Landesregierung legt Konzept zur Ehrenamtskarte vor

Drese: Engagement der Bürgerinnen und Bürger soll unbürokratisch geehrt werden

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat im Rahmen der Landespressekonferenz das Konzept der Landesregierung zur Einführung einer landesweiten Ehrenamtskarte vorgestellt. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement, Jan Holze, informierte sie über die geplanten Voraussetzungen zum Erhalt der Ehrenamtskarte und über die zentralen Aufgaben in der Umsetzung. Das Papier wird nun an den Landtag weitergeleitet.

Drese: „Im Bereich des freiwilligen Engagements ist Mecklenburg-Vorpommern führend unter den neuen Bundesländern. Rund 43 Prozent unserer Bevölkerung engagieren sich bürgerschaftlich. Diesen für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft so wichtigen Einsatz möchten wir mit einer landesweiten Anerkennung zusätzlich würdigen.“

Ministerin Drese betonte, dass es ihr neben der Gewinnung vieler Sponsoren und Akzeptanzstellen auch auf eine schlanke Verwaltung und wenig Bürokratie ankomme. „Die Akteure vor Ort können sehr gut einschätzen, wer anhand der erarbeiteten Kriterien eine Ehrenamtskarte verdient hat. Deshalb wird über die Vereine, Institutionen, Kommunen und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts eine einfache, unkomplizierte Antragsstellung erfolgen“, so Drese.

Zu den Voraussetzungen zählen u.a. 250 Stunden im Jahr als zeitlicher Mindestaufwand bei einer Mindestdauer des ehrenamtlichen Engagements von drei Jahren (bei Jugendlichen ein Jahr). Junge Ehrenamtler ab 14 Jahren können ebenso eine Ehrenamtskarte erhalten.

Der Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung, Jan Holze: „Die Ehrenamtskarte ist eine wichtige Form der Anerkennung und Würdigung der Verdienste ehrenamtlich bzw. bürgerschaftlich Engagierter. Maßnahmen zur Anerkennung von Engagement sind satzungsgemäß Aufgabe der Ehrenamtsstiftung. Daher werden wir die Umsetzung des Konzeptes auch gern unterstützen.“ Und weiter: „Die Ehrenamtskarte wird nur Akzeptanz finden, wenn die Kriterien gerecht und nachvollziehbar sind. Das ist mit dem vorliegenden Konzept, an dem viele Ehrenamtliche mitgewirkt haben, gelungen,“ so Holze.

„Wir haben bei der Konzepterstellung von Anfang an auf breite Beteiligung gesetzt. So haben wir gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung vier Bürgerforen in Stralsund, Neubrandenburg, Schwerin und Bad Doberan durchgeführt, die wertvolle Erkenntnisse gebracht haben“, betonte Drese.

Als Hautpakteure in der Umsetzung des Konzeptes sieht die Ministerin die Ehrenamtsstiftung als Koordinatorin sowie die MitMachZentralen als Ansprechpartner vor Ort. So soll u.a. die Werbung von regionalen Sponsoren gerade aus der Wirtschaft dezentral über die MitMachZentralen durchgeführt werden. „Mit diesem Vorgehen erhalten die MitMachZentralen neben der Vernetzung und Beratung von Ehrenamtlern eine weitere, zukunftsfeste Aufgabe,“ so die Ministerin. Dazu solle das Modell der MitMachZentralen mit einer verbesserten finanziellen Ausstattung gemeinsam mit den Landkreisen weiterentwickelt und gestärkt werden.

Drese: Viel zu wenig Pflichtarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

Schwerin – Fast die Hälfte aller privaten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern mit mindestens 20 Beschäftigten erfüllt nicht die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl an Arbeitsplätzen für Menschen mit Schwerbehinderung. Nach einer statistischen Auswertung für das Jahr 2017 durch das Landesamt für Soziales und Gesundheit (LAGuS) waren von knapp 3.200 Betrieben insgesamt rund 1.500 Unternehmen verpflichtet, die Ausgleichsabgabe zu zahlen.

Die Ausgleichsabgabe ist von Arbeitgebern ab 20 Arbeitsplätzen zu zahlen, wenn nicht mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt sind.

Sozialministerin Stefanie Drese fordert angesichts dieser Zahlen mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Schwerbehinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. „Viele sind gut ausgebildet und leistungsfähig. Sie wären ein Gewinn für Unternehmen und haben eine Chance verdient“, sagte Drese heute in Schwerin.

Auch angesichts der zunehmenden Klagen über einen Fachkräftemangel sei es unverständlich, dass immer noch viel zu viele Pflichtarbeitsplätze unbesetzt seien, so Drese. „Nicht die Zahlung der Ausgleichsabgabe, sondern die Einstellung eines motivierten Arbeitslosen mit Behinderung ist eine Investition in die Zukunft“, betonte Drese.

