Aktionswoche Kinderschutz startet

Schwerin – „Für einen besseren Kinderschutz sind aus meiner Sicht vor allem zwei Themen von herausragender Bedeutung: Prävention durch umfangreiche und zielgruppenspezifische Information und Vernetzung durch fachübergreifende Kooperation aller Akteure, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Genau das sind auch die Hauptziele der bevorstehenden Aktionswoche Kinderschutz“, sagte Ministerin Stefanie Drese heute auf der Landespressekonferenz.

Die Ministerin informierte gemeinsam mit der Sachgebietsleiterin des Sozialpädagogischen Dienstes im Jugendamt des Landkreises Rostock, Ute Boysen und Carsten Spies, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes MV, über die vierte Aktionswoche Kinderschutz, die in diesem Jahr im Landkreis Rostock stattfinden wird.

Mit der Aktionswoche, die am 20. September mit etwa 350 teilnehmenden Fachleuten im Rahmen der Kinder- und Jugendschutzkonferenz in Güstrow startet, soll der Kinderschutz noch stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt und über aktuelle Entwicklungen und Angebote informiert werden. In etwa 50 Veranstaltungen bis zum 26. September werden alle Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Familien, Fachkräfte, Öffentlichkeit, Politik) angesprochen.

Drese betonte, dass im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe in den vergangenen Jahren alle Ebenen enorme Anstrengungen unternommen hätten und vieles professioneller geworden sei. Als gelungene Beispiele benannte die Ministerin das „Bündnis Kinderschutz M-V“, die Umsetzung des „Landesprogramms Kinderschutz“, das Erinnerungssystem für Früherkennungsuntersuchungen, die Weiterentwicklung der „Frühen Hilfen“ und die neue Kinderschutz-App des Sozialministeriums.

Drese: „Dennoch kommt es auch bei uns im Land immer wieder zu folgenschweren Kindeswohlgefährdungen. Daher müssen wir uns immer wieder die Frage stellen, was wir tun können, um solchen Fallverläufen soweit es möglich ist, vorzubeugen.“

Auf Landesebene beschäftigt sich zurzeit eine interministerielle Arbeitsgruppe mit diesem Thema, die voraussichtlich Ende des Jahres ihren Bericht vorstellen wird.

Ute Boysen vom Jugendamt des Landkreises Rostock verdeutlichte: „Es ist besonders wichtig, Familien frühzeitig zu erreichen und ihnen die Scheu zu nehmen, zum Jugendamt zu kommen. Denn Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist das Recht der Eltern und der Kinder.“

„Die Veranstaltungswoche soll zudem dazu beitragen, die allgemeine Öffentlichkeit für das Wohlergehen von Kindern und für ein genaueres hinschauen noch stärker zu sensibilisieren“, wünscht sich der Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes Carsten Spies. „Der jüngste Fall auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde, bei dem viele Kinder, scheinbar unbemerkt von der Umgebung, über Jahre missbraucht wurden, macht den Handlungsbedarf erschreckend deutlich. Menschen, die sich um Kinder Sorgen machen und ihren Verdacht auf Kindeswohlgefährdung melden, müssen aber auch ernst genommen werden und die notwendige Unterstützung erfahren,“ fordert Spies weiter.

Bun­des­rat be­zu­schusst Bil­dungs­fahr­ten in die Haupt­stadt

Berlin – Jedes Jahr besuchen mehr als 70.000 Gäste den Bundesrat in Berlin, ein Großteil davon sind Jugendliche. Gruppenreisen von Schülern, Schülerinnen und Auszubildenden im Jahr 2020 unterstützt der Bundesrat mit einem Fahrkostenzuschuss, der bis 30. September 2019, 17 Uhr, beantragt werden kann.

Auch an Tagen, an denen keine Plenarsitzungen stattfinden und die Bundesratsmitglieder in den Landeshauptstädten arbeiten, herrscht im Gebäude des Bundesrates reger Betrieb. Zahlreiche Besuchergruppen besichtigen die imposante Eingangshalle, schauen sich die Wandelhalle an oder nehmen auf den Besuchertribünen des Plenarsaals Platz. Gerade für Jugendliche wird der Besuch des Bundesrates zu einem besonderen Erlebnis, denn sie dürfen in einem Rollenspiel am authentischen Ort selbst die Rolle der Politikerinnen und Politiker übernehmen und eine Plenarsitzung des Bundesrates nachstellen. Das Thema des Gesetzentwurfs, der dabei zur Debatte steht, bestimmen sie selbst.

„Mit diesem Format gelingt es uns, die Theorie aus dem Unterricht mit Leben zu füllen. Wir setzen bei unserer Besucherbetreuung auf anschauliche Praxiserfahrung. Wenn die Jugendlichen beim nächsten Mal etwas über den Bundesrat in den Nachrichten sehen, erinnern sie sich an das Rollenspiel und sicher auch daran, wie und wann der Bundesrat Einfluss auf Gesetze nehmen kann“, berichtet Antje Lorenz vom Besucherdienst.

