Menü Schließen

Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

500.000 Euro für das Gesundheitsland M-V

Neues Projekt soll gute Gesundheitsangebote besser zusammenbringen und besonders Menschen im ländlichen Raum erreichen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist Gesundheitsland – und das ist auch wirtschaftlich messbar: Rund 152.000 Menschen arbeiten in der Gesundheitswirtschaft des Landes. Im Jahr 2023 steuerte die Gesundheitswirtschaft 7,8 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns bei – das entspricht einem Anteil von 14,3 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes. Diese Stärke soll künftig noch stärker für die Gesundheit der Menschen genutzt werden. Das Gesundheitsministerium fördert deshalb ein neues Projekt bei der BioCon Valley® GmbH mit insgesamt 500.000 Euro.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine starke Gesundheitswirtschaft. Jetzt wollen wir noch besser nutzen, was daraus für die Gesundheit der Menschen entstehen kann“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Wenn Unternehmen, Kommunen und Akteure der Prävention enger zusammenarbeiten, können gute Ideen schneller in die Fläche kommen – gerade dort, wo Menschen nicht auf ein dichtes Netz von Angeboten zurückgreifen können.“

Genau hier setzt das neue Projekt an. Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, Kommunen, Sport, Suchtprävention, Gesundheitsförderung und weitere Fachpartner sollen dauerhaft miteinander vernetzt werden. Gute Ideen sollen schneller zusammenfinden, innovative Projekte etwa zu Bewegung, psychischer Gesundheit, Suchtprävention und Gesundheitskompetenz auf den Weg gebracht und bei der Suche nach Fördermitteln unterstützt werden. Auch bestehende Angebote sollen für die Menschen besser auffindbar werden. Mindestens 30 neue Präventionsangebote sollen dafür in einem landesweiten Präventionskompass erfasst werden.

„Wir haben viele gute Angebote und engagierte Akteure im Land. Was manchmal fehlt, ist der kurze Weg zueinander. Genau diesen Weg wollen wir schaffen“, so Drese. „Aus vielen guten Einzelideen soll mehr gemeinsame Wirkung entstehen.“

Besonders wichtig ist das für ländliche und strukturschwache Regionen. Denn Prävention wirkt nur, wenn die Angebote die Menschen tatsächlich erreichen. Das Projekt soll deshalb auch Kommunen bei der Entwicklung eigener Vorhaben unterstützen, Fördermöglichkeiten erschließen und erfolgreiche Ansätze aus Mecklenburg-Vorpommern sowie aus dem Ostseeraum und anderen Ländern miteinander verbinden.

„Gesundheit darf keine Frage des Wohnortes sein. Gerade in einem Flächenland müssen wir deshalb dafür sorgen, dass gute Prävention nicht nur dort stattfindet, wo ohnehin viele Angebote vorhanden sind“, sagte Drese. „Wir wollen die vorhandenen Kräfte im ganzen Land besser miteinander verbinden und so die Gesundheitschancen der Menschen stärken.“

Drese: „Jede verhinderte Erkrankung ist ein Gewinn – für den einzelnen Menschen und für unser Land. Prävention ist deshalb kein Zusatz, sondern ein wichtiger Teil unserer Gesundheitsstrategie.“

Das Projekt „Koordinierung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention an der Schnittstelle zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ läuft von September 2026 bis Ende Dezember 2027. Es setzt die Landesstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention im Zusammenspiel mit dem Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2030 um. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV, der Landessportbund MV, die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung, kommunale Akteure sowie Unternehmen der Gesundheitswirtschaft.

Neustart für die Seniorenarbeit in Tessin

Drese überreicht Fördermittel an Heimatverein Tessin und Umgebung e.V.

Tessin – Spieleabende, Lesungen, das Rentnercafé und vor allem Zeit miteinander: Der Treffpunkt Am Neuen Markt in Tessin (Landkreis Rostock) soll auch künftig ein Ort bleiben, an dem Seniorinnen und Senioren zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam aktiv sein können. Damit das gelingt, hat Sozialministerin Stefanie Drese in dieser Woche einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 31.000 Euro aus dem Bürgerfonds des Landes an den Trägerverein überreicht.

