Internationaler Tag gegen Homophobie

Drese: Mecklenburg-Vorpommern ist tolerant, weltoffen und vielfältig

Schwerin – Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie erklärt Sozialministerin Stefanie Drese: „Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollen gleichberechtigt und ohne Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung, leben können.“

Diesem Grundsatz folgend wurde 2014 der Landesaktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Die entwickelten Konzepte und Maßnahmen, mit denen Vorurteile gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, Transgender und intersexuellen Menschen – kurz LSBTI* – abgebaut werden sollen, werden immer wieder gemeinsam mit dem LSVD-Landesverband der LSBTI* in Mecklenburg-Vorpommern „Gaymeinsam“ e.V. geprüft und weiterentwickelt. So auch auf der Fachtagung „Landesaktionsplan Vielfalt – Bilanz und Ausblick“ im Oktober 2017 in Schwerin.

Drese: „Ich möchte ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem Vielfalt selbstverständlich gelebt werden kann. Diskriminierung muss konsequent entgegengetreten werden. Die Landesregierung engagiert sich aktiv für Akzeptanz, Wertschätzung und Toleranz. Mit dem ‚Landesaktionsplan Vielfalt‘ entwickeln wir Konzepte und Maßnahmen, um Vorurteile gezielt abzubauen.“

Der Landesaktionsplan bezieht sich auf verschiedene gesellschaftliche Handlungsfelder – beispielsweise auf den Bereich Familie, Kinder und Jugend. „Gleichgeschlechtliche Familien sollen genauso akzeptiert sein wie andere Lebensmodelle. Familie ist für mich dort, wo Menschen zusammenleben und füreinander Verantwortung übernehmen“, so Drese.

Drese: Beitragsfreie frühkindliche Bildung führt zu mehr Chancengerechtigkeit für Kinder

Schwerin – Krippe, Kindergarten, Hort und Kindertagespflege sind ab dem 1. Januar 2020 in Mecklenburg-Vorpommern für Eltern gebührenfrei. Die gestern vom Koalitionsausschuss beschlossenen komplette Abschaffung der Elternbeiträge in der Kindertagesförderung ist nach Einschätzung von Sozialministerin Stefanie Drese eine riesige Entlastung für Familien mit kleineren Kindern.

„Das ist vor allem für Eltern, die mit ihrem Einkommen knapp über den Grenzen für staatliche Hilfsleistungen liegen eine enorme finanzielle Hilfe. Für diese Familien freue ich mich ganz besonders“, sagte Drese heute in Schwerin. „Und es bleibt natürlich dabei: als Zwischenschritt erfolgt die Abschaffung der Elternbeiträge für Geschwisterkinder ab dem 1. Januar 2019.“

Mit der beitragsfreien Kindertagesförderung leistet das Land nach Ansicht der Ministerin einen großen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Und wir ermöglichen für alle Kinder die Teilhabe an frühkindlicher Bildung. Das trägt zu mehr Chancengerechtigkeit von Anfang an bei“, so Drese.

Einen Dank richtete Ministerin Drese an den Bund: „Die Bundesfamilienministerinnen der letzten Jahre haben dafür gesorgt, dass ab dem Haushalt 2019 den Ländern erhebliche Mittel für die Kindertagesförderung zur Verfügung gestellt werden. Mit unseren beträchtlichen Investitionen und der Unterstützung des Bundes ist der finanzielle Kraftakt für eine elternbeitragsfreie KiTa seriös zu realisieren.“

Die Kosten für die Übernahme aller Elternbeiträge belaufen sich derzeit auf rund 122 Millionen Euro jährlich. Die bereits beschlossenen Maßnahmen (Absenkung des Elternbeitrags um 50 Euro seit 1.1.2018 und Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder ab 1.1.2019) sind mit rund 54 Millionen Euro abgedeckt. Damit verbleiben für die vollständige Beitragsfreiheit rund 68 Millionen Euro.

Beitragsfreiheit entlastet Eltern um 120 Mio. Euro Kita-Kosten

Schwerin – Ab Januar 2020 müssen Eltern nicht mehr für die Kinderbetreuung bezahlen. Darauf hat sich der Koalitionsausschuss von SPD und CDU geeinigt. Außerdem wurde beschlossen, Polizeibeamte im mittleren Dienst besser zu bezahlen. Dazu erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Thomas Krüger: „Derzeit zahlen Eltern noch rund 120 Mio. Euro für die Betreuung ihrer Kinder in Krippe, Kita, Tagespflege oder Hort. Von diesen Kosten werden wir sie ab Januar 2020 vollständig befreien. Das ist für die Familien eine riesige Entlastung. Ich freue mich, dass wir dieses wichtige politische Versprechen der SPD nun umsetzen können. Ebenfalls ist es uns wichtig, dass Polizisten eine deutlich höhere Wechselschichtzulage erhalten werden. Die Schichtzulage steigt bei rund 2.100 Polizisten von 50 auf dann 150 Euro. Von dieser Maßnahme profitieren vor allem Beamte im mittleren Dienst, deren Belastung besonders hoch ist. Das ist für mich als Sozialdemokrat besonders wichtig. Mit dem Beschluss, 150 weitere Polizeistellen zu schaffen, kommen wir auch dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger in unserem Land nach. Alles zusammengenommen ist das heute ein sehr guter Tag für Mecklenburg-Vorpommern.“

Kaselitz: Viele Akteure engagieren sich für Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern

Rostock – Die Integrationsbeauftrage der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, hat sich auf der heutigen Fachtagung „Kulturelle Vielfalt in der Arbeitswelt“ in Rostock für den weiteren Abbau von Arbeitsmarkthürden für Migrantinnen und Migranten ausgesprochen, um echte Lebens- und Integrationschancen in Mecklenburg-Vorpommern zu ermöglichen.

