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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Sozialministerin begrüßt geplante Rücknahme der Elterngeld-Kürzung

Drese: „Familien brauchen Zeit, Unterstützung und Verlässlichkeit statt Leistungskürzungen“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese begrüßt, dass Bundesfamilienministerin Karin Prien die geplante Kürzung der Elterngeld-Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate zurücknehmen will. Ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesministeriums geht nun in die Beratungen.

„Ich habe im Juli deutlich kritisiert, dass die Antwort auf sinkende Geburtenzahlen nicht die Kürzung von Leistungen für junge Eltern sein darf. Dass unsere Kritik aufgegriffen wurde, ist ein wichtiges Signal. Familien brauchen Unterstützung und Verlässlichkeit“, sagte Drese.

Der neue Entwurf sieht nun weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld vor. Künftig sollen vier Monate für jeden Elternteil reserviert sein, sechs weitere Monate können flexibel verteilt werden. „Eine gleichmäßigere Aufteilung der Betreuung stärkt die Partnerschaftlichkeit.

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen allerdings seit Jahren nur rund 30 Prozent der Väter Elterngeldmonate in Anspruch. Das muss sich ändern“, betonte Drese. Ihr Appell an Väter und Arbeitgeber: „Nutzt die Zeit mit euren Kindern und ermöglicht diese Erfahrung auch im Berufsalltag. Gerade kleine Betriebe brauchen praktikable Lösungen – am Ende profitieren auch sie von motivierten Vätern.“

Positiv bewertet Drese die geplante Anhebung des Mindestbetrags von 300 auf 330 Euro und des Höchstbetrags von 1.800 auf 1.900 Euro. „Das ist richtig und überfällig. Wir müssen zugleich genau prüfen, wie sich die neue Berechnung auf Familien mit unterschiedlichen Einkommen auswirkt. Entscheidend ist, dass die Reform Eltern nicht zusätzlich belastet.“ Auch Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld beziehen können. Ihre besondere Verantwortung für Betreuung und Alltag müsse berücksichtigt werden.

Drese zum Welt-Schlaganfalltag: Symptome erkennen, Leben retten

Zum Welt-Schlaganfalltag informiert Drese über die Bedeutung frühzeitiger Symptomerkennung, die Schlaganfallversorgung in MV und Hilfsangebote für Angehörige.

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern leben fast 2,2 Prozent der Bevölkerung mit den Folgen eines bis zu zehn Jahre zurückliegenden Schlaganfalls und damit über den bundesweiten Durchschnitt von 1,84 Prozent. Das entspricht in etwa 28.300 Menschen, darunter 15.800 Männer und 12.500 Frauen, deren Leben sich durch einen ischämischen Schlaganfall oder eine Hirnblutung oftmals nachhaltig verändert hat., erklärte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Welt-Schlaganfalltages.

„Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen möglichst umfassend und kompetent behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden“, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es hierfür neun eigens zertifizierte Spezialstationen, auch Stroke Units genannt, die in besonderem Maße auf diese Behandlung eingestellt sind und auch komplexe diagnostische und therapeutische Maßnahmen vornehmen können, etwa zum Lösen oder Entfernen eines Blutgerinnsels. Hinzu kommen Krankenhäuser mit telemedizinisch vernetzter Stroke Unit. An allen Standorten werden die Betroffenen von multidisziplinären Ärzteteams und neurologisch geschulten Pflegekräften engmaschig begleitet.

Diese Versorgungskette könne aber nur dann anlaufen, wenn die Symptome eines Schlaganfalles auch als solche erkannt werden, verdeutlichte Drese und warb zum Aktionstag dafür, sich mit dem sogenannten FAST-Test vertraut zu machen. „Dabei stehen die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit) für vier entscheidende Schritte. Betroffene sollen lächeln, beide Arme heben und einen einfachen Satz nachsprechen. Treten dabei Auffälligkeiten auf, selbst wenn diese nach kurzer Zeit wieder nachlassen, wählen Sie umgehend die 112“, so Drese weiter.

Bestätige sich die Diagnose, so reichen die Folgen eines Schlaganfalls teils weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Manche Betroffene müssen grundlegende Fähigkeiten neu erlernen, mit körperlichen Einschränkungen umgehen oder ihre berufliche und private Lebensplanung verändern. Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen, wenn sie bei der Pflege, im Alltag oder bei der Organisation der weiteren Versorgung unterstützen.

