Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Berufsleben…..

…..muss wichtiges Thema am 1. Mai sein

Schwerin – Für weitere Anstrengungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für gleiche Löhne von Frauen und Männern spricht sich Sozialministerin Stefanie Drese zum Tag der Arbeit am 1. Mai aus.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land mit einer hohen Anzahl von Berufspendlern. Zudem wird hier deutlich häufiger in Vollzeit gearbeitet als im Bundesdurchschnitt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass das Land weiterhin für gute Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung sorgt“, so Ministerin Drese.

Aktuell besuchen 97 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und über 56% der Kinder bis drei Jahren eine Kita oder sind in Tagespflege. Mit diesen Werten liegt M-V bundesweite im Spitzenfeld bei den Betreuungsangeboten.

Für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf können nach Ansicht Dreses aber auch die Unternehmen „eine ganze Menge tun“ – etwa durch einen achtsamen Umgang bei der Gestaltung der Arbeitszeit. Drese: „Natürlich sind Schichtarbeit und Überstunden nicht immer vermeidbar. Die Beschäftigten sollten aber ihre Wünsche einbringen können, damit familiäre Bedürfnisse Berücksichtigung finden. Eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitstätigkeiten ist eine enorme Ressource, die den vielfältigen Belastungen im Arbeitsalltag entgegenwirken kann“, so Drese. „Dazu gehört z.B. die Möglichkeit von Homeoffice oder auch die Bereitstellung von Kitaplätzen in Randzeiten durch den Arbeitgeber.“

Auch bei der Gleichberechtigung von Frau und Mann im Berufsleben besteht für die Ministerin noch erheblicher Handlungsbedarf. „Das wird am sichtbarsten beim geringeren Verdienst für Frauen, selbst wenn strukturelle Faktoren wie häufigere Teilzeitarbeit und Jobs in schlechter bezahlten Branchen herausgerechnet werden“, verdeutlicht Drese. Zudem steige der Anteil von Frauen in Führungsposition v.a. in der Wirtschaft nur langsam.

Drese: „Zur Schließung der Lohnlücke brauchen wir deshalb Initiativen wie das gerade vom Bundestag beschlossene Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“, betont Drese.

Ministerin Drese ruft deshalb insbesondere Frauen auf, am 1. Mai auf bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen und für Ihre Rechte zu demonstrieren.

Ausstellung mit Werken von Armin Mueller-Stahl

Insel Rügen – „Ich freue mich sehr, dass hier auf der Insel Rügen bei uns in Vorpommern hochkarätige Kunst von einem international bekannten und anerkannten Künstler wie Armin Mueller-Stahl gezeigt wird. Und das an einem so geschichtsträchtigen Ort wie Prora“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann am Sonntag bei der Eröffnung der Ausstellung „Dreimal Deutschland und zurück“.

Es sei eine gute Idee, dass Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Bergen die Möglichkeit haben, ihre Arbeiten, die sie angelehnt an die „Blaue Kuh“ von Armin-Mueller-Stahl entworfen haben, zeigen können. „Es ist wichtig und schön, dass sich junge Menschen frühzeitig mit Kunst und Kultur beschäftigen, sich ausprobieren und auseinandersetzen und die Ergebnisse in der Öffentlichkeit zeigen“, sagte Dahlemann.

Die Insel Rügen habe sich in den letzten Jahren nicht nur touristisch, sondern auch kulturell sehr gut entwickelt. „Immer mehr Menschen kommen nicht nur wegen der Ostsee, der Landschaft und den Naturschönheiten, die wir hier zu bieten haben, sondern auch wegen der kulturellen Angebote, der Musikfestivals, Museen und Galerien, genießen das Angebot und nehmen diese schönen und interessanten Eindrücke mit nach Hause.“ Als Beispiele nannte Dahlemann das Rügen International Film Festival, das in diesem Jahr erstmalig stattfindet, den Festspielfrühling der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die beliebten Störtebekeraufführungen und die vielen verschiedenen musealen Einrichtungen wie das Dokumentationszentrum Prora, das Bernsteinmuseum in Sellin oder das Kreidemuseum in Sagard.

Die Ausstellung zeigt rund 300 groß- und kleinformatige Originale, Skizzen und Druckgrafiken des Schauspielers, Musikers, Malers und Schriftstellers auf einer 600 qm großen Fläche. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie Kunstraum Wasserwerk aus Glowe und dem Kunsthaus Lübeck. Zu sehen sind die Arbeiten vom 30. April bis 6. Juni.

Bundesfachtagung landwirtschaftliche Wildhaltung

Schwerin – „Landwirte pflegen durch die extensive Weidewirtschaft schonend die Kulturlandschaft“, betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt am Samstag am Seddiner See bei der Tagung des Bundesverbades für landwirtschaftliche Wildhaltung. Als landwirtschaftliche Marktnische bietet die Wildhaltung von Damwild, welches zu 90 % gehalten wird, aber auch Rot-, Muffel-, Sika- sowie Schwarzwild und seit einigen Jahren auch die Bisonzucht eine Alternative zur Mutterkuh- und Schafhaltung in der Weidehaltung, mit einem geringem Aufwand und geringen Spezialkosten.