„Es gibt viele Akteure, die sich im Bereich ‚Integration durch Arbeit‘ in Mecklenburg-Vorpommern engagieren und damit der Wirtschaft unter die Arme greifen. Dazu gehören u.a. die Willkommens- und Joblotsen, das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, das IQ-Netzwerk MV, die Kausa-Servicestellen und ebenso die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter“, erklärte Kaselitz.

Nach Ansicht der Integrationsbeauftragten müssen aber auch die Arbeitgeber verstärkte Anstrengungen unternehmen, um Zugewanderten zu helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Eine gezielte Förderung biete große Chancen auch um den Fachkräftebedarf zu decken, so Kaselitz.

Kaselitz betonte gleichzeitig, dass bereits gute Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verzeichnet werden können: „Der Anteil von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus dem Ausland hat in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Waren es im September 2012 noch 7.895 ausländische Beschäftigte, so gab es im September 2017 bereits 22.546. Erfreulicherweise kommen davon 1.575 Personen aus den 8 häufigsten Asylherkunftsländern. Das zeigt: der Weg ist anstrengend, aber er lohnt sich für alle Seiten“, so Kaselitz heute in Rostock.

Dank würde daher allen Arbeitgeberinnen und Arbeitsgebern in Unternehmen, in kleinen Handwerksbetrieben, den Ausbildern, berufliche Schulen, Weiterbildungsträgern, Bildungskoordinatoren und Beratungsstellen gelten.

Kaselitz: „Viele Akteure und steigende Zahlen bei den ausländischen Beschäftigten sind aber noch längst keine Garantie dafür, dass Vorurteile, Ablehnung oder Desinteresse und Gleichgültigkeit in der Gesellschaft verschwinden. Aber Ausbildung und Arbeit sind der Integrationsmotor schlechthin. Erfolgreich werden wir sein, wenn wir die Ausbildung weiter fördern und die Arbeitsmarkthürden abbauen.“

Das Förderprogramm des Bundes „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ setzt sich seit 2005 dafür ein, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern. Die regionale Umsetzung des Förderprogramms ist zentrale Aufgabe der 16 Landesnetzwerke. Dazu gehört auch das IQ Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern, welches gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern die Fachtagung in Rostock organisierte.

Bürgerforum zur Ehrenamtskarte in Neubrandenburg

Voss: Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen und konzeptionelle Vorschläge diskutieren

Neubrandenburg – Heute, am 14. Mai 2018, startet in Neubrandenburg das zweite von vier Bürgerforen des Sozialministeriums und der Ehrenamtsstiftung zur Einführung einer landesweiten Ehrenamtskarte. Staatssekretär Nikolaus Voss betonte die besondere Bedeutung des Bürgeraustauschs: „Wir suchen das Gespräch mit den ehrenamtlich Aktiven, um die richtigen Angebote und die nötige Akzeptanz für die landesweiten Ehrenamtskarte zu schaffen.“

Ziel der Bürgerforen ist es, im direkten Dialog die Leitlinien einer landesweiten Ehrenamtskarte zu diskutieren. Diese Hinweise sollen in den weiteren Erarbeitungsprozess einfließen. Ein Konzept der Landesregierung soll im Oktober an den Landtag überwiesen werden.

„Mit der Einbeziehung von Expertinnen und Experten, den Erfahrungen aus anderen Bundesländern und der breiten Bürgerbeteiligung schaffen wir die Voraussetzungen für eine attraktive und akzeptierte landesweite Ehrenamtskarte. Gleichzeitig setzen wir auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Land, Kreisen und Gemeinden und eine hohe Beteiligung privatwirtschaftlicher Kooperationspartner“, so Voss.

Weitere wichtige Erfolgsfaktoren sind nach Angaben von Staatssekretär Voss eine geringe Bürokratie, gerechte und nachvollziehbare Kriterien der Vergabe und eine einfache Form der Beantragung. Voss: „Die Karte darf kein Verwaltungsakt werden – weder für Ehrenamtler, Verein noch für die Ausgabestellen. Wir wollen ein praktisches und gut funktionierendes System. Am Ende muss das Ergebnis die Menschen überzeugen und als Zeichen der Anerkennung und des Dankes des Landes für das ehrenamtliche Engangement verstanden werden.“

Organisiert werden die Bürgerforen vom Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung MV. Weitere Stationen der Ehrenamts-Tour sind im Juni Schwerin und Bad Doberan.