„Dass das diesjährige Motto des Aktionstages ‚Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein‘ laute und diese Leistung in den Mittelpunkt rücke, sei deshalb enorm wichtig, so Drese. „Ganz oft werden Angehörige zur wichtigsten Stütze, begleiten Betroffene durch schwierige Zeiten und setzen sich innerhalb kürzester Zeit mit dem Krankheitsbild auseinander, um bestmöglich unterstützen zu können. Das verdient Anerkennung und Dank“, hob sie hervor.

Gleichzeitig dürften die Belastungen, die mit dieser Verantwortung einhergingen, nicht unterschätzt werden. „Wer einen nahestehenden Menschen unterstützt oder pflegt, muss nicht alles allein bewältigen. Es ist wichtig, dass Angehörige auch auf ihre eigenen Kräfte achten und wissen, wo sie Beratung und Entlastung finden können“, so die Ministerin.

Eine wichtige Anlaufstelle seien die 19 Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei und unabhängig, etwa zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie zur Organisation der häuslichen Pflege. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen gern dabei, passende Angebote zu finden und die nächsten Schritte zu planen, damit die Betroffenen auch nach einem Schlaganfall den Weg zurück in den Alltag finden.“

Rostocker Pflegestützpunkte feiern 15-jähriges Bestehen

Staatssekretärin Grimm: „Gute Beratung ist Voraussetzung für die Stärkung der häuslichen Pflege“

Rostock – Gute Pflege beginnt mit guter Beratung. Wer plötzlich Pflege organisieren muss, braucht schnell Klarheit über Ansprüche, Unterstützungsmöglichkeiten und die nächsten Schritte.

„Ob Pflegebedürftige möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können und Angehörige nicht an ihre Belastungsgrenzen geraten, hängt entscheidend davon ab, ob sie rechtzeitig die passende Hilfe finden“, sagte Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm am Mittwoch bei der Festveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen der Rostocker Pflegestützpunkte. Genau hier setzt die Arbeit der mittlerweile 19 Pflegestützpunkte im Land an: mit einer Pflegeberatung etwa zu Pflegegraden und Leistungsansprüchen, die kostenlos, unabhängig und an den konkreten Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein.

„Die Expertinnen und Experten in den Pflegestützpunkten schauen nicht zuerst darauf, welcher Anbieter eine Leistung erbringt, sondern darauf, was ein Mensch tatsächlich braucht. Sie helfen, Angebote zu finden, Ansprüche zu verstehen und Unterstützung zu organisieren“, so Grimm.

Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigt die Entwicklung der Beratungszahlen: Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Beratungen an den beiden Rostocker Standorten von 4.850 im Jahr 2023 auf 5.922 im vergangenen Jahr – ein Plus von rund 22 Prozent. „Hinter jeder Beratung stehen Menschen und Familien, die Antworten auf drängende Fragen suchen“, betonte die Staatssekretärin.

Der Pflegestützpunkt Rostock Nord nahm am 25. Juni 2011 als dritte Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern seine Arbeit auf. 2013 kam die Außenstelle in der Südstadt hinzu. Die Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern sind die erste Anlaufstelle für Pflegebedürftige, ältere Menschen und ihre Angehörigen bei allen Fragen rund um die Pflege.

Grimm verdeutlichte, dass die Beratungsstellen im Land weiter gestärkt und die regionalen Hilfsangebote besser miteinander verzahnt werden. „Wenn Land, Pflegedienste, Pflegekassen, Kommunen, medizinische und soziale Einrichtungen sowie ehrenamtliche Unterstützungsangebote gut zusammenarbeiten, kommt die Hilfe verlässlich an. Gute Pflege entsteht, wenn die verschiedenen Angebote ineinandergreifen. Die Pflegestützpunkte sind dabei eine wichtige Schaltstelle sein. Unser Anspruch muss sein, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht nur zu beraten, sondern ihnen dabei zu helfen, tragfähige Lösungen für ihren Alltag zu finden“, betonte Grimm.

Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern

Versorgung in der Fläche sichern, Qualität stärken

Güstrow – Die Krankenhausreform geht in Mecklenburg-Vorpommern in die entscheidende Phase. Bei der 4. Kommunalen Krankenhauskonferenz am Montag in Güstrow hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm vor Bürgermeistern und weiteren kommunalen Amts- und Mandatsträgern über den Stand der Umsetzung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und die anstehende Zuweisung der Leistungsgruppen informiert. Ziel des Landes ist es nach Angabe von Grimm, die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung zu sichern, die Behandlungsqualität zu verbessern und alle 37 Krankenhausstandorte zu erhalten.

„Wir wollen einen Strukturwandel mit Verantwortung: eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung, die für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch im Notfall gut erreichbar bleibt. Gleichzeitig müssen wir spezialisierte Behandlungen dort bündeln, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung vorhanden sind. Beides gehört zusammen: gute Qualität und verlässliche Versorgung in der Fläche“, sagte Grimm.

Mit dem im Oktober 2025 in Kraft getretenen Landeskrankenhausgesetz, dem neuen Krankenhausplan und den ergänzenden Rechtsverordnungen hat das Land wichtige Grundlagen für die Reform geschaffen. Die Krankenhausplanung berücksichtigt künftig systematischer, welche medizinischen Leistungen regional benötigt werden, wie gut Krankenhäuser erreichbar sind und wie sich die Versorgung angesichts des demografischen Wandels entwickeln wird, so Grimm.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die erstmalige Zuweisung der Leistungsgruppen. Sie legt fest, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhausstandort künftig anbieten darf. Grundlage sind sowohl der regionale Versorgungsbedarf als auch die Erfüllung der Qualitätsanforderungen, etwa bei Personal, Fachabteilungen und technischer Ausstattung.

Grimm betonte, dass die Leitlinie der Zuweisung klar ist: 22 Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung decken rund 80 Prozent aller vollstationären Fälle in Mecklenburg-Vorpommern ab. Die übrigen 37 Leistungsgruppen betreffen spezialisierte Leistungen, auf die rund 20 Prozent der stationären Fälle entfallen. Die Zahl der Leistungsgruppen allein sage deshalb wenig darüber aus, wie wichtig ein Krankenhaus für die Versorgung seiner Region ist. „Nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede beantragte Leistungsgruppe erhalten. Entscheidend ist aber, was die Menschen tatsächlich brauchen und wie wir die Versorgung insgesamt regional absichern“, erklärte Grimm.

Eine besondere Bedeutung hat für Mecklenburg-Vorpommern die im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerte gesetzliche Ausnahmeregelung für Flächenländer. Danach können Leistungsgruppen auch dann zugewiesen werden, wenn einzelne Qualitätskriterien nicht erfüllt sind – sofern dies für die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich ist.

Das Land will diese Möglichkeit gezielt nutzen, um insbesondere die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung nicht durch starre Vorgaben zu gefährden. Bis zum Jahresende können solche Ausnahmen im Benehmen mit den Krankenkassen erfolgen. Ab 2027 ist dafür grundsätzlich deren Einvernehmen erforderlich. Die Ausnahmen sollen befristet eingesetzt werden, damit notwendige Qualitätsstandards perspektivisch erreicht werden.

„Wir dürfen die Versorgung im ländlichen Raum nicht allein nach starren Zahlen organisieren. Wenn eine Leistung für die Menschen vor Ort unverzichtbar ist, müssen wir die besonderen Bedingungen unseres Landes berücksichtigen. Diese von uns gegenüber dem Bund hart erkämpften Ausnahmen sind ein gezieltes Instrument, um Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Qualität weiterzuentwickeln“, so Grimm.