„Wildfleisch gilt beim Verbraucher als Delikatesse und der Trend geht weiter nach oben“, hob der Minister hervor. So wurden vom 01.04.2015 bis 31.03.2016 über 4000 t Rot- und Damwild verzehrt. Wild ist nicht nur schmackhaft, sondern auch ein ernährungsphysiologisch und ökologisch wertvolles Produkt. Wildtiere ernähren sich auch in der landwirtschaftlichen Wildhaltung, außer im Winter, ausschließlich vom Nahrungsangebot in der Natur. Außerdem machen kurze Wege zu den Bezugsquellen in der Region lange Lagerzeiten und Transportwege überflüssig. „Damit ist in Verbindung mit der Direktvermarktung oder Gastronomie, Wildfleisch, als saisonales Spitzenprodukt, ein unter naturnahen Bedingungen erzeugtes regionales Produkt, das dem Verbraucher in hoher Qualität zur Verfügung steht“, so Dr. Backhaus.

Ein weiteres Thema auf der Tagung war der Wolf. Der Minister wies auf ein Forschungsprojekt in Jasnitz sowie in der Ueckermünder Heide hin, dass das Raum-Zeit-Muster von Damwild und Wölfen im gemeinschaftlichen Lebensraum untersucht. Damit werden Wölfe und Damwild anhand von Peildaten parallel untersucht, Risse lokalisiert und diese hinsichtlich Präferenz der Wölfe bei Alter, Geschlecht und Kondition analysiert. „Für die Planungen zum weiteren Umgang mit dem Wolf, ist es wichtig sich mit dem Thema wissensbasiert auseinanderzusetzen“, sagte er abschließend.

Deutschlandweit gibt es ca. 6.000 Gehegehaltungen, davon 190 in Mecklenburg-Vorpommern. 52 landwirtschaftliche Wildgehege sind im Landesverband organisiert.

Neue Feuerwehrorganisationsverordnung tritt in Kraft

Schwerin – Heute tritt nach der Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt Mecklenburg-Vorpommern die neue Feuerwehrorganisationsverordnung (FwOV M-V) in Kraft. Mit der Neufassung gibt das Ministerium für Inneres und Europa den Gemeinden im Land ein Werkzeug für ihre Brandschutzbedarfsplanung an die Hand.

Mit Inkrafttreten des geänderten Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes M-V zum 31. Dezember 2015 sind alle Gemeinden verpflichtet, eine Brandschutzbedarfsplanung in Abstimmung mit ihren Nachbargemeinden, den Ämtern und den Landkreisen aufzustellen. Neben einer Bestandsaufnahme zu den tatsächlichen örtlichen Verhältnissen (u.a. zur Verfügung stehende Technik, Zahl der Mitglieder in der Feuerwehr) und einer Gefahren- und Risikoanalyse ist die Definition von Schutzzielen Teil dieser Brandschutzbedarfsplanung.

Innenminister Lorenz Caffier: „Wir haben die Verordnung in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband, dem Städte- und Gemeindetag sowie dem Landkreistag erarbeitet und auch Änderungsvorschläge aufgenommen. Alle Städte und Gemeinden haben nun zwei Jahre Zeit, ihre Feuerwehr risiko- und bedarfsgerecht, aber auch transparent und vorrausschauend für die Zukunft zu bemessen.“

Ergänzend zur Feuerwehrorganisationsverordnung wird das Innenministerium noch eine Verwaltungsvorschrift zur Erstellung von Brandschutzbedarfsplänen erlassen, deren Inhalt den Kommunen bereits vor einiger Zeit in einer „Orientierungshilfe“ bekannt gemacht wurde. Mit der Feuerwehrorganisationsverordnung und der geplanten Verwaltungsvorschrift haben die Kommunen einen roten Faden, an dem entlang sie landeseinheitlich ihre Feuerwehrbedarfspläne aufstellen können.

Die Brandschutzbedarfsplanung bietet eine umfassende und begründete Darstellung zur vorausschauenden Ermittlung des für die Aufgabenerfüllung notwendigen Bedarfes an Personal, Fahrzeugen, Geräten und Gebäuden der Feuerwehren einer Kommune. Durch die gemeindeübergreifende, flächendeckende Festlegung von Schutzzielen wird insbesondere die Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit benachbarter Gemeinden im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit ermöglicht. Auf der Grundlage gleichlautender Schutzziele können Aufgaben Synergien ausnutzend risiko- und sachgerecht gemeinsam erfüllt werden. Durch die vorgesehene Abstimmung zwischen benachbarten Gemeinden in Form der Befassung durch die Gemeindevertretungen der Nachbargemeinden wird auch diesen ein Überblick verschafft und der Weg zur Zusammenarbeit erleichtert.

