Neujahrsempfang der Stadt Usedom

Usedom – Die Stadt Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat am Freitag ihren traditionellen Neujahrsempfang gefeiert. Schwerpunktthema war die Erweiterung des Stadthafens zu einem Wasserwanderrastplatz mit 64 Liegeplätzen. „Die infrastrukturelle Weiterentwicklung des Stadthafens zum Usedomer-See-Zentrum ist eine kluge und richtungsweisende Entscheidung der Usedomer. Der Tourismus ist in der Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das Usedomer-See-Zentrum wird die Tourismuswirtschaft vor Ort stärken“, so der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

„Der Hafen mit seiner unmittelbaren Stadtlage ist ein idealer Anlaufpunkt für Wassersportler und zugleich ein touristisches Kleinod, das wir gemeinsam weiter entwickeln. Der Ausbau unterstützt die Bemühungen der regionalen Akteure, die Stadt und das Achterwasser insgesamt touristisch aufzuwerten und die Attraktivität der Region für Gäste und Einwohner zu erhöhen. Gleichzeitig wird eine vorhandene Lücke im Sportboothafennetz an der Ostseeküste und an der Binnenküste geschlossen. Neue Urlaubs- und Ausflugserlebnisse werden möglich“, so Rudolph weiter.

Das Gesamtvorhaben „Usedomer-See-Zentrum“ setzt sich aus einer Reihe von Einzelmaßnahmen zusammen. Bereits fertiggestellt sind die Nassbaggerarbeiten im Hafen- und Fahrrinnenbereich sowie der Rückbau von alten Gebäuden im Hafenbereich. Zusätzlich ist unter anderem vorgesehen, das vorhandene Hafenbecken zu verfüllen, um es als Veranstaltungsfläche zu nutzen, ein Bollwerk mit Bootskran zu errichten, eine Pontonbrücke zur Verbindung der Usedomer und Pasker Uferseite mit Klappbrücke zu bauen, die gleichzeitig als Rad- und Gehweg genutzt werden kann und zwei Schwimmstege anzulegen. Komplettiert wird die Gesamtmaßnahme durch eine Aufwertung der angrenzenden Infrastruktur. Neben der Errichtung eines Sanitär- und Hafenmeistergebäudes ist auch der Bau einer Slipanlage und eines Bootsdrehkranes geplant. „Durch das Usedomer-See-Zentrum bietet sich gewerblich-touristischen Unternehmen die Möglichkeit zur Ansiedlung. Neue touristische Angebote können entstehen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Region und trägt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei“, betonte Rudolph.

Die Gesamtinvestitionen für das „Usedom-See-Zentrum“ betragen rund 15,4 Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Tourismusministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 13 Millionen Euro.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden im Jahr 2016 insgesamt elf Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 18,7 Millionen Euro realisiert. Die Vorhaben wurden vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 3,7 Millionen Euro unterstützt. Dadurch sind 93 neue Arbeitsplätze entstanden und 330 Jobs gesichert worden. Dabei handelte es sich unter anderem um die Errichtung eines Freizeitparks der Karl´s Tourismus GmbH in Koserow auf der Insel Usedom (Gesamtinvestitionen rund 8,1 Millionen Euro, Zuschuss knapp 972.000 Euro; 24 neue Arbeitsplätze). Weiterhin hat die Mosterei Nowack GbR in Lassan ihre Betriebsstätte zur Herstellung von Fruchtsäften erweitert. (Gesamtinvestitionen 474.000 Euro, Zuschuss 124.000 Euro, zehn Arbeitsplätze gesichert).

„Entscheidend für Mecklenburg-Vorpommern ist, dass der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Ich sehe aussichtsreiche Möglichkeiten bei der Angebotsschaffung für ein abwechslungsreiches touristisches Freizeitangebot, das ganzjährig für Urlauber attraktiv ist. In der Region ist das bisher gut umgesetzt worden“, hob Rudolph hervor.

Seit dem 01. Januar 2017 gilt für den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald der Fördersatzaufschlag von fünf Prozentpunkten. Bislang galten die erhöhten Fördersätze nur in den ehemaligen Landkreisen Ostvorpommern und Uecker-Randow. Neu hinzugekommen sind nun die Ämter Peenetal/Loitz und Jarmen/Tutow sowie die Stadt Greifswald. Mit der neuen Regelung gelten bis 2020 für den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald Fördersätze von 20 Prozent für große Unternehmen, 30 Prozent für mittlere und 40 Prozent für kleine Unternehmen. Das sind jeweils zehn Prozent mehr als in anderen Landkreisen. „Wir haben bei der EU-Kommission für unsere Unternehmen und potentielle Investoren in Vorpommern gekämpft, um sie in der Region noch besser zu unterstützen“, sagte Rudolph.

Fraunhofer-Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik

Rostock – Am Freitag hat Wirtschaftsminister Glawe das Fraunhofer-Institut Großstrukturen in der Produktionstechnik eröffnet. Die seit dem Jahr 2000 als Fraunhofer Anwendungszentrum (AGP) in Rostock ansässige wissenschaftliche Einrichtung ist zum Institut ernannt worden. „Das ist die erste selbstständige Einrichtung der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ernennung ist das Ergebnis des unternehmerischen Erfolgs, der wissenschaftlichen Reputation und der kontinuierlichen, wirtschaftsnahen Forschungsaktivitäten der engagierten Mitarbeiter. Das ist ein großer Erfolg für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das AGP ist seit dem 01.01.2017 vorerst eine Fraunhofer-Einrichtung, was vom Status her einem Fraunhofer-Institut entspricht. Nach zwei Jahren Bewährung erfolgt die endgültige Ernennung zum Institut.

