensa finden die zwei Informationsveranstaltungen statt: um 16 Uhr beginnt diese für die Eltern der neuen 1. Klassen und um 18.30 Uhr die Runde für die zukünftigen 5. Klassen. Dabei nutzen die Eltern und Erziehungsberechtigten zugleich die Möglichkeit der Anmeldung, die in der Grundschule bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein muss.

Für alle Besucher wird ein buntes Programm mit Spiel, Spaß und Spannung angeboten, das in diesem Jahr wiederum vom SSV 09 Gingst e. V., dem schuleigenen Förderverein, unterstützt wird. Dazu gehören eine Tombola, ein Bücher- und Flohmarkt und die verschiedenen Bastelstationen in der Grundschule. Die modernen Lernräume und Unterrichtsmaterialien der neuen Schule können ansehen werden.

Die Regionalschullehrer regen die jungen Gäste zum Experimentieren, Bauen und Werkeln an. So entstehen Magnetfiguren, bemalte Gipsmodelle, Stabheuschrecken-Selfies oder lebende Pyramiden. In anderen Räumen bekommen sie Einblicke in die Welten von Steinzeit-Historikern, Puzzle-Geologen oder Web-Informatikern.

Ein Höhepunkt des Abends wird die hauseigene Schülerband KALLM sein, die mit neuen Songs ab 17.30 Uhr in der Turnhalle auftritt. Der Schulverein beendet auf dem Schulhof mit Würstchen und Punsch die Grillsaison des Jahres. Die Schülerfirma sorgt in der Halle für das leibliche Wohl der Besucher.

Alle interessierten Gingster und Gäste sind herzlich eingeladen, um sich auch über die Arbeit des Schulfördervereins zu informieren und diesen durch eine Mitgliedschaft oder Spenden zu unterstützen. Auf der Homepage www.schulegingst.de finden Sie weitere Informationen. Nachfragen sind telefonisch unter 03 83 05 4 39 möglich.

Neues AIDA-Kreuzfahrtschiff

Warnemünde – Heute hat in Rostock-Warnemünde auf der NEPTUN WERFT die Kiellegung des neuen AIDA-Kreuzfahrtschiffes, das zu 100 Prozent mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betrieben werden kann, stattgefunden. Das künftige Herzstück des Schiffes bildet ein komplett ausgerüstetes Maschinenraummodul – eine sogenannte Floating-Engine-Room-Unit (FERU) – gefertigt auf der NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde.

„Mit der Kiellegung ist ein entscheidender Schritt für ein neues AIDA-Kreuzfahrtschiff vollendet. Mit dem Bau der Maschinenraummodule in Rostock investiert AIDA Cruises direkt in die regionale Zusammenarbeit. Zulieferer aus Mecklenburg-Vorpommern haben dazu einen großen Anteil beigetragen. So wird künftig Qualitätsarbeit aus dem Land über die Weltmeere reisen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die NEPTUN WERFT ist in den Bereichen See- und Binnenschiffbau sowie Großsektionsbau tätig und hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Spezialwerft für den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen entwickelt. Das zweite Standbein des Unternehmens ist die Fertigung von komplett ausgerüsteten Maschinenraummodulen für den Bau von Kreuzfahrtschiffen.

In den bis zu 140 Meter langen, 38 bis 46 Meter breiten und 16 Meter hohen schwimmfähigen FERUs sind auf vier Decks sämtliche Antriebs- und Versorgungssysteme installiert, von den Motoren über Stromaggregate, Heizungs- und Klimatechnik bis hin zu den Tanks für LNG. Für die Maschinenraummodule der drei AIDA Kreuzfahrtschiffe liefert die ebenfalls in Rostock-Warnemünde ansässige Caterpillar Motoren Rostock GmbH die Antriebsmotoren zu. Diese sogenannten Dual-Fuel-Motoren können sowohl mit LNG als auch mit Schiffsdiesel betrieben werden.

„AIDA Cruises ist bereits heute mit Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft aus unserem Bundesland Forschungs- und Entwicklungspionier auf dem Gebiet alternativer Antriebstechnologien zu einer emissionsneutralen Kreuzschifffahrt. Auch die Universität Rostock ist neben weiteren Zulieferern in dieses technologische Netzwerk eingebunden. Das stärkt den maritimen Standort Mecklenburg-Vorpommern und sichert Arbeitsplätze“, sagte Glawe.

Derzeit sind nach Unternehmensangaben auf der Werft und dem Tochterunternehmen, der Neptun Logistik GmbH (Transport- und Logistikdienstleistungen für den Firmenverbund), 670 Mitarbeiter und 54 Auszubildende tätig; einschließlich Zulieferer und Fremdfirmen werden bis zu 1.800 Personen auf dem Werftgelände beschäftigt. Aktuell entstehen in Rostock-Warnemünde sechs Flusskreuzfahrtschiffe für die Viking River Cruises AG.