Die Staatssekretärin erklärte, dass das Land die Anträge der Krankenhäuser entgegengenommen hat und die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst abgeschlossen sind. Nach den Abstimmungen mit den Krankenkassen und weiteren Planungsbeteiligten beginnt Mitte November die Anhörung der Krankenhäuser. Anschließend sollen die Entscheidungen finalisiert und die Bescheide noch im Dezember versandt werden. Die neuen Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Grimm: „Die Entscheidungen werden die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern langfristig prägen. Deshalb prüfen wir sorgfältig, wo Leistungen gebraucht werden, welche Qualitätsanforderungen erfüllt sind und wo Ausnahmen notwendig sind. Die Reform muss am Ende zweierlei leisten: bessere Behandlungsqualität und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im ganzen Land.“

Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates

Landes-Demenzplan gibt Orientierung für eine demenzfreundliche Gesellschaft

Schwerin – Alle drei Sekunden erkrankt in Deutschland rein rechnerisch ein Mensch an Demenz. Schon jetzt leben Schätzungen zufolge mehr als 40.000 Betroffene in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz steigend. Mit den Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt und mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft darauf einstellen kann, hat sich heute auch die zweitägige Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates befasst.

Aus dem Sozialministerium wurde dabei insbesondere der neue Landesplan Demenz vorgestellt, der in zehn Handlungsfeldern erstmals eine umfassende und gemeinsame Grundlage schafft, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern systematisch zu verbessern.

„Gemeinsam mit zahlreichen Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und ihren Angehörigen selbst haben wir uns dabei verschiedensten Bereichen gewidmet, die für die Teilhabe und eine gute Versorgung wichtig sind. Angefangen von einer guten Aufklärung und Prävention über Beratungs- und Unterstützungsangebote bis hin zu Themen wie dem Wohnen, einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung und der Netzwerkarbeit auch im eigenen Wohnumfeld“, erläuterte die geschäftsführende Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Der Demenzplan verstehe sich dabei als gemeinsamer Handlungsrahmen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft. Er solle dazu beitragen, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken zu erkennen und die Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auch auf zukünftige Bedarfe auszurichten, so Drese weiter.

„Wichtig ist uns dabei gewesen, das Leben in möglichst allen Facetten abzubilden. Denn Menschen mit Demenz brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Hilfe, sondern auch ein Umfeld, das Sicherheit gibt und die Teilhabe am Alltag lange erhält“, betonte sie und äußerte den Wunsch, dass Demenz deshalb auch noch viel stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werde, statt als individuelle medizinische Diagnose.

Dafür sei der Demenzplan ein erster wichtiger Schritt. „Aber auch darüber hinaus haben wir im Land neue Strukturen geschaffen, um Expertise hinzuzuziehen. Denn schon jetzt ist klar, dass sich die Folgen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern besonders deutlich zeigen werden und wir vorausschauend die Weichen für eine Zukunft stellen müssen, in der demenzielle Erkrankungen noch deutlich häufiger auftreten werden“, hob Drese hervor.

Deshalb habe das Land im vergangenen Jahr auch erstmals einen wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz gegründet, der Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Medizin zusammenbringt. „Das unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Versorgung und Politik und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse zur Demenz direkt berücksichtigt werden können, etwa auch in der Weiterentwicklung des Demenzplanes. Denn dieser ist kein abgeschlossenes Papier, sondern soll mitsamt den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Immer mit dem übergeordneten Ziel, Betroffene zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer demenzfreundlichen Gesellschaft zu ermöglichen“, schloss Drese.

Am 24. Oktober ist Welt-Polio-Tag

Drese bezeichnet Polio-Impfung als große Errungenschaft der Präventionsmedizin

Schwerin – Am (morgigen) 24. Oktober findet seit 1988 der Welt-Polio-Tag statt. Er soll das Bewusstsein für Poliomyelitis (im Volksmund auch Kinderlähmung genannt) stärken und führt zugleich den großen Erfolg von Impfungen vor Augen. Für die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist der Polio-Impfstoff heute eine der größten Errungenschaften der Präventionsmedizin.

„Noch bis in die 1950er Jahre gehörte die Kinderlähmung zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Regelrechte Infektionswellen des hochansteckenden Poliovirus führten zu schweren Lähmungen an Beinen, Armen und Atmungsorganen und damit zu bleibenden Beeinträchtigungen oder gar bis zum Tod. Dass diese Krankheit heute als zurückgedrängt gilt, ist ein enormer Erfolg, den wir umfassenden und jahrzehntelangen Impfprogrammen und hohen Impfquoten zu verdanken haben“, betonte Drese.