Die Forschungsgebiete der Einrichtung umfassen die Bereiche Fertigungsverfahren, Automatisierungstechnik, Qualitätstechnik, Unternehmensorganisation und Produktentwicklung unter anderem für die Geschäftsfelder Schiffe und Offshore, Bauwesen, Stahlbau sowie Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau. Derzeit arbeiten 69 wissenschaftliche und technische Mitarbeiter in Rostock, dazu kommen etwa 50 wissenschaftliche Hilfskräfte. „Die Bedeutung der Einrichtung für die Technologie- und Innovationsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist unbestritten – in zahlreichen Projekten haben Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen des Landes den engen Kontakt zu Fraunhofer gesucht, um gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsvorhaben voranzutreiben“, sagte Glawe.

Im Zeitraum von 2007 bis 2016 war die zunächst unter dem Namen Fraunhofer Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik (AGP) firmierende Einrichtung in insgesamt 37 Projekten aktiv. Seit dem Jahr 2010 war das AGP Partner in 16 Verbundforschungsprojekten. So wurden beispielsweise gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft neuartige Schweißportale und Stahlbauhallenkonstruktionen erforscht sowie innovative Vermessungsmethoden für Großbauteile und Fertigungsverfahren für komplexe Produktionsabläufe entwickelt. Zudem arbeitet die Fraunhofer-Einrichtung im Rahmen eines Kooperationsvertrages eng mit den Lehrstühlen Fertigungstechnik und Fügetechnik der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock zusammen. „Der wichtige Ansatz nachfrageorientierter wirtschaftsnaher Forschung wird hier in Rostock umgesetzt. Die Fraunhofer-Einrichtung bildet die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, um mit den Unternehmen gemeinsam innovative Produkte und Verfahren mit Marktreife zu entwickeln“, sagte Glawe.

Fraunhofer plant derzeit eine Erweiterung des Standortes in Rostock. Um den Ausbau auf über 100 Mitarbeiter sicherzustellen, soll das Bauvorhaben ab dem Jahr 2018 realisiert werden. Vorgesehen ist, auf einem benachbarten Grundstück eine neue Versuchshalle mit einer Höhe von knapp zehn Metern und einer Breite von 15,5 Metern zu errichten. Dort sollen vor allem die Fertigung und Montage von Großstrukturen, besonders die Entwicklung und Erprobung entsprechender automatisierter Anlagen, unter realistischen Bedingungen durchgeführt werden. Die voraussichtlichen Kosten des Vorhabens betragen rund 14 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant eine Unterstützung unter anderem aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und Landesmitteln.

Die Fraunhofer-Einrichtung Großstrukturen in der Produktionstechnik ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. München. Unter dem Gesellschafts-Dach arbeiten nach Angaben der Gesellschaft 67 Institute und Forschungseinrichtungen an Standorten in ganz Deutschland. 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielen ein jährliches Forschungsvolumen von mehr als 2,1 Milliarden Euro.

Gemeindesteuerhebesätze in den Kommunen M-V

Tilo Gundlack: Für gleichwertige Lebensverhältnisse in M-V bedarf es der Solidarität innerhalb der kommunalen Ebene

Schwerin – Der Finanzausschuss hat sich mit dem Vergleich der prozentualen Steuerkraft der Kommunen in M-V im Verhältnis zu ihren Einwohnern befasst. Das überraschende Ergebnis: Die Spanne reicht von 7 Prozent bis 2.182 Prozent. Die gewogenen Gewerbesteuerhebesätze der Landkreise und kreisfreien Städte schwanken ebenfalls erheblich. Während die Landkreise Rostock und Ludwigslust-Parchim durchschnittlich mit 299 bzw. 321 auskommen, gilt im Landkreis Vorpommern-Greifswald schon ein Durchschnitt von 351.

Tilo Gundlack, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Die öffentlichen Debatten zu den Gemeindesteuerhebesätzen in M-V nehmen schon jetzt an Fahrt auf, obwohl das Gutachten zum neuen Kommunalen Finanzausgleichsgesetz M-V (FAG M-V) noch nicht veröffentlicht wurde. Ob der alleinige Blick auf die Gewerbesteuerhebesätze reicht, bleibt angesichts der Komplexität des FAG abzuwarten, weil das Drehen an einer Schraube, häufig Probleme an anderer Stelle hervorrufen kann.“

Die Diskussion um die Hebesätze der Gemeinden sei dabei nicht neu. Der Landesrechnungshof M-V habe das Thema ständig in seinen Kommunalfinanzberichten beschrieben und die Kommunen dazu aufgefordert, ihre Einnahmequellen auszunutzen. Mit dem neuen FAG solle ein möglichst solidarischer Ausgleich nicht nur zwischen Land und kommunaler Ebene, sondern auch innerhalb der kommunalen Ebene erfolgen.

Gundlack: „Einige Gemeinden im Land haben aufgrund ihrer Lage, z.B. in der Metropolregion Hamburg oder an der Ostseeküste, viel bessere Chancen auf Gewerbeansiedlungen, als die Kommunen im Hinterland. Das darf aber nicht heißen, dass Kommunen mit ungünstigeren geografischen Langen einfach Pech haben! Denn die vielen Millionen Euro, mit denen seit 1990 der Tourismus, Gewerbegebiete und Wirtschaftsansiedlungen gefördert wurden, stammten aus dem Geld aller Steuerzahler in M-V und der Bundesrepublik Deutschland, egal ob sie aus strukturstarken oder strukturschwachen Gegenden stammen.

