Schwerin – Über Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote in Mecklenburg-Vorpommern hat Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe am Montag (25.06.) beim AOK Forum in Schwerin diskutiert. „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, um Krankheiten zu verhindern. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und später die sogenannten Auffrischimpfungen, um einen lebenslangen Schutz zu haben. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zeichnen sich durch eine hohe Impfbereitschaft aus. Die hohen Werte wollen wir halten und möglichst noch weiter verbessern. Deshalb werden wir stetig weiter aufklären und werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Veranstaltung „Erhöhung der Impfquoten – wie schaffen wir das?“ wurde von der Krankenkasse AOK Nordost organisiert.
So ist beispielsweise die Impfquote bei den Schulanfängern (Jahrgang 2016/2017) in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Robert-Koch-Institutes bundesweit mit Abstand am höchsten. Erstmals hat das Land bei allen 16 im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen dokumentierten Impfungen den ersten Platz errungen. Die bei knapp 15.000 Kindern vorgelegten Impfausweise dokumentierten für die vier- bis siebenjährigen Kinder bei allen in den ersten Lebensjahren empfohlenen Impfungen die besten Impfquoten bundesweit. Zudem hat Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Brandenburg als einziges Bundesland die für die Masern-Elimination geforderte Impfquote von 95 Prozent erreicht – 95,8 Prozent aller Einschüler im Land waren zweimal gegen Masern geimpft. „In jedem Lebensalter – vom Säugling über Kinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und Senioren – trägt der individuell notwendige Impfstatus dazu bei, länger gesund zu bleiben. Besonders wichtig ist: Alle von der Kommission empfohlenen Impfungen werden durch die Krankenkassen bezahlt“, sagte Glawe. Die bundesweit tätige Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) stellt regelmäßig die entsprechenden Impf-Empfehlungen auf. Sie hat eine App entwickelt, die aktualisierte Impfempfehlungen enthält: STIKO@rki.
Gesundheitsminister Glawe verwies auf weitere Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern, die zu einer hohen Impfquote beitragen. „Uns ist es wichtig, dass wir möglichst viele Angebote unterbreiten, damit alle gesundheitlich Interessierten unkompliziert und medizinisch gesichert geimpft werden können“, forderte Glawe. So bieten beispielsweise alle Gesundheitsämter im Land zur umfassenden Information Impfsprechstunden an. Mit den Krankenkassen hat das Land seit einigen Jahren eine Impfvereinbarung getroffen, nach der Kosten für Impfstoffe und Verbrauchsmaterialien für die von den Gesundheitsämtern durchgeführten Impfungen erstattet werden.
Alle Ärzte, die in Mecklenburg-Vorpommern impfen, sind verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden und ein Impfzertifikat zu erwerben, das alle fünf Jahre erneuert werden muss. Auch im Rahmen einer Vereinbarung zur Verbesserung der Qualität und Effizienz der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in Mecklenburg-Vorpommern zwischen der AOK NordOst, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Land ist das Thema Impfen enthalten. Angehende Allgemeinmediziner erhalten im Rahmen der Weiterbildung einen „Grundkurs Impfen“. Der Kurs beinhaltet auch Schulungen zur Aufklärung und Beratung der Patienten, zur Gesprächsführung mit sogenannten Impfskeptikern und zum Impfmanagement in der Praxis. Gegenwärtig wird im Wirtschafts- und Gesundheitsministerium an einer landesweiten Impfkampagne gearbeitet. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorgestellt werden.