Neben dem Bundesrat stehen meist weitere Hauptstadtinstitutionen auf dem Besuchsprogramm der Jugendlichen, so etwa eine Führung durch den Bundestag, der Besuch eines Bundesministeriums oder die Besichtigung der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße.

Schwesig und Glawe werben für Landarztquote

Schwerin – Das Kabinett hat auf seiner heutigen Sitzung ein Gesetz zur „Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung mit besonderem öffentlichen Bedarf des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Weg gebracht. Er geht jetzt in die Anhörung zu den Verbänden. Hintergrund dafür ist der sich abzeichnende Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten in den kommenden Jahren, besonders im ländlichen Raum.

„Dem wollen wir entschieden begegnen. Wir wollen, dass überall bei uns in Mecklenburg-Vorpommern eine Hausärztin oder ein Hausarzt für die Menschen da ist. Es ist notwendig, möglichst frühzeitig diejenigen potentiellen Medizinstudierenden für eine Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt zu gewinnen. Das ist gerade auf dem Land sehr wichtig. Deshalb wollen wir ab dem Wintersemester 2021 jeden zehnten Medizin-Studienplatz an unseren Universitäten für diejenigen reservieren, die als Landärzte bei uns arbeiten und für die Patientinnen und Patienten da sein wollen. Auch wenn sie die hohe Hürde des Numerus clausus nicht erfüllen. Voraussetzung für die Plätze sind, dass die Studierenden zehn Jahre als Landärztin oder als Landarzt bei uns zu arbeiten“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach der Kabinettssitzung.

Dies sei eine gute Chance für junge Menschen „und eine echte Hilfe bei der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Gerade dort brauchen wir sie in Zukunft, um die medizinische Versorgung absichern zu können. Deshalb haben wir diesen wichtigen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht.“

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe sagte nach dem Kabinett: „Mit dem heutigen Tag ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Landarztquote beschritten. Wir wollen Anreize für mehr Landärzte geben und deshalb bei angehenden Nachwuchsmedizinern werben. Die Gesellschaft verändert sich, beispielsweise durch eine zunehmende Urbanisierung, eine sich ändernde Lebensplanung der Menschen sowie eine größere zeitliche Ausgewogenheit in den Bereichen Arbeit, Familie und Freizeit. Das macht auch die Nachbesetzung von Landarztpraxen immer schwieriger“, so Glawe. „Es geht darum, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Für Mecklenburg-Vorpommern bietet die Landarztquote eine Chance, die Versorgung im ländlichen Raum weiter zu verbessern. Wir wollen die Landarztquote voranbringen und diese so schnell wie möglich einführen.“

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gegenwärtig rund 1200 Hausärztinnen und Hausärzte. 35 Prozent von ihnen sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in 6 bis 15 Jahren in den Ruhestand.

Bildungsvereine in Steinhagen

Steinhagen – Mit Qualifizierungs- und Bildungsangeboten dafür zu sorgen, dass Menschen auch mit schwierigen Startbedingungen ihren Platz in der Gesellschaft finden – das haben sich der Bützower Berufsbildungsverein e.V. (BBV) und das Güstrower Bildungshaus e.V. zum Ziel gesetzt. Bildungsministerin Bettina Martin hat sich heute in Steinhagen ein Bild von der Arbeit der beiden Vereine gemacht. Bei ihrem Besuch zeigten ihr die Vereinsführungen das Gelände des Berufsbildungsvereins und die „Alte Molkerei“, wo das Projekt „Heideweg 60“ seinen Platz hat.

„Eine Ausbildung ist wichtig, um später einmal den eigenen Lebensunterhalt verdienen zu können und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Es muss uns gelingen, dass möglichst alle Jugendlichen diese Chance haben, auch wenn ihre Voraussetzungen schwierig sind. Beim BBV setzen die Beteiligten alles daran, die Talente und Potenziale zu heben, die in den Jugendlichen stecken. Mit ihrem großen Engagement und den vielfältigen und gut betreuten Ausbildungsmöglichkeiten überbrücken sie individuelle oder soziale Benachteiligungen und schaffen berufliche Perspektiven. Die Vereine leisten hier eine wichtige, lebensnahe Förderung, die darüber hinaus den jungen Menschen den Wert eines funktionierenden Miteinanders vermittelt“, erklärte Martin.

Der Heideweg 60 ist zu einem Zentrum für verschiedene sozial engagierte Vereine geworden, darunter das Güstrower Bildungshaus und der Bützower Berufsbildungsverein, ein Jugendclub, ein Filmclub und die Bürgerhilfe. Sie leben dort eine enge Zusammenarbeit und bringen mit ihren Aktionen und Projekten verschiedene Generationen, Nationen und die Anwohner zusammen.