„Als zum Ende des vergangenen Jahres der ursprüngliche Träger des Treffpunktes die Arbeit eingestellt hat, hat der Heimatverein Tessin und Umgebung nicht lange überlegt sondern hat kurzerhand selbst Verantwortung übernommen um die Seniorenarbeit im Ort nicht abreißen zu lassen. Das ist nicht selbstverständlich und auf Grund der kurzen Vorlaufzeit auch nicht einfach gewesen“, betonte die Ministerin bei ihrem Vor-Ort-Besuch. „Deshalb wollen wir den Heimatverein jetzt dabei unterstützen, die Infrastruktur zu verbessern und das benötigte Mobiliar anzuschaffen, damit die fehlende Ausstattung den Neustart nicht ausbremst“, so Drese weiter.

Mit den Fördermitteln soll so etwa eine funktionale Küche eingerichtet werden, Tische und Stühle angeschafft und Ausstattung für Lesungen, Spiele- und Filmabende erworben werden. Mit Blick auf die Zielgruppe soll zudem in die Barrierefreiheit und die Instandsetzung der Außentreppe investiert werden.

„Für die Seniorinnen und Senioren in Tessin ist ein solcher Treffpunkt ein enormer Zugewinn. Schließlich wollen wir alle so lange wie möglich gut im gewohnten Umfeld alt werden und dazu gehören auch Teilhabe und Begegnung“, hob Drese hervor.

Dass der Heimatverein diese Aufgabe übernommen habe, sei daher ein wirklicher Glücksgriff für die Stadt. „Das zeigt aber auch, wie tief das Ehrenamt hier verwurzelt ist und dass Hilfe und Zusammenhalt in Tessin ganz selbstverständlich gelebt werden. Dafür gilt den Vereinsmitgliedern und allen, die beim Umbau mithelfen, mein Dank“, sagte die Ministerin.

Welttag der Patientensicherheit

„Sicherheit beginnt damit, Patientinnen und Patienten wirklich in den Mittelpunkt zu stellen“ / Modernes Landeskrankenhausgesetz stärkt Patientenrechte, Qualität und Sicherheit in den Kliniken

Schwerin – Was zählt, wenn Menschen im Krankenhaus besonders verletzlich sind? Nicht nur die richtige medizinische Behandlung, sondern auch ihre Würde, ihre Selbstbestimmung und das Recht, mit ihren Sorgen und Bedürfnissen gehört zu werden. Genau hier setzt Mecklenburg-Vorpommern mit dem neuen Landeskrankenhausgesetz an: Es stärkt die Patientenrechte und macht Beteiligung und Schutz zu einem festen Bestandteil der Krankenhausversorgung. Zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese deshalb auf die neuen Regelungen des seit Ende Oktober 2025 geltenden Gesetzes hingewiesen.

„Unser neues Landeskrankenhausgesetz ist ein modernes Gesetz, weil es die Perspektive der Patientinnen und Patienten konsequent ins Zentrum stellt. Wer sich in die Obhut eines Krankenhauses begibt, soll dort nicht nur medizinisch gut versorgt werden. Die eigene Würde, Selbstbestimmung und die persönlichen Bedürfnisse müssen ebenso zählen“, sagte Drese.

Das Gesetz stärkt dafür ganz konkrete Rechte. So wird die Selbstbestimmung der Frau während der Geburt ausdrücklich berücksichtigt. Der Kinderschutz im Krankenhaus wird gestärkt. Menschen mit Behinderungen erhalten ein stärker abgesichertes Recht auf die Mitaufnahme einer Begleitperson. Und auch für Menschen am Lebensende schreibt das Gesetz eine Behandlung vor, die ihrer Würde entspricht und einen selbstbestimmten Abschied ermöglicht.

„Wir wollen eine Krankenhausversorgung, in der Menschen nicht auf ihre Diagnose oder ihre Behandlung reduziert werden. Es geht auch darum, ob jemand verstanden wird, ob die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt werden und ob man Unterstützung bekommt, wenn man sie braucht“, so Drese. „Das ist für mich moderne Patientensicherheit.“

Eine wichtige Neuerung ist die Möglichkeit, unabhängige Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher einzusetzen. Landkreise und kreisfreie Städte können sie für die Krankenhäuser in ihrem Gebiet bestellen. Sie dürfen nicht beim Krankenhausträger beschäftigt sein und sind bei ihrer Tätigkeit keinen Weisungen unterworfen. Auf Wunsch nehmen sie Anregungen, Bitten und Beschwerden auf und können sich unmittelbar an die Krankenhausleitung oder andere zuständige Stellen wenden.