Seit der Einführung des flächendeckend verfügbaren Impfstoffes im Jahr 1962, ein Jahr nach einer besonders schweren Epidemie, die in Deutschland 306 Menschen das Leben kostete, konnten so bereits in den 80er Jahren kaum noch Infektionen festgestellt werden. Die letzte einheimische Infektion wurde 1990 verzeichnet, seit 2002 gilt ganz Europa als poliofrei.

„Eine hohe Impfquote ist dabei der beste Schutz vor erneuten Ausbrüchen, gerade wenn genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) immer mal wieder in Abwasserproben nachgewiesen werden können“, hob Drese hervor. „Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polio-Impfquote von 94,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen zur Spitzengruppe in Deutschland gehören, ist daher eine äußerst erfreuliche Nachricht“, so Drese.

Während MV so fast punktgenau die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zielmarke von 95 Prozent für einen sicheren Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreicht, liegt der bundesweite Durchschnitt bei den Erstklässlern nur bei rund 88 Prozent.

Das zeige, dass MV im historischen und aktuellen Vergleich eine der effektivsten Strukturen bei der Nachverfolgung und Wahrnehmung von Impfterminen habe, so Drese. „Während weite Teile Deutschlands die 95-Prozent-Marke aus den Augen verloren haben, schafft es MV durch den starken Aufholeffekt bis zum Schulstart fast bis auf den Punkt genau perfekt, dieses Sicherheitsnetz zu halten. Auf diesen Werten dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, appellierte Drese.

So gebe es die Tendenz, dass die letzte nötige Impfstoffdosis im zweiten Lebensjahr verschleppt wird. „Im Alter von 24 Monaten sind bundesweit im Schnitt erst 76,9 Prozent der Kinder vollständig gegen Polio grundimmunisiert. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Quote mit 79,2 Prozent zwar etwas höher, ist aber für eine Minimierung der Risiken ausbaufähig“, so Drese.

Noch besser wäre aber eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter (insgesamt 3 Impfstoffdosen im ersten Lebensjahr: nämlich im 2., 4. und 11. Monat). Die Ministerin bittet Eltern deshalb, den Aktionstag als Anlass zu nehmen, das Impfheft ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen zeitnah in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachholen zu lassen. „Denn jede vollständige Impfung hilft, Polio-Fälle oder Fälle mit Folgeschäden zu vermeiden“, sagte Drese.

Einsamkeit bekämpfen, Zusammenhalt stärken

Schwerin – „Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode wichtige Grundlagen geschaffen, um Einsamkeit wirksamer zu bekämpfen. Jetzt müssen wir diesen Weg konsequent fortsetzen: mit mehr Möglichkeiten für Begegnung, besseren Mobilitätsangeboten, niedrigschwelliger Unterstützung und mehr Chancen, sich ehrenamtlich einzubringen.“ Die geschäftsführende Sozialministerin Stefanie Drese hat am Donnerstag bei der Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte das Thema Einsamkeit in den Mittelpunkt gerückt.

„Unser Ziel muss sein, dass Menschen leichter Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte Drese in Banzkow. Denn Zusammenhalt entstehe nicht von allein. Er brauche politische Priorität und Menschen, die ihn vor Ort mit Leben füllen. Den Seniorenbeiräten komme dabei eine Schlüsselrolle zu, so Drese.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist die Aufgabe nach Aussage der Ministerin besonders wichtig: Große Entfernungen im ländlichen Raum, eine geringe Bevölkerungsdichte und viele alleinlebende Menschen erschwerten soziale Kontakte. „Ein bezahlbares Seniorenticket ist deshalb mehr als eine Frage der Mobilität. Es ermöglicht Besuche, stärkt das Ehrenamt und hilft Menschen, aktiv am Leben teilzunehmen“, so Drese. Ebenso wichtig seien Begegnungsstätten, Nachbarschaftstreffs, Vereine und andere Orte, an denen Menschen ohne große Hürden miteinander ins Gespräch kommen können.

Drese verdeutlichte, dass das Land den Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig zu einem politischen Schwerpunkt gemacht hat. Am Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter haben mehr als 60 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft rund zweieinhalb Jahre gearbeitet. Das Ergebnis: mehr als 100 Handlungsempfehlungen, unter anderem zu altersgerechten Wohn- und Lebensumfeldern, digitaler Teilhabe, ehrenamtlichem Engagement, dem Übergang in den Ruhestand und psychischer Gesundheit. Mecklenburg-Vorpommern ist zudem der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit als Erstunterzeichner beigetreten.