Der BBV plant, eine zusätzliche Werkstatt einzurichten, deren Angebote sich bereits an jüngere Schülerinnen und Schüler richten sollen, um diese möglichst früh in ihren emotionalen und sozialen Kompetenzen zu stärken.

Der BBV bietet jungen Menschen Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, eine Erstausbildung, Fort- u. Weiterbildung sowie Trainingsmaßnahmen in allen gewerblich-technischen Berufen. Mit seiner intensiven Begleitung kompensiert der Verein Benachteiligungen und verbessert die Berufsaussichten durch Training und Qualifizierung. Auch das Bildungshaus Güstrow e.V. engagiert sich für die berufliche und soziale Integration ausgegrenzter junger Menschen, z.B. mit Coaching-Angeboten für Bewerbung und Probezeit.

Neues Löschfahrzeug für Strasburg

Strasburg – Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Strasburg (Uckermark) haben heute ihr neues Löschfahrzeug offiziell in Empfang genommen. Das alte Fahrzeug aus DDR-Zeiten darf endlich in den Ruhestand. Land, Landkreis und Stadt hatten zu je einem Drittel die Anschaffungskosten übernommen. In seinem Grußwort brachte Innenminister Lorenz Caffier in Strasburg seinen großen Respekt für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute zum Ausdruck und machte deutlich, wie wichtig eine gute Ausrüstung für die Feuerwehr ist.

„So wie ein Arzt seine medizinischen Instrumente braucht, kann die Feuerwehr ohne eine gute Ausrüstung nicht helfen“, so Caffier. Er bedankte sich ausdrücklich für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. „Jenen Frauen und Männern, die sich für die Bürgerinnen und Bürger tagtäglich einsetzen, die für unsere Sicherheit sorgen, die uns immer hilfsbereit zur Seite stehen und die die Gemeinschaft vor Ort in den Gemeinden zusammenhalten, zolle ich großen Respekt. Ich wünsche ihnen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.“

Das Innenministerium hatte die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges mit 3000 Liter Wassertank (kurz TLF 3000) für die Freiwillige Feuerwehr Strasburg mit rund 112.000 Euro Sonderbedarfszuweisung unterstützt. Die Freiwillige Feuerwehr Strasburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist als Schwerpunktfeuerwehr eingestuft und nimmt Aufgaben im Gemeindegebiet, aber auch darüber hinaus wahr. Besondere Einsatzschwerpunkte sind u.a. die BAB 20, die Bundesstraße B 104 mit der Freigabe für Gefahrguttransporte, mehrere Landes- und Kreisstraßen, die Bahnlinie Stettin-Lübeck sowie diverse öffentliche Einrichtungen, große Waldflächen und zwei Biogasanlagen.

25-jähriges Bestehen der SIC GmbH

Stralsund – In Stralsund ist feierlich das 25-jährige Bestehen der SIC GmbH begangen worden. „Die SIC GmbH musste als kommunale Beschäftigungsgesellschaft vielen Widrigkeiten trotzen und immer wieder um das eigene Überleben kämpfen. Sie hat sich als Anlaufstation für sozial schwache Bewohner vor allem im Stadtteil Knieper West etabliert. Die SIC GmbH hat in den vergangenen Jahren immer Wege und Mittel gefunden, um Gutes für die Menschen im Knieper West tun zu können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die SIC GmbH in Stralsund ist vor allem im Stadtviertel „Knieper West“ in Stralsund tätig. Hier versucht sie, die Menschen im Stadtteil mittels verschiedener Projekte aus ihrer Isolation zu holen und in die Gesellschaft und in Arbeit zu integrieren.

In einer sozialen Marktwirtschaft ist es daher von zentraler Bedeutung, dass sich um Menschen gekümmert wird – vor allem auch um diejenigen, denen es nicht so gut geht. „Mit Herzblut und Engagement wird hier geholfen und den Menschen eine neue Perspektive eröffnet. Und genau darin besteht die Wirksamkeit der SIC in den vergangenen 25 Jahren: Hier wird ein wichtiger Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft geleistet, indem Menschen in einer schwierigen Phase ihres Arbeitslebens wieder auf die Beine geholfen wird. Und das war nicht allein in der Vergangenheit wichtig. Angesichts des rasanten Wandels unserer Arbeits- und Lebenswelt ist es auch heute wichtig, dass diejenigen, die den Anschluss an diesen Wandel nicht schaffen, Unterstützung finden. Damit der uns wichtige Zusammenhalt der Gesellschaft gelingt, gibt es in Stralsund die SIC“, betonte Glawe. Allein in den vergangenen fünf Jahren konnten dadurch fast 400 Menschen an verschiedenen Projekten und Maßnahmen teilnehmen und haben durch diese Projekte auch den Weg in Arbeit gefunden.