Die Fertigung der FERUs erfolgt in einer neuen Schiffbauhalle, die eine Länge von rund 180 Metern, eine Breite von rund 65 Metern und eine Höhe von rund 58 Metern aufweist. Für die Entwicklung einer Fertigungslinie zum Bau von Maschinenraum-Modulen wurde der NEPTUN WERFT eine Förderung im Rahmen des Programms „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ (Innovationsförderung) in Höhe von 2,12 Millionen Euro gewährt. Bei dem Vorhaben des Bund-Länder-Programms trägt der Bund rund 1,41 Millionen Euro und Mecklenburg-Vorpommern rund 707.000 Euro.

„Die NEPTUN WERFT investiert kontinuierlich in den Standort und die technologischen Verbesserungen rund um den Schiffbau. So sind hochwertige Industriearbeitsplätze entstanden. Das Unternehmen ist ein gefragter Arbeitgeber für die gesamte Region und ein Motor der maritimen Industrie des Landes“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen, insgesamt ca. 11.500 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro ein industrieller Kern. Zum hiesigen Schiff- und Bootsbau zählen ca. 160 Unternehmen mit rund 6.500 Mitarbeitern.

In den sechs größeren Unternehmen, den MV WERFTEN in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock sind rund 3.600 Mitarbeiter und rund 360 Auszubildende beschäftigt (Stand 30.09.2019). Zum Schiff- und Bootsbau kommen maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren, mit etwa 140 Unternehmen und ca. 5.000 hochwertigen Arbeitsplätzen hinzu.

Feierliche Immatrikulation an der Uni Greifswald

Greifswald – Zum Start des Wintersemesters 2019/2020 hat Wissenschaftsministerin Bettina Martin die Studienfängerinnen und Studienanfänger an der Universität Greifswald offiziell begrüßt. Mit ihrer Wahl für den Studienort Greifswald hätten die Erstsemester die richtige Entscheidung getroffen, sagte sie bei der traditionellen Immatrikulationsfeier. Greifswald zähle heute mit seinem hohen Anteil an Studierenden trotz seiner langen Geschichte zu den „jüngsten Städten“ Deutschlands. „Damit es so bleibt, ist es gut, dass sie da sind“, so Martin bei der Feierstunde im Dom St. Nikolai.

„Wenn ich zurückblicke auf meine eigene Studienzeit vor vielen Jahren, dann kann ich sagen, dass sie für mich nicht nur eine sehr schöne, sondern vor allem auch eine sehr wichtige Zeit war. Endlich war ich frei zu lernen und zu studieren in einer Tiefe, die ich bis dahin nicht gekannt hatte“, sagte Martin in ihrem Grußwort. „An der Universität Greifswald gibt es dafür gute Voraussetzungen. Den Studierenden steht hier ein gut aufgestelltes Team von Lehrenden zur Seite und das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden ist hervorragend.“

Die Wissenschaftsministerin warb auch dafür, nach dem Studienabschluss in Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben: „Wir brauchen neue Ideen, neue Produkte und Dienstleistungen, z. B. in den Bereichen Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, Energie, Medizin und Gesundheitsökonomie. Das Land hat einen hohen Bedarf an technisch und wirtschaftlich gut ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen. Wir brauchen Praktikerinnen und Organisatoren, Konstrukteurinnen und Manager, die bei uns ihre Vorstellungen von einer besseren Zukunft in die Praxis umsetzen wollen.“

Besonderheiten aus Mecklenburg-Vorpommern

„Hat sonst keiner“ – 161 Besonderheiten aus Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt

Schwerin – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Montag in Schwerin eine neue Imagebroschüre des Landes präsentiert, die von Prof. Dr. rer. pol. Norbert Zdrowomyslaw mit Studierenden der Hochschule Stralsund erstellt wurde. Unter dem Titel „Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten – attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort“ finden sich unter anderem außergewöhnliche Unternehmen, touristische Attraktionen und kulturelle Angebote. Die Abkürzung „HSK“ steht für „hat sonst keiner“.

„Mit großem Engagement haben die Autoren eine Standort- und Imagebroschüre entwickelt, die die Vielfältigkeit, Attraktivität und Einmaligkeit von Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Ziel ist, Mecklenburg-Vorpommern als ein attraktives Land zum Leben, zum Arbeiten und zum Urlaub machen darzustellen. In lesenswerter Weise ist eine gelungene Auswahl der landestypischen Alleinstellungsmerkmale entstanden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Autoren der Studie sind Prof. Dr. Zdrowomyslaw sowie einige Studierende der Hochschule Stralsund, die in der Broschüre 161 Besonderheiten Mecklenburg-Vorpommerns sichtbar machen. Diese wurden in die drei Kategorien „Natur und Infrastruktur“, „Kultur und Freizeit“ und „Wissenschaft und Wirtschaft“ eingeteilt und zugeordnet. „Die Broschüre, die sowohl den Charakter eines Standortatlasses und gleichzeitig eines Reiseführers für Mecklenburg-Vorpommern aufweist, zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern neben der Schönheit seiner Natur weit mehr zu bieten hat. Unser Land ist ein guter Standort zum Studieren, Forschen, Investieren, Arbeiten und Leben“, sagte Rudolph.