Neue Sammelstelle für Öko-Strom

Umspannwerk Brahlstorf erhöht Versorgungssicherheit in der Region

Schwerin – Die WEMAG Netz GmbH (WNG) hat am 27. April 2017 das Umspannwerk Brahlstorf offiziell in Betrieb genommen. „Es dient vorrangig als Einspeisepunkt für Erneuerbare-Energien-Anlagen“, sagte Andreas Haak und verwies auf zwei Solarparks mit einer Leistung von sieben beziehungsweise acht Megawatt, die jetzt angeschlossen werden sollen.

Das Umspannwerk der WEMAG Netz GmbH in Brahlstorf ist offiziell in Betrieb gegangen. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Ohne das neue Umspannwerk Brahlstorf wäre kein Anschluss in diesen Größenordnungen in der Region möglich“, so der WNG-Geschäftsführer. Mit der neuen Anlage werden die umliegenden Umspannwerke in Hagenow, Boizenburg und Conow entlastet. Zudem konnte die WNG Anschlusskapazitäten für weitere EEG-Anlagen schaffen und die Versorgungssicherheit für ihre Kunden in der Region weiter erhöhen.

Das neue Umspannwerk verfügt über zwei Großtransformatoren. Die Anlage kann mit fortschreitender Energiewende um zwei weitere Transformatoren erweitert werden. Die WEMAG Netz GmbH investierte etwa 4,4 Mio. Euro in dieses Projekt.

Schäden durch Nandus in der Landwirtschaft

Schwerin – Mit einer Ausnahmegenehmigung des Biosphärenreservatsamts Schaalsee-Elbe als Untere Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee wird dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg auf Antrag die Genehmigung erteilt, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren zu manipulieren. Ihre natürliche Verbreitung haben Nandus in Südamerika.

In Deutschland gelten die Vögel als Neozoen. Der Nandubestand im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee geht auf einige wenige Tiere zurück, die im Jahr 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau entlaufen sind. Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegen zu wirken.

Vorausgegangen war eine gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Vertretern der Jägerschaft und dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe durchgeführte Auswertung der Entwicklung der Nandupopulation und der damit zusammenhängenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen.

Die Auswertung ergab, dass der Bestand in den letzten Jahren auf 220 Tiere angestiegen ist. Die Population hält sich in diesem Jahr im nördlichen Biosphärenreservat Schaalsee, insbesondere zwischen Utecht und Schattin, auf. Es zeigt sich, dass sich die überwinternden Gruppen deutlich vergrößert haben und bis zu 60 Tiere keine Seltenheit darstellen. Diese ernähren sich insbesondere von landwirtschaftlichen Kulturen, wie Raps, Rüben und Weizen. Die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen haben zugenommen. Beispielsweise mussten im Frühjahr 2017 ca. 15 ha Raps umgebrochen und mit anderen Kulturen bestellt werden.

Versuche der Vergrämung sowie andere Maßnahmen zur Minimierung der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen waren bisher erfolglos.

Seit 2000 wird der Nandubestand zweimal jährlich im Hauptverbreitungsgebiet im Landkreis Nordwestmecklenburg erfasst. Von März 2016 bis zum März 2017 vergrößerte sich die Population um 60 Tiere, von 160 auf 220.

Wirtschaftsgespräche zum Arbeitsmarkt

Insel Rügen – Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben am Freitag in Binz auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen über Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik sowie Fachkräftesicherung diskutiert. „Mecklenburg-Vorpommern kommt sowohl wirtschaftlich als auch auf dem Arbeitsmarkt weiter voran. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Neben der Gewinnung von Arbeitskräften ist es genauso wichtig, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Mitarbeiter in Unternehmen bleiben. Hierzu zählen attraktive Arbeitsplätze mit fairen Löhnen. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt. Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei, Beschäftigte durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen heranzuführen. Wir erarbeiten gegenwertig ein Maßnahmepaket für die Arbeitsmarktförderung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag vor Ort. Der Zahl der Arbeitslosen ist in Mecklenburg-Vorpommern im März deutlich zurückgegangen. In diesem Monat waren 79.400 Menschen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Das sind 11.500 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,6 Prozent.

In Vorpommern waren im Jahr 2004 bei der Bundesagentur für Arbeit rund 53.000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt registriert. Im Jahr 2016 waren dies rund 24.000 Arbeitslose. „Die Anzahl an Arbeitslosen hat sich mehr als halbiert. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, Menschen in Arbeit zu bringen. Wir haben noch eine Menge zu tun“, sagte Glawe. Es gibt regionale Unterschiede in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir wollen eine umfassende und räumlich differenzierte Analyse der regionalen und sektoralen Arbeitsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern erstellen. Darauf aufbauend wird der Entwurf eines Maßnahmenpaketes zugunsten einer regionalspezifischen Arbeitsmarktförderung des Landes entwickelt“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Für die regionalspezifische Arbeitsmarktförderung des Landes stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 landesweit etwa 45 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen und Familien bei der Arbeitsmarktintegration. „Für Langzeitarbeitslose ist es wichtig, die soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. Mit der Bürgerarbeit wollen wir zusammen mit den Jobcentern in 2017 und 2018 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schaffen. So geben wir Menschen in der Grundsicherung wieder eine Perspektive. Davon sollen nicht nur gemeinnützige, sondern auch gewerbliche Unternehmen profitieren, ohne dass es zu Verdrängungseffekten kommt. Die Planungen laufen auf Hochtouren“, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe.