Wirtschaftsminister Glawe machte vor Ort auch auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes aufmerksam. „Unser Ziel ist es, diejenigen stärker an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die nicht ohne Anstrengungen vermittelt und beschäftigt werden können. Mir ist wichtig, dass auch die Unternehmen die Möglichkeiten passgenauer Qualifizierungen und Angebote nutzen. Dies ist auch ein Beitrag, Menschen wieder in Arbeit zu bringen“.

Mit dem Teilhabechancengesetz soll den Langzeitarbeitslosen die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtert werden. Bei der Schaffung von Arbeitsverhältnissen mit erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens sechs Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig erwerbstätig waren, erhalten Arbeitgeber in den ersten beiden Jahren einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns bzw. des tariflichen Entgelts bei tarifgebundenen Arbeitgebern; danach sinkt der Betrag um zehn Prozentpunkte jährlich. Die Förderdauer beträgt bis zu fünf Jahre. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Personen mit einer längeren Dauer von Langzeitarbeitslosigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Gefördert werden Arbeitsverhältnisse mit Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Arbeitgeber erhalten pauschal im ersten Jahr 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts.

Mit den seit Januar 2019 geltenden Regelungen des SGB II im Rahmen des Teilhabechancengesetzes konnte bereits jetzt zahlreichen Langzeitarbeitslosen wieder geholfen werden, einen neuen Start ins Berufsleben aufzunehmen. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 717 Personen über §16i SGB II (Teilhabe am Arbeitsleben) gefördert. Über §16e SGB II (Eingliederung von Langzeitarbeitslosen) wurden 205 Personen gefördert. Minister Glawe warb auch dafür, die Fördermöglichkeiten des Landes für Integrationsprojekte und Kleinprojekte zu nutzen. Er dankte dem Regionalbeirat Vorpommern, der für die Votierung von arbeitsmarktpolitischen Projekten in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen zuständig ist.

„Die wirtschaftlich positive Entwicklung der vergangenen Jahre sorgt für eine weiter sinkende Arbeitslosigkeit. Regional gibt es Unterschiede. Die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote waren im August 2019 im ganzen Land die niedrigsten in einem August seit der Wiedervereinigung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern waren 55.100 Personen arbeitslos, 141 (0,3 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 6.400 (10,5 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Auch die Lage bei den Langzeitarbeitslosen hat sich verbessert. Aktuell sind 19.400 Menschen langzeitarbeitslos bei uns im Land. Das sind 13.700 – 41 Prozent – weniger als vor fünf Jahren. Die Zahl langzeitarbeitsloser Personen liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei 2.400. Das sind 1.600 Langzeitarbeitslose (40 Prozent) weniger als vor fünf Jahren.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen kommt beim Abbau der Arbeitslosigkeit voran. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,9 Prozent. Im August 2019 waren im Landkreis Vorpommern-Rügen 7.800 Arbeitslose, 1.100 (12,6 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat, zu verzeichnen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank die Arbeitslosenzahl um 4.800 (38,2 Prozent).

Schwesig: Engagementpreis würdigt Ehrenamt

Schwerin – Die Ehrenamtsstiftung MV verleiht heute in Wismar zum zweiten Mal den Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern an ehrenamtliche Initiativen von Vereinen, die sich in besonderer Weise für die Gemeinschaft einsetzen und andere damit inspirieren und motivieren.

„Es ist gut, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern etwa 600.000 Menschen ehrenamtlich engagieren. Denn das Ehrenamt ist wichtig für uns alle“, sagte die Ministerpräsidentin in ihrer Rede zu Beginn der Festveranstaltung.

„Mit dem Engagementpreis Mecklenburg-Vorpommern findet das vielfältige Engagement in unserem Land Würdigung und öffentliche Anerkennung. Denn eines können wir den Menschen, die sich freiwillig und unbezahlt für andere einsetzen, zurückgeben: Respekt. Wertschätzung. Die Preisträgerinnen und Preisträger heute stehen für alle 600.000, die sich in ihrem Verein, ihrer Initiative, ihrer Schule oder Kita, ihrer Kirchengemeinde, ihrem Dorf, ihrer Nachbarschaft einsetzen“, sagte die Ministerpräsidentin.

„Wir können den Menschen, die sich engagieren, noch etwas zurückgeben: konkrete Unterstützung“, so die Ministerpräsidentin. Das sei Aufgabe der Ehrenamtsstiftung MV. „Die Ehrenamtsstiftung trägt seit 2015 erfolgreich dazu bei, dass viele gute Ideen und Aktivitäten umgesetzt werden. Bei der Ehrenamtsstiftung ist auch der Engagement-Preis in guten Händen. Ich freue mich, dass der Preis in diesem Jahr wieder vergeben wird.“

Die Preisträger werden in gesonderter Pressemitteilung durch die Ehrenamtsstiftung MV veröffentlicht.