„Wenn es im Krankenhaus ein Problem gibt, darf niemand das Gefühl haben, allein dazustehen. Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher schaffen eine unabhängige und niedrigschwellige Anlaufstelle. Das stärkt die Rechte der Patientinnen und Patienten ganz praktisch“, sagte Drese.

Auch Qualität und Patientensicherheit werden verbindlicher in den Krankenhausstrukturen verankert. Jedes Krankenhaus muss mindestens eine Qualitätsbeauftragte oder einen Qualitätsbeauftragten bestellen. Zu den gesetzlichen Aufgaben gehört ausdrücklich die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Patientensicherheit sowie die Information der Beschäftigten über geltende Qualitätsstandards. Auffällige Qualitätsergebnisse müssen zudem der zuständigen Behörde angezeigt werden.

„Patientensicherheit darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn etwas schiefgegangen ist. Sie muss Bestandteil der täglichen Arbeit im Krankenhaus sein. Deshalb verbinden wir in Mecklenburg-Vorpommern mit unserem neuen Gesetz starke Patientenrechte mit verbindlichen Strukturen für Qualität und Sicherheit“, verdeutlichte Drese.

Pflegesymposium an der Unimedizin Greifswald

„Pflege braucht Kompetenz – und den Mut, Verantwortung zu übernehmen“

Greifswald – Pflege ist mehr als die Umsetzung ärztlicher Anordnungen: Sie ist eine eigenständige Profession mit eigener Expertise und wachsender Verantwortung. Das betonte Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm beim Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald, das in diesem Jahr gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock ausgerichtet wurde. Unter dem Motto „Kompetenz trifft Haltung“ kamen Fachleute aus Wissenschaft, Lehre und Praxis zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und neue Netzwerke zu knüpfen.

„Eine starke Pflege braucht nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern auch mehr Möglichkeiten, ihre Kompetenz einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wer pflegt, muss auch mitentscheiden können. Genau dahin muss sich die Pflegeprofession weiterentwickeln“, sagte Grimm.

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Seit dem Wintersemester 2021/22 bietet die Universität den Bachelorstudiengang „Klinische Pflegewissenschaft“ an, der einen akademischen Abschluss und die Berufsqualifikation als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann verbindet. 51 Studierende haben sich zuletzt für den Studiengang eingeschrieben – mehr als doppelt so viele wie im ersten Jahrgang. Darüber hinaus bietet die UMG zahlreiche staatlich anerkannte Weiterbildungen an, unter anderem in Intensivpflege und Anästhesie sowie seit Herbst 2025 auch in der Onkologie.

„Wir brauchen attraktive Bildungswege, wenn wir junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen und ihnen langfristige Perspektiven eröffnen wollen. Akademische Ausbildung, spezialisierte Weiterbildungen und neue Rollen in der Versorgung machen Pflege anspruchsvoller – und zugleich attraktiver“, so Grimm.

Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen in der Pflege verwies die Staatssekretärin auch auf die geplante Pflegefachassistenzausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land arbeite derzeit an der entsprechenden Umsetzungsverordnung. Ein klareres Rollenverständnis zwischen den unterschiedlichen Qualifikationsniveaus könne die Zusammenarbeit verbessern und damit auch die Versorgung stärken.

„Die Herausforderungen sind groß: Der Pflegebedarf steigt, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Wir werden diese Herausforderungen nicht lösen, indem wir Pflege nur verwalten. Wir müssen Kompetenzen weiterentwickeln, Verantwortung neu verteilen und gute Ideen schneller in die Praxis bringen“, sagte Grimm.

Das gemeinsame Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald und der Universitätsmedizin Rostock bot dafür ein breites Forum. Neben Fachvorträgen und Diskussionsformaten richteten sich Sessions gezielt an pflegepädagogische Expertinnen und Experten, Praxisanleitende, Lehrende in den Gesundheitsberufen sowie junge Pflegefachpersonen.