Windflüchter-Charity-Gala in Stralsund

Stralsund – In Stralsund hat am Sonnabend die Windflüchter-Charity-Gala stattgefunden. Mit den Erlösen der Spendengala werden Projekte unterstützt, die sich mit der Krankheits- und Alltagsbewältigung von Krebspatientinnen und Krebspatienten befassen. „Mit der Spenden-Gala wird auf das Thema Krebs und die damit verbundenen Probleme in besonderer Weise aufmerksam gemacht. Darüber hinaus werden die Mittel für die Stiftung „Betroffen“ eingeworben. Mit den Erlösen werden Stiftungsvorhaben sowie regionale Projekte unterstützt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Mit den Erlösen unterstützt die Stiftung „Betroffen“ Projekte, die sich mit der Krankheits- und Alltagsbewältigung von Krebspatientinnen und Krebspatienten befassen. Hierzu zählen auch die psychosozialen Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen mit Krebs und deren Angehörigen in Vorpommern-Rügen. Für Menschen, die durch die Krebserkrankung in eine finanzielle Notlage geraten sind, ist ein Härtefonds eingerichtet worden. „Leider gibt es viele Betroffene, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und Hilfe benötigen. Oft sind es Kleinigkeiten, die neuen Lebensmut und Kraft geben. Viele positive Impulse unterstützten die gute medizinische Behandlung zusätzlich“, so Glawe weiter.

Nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 53.500 Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Krebs erhielten (Stand 31.12.2015). Krebserkrankungen treten zumeist im höheren Lebensalter auf: die Hälfte der neuerkrankten Männer im Diagnosejahr 2015 waren 69 Jahre oder älter. Bei den Frauen betrug das mittlere Erkrankungsalter 70 Jahre. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund jeder siebente Mann und jede vierzehnte Frau mit einer in den letzten 10 Jahren diagnostizierten Krebserkrankung.

Gesundheitsminister Glawe hat dafür geworben, die vorhandenen Beratungsangebote im Land zu nutzen. „Es gibt eine Reihe von Ansprechpartnern. Hierzu zählt neben den Ärzten auch das Selbsthilfenetz. Hier können sich Erkrankte und ihre Angehörigen austauschen und gegenseitig helfen“, so Glawe weiter. In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.selbsthilfe-mv.de umfassend über Selbsthilfegruppen für Erkrankte und ihre Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern.

Tipps und Anleitungen für einen bewegungsreichen Alltag gibt es auch im Präventionsratgeber der Deutschen Krebshilfe „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“. Kostenfreie Bestellung unter www.krebs-hilfe.de/infomaterial.

Die Stiftung „Betroffen“ wurde von Prof. Dr. Matthias Birth gemeinsam mit seiner Ehefrau Antje zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2014 gegründet. Prof. Dr. Matthias Birth ist Ärztlicher Direktor des Stralsunder Helios Hanseklinikums und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Die Windflüchter-Charity-Gala, die von dem Ehepaar ebenfalls initiiert wurde, fand 2017 erstmals statt. Schirmherrin der Gala ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Als Ehrengäste sind u.a. auch der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt eingeladen worden.

Die gesammelten Spenden werden auch für fortlaufende Stiftungsprojekte, wie u.a. das Schminkseminar für an Krebs betroffene Patientinnen, die psychoonkologische Mediathek und den Härtefonds zur individuellen Hilfe von Krebspatienten eingesetzt. Des Weiteren fördert das Kuratorium der Stiftung beispielweise den „Wünschewagen M-V“ des ASB Landesverbandes MV e.V. Eine Unterstützung erhielten 2017 die Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen zur Einrichtung und räumlicher Ausstattung einer „hospizlichen Tagespflege“ im Hospiz „Gezeiten“ in Stralsund, der Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter Greifswald/Vorpommern e.V. zum Bau eines Spielplatzes am Eltern-Kind-Haus sowie die Universitätskinderklinik Greifswald zur Unterstützung des „Mutperlenprojektes“ für an Krebs erkrankte Kinder auf der Kinderkrebsstation.

Ministerin Drese: Pflege braucht bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung

Ministerin Drese besucht das Pflegeheim Robert-Blum-Straße Neubrandenburg

Ministerin Drese besucht das Pflegeheim Robert-Blum-Straße Neubrandenburg

Neubrandenburg – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute zwei Pflegeheime in Neubrandenburg und Stavenhagen besucht. „Die vielen tausend Beschäftigten in den ambulanten, teilstationären oder stationären Einrichtungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen sind der wichtigste Bestandteil für eine gut funktionierende Pflege in Mecklenburg-Vorpommern. Diese professionelle und anspruchsvolle Arbeit hat mehr Wertschätzung und Anerkennung in unserer Gesellschaft verdient“, betonte Drese im Vorfeld des Tages der Pflege am 12. Mai.

Ministerin Drese sieht angesichts des steigenden Anteils pflegebedürftiger Menschen und des zunehmenden Fachkräftemangels die Pflege als eine der größten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen. Wesentliche Schritte für attraktivere Arbeitsbedingungen seien mehr Personal, eine höhere Bezahlung, verbesserte Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine kostenfreie Ausbildung. „An all diesen Punkten wird gearbeitet. Hier muss aber auch noch deutlich mehr geschehen“, sagte Drese.

Für dringend erforderlich in Mecklenburg-Vorpommern hält Ministerin Drese die Einführung eines allgemeingültigen Flächentarifvertrages für die Altenpflege. „Hier bin ich mit den Arbeitgebern und Kostenträgern im Gespräch. Meine klare Meinung ist den Tarifpartnern bekannt“, so Drese.