Dank an die Freiwilligen Feuerwehren

Wulkenzin – Ein großes Dankeschön richtete Innenminister Lorenz Caffier heute in Wulkenzin an die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.

„Die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner opfern für Ausbildung, Übungen und Einsätze ihre Freizeit. Sie übernehmen freiwillig Aufgaben, die auch Gefahren in sich bergen und manchen schlimmen Anblick mit sich bringen“, sagte der Minister. „Dazu bereit zu sein, das verdient Dank und Anerkennung, auch an die Arbeitgeber und vor allem die Familien.“

Auf der Dankesveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes und des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte erinnerte Minister Caffier an zahlreiche Einsätze im Landkreis. So konnte erst vor kurzem Schlimmeres in Sadelkow verhindert werden, als die Brandwalze vom Feld nur mit viel Kraft und Mühe direkt vor einem Wohnhaus aufgehalten werden konnte. Oder der Brand von Feld- und Waldflächen zwischen Penkow und Malchow, wo der starke Wind das Feuer rasend schnell 200 Meter in den Wald hineingetrieben hatte. Nicht zu vergessen der schlimme Absturz der beiden Eurofighter-Jets nahe Nossentin.

„Gerade hier hat sich gezeigt, dass Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und alle anderen Einsatzkräfte hervorragend zusammenarbeiten. Und für die Bürgerinnen und Bürger zeigen diese Ereignisse: „Auf die Feuerwehr ist jederzeit Verlass!“, betonte Caffier. „Bei Einsatzlagen wie den beispielhaft genannten zeigt sich die eindrucksvolle Leistungsbereitschaft unserer ehrenamtlichen Kräfte.“

Das Innenministerium hat die Veranstaltung zur Auswertung des vergangenen Einsatzgeschehens finanziell unterstützt.

Qualitätsoffensive für die Kindertagespflege

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese zog heute ein positives Zwischenfazit der Landesoffensive „160+“ zur Weiterbildung für Kindertagespflegepersonen. „Wir sind mitten in der Umsetzung unseres gemeinsamen Ziels, die Tagespflegepersonen in Mecklenburg-Vorpommern fachlich zu stärken und die individuelle Förderung eines jeden Kindes auszubauen“, sagte Drese in Schwerin anlässlich der Zertifikats-Übergabe an die 45.000ste Absolventin des Kurses „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ des Bundesverbandes für Kindertagespflege.

Die Auswahl Mecklenburg-Vorpommerns für die Jubiläums-Zertifikatsübergabe ist kein Zufall. Laut Bundesverband für Kindertagespflege ist Mecklenburg-Vorpommern bundesweit vorbildlich bei der Unterstützung von Tagesmüttern und -vätern. So hilft MV als erstes Bundesland überhaupt den zuständigen Jugendämtern der Landkreise und kreisfreien Städte bei der Einführung von flächendeckenden Vertretungsmodellen und der Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten Qualitätshandbuch (QHB).

Tagespflegepersonen, die bereits über die tätigkeitsvorbereitende 160-Stunden-Grundqualifizierung verfügen, können in 2018 und 2019 an der tätigkeitsbegleitenden 140-Stunden-Qualifizierung „160+“ teilnehmen. Pro Person werden hier vom Sozialministerium ca. 1.000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Bisher haben sich bereits 275 Tagespflegepersonen für die Anschlussqualifizierung „160+“ entschieden. Mit der Möglichkeit zur kostenfreien Teilnahme unterstützt das Sozialministerium die Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Kindertagesförderung. Wir möchten damit allen interessierten Tagespflegepersonen den Weg zu einer höheren Qualifizierung ebnen“, betonte Drese.

Mit dem Inkrafttreten des neuen KiföG zum 1. Januar 2020 sind weitere Qualitätsverbesserungen für die Kindertagespflege verbunden. Drese. „Wir stellen den Landkreisen und kreisfreien Städten zusätzliche 185.000 Euro für Fort- und Weiterbildungen zur Verfügung. Wir stärken die Vernetzung der Tagespflegepersonen untereinander durch regelmäßige Regionaltreffen. Und wir senken den Schlüssel bei der Fach- und Praxisberatung. Beraterinnen und Berater sind ab 2020 maximal für 100 Tagespflegepersonen zuständig.“

Alle diese Maßnahmen verdeutlichen nach Ansicht der Ministerin, dass die Tagespflege ein gleichwertiger Teil des qualifizierten, vielfältigen und zuverlässigen Systems der Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung

Greifswald – Bildungsministerin Bettina Martin und der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild, haben heute gemeinsam das Ausbildungsunternehmen CZIOTEC GmbH in Greifswald besucht. Dabei hat die Bildungsministerin dem Präsidenten der Handwerkskammer einen Förderbescheid zur Förderung von Lehrgängen der „Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Handwerk (ÜLU)“ übergeben.

„Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ist ein im Handwerk unverzichtbarer Qualifizierungsbaustein. ÜLU gewährleistet ein einheitliches Ausbildungsniveau in MV. Die Auszubildenden profitieren von ÜLU, weil für Sie damit eine hochqualifizierte Ausbildung gewährleistet ist“, sagte Ministerin Martin. „Den kleinen und mittleren Betrieben ermöglichen wir mit diesem Zusatzangebot, dass sie auch in spezialisierten Berufen gut ausbilden können. Damit machen wir gemeinsam die Ausbildung im Handwerk noch attraktiver.“

Mit rund 1,3 Mio. EUR aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) wird für das neue Ausbildungsjahr der betriebliche Teil der dualen Ausbildung im Kammerbereich unterstützt. Im Rahmen der ÜLU absolvieren die Auszubildenden einzelne, oft spezialisierte Teile der betrieblichen Ausbildung in Lehrgängen, die größtenteils in den Handwerkerbildungszentren der Kammern durchgeführt werden. Neben Betrieb und beruflicher Schule gibt es bei der ÜLU mit dem Handwerkerbildungszentrum einen dritten Lernort (Rostock und Neustrelitz).

„Die Förderung der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung als ‚verlängerte Werkbank‘ der Handwerksbetriebe trägt zur Entlastung der Unternehmen und zur Sicherung der hohen Ausbildungsqualität im Handwerk bei hohem Tempo der technischen und branchenspezifischen Entwicklung bei“, betonte Präsident Hochschild, von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. „Zugleich ist dies ein Signal der Politik für die Stärkung der beruflichen Bildung.“

In den mehr als 12.100 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Rostock arbeiten rund 60.500 Beschäftigte, davon mehr als 3.400 Auszubildende. Im Ausbildungsjahr 2019/20 können nun mit dieser Förderung bis zu 7.241 Teilnehmer an 1.033 ÜLU-Lehrgängen im Kammerbezirk teilnehmen. Aufgabe der Zusatzkurse ist es, eine breite einheitliche Grundausbildung und die Anpassung an den technischen Fortschritt sicherzustellen. Für den Gesamtförderungszeitraum von 2015 – 2022 stellt die Landesregierung dem Handwerk insgesamt 9,5 Mio. EUR für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung zur Verfügung.

„MV impft“ hat Herbstaktion gestartet

Schwerin – Im Rahmen der Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ ist eine Herbstaktion gestartet. Bis Ende September wird verstärkt in sozialen Medien, durch Werbung beim Umschalten von Fernsehprogrammen und auch durch Plakatwerbung in Städten auf das Thema Impfen aufmerksam gemacht.

„Gerade im Herbst ist Impfzeit. Vor allem gegen Grippe wird nun geimpft. Bis Ende November ist die günstigste Zeit, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Uns ist wichtig, gemeinsam über die Notwendigkeit des Impfens zu informieren und weiter aufzuklären. Wer sich selber durch das Impfen schützt, schützt auch andere“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.

Aktuell sind bis Ende September Plakate auf Plakatsäulen mit dem Motiv „Impfen ist Familiensache“ (Foto im Anhang) zu sehen. Sie hängen in den größeren Städten wie zum Beispiel Rostock, Greifswald, Stralsund, Schwerin, Wismar und Neustrelitz. Darüber hinaus wird ebenso mit dem Motiv „Familiensache“ als Bannerwerbung, sogenanntes „Adressable TV“ (=gezieltes Aussteuern von Fernsehwerbung auf Fernsehgeräten mit Internetverbindung), für das TV-Programm geschaltet. Es erscheint eine „Banneranzeige“, wenn das entsprechend gebuchte Programm eingeschaltet wird. Hierzu zählen Sender wie RTL, SuperRTL, VOX, RTL2, Sport1 oder Tele5. Die Schaltung erfolgt bis Ende Oktober. In sozialen Medien, wie beispielsweise Facebook oder auf im Internet relevanten Seiten werden neugestaltete animierte Banner angezeigt.

„Wir werben weiter. Hohe Impfquoten sind kein Selbstläufer. Besonders wichtig sind die Basisimpfungen im Kindes- und Jugendalter und die späteren Auffrischungsimpfungen, um lebenslang einen Schutz aufzubauen“, betonte Gesundheitsminister Glawe.

Gesundheitsminister Harry Glawe hat sich darüber hinaus erneut für eine bundesweite beschränkte Impfpflicht gegen Masern ausgesprochen. Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht im Sommer verabschiedet. „Gerade in Kindertagesstätten und Schulen ist es nötig, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Um bestehende Impflücken bundesweit zu schließen, ist die Impfpflicht eine geeignete Maßnahme“, so Glawe weiter.