Interkulturelle Woche 2026 in Stralsund

„dafür!“ – für Vielfalt und ein gutes Miteinander  / 32 Veranstaltungen laden zu Begegnung, Austausch und gemeinsamem Erleben ein

Stralsund – Vom 16. September bis 14. Oktober findet in Stralsund die Interkulturelle Woche 2026 statt. Unter dem Motto „dafür!“ laden in unserer Hansestadt insgesamt 32 kunterbunte Veranstaltungen dazu ein, die Vielfalt der Hansestadt zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Motto steht für eine klare Haltung: für Demokratie, für Menschenrechte, für Vielfalt und für ein respektvolles Zusammenleben aller Menschen.

Organisiert wird die Interkulturelle Woche von der Migrationsbeauftragten der Hansestadt Stralsund, Anja Schmuck, gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Hansestadt.

„Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen und Einrichtungen diese Interkulturelle Woche mitgestalten, und lade alle Stralsunderinnen und Stralsunder herzlich ein, dabei zu sein“, sagt Anja Schmuck. „Das Programm ist so vielfältig wie die Menschen, die in unserer Hansestadt leben.“

Die Angebote reichen von kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsformaten über Seminare, Workshops und Filme bis hin zu Mitmachangeboten – auch für Kinder und Jugendliche. Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei.

Zu den Highlights gehören unter anderem internationale Stadt- und Begegnungsfeste mit landestypischen kulinarischen Köstlichkeiten, der Blaulichttag der Polizei, kreative Mitmachangebote, ein Mahl- und Backtag im Zoo, interaktive Führungen im Museumshaus sowie Konzerte, spannende Seminare, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen.

Das vollständige Programm ist unter www.stralsund.de/ikw2026 zu finden. Programm-Flyer liegen zudem an verschiedenen Orten in der Stadt aus.

Die Interkulturelle Woche bietet viele Gelegenheiten, gemeinsam ein Zeichen zu setzen: dafür! – für ein respektvolles Miteinander in der weltoffenen Hansestadt Stralsund.

„Ein herzlicher Dank gilt allen Engagierten, die mit ihrem Einsatz und ihren Ideen dieses vielfältige und abwechslungsreiche Programm zur Interkulturellen Woche 2026 in Stralsund möglich machen“, so Anja-Isabelle Schmuck, Migrationsbeauftragte der Hansestadt Stralsund.

Telemedizin-Netz für die Gesundheitsversorgung

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bauen gemeinsames Telemedizin-Netz auf

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen gemeinsam ein länderübergreifendes Telemedizin-Netz für die Gesundheitsversorgung aufbauen. Einen entsprechenden Letter of Intent haben Gesundheitsministerin Stefanie Drese aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken gemeinsam mit den Krankenhausgesellschaften beider Länder sowie der Universitätsmedizin Rostock und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein unterzeichnet.

Das „Telemedizin-Netz Nord-Ost“ (TENNO) soll zunächst die Krankenhäuser beider Länder digital miteinander verbinden und perspektivisch auch ambulante Versorgung, Rettungsdienst und weitere Gesundheitsbereiche einbeziehen, teilten Drese und von der Decken in der Landespresskonferenz am Dienstag mit.

„Telemedizin überwindet Entfernungen. Mit TENNO schaffen wir die digitale Infrastruktur dafür, dass medizinische Kompetenz nicht an Landesgrenzen oder am Standort eines Krankenhauses endet. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit ihren ländlichen Räumen ist das ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige und zukunftsfeste Gesundheitsversorgung“, betonte Drese.

„Wir wollen nicht zwei parallele Systeme aufbauen, sondern einen gemeinsamen digitalen Versorgungsraum im Norden schaffen“, sagte von der Decken. „Wenn medizinische Expertise nicht überall unmittelbar vor Ort verfügbar sein kann, müssen wir sie digital dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. Davon profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie die Beschäftigten in unseren Krankenhäusern. Das Netzwerk soll zudem dazu beitragen, die Zusammenarbeit der Kliniken zu stärken.“

Im ersten Schritt sollen die stationären Leistungserbringer beider Länder miteinander vernetzt werden. Geplant sind unter anderem Telekonsile und Televisiten. Erste konkrete Anwendungen hierfür können insbesondere in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Not- und Unfallversorgung liegen. Damit können Ärztinnen und Ärzte unabhängig vom Standort schnell zusätzliche Expertise hinzuziehen.