Gleichzeitig warnt Drese davor, das Thema Pflege immer nur im negativen Kontext zu behandeln: „Das wird den dort arbeitenden Menschen, den pflegenden Angehörigen und vielen Entwicklungen im Pflegebereich wie z.B. den Pflegestärkungsgesetzen nicht gerecht.“ So habe Mecklenburg-Vorpommern ein ganzes Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung geschnürt, das von der Förderung im investiven Bereich über die Beratung sowie Unterstützung der Pflegebedürftigen und Entlastung der pflegenden Angehörigen bis hin zur Stärkung der Rolle der Kommunen reicht.

Drese: „Wir verfolgen konsequent den Ansatz ‚ambulant vor stationär‘, damit pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können. Mehr als drei Viertel der Pflegebedürftigen werden in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause betreut. Darauf müssen wir unsere Rahmenbedingungen und unsere Infrastruktur ausrichten. Wir brauchen in der Pflege einen intelligenten Mix aus häuslichen, ambulanten, teilstationären und stationären Strukturen und Hilfsangeboten.“

Ministerpräsidentin gratuliert Hannelore Kohl zur Rubenow-Medaille

Greifswald – Die Vorstandsvorsitzende der 2015 vom Land gegründeten „Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern“ Hannelore Kohl erhält am 15. Mai auf dem Stadtempfang in Greifswald die Rubenow-Medaille. Dies ist die höchste Auszeichnung der Hanse- und Universitätsstadt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Ich gratuliere Frau Kohl sehr herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung. Sie bringt sich in unserem Bundesland seit vielen Jahrzehnten mit ihrer großen Kompetenz in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen ein und leistet eine ganz wichtige und unverzichtbare Arbeit. Besonders möchte ich ihr Engagement als Vorstandsvorsitzende der Ehrenamtsstiftung, die sie mit aufgebaut hat und seitdem maßgeblich in ihrer erfolgreichen Arbeit prägt, hervorheben. Solche Menschen wie Hannelore Kohl braucht unser Land. Sie sorgen für andere, für gute Gemeinschaften und einen guten Zusammenhalt. Darauf können alle Ehrenamtlichen stolz sein.“

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 528 Anträge von 440 Antragsstellern in der Ehrenamtsstiftung bearbeitet. Der Stiftungsvorstand bewilligte einen Förderumfang von rund 412 000 Euro. Seit Stiftungsgründung sind 1.716 Anträge von 1.025 Antragsstellern bei der Ehrenamtsstiftung eingegangen.

„Diese großartige Bilanz ist auch der konsequenten Arbeit von Frau Kohl zu verdanken“, betonte die Regierungschefin.

Weniger Widersprüche und Klagen in der Grundsicherung

Zahl der Widersprüche und Klagen trotz höherer Zahl an Leistungsempfängern rückläufig
Widerspruchsquote in gemeinsamen Einrichtungen bei 2,5 Prozent
Klagequote gegen Bescheide der gemeinsamen Einrichtungen bei 0,4 Prozent

Nürnberg – Im Jahr 2017 wurden im Rechtsbereich des SGB II rund 639.100 Widersprüche und 111.600 Klagen eingereicht. Das waren 8.800 Widersprüche bzw. 3.400 Klagen weniger als im Jahr 2016. Gleichzeitig hat sich jedoch die Zahl der Regelleistungsberechtigten gegenüber 2016 um 137.100 Personen auf 6,1 Millionen erhöht.

Die Quote für Widersprüche und Klagen kann nur für die 303 gemeinsamen Einrichtungen – also Jobcenter mit Beteiligung der BA – ermittelt werden. Im Jahr 2017 haben diese rund 20,8 Millionen Leistungsbescheide versandt. Dagegen wurden 528.200 Widersprüche und 98.000 Klagen eingelegt. Dies bedeutet, dass rechnerisch gegen etwa 2,5 Prozent der Bescheide ein Widerspruch eingelegt und gegen 0,4 Prozent geklagt wurde.

Spitzenreiter mit einem Anteil von 24 Prozent an allen Widersprüchen und 18 Prozent an den Klagen (Daten bezogen auf alle Jobcenter inkl. der zugelassenen kommunalen Träger) ist das Thema „Aufhebung und Erstattung“. Dies hat folgenden Grund: Die Geldleistungen in der Grundsicherung werden jeweils im Vormonat für den Berechnungsmonat angewiesen. Verändert sich dann im tatsächlichen Berechnungsmonat der Leistungsanspruch oder fällt ganz weg, wird ein Aufhebungs- und Erstattungsbescheid versandt. Gegen diese Bescheide werden die meisten Widersprüche eingelegt.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bescheide zur Anrechnung von Einkommen und Vermögen sowie für die Berechnung der Kosten für Unterkunft und Heizung. Gründe hierfür sind vor allem die äußerst komplexe Gesetzeslage und die zum Teil unterschiedliche Rechtsprechung in den Bundesländern, die zu Rechtsunsicherheit führen. Die Widersprüche oder Klagen gegen Sanktionen sind mit fünf bzw. vier Prozent Anteil relativ gering.

Nahezu zwei Drittel aller Widersprüche und 60 Prozent der Klagen wurden im vergangenen Jahr zurückgewiesen oder zurückgezogen. Dies ist häufig der Fall, wenn beispielsweise im laufenden Verfahren bisher fehlende Dokumente oder Informationen nachgeliefert werden und deswegen eine neue Entscheidung notwendig ist.

Grambower Kinder machen Luftsprünge

Erstes Projekt der WEMAG-Crowd geht durchs Ziel

Grambow – Der Förderverein „Unser Grambow e. V.“, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Heimatpflege, Umwelt und Denkmalschutz sowie von Kunst und Kultur, kann den Kinderspielplatz im Ort erweitern. Der Verein hatte auf der neuen Crowdfunding-Plattform des regionalen Energieversorgers WEMAG Geld für ein Bodentrampolin gesammelt. Das Spendenziel von 3.500 Euro wurde heute schon vor Ablauf der Frist erreicht. Insgesamt haben sich 44 Unterstützer beteiligt.

„Wir freuen uns sehr, dass die erforderliche Summe innerhalb so kurzer Zeit von unseren Unterstützern aufgebracht wurde. Das zeigt, wie wichtig unser Projekt vielen ist und wieviel man gemeinsam bewegen kann“, freut sich Sven Baltrusch, 2. Vorsitzender des Fördervereins. Die Zahl der Familien mit Kleinkindern hat im Ort in den letzten Jahren deutlich zugenommen. „Unser Förderverein engagiert sich deshalb dafür, den Spielplatz in der Dorfmitte durch geeignete Spielgeräte aufzuwerten, um den Platz zu einer attraktiven generationsübergreifenden Begegnungsstätte zu entwickeln“, erklärt Sven Baltrusch weiter. „Wir danken der WEMAG für die Gelegenheit, die professionelle Crowdfunding-Plattform zu nutzen. Auch für die fachliche und freundliche Unterstützung, die wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen hat. Nun geht die eigentliche Arbeit im Dorf los, so dass möglichst nach den Sommerferien die Spielplatzerweiterung dem Grambower Nachwuchs präsentiert werden kann. Die Realisierungsphase mit Einbeziehen der Gemeindevertretung hat bereits begonnen.“

Der kommunale Energieversorger WEMAG stellt seit dem 1. April dieses Jahres eine Plattform zur Verfügung, die den Förderbedarf von Projekten aus der Region öffentlich macht. Über die Internetseite www.wemag-crowd.com können sich Initiatoren von gemeinnützigen Projekten mit Menschen verbinden, die diese Projekte finanziell unterstützen möchten.

„Das Schöne am Crowdfunding ist, dass auch kleine Beträge für den Erfolg eines Projektes wichtig sind. Wenn möglichst viele Menschen spenden, kann gemeinsam viel erreicht werden. Das Projekt in Grambow zeigt, wie gut es funktionieren kann“, sagt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG.

Es gibt bereits drei weitere Projekte, die sich auf der WEMAG-Crowd vorstellen und über finanzielle Unterstützung freuen würden:

Der Verein 1. Mecklenburger Uhrenclub e. V. will die Kirche von Jesendorf wieder mit einer Turmuhr ausstatten. Für die Umsetzung werden 5.000 Euro benötigt. 10 Unterstützer haben bereits 1.730 Euro in die Kasse gebracht.

Der Förderverein Pingelhof Alt Damerow e. V. sammelt Geld für die Neueindeckung des Reetdaches der alten Scheune auf dem Pingelhof, da das Dach und damit die Scheune vom Verfall bedroht sind. Der Pingelhof Alt Damerow ist mit über 400 Jahren eine der ältesten noch erhaltenen Hofanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Förderverein hat bereits erhebliche Eigenmittel aufgebracht. Nun werden noch 2.500 Euro benötigt, damit die Reparatur erfolgen kann.

Der Künstler Richard Wester wirbt für Spenden von insgesamt 2.500 Euro, um die Kosten für seine Tour und die Produktion einer CD zu seiner 7-tägigen Veranstaltung in der Thomaskappelle des Schweriner Doms aufbringen zu können. Der Musiker und Komponist ist seit über 40 Jahren Gast auf deutschen und internationalen Bühnen. Mit Unterstützung der WEMAG-Crowd könnte er nach Schwerin geholt werden.

„Mit unserer neuen Crowdfunding-Plattform können Ideen vor der eigenen Haustür sichtbar gemacht und umgesetzt werden. Wir fördern damit ein schöneres und besseres Miteinander in der Region“, sagt Caspar Baumgart weiter.

Und so funktioniert es: Die Initiatoren beschreiben auf der Website www.wemag-crowd.com kostenlos ihr Vorhaben, legen ein Spendenziel mit Termin fest und bewerben es bei Freunden, Bekannten oder über soziale Netzwerke. Dann können Bürgerinnen und Bürger dafür spenden, auch Kleinbeträge. Kommt die Fördersumme zum Termin zusammen, fließt das Geld in das Vorhaben. Anderenfalls geht es zurück an die Spender. Bedingung ist, dass die Projekte den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Bildung oder Umwelt zuzuordnen sind. Die WEMAG-Crowd richtet sich an Projekte, die in Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg zu Hause sind.

Mehr Beschäftigte – auch durch ausländische Pflegekräfte

Nürnberg – Die Pflegebranche boomt. Aktuell sind in der Kranken- und Altenpflege 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 174.000 mehr als vor vier Jahren. Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Angestellten in der Branche um zwölf Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Deutschlandweit ist die Beschäftigung im selben Zeitraum um neun Prozent gestiegen. Um die hohe Arbeitskräftenachfrage zu decken, setzen Pflegebetriebe verstärkt auf Beschäftigte aus anderen Staaten. Vor vier Jahren lag der Anteil ausländischer Altenpflegekräfte bei knapp sieben Prozent. Mittlerweile ist er auf elf Prozent gestiegen. Viele Beschäftigte stammen aus den EU-Ländern Polen, Rumänien und Kroatien.

Der steigende Anteil von Pflegekräften aus dem Ausland ist hauptsächlich Folge der hohen Arbeitskräftenachfrage. Vor allem bei Altenpflegekräften besteht ein bundesweiter Mangel. Gesucht werden besonders examinierte Fachkräfte. Auf die 15.300 gemeldeten Stellen für Fachkräfte im April 2018 kommen lediglich 3.000 arbeitslose Frauen und Männer. Ähnlich verhält es sich in der Krankenpflege. Auf 12.100 gemeldete Stellen für Fachkräfte kommen lediglich 5.000 arbeitslose Bewerber.

Angesichts des fast flächendeckenden Fachkräfteengpasses in der Kranken- und Altenpflege setzen Arbeitsagenturen und Jobcenter verstärkt auf die berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. So haben in den letzten fünf Jahren 33.800 Arbeitslose eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen. Bei Krankenpflegefachkräften waren es 2.100. Dabei hilft auch, dass Arbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ bis Ende 2019 die Weiterbildung vollständig fördern können. Die für das dritte Ausbildungsjahr sonst erforderliche Kofinanzierung durch Dritte ist hier nicht erforderlich. Eine solche Regelung gibt es für die Krankenpflege nicht.

Da die Qualifizierung von Arbeitslosen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Branche nicht ausreicht, beteiligt sich die BA an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte. Seit fast fünf Jahren qualifizieren die BA und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Programms „Triple Win“ Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. In diesen Ländern gibt es einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden. Mittlerweile konnten über das Programm 1.300 Pflegekräfte vermittelt werden.

„In Deutschland wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Grund ist unter anderem die demographische Entwicklung. Natürlich versuchen wir, auch die inländischen Reserven zu mobilisieren und bei jungen Leuten für eine Ausbildung im Pflegebereich zu werben oder Arbeitslose zu qualifizieren. In der Pflegebranche wird das kaum reichen. Wir brauchen ausländische Kräfte und wollen diesen Menschen auch dauerhaft eine gute Perspektive bieten.“ erläutert Raimund Becker, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit.

Deutschland erreicht bei Kinderbetreuung für unter Dreijährige das EU-Ziel von 33 Prozent

Brüssel – Deutschland gehört zu den 12 Mitgliedstaaten, die 2016 das Kinderbetreuungsziel für 33 Prozent der Kinder im Alter von bis zu drei Jahren erfüllt haben. Neben Deutschland erreichten Dänemark, die Niederlande, Schweden, Luxemburg, Portugal, Frankreich, Belgien, Slowenien, Spanien, Italien und Finnland die bereits im Jahr 2002 vom Europäischen Rat in Barcelona gesetzten Zielvorgaben. Dem heute (Dienstag) von der Kommission vorgelegten Bericht zum Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder in Europa zufolge hat sich in Deutschland die Betreuung der unter Dreijähren von 24 Prozent im Jahr 2011 auf 32,6 Prozent im Jahr 2016 erhöht.

Erstmals seit die EU damit begonnen hat, die Erfüllung der Kinderbetreuungsziele zu beobachten, wurde das Ziel in Bezug auf Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren im Durchschnitt der EU-28 erreicht. Die erzielte Gesamtquote lag 2016 bei 32,9 Prozent. EU-Kommissarin Vĕra Jourová, zuständig für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, wies aber darauf hin, dass die Erreichung der Kinderbetreuungsziele zu lange gedauert habe. „Obwohl einige Verbesserungen bei der Anpassung der Kinderbetreuung an die Bedürfnisse moderner Familien erzielt wurden, liegt immer noch viel Arbeit vor uns. Wir hoffen, von jetzt an schneller dabei voranzukommen, berufstätige Eltern zu unterstützen“, sagte Jourová.

Bei den Kindern zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter wurde das Barcelona-Ziel von 90 Prozent noch nicht erreicht. Seit 2016 besuchen 86,3 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter eine formelle Betreuungseinrichtung oder eine Vorschule. Das Barcelona-Ziel wurde in 12 Mitgliedstaaten, darunter in Deutschland mit 91,8 Prozent, erfüllt; in den übrigen 16 Mitgliedstaaten ist dies noch nicht der Fall.

Die Unterrepräsentation von Frauen gehört zu den nachhaltigsten Problemen der Arbeitsmärkte in allen Mitgliedstaaten. Das geschlechtsspezifische Beschäftigungsgefälle, d. h. die Differenz zwischen den Beschäftigungsquoten von Frauen und Männern, liegt in der Europäischen Union insgesamt bei 11,6 Prozentpunkten bzw. – in Vollzeitäquivalenten gemessen – sogar bei 18,2 Prozentpunkten. Der dadurch entstehende wirtschaftliche Verlust beläuft sich auf 370 Mrd. Euro pro Jahr.

Hauptgrund für die geringe Beteiligung der Frauen am Erwerbsleben sind Betreuungsaufgaben, die von ihnen im Vergleich zu Männern in unverhältnismäßig größerem Umfang wahrgenommen werden. Frauen übernehmen in verschiedenen Abschnitten ihres Lebens Betreuungspflichten, insbesondere aber in der Zeit, in der sie Kleinkinder haben. In einigen Mitgliedstaaten gehen 25 Prozent der nicht erwerbstätigen Frauen aufgrund von Betreuungspflichten keiner Beschäftigung nach. Zehn Prozent der Frauen in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, dem Vereinigten Königreich, Belgien, Luxemburg und Irland gehen aufgrund ihrer Betreuungspflichten einer Teilzeitbeschäftigung nach.

Die Barcelona-Ziele

Bereits auf seiner Tagung in Barcelona im Jahr 2002 hat der Europäische Rat diese Situation erkannt und zur Verfügbarkeit hochwertiger und erschwinglicher Betreuungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter zwei Zielvorgaben festgelegt: „Die Mitgliedstaaten sollten Hemmnisse beseitigen, die Frauen von einer Beteiligung am Erwerbsleben abhalten, und bestrebt sein, nach Maßgabe der Nachfrage nach Kinderbetreuungseinrichtungen und im Einklang mit den einzelstaatlichen Vorgaben für das Versorgungsangebot bis 2010 für 90 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter und für 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.“

Aktionswoche „Schmeck die Natur“ wirbt für Lebensmittel aus MV

Roggentin – „Wer beim täglichen Einkauf auf nachhaltig und regional produzierte Erzeugnisse setzt, stärkt die hiesige Wirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute zur Eröffnung der Aktionswoche „Schmeck die Natur“ im Globus Einkaufsmarkt in Roggentin.

Im Mittelpunkt der von dem Markt im Zusammenwirken mit dem Verein Agrarmarketing MV e. V. vom 7. bis 9. Mai 2018 veranstalteten MV-Tage stehen die Erzeugnisse von 22 regionalen Produzenten. An 18 Probierständen präsentieren sich zum Beispiel Hersteller von Wurstwaren aus Rostock und Greifswald, von Molkereierzeugnissen aus Wismar, Fisch aus Lüdersdorf, alkoholfreien Getränken aus Güstrow, Bad Doberan und Satow oder Bier aus Rostock, Stralsund, Dargun und Rambin. Neben seinem Einkaufsmarkt führt das Roggentiner Unternehmen wie weitere Märkte der Kette eine eigene Gastronomieabteilung, die ausschließlich mit Zutaten lokaler Produzenten und Lieferanten kocht.

„Aktionswochen wie diese bringen regionale Produzenten und Konsumenten zusammen und unterstützen vor allem Klein- und Kleinstunternehmen aus MV. Gerade sie brauchen verlässliche Partner, um sich Absatzmärkte dauerhaft zu sichern“, unterstrich der Minister.

In MV gehe der Trend ganz klar hin zu qualitativ hochwertigen regionalen Produkten mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. „Das ist wichtig für die heimische Ernährungswirtschaft, die mit einem Anteil von mehr als einem Drittel der umsatzstärkste Wirtschaftszweig im verarbeitenden Gewerbe ist“, sagte er weiter. Die Branche erwirtschafte derzeit einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro und gehöre zu den wichtigsten Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit arbeiten mehr als 14.400 Beschäftigte in den fast 90 größeren Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Dabei handelt es sich um Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Das Land hatte zwischen 2007 und 2017 allein im Bereich der Marktstruktur 90 Projekte mit Fördermitteln in Höhe 33,3 Millionen Euro unterstützt und damit Investitionen von insgesamt 143,6 Millionen Euro ermöglicht.

Der Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e. V. (AMV) ist das größte Netzwerk der Ernährungsbranche in Mecklenburg-Vorpommern. Er vereint 120 Partner, darunter 62 Produzenten von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Kooperationspartner und Fördermitglieder. Der 1996 eröffnete Globus-Markt in Roggentin beschäftigt 340 Mitarbeiter, davon zehn Auszubildende. Mit MV-Aktionswochen werben Markt und Verein seit vielen Jahren für Lebensmittel aus dem Land.

Online-Projekt „Helden statt Trolle“ offiziell gestartet

Ministerin Hesse: Wir wollen Hass und Hetze im Internet etwas entgegensetzen

Rostock – Die Berufliche Schule Technik in Rostock ist heute als „1. Hassfreie Schule“ ausgezeichnet worden. Anlässlich der Auszeichnung haben das Landeskriminalamt und die Landeszentrale für politische Bildung das Projekt „Helden statt Trolle“ gestartet. Es will jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren vermitteln, wie sie mit Hass und Hetze im Internet umgehen können und dazu anregen, eine sachliche Diskussionskultur in den sozialen Netzwerken wiederzubeleben. Die Landeszentrale für politische Bildung hat das Projekt mit Mitteln in Höhe von 15.900 Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt. Bildungsministerin Birgit Hesse hat an der Veranstaltung in Rostock teilgenommen.

„Es ist heute so einfach geworden, dem eigenen Ärger Luft zu machen und sich auf Kosten anderer besser zu fühlen“, kritisierte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Es ist so einfach geworden, Meinung zu machen. In den sozialen Netzwerken muss man niemandem ins Gesicht schauen, den man beleidigt. Man ist nicht an irgendwelche Büro- oder Öffnungszeiten gebunden, um sich unflätig zu beschweren. Man muss sich nicht die Mühe machen, Briefe zu verfassen oder Telefonnummern zu wählen“, sagte Hesse. Viele Menschen stünden hilflos vor diesen Auswüchsen digitaler Kommunikation und vermeintlicher Information.

„Viele Menschen wissen nicht, ob und wie sie auf solche Kommentare reagieren können oder sollen. Manche sind erleichtert, weil Hetze und Hass bislang nur andere getroffen haben, andere sind empört. Diejenigen, die betroffen sind, sind oft auch tief getroffen – und das ganz analog“, sagte die Ministerin. „Das Projekt ‚Helden statt Trolle‛ richtet sich an junge Menschen, an Pädagogen, Schulsozialarbeiter und Ehrenamtliche. Es gibt Tipps und Methoden, mit welchen Formulierungen man auf Hasskommentare und Beleidigungen auf Social Media-Plattformen antworten und Flagge zeigen kann. Wichtig ist, dass viele mitmachen. Wir wollen Hass und Hetze im Internet etwas entgegensetzen“, betonte Hesse.

Gesundheitsbewusst und aktiv neue Höhen erklimmen

Naturerbe Zentrum Rügen und AOK Nordost gehen gemeinsame Wege

Insel Rügen – Das Naturerbe Zentrum Rügen, eine Einrichtung der bayerischen Erlebnis Akademie AG, und die AOK Nordost werden als neue Kooperationspartner gemeinsame Wege gehen. Darüber informierten heute in Binz der Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, Christian Kremer, und Juri Schlünz, der Koordinator für Sport- und Gesundheitsstützpunkte der AOK Nordost. Als exklusiver Gesundheitspartner möchte die AOK Nordost künftig die beliebte touristische Freizeit- und Bildungseinrichtung nutzen, um auf unterhaltsame und doch nachhaltige Art und Weise auf eine aktive und gesunde Lebensweise aufmerksam zu machen. Das Naturerbe Zentrum Rügen mit dem 2013 eröffneten 1.250 Meter langen Baumwipfelpfad zieht jährlich rund 300.000 Besucher an.

Bewegung tut gut – Jürgen Michalski, Regionalleiter Nord der Erlebnis Akademie AG (v. li.), Juri Schlünz von der AOK Nordost, der Stralsunder AOK-Niederlassungsleiter Henry Nahlik und Christian Kremer, Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, zeigen eine der ersten Infotafeln vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades. Foto @ NEZR/Maxi Klawa

„Am 15. Juni feiern wir fünf Jahre Naturerbe Zentrum Rügen. Unser Anspruch liegt in der Vermittlung von Werten, die zur Bewahrung unserer Naturräume und zu einem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen beitragen. Mit der Kooperation mit der AOK Nordost setzen wir jetzt neue Akzente“, betonte Christian Kremer. „Wir erweitern unsere Ziele um den wichtigen Faktor der Gesundheitsbildung und möchten dabei die Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner schrittweise ausbauen.“

Gestartet wird mit drei großen Infotafeln, die vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades, im Pfad an der ersten Erlebnisstation, an der es den Balancierbalken oder Wackelelemente zu überwinden gilt, und nach dem Ausstiegsturm angebracht worden sind. Auf den Schildern wird um eine aktive Lebensweise geworben, wobei schon die Absolvierung von täglich 10.000 Schritten eine große Rolle spielt. Studien belegen, dass damit das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung um 20 Prozent gesenkt werden kann. Bei Kindern wirken einfache Übungen zur Koordination dem Bewegungsmangel entgegen, bei älteren Menschen dienen sie der Sturzprävention und dem Erhalt der Lebensqualität.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Naturerbe Zentrum Rügen“, sagte Juri Schlünz. „Gemeinschaftliche Erlebnisse und die Freude an aktiver Betätigung in der Natur tragen sehr viel zum gesundheitlichen Wohlbefinden und einer positiven Entwicklung bei“, so der ehemalige Bundesligaspieler und Trainer vom F.C. Hansa Rostock. „Der Baumwipfelpfad auf Deutschland größter Insel ist geradezu prädestiniert für unser Anliegen und die Botschaft an alle Altersgruppen, dass jeder selbst etwas für seine Fitness und sein Wohlbefinden tun kann.“

Die AOK Nordost wird darüber hinaus die mehrfach prämierte „Baumwipfelpfad-Comic-Rallye“ unterstützen und Preise für die Teilnehmer zur Verfügung stellen. Mit Comic-Heft und Stift in der Hand können die jüngeren Besucher während der Wanderung zum Gipfel spannende Aufgaben in dem Rallye-Quiz lösen.

Im eigenen Boomhus-Bistro werden in Kooperation mit der AOK Nordost regelmäßig verschiedene gesunde Wochengerichte angeboten. Die Steckbriefe zum jeweiligen Tagesgericht wie beim aktuellen Süßkartoffel-Gemüse-Auflauf mit Schafskäse liegen als Infoblatt aus und können mitgenommen werden. Darin wird auf die Bedeutung und Inhalte der verarbeiteten Lebensmittel hingewiesen. So heißt es in dieser Woche „Süßkartoffeln sind eine wahre Karotin-Fundgrube und punkten mit viel Vitamin E und C. Vom Nährwertgehalt sind sie ganz vorne dabei. Junges frisches Gemüse tut immer gut und Schafkäse enthält sehr wenig Laktose“.