Die SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern will gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land erreichen. Dafür ist die Solidarität auch innerhalb der kommunalen Ebene erforderlich. Gemeinden mit zu niedrigen Hebesätzen lassen die anderen Gemeinden ihres Landkreises bei der Kreisumlage kräftig für sich mitzahlen, weil alle Kommunen nach ihrer Steuerkraft an der Kreisumlage beteiligt werden. Hat die Gemeinde mit viel Gewerbe einen niedrigen Gewerbesteuerhebesatz, muss sie insgesamt weniger zahlen als sie eigentlich könnte. Das müssen folglich alle anderen Gemeinden des Landkreises, z.B. mit höheren Hebesätzen, kompensieren. Das ist weder gerecht noch solidarisch. Der öffentliche Diskurs muss deshalb weiter gehen!“

Rostock: Erste selbstständige Fraunhofer-Einrichtung wird eröffnet

Ministerin Hesse: AGP ist wichtiger Partner für Wissenschaft und Wirtschaft

Rostock – Wissenschaftsministerin Birgit Hesse wünscht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ersten selbstständigen Fraunhofer-Einrichtung in Mecklenburg-Vorpommern gutes Gelingen und viel Erfolg bei der weiteren Arbeit. Seit dem 1. Januar 2017 wird das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Großstrukturen in der Produktionstechnik (AGP) am Standort Rostock als selbstständige Einrichtung der Gesellschaft geführt. Am Freitag, 20. Januar 2017, wird die Einrichtung mit einem Symposium offiziell eröffnet. Perspektivisch soll sie sich zu einem eigenen Fraunhofer-Institut entwickeln.

„Die Aufwertung des AGP zu einer selbstständigen Einrichtung ist ein großer Erfolg und zugleich eine große Anerkennung der geleisteten Arbeit“, sagte die für Forschung zuständige Ministerin Birgit Hesse vor der feierlichen Eröffnung. „Das AGP in Rostock hat sich zu einem wichtigen Partner für Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt. Die Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft genießen einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf. Davon profitiert der Forschungsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, so Hesse.

Das AGP in Rostock wurde 1994 als Projektgruppe gegründet. Seit 2010 wird die Entwicklung zu einer selbstständigen Einrichtung vorangetrieben. Auf Basis angewandter Forschung entwickeln und realisieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kooperationspartnern Konzepte für Produkt- und Prozessinnovationen für viele Zukunftsbranchen der Wirtschaft wie Schiff- und Stahlbau, Energie und Umwelttechnik/Windkraft, Schienen- und Nutzfahrzeugbau sowie Maschinen- und Anlagenbau.

Mit der Fertigstellung der dritten Ausbaustufe des Gebäudes hat das Land insgesamt rund 9 Euro in das AGP investiert. 6,5 Mio. Euro stammen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Amtschefs der Agrarressorts in Berlin: ELER-Förderung entbürokratisieren!

Berlin – Zum Jahresauftakt fand in Berlin die Amtschefkonferenz der Agrarressorts des Bundes und der Länder statt.

Auf Antrag Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigte sich die Amtschefkonferenz mit der aktuellen Seuchensituation der Geflügelpest (Vogelgrippe H5N8). „Wir haben uns intensiv über das aktuelle Seuchengeschehen in Deutschland und Europa ausgetauscht und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass die konsequente Seuchenbekämpfung weiterhin absolute Priorität haben muss. Damit sehen wir uns in unserer bisherigen Verfahrensweise bestätigt. Wir werden zunächst an dem landesweiten Aufstallungsgebot für Mecklenburg-Vorpommern festhalten, auch wenn dies erhebliche Einschränkungen für die Geflügelhalter bedeutet und insbesondere für die Freilandhaltungen wirtschaftliche Nachteile mit sich bringt“, betonte Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald.

Ein weiteres wichtiges Thema waren die Weiterentwicklung und der Bürokratieabbau in der zukünftigen EU-Politik zur ländlichen Entwicklung. „Die Umsetzung der Förderung der ländlichen Entwicklung aus dem ELER hat eine kaum noch überschaubare Komplexität und damit verbunden einen kaum noch zu bewältigenden Verwaltungsaufwand erreicht. Durch die Maxime der vollständigen Überprüfbarkeit und Kontrollierbarkeit der Fördermaßnahmen sind die eigentlichen Förderziele zunehmend in den Hintergrund geraten. Darunter leidet auch die Akzeptanz der europäischen Förderpolitik. Unser Ziel ist es, dies in den laufenden Verhandlungen zur Weiterentwicklung der EU-Politik der ländlichen Entwicklung wieder glattzuziehen“, konstatierte Dr. Buchwald.

In diesem Zusammenhang wurde intensiv über ein Bund-Länder-Papier zur Neuausrichtung EU-Politik in Bezug auf die ländliche Entwicklung diskutiert. „Das Papier greift wichtige Probleme und Hemmnisse bei der Umsetzung der ELER-Förderung auf und kann daher einen wichtigen Beitrag in der aktuell auf EU-Ebene geführten Debatte um Vereinfachung und Entbürokratisierung leisten. Es enthält jedoch an einigen Stellen auch bereits inhaltlich-politische Festlegungen, die über rein fördertechnische Aspekte der ELER-Förderung hinausgehen. Das BMEL wird daher kurzfristig zu einer Beratung einladen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die noch offenen inhaltlichen Punkte klären“, so der Staatssekretär.

Auch zur schleppend laufenden Revision der EU-Ökoverordnung fassten die Amtschefs ein klares Votum. „Der aktuelle Verhandlungsentwurf lässt in keiner Weise die angekündigte Verbesserung der Rechtssetzung für die Ökoproduktion und die Kennzeichnung von Ökoerzeugnissen erkennen. Im Gegenteil – der Entwurf fällt zum Teil hinter bestehende Standards zurück und enthält eine Vielzahl von Regelungen, die Ökoproduktion erschweren und unnötig mit Bürokratie belasten“, fasste Dr. Buchwald zusammen. Die Amtschefs plädierten daher dafür, in den weiteren Verhandlungen auf die Revision der EU-Ökoverordnung zu verzichten und stattdessen in der bestehenden EU-Ökoverordnung entsprechende Korrekturen und Klarstellungen vorzunehmen.