Das gemeinsame Netz soll allen Krankenhäusern offenstehen – unabhängig von Trägerschaft, Versorgungsstufe oder Standort; und mehr noch, alle Krankenhäuser beider Länder sollen verbindlich in das Netzwerk einbezogen werden. Bereits vorhandene telemedizinische Angebote sollen gebündelt und weiterentwickelt, neue Insellösungen oder parallele Einzelsysteme vermieden werden.

„TENNO ist kein Netz einzelner Universitätskliniken, sondern ein Netz für die gesamte Krankenhauslandschaft in beiden Ländern“, machte Drese deutlich. „Deshalb ist uns wichtig, dass alle Krankenhäuser gleichberechtigt Zugang erhalten und die Interessen der gesamten Krankenhauslandschaft berücksichtigt werden.“

Die Universitätskliniken Schleswig-Holstein und Rostock sollen eine koordinierende und operative Rolle beim Aufbau übernehmen. Die Krankenhausgesellschaften beider Länder werden von Beginn an einbezogen. Ziel ist eine transparente Steuerung, die eine offene und neutrale Infrastruktur gewährleistet.

„Die geplante telemedizinische Verbindung zwischen den Krankenhäusern kann ein Gamechanger für die stationäre Versorgung in M-V werden. Weniger Fachärzte können mehr Patienten betreuen. Der Meinungsaustausch zwischen den Spezialisten kann schneller und sogar Live unter Beteiligung des Patienten erfolgen, auch wenn dieser weit entfernt ist. Wir müssen TENNO daher schnellstmöglich an den Start bringen“, so der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft M-V, Uwe Borchmann.

„Der Ansatz, das gemeinsame Telemedizin-Netz nicht als Einbahnstraße zu verstehen, ist richtig und wichtig. Um in unseren Flächenländern medizinische Kompetenz möglichst überall und jederzeit verfügbar zu machen, muss neben der Expertise in der Universitätsmedizin auch auf Kompetenzen in Krankenhäusern anderer Versorgungsstufen zurückgegriffen werden können“, betonte Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft S-H.

Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, verdeutlichte: „Die Universitätsmedizin Rostock ist bereit, gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein die Planung und Umsetzung von TENNO aktiv voranzutreiben. Dabei ist entscheidend, dass ein leistungsfähiges länderübergreifendes Telemedizin-Netz mit den Partnern vor Ort aufgebaut und betrieben wird. In Mecklenburg-Vorpommern werden wir deshalb besonders mit unseren Partnern der Universitätsmedizin Greifswald sowie den Maximalversorgern in Neubrandenburg und Schwerin eng zusammenarbeiten. So können wir deren unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen nutzen, um TENNO an den tatsächlichen Anforderungen der Versorgungslandschaft auszurichten.“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzer (CEO) Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH): „Am UKSH ist Telemedizin im Rahmen unserer Strategie als digitaler Vorreiter bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil im Klinikalltag. Gemeinsame Standards können insbesondere im ländlichen Raum den Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung verbessern und den professionellen Austausch zwischen Ärztinnen und Ärzten stärken. Wir freuen uns daher, bei diesem Projekt eine aktive Rolle einzunehmen. Von TENNO können Patientinnen und Patienten hier im Norden profitieren.“

Der Aufbau des gemeinsamen Netzes fällt in eine Phase grundlegender Veränderungen der Krankenhauslandschaft. Die Krankenhausreform wird Strukturen und Aufgaben neu ordnen. Gerade auch Kooperationen kommt künftig eine deutlich gewachsene Bedeutung zu. „TENNO schafft die digitale Infrastruktur, damit diese neuen Strukturen auch funktionieren können, indem Expertise geteilt und Versorgung über Standorte hinweg organisiert wird“, so Drese.