In der Zuwanderung von geflüchteten Menschen liegt die Chance, vakante Stellen in Unternehmen besetzen zu können. „Deswegen ist die Unterstützung für die Wirtschaft bei der Integration von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt ein Anliegen meines Hauses. Unternehmer, die bereit sind, geflüchtete Menschen einzustellen, sollen Hilfe und Begleitung bekommen. Das Land und die Jobcenter werden Hand in Hand die ganzheitliche Betreuung von Arbeitgebern und Geflüchteten organisieren. Joblotsen sollen vor allem kompetente Berater und Betreuer von Arbeitgebern bei allen Fragen der Einstellung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen sein“, sagte Glawe.

Es wird nicht nur wegen des demografisch zurückgehenden Angebots an Arbeitskräften in Teilbereichen Engpässe bei Fachkräften geben. „Insbesondere weil die digital vernetzte Arbeitswelt durch komplexere und wissensbasierte Tätigkeiten gekennzeichnet ist, steigt die Nachfrage nach höheren Qualifikationen. Der demografische Wandel bedingt in Verbindung mit dem digitalen Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeit eine zunehmende Polarisierung von Arbeit. Das bedeutet unter anderem, dass sich Arbeit örtlich, zeitlich und qualitativ verändern wird. Dieser doppelte Strukturwandel führt zu steigenden Arbeitsplatzanforderungen. Das Wissen und der langjährige Erfahrungsschatz der Mitarbeiter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Unternehmenserfolges. Qualifizierung ist der Schlüssel zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Der Minister machte auf die Qualifizierungsoffensive in Unternehmen aufmerksam. Das Wirtschaftsministerium unterstützt künftig die Weiterbildung der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks. Die Offensive soll im Sommer dieses Jahres starten.

Der Minister dankte den Unternehmerinnen und Unternehmern vor Ort für ihr Engagement Vorpommern als Region wirtschaftlich weiter voranzubringen. „Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Eingeladen zu den Wirtschaftsgesprächen in Binz hatten die Fährhafen Sassnitz GmbH, die IHK zu Rostock, die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern sowie der Unternehmerverband Vorpommern.

Sellering: Kunst kann nur in Selbstbestimmtheit entstehen

Rostock – „Diese Ausstellung macht die Spannung deutlich, in der sich Kunst bewegt hat im Nationalsozialismus: Die Ausstellung ordnet, stellt gegenüber, gibt dem Kontrast Raum, lässt Brüche deutlich werden. Und sie zeigt mit symbolhaften Fotografien, was aus all dem, wofür die Bilder der offiziell akzeptierten Kunst standen, in letzter Konsequenz folgte“, betonte Ministerpräsident Erwin Sellering anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „ARTIGE KUNST – Kunst und Politik im Nationalsozialismus“ in der Kunsthalle in Rostock.

Über lange Jahre sei eine ernsthafte Debatte über die im Nationalsozialismus akzeptierte Kunst kaum gewagt worden, habe eine öffentliche Konfrontation, was die Ausstellung jetzt „Artige Kunst“ nennt, nicht stattgefunden. Sellering: „Umso wichtiger ist es jetzt, dass in dieser eindringlichen Ausstellung die Selbstenttarnung der einzelnen Werke als artige Verbeugung vor den nationalsozialistischen Machthabern und deren menschenverachtenden Ideologie anschaulich wird.“

Dabei vertraue die Ausstellung darauf, dass die mündigen Bürgerinnen und Bürger der heutigen Bundesrepublik Deutschland wissen würden, dass der Idylle, die als Malweise für die Darstellung reinrassiger Arier und ihrer idealisierten Lebensweise quasi vorgegeben war, als Kehrseite Rassenwahn, Hass und Vernichtungswille gegenüberstanden. „Ich finde es wichtig, von dieser Mündigkeit als gegeben auszugehen und nicht in endlose Belehrungen zu verfallen.“

Damit verschiebe sich die Diskussion von der allzu bangen Frage, ob einzelne Werke unkritisch seien, zu sehr spannenden kunstgeschichtlichen Fragestellungen: Was macht eine Skulptur, was macht Kunst zu nationalsozialistischer? Wie gehen wir um mit Werken von Malern oder Bildhauern, an deren künstlerischem Rang es wenig Zweifel geben kann, die gleichwohl vom Nationalsozialismus toleriert oder sogar gefeiert worden sind?

„Ich bin sicher, die Schau wird auch hier in Rostock zur Diskussion anregen – ästhetisch und politisch. Gerade in einer Zeit, in der es wieder verstärkt Kräfte gibt, die sich gegen eine offene, vielfältige Gesellschaft stellen, geht es auch um den Nachweis, dass Kunst von Rang mit dem Anspruch auf Originalität nicht in artiger Verbeugung und Anpassung vor Macht und Ideologie entstehen kann, sondern nur in Selbstbestimmtheit und ohne ideologische Fesseln“, betonte der Regierungschef.