Ein weiteres wichtiges Thema waren die Konsequenzen aus dem inzwischen rechtskräftigen Urteil des OVG Sachsen-Anhalt zur Einzelhaltung von Sauen in Kastenständen vom 24.11.2015 (BVerwG 3 B 11.16 vom 08.11.2016). Die Amtschefs sprachen sich einvernehmlich für die unverzügliche Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aus, um bei Neu- und Umbauten die Sauenhaltung nur noch in Gruppen zuzulassen und dabei dem dänischen Modell folgend die Fixierung in Kastenständen auf wenige Tage um den Zeitpunkt der Rausche zu minimieren. „Unser Ziel ist es, die gerichtlichen Vorgaben schnellstmöglich in die Praxis umzusetzen. Dazu werden wir in einer länderoffenen Arbeitsgruppe die notwendigen Anpassungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beraten“, betonte der Staatssekretär.

Nicht zuletzt stand auch die Insolvenz der KTG AGRAR SE auf der Tagesordnung der Konferenz. Die Amtschefs diskutierten dabei über die bodenmarktpolitischen Herausforderungen im Zusammenhang mit steigenden Bodenpreisen sowie dem zunehmenden Flächenerwerb durch Nichtlandwirte, insbesondere überregionalen Holdingstrukturen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die bestehenden regionalen landwirtschaftlichen Strukturen. Sie begrüßten im Hinblick auf diese strukturellen Entwicklungen die Initiative, zu einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe Bodenrecht einzuladen, da auch Investoren auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt länderübergreifend agieren.

Noch freie Plätze für Wintersport-Tour ins Ahrntal

Insel Rügen – Der Schul- und Sportverein 09 Gingst e. v. hat noch freie Plätze für die diesjährige „Wintersport-Tour“ ins Ahrntal (Italien). Die traditionelle Fahrt in den Winterferien findet dieses Jahr vom 10. bis 18. Februar statt und richtet sich vorrangig an Erwachsene und Kinder in Begleitung ihrer Eltern und Erziehungsberechtigten.

Weitere Auskünfte zu Programm, Kosten und Reiseformalitäten gibt der Vereinsvorsitzende Eckhard Mostek telefonisch unter 01 74 – 96 99 528 oder per E-Mail unter schulegingst@hotmail.com. Anmeldeschluss ist der 30. Januar 2017.

Nähere Informationen zum Förderverein der Regionalen Schule mit Grundschule Gingst gibt es auf der Homepage: www.schulegingst.de

Minister Pegel übergab Förderbescheide in Greifswald

Greifswald – Infrastrukturminister Christian Pegel übergab am Donnerstag in Greifswald zwei Zuwendungsbescheide an die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald (WVG). Mit Mitteln aus dem Zuschussprogramm Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen sollen in zwei Mehrfamilienhäusern insgesamt vier Personenaufzüge nachgerüstet werden.

Die Nachrüstung zweier Personenaufzüge in der Makarenkostraße 45, 46 wird mit 74.102 Euro gefördert. Das Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1977 besteht aus 40 Wohneinheiten. Neben dem Einbau der Aufzüge werden zur stufenlosen Erreichbarkeit aller Wohnungen die Hauseingänge barrierefrei umgebaut.

Eine weitere Förderung erhält die WVG für die Nachrüstung von Aufzügen im Mehrfamilienhaus Heinrich-Hertz-Straße 2, 3. Der Einbau von zwei Fahrstühlen sowie der Umbau der Eingänge zur Schaffung von Barrierefreiheit in dem Haus aus dem Jahr 1972 werden mit 46.199 Euro unterstützt.

Backhaus: „Klein ist nicht gleich ökologisch, Management zählt“

Schwerin – In der 212. Sitzung des Deutschen Bundestages kritisierte Dr. Till Backhaus, Bundesratsmitglied und Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, heute die „ideologische Aufladung der Landwirtschaft fernab von allem Sachverstand“. Er bezog sich dabei auf einen Antrag der Fraktion Bündnis90/DIE Grünen zur Zukunft der Landwirtschaft.

„Pünktlich zur Grünen Woche gehen die immer gleichen Grabenkämpfe zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung los“, sagte Backhaus. Was früher der Fleischatlas war, ist heute der Konzernatlas: „Ich teile die Ansicht zu hundert Prozent, dass uns mit Landwirtschaftsmonopolisten allein nicht geholfen ist. Zwar nutzen sie moderne und präzise arbeitende Technik, die die Umwelt schonen kann. Leider bleiben sie damit weitgehend allein. Viele kleine Betriebe können sich diese zum Teil sehr teure Technik nicht leisten“, räumte der Minister ein.

Die Schlussfolgerung daraus dürfe aber nicht sein, dass künftig nur noch kleine und ökologisch wirtschaftende Betriebe gefördert werden: „Es liegt nicht an der Betriebsgröße, welchen Beitrag ein Unternehmen zum Umweltschutz leisten kann. Es liegt am Management, an der Produktionsausrichtung und an der Philosophie des Betriebs!“, stellte Backhaus klar. M-V rechnet den konventionellen und den ökologischen Landbau nicht gegeneinander auf. „Wir sind der Meinung, der konventionelle Landbau muss ökologischer, der ökologische Landbau wirtschaftlicher werden“, so Backhaus.

Auch zur Nitratbelastung der Gewässer positionierte er sich eindeutig: „Gewässerschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dennoch dürfen wir regionale Unterschiede nicht Außer Acht lassen. Das ist unwissenschaftlich und unlauter.“ M-V hat im Verhältnis zur Fläche mehr als dreimal weniger Nutztiere als Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen. Während es 2016 im Nordosten weniger als 0,4 Großvieheinheiten je Hektar waren, stehen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen rund 1,3 Großvieheinheiten auf einem Hektar – Tendenz steigend! Auch produzieren in M-V knapp 18 % der Betriebe ökologisch – das sind vier Mal so viele wie in anderen norddeutsche Bundesländer. „Wir machen unsere Hausaufgaben!“