Auch von der Decken sieht in der länderübergreifenden Zusammenarbeit einen wichtigen Zukunftsschritt: „Wir müssen Versorgung nicht mehr ausschließlich vom einzelnen Standort aus denken. Wir können Kompetenzen digital miteinander verbinden und damit Qualität sichern, auch wenn nicht jede medizinische Leistung an jedem Ort vorgehalten werden kann.“

Für den Aufbau des Netzes wollen beide Länder Mittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds für länderübergreifende Projekte nutzen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bereiten gemeinsam mit den Universitätskliniken und den Krankenhausgesellschaften einen entsprechenden Antrag vor. Die Antragstellung beim Bundesamt für Soziale Sicherung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

In den kommenden Monaten sollen die technischen und organisatorischen Voraussetzungen konkretisiert, erste Anwendungsfälle festgelegt und die künftige Governance des Netzwerks aufgebaut werden. Wird das Vorhaben für den Krankenhaustransformationsfonds angenommen, soll die Umsetzung ab 2027 beginnen.

Beide Ministerinnen betonten, dass TENNO nicht bei einzelnen Pilotprojekten stehen bleiben soll. Das Netzwerk wird von Beginn an so angelegt, dass weitere Bereiche und Leistungserbringer integriert werden können.

„Wir wollen vorhandene gute Lösungen zusammenbringen und so skalieren, dass sie allen zugutekommen“, verdeutlichte Drese. „Unser Ziel ist ein gemeinsames, verlässliches und dauerhaft tragfähiges Netzwerk – nicht eine Sammlung einzelner digitaler Insellösungen.“

Von der Decken sagte: „Die Herausforderungen unserer beiden Länder sind ähnlich: große Flächen, unterschiedliche regionale Strukturen und begrenzte personelle Ressourcen. Darauf gibt es keine rein digitale Antwort – aber Telemedizin kann ein wichtiger Teil der Antwort sein. Deshalb ist es sinnvoll, unsere Kräfte zu bündeln.“

Mit dem Letter of Intent legen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die gemeinsame Grundlage für den weiteren Aufbau von TENNO. Aus einer länderübergreifenden Kooperation soll so Schritt für Schritt ein gemeinsamer digitaler Versorgungsraum im Nordosten entstehen.

Woche des bürgerschaftlichen Engagements

„MV ist ein Land des Ehrenamtes“ – Drese lädt zur Teilnahme an der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ein

Schwerin – Bis zum 20. September steht Deutschland im Zeichen des Engagements. Die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ macht die ganze Bandbreite des Ehrenamtes sichtbar, von kleinen lokalen Initiativen bis zu größeren Vereinen, Organisationen und Projekten. „Interessierte können sich über Mitmachangebote in ihrer Nähe informieren und die Vielfalt des Engagements auch selbst aus erster Hand erleben“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese am Wochenende in Schwerin.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land des Ehrenamtes, auch wenn wir das oftmals gar nicht sehen, weil wir Angebote wie das Fußballtraining des Kindes, der Bingo-Abend der Oma im Begegnungszentrum oder Institutionen wie die Freiwillige Feuerwehr schon fast als selbstverständlich wahrnehmen“, betonte Drese. Dabei leben all diese Angebote von Menschen, die sich mit viel Herzblut für andere einsetzen um das Leben in MV besser, bunter und vielfältiger zu machen.

Die Ministerin sieht die bevorstehende Aktionswoche deshalb auch als gute Gelegenheit, um allen ehrenamtlich Engagierten im Land zu danken: „Sie übernehmen Verantwortung, bringen ihre Zeit und ihre Ideen ein und sind für andere da – oft ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Gerade deshalb dürfen wir nicht vergessen, wie viel Herzblut und persönliches Engagement dahintersteckt. Das verdient unser aller Anerkennung und Unterstützung“, so die Ministerin.

Um die Rahmenbedingungen des Ehrenamtes zu verbessern, soll auch das neue Engagement-Portal des Landes beitragen. „Wir wissen, dass die Nachwuchsgewinnung eines der dringendsten Probleme unserer Vereine und Initiativen ist. Wir wollen es deshalb als ein Ergebnis des Prozesses zur Erarbeitung der Landes-Engagementstrategie leichter machen, Mitmachangebote und Interessierte zusammenzubringen“, machte Drese deutlich. Das neue Onlineportal befindet sich gerade im Aufbau. Vereinen, Organisationen und Initiativen können sich aber bereits anmelden und vorstellen.