Die Broschüre ist ein Zwischenresultat des Projektes „Standort- und Mittelstandsoffensive Mecklenburg-Vorpommern unterstützen“. Ziel des Forschungsvorhabens der Hochschule Stralsund ist die Erstellung einer Situationsanalyse der Branchen-, Unternehmens- und Netzwerkstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern. Die entstehende Studie soll die Wirtschaftsstruktur des Landes quantitativ und qualitativ analysieren und damit eine fundierte Basis für Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Wirtschaft darstellen.

So sollen die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes gesteigert und Kooperationsmöglichkeiten der regionalen Akteure transparenter gemacht werden. Dabei wird auch untersucht werden, welche Konzepte, Instrumente und Maßnahmen für die ländlichen Gestaltungsräume wirksam sein könnten. Aus dem Strategiefonds des Landes wird die zweijährige Maßnahme in Höhe von 150.000 Euro unterstützt.

„Die Bereitschaft von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren, muss noch stärker geweckt und zum Erfolg geführt werden. Das gelingt durch intensives Werben auf Messen und durch die konkrete Investorenansprache im Ausland. Wir müssen dabei weiter vorankommen, auch trotz der international teilweise nicht einfachen Lage. Die Broschüre kann dabei als Marketinginstrument sicher hilfreich sein“, sagte Rudolph.

„Die in der Broschüre genannten Beispiele unternehmerischen Schaffens sind Ausdruck für die wirtschaftlich gute Situation im Land. In Mecklenburg-Vorpommern sind viele neue Unternehmen und Arbeitsplätze entstanden, im Verarbeitenden Gewerbe, im Handwerk, Tourismus oder in der Gesundheitswirtschaft. Aber: Wichtige Themen für uns bleiben weiterhin die Stärkung der Industrie, der Ausbau der Gesundheitswirtschaft, die Erhöhung der Markt- und Exportfähigkeit der Unternehmen sowie das intensive Werben um Investoren“, sagte Rudolph.

Im ersten Halbjahr 2019 ist die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt/BIP) in Mecklenburg-Vorpommern weiter gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Amtes um 1,5 Prozent (Bundesdurchschnitt: + 0,4 %; Durchschnitt der neuen Länder ohne Berlin: +0,4 %). Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich verbessert.

Im September 2019 wurde die niedrigste Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung erreicht. Nach Angaben der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit waren im September 53.100 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 5.600 weniger als im Vorjahresmonat (-9,5 Prozent). Das entspricht aktuell einer Quote von 6,5 Prozent (Vorjahresmonat September 2018: 7,2 Prozent).

Jüdische Gemeinden in M-V

Nach dem Angriff von Halle (Saale) versichert Ministerin Katy Hoffmeister den jüdischen Gemeinden: „Wir stehen für eine friedliche Religionsfreiheit“

Rostock – „Die tiefe Betroffenheit über den Angriff auf die Synagoge und die Todesschüsse von Halle muss uns Ansporn sein, entschlossener gegen Antisemitismus vorzugehen. Die Landesregierung steht fest an der Seite der jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern. Denn Antisemitismus hat in Deutschland nichts zu suchen. Nie wieder! Wir haben eine besondere Verantwortung, das sicherzustellen. Wir wollen, dass Juden ihre Religion in Sicherheit und Freiheit, angstfrei und offen ausüben können. Jüdisches Leben ist willkommen“, sagte Ministerin Hoffmeister beim Besuch der jüdischen Gemeinde in Rostock. Sie wird diese Woche auch die jüdische Gemeinde in Schwerin besuchen. Religionsangelegenheiten gehören zum Geschäftsbereich des Justizministeriums.

Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Rostock Juri Rosov, Justizministerin Katy Hoffmeister und Landesrabbiner Juri Kadnikov

„Wir stehen in Deutschland für eine friedliche Freiheit der Religionen. Ausgrenzung schafft Hass. Hass mündet in Gewalt. Beides hat in einer auf Toleranz ausgerichteten Demokratie keinen Platz. Folgerichtig werden wir demnächst einen Beauftragten für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern haben, der sich auch gezielt dem Kampf gegen Antisemitismus widmen wird. Ein entsprechender Kabinettbeschluss ist für Ende des Monats vorgesehen. Der Beauftragte wird dem Justizministerium zugeordnet werden“, so Justizministerin Hoffmeister weiter.

Bessere Bezahlung in der Altenpflege

Drese fordert auf Pflege-Unternehmertag bessere Bezahlung in der Altenpflege

Rostock – „Für eine gute und zukunftsfeste Pflege müssen wir an zwei Stellschrauben besonders intensiv drehen: die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufes sowie die Finanzierung der Pflegeversicherung.“ Sozialministerin Stefanie Drese hat auf dem Unternehmertag des Bundesverbandes ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen (bad) e.V. in Mecklenburg-Vorpommern sich für eine konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung der Pflegeoffensive ausgesprochen.