Den Bund sieht er mit Blick auf die auslaufende Legislaturperiode in der Bringeschuld. „Wenn man in den Koalitionsvertrag schaut, blickt man auf der Soll-Seite auf eine lange Liste: Die Weiterentwicklung der GAP, schärfere Regelungen für außerlandwirtschaftliche Investoren, ein einheitlicher Rechtsrahmen für das Tiergesundheitsgesetz und das Tierarzneimittelrecht, eine Reform des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches. Erreicht wurde im Ergebnis nur ein neues Düngerecht und ein reduzierter Antibiotikaeinsatz.“

Das Grünbuch von Bundesminister Schmidt bezeichnete Backhaus als „Grüne-Wiese-Buch“, in dem alle Blümchen blühen und nichts davon so richtig Früchte trägt. „Ich erwarte von einer künftigen Bundeslandwirtschaftministerin oder einem künftigen Bundeslandwirtschaftsminister, dass sie oder er mit klaren Zielen und Vorstellungen – zu Beginn startet und sie nicht erst am Ende der Legislatur schreiben lässt.“

Nachrüstung von Aufzügen in Bestandstreppenhäusern

Krassow – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat sich am Donnerstag bei der Zurow Bau GmbH in Krassow (Landkreis Nordwestmecklenburg) über die Entwicklung einer neuen Lösung zur Nachrüstung von Aufzugsanlagen in Bestandstreppenhäusern informiert. Dieses möchte das Unternehmen im Verbund mit dem Institut Fraunhofer-Einrichtung Großstrukturen in der Produktionstechnik Rostock und der Hochschule Wismar entwickeln. „Eine älter werdende Gesellschaft, aber auch der zunehmende Wunsch vieler junger Menschen, die eigenen vier Wände mit dem Kinderwagen oder den Einkäufen barrierefrei zu erreichen, führen zur steigenden Nachfrage von Aufzugssystemen in Bestandsbauten“, sagte Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

Bisher übliche Nachrüstsysteme haben allerdings das Problem, dass sie in der Regel nur die Zwischengeschosse erschließen und außen angebracht sind. Innenliegende Lösungen gehen auf Kosten des wertvollen Wohnraums. Als problematisch für eine barrierefreie, innenliegende Lösung erwies sich darüber hinaus auch der begrenzte Bauraum in den Treppenhäusern. Eine Mindestbreite für Rollstuhlfahrer von einem Meter wird deshalb nur schwerlich erreicht. „Ziel des Verbundvorhabens soll daher eine Anlage sein, die ohne die bisherigen Kompromisse auskommt und sich beispielsweise in Plattenbauten nachrüsten lässt. Alle Geschosse, inklusive des Kellers, sollen stufenlos erreichbar sein. Für die Barrierefreiheit benötigen wir außerdem eine Mindestbreite der Kabine von 1 Meter sowie eine Tiefe von 1,25 Metern. Dafür machen wir das Verbundprojekt“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph weiter.

Zur Verwirklichung des ehrgeizigen Ziels wird das Fraunhofer Institut aus Rostock Mess- und Prüfkonzepte entwickeln, um die anspruchsvollen Fertigungs- und Montageprozesse für die Nachrüstung und Erweiterung realisieren zu können. Konzeptionelle Lösungen sind auch im späteren Fertigungsvorgang gefragt, da dieser effizient und möglichst automatisiert erfolgen soll. Für die Entwicklung eines geeigneten Baukonzeptes mit Ertüchtigung von Betonteilen sowie dessen Fertigung und Montage zeichnet sich die Hochschule Wismar verantwortlich. Als besondere Herausforderung gilt hier der begrenzte Platz, da dennoch alle gängigen Anforderungen etwa an den Brandschutz erfüllt sein müssen. „Bei den Plattenbauten haben wir zusätzlich das Problem, dass bauseitig häufig große Toleranzen vorhanden sind. Mit einer Modulbauweise soll daher versucht werden, diese möglichst auszugleichen“, so Rudolph.

Federführend wird die Zurow Bau GmbH für die Projektentwicklung verantwortlich sein, deren Schwerpunkte insbesondere bei der Integration der Antriebs-, Führungs- sowie Steuerungselemente liegen. Nach Abschluss der Konzeptphase wird das Unternehmen außerdem den Prototyp bauen und die erforderlichen Testreihen vor Ort durchführen.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit 1,47 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro.

Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Somit stehen 10 Prozent mehr Mittel aus dem EFRE-Fonds zur Verfügung. „Forschung, Entwicklung und Innovation sind ein Schwerpunkt unserer Wirtschaftspolitik. Innovation und Technologie sind die Grundlagen für wettbewerbsfähige Produkte, Dienstleistungen und erfolgreiche Unternehmen“, sagte Rudolph. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind gemeinsame Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. „Wir müssen wirtschaftsnahe Forschungsprojekte unserer Hochschulen noch stärker mit den Bedarfen unserer Unternehmen verzahnen. Im Ergebnis entstehen mehr marktfähige Produkte bei uns im Land. Das schafft nachhaltig innovative Arbeitsplätze“, forderte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. „Deshalb werden wir insbesondere auch die Verbundforschung mit der Technologieförderung weiter unterstützen.“ In der EU-Förderperiode von 2007 bis Dezember 2014 wurden vom Wirtschaftsministerium Mittel für rund 900 Projekte im Rahmen von Forschung und Entwicklung sowie technologieorientierter Netzwerke bewilligt, davon 420 Verbundforschungsprojekte mit einem Fördervolumen von 106,3 Millionen Euro.

Zusätzliche Mittel für Verbesserung der Kindertagesförderung

Rostock – Die Hansestadt Rostock erhält vom Land zusätzliche Mittel für die Verbesserung der Kindertagesbetreuung in Höhe von 1.315.212 Euro. Einen entsprechenden Vertrag haben die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung, Stefanie Drese und Oberbürgermeister Roland Methling abgeschlossen. Die Mittel stammen aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld des Bundes.