Auch bei der Umsetzung setzt das Land auf konkrete Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung. Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte“ werden zusätzliche öffentliche Begegnungsräume geschaffen oder bestehende Treffpunkte aufgewertet. Die Prävention von Einsamkeit ist außerdem in der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention verankert und mit Fördermitteln ausgestattet.

Drese würdigte ausdrücklich den Beitrag des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte. Rund 30 schriftliche Stellungnahmen habe der Vorstand zuletzt erarbeitet und sich unter anderem am Runden Tisch gegen Einsamkeit, an der Engagementstrategie des Landes und an der Arbeit zum Thema Demenz beteiligt. „Sie geben den Anliegen älterer Menschen in unserem Land eine starke Stimme. Und Sie wissen aus Ihrer Arbeit vor Ort am besten, wo Begegnungsmöglichkeiten fehlen und was Menschen brauchen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, sagte Drese. Die gesetzlich verankerte Seniorenmitwirkung sei dafür ein wichtiger Rückhalt. Das Land fördert den Landesseniorenbeirat in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 103.000 Euro.

„Einsamkeit ist kein unausweichliches Schicksal“, sagte Drese. „Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen in jedem Lebensalter dazugehören und mitgestalten können. Dafür brauchen wir starke Kommunen, verlässliche Begegnungsorte und ein Ehrenamt, das Menschen zusammenbringt. Die Seniorenbeiräte leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag: Sie geben älteren Menschen eine Stimme und machen Zusammenhalt vor Ort konkret.“

Grippeimpfung schützt auch das Herz

Schwerin – Die Grippesaison steht bevor. Gesundheitsministerin Stefanie Drese ruft deshalb dazu auf, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und sich gegen Influenza impfen zu lassen. Ein bislang wenig beachteter Vorteil: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Grippeimpfung auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken kann.

„Viele denken bei der Grippeimpfung zuerst an Husten, Fieber und ein paar Tage im Bett. Dabei geht es um deutlich mehr: Eine Influenza kann den ganzen Körper belasten – auch das Herz. Die Impfung ist deshalb nicht nur Infektionsschutz, sondern kann sogar Leben retten“, sagte Drese.

Wie wichtig dieser Zusammenhang ist, unterstreicht eine gemeinsame wissenschaftliche Empfehlung europäischer Herzmedizin-Fachgesellschaften, die im Fachjournal *European Heart Journal* veröffentlicht wurde.

Darin haben Expertinnen und Experten die Ergebnisse klinischer Studien, großer Datenauswertungen und weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen und bewertet. Ihr Fazit: Die Grippeimpfung kann das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse messbar verringern. Besonders profitieren können Menschen mit koronarer Herzkrankheit, nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche.

Der Grund: Bei einer Grippeinfektion löst das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus. Diese können auch Herz und Blutgefäße belasten, bestehende Gefäßablagerungen destabilisieren und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen. Eine Impfung kann helfen, diese zusätzlichen Risiken zu reduzieren.

„Wer bereits eine Herzerkrankung hat, sollte diesen zusätzlichen Schutz unbedingt mitdenken. Blutdruck, Blutfette und Blutzucker im Blick zu behalten, ist wichtig – ebenso kann die Grippeimpfung ein Baustein der Herzinfarkt-Vorsorge sein“, betonte Drese.

Besonders empfohlen wird die jährliche Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich.

Für ältere Menschen stehen spezielle Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die eine stärkere Immunantwort fördern und so den Impfschutz im Alter verbessern können. Da sich der Impfschutz erst nach etwa zehn bis 14 Tagen aufbaut, ist eine Impfung im Oktober oder November sinnvoll. Auch später kann sie während einer laufenden Grippewelle noch einen Nutzen haben.

„Warten Sie nicht, bis die Grippewelle da ist. Prüfen Sie Ihren Impfschutz und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein kleiner Piks kann mehr bewirken, als viele denken – für die eigene Gesundheit und für die Menschen, die uns wichtig sind“,   so Stefanie Drese, Gesundheitsministerin