„Eine umfassende Anleitung hierfür finden Interessierte auf der Seite des Sozialministeriums. Gerne helfen aber auch unsere MitMachZentralen beziehungsweise Freiwilligenagenturen in den Landkreisen und kreisfreien Städten“, so Drese weiter.

Wer Veranstaltungen innerhalb der Aktionswoche des bürgerschaftlichen Engagements sucht, wird unter https://www.engagement-macht-stark.de/mitmachen/ fündig.

Welt-Sepsis-Tag: Drese warnt vor Mythen über Blutvergiftung

Schwerin – Der 13. September ist der Welt-Sepsis-Tag. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Schätzungen zufolge jährlich rund 230.000 Menschen an der im Volksmund als Blutvergiftung bekannten, Sepsis erkranken. Sie ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und endet unbehandelt immer tödlich. „Obwohl die Sepsis zu den häufigsten medizinischen Notfällen gehört, werden die Warnzeichen oft erst zu spät erkannt“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese im Vorfeld des Aktionstages.

Das liege unter anderem an Mythen zum Krankheitsbild, die sich hartnäckig auch bei den Patientinnen und Patienten halten. „Viele von uns denken nur bei offenen Hautwunden an eine mögliche Blutvergiftung. Dabei kann grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen, also auch Infektionen der Lunge, des Bauchraumes oder auch der Harnwege“, hob die Ministerin hervor.

Auch der weitverbreitete Glaube, es reiche auf einen roten Strich auf der Haut zu achten der sich von einer Wunde in Richtung Herz zieht, um eine Sepsis zu erkennen, sei daher falsch. „Eine Sepsis ist dadurch nicht immer zu erkennen. Ein viel wichtigeres Alarmzeichen ist deshalb die Kombination aus einer Infektion und einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands“, klärte Drese auf.

Deshalb ist er nach Angaben von Drese wichtig, mögliche Symptome im Blick zu behalten. Wenn eine Infektion etwa mit Schüttelfrost und möglicherweise auch Fieber einhergeht und zudem ein oder mehrere Symptome wie starke Schmerzen, ein nie gekanntes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensveränderung, Atemnot, Kurzatmigkeit, Herzrasen oder niedriger Blutdruck auftreten, sollte nicht abgewartet werden. Das Gleiche gelte, wenn die Haut kalt, feucht und fleckig wirkt.

„Sepsis ist ausdrücklich immer ein medizinischer Notfall. Bei einem entsprechenden Verdacht muss sofort die 112 gewählt werden, denn mit jeder Verzögerung der Therapie steigt die Sterblichkeit“, unterstich die Ministerin. „Es kann außerdem helfen, wenn der Rettungsdienst über möglicherweise bestehende chronische Erkrankungen der betroffenen Person informiert wird. Denn Menschen mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel der Lunge, Leber oder des Herzens sind besonders gefährdet“.

Zur Risikogruppe gehören außerdem z.B. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen über 60 Jahre, Schwangere Frauen und Mütter nach der Geburt, Menschen bei denen eine Operation noch nicht lange her ist sowie Personen, die schon einmal an einer Sepsis erkrankt sind.

„Und auch wenn es keine Impfung gegen eine Sepsis gibt, so können Impfungen dabei helfen Infektionskrankheiten zu vermeiden, die eine Sepsis hervorrufen können“, betonte Drese. Dazu gehören etwa die Pneumokokken- und die Grippeschutzimpfung. Gerade für Menschen mit einem erhöhten Risiko ist es wichtig, den eigenen Impfschutz regelmäßig überprüfen zu lassen und empfohlene Impfungen wahrzunehmen.

Drese: „Wir können Sepsis nicht immer verhindern. Aber wir können dafür sorgen, dass sie schneller erkannt und behandelt wird. Wissen um das Krankheitsbild ist dabei das beste Mittel, um uns und unsere Angehörigen zu schützen.“

Weiterführende Informationen stellt unter anderem die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, an der auch die Universitätsmedizin Greifswald mitwirkt, unter  www.deutschland-erkennt-sepsis.de bereit.

Dort stehen auch dezidierte Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten sowie für pflegende Angehörige, Schwangere und Eltern und auch für medizinisches Fachpersonal zur Verfügung.