„In Rostock kann damit die frühkindliche Förderung weiter ausgebaut werden“, sagte Stefanie Drese am Donnerstag. „Die Kommune und deren politische Gremien entscheiden dabei selbst, wohin die Mittel konkret fließen. Bedingung ist nur, dass sie den Kleinsten und ihrem Umfeld zu Gute kommen. Auch pädagogische Qualifizierungsmaßnahmen sowie Investitionen in Ausstattungen oder Räume sind möglich“, so die Sozialministerin.

Insgesamt erhalten die Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr über 10,35 Millionen Euro aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld. Für das Jahr 2018 stehen sogar 11,64 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte im Juli 2015, dass das Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstoße. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hatte daraufhin durchgesetzt, dass die Mittel den Ländern zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden.

Digitale Bildung: Wichtiges Thema für Schülerinnen und Schüler

Schwerin – Bildungsministerin Birgit Hesse hat in Schwerin den Vorstand des amtierenden Landesschülerrates empfangen. Bei dem ersten Treffen nach der Amtsübernahme hat sich die Ministerin mit den Schülerinnen und Schülern über die digitale Bildung und die Klassenfahrten ausgetauscht.

„Die Zukunft im Unterricht ist digital“, heißt es vom Vorstand des Landesschülerrates. „Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule lernen, mit digitalen Medien umzugehen und die Gefahren einschätzen zu können. Wir wünschen uns dafür Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit digitalen Medien auskennen. Die besten digitalen Systeme nützen aber nichts, wenn die Lehrerinnen und Lehrer nicht zur Verfügung stehen“, erklärten die Schülerinnen und Schüler.

„Digitale Medien können den traditionellen Unterricht ergänzen. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die Kultusministerkonferenz hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Wer nächstes Jahr in die Schule kommt, soll bis zum Ende seiner Schulzeit eine umfassende digitale Medienbildung erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Land unter anderem das Fach ‚Informatik und Medienkunde‛ einführen. Gleichzeitig wird das digitale Unterrichtshilfenportal für Lehrerinnen und Lehrer weiter ausgebaut. In 20 Jahren wird niemand mehr darüber diskutieren, ob die Digitalisierung in der Schule wichtig ist, dann wird sie selbstverständlich sein“, zeigte sich Hesse überzeugt.

Beim Thema „Klassenfahrten“ bekräftigte die Ministerin, dass alle geplanten Schulfahrten in diesem Schuljahr sicher seien. „Die immer wieder geäußerte Sorge, geplante Klassenfahrten könnten wegen fehlender Mittel in diesem Schuljahr nicht durchgeführt werden, ist unbegründet. Das Land stellt pro Jahr 700.800 Euro für Klassenfahrten zur Verfügung. Die Regelungen zu den Klassenfahrten sollen allerdings vereinfacht werden. Bei der Überarbeitung wollen wir den Landesschülerrat mit einbeziehen“, sagte Hesse.

Der Landesschülerrat vertritt die Interessen von ca. 144.200 Schülerinnen und Schülern der öffentlichen und freien allgemein bildenden Schulen. Er wird aus je sechs Delegierten der Kreis- und Stadtschülerräte in Mecklenburg-Vorpommern gebildet. Der Vorstand des Landesschülerrats besteht für die Amtszeit 2015 bis 2017 aus 17 Vorstandsmitgliedern. Seit der Nachwahl für den Vorstand im November 2016 sind erstmals alle Landkreise und kreisfreien Städte im Vorstand vertreten.

Neujahrsempfang der HELIOS Kliniken Schwerin GmbH

Schwerin – Die HELIOS Kliniken Schwerin GmbH hat am Mittwoch ihren traditionellen Neujahrsempfang veranstaltet. „HELIOS ist ein starker Partner der Gesundheitsversorgung bei uns im Land, ein wichtiger Bestandteil unserer leistungsfähigen Krankenhauslandschaft und ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Die Mitarbeiter helfen mit Hingabe und Professionalität tagtäglich mit, unserem Land ein Gesicht zu geben – das Gesicht des Wohlbefindens, der Zuwendung und des Zusammenhalts, auch in Lebenssituationen des Schicksalsschlages“, betonte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Mit über 1.000 Planbetten und 31 tagesklinischen Plätzen stellt die Unternehmensgruppe das größte Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen 320 Betten und 136 tagesklinische Plätze in der zur Gruppe gehörenden Carl-Friedrich-Flemming-Klinik. Für HELIOS arbeiten insgesamt mehr als 4.000 Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern.

„Vor dem Hintergrund der angespannten Fachkräftesituation und der bekannten Versorgungsaufgaben im ländlichen Raum werden Kooperationen und Verbünde auch zwischen Krankenhäusern immer wichtiger. Daran arbeitet HELIOS bereits vorbildlich. Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium als Krankenhausplanungsbehörde wird das Unternehmen weiter darin unterstützen“, betonte Rudolph. Das Klinikum bildet derzeit 138 junge Menschen in den Berufen Hebamme/Entbindungshelfer, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sowie Gesundheits- und Krankenpfleger aus. Zusätzlich wird in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin die Ausbildung von medizinischen Fachkräften an der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen unterstützt.

Weitere Kooperationen gibt es mit der Universitätsmedizin Rostock – gemeinsam wurde das „Herzzentrum Nordost“ in Schwerin gegründet. Ziel ist die Verbesserung der bedarfsgerechten Versorgung insbesondere der Notfallversorgung. Mit dem Westmecklenburg Klinikum Helene von Bülow wird die kardiologische Diagnostik in Ludwigslust realisiert. „Um die Zukunft erfolgreich zu meistern, brauchen wir mehr Kooperationen, bessere Kommunikation und eine befreiende, uns Zeit sparende, eine Mehrwert schaffende digitalisierte Komplettierung und Unterstützung unseres Tuns in der Gesundheitswirtschaft“, sagte Rudolph.

Derzeit wird in Schwerin die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik (CFFK) umfassend saniert und räumlich umgestaltet. Sieben denkmalgeschützte Häuser werden so herrichtet, dass sie das architektonische Gesamtensemble der CFFK komplettieren und den heutigen Anforderungen an eine moderne Medizin im Bereich der Psychiatrie entsprechen. Dazu stellt das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern 29 Millionen Euro zur Verfügung; die Gesamtinvestitionen betragen rund 37 Millionen Euro.