„Müritz rundum“ steigert Attraktivität des Müritz-Nationalparks

Federow – „Mit der Erweiterung des Müritztickets wird ein Beitrag zur Regionalentwicklung durch die Erhöhung der Attraktivität für die Gäste geleistet. Damit werden noch mehr Besucher angelockt und die Region kann mit guten Voraussetzungen in den Wettbewerb mit anderen Urlaubsregionen treten. Jedes Ticket heißt: ein Auto weniger im Nationalpark, weniger Lärm, weniger Emissionen und ein großer Beitrag für den Klimaschutz“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Federow anlässlich der Saisoneröffnung der Nationalparklinie 2017 und der damit verbundenen Vorstellung des naturverträglichen öffentlichen Personennahverkehrs im Müritz-Nationalpark.

Mit dem Nationalpark-Ticket kommen die Besucherinnen und Besucher auf direktem Weg in den Nationalpark. Auf einer Strecke von 30 km fahren Busse mit Fahrradanhänger im Stundentakt von Waren nach Boek, Bolter Kanal, Rechlin und Hafendorf Müritz. Die Schiffe sind auf den Strecken Waren, Klink, Röbel, Bolter Kanal, Rechlin, Hafendorf Müritz sowie Malchow, Untergöhren und waren unterwegs.

„Die Kombination von Bus und Schiff, mit der Möglichkeit, das Fahrrad mitzunehmen, ist abwechslungsreich“, so Minister Backhaus. Seit der Einführung des Nationalpark-Tickets vor 20 Jahren wurden fast 680.000 Tickets verkauft. Mit dem Konzept „Müritz rundum“ wird dieses Angebot ausgeweitet und verbessert und die Region weiterentwickelt. Zukünftig ist eine Finanzierung über einer Tourismusabgabe der Anliegergemeinden geplant. So kann der Service von jedem Gast in Anspruch genommen werden. Des Weiteren soll ein Liniennetzplan für die Region erstellt werden. Anfang des Monats hat das Ministerium einen LEADER-Antrag des Fördervereins Müritz-Nationalpark zum Marketingkonzept von Müritz-Rundum für eine Zuwendung in Höhe von 45.550 € bewilligt. Bei einer Gesamtinvestition von knapp 59.000 € soll die touristische Mobilität durch die Entwicklung eines Corporate Designs, eines Kommunikationskonzeptes sowie die Erstellung von Layoutvorlagen für Werbung und Information in den Medien und die Ausstattung von 30 Haltestellen und Verknüpfungspunkten, verbessert werden.

Das Projekt dient der Verbesserung der touristischen Mobilität in der Region rund um die Müritz mit dem Schwerpunkt der besseren Erreichbarkeit des Müritz-Nationalparks. Darüber hinaus wird hier auch etwas für den ländlichen Raum getan, da die Anbindung der Anwohner garantiert wird. Schließlich gehört die Linie auch zum regulären Netz des Öffentlichen Personen Nahverkehrs.

Fünf Bahnhöfe binden den Nationalpark an den überregionalen Verkehr an und bringen die Besucherinnen und Besucher in die Natur. Hinzu kommen zwei Kanu-Wanderstrecken ohne Motorbootverkehr und ein Wegenetz von 720 Kilometern. Davon sind fast 450 km Wanderwege und rund 260 km Radwanderweg.

Jährlich werden im Müritz-Nationalpark 650.000 bis 750.000 Besucher begrüßt. Im vergangenen Jahr haben über 100.000 Gäste an Führungen, Veranstaltungen und Projekttagen teilgenommen.

Sturmflutschäden – Förderzusagen für Kommunen auf der Insel Rügen

Insel Rügen – Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat am Freitag drei Fördermittelzusagen an Vertreter der Kommunen Sassnitz, Binz und Glowe (alle Insel Rügen) zur Beseitigung der Sturmflutschäden übergeben. „Rügen ist eine der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsziele in Deutschland. Durch den Sturm im Januar sind Teile der touristischen Infrastruktur auf der Insel zerstört worden. Mit den Fördermittelzusicherungen werden für die Kommunen die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, die Schäden in den Gemeinden auf der Insel Rügen zu beseitigen. Nach Beendigung der Baumaßnahmen können unsere Besucher die beeindruckende Vielfalt auf Deutschlands größter Insel wieder unbeschwert genießen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In der Gemeinde Glowe sind am Badestrand vier Aufgänge durch das Sturmhochwasser beschädigt worden. Zwei der Strandaufgänge erhalten mit der Reparatur eine Rampe mit beidseitigem Geländer, die anderen Aufgänge werden mit einem Podest, Treppen und Geländer ausgestattet. „Glowe ist als staatlich anerkannter Erholungsort vor allem bei Naturliebhabern und Erholungssuchenden beliebt. Besonders das küstentypische Reizklima und die jodhaltiger Luft sind bei den Gästen beliebt. Damit Besucher und Anwohner Spaziergänge und Badespaß an dem kilometerlangen Sandstrand genießen können, werden die Strandaufgänge hergerichtet“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen knapp 50.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 45.000 Euro.