„Die eingeleiteten Maßnahmen für eine bessere Pflege werden nur erfolgreich sein, wenn die so wichtige Arbeit in der Pflege auch besser bezahlt wird“, sagte Drese in Richtung der Einrichtungsträger und -betreiber heute in Rostock. Gerade im Altenpflegebereich bestehe in Mecklenburg-Vorpommern mit Blick auf fast alle anderen Bundesländer noch ein erheblicher Nachholbedarf, so Drese. Mit dem Pflegelöhneverbesserungsgesetz stehe das Instrument für eine deutliche Lohnerhöhung der Beschäftigten in der Altenpflege zur Verfügung.

Als weitere wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation im Pflegebereich hob Ministerin Drese die Umsetzung der Pflegeberufereform auf Landesebene sowie die Einführung der Schulgeldfreiheit in Mecklenburg-Vorpommern für alle Jahrgänge bereits ab diesem Schuljahr hervor. „Auch eine Weiterbildung von Pflegehelfer*innen zu Fachkräften kann für eine deutliche Entspannung der Personalsituation sorgen“, betonte Drese. Hintergrund ist die hohe Anzahl von arbeitslosen Pflegehelfern. Laut Bundesagentur für Arbeit (2018) kommen auf 127 gemeldete Stellen 944 in MV arbeitslos gemeldete Pflegehelfer*innen.

Drese: „Eine deutlich bessere Entlohnung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf etwa durch intelligente Dienstplanmodelle und verbesserte Organisation, die generalistische Ausbildung zusammen mit vielen sinnvollen Maßnahmen der Konzertierten Aktion Pflege, wie etwa eine die Pflegenden entlastende Digitalisierung, weniger Bürokratie, mehr Fachkräfte aus anderen Staaten, werden bei konsequenter und bedachter Umsetzung nachhaltig für Verbesserungen sorgen.“

Ministerin Drese machte auf dem bad-Unternehmertag deutlich, dass angesichts der erforderlichen Maßnahmen und des fortschreitenden demografischen Wandels die derzeitige Finanzierung der Pflegeversicherung an ihre Grenzen stößt. „Völlig zurecht befindet sich die Pflegeversicherung derzeit auf dem Prüfstand. Ich habe mich da immer für eine ehrliche Debatte ausgesprochen. Wir können nicht nur Maßnahmen fordern, die zukünftig sehr viel Geld kosten werden, sondern wir müssen den Bürgerinnen und Bürgern auch klar sagen, wie das finanziert werden soll“, sagte Drese.

Drei Ansatzpunkte haben sich nach Aussage von Drese mittlerweile herauskristallisiert: Beitragssatzerhöhungen, Zuschüsse aus Steuermitteln und/ oder die Einführung der sogenannten Pflegevollversicherung. „Die Diskussion über die Finanzierung und Ausgestaltung der Pflegeversicherung wird deshalb ein beherrschendes Thema auch auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz Ende November sein“, kündigte Drese als diesjährige Vorsitzende an.

B 103: Knoten Evershagen wird erneuert

Rostock – Im Rahmen des Umbaus des Verkehrsknotens Evershagen im Zuge der Bundesstraße B 103 (Stadtautobahn) kommt es ab Mitte Oktober zu Einschränkungen der Verkehrsführung auf der Strecke. Auf der B 103 wird die Fahrbahndecke in Fahrtrichtung Rostock und zur A  20 erneuert.

Ab Montag, 21. Oktober 2019, wird die Fahrbahn in dieser Richtung auf eine Fahrspur eingeengt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte November. Währenddessen werden der Fahrbahnbelag erneuert, Schutzplanken neu gesetzt und Markierungs- und Fahrbahnbegrenzungsarbeiten durchgeführt.

Im Zuge der Arbeiten ist ein Linksabbiegen von der B 103 in die Jägerbäk nicht möglich. Die aus Richtung Warnemünde kommenden Verkehrsteilnehmer werden dann über das „Schutower Kreuz“ geleitet. Die Umleitung ist ausgeschildert.

Die gesamte Umgestaltung des Knotenpunkts Evershagen soll im Sommer 2020 abgeschlossen werden. Dann sollen die im Durchschnitt 55.000 Fahrzeuge, die täglich diesen Knoten passieren, ohne Lichtsignalanlagen und somit ohne verkehrssteuerungsbedingten Stopp von der Autobahn 20 nach Warnemünde bzw. andersherum durchfahren.

Die Kosten für den Umbau in Höhe von 13 Millionen Euro tragen der Bund und die Hansestadt Rostock.

Autofahrer werden um Verständnis für die dringend erforderlichen Bauarbeiten und die damit einhergehenden Verkehrseinschränkungen gebeten.