Darüber hinaus werden Räumlichkeiten für die Verbesserung der tagesklinischen Betreuung geriatrischer Patienten geschaffen. Geriatrische Medizin befasst sich mit den körperlichen, mentalen, funktionellen und sozialen Erkrankungen im Alter. Dazu soll noch in diesem Jahr ein Gebäude umgebaut werden. Mit einer modernen geriatrischen Tagesklinik entsteht in Schwerin ein Angebot, das die Lücke zwischen dem vollstationären und dem ambulanten Bereich schließt. Neben der Umgestaltung der Patientenzimmer sollen unter anderem Behandlungsräume saniert und zusätzliche Aufzüge eingebaut werden. „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat am Standort Schwerin in den vergangenen Jahren mit über 376 Millionen Euro dazu beigetragen, dass HELIOS erfolgreich die modernen Standards erfüllen kann und auf dem neuesten Stand der Technik ist. Mit den jetzt vorgesehenen Maßnahmen soll erreicht werden, den geriatrischen Patienten trotz Erkrankung möglichst lange einen hohen Grad an Selbstständigkeit zu ermöglichen“, sagte Rudolph.

Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ (2015) erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Mit 136.600 Beschäftigten arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte in dieser Branche. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern wird in der Gesundheitswirtschaft erarbeitet.

„Die Gesundheitswirtschaft trägt also einen wesentlichen Anteil zum regionalen Bruttoinlandsprodukt bei und sorgt für wirtschaftliche Stabilität in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere starke Vorleistungs- und Zulieferindustrie mit Weltmarktrelevanz auch in den Bereichen Medizintechnik, pharmazeutische Industrie, Biotechnologie, Gesundheitshandwerk und medizinischer Handel ist eine starke Stütze in unserer Gesundheitswirtschaftspolitik. Mecklenburg-Vorpommern, als die Lebensdestination im Nordosten Deutschland, wird noch besser den Wirkzusammenhang von Wirtschaftsentwicklung, prosperierender Gesundheitswirtschaft, Wohlbefinden und Wohlstand beachten lernen“, bilanzierte Rudolph.

Die HELIOS Kliniken Schwerin haben eine Kapazität von 1.046 Planbetten und 31 tagesklinischen Plätzen. Neben 14 somatischen Fachabteilungen gibt es mehrere Institute und Zentren sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Gadebusch und zwei in Schwerin. In der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik stehen 320 Planbetten und 136 tagesklinische Plätze zur Verfügung. Die Tageskliniken befinden sich in Schwerin, Ludwigslust, Wismar und Sternberg.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe insgesamt gehören nach Angaben des Unternehmens 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. Die Gruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter.

Fotoausstellung zu Ehren von Helga Bomplitz

Schwerin – Ministerpräsident Erwin Sellering hat die Fotoausstellung „Engagement zeigt Gesicht“ der Verbundnetz Gas AG in den Schweriner Höfen zu Ehren von Helga Bomplitz, die vom Unternehmen zur „Botschafterin der Wärme“ ernannt wurde, eröffnet. „Diese Anerkennung und Würdigung der Arbeit von Frau Bomplitz ist hochverdient. Frau Bomplitz ist immer aktiv dabei, wenn es darum geht, die Interessen der Älteren im Land zu vertreten. Mit guten Ideen, mit Leidenschaft und Herzblut setzt sie sich in vielen Gremien und Initiativen dafür ein. Darüber hinaus ist ihr Fachwissen auch auf Bundesebene sehr gefragt, zum Beispiel in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen“, betonte der Ministerpräsident in seiner Eröffnungsrede.

Ein besonderes Engagement verbinde Frau Bomplitz seit 25 Jahren mit dem Landesring Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Seniorenrings. Seit der Gründung des Vereins 1991 ist sie dort tätig, seit 16 Jahren als Vorsitzende und „damit als treibende Kraft für das Seniorenbüro und die Seniorenakademie. Ihr Ziel: Politik und Verwaltung noch mehr für die Themen und Belange der älteren Generation zu sensibilisieren und Seniorinnen und Senioren, die auch nach dem Berufsleben noch aktiv sind, Möglichkeiten zu bieten, sich einzubringen und weiter mitzugestalten.“

Seit 2002 bilde der Seniorenring unter Leitung von Frau Bomplitz „seniorTrainer“ aus. Inzwischen seien es über 600, die sich in zahlreichen Projekten bei uns im Land engagieren, beispielsweise als Vorlese- oder Jobpate oder beim Seniorenradio Hörmax. Sellering: „Unsere Gesellschaft braucht das Ehrenamt, den großen Einsatz der vielen im Land. Vor allem brauchen wir Menschen wie Frau Bomplitz, Einzelne, die den Anstoß geben und etwas in Bewegung bringen und andere zum Mitmachen begeistern.“

Der Ministerpräsident lobte die Verbundnetz Gas AG: „Es freut mich, dass diese große Anerkennung durch die Wirtschaft erfolgt.“ Es gebe bereits viele Unternehmen, die soziale Verantwortung übernehmen, „sich für das Ehrenamt einsetzen und diejenigen unterstützen, die für andere da sind – so wie die Verbundnetz Gas AG das mit ihrer Stiftung „Verbundnetz der Wärme“ tut.“

Neues Bundesprogramm zur Kita-Förderung

Schwerin – Familienministerin Stefanie Drese begrüßt das neue Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ zur Förderung von Kindern in der Tagesbetreuung.

Die Betreuung in Kitas oder der Tagespflege wirkt sich positiv auf die Start- und Bildungschancen von Kindern aus. Doch gerade Kinder mit besonders komplizierten Lebensumständen besuchen oftmals keine Betreuungseinrichtung. Genau hier setzt das neue Programm von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig an.