In der Stadt Sassnitz ist durch das Sturmhochwasser ein Teil der Zuwegung zum Nationalpark Jasmund im Bereich des Kurplatzes zerstört worden. Der Wanderweg verbindet unter anderem den Stadthafen mit dem UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder“. Neben der Wiederherstellung des Weges und der Erneuerung der Treppenanlage soll jetzt zusätzlich der Kurplatz touristisch aufgewertet werden. Unter anderem wird ein Trinkbrunnen gebaut unter Nutzung einer Sole- und Thermalquelle mit jod- und fluoridhaltiger Sole, die 1993 erschlossen wurde. „Die Kombination der regionalen Heilmittel von der Küste ist etwas ganz besonderes und führt zu einer Aufwertung der Region. Gleichzeitig soll der Bau des Trinkbrunnens dazu beitragen, die Stadt Sassnitz als Thermal- und Kreideheilbad zu etablieren“, sagte Tourismusminister Glawe.

Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen rund 1,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 1,35 Millionen Euro.

Im Ostseebad Binz sind der Strand und der Kurplatz durch das Sturmhochwasser beschädigt worden. Zunächst werden die Treppenanlagen am Strand repariert. Auf dem Kurplatz sollen die Beete vor den Wandelgängen neu gepflastert werden. „Die weiteren Arbeiten am Kurplatz selbst beginnen nach Abschluss der Saison, um Gästen und Anwohnern den Besuch von Veranstaltungen, anliegenden Gastronomiebetrieben und Hotels weitgehend ungestört zu ermöglichen“, sagte Glawe. Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen mehr als 1,1 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund einer Million Euro.

Insgesamt hat das Land im Zusammenhang mit der Sturmflut einen Fonds in Höhe von 25 Millionen Euro zur Beseitigung von Schäden aufgelegt. Beim Wirtschaftsministerium haben bisher 13 Kommunen einen formgerechten Antrag auf Förderung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gestellt. Die Gesamtkosten der beantragten Maßnahmen betragen 9,47 Millionen Euro.

Vorbereitungen für Projekt `Portalpraxis´ in Wolgast laufen

Wolgast – Die Kreiskrankenhaus Wolgast GmbH erhält einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn für das Projekt `Pädiatrische Portalpraxis Wolgast`. „Die Vorbereitungen für die Portalpraxis laufen. Wir schaffen mit dem Maßnahmebeginn die Voraussetzungen für die Umsetzung des neuartigen Projektes in Wolgast. Die Ausschreibungen für die Herrichtung der Räume können starten und Personal kann gewonnen werden. Vor Ort soll ein Modell erprobt werden, das zu einer sektorenübergreifenden Versorgung in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) beiträgt. Zudem werden damit auch die Bedarfe beispielsweise durch die touristische Saison entsprechend berücksichtigt. So können flexible Regelungen zur Sicherstellung der Versorgung im Rahmen des Projektes erprobt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

In Wolgast wird eine intersektorale fachärztliche Notfallversorgung am Beispiel der Pädiatrie in einer ländlichen Region durch eine Portalpraxisklinik aufgebaut. „Da eine solche Versorgungform bisher noch nicht in der Regelversorgung existiert, soll anhand des Projekts modellhaft die Praxistauglichkeit erprobt werden. Es ist notwendig, Versorgungskonzepte mit neuen Formen der Behandlung und Betreuung zu entwickeln, um weiterhin einen hohen fachlichen Standard zu gewährleisten“, erläuterte Glawe weiter. Zu den Zielen zählen unter anderem eine gut erreichbare Notfallversorgung in einem ländlich strukturierten Gebiet, die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte sowie der Einsatz telemedizinischer Instrumente für z.B. Videosprechstunden oder eine ärztliche Zweitmeinung. „Zudem wird ein kindgerechter Bereich mit 10 Plätzen als Portal-Praxisklinik gestaltet“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Eine wichtige Aufgabe für die Portalpraxisklinik ist die Sichtung und Einteilung („Triage“) der als Notfall ankommenden Kinder und Jugendlichen. „Hierzu sind ein ärztlicher Dienst sowie Kinderkrankenschwestern erforderlich. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Nutzung telemedizinischer Netzwerke. Für die Einrichtung und den Betrieb der Portalpraxisklinik am Krankenhausstandort Wolgast sind Ärzte und Krankenschwestern/Krankenpfleger erforderlich. „Hier laufen die Gespräche weiter. Die Fachkräftesuche ist eine Herausforderung. Alle Beteiligten sind gefordert, ihre Bemühungen weiter zu intensivieren“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Ausschreibung des Altenpflegepreises Mecklenburg-Vorpommern 2017

Schwerin – Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern vergibt auch im Jahr 2017 in Zusammenarbeit mit dem Landespflegeausschuss wieder einen Altenpflegepreis.