Generalstaatsanwältin ins neue Amt eingeführt

Justizministerin Katy Hoffmeister wünscht Christine Busse viel Erfolg und dankt Helmut Trost für zwölf Jahre im Amt des Generalstaatsanwalts

Rostock – An der Spitze der Generalstaatsanwaltschaft Rostock ist der Staffelstab offiziell übergeben worden. Justizministerin Katy Hoffmeister hat die neue Generalsstaatsanwältin Christine Busse offiziell ins Amt eingeführt. Gleichzeitig dankte sie Helmut Trost für zwölf engagierte Jahre an der Spitze der Generalsstaatsanwaltschaft Rostock.

„Sein berufliches Wirken war geprägt von Weitsicht und Pflichtbewusstsein. Seine Amtszeit begann mit der großen Herausforderung G8-Gipfel in Heiligendamm im Jahr 2007. Er forcierte später die Spezialisierung und enge Koordinierung mit anderen Sicherheitsbehörden zur Kriminalitätsbekämpfung. 2018 hat er die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus bei der Staatsanwaltschaft Rostock eingerichtet. Für seinen Ruhestand wünsche ich Helmut Trost alles Gute“, so Justizministerin Hoffmeister.

Seine Nachfolgerin im Amt, Christine Busse, war bei der Generalstaatsanwaltschaft für die Staatsschutzsachen sowie die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaften, Polizei und Verfassungsschutz des Landes im Bereich der Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität zuständig.

„Christine Busse entwickelte ein Konzept zur Einrichtung der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus. Sie hat den Aufbau dieser neuen Struktur begleitet und die Zentralstelle schließlich geleitet. So hat sich Christine Busse in den letzten fünf Jahren als Leitende Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft und ständige Vertreterin des Generalstaatsanwaltes bereits einen Namen gemacht. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Generalstaatsanwaltschaft in M-V und eine exzellente Juristin aus unserem Land mit einer eindrucksvollen beruflichen Karriere. Ich wünsche ihr viel Erfolg“, sagte die Ministerin zur feierlichen Amtseinführung.

Auftaktveranstaltung „Denkmalgespräche“

Fachleute begutachten am 23. Oktober 2019 das historische Giebelhaus in Parchim

Parchim – Das erste Denkmalgespräch führt am 23. Oktober 2019 von 15 bis 18 Uhr in das frühneuzeitliche Giebelhaus am Alten Markt in Parchim. Das laut Inschrift im Jahre 1604 errichtete Giebelhaus zählt zu den wertvollsten profanen Baudenkmalen im westlichen Mecklenburg.

Treffpunkt mit einführenden Fachbeiträgen ist ab 15 Uhr im Rathaus Parchim, Rathaussaal, Schuhmarkt 1 in 19370 Parchim. Im Anschluss führen Architekten und Denkmalpfleger durch das noch im Bau befindliche Giebelhaus.

Zur Diskussion stehen sowohl denkmalpflegerische als auch bauliche Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung des Projekts. Es soll über Konzeptfindung, Voruntersuchungen, Ausführung und Konsequenzen der laufenden Baumaßnahme mit Architekten, Bauherrn und Denkmalpflegern diskutiert werden. Denn das Gebäude wird aktuell zusammen mit dem anschließenden Nachbargebäude Marstall 1 und einem ergänzenden Neubau für die künftige Nutzung als barrierefreie Begegnungsstätte für die Lewitz-Werkstätten hergerichtet.

Durchgeführt wird die Auftaktveranstaltung „Denkmalgespräche“ von der Architektenkammer M-V gemeinsam mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V nach dem Vorbild erfolgreicher Formate in Berlin und Brandenburg. Das Fortbildungsangebot richtet sich speziell an Architekten, Ingenieure und Denkmalpfleger. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung unter: info@ak-mv.de.

Im Jahr 2020 sind bereits weitere Projektvorstellungen im Gespräch, zum Beispiel das ehemalige Gesellschaftshaus Stralsunder Straße 20 in Greifswald, die Schlossanlage Ivenack, die Altstadt von Dömitz sowie das Wohn- und Geschäftshaus, Mühlenstraße 1 in Güstrow. Die Termine für 2020 werden rechtzeitig auf den Webseiten der Kooperationspartner www.ak-mv.de und  www.kulturwerte-mv.de bekanntgegeben.

Dahlemann: Kleingärtner werden unterstützt

Torgelow – Der Kleingartenverein Spechtberg II e.V. in Torgelow bekommt am heutigen Samstag Besuch von Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann. Für die Erneuerung der Trinkwasserleitung in der Gartenanlage erhält der Verein aus seinen Händen einen Zuwendungsbescheid aus dem Vorpommernfonds in Höhe von 3.000 Euro.

„Kleingärten erfreuen sich in den letzten Jahren wieder zunehmender Beliebtheit. Das ist sehr schön, denn vor allem auch Familien mit Kindern wissen diese kleinen Naturparadiese zu schätzen. Selbst geerntetes Obst und Gemüse schmeckt doch immer noch am besten und regional ist eben die beste Wahl,“ sagte der Staatssekretär im Vorfeld. „Daher freue ich mich sehr, dass wir die Erneuerung der Wasserleitung aus Mitteln des Vorpommernfonds fördern können. Somit wird es auch in Zukunft möglich sein, gute Ernten zu erzielen und weiter Spaß am eigenen Garten zu haben,“ so Dahlemann.