Besser gelingen soll mit ihm der Einstieg in die frühkindliche Bildung. „Dass hier gerade die Kinder und damit Familien gefördert werden, die bislang zu oft den Einstieg in Kitas oder die Kindertagespflege nicht finden, unterstütze ich sehr. Denn bei besonderen Risikolagen wie Armut, mangelnden Sprachkenntnissen, Fluchterfahrungen oder einem stark belasteten sozialen Umfeld bedarf es zahlreicher, leicht zu erreichende, niedrigschwellige Angebote, um möglichst viele Eltern und Sorgeberechtigte mit ins Boot zu nehmen“, erklärt Ministerin Drese.

Für das Programm „Kita Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ können sich die Träger der örtlichen Jugendhilfe noch bis zum 17. Februar 2017 bewerben. Gefördert wird bereits ab dem Frühjahr 2017. „Ich hoffe, dass viele Träger von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, so Drese.

Bis 2020 fortgesetzt wird auch das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des BMFSJ. Es setzt den Fokus auf die Förderung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen. Bis 2020 stehen dafür 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 65 solcher speziell ausgerichteten Einrichtungen. Zukünftig wird die Zahl der der Sprach-Kitas in Mecklenburg-Vorpommern verdoppelt werden. Das Interessenbekundungsverfahren dafür ist bereits beendet.

M-V auf der internationalen boot in Düsseldorf

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist mit 32 Ausstellern auf der internationalen Messe „boot Düsseldorf“ vor Ort vertreten. „Die Messe ist der internationale Marktplatz und auch das Konsumbarometer für Firmen der maritimen Branche. Deshalb ist es gut, dass heimische Unternehmen mit ihrer Angebotsvielfalt überregional für ihre Produkte und Dienstleistungen vor Ort werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin. Vor Ort sind unter anderem Unternehmen, regionale Tourismusverbände und der Marinaverbund Ostsee in verschiedenen Hallen.

Ein Schwerpunkt auf der Messe ist die Mecklenburgische Seenplatte mit weit über 1.000 Binnenseen sowie Flüssen und Kanälen in der größten zusammenhängenden Wassertourismusdestination Mitteldeutschlands und der Müritz, dem größten Binnensee Deutschlands. „Mehr als 400.000 Übernachtungen fanden im vergangenen Jahr auf Charterbooten statt. Das sind ca. 10 Prozent aller Gäste-Übernachtungen an der Mecklenburgischen Seenplatte“, sagte Glawe. Von Januar bis Oktober sind die Gästezahlen und Ankünfte in der Tourismusregion Mecklenburgische Seenplatte im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 rund 1,16 Millionen Ankünfte (-0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und rund 4,02 Millionen Übernachtungen (+0,2 Prozent) generiert.

„Der Wassertourismus ist ein dynamischer Wachstumsmarkt innerhalb der touristischen Entwicklung in unserem Land. Die Ostsee, die Binnenseen und Flüsse ziehen jedes Jahr erneut Millionen Gäste für einen Urlaub nach Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch: Die wunderbare Natur allein reicht nicht. Um im Wettbewerb mithalten zu können, muss weiter in die Infrastruktur investiert werden. Erst der Mix aus unberührter Natur, wetterunabhängigen Freizeitangeboten und abwechslungsreichen Übernachtungsmöglichkeiten macht unser Land unverwechselbar“, so Glawe. Jährlich besuchen etwa 150.000 Wassersportler das Land. Rund 1.400 Wassertourismusunternehmen mit über 7.100 Arbeitsplätzen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 474 Millionen Euro; das entspricht rund zehn Prozent des Tourismusumsatzes in Mecklenburg-Vorpommern.

Insgesamt hat das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis heute 354 wassertouristische Infrastrukturmaßnahmen (zum Beispiel Wasserwanderrastplätze, Strandpromenaden, Schiffsanleger, Seebrücken, Badestellen, Anlegestellen, Rettungstürme und barrierefreie Strandabgänge) gefördert. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 573 Millionen Euro, die Unterstützung vom Wirtschaftsministerium betrug rund 408 Millionen Euro.

Das Land hat von 1990 bis heute 150 maritime gewerbliche Fördermaßnahmen unterstützt. Hierzu zählen Sportboothäfen/Marinas, Steganlagen in Sportboothäfen, Bootsverleihstationen, Segelschulen und Badestellen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf über 252 Millionen Euro, die Unterstützung vom Wirtschaftsministerium betrug rund 91 Millionen Euro. „Gewerbliche Investitionen in Einrichtungen des Wassertourismus stärken die landseitige touristische Nachfrage und die wirtschaftliche Bedeutung einer Region“, sagte Tourismusminister Harry Glawe.

Das „Wassertourismuskonzept“ des Bundes und das „Bundesprogramm Blaues Band Deutschland“ werden ebenso auf der boot diskutiert. Hierzu wird der Landestourismusverband eine Veranstaltung durchführen. „Die derzeitigen Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene, verschiedene Bundeswasserstraßen verändert zu bewerten und als Freizeitwasserstraßen oder Naturgewässer zu klassifizieren, lassen unvorhersehbare Folgen für den Tourismus, den Wassersport und die Entwicklung im ländlichen Raum befürchten“, so Wirtschafts- und Tourismusminister Glawe. Daher setzen sich im Besonderen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt gemeinsam, ressort- und länderübergreifend für die Aufrechterhaltung eines funktionierenden Netzes für den Wassersport, den Wassertourismus und die Freizeitschifffahrt ein. Beim Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ geht es darum, dass Deutschlands Wasserstraßen wieder naturnaher werden sollen. Die Renaturierung von Flüssen und Auen schafft Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt der Gewässerlandschaften und setzt neue Akzente für Freizeit und Erholung.

Die „boot Düsseldorf“ beginnt am Sonnabend (21. Januar) und endet eine Woche später am Sonntag (29. Januar).