Ab März 2020 soll eine Impfpflicht für Erwachsene gelten, die als Tagesmütter, Lehrer, Personal in Kindertagesstätten sowie als Beschäftigte im Medizinbereich tätig sind. Eltern müssen darüber hinaus vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kindertagesstätte oder in eine Schule nachweisen, dass sie entsprechend geimpft sind.

„MV impft“ ist eine Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales. Mecklenburg-Vorpommern hat im Oktober 2018 die Kampagne „MV impft – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ (www.mv-impft.de) gestartet. Neben dem Internetauftritt wird mit gedrucktem Informationsmaterial wie Plakaten und Faltblättern geworben. Darüber hinaus kommen auch digitale Medien wie Spots für Kinos sowie YouTube und Facebook als Informationsträger zum Einsatz, um gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Ergänzt wird dies durch Hinweise auf die zahlreichen Impfangebote der niedergelassenen Ärzte, der Gesundheitsämter und auch der Betriebsärzte im Land.

„Die Menschen in MV müssen auch in Zukunft über den Nutzen von Impfungen aufgeklärt werden, um die flächendeckend vorhandenen Impfangebote bestmöglich zu nutzen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Landesregierung sucht erneut „Frau des Jahres“

Schwerin – Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und die Gleichstellungsministerin Stefanie Drese möchten den Frauen im Land Mecklenburg-Vorpommern für ihr Engagement danken und ihre Leistungen besonders hervorheben.

Stellvertretend für Mecklenburg-Vorpommerns Frauen soll auch 2020 die „Frau des Jahres“ geehrt werden. Für die Auszeichnung im kommenden Jahr wird eine Frau gesucht, die aufgrund ihrer Leistungen und ihres Engagements Vorbild ist, die im beruflichen, gesellschaftlichen, sozialen oder kulturellen Bereich sehr aktiv ist, die Verantwortung übernimmt, sich für die Familie und ihre Mitmenschen einsetzt, oder eine Frau, die durch eine einmalige, besondere Aktion oder Leistung aufgefallen ist. Sie wohnt in Mecklenburg-Vorpommern oder ist in einer Einrichtung oder Organisation im Land beruflich oder ehrenamtlich aktiv.

Vorschlagsberechtigt sind die im Land vertretenen Landkreise und kreisfreien Städte, Kommunen, Vereine und Parteien sowie alle Bürgerinnen und Bürger von Mecklenburg-Vorpommern.

„Es gibt viele starke, engagierte und erfolgreichen Frauen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Auf diese Leistungen dieser Frauen wollen wir stärker aufmerksam machen und haben diese Auszeichnung ins Leben gerufen. Nach der erfolgreichen Premiere hoffe ich erneut auf viele gute Vorschläge“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Schwerin.

„Viele Frauen in unserem Land leisten Herausragendes – im Beruf, in der Familie, im Ehrenamt. Das geschieht oft im Verborgenen. Mit der Auszeichnung wollen wir ganz bewusst dieses für den sozialen Zusammenhalt so wichtige Engagement würdigen“, erklärte die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung Stefanie Drese.

Die namentlichen Vorschläge mit einer aussagekräftigen Begründung sowie einem kurzen Lebenslauf können bis einschließlich 31. Oktober 2019 beim Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung eingereicht werden.

Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung
Leitstelle für Frauen und Gleichstellung
z. H. Frau Dr. Birgit Gabler
Werderstr. 124
19055 Schwerin
Tel. 0385/588-9080

Die Auszeichnung soll auf dem Frauentagsempfang im März 2020 von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erfolgen. Erste „Frau des Jahres“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist die Leiterin der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust, Marion Löning.

Sozialministerium startet Onlinebefragung

Lebenssituation von LSBTI*-Menschen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese setzt sich für ein verstärktes gesellschaftliches Engagement bei der Bekämpfung von Diskriminierung lesbischer, schwuler, bisexueller, queerer sowie trans* und inter* Menschen (LSBTI*) ein. Dazu sollen die Landesmittel für die Beratungsstellen und die Aufklärungsarbeit im kommenden Doppelhaushalt deutlich erhöht und die Wirksamkeit des „Landesaktionsplans für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in MV“ überprüft werden.

„Die Schaffung rechtlicher und tatsächlicher Gleichstellung ist eine ständige gesellschaftspolitische Herausforderung. Mein Anspruch ist es, dass in Mecklenburg-Vorpommern alle Menschen gleichberechtigt und ohne Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung, unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung, leben können“, sagte Drese heute in Schwerin.

Unter dieser Zielsetzung hat die Landesregierung 2015 den „Landesaktionsplan für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in M-V“ erarbeitet und verabschiedet. Nach knapp fünf Jahren soll Bilanz gezogen und ein schriftlicher Bericht der Landesregierung bis Ende 2020 vorgelegt werden.