Die Stadt Torgelow verfügt über eine große Anzahl von Kleingartenanlagen. Aktuell sind 13 Kleingartenvereine in der Stadt aktiv. „Die Landesregierung unterstützt unsere Kleingärtner. Naherholung und Naturschutz werden hier in Einklang gebracht“, sagt Dahlemann abschließend.

Handschreiben muss besser gefördert werden!

3. International Symposium on Handwriting Skills 2019 zu Ende gegangen

Berlin – Es ist mehr Förderung notwendig – entlang der gesamten Bildungskette von zu Hause, über Kita, Schule bis hin zur Ausbildung. Und: Die Digitalisierung wird das Handschreiben nicht verdrängen. Diese Ergebnisse brachte das „3. International Symposium on Handwriting Skills 2019“, das heute in Berlin zu Ende gegangen ist. In der Veranstaltung des Schreibmotorik Instituts und des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Schulverwaltung und Schulpraxis aus fünf europäischen Staaten das Thema „Handschreiben als Startkapital für Bildung“ diskutiert.

Als Vertreterin der Kultusministerkonferenz (KMK) resümierte Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin: „Kinder müssen in der Schule eine eigene Handschrift lernen. Das ist auch im digitalen Zeitalter eine unverzichtbare Grundlage für die erfolgreiche Bildungslaufbahn eines jeden Kindes. Wer Mühe mit dem Schreiben hat, kann bei Diktaten und Aufsätzen nicht mithalten und handelt sich schnell Fehler ein. Kinder lernen sehr stark haptisch und müssen die Welt im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal ‚be-greifen´. Gut lesbar und flüssig mit der Hand schreiben zu können, bringt in unserer schriftgeprägten Kultur nicht nur viele praktische Vorteile mit sich. Dies ist auch eine wichtige Form des persönlichen Ausdrucks, die es zu bewahren und pflegen gilt.“

„Wir alle wissen, dass die Entwicklung des Handschreibens in den ersten beiden Grundschuljahren nicht zu Ende ist. In den verschiedenen Bildungsphasen – aber auch im Beruf selbst – profitieren wir von den einzigartigen Vorteilen des Handschreibens für die Merkfähigkeit, das inhaltliche Verständnis und die Kreativität. Selbst in hochmodernen Unternehmen werden Produkte der Zukunft mit handschriftlichen agilen Methoden und Konzepten entworfen und entwickelt. Die Basis dafür ist eine flüssige, leserliche und ermüdungsfreie Handschrift und eine gute Schreibmotorik“, so erklärte Dr. Marianela Diaz Meyer, Ergonomie-Expertin und Leiterin des Schreibmotorik Instituts, zur Begrüßung. „Dafür brauchen die Schülerinnen und Schüler dringend eine zielführende Unterstützung und eine Anpassung des Schreibunterrichts.“

Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigten die Referenten in ihren Vorträgen auf. Kerstin Detto und Melanie Hiergeist, Grundschullehrerinnen aus dem Regierungsbezirk Niederbayern berichteten von ihren Erfahrungen mit dem Erasmus+ Projekt „Handschrifterwerb-Tutorials“, bei dem das Handschreiben von Schülerinnen und Schüler aus der Grund- und der Mittelschule eine Stunde pro Woche gezielt gefördert wird. Ausgangspunkt: „Obwohl bei vielen Schülerinnen und Schülern massive Schreibschwierigkeiten festzustellen sind, Lehrkräfte sich nicht selten über unleserliche Schreibarbeiten beklagen und das Thema Handschreiben zudem fest im bayerischen LehrplanPLUS für die Grund- und Mittelschule als Lernziel verankert ist, findet ab der 3. Jahrgangsstufe in der Praxis nur wenig gezielter Unterricht zum Thema Schrift statt.“ Vorläufiges Ergebnis aus dem Projekt: Durch die Förderung kann die Schreibgeschwindigkeit der Schülerinnen und Schüler so verbessert werden, dass die aufgewendete Zeit zumindest teilweise in der Folge wieder eingespart wird.

Dass es in der Schule perspektivisch auf einen Mix aus analogen und digitalen Formaten ankommt, dies zeigten Sabine Wollscheid und vier Kolleginnen vom Nordic Institute for Studies in Innovation, Research and Education (NIFU) in Oslo, Norwegen, auf. Sie berichteten von der Unterrichtspraxis in norwegischen Schulen, in denen Lehrerinnen und Lehrer zwar digitale Medien intensiv nutzen – aber dabei häufig mit Blick auf Variation und Methodenvielfalt bewusst auf die Handschrift setzen.