„Mit der Verleihung des Altenpflegepreises wollen wir die vielen Facetten der Pflege würdigen und ihre gesellschaftliche Bedeutung hervorheben“, betonte Ministerin Stefanie Drese heute in Schwerin. „Die tägliche Arbeit der vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ambulanten, teilstationären oder stationären Einrichtungen ist anspruchsvoll, vielseitig, professionell und verantwortungsvoll. Sie sorgen für die Lebensqualität der auf Unterstützung angewiesenen Menschen und für ein Klima von Mitmenschlichkeit“, so Drese.

Mit dem Preis sollen fachlich herausragende und Beispiel gebende Projekte sowie Angebote ambulanter und stationärer Pflegeleistungen ausgezeichnet und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Vorschläge bzw. Bewerbungen für den Altenpflegepreis 2017 können bis zum 30. Juni 2017 bei der Geschäftsstelle des Landespflegeausschusses, Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung, 19048 Schwerin, eingereicht werden. Jeder Vorschlag wird durch eine Jury bewertet, die aus je einem Vertreter der Verbände der gesetzlichen und der privaten Pflege- und Krankenkassen, der privaten, kommunalen und gemeinnützigen Einrichtungsträger sowie des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des Ministeriums besteht.

Vom Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro sollen für den ersten Preis 3.000 Euro, für den zweiten Preis 1.500 Euro und für den dritten Preis 500 Euro ausgereicht werden.

Dahlemann: Bundeswehr ist wichtiger Partner in unserer Gesellschaft

Viereck – „Das Gelöbnis ist ein besonderer Tag im Leben einer jeden Soldatin und eines jeden Soldaten. Der Dienstantritt liegt ein paar Wochen zurück. Alle haben mittlerweile militärische Grundkenntnisse erworben, erste Erfahrungen gesammelt, sich an den neuen Tagesablauf gewöhnt und sind hoffentlich schon ein bisschen heimisch geworden hier bei uns in Vorpommern. Mit dem Gelöbnis heute bekennen sie sich nun auch öffentlich zu ihrer verantwortungsvollen Aufgabe“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann beim gemeinsamen Gelöbnis von Rekrutinnen und Rekruten des Panzergrenadierbataillons 411 und des Jägerbataillons 413 in der Kürassier-Kaserne in Viereck.

Die Bundeswehr sei kein Arbeitgeber wie jeder andere. Dazu gehöre auch, dass sie sich öffentlichen Debatten stellen müsse. „Das ist für eine Parlamentsarmee, über deren Auftrag demokratisch gewählte Vertreter entscheiden, unverzichtbar.“ Zur demokratischen Kontrolle hinzu käme die innere Verbindung „zu unserer demokratischen Gesellschaft. Das ist ein Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, dessen Erfüllung seit der Aussetzung der Wehrpflicht nicht einfacher geworden ist. Umso mehr freue ich mich, dass die hier beteiligten Einheiten seit langem sehr vorbildlich rege Verbindungen in die Region pflegen.“

Umgekehrt würde die Region natürlich auch sehr genau wissen, „welchen hohen Stellenwert die Bundeswehr für uns hat. Sie ist nach wie vor der wichtigste Arbeitgeber. Als Auftraggeber für Handwerker und Dienstleistungen ist sie darüber hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – mit erheblicher Bedeutung für die Einnahmen von Städten und Dörfern. Deshalb haben wir uns gefreut, dass der Standortübungsplatz Jägerbrück durch die Bundesverteidigungsministerin wieder zum Truppenübungsplatz heraufgestuft wurde. Das war eine gute Entscheidung für die Haff-Region und ein schönes Beispiel, wo wir etwas erreicht haben, weil die Region geschlossen zusammengehalten hat.“

An die Rekruten gewandt sagte Dahlemann abschließend: „Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Zeit hier auch nutzen, um Vorpommern kennenzulernen, die Schönheit des Landesteils und seine wirtschaftlichen Potenziale. Auch nach Ihrem Dienst haben Sie bei uns alle Chancen für Ihre berufliche Zukunft.“

Stadtwald Ludwigslust wird künftig von Forstamt Grabow bewirtschaftet

Ludwigslust – Der rund 659 Hektar große Stadtwald Ludwigslust wird zukünftig durch das Forstamt Grabow betreut. Dies besiegelt ein Vertrag zwischen der Lindenstadt und der Landesforstanstalt, der heute im Rathaus Ludwigslust unterzeichnet wurde. Mit dabei war auch Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Der Vertrag zwischen der Landesforstanstalt und der Stadt Ludwigslust beinhaltet alle forstlichen Arbeiten – Pflanzung, Pflege, Holzeinschlag sowie Rückung des Holzes an die Waldstraße. Den Holzverkauf übernimmt weiterhin die Stadt Ludwigslust. Auch der Stadtförster bleibt für die Stadt tätig, konzentriert sich aber insbesondere auf die Verkehrssicherungsplicht im Stadtwald sowie die Einzelbäume im Stadtgebiet“, erklärte der Minister.

Der Stadtwald Ludwigslust besteht seit Ende der 1990er Jahre in Eigenbewirtschaftung parallel zur Struktur der Forstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern. Seit dieser Zeit fand die Beförsterung durch einen „Stadtförster“ statt. Es gab aber schon immer eine enge forstfachliche Zusammenarbeit mit dem örtlichen Forstamt, vornehmlich in förderrechtlichen Fragen oder gemeinsamen Waldpädagogikangeboten.