„Uns interessiert vor allem, wie sich die Lebenssituation von LSBTI*-Menschen (LSBTI*) und deren Angehörigen seit 2015 in unserem Land verändert hat“, so Ministerin Drese. „Wir wollen wissen, ob sie Nachteile im Alltag, in der Arbeitswelt, in der Schule erfahren oder sie sich weithin akzeptiert fühlen. Und wir wollen wissen, was sie sich für Maßnahmen von der Landesregierung wünschen“, verdeutlichte Drese.

Vor diesem Hintergrund führt das Sozialministerium u. a. eine Onlinebefragung durch. An ihr können alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen, ob heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, trans* oder inter*. Auch Familienangehörige sollen erreicht werden. Im Auftrag des Sozialministeriums führt das wissenschaftliche Institut RRM diese landesweite Befragung durch und wertet sie aus. Die Ergebnisse fließen in den Bericht der Landesregierung zum Aktionsplan ein.

Um möglichst eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, wendet sich Sozialministerin Drese auch an alle Multiplikator*innen bzw. Interessenvertretende und bittet darum, Vereine, Verbände, Institutionen, nachgeordnete Einrichtungen sowie Mitglieder auf die Onlinebefragung hinzuweisen. Der Link und der QR-Code für den Fragebogen kann auf www.sozial-mv.de heruntergeladen werden.

Die Befragung findet vom 11. September bis zum 13. Oktober 2019 statt. Die Beantwortung der Fragen nimmt ca. 15 bis 35 Minuten in Anspruch. Die Umfrage ist anonym; die Identität ist nicht bekannt. Es werden keine personenbezogenen Daten zusammen mit den Antworten gespeichert. Alle Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, die mindestens 16 Jahre alt sind, können an der Befragung teilnehmen.

Direktlink zur Onlinebefragung: https://befragung.rauh-research.de/index.php/785286?lang=de

Ersatzkassenforum in Schwerin

Schwerin – In Schwerin fand heute das diesjährige Ersatzkassenforum zum Thema „Patientensicherheit zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ statt.

„Patientensicherheit ist ein Riesenthema. Die Qualitätssicherung dabei ist für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem Voraussetzung. Die Abbildung, Sicherung und Verbesserung der Qualität insbesondere der medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Motor hierfür sind unsere gut ausgebildeten Fachkräfte in Krankenhäusern, in den Praxen oder in den Kliniken. Ich danke allen, die daran aktiv mitarbeiten, damit Anspruch und Wirklichkeit im Einklang sind“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Mit dem Patientenrechtegesetz wird die Patientensicherheit in der medizinischen Versorgung gestärkt. „Mit diesem Gesetz wird die Position der Patientinnen und Patienten gegenüber den Leistungsbringern und den Krankenkassen verbessert, der Patient ´von heute´ ist ein selbstbewusster und vielleicht auch kritischer Beitragszahler, dessen Rechte mit diesen Regularien ausgebaut wurden“, so Glawe weiter.

Patientenrechte „stehen auf der Seite“ der Patienten. Diese Rechte gelten in jedem Behandlungsverhältnis und sind unter anderem Einsichtsrecht in Behandlungsunterlagen, Recht auf Information und Aufklärung und das Recht auf Selbstbestimmung. So wurden zum Beispiel Krankenhäuser verpflichtet, ein patientenorientiertes Beschwerdemanagement durchzuführen.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz wurden weitere Regelungen getroffen, die in Zukunft Verbesserungen für die Patientensicherheit bringen sollen. Von Bedeutung sind hier insbesondere die Verzahnung von Qualitätssicherung und Krankenhausplanung sowie die vorgesehenen Qualitätsprüfungen im Krankenhaus durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Unerwünschte Risiken und Ereignisse wie zum Beispiel Eingriffs- und Seitenverwechselungen lassen sich mit OP-Checklisten vermeiden.

„Diese Übersicht soll künftig bei allen Prozeduren eingesetzt werden, an denen zwei oder mehr Ärzte beteiligt sind bzw. die unter Sedierung erfolgen. Ambulant durchgeführte Eingriffe sollen ebenfalls diesen Regeln Folge leisten. Die Entwicklung dieser Listen sollen einrichtungsbezogen unter Engagement aller beteiligten Personen erstellt werden. Die Orientierung an Muster-Checklisten ist erlaubt. Bei so genannten `Bagatelleingriffen´ ohne Narkose kann auf diese Regelung verzichtet werden“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zur Qualitätssicherung beschließt Richtlinien und Regelungen zur Erhöhung der Patientensicherheit mit einem breiten Spektrum an Einzelmaßnahmen. Dabei handelt es sich um Struktur- und Prozessvorgaben wie Qualitätszirkel oder der Pflegepersonal-Schlüssel, bis hin zu Mindestmengenfestlegungen (z.B. für den Kniegelenkersatz) und die stetige Erhebung bzw. Bewertung von Indikatoren der Patientensicherheit in der externen stationären Qualitätssