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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Männergesundheit: Früherkennung kann Leben retten

Schwerin – Männer in Mecklenburg-Vorpommern haben im bundesweiten Vergleich eine niedrige Lebenserwartung. Mit durchschnittlich 77 Jahren bei Geburt lag das Land 2025 auf dem vorletzten Platz unter den Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Frauen in Mecklenburg-Vorpommern erreichen dagegen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren und liegen damit im bundesweiten Mittelfeld.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin auch einen Anlass, die Männergesundheit stärker in den Blick zu nehmen. „Auch wenn die Lebenserwartung im Vorjahresvergleich leicht gestiegen ist, müssen uns diese Zahlen aufrütteln. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Männer in MV so viel früher sterben als Frauen. Natürlich gibt es dafür unterschiedliche Ursachen. Aber ein wichtiger Ansatzpunkt ist, dass Männer ihre Gesundheit ernster nehmen und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßiger nutzen. Wer erst zum Arzt geht, wenn Beschwerden auftreten, verschenkt wertvolle Zeit. Viele Erkrankungen lassen sich früh erkennen und dann besser behandeln“, betonte Drese.

Tatsächlich zeigen aktuelle Versorgungsdaten, dass Männer bei zahlreichen Früherkennungsuntersuchungen deutlich hinter Frauen zurückbleiben – und das sogar bei Angeboten, die beiden Geschlechtern gleichermaßen offenstehen. So nutzen nach den vorliegenden Daten nur gut 44 Prozent der anspruchsberechtigten Männer ab 35 Jahren den allgemeinen Gesundheits-Check-up. Bei Frauen sind es rund 50 Prozent. Besonders groß ist die Lücke bei der Krebsfrüherkennung: An der Untersuchung auf Prostata- und Genitalkrebs nehmen bundesweit nur etwa 25 Prozent der anspruchsberechtigten Männer teil. Auch beim Hautkrebs-Screening und beim Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung sind Frauen deutlich aktiver.

„Es geht dabei nicht darum, aus jedem gesunden Mann einen Patienten zu machen. Es geht darum, Risiken rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Ein Blutdruck-Check, eine Untersuchung der Prostata oder ein Hautkrebs-Screening können wichtige Hinweise liefern. Und gerade beim Darmkrebs kann Früherkennung sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht“, so Drese.

Die Ministerin appellierte deshalb insbesondere an Männer, den nächsten Arztbesuch nicht aufzuschieben: „Gesundheit ist keine Frage von Schwäche oder Stärke. Wer Verantwortung für sich und seine Familie übernimmt, sollte auch Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Mein Rat an alle Männer: Vereinbaren Sie einen Vorsorgetermin – nicht erst dann, wenn etwas wehtut. Die Angebote sind da, sie werden von den Krankenkassen bezahlt. Nutzen Sie sie!“

Diese Vorsorgeuntersuchungen sind für Männer kostenfrei

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Dazu gehören insbesondere:

  • Gesundheits-Check-up: Zwischen 18 und 34 Jahren einmalig, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie mögliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes untersucht.
  • Prostata- und Genitalkrebsfrüherkennung: Ab 45 Jahren jährlich.
  • Hautkrebs-Screening: Ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Ab 50 Jahren.
  • Ultraschall der Bauchschlagader: Männer ab 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas.
  • Lungenkrebsfrüherkennung: Seit April 2026 gibt es für starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren ein jährliches Screening mittels Niedrigdosis-CT, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die genannten gesetzlichen Früherkennungsleistungen sind zuzahlungsfrei. Nicht jede zusätzliche Untersuchung, die in einer Arztpraxis angeboten wird, gehört allerdings zum Leistungskatalog der Krankenkassen. Drese rät dazu, sich bei der jeweiligen Krankenversicherung über Leistungsangebote und -umfänge zu informieren.

Drese: „Niemand muss sich fürchten, zum Arzt zu gehen oder eine Untersuchung in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Vorsorge gibt Sicherheit und kann entscheidend dazu beitragen, länger gesund zu bleiben. Ich möchte deshalb gerade die Männer ermutigen, sich mit ihrem Hausarzt über die für sie passenden Untersuchungen zu verständigen. Es ist ein Termin, der sich lohnen kann – für das eigene Leben und für die Menschen, die einem wichtig sind.“

Start der Grippesaison: An Auffrischung des Impfschutzes denken

Schwerin – Rund 45 Prozent der Menschen ab 60 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern waren zuletzt gegen die echte Grippe (Influenza) geimpft. Damit liegt das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Prozent. „Das ist eine gute Entwicklung und zeigt, dass die Grippeschutzimpfung bei uns einen vergleichsweisen hohen Stellenwert hat.

Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass mehr als die Hälfte der Menschen über 60, die zur Risikogruppe gehören, noch keinen Impfschutz hat. Das wollen wir ändern“, betonte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese, als sie selbst ihren Impfschutz durch das Team des Schweriner Gesundheitsamtes auffrischen ließ.

Dass Mecklenburg-Vorpommern bei der Grippeschutzimpfung älterer Menschen überdurchschnittlich gut abschneidet, sei dabei keine Momentaufnahme. „Wir liegen seit vielen Jahren konstant über dem Bundesschnitt. Trotzdem macht es mir Sorgen, dass die Influenza-Impfquote seit der Saison 2020/2021 bundesweit wie auch in MV konstant rückläufig ist.

Damals lagen wir etwa noch bei Werten von knapp 63 Prozent“, so Drese. „Wir müssen deshalb aufpassen, dass wir diese über Jahre erreichte vergleichsweise gute Impfquote nicht verlieren – gerade in unserem Land mit einem hohen Anteil älterer Menschen.“

Denn das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen steige mit zunehmendem Alter und eine echte Grippe sei keineswegs mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen, betonte Drese. Eine Influenza könne etwa Entzündungen auslösen, die bis zur Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall auch bis zum Tod führen.

„Eine Grippeschutzimpfung ist deshalb der beste Weg, sich vor einer möglicherweise schweren Erkrankung und ihren Komplikationen zu schützen. Das gilt insbesondere für Seniorinnen und Senioren aber auch für andere Gruppen, die ein erhöhtes Risiko für einen solch schweren Krankheitsverlauf haben. Dazu gehören Personen, die mit chronischen Krankheiten leben, Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie Schwangere mit Grunderkrankungen“, erklärte sie.

Auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Menschen, die sie beruflich oder privat betreuen, wird die Impfung von der STIKO empfohlen. Sinnvoll kann sie außerdem für Menschen sein, die in Einrichtungen mit viel Kundenkontakt oder im direkten Kontakt mit bestimmten Tieren wie Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben stehen.

„Da es nach der Impfung etwa zehn bis 14 Tage dauert, bis sich der vollständige Impfschutz aufgebaut hat, sollte die Impfung möglichst rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle erfolgen. Lassen Sie sich also möglichst zeitnah von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, um sich oder andere auch in diesem Winter zu schützen“, betonte Drese.

Angebote zur Impfung selbst bieten neben den Hausarztpraxen auch Apotheken und die Gesundheitsämter an. In diesem Jahr ruft zudem das Bundesministerium für Gesundheit erstmals die Aktionswoche Impfen aus, inklusive der bereits etablierten „Langen Nacht des Impfens“ am 12. November. Wer spontan einen Termin sucht, findet auf der interaktiven Karte teilnehmende Anlaufstellen. Auch eine Anmeldung als Impfstelle ist noch möglich.

„Ich hoffe, dass wir so noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und möglichst viele Menschen erreichen. Denn gut geschützt kommen wir am besten gesund durch den Winter“, so Drese abschließend.

Weitere Informationen zur Grippeschutzimpfung sowie Aufklärungsmaterialien und Flyer eigens zum Impfen ü60 finden Sie auch auf dem Impfportal des Landes MV unter mv-impft.de.

Schwesig: Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Karin Prien begrüßt, bei den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nachverhandeln zu wollen.

„Es ist und bleibt falsch, ausgerechnet bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu kürzen. Ich habe als Bundesfamilienministerin in der Regierung von Bundeskanzlerin Merkel den Unterhaltsvorschuss auf bis zu 18 Jahre ausgeweitet.

Das war auch richtig so, denn auch Kinder mit 16 oder 17 Jahren haben Bedürfnisse. Sie dürfen nicht allein gelassen werden, wenn ihre Väter oder auch Mütter nicht zahlen. Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder“, sagte die Ministerpräsidentin heute in Schwerin.

„Anstatt bei den Kindern zu kürzen, sollten säumige Eltern, in der Regel Väter, stärker herangezogen werden. Zum Beispiel auch durch Maßnahmen wie Führerscheinentzug. Das haben wir bei Bildung der heutigen Bundesregierung gemeinsam so beschlossen. Der Unterhaltsvorschuss ist wichtig für viele Alleinerziehende und ihre Kinder“, sagte Schwesig weiter.

Drese: 75 Organe in M-V gespendet

Widerspruchslösung bleibt überfällig

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin ein ermutigendes Signal, fordert aber zugleich eine Reform des Transplantationsrechts.

Nach den auf dem 22. DSO-Jahreskongress vorgestellten Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden von Januar bis September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 75 Organe gespendet. Im Vorjahreszeitraum waren es 52. Das entspricht einem Anstieg um rund 44 Prozent. Die Zahl der Organspender stieg von 18 auf 19. Auch die Zahl der organspendebezogenen Kontakte nahm von 46 auf 51 zu.

„Jede Organspende ist ein Geschenk von unschätzbarem Wert. Hinter den 75 gespendeten Organen stehen Menschen, die anderen eine echte Chance auf ein neues Leben gegeben haben. Dafür gebührt den Spenderinnen und Spendern sowie ihren Angehörigen unser großer Respekt und Dank“, sagte Drese.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Bedarf an Spenderorganen hoch. Ende September standen in Mecklenburg-Vorpommern 225 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Allein 154 von ihnen benötigten eine Niere, 44 eine Leber und 20 ein Herz. „Hinter jeder Zahl auf der Warteliste steht ein Mensch, der auf eine lebensrettende Transplantation hofft. Der Bedarf ist weiterhin viel größer als das Angebot. Deshalb müssen wir alles daransetzen, mehr Organspenden zu ermöglichen“, so Drese.

Drese erneuerte deshalb ihre Forderung nach einem grundlegenden Wechsel im Transplantationsrecht. Mecklenburg-Vorpommern habe sich gemeinsam mit anderen Ländern wiederholt für die Einführung der Widerspruchslösung eingesetzt.

„Ich halte die Widerspruchslösung für einen notwendigen Schritt. Wir wissen, dass viele Menschen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Aber diese Bereitschaft wird häufig nicht dokumentiert. Im entscheidenden Moment fehlt dann eine klare Erklärung – und mögliche Organspenden kommen nicht zustande. Das können und müssen wir ändern“, betonte Drese.

Die Widerspruchslösung bedeute ausdrücklich keinen Zwang zur Organspende. Jeder Mensch könne weiterhin selbst entscheiden und einer Spende jederzeit widersprechen. „Es geht um eine andere gesellschaftliche Grundhaltung: Organspende sollte der Normalfall sein, nicht die ausdrücklich erklärte Ausnahme. Wer nicht spenden möchte, kann das selbstverständlich festhalten. Aber wir sollten es den Menschen, gerade auch den Angehörigen leichter machen, mit ihrer Entscheidung Leben zu retten. Ich hoffe, dass der Bundestag die vorliegenden Gesetzentwürfe jetzt zügig weiterberät“, so die Ministerin.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung appellierte Drese an die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, ihre persönliche Entscheidung zur Organspende festzuhalten und mit ihren Angehörigen darüber zu sprechen. Dafür stehen der Organspendeausweis und das digitale Organspenderegister zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar – September 2025) wurden nach Angaben der DSO bundesweit 115 Organe und damit 5,1 Prozent mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum (Steigerung von 2.258 auf 2.373 gespendete Organe). Die Zahl der Organspender stieg um 28 auf 772 (+3,8 Prozent). MV liegt mit einem Plus von rund 44 Prozent bei den gespendeten Organen deutlich über dem bundesweiten Zuwachs von 5,1 Prozent. Trotz des Anstiegs warten bundesweit weiterhin rund 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Sozialministerin begrüßt geplante Rücknahme der Elterngeld-Kürzung

Drese: „Familien brauchen Zeit, Unterstützung und Verlässlichkeit statt Leistungskürzungen“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese begrüßt, dass Bundesfamilienministerin Karin Prien die geplante Kürzung der Elterngeld-Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate zurücknehmen will. Ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesministeriums geht nun in die Beratungen.

„Ich habe im Juli deutlich kritisiert, dass die Antwort auf sinkende Geburtenzahlen nicht die Kürzung von Leistungen für junge Eltern sein darf. Dass unsere Kritik aufgegriffen wurde, ist ein wichtiges Signal. Familien brauchen Unterstützung und Verlässlichkeit“, sagte Drese.

Der neue Entwurf sieht nun weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld vor. Künftig sollen vier Monate für jeden Elternteil reserviert sein, sechs weitere Monate können flexibel verteilt werden. „Eine gleichmäßigere Aufteilung der Betreuung stärkt die Partnerschaftlichkeit.

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen allerdings seit Jahren nur rund 30 Prozent der Väter Elterngeldmonate in Anspruch. Das muss sich ändern“, betonte Drese. Ihr Appell an Väter und Arbeitgeber: „Nutzt die Zeit mit euren Kindern und ermöglicht diese Erfahrung auch im Berufsalltag. Gerade kleine Betriebe brauchen praktikable Lösungen – am Ende profitieren auch sie von motivierten Vätern.“

Positiv bewertet Drese die geplante Anhebung des Mindestbetrags von 300 auf 330 Euro und des Höchstbetrags von 1.800 auf 1.900 Euro. „Das ist richtig und überfällig. Wir müssen zugleich genau prüfen, wie sich die neue Berechnung auf Familien mit unterschiedlichen Einkommen auswirkt. Entscheidend ist, dass die Reform Eltern nicht zusätzlich belastet.“ Auch Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld beziehen können. Ihre besondere Verantwortung für Betreuung und Alltag müsse berücksichtigt werden.

Drese zum Welt-Schlaganfalltag: Symptome erkennen, Leben retten

Zum Welt-Schlaganfalltag informiert Drese über die Bedeutung frühzeitiger Symptomerkennung, die Schlaganfallversorgung in MV und Hilfsangebote für Angehörige.

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern leben fast 2,2 Prozent der Bevölkerung mit den Folgen eines bis zu zehn Jahre zurückliegenden Schlaganfalls und damit über den bundesweiten Durchschnitt von 1,84 Prozent. Das entspricht in etwa 28.300 Menschen, darunter 15.800 Männer und 12.500 Frauen, deren Leben sich durch einen ischämischen Schlaganfall oder eine Hirnblutung oftmals nachhaltig verändert hat., erklärte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Welt-Schlaganfalltages.

„Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen möglichst umfassend und kompetent behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden“, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es hierfür neun eigens zertifizierte Spezialstationen, auch Stroke Units genannt, die in besonderem Maße auf diese Behandlung eingestellt sind und auch komplexe diagnostische und therapeutische Maßnahmen vornehmen können, etwa zum Lösen oder Entfernen eines Blutgerinnsels. Hinzu kommen Krankenhäuser mit telemedizinisch vernetzter Stroke Unit. An allen Standorten werden die Betroffenen von multidisziplinären Ärzteteams und neurologisch geschulten Pflegekräften engmaschig begleitet.

Diese Versorgungskette könne aber nur dann anlaufen, wenn die Symptome eines Schlaganfalles auch als solche erkannt werden, verdeutlichte Drese und warb zum Aktionstag dafür, sich mit dem sogenannten FAST-Test vertraut zu machen. „Dabei stehen die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit) für vier entscheidende Schritte. Betroffene sollen lächeln, beide Arme heben und einen einfachen Satz nachsprechen. Treten dabei Auffälligkeiten auf, selbst wenn diese nach kurzer Zeit wieder nachlassen, wählen Sie umgehend die 112“, so Drese weiter.

Bestätige sich die Diagnose, so reichen die Folgen eines Schlaganfalls teils weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Manche Betroffene müssen grundlegende Fähigkeiten neu erlernen, mit körperlichen Einschränkungen umgehen oder ihre berufliche und private Lebensplanung verändern. Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen, wenn sie bei der Pflege, im Alltag oder bei der Organisation der weiteren Versorgung unterstützen.

„Dass das diesjährige Motto des Aktionstages ‚Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein‘ laute und diese Leistung in den Mittelpunkt rücke, sei deshalb enorm wichtig, so Drese. „Ganz oft werden Angehörige zur wichtigsten Stütze, begleiten Betroffene durch schwierige Zeiten und setzen sich innerhalb kürzester Zeit mit dem Krankheitsbild auseinander, um bestmöglich unterstützen zu können. Das verdient Anerkennung und Dank“, hob sie hervor.

Gleichzeitig dürften die Belastungen, die mit dieser Verantwortung einhergingen, nicht unterschätzt werden. „Wer einen nahestehenden Menschen unterstützt oder pflegt, muss nicht alles allein bewältigen. Es ist wichtig, dass Angehörige auch auf ihre eigenen Kräfte achten und wissen, wo sie Beratung und Entlastung finden können“, so die Ministerin.

Eine wichtige Anlaufstelle seien die 19 Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei und unabhängig, etwa zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie zur Organisation der häuslichen Pflege. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen gern dabei, passende Angebote zu finden und die nächsten Schritte zu planen, damit die Betroffenen auch nach einem Schlaganfall den Weg zurück in den Alltag finden.“

Rostocker Pflegestützpunkte feiern 15-jähriges Bestehen

Staatssekretärin Grimm: „Gute Beratung ist Voraussetzung für die Stärkung der häuslichen Pflege“

Rostock – Gute Pflege beginnt mit guter Beratung. Wer plötzlich Pflege organisieren muss, braucht schnell Klarheit über Ansprüche, Unterstützungsmöglichkeiten und die nächsten Schritte.

„Ob Pflegebedürftige möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können und Angehörige nicht an ihre Belastungsgrenzen geraten, hängt entscheidend davon ab, ob sie rechtzeitig die passende Hilfe finden“, sagte Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm am Mittwoch bei der Festveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen der Rostocker Pflegestützpunkte. Genau hier setzt die Arbeit der mittlerweile 19 Pflegestützpunkte im Land an: mit einer Pflegeberatung etwa zu Pflegegraden und Leistungsansprüchen, die kostenlos, unabhängig und an den konkreten Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein.

„Die Expertinnen und Experten in den Pflegestützpunkten schauen nicht zuerst darauf, welcher Anbieter eine Leistung erbringt, sondern darauf, was ein Mensch tatsächlich braucht. Sie helfen, Angebote zu finden, Ansprüche zu verstehen und Unterstützung zu organisieren“, so Grimm.

Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigt die Entwicklung der Beratungszahlen: Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Beratungen an den beiden Rostocker Standorten von 4.850 im Jahr 2023 auf 5.922 im vergangenen Jahr – ein Plus von rund 22 Prozent. „Hinter jeder Beratung stehen Menschen und Familien, die Antworten auf drängende Fragen suchen“, betonte die Staatssekretärin.

Der Pflegestützpunkt Rostock Nord nahm am 25. Juni 2011 als dritte Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern seine Arbeit auf. 2013 kam die Außenstelle in der Südstadt hinzu. Die Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern sind die erste Anlaufstelle für Pflegebedürftige, ältere Menschen und ihre Angehörigen bei allen Fragen rund um die Pflege.

Grimm verdeutlichte, dass die Beratungsstellen im Land weiter gestärkt und die regionalen Hilfsangebote besser miteinander verzahnt werden. „Wenn Land, Pflegedienste, Pflegekassen, Kommunen, medizinische und soziale Einrichtungen sowie ehrenamtliche Unterstützungsangebote gut zusammenarbeiten, kommt die Hilfe verlässlich an. Gute Pflege entsteht, wenn die verschiedenen Angebote ineinandergreifen. Die Pflegestützpunkte sind dabei eine wichtige Schaltstelle sein. Unser Anspruch muss sein, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht nur zu beraten, sondern ihnen dabei zu helfen, tragfähige Lösungen für ihren Alltag zu finden“, betonte Grimm.

Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern

Versorgung in der Fläche sichern, Qualität stärken

Güstrow – Die Krankenhausreform geht in Mecklenburg-Vorpommern in die entscheidende Phase. Bei der 4. Kommunalen Krankenhauskonferenz am Montag in Güstrow hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm vor Bürgermeistern und weiteren kommunalen Amts- und Mandatsträgern über den Stand der Umsetzung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und die anstehende Zuweisung der Leistungsgruppen informiert. Ziel des Landes ist es nach Angabe von Grimm, die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung zu sichern, die Behandlungsqualität zu verbessern und alle 37 Krankenhausstandorte zu erhalten.

„Wir wollen einen Strukturwandel mit Verantwortung: eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung, die für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch im Notfall gut erreichbar bleibt. Gleichzeitig müssen wir spezialisierte Behandlungen dort bündeln, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung vorhanden sind. Beides gehört zusammen: gute Qualität und verlässliche Versorgung in der Fläche“, sagte Grimm.

Mit dem im Oktober 2025 in Kraft getretenen Landeskrankenhausgesetz, dem neuen Krankenhausplan und den ergänzenden Rechtsverordnungen hat das Land wichtige Grundlagen für die Reform geschaffen. Die Krankenhausplanung berücksichtigt künftig systematischer, welche medizinischen Leistungen regional benötigt werden, wie gut Krankenhäuser erreichbar sind und wie sich die Versorgung angesichts des demografischen Wandels entwickeln wird, so Grimm.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die erstmalige Zuweisung der Leistungsgruppen. Sie legt fest, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhausstandort künftig anbieten darf. Grundlage sind sowohl der regionale Versorgungsbedarf als auch die Erfüllung der Qualitätsanforderungen, etwa bei Personal, Fachabteilungen und technischer Ausstattung.

Grimm betonte, dass die Leitlinie der Zuweisung klar ist: 22 Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung decken rund 80 Prozent aller vollstationären Fälle in Mecklenburg-Vorpommern ab. Die übrigen 37 Leistungsgruppen betreffen spezialisierte Leistungen, auf die rund 20 Prozent der stationären Fälle entfallen. Die Zahl der Leistungsgruppen allein sage deshalb wenig darüber aus, wie wichtig ein Krankenhaus für die Versorgung seiner Region ist. „Nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede beantragte Leistungsgruppe erhalten. Entscheidend ist aber, was die Menschen tatsächlich brauchen und wie wir die Versorgung insgesamt regional absichern“, erklärte Grimm.

Eine besondere Bedeutung hat für Mecklenburg-Vorpommern die im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerte gesetzliche Ausnahmeregelung für Flächenländer. Danach können Leistungsgruppen auch dann zugewiesen werden, wenn einzelne Qualitätskriterien nicht erfüllt sind – sofern dies für die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich ist.

Das Land will diese Möglichkeit gezielt nutzen, um insbesondere die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung nicht durch starre Vorgaben zu gefährden. Bis zum Jahresende können solche Ausnahmen im Benehmen mit den Krankenkassen erfolgen. Ab 2027 ist dafür grundsätzlich deren Einvernehmen erforderlich. Die Ausnahmen sollen befristet eingesetzt werden, damit notwendige Qualitätsstandards perspektivisch erreicht werden.

„Wir dürfen die Versorgung im ländlichen Raum nicht allein nach starren Zahlen organisieren. Wenn eine Leistung für die Menschen vor Ort unverzichtbar ist, müssen wir die besonderen Bedingungen unseres Landes berücksichtigen. Diese von uns gegenüber dem Bund hart erkämpften Ausnahmen sind ein gezieltes Instrument, um Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Qualität weiterzuentwickeln“, so Grimm.

Die Staatssekretärin erklärte, dass das Land die Anträge der Krankenhäuser entgegengenommen hat und die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst abgeschlossen sind. Nach den Abstimmungen mit den Krankenkassen und weiteren Planungsbeteiligten beginnt Mitte November die Anhörung der Krankenhäuser. Anschließend sollen die Entscheidungen finalisiert und die Bescheide noch im Dezember versandt werden. Die neuen Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Grimm: „Die Entscheidungen werden die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern langfristig prägen. Deshalb prüfen wir sorgfältig, wo Leistungen gebraucht werden, welche Qualitätsanforderungen erfüllt sind und wo Ausnahmen notwendig sind. Die Reform muss am Ende zweierlei leisten: bessere Behandlungsqualität und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im ganzen Land.“