„Der neue Vertrag hebt die Kooperation auf ein neues Niveau und ist ein hervorragendes Beispiel für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Kommunen und dem Land“, so Backhaus.

Vorbild für diese Kooperation ist der bereits im März dieses Jahres mit der Stadt Grabow abgeschlossene Betreuungsvertrag über rund 2.000 ha Stadtwaldfläche. Traditionell arbeitet das Forstamt Grabow eng mit den Städten in seinem Forstamtsbereich zusammen.

Die Landesforst MV betreut bisher landesweit rund 43.000 Hektar kommunalen oder privaten Wald für die Verträge zur ständigen Betreuung geschlossen wurden. Sie kommt damit ihrem gesetzlichen Auftrag nach, ihre Kompetenzen als Einheitsforstverwaltung für den Wald unterschiedlicher Eigentumsformen und für die gesamte Region unter Beweis zu stellen. Hinzu kommen jährlich um die 385 fallweisen Betreuungsverträge mit kommunalen oder privaten Waldbesitzern.

Anlässlich des Tages des Baumes vor zwei Tagen pflanzte Minister Backhaus im Anschluss an die Vertragszeichnung eine Linde im Park in der Mauerstraße/Ecke Grabow Allee. Die Stadt musste kürzlich 47 Linden rund um den Kirchenplatz zu Leibe rücken, da ein Baumgutachter zu dem Ergebnis gekommen war, dass diese Bäume nicht mehr stand- und bruchsicher sind. Drei Bäume wurden ganz abgesägt, 44 Bäume hielten einen Kronensicherungsschnitt.

Der Stadtwald Ludwigslust ist mehr oder minder ringförmig auf mehreren Forstorten rund um die Stadt Ludwigslust verteilt. Die gesellschaftlichen Ansprüche an den Stadtwald sind sehr hoch: Holznutzung, Naturschutz, Bodenschutz, Klima-, Lärm- und Immissionsschutz, der Wasserschutz und durch die Stadtnähe vor allem die Erholungsfunktion.

Die Baumartenverteilung im Stadtwald stellt sich wie folgt dar. Generell zeigt sich eine deutliche Dominanz der Baumart Kiefer (53%). Daneben finden sich vor allem Stieleiche (9%), Erle (16%) und Birke (7%). Dabei ist die Baumartenverteilung von den jeweiligen Forstorten abhängig.

Die Flächen nördlich der Stadt (Richtung Neu Lüblow, Am Morgenberg, Richtung Neustadt- Glewe), die Garnisonsflächen östlich von Ludwigslust sowie die Dahlschen und Aaskuhlschen Tannen im Süden sind von Kiefer bestockt.

Innerhalb des Schlossgartens dominieren vor allem Erlen-, Stieleichen- und Buchenbestände.

Girls’Day ist wichtiges Veranstaltungsformat …..

…..um Rollenbilder und Geschlechterklischees aufzubrechen

Schwerin – Gleichstellungsministerin Stefanie Drese hat Mädchen und junge Frauen ermuntert, mutiger neue Wege bei der Berufswahl zu beschreiten. Bei der Auftaktveranstaltung zum Girls’Day 2017 sagte die Ministerin: „Viele Mädchen stellen nach solch einem Schnuppertag fest, dass ein Beruf im naturwissenschaftlich-technischen Bereich eine bisher nicht gekannte Alternative darstellen könnte.“

Der Girls’Day ist nach Ansicht Dreses als Anregung und Erweiterung des eigenen Horizonts ein enorm wichtiges Veranstaltungsformat. Sie freue sich, über die vielen Angebote von Unternehmen, Behörden und Institutionen und die Neugier vieler Mädchen. Drese: „So können die über lange Zeit gewachsenen Muster von Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl aufgebrochen werden.“

Zudem werde die Girls‘-Day- Koordinierungsstelle keineswegs nur rund um diesen einen Mädchen-Zukunftstag aktiv, sondern sei Netzwerkpartner vieler Projekte und Organisationen im Land, die sich im Bereich geschlechterdifferenzierter Berufsorientierung engagieren.

Ministerin Drese verwies in diesem Zusammenhang auf die seit über einem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bestehenden Girls‘-Day-Werkstätten. „Wir testen an mehreren Orten im Land, was es für Mädchen heißt, über das gesamte Schuljahr ihr Interesse und ihre Neugier auf Technik, Naturwissenschaft und Handwerk ausprobieren und vertiefen zu können. Es wird also geschaut, wie es wäre, wenn einmal in der Woche Girls` Day sei“, so Drese.

„Die Landesregierung, viele Unternehmen, die Gewerkschaften und weitere Akteure leisten ihren Beitrag für eine gelebte Gleichberechtigung, für freie Entfaltungschancen für Mädchen und Jungen, die Rollenklischees überwindet – und das nicht nur am Girls‘ Day“, sagte Ministerin Drese.