Hierfür stehen in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Ministerin zahlreiche Förderprogramme und -maßnahmen teilweise in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Drese: „So gibt es etwa Zuschüsse zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen sowie zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Auch für technische Arbeitshilfen im Betrieb oder zur Abgeltung außergewöhnlicher Belastungen die mit der Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen verbunden sind, gibt es finanzielle Fördermöglichkeiten.“ Für genaue Auskünfte und Informationen steht das Integrationsamt des LAGuS zur Verfügung.

Mehr weibliche Führungskräfte in der Landesverwaltung

Schwerin – „Mehr Führungsfrauen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und nicht zuletzt in unserer Landesverwaltung tun Mecklenburg-Vorpommern gut. Hier haben wir in den letzten Jahren Fortschritte erreicht, müssen den Prozess aber vorantreiben“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese am heutigen Freitag (18. Januar) in Güstrow anlässlich des Abschlusses der vierten und Auftaktveranstaltung der fünften Fortbildungsreihe für weibliche Verwaltungsführungskräfte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege.

Seit der Einführung haben 48 junge Frauen aus der Landesverwaltung das Mentoringprogramm des Landes absolviert und wertvolle Erfahrungen für ihre weitere berufliche und persönliche Entwicklung gesammelt. Zwölf weitere kommen nun hinzu. Jedem Mentee steht dann eine erfahrene Mentorin oder Mentor zur Seite. „Alle Ministerien und die Staatskanzlei befassen sich mit dem Thema. Zielvereinbarungen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen wurden abgeschlossen und regelmäßig dem Kabinett dazu berichtet“, betonte Drese in ihrer Rede den Fortschritt zur Förderung von Frauen durch die Landesregierung.

Insgesamt haben seit 2016 rund 530 Frauen in Mecklenburg-Vorpommern an den zahlreichen Mentoringprogrammen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Landesverwaltung teilgenommen. „Das ist ein ganz praktischer und effektiver Beitrag, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen in unserem Land zu erhöhen“, verdeutlichte Drese.

Schwesig: Ehrenamtsstiftung leistet großartige Arbeit

Jan Holze, Geschäfts­führer der Stiftung, erhielt einen Förder­mittel­bescheid

Jan Holze, Geschäfts­führer der Stiftung, erhielt einen Förder­mittel­bescheid

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute einen Fördermittelbescheid in Höhe von 1,408 Millionen Euro an den Geschäftsführer der Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern Jan Holze übergeben. Mit den Mitteln wird die Arbeit der Stiftung im Jahr 2019 finanziert.

„Die Ehrenamtsstiftung leistet großartige Arbeit. Sie ist Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche aus dem ganzen Land. Die Stiftung berät ehrenamtliche Aktive und bietet zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen an. Sie sorgt für Vernetzung und Anerkennung. Vor allem aber fördert sie zahlreiche ehrenamtlich getragene Projekte im ganzen Land. Über 2000 sind es inzwischen. Es ist der Landesregierung wichtig, dass diese wichtige Arbeit fortgesetzt werden kann“, erklärte die Ministerpräsidentin bei der Übergabe des Förderbescheids in der Schweriner Staatskanzlei.

„Ich kann mich noch gut erinnern, dass es heftige, teilweise auch sehr unsachliche Kritik gab, als mein Amtsvorgänger Erwin Sellering die Ehrenamtsstiftung 2015 auf den Weg gebracht hat. Heute ist diese Kritik verstummt. Jan Holze und sein Team haben mit ihrer Arbeit überzeugt. Es zeigt sich immer mehr: Es war die richtige Entscheidung, diese Stiftung zu gründen“, sagte die Ministerpräsidentin weiter.

„In unserer heutigen Zeit machen sich viele Menschen in unserer Gesellschaft Sorgen um den sozialen Zusammenhalt. Ich kann das gut nachvollziehen. Die Stiftung leistet ganz konkrete Arbeit, um das bürgerschaftliche Engagement und den sozialen Zusammenhalt in unserem Land zu stärken. Sie hat deshalb auch weiter die volle Unterstützung der Landesregierung“, bekräftigte Schwesig.

Die Landesregierung will das Ehrenamt auch durch Einführung einer Ehrenamtskarte stärken. Mit diesem Thema wird sich das Kabinett am kommenden Dienstag befassen.

Drese: Das Frauenwahlrecht wurde von mutigen Frauen hart erkämpft

Schwerin – Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung das erste Mal ihre Stimme abgeben. „Was uns heute als selbstverständlich erscheint, wurde von mutigen Frauen und die sie unterstützenden Männern hart erkämpft“, betont Gleichstellungsministerin Stefanie Drese anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts.

Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung kandidierten 300 Frauen, wovon 37 weibliche Abgeordnete ins erste Parlament der Weimarer Republik einzogen. Die Wahlbeteiligung der Frauen am 19. Januar 1919 lag bei stolzen 82 Prozent.

100 Jahre später sind nach Einschätzung von Ministerin Drese manche Hürden auf dem Weg zur vollständigen Gleichberechtigung überwunden. „Wir haben gerade in den letzten Jahren große familienpolitische Fortschritte auf Bundes- und Landesebene gemacht. Mit Neuerungen beim Elterngeld, der Brückenteilzeit oder dem Ausbau der Kindertagesförderung werden Rahmenbedingungen geschaffen, die vor allem Frauen ganz praktisch dabei unterstützen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren und die Chancengleichheit zu stärken“, so Drese.

Doch auch heute bestünden Ungerechtigkeiten fort. Ministerin Drese: „So sind etwa Frauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Spitzenpositionen weiterhin unterrepräsentiert. Und Frauen verdienen nach wie vor deutlich weniger als Männer. Die Lohnlücke, der sogenannte Gender Pay Gap, ist gerade in Deutschland wie in Stein gemeißelt. Es ist deshalb die Aufgabe auch der heutigen Generation, für die Gleichberechtigung zu kämpfen“, so Drese.

Genau hier setzt die Landesregierung mit ihren Mentoring-Programmen im Bereich der Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst sowie in der Landesverwaltung an. Dabei werden Frauen auf ihrem Weg unterstützt, Führungspositionen zu übernehmen. Seit 2016 haben rund 530 Frauen in Mecklenburg-Vorpommern an Mentoringprogrammen teilgenommen. „Das ist für unser Land ein eminent wichtiger Beitrag zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen“, so Ministerin Drese.

Justizministerin Hoffmeister für Entscheidungslösung bei Organspende

Schwerin – In einem Impulsreferat zur Veranstaltung der Akademie Schwerin schlug Ministerin Katy Hoffmeister jetzte vor, bei der Beantragung von Dokumenten verbindlich zu fragen.

„Wer sich zur Organspende entschließt, will kranken Menschen helfen. Die Bereitschaft dazu ist daher ein ganz persönliches Beispiel praktizierender Nächstenliebe. Dafür sollten wir alle dankbar sein. Derzeit warten aber mehr als 10.000 Menschen in Deutschland auf Spenderorgane. Jeder Fünfte von ihnen stirbt während der Wartezeit. Das ist unnötiges Leid. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Positiv stimmt eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wonach 84 Prozent der Befragten Organspenden befürworten. Allerdings haben nur 36 Prozent tatsächlich auch einen Organspendeausweis, sagte Justizministerin Hoffmeister in ihrem Impulsreferat bei der Diskussionsveranstaltung der Akademie Schwerin e.V. „Organspende – Nächstenliebe oder Pflicht“.

„Es ist sehr wichtig, dass das Thema Organspende gesellschaftlich und parteiübergreifend diskutiert wird. Es muss eine Lösung gefunden werden. Der Gesetzesentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium ist eine gute Grundlage. Doch die vorgeschlagene ‚doppelte Widerspruchslösung‘ ist meiner Ansicht nach nicht optimal. Schweigen gilt danach als Zustimmung. Manche Menschen sind aber nicht in der Lage, Widerspruch zu erheben. Der Vorschlag der verpflichtenden Entscheidungslösung ist daher der bessere Weg. Die verpflichtende Entscheidungslösung würde anstehen, wenn behördliche Dokumente, wie Personalausweis oder Reisepass beantragt werden. Das geht auch elektronisch. Antragstellende würden verbindlich gefragt, wie sie sich zur Organspende entscheiden. Sie bekämen entsprechende Informationen und die Zeit zum Überlegen. Zur Abholung des Dokuments müsste verbindlich entschieden werden. Denkbar wäre dann aber auch, dass man erklärt, noch keine Entscheidung getroffen zu haben“, so Ministerin Hoffmeister.

Finanzierung der Opferambulanzen

Drese für partnerschaftliche Zusammenarbeit bei Finanzierung der Opferambulanzen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese wirbt dafür, dass alle Institutionen, die die Opferambulanzen nutzen, sich auch an den Kosten beteiligen. „Die Opferambulanzen an den Rechtsmedizinischen Instituten der Universitätsmedizin Greifswald und Rostock sind wichtiger Bestandteil des Opferschutzes in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Drese am Rande des heutigen Expertengesprächs zum Thema im Sozialausschuss des Landtags.

Die Ministerin machte deutlich, dass das Land sich seiner Verantwortung für die Opferschutzambulanzen stellt. So wurde die freiwillige finanzielle Unterstützung dieses Angebots für Betroffene von sexualisierter Gewalt mit dem Doppelhaushalt 2018/19 um 33 Prozent auf jährlich 80.000 Euro erhöht.

„Es ist wichtig, dass Opfer von Straftaten anonym und kostenlos auf gute Hilfe- und Unterstützungsstrukturen im Land zurückgreifen können, um etwa Ansprüche später auch vor Gericht durchzusetzen“, so Drese. Die Befunddokumentationen können von den Betroffenen jederzeit angefordert und im Rahmen eines Strafverfahrens oder Schadenersatzprozesses als Beweismittel verwendet werden.

Mit Blick auf die steigende Anzahl der durchgeführten gerichtsfesten Befunddokumentationen sprach Drese sich für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Nutzer aus. So gelangten Opfer oft auf Amtshilfeersuchen der Polizei, auf Anregung von Kliniken oder auf Ersuchen der Jugendämter in die Opferambulanzen. Drese: „Für eine ausreichende Finanzierung der Opferambulanzen sind alle auf die Rechtsmedizinischen Institute zurückgreifenden Institutionen gefordert. Das funktioniert bei einigen Jugendämtern auch bereits sehr gut.“

Drese sieht Reformbedarf bei Hartz-IV-Regelungen

Schwerin – Für eine Hartz-IV-Reform, aber gegen eine Abschaffung von Mitwirkungspflichten spricht sich Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese aus. Drese, die in diesem Jahr Vorsitzende der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder ist, plädiert angesichts der heutigen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichtes zur Rechtmäßigkeit von Sanktionen in der Grundsicherung für eine Abschaffung von überzogenen Sanktionen vor allem gegenüber unter 25-jährigen Leistungsbeziehern.

„Oberstes staatliches Ziel sollte sein, alle Kräfte zu bündeln, um Langzeitarbeitslose wieder zurück in Arbeit zu bringen“, sagte Drese heute in Schwerin. Mit dem zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Teilhabechancengesetz setzt die Bundesregierung aus Sicht Dreses genau an der richtigen Stelle an. „Die Betroffenen brauchen Unterstützung, die individuell auf sie ausgerichtet ist. Und Arbeitgeber erhalten Lohnkostenzuschüsse, wenn sie Personen der jeweiligen Zielgruppe einstellen. Das ist ein sinnvoller Weg zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit. Wir müssen gezielter fördern, ohne den Einzelnen komplett aus seiner Verantwortung zu lassen, sich selbst einzubringen“, so Drese.

Reformbedarf sieht die ASMK-Vorsitzende auch bei der Dauer des Arbeitslosengeldbezuges. Drese: „Ich spreche mich klar dafür aus, die Zahlung stärker an die Beschäftigungszeiten zu binden. Wer über viele Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, muss länger als ein Jahr Arbeitslosengeld I bekommen.“

BA-Haushalt 2018: Besserer Abschluss als erwartet

Nürnberg – Der Jahresabschluss der Bundesagentur für Arbeit (BA) fiel besser aus als geplant: im ursprünglichen Haushaltsplan, der auf den Eckwerten der Bundesregierung beruht, war ein Plus von 2,5 Milliarden Euro kalkuliert. Tatsächlich schloss die BA das Haushaltsjahr 2018 jetzt mit einem Überschuss von 6,2 Milliarden Euro ab.

Valerie Holsboer, Vorstand für Finanzen und Personal, sagte am Dienstag in Nürnberg: „Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat zu deutlich geringeren Ausgaben im Jahresverlauf geführt. Die Arbeitslosigkeit ist das fünfte Mal in Folge gesunken und liegt auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Diese Ausgangslage hat uns dabei geholfen, ein gutes finanzielles Ergebnis zu erzielen. Damit können wir jetzt den Beitragssatz deutlich senken und trotzdem mit solider Konjunkturvorsorge in die Zukunft blicken. Das Jahr 2019 sehen wir deshalb als ein Jahr der Chancen und setzen mit unserem Haushalt wichtige Impulse für Weiterbildung und Qualifizierung.“

Die hohe Arbeitskräftenachfrage führte zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Die BA musste daher weniger Arbeitslosengeld I auszahlen als im Haushaltsplan veranschlagt. Die Gesamtausgaben lagen mit 33,1 Milliarden Euro rund 3,3 Milliarden Euro unter der Planung. Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den Ausgaben für Insolvenzgeld wider, die mit 588 Millionen Euro rund 212 Millionen Euro unter den Erwartungen lagen.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war so hoch wie nie. Die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlten daher 363 Millionen Euro mehr ein als im Haushaltsplan vorgesehen.

Ideenaufruf – Projekte zum Thema „Arbeiten und Leben im ländlichen Raum“ gesucht

Schwerin – Wie können Leben und Arbeiten im ländlichen Raum attraktiver gestaltet werden? Die Regionalbeiräte Vorpommern und Mecklenburgische Seenplatte rufen zu diesem Thema zu einem Ideenwettbewerb auf. Gesucht werden Projektideen, in denen beispielsweise regional bedeutsame Netzwerke auf- und ausgebaut sowie unternehmensübergreifende, nachfrageorientierte Produkte und Leistungen entwickelt werden.

„Mit dem Ideenwettbewerb wollen wir Ressourcen heben, die nachhaltig die wirtschaftliche Wertschöpfung in den Regionen erhöhen. Das kann beispielsweise über den Auf- und Ausbau von Netzwerken geschehen und über die Entwicklung von unternehmensübergreifenden Produkten und Dienstleistungen. Auch innovative Formate zur Ansprache von Fachkräften erhalten Unterstützung. Ziel ist es, über die Förderung systematisch lokale Strukturen zu stärken und miteinander zu vernetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Projekte können mit einer Personalkostenförderung für eine Laufzeit von einem Jahr unterstützt werden. Dafür ist eine Anteilfinanzierung von maximal 70 Prozent (maximal 25.000 Euro) möglich. Für Regionen mit besonderen arbeitsmarktlichen Herausforderungen sowie für ländliche Gestaltungsräume ist eine Unterstützung von maximal 80 Prozent (maximal 30.000 Euro) vorgesehen. Die Projektträger müssen juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts sein.

Auf der Grundlage regionaler Handlungskonzepte entscheiden die Regionalbeiräte, welche Projekte die höchsten Effekte für die Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Berufsbildungsförderung sowie die Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung erwarten lassen und deshalb finanziell gefördert werden. „Die Akteure vor Ort haben durch ihre räumliche Nähe ein hohes Wissen über die regionalen Besonderheiten der unterschiedlichen Landesteile. Deshalb wird direkt in den Regionalbeiräten entschieden, welche Vorhaben helfen, die Regionen weiter voran zu bringen“, hob Glawe hervor.

„Die Geschäftsstellen der Regionalbeiräte in Stralsund und Neubrandenburg unterstützen alle Interessierten bei Fragen rund um mögliche Förderungen. Ich empfehle, sich vor der Projekteinreichung vor Ort beraten zu lassen“, sagte Glawe.

Der Abgabetermin für die Projektanträge beim Regionalbeirat Vorpommern ist der 01. März 2019; die Vorhaben können dann ab dem 01. Juni 2019 begonnen werden. Weitere Anträge können zum 01.06.2019 (Projektbeginn ab 01.09.2019), zum 01.09.2019 (Projektbeginn ab 01.12.2019) und zum 01.11.2019 (Projektbeginn ab 01.02.2020) gestellt werden.

Die Kontaktdaten: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Geschäftsstelle Regionalbeirat Vorpommern, Raum A2 09, Frankendamm 17, 18439 Stralsund. Ansprechpartner ist Markus Rittner, Telefon: 0385/588-5527; 0175/1980567, E-Mail: m.rittner@wm.mv-regierung.de.

Der Abgabetermin für die Projektanträge beim Regionalbeirat Mecklenburgische Seenplatte ist der 15. März 2019; die Vorhaben können dann ab dem 01. Juli 2019 begonnen werden. Weitere Anträge können zum 15.05.2019 (Projektbeginn ab 01.08.2019) und zum 15.08.2019 (Projektbeginn ab 01.11.2019) gestellt werden.

Die Kontaktdaten: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsstelle Regionalbeirat Mecklenburgische Seenplatte, Helmut-Just-Str. 6 (Raum 27), 17036 Neubrandenburg. Die Ansprechpartnerin: Sigrid Prokop, Telefon: 0385/588-5525, E-Mail: s.prokop@wm.mv-regierung.de.

Die Regionalbeiräte in Westmecklenburg, in der Region Rostock, in der Mecklenburgischen Seenplatte sowie in Vorpommern gestalten wesentliche Teile der Arbeitsmarktförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit. Im Zeitraum 2014 bis 2020 stehen dafür 45 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. In Umsetzung des Landtagsbeschlusses von 2017 zu einer noch regionalspezifischeren Gestaltung der Arbeitsmarktförderung wurden weitere vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Auf der Grundlage regionaler Handlungskonzepte und konkreter Auswahlkriterien entscheiden die Regionalbeiräte darüber, welche Projekte die höchsten Effekte für die Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Berufsbildungsförderung sowie die Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung erwarten lassen und deshalb finanziell gefördert werden.

Jugendliche entdecken ihre Stärken

„Learn about skills – der Berufswahlparcours“ macht Station in Wismar

Wismar – In der „Halle am Alten Hafen“ startet heute das Projekt „Learn about skills – der Berufswahlparcours“. Das außerschulische Modul zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung für Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern findet bis zum 18. Januar 2019 mit rund 700 Schülerinnen und Schülern aus Wismar und den umliegenden Landkreisen im dritten Jahr in Folge statt.

„Learn about skills – der Berufswahlparcours“ unterstützt Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen aller Schulformen mit einem integrierten Handlungskonzept beim frühzeitigen Entdecken eigener Stärken und Interessen, bietet Orientierungs- und Entscheidungshilfe für die Berufs- und Lebensplanung und unterstützt bei der Entwicklung realisierbarer Zukunftsperspektiven. Die Botschaft lautet: „Finde heraus, was dich interessiert! Du kannst viel mehr, als du bislang weißt!“

„Für viele Jugendliche ist der Berufswahlparcours der Beginn, sich mit Fragen zur Berufswahl zu beschäftigen“, sagt Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen in den verschiedenen Stationen des Parcours auf spielerische Art einzelne Berufsfelder kennen. Dieses Angebot ist eine gute Ergänzung zur Berufsorientierung in der Schule“, betont Hesse.

„Die Wahl des Ausbildungsberufes ist eine weitreichende Entscheidung“, ergänzt Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. „Sie stellt die Weichen für die eigene Zukunft. Die Vielfalt der angebotenen Möglichkeiten ist groß: Segen und Fluch zugleich. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig zu informieren und vieles auszuprobieren. Beim Berufswahlparcours bietet sich Jungen und Mädchen die Möglichkeit, spielerisch ihre Stärken besser kennen zu lernen. Ein wichtiger Baustein für eine gelungene Berufsorientierung mit Zukunft“, so der Agenturchef.

„Learn about skills – der Berufswahlparcours“ wird als Modul der außerschulischen Berufsorientierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des SGB III der Agenturen für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Durchgeführt wird es mit dem Projekt „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“, einer Projektentwicklung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Planung und Durchführung übernimmt die Agentur Sinus – Büro für Kommunikation GmbH als Projektträger mit regionalen Partnerinnen und Partnern. Das Modul wird mit weiteren regionalen, landes- und bundesweiten Angeboten zur Berufsorientierung und Lebensplanung verzahnt.

Im Mittelpunkt steht der rund 500 Quadratmeter große Erlebnisparcours des Projekts „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“. Landesweit werden mit dem Projekt im Schuljahr 2018/2019 über 8.500 Jugendliche von 190 Schulen erreicht. Vorangegangen sind Umsetzungen in Güstrow, Waren (Müritz), Neubrandenburg, Schwerin, Stralsund, Torgelow und Greifswald; Rostock folgt im April. Projektpartner sind das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und die Agenturen für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch die Erziehungsberechtigten erfahren (am 17. Januar 2019) beim Informationsabend im Erlebnisparcours, wie sie ihre Tochter oder ihren Sohn bei der Berufswahl und Lebensplanung unterstützen können. Die Lehrkräfte erhalten auf Begleitveranstaltungen zahlreiche Anregungen, um die behandelten Themen in der Schule vertiefen und mit den nächsten schulischen wie außerschulischen Schritten der Berufswahl verbinden zu können.

Schwesig: DMSG ist eine starke Interessenvertreterin bei uns im Land

Schwerin – „2019 ist für uns ein besonderes Jahr. Wir feiern 30 Jahre Mauerfall, eine Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs. Und in dieser Zeit, im Sommer 1990 haben Gudrun Schöfer und Gerhard Rode die Gründung des Landesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern angestoßen. Eine große Initiative, die vielen Menschen schon sehr geholfen hat“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beim Neujahrstreffen der DMSG des Landes.

Nach dem Schock über die Diagnose Multiple Sklerose würden sich viele Menschen fragen, was das für sie und ihre Familie bedeute. Schwesig: „Sie brauchen Informationen, Hilfe und ein offenes Ohr. All das finden sie bei der DMSG MV. Und das immer auf Augenhöhe. Die DMSG gibt Selbstbewusstsein zurück, stärkt Selbstständigkeit und Mündigkeit.“ Sich miteinander zu verbinden, fachlichen Austausch zu organisieren, ein Netzwerk zu haben, das einen auffängt, sei von unschätzbarem Wert.

Schwesig: „Die DMSG ist eine starke Interessenvertreterin. Die Gesellschaft ist deshalb so stark, weil alle ein Gedanke trägt: Es geht weiter, vielleicht anders als vorher, aber es geht weiter.“ Hauptamtliche und Ehrenamtliche würden eng zusammenarbeiten. „Auf diese Weise wird viel für die Menschen mit MS in unserem Land erreicht, auch für die ganze Gesellschaft“, die sich gewandelt habe.

„Nur eine Gesellschaft, an der alle teilhaben können, ist eine gute, lebenswerte Gesellschaft. Sie braucht Zusammenhalt und Solidarität. Die DSMG ist ein gutes Beispiel, wie wichtig diese beiden Werte sind. Ich weiß, wieviel Arbeit geleistet wird und ich danke jeder und jedem einzelnen für das große Engagement.“

Fachkräftesicherung für die Region Uecker-Randow und den Landkreis Vorpommern-Greifswald

Greifswald – Das Projekt Koordinierungsbüro Förderinitiative „Bundeswehr & Wirtschaft – Fachkräftepotential der Zukunft“ engagiert sich im Rahmen des Netzwerkes „Arbeitskreis SCHULE – WIRTSCHAFT – BUNDESWEHR“ für eine Fachkräftesicherung in der Region Uecker-Randow und im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dafür wird ein Koordinator eingesetzt, der in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern Veranstaltungen organisiert, über Karrieremöglichkeiten informiert und Kontakt zu Unternehmen hält. Jetzt haben Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph und der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann gemeinsam einen Zuwendungsbescheid und eine Fördermittelzusage an den Unternehmerverband Vorpommern e.V. zur Fortführung der Arbeit übergeben.

„Fachkräfte zu gewinnen und zu halten ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Stärke eines Unternehmens. Dafür engagiert sich der Unternehmerverband Vorpommern e.V. intensiv und baut Brücken zwischen Schülern, die auf dem Weg der beruflichen Orientierung sind, ausscheidenden Zeitsoldaten, die ihre berufliche Heimat in Mecklenburg-Vorpommern suchen, und den Unternehmen der Region, die auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind. Das ist eine wertvolle Arbeit für die Stärkung der Wirtschaft in Vorpommern“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

„Das wichtigste Thema in Vorpommern und erst recht in der Uecker-Randow-Region ist weiterhin die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen. Hier sind wir in den letzten Jahren deutlich vorangekommen. Auch mit der hochmodernen Torgelower Berufsschule sind wir hier gut aufgestellt. Doch der Fachkräftebedarf ist enorm. Deshalb ist es wichtig, dass wir Schulabgängerinnen und Schulabgängern und ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten dabei unterstützen, sich eine Zukunft bei uns in Vorpommern aufzubauen. Deshalb fördern wir sehr gern dieses wichtige Projekt des Unternehmerverbandes Vorpommern. Formate wie die große Ausbildungsmesse in der Torgelower Stadthalle, sind ein Erfolgsmodell und müssen unbedingt fortgeführt werden. Unser Dank gilt den zahlreichen Unterstützern, Lehrern und Unternehmen, sowie der Stadt Torgelow.“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern bei der Übergabe.

Die Schwerpunkte des Projektes liegen in der Beratung von Schülern in regionalen Schulen und Gymnasien im Rahmen ihrer Berufsorientierung, der Teilnahme an Ausbildungs- und Berufsmessen, der Sensibilisierung heimischer Unternehmen für die Herausforderungen der Fachkräftesicherung (z. B. Bereitstellung von Praktikumsstellen, Integration von Flüchtlingen) und in der Durchführung von Unternehmerstammtischen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zur Gewinnung ausscheidender Soldaten als neue, qualifizierte Arbeitskräfte für die Region. Dabei stehen auch noch aktive Soldaten im Fokus, die für ihre Ehe- / Lebenspartner eine neue berufliche Herausforderung in der neuen Umgebung suchen.

Über das Projekt konnten in den vergangenen Jahren durch enge Zusammenarbeit mit der militärischen Führung der Panzergrenadierbrigade 41, der Agentur für Arbeit und mit Unternehmen der regionalen Wirtschaft zielorientiert Gespräche zur Eingliederung von ausscheidenden Soldaten geführt und erfolgreich Zeitsoldaten in regionale Unternehmen vermittelt werden. „Gerade bei den gut ausgebildeten und qualifizierten Bundeswehrangehörigen, die aus dem Dienst ausscheiden, sehe ich großes Potenzial, ihnen eine berufliche Perspektive in Mecklenburg-Vorpommern anzubieten. Wichtig ist, dass auch die Unternehmen bestehende Beratungsangebote bestmöglich nutzen und so die Zusammenarbeit aller Beteiligten noch weiter verbessert wird“, sagte Rudolph.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 82.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben in Höhe von 33.750 Euro aus Mitteln der Standortoffensive, aus dem Vorpommernfonds erfolgt eine Förderung in Höhe von 15.000 Euro. Zudem tragen die Stadt Torgelow, die Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern und der Unternehmerverband Vorpommern die Kosten mit.

Mitarbeiterzugewandte Unternehmenskultur

Drese: Prävention, Sicherheit und Gesundheit müssen zentrale Werte von Unternehmen und Behörden sein

Schwerin – Betriebliches Gesundheitsmanagement, Eingliederungshilfen nach längerer Erkrankung, flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten sind nach Einschätzung von Sozialministerin Stefanie Drese immer wichtiger werdende Maßnahmen, die gut geführte und moderne Unternehmen und Verwaltungen auszeichnen.

„Das alles sind unentbehrliche Bestandteile einer mitarbeiterzugewandten Unternehmenskultur“, sagte Drese heute auf dem Neujahrsempfang der Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. „Sicherheit, Prävention und Gesundheit müssen zentrale Werte für jede Organisation – unabhängig von Größe, Branche oder Arbeitsumfeld sein. Unternehmen und Behörden, die hier gut aufgestellt sind, haben zudem einen Wettbewerbsvorteil im zunehmenden Kampf um Fachkräfte, so die Ministerin.

Dabei kommt es nach Ansicht von Drese darauf an, dass Führungskräfte gemeinsam mit der Belegschaft handeln. Drese: „Deshalb begrüße ich die Kampagne „Kommmitmensch“ der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Beim Aufbau einer Kultur der Prävention kommt es auf jeden Einzelnen an.“

Die Initiatoren wollen Führungskräfte und ihre Belegschaft dabei unterstützen, Sicherheit und Gesundheit gewinnbringend und nachhaltig in ihren Organisationen einzusetzen – und einen Kulturwandel anzustoßen. Die Kampagne möchte Menschen dafür begeistern, Sicherheit und Gesundheit als zentrale Aspekte bei ihren Entscheidungen und Aktivitäten zu berücksichtigen. „Kommitmensch“ setzt auf Aktionen, die Menschen verbinden und zum Mitmachen anregen.

Landesregierung bringt beitragsfreie Kita auf den Weg

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern wird zum 1. Januar 2020 die Elternbeiträge für Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege abschaffen. In der ersten Kabinettssitzung im neuen Jahr hat die Landesregierung den Gesetzentwurf zur Einführung der Elternbeitragsfreiheit, zur Stärkung der Elternrechte und zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes für die Anhörung freigegeben.

„Das ist ein guter Start ins neue Jahr. Wir fangen gleich mit unserem wichtigsten Projekt 2019 an. Mecklenburg-Vorpommern wird damit Vorreiter in Deutschland sein. Wir sind das erste Bundesland, das die Beiträge für einen Kita-Ganztagsplatz vollständig abschafft und auch noch den Hort einbezieht. Das ist gerade für Eltern mit kleinem oder mittlerem Einkommen eine große Entlastung“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Kabinettssitzung.

„Wir gehen mit der beitragsfreien Kita den entscheidenden Schritt in ein gebührenfreies Bildungssystem und ermöglichen damit den gleichen Zugang und die gleichberechtigte Teilhabe für alle Kinder in unserem Land“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese. „Wichtig ist für die Landesregierung zudem, mit dem Gesetzentwurf das komplizierte Finanzierungssystem der Kindertagesförderung zu vereinfachen und zu entbürokratisieren sowie die Elternvertretungen und die Rechte der Eltern zu stärken“, so Drese.

Nach Abschluss der Anhörung der verschiedenen Interessengruppen wird sich das Kabinett ein zweites Mal mit dem Gesetzentwurf befassen. Anschließend wird der Entwurf in den Landtag eingebracht.

Mit der Geschwisterkindregelung hat die Landesregierung bereits zu Jahresbeginn für mehr als 20.000 Kinder die Elternbeiträge abgeschafft. Eltern in Mecklenburg-Vorpommern zahlen ab diesem Monat nur noch für maximal ein Kind einen Kita-Beitrag. Für ihre jüngeren Geschwister ist der Besuch ab jetzt kostenfrei.

Ab 1. Januar 2020 ist der Besuch von Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege dann für alle 110.000 Kita-Kinder beitragsfrei.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und die Ministerin für Soziales, Gleichstellung und Integration Stefanie Drese werden am Freitag, den 11. Januar gemeinsam mit Landrat Stefan Sternberg die Kita „Neddelrad Spatzen“ in Banzkow besuchen.