Digitale Technik kann auch dabei helfen, sowohl die Handschrift wie auch die Rechtschreibung individuell zu fördern. Dies machte Susanne Grassmann deutlich, die bis Ende 2018 an der Pädagogischen Hochschule der FHNW in der Schweiz tätig war und unter anderem zum Schrift- und Bildungsspracherwerb forscht. „Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung zu erkennen, wann sie mit dem Rechtschreibunterricht beginnen sollen. Digitale Stifte ermöglichen die gleichzeitige Aufzeichnung von Schreibprodukten und Schreibbewegungen. Wir schlagen darum vor, dass Analysen dieser Aufzeichnungen verwendet werden könnten, um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, personalisierte Zeitabläufe für den Rechtschreibunterricht zu entwickeln“, erklärte sie.

„Visualisierung in digitalen Medien fängt mit Handschreiben an“, so war der Vortrag von Prof. Christian Barta, Professor für Multimedia und Kommunikation der Hochschule Ansbach, betitelt. „Zugegeben, es klingt wie ein Widerspruch, wie kann das Schreiben mit der Hand eine wichtige Grundlage für eine spätere Beschäftigung in und mit den digitalen Medien sein? Hält man denn nicht gerade die frühe Nutzung digitaler Eingabegeräte für Mitschuld an der schwindenden Fertigkeit im Handschreiben? Ja – und genau hier liegt das Problem“, so erklärte er. „Die Visualisierung mit digitalen Werkzeugen ist ein kreativer Prozess, aber vor der Umsetzung kommt der Entwurf und hier sind die digitalen Werkzeuge wie 3D Programme und Bildbearbeitung denkbar ungeeignet. Es sind Werkzeuge für eine perfekte und detailreiche, oft photorealistische Darstellung. Der Entwurf benötigt aber Raum für Phantasie und Interpretation, er stellt einen Prozess dar, der im Kopf beginnt und über die Hände auf das Medium kommt. Ob dieses Medium dann ein Blatt Papier oder ein Zeichentablet ist, ist nebensächlich – wichtig ist die Hand, die den Stift führt.“

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, erklärte: „Erst ist es das Halten von Gegenständen, dann die Nutzung von Stiften und schon bald beginnen Kinder, sich spielerisch an das Zeichnen von Formen zu wagen. Dies alles trägt dazu bei, eine gute Motorik auszuprägen, die maßgeblich ist für das Erlernen des Handschreibens. Es unterstützt nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch das Lesen. Es fördert das Textverständnis und hilft dabei, Neues besser zu lernen. Damit steigert es letztlich die schulischen Leistungen insgesamt.“ Sein Fazit: „Das Handschreiben ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, es unterstützt Lernprozesse und bleibt auch in Zeiten der Digitalisierung wichtig.“

Zugang zu Waffen verschärfen

Schwerin – Angesichts des Mordanschlags in Halle fordert Innenminister Lorenz Caffier, den Zugang zu Waffen zu verschärfen. „Wir verhandeln auf Bundesebene ganz aktuell die Änderungen im Waffenrecht und haben hier die Chance, erste Konsequenzen zügig umzusetzen. Der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, dass es künftig eine Regelabfrage bei Verfassungsschutzbehörden geben soll. Die Länder wollen sogar noch einen Schritt weitergehen und eine so genannte Regelunzuverlässigkeit einführen. Wer bei Verfassungsschutzbehörden gespeichert ist, soll grundsätzlich als unzuverlässig gelten und keinen Zugang zu Waffen erhalten“, so Caffier. „Dies unterstütze ich ausdrücklich, denn lediglich die Verfassungsschutzbehörden verfügen über die nötigen Informationen, es sei denn, diese Person ist zugleich auch polizeilich oder strafrechtlich in Erscheinung getreten.“

Derzeit besteht keine Verpflichtung der kommunalen Waffenbehörden zur Abfrage von Erkenntnissen über extremistische Hintergründe von Waffenbesitzern oder Antragstellern bei den Verfassungsschutzbehörden. Das Ziel ist deshalb, die Regelabfrage beim Verfassungsschutz zur Beurteilung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit sowie eine Nachberichtspflicht der Verfassungsschutzbehörden einzuführen. Des Weiteren soll die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden, dass unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Möglichkeiten bereits die Mitgliedschaft in einer verfassungsfeindlichen Vereinigung zur waffenrechtlichen Regelunzuverlässigkeit führt. „Wenn wir es ernst meinen mit dem Kampf gegen Rechtsextremismus und Terrorismus, dann muss eine solche gesetzliche Regelung auch eine Konsequenz sein“, so Caffier.

Darüber hinaus gehe es nach Auffassung von Caffier auch darum, die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Rechtsextremismus zu stärken. „Wir sind mehr denn je gefordert, unsere Kräfte weiter zu bündeln und noch entschiedener gegen rechtsextreme Einzeltäter, Gruppen und Netzwerke vorzugehen. Dazu gehört für mich auch, eine neue Debatte anzustoßen zu den Themen, die eine erfolgreiche Arbeit der Sicherheitsbehörden erschweren oder enorm verzögern. Während Kriminelle z.B. in allen Bereichen schnell auf modernste Technik zurückgreifen können, sind die Sicherheitsbehörden noch immer an langwierige Beschaffungsmechanismen gebunden. Auch bei der Vorratsdatenspeicherung als unverzichtbares Instrument für die Arbeit der Ermittlungsbehörden legt uns der Gesetzgeber Steine in den Weg, die uns daran hindern, effizient und vorbeugend gegen Extremisten vorzugehen. Das muss sich ändern,“ fordert Innenminister Lorenz Caffier.

Bundesrat will Solaranlagen weiter fördern

Berlin – Der Bundesrat setzt sich dafür ein, insbesondere kleinere und mittelständische Photovoltaik-Anlagen weiter zu fördern. Der so genannten 52 Gigawatt-Deckel, der nach geltendem Recht die Förderung begrenzt, soll ersatzlos aufgehoben werden. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den der Bundesrat am 11. Oktober 2019 beschlossen hat. Er wird nun in den Bundestag eingebracht.

Hintergrund für die Initiative ist die Befürchtung, dass ab dem nächsten Jahr insbesondere kleinere und mittlerer Solaranlagen nicht mehr gefördert werden können: Sobald bundesweit ein Ausbaustand von 52 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung erreicht ist, gibt es für bestimmte Anlagen keine Einspeisevergütung nach dem EEG mehr. Betroffen davon wäre insbesondere Solarenergie bis 750 Kilowatt Peak.

Nach Einschätzung des Bundesrates wird der Förderdeckel im Jahr 2020 erreicht – der Markt für die Neuinstallation von Solaranlagen würde einbrechen. Das Geschäftsmodell zahlreicher mittelständischer Solar-Installateure und Projektentwickler sowie Komponentenhersteller wäre gefährdet, ebenso die damit verbundenen Arbeitsplätze.

Da die Kosten für neue Photovoltaikanlagen in der Freifläche und auf Dächern stark gesunken sind, ist das ursprüngliche Ziel des Förderdeckels erreicht. Er kann daher aus Sicht des Bundesrates ersatzlos wegfallen.

Auch die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzplan 2030 die Aufhebung des 52Gigawatt-Deckels angekündigt. Der Bundesrat legt nun einen konkret ausformulierten Gesetzentwurf dazu vor.

Der Entwurf wird zunächst der Bundesregierung zugeleitet, die dazu Stellung nimmt. Anschließend bringt sie beide Dokumente in den Bundestag ein. Dieser entscheidet, wann und ob er den Entwurf verabschiedet.

Arbeiten an der A 20

A 20-Anschlussstelle Neubrandenburg Nord wird ab Montag beidseitig erneuert

Neubrandenburg – Aufgrund dringend notwendiger Arbeiten wird die Anschlussstelle Neubrandenburg Nord im Zuge der Autobahn A 20 ab Montag, 14. Oktober 2019, neun Uhr, in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum Ende der kommenden Woche abgeschlossen werden. Der Verkehr auf der A 20 läuft trotz der Arbeiten ohne baustellenbedingte Einschränkungen weiter.

Im Rahmen der Maßnahmen wird die Asphaltdecke der Fahrbahn im Bereich der Anschlussstelle erneuert. Außerdem werden vorhandene Schadstellen ausgebessert. Die Sanierung ist dringend notwendig, da die Auf- und Abfahrten von und zur Autobahn Abplatzungen und erhebliche Risse aufweisen. Die ausgeschilderte Umleitung Richtung Stettin erfolgt über die Anschlussstelle Altentreptow. In Fahrtrichtung Rostock führt sie über die Anschlussstelle Neubrandenburg Ost.

Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf ca. 300.000 Euro und werden vom Bund getragen.

Autofahrer werden um Verständnis für die dringend erforderlichen Bauarbeiten und die damit einhergehenden Verkehrseinschränkungen gebeten.

Bundesrat fordert Verbot von Glyphosat in Privatgärten

Berlin – Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, den Einsatz von Glyphosat in Privatgärten und öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Parkanlagen unverzüglich zu verbieten. Außerdem soll sie den bis 2023 angekündigten schrittweisen Totalverzicht auf Glyphosat umgehend regeln. Deutlich eingeschränkt werden müsse die Anwendung des Herbizids jedoch schon vor 2023, unterstreichen die Länder in einer am 11. Oktober 2019 gefassten Entschließung.

Darin bitten sie die Bundesregierung weiter, eine Strategie zur Verringerung des Pestizideinsatzes in Haus- und Kleingärten zu entwickeln. Dabei solle sie nur noch nicht-chemische-synthetische Mittel zuzulassen. Ihre Wirksamkeit sei völlig ausreichend. Geprüft werden müsse auch, inwieweit an öffentlichen Verkehrsflächen alternative Anwendungsmethoden schnellstmöglich zum Einsatz kommen.

Die Entschließung wurde der Bundesregierung zugeleitet. Sie entscheidet, ob sie das Anliegen des Bundesrates aufgreift und eine Gesetzesänderung auf den Weg bringt. Feste Fristen gibt es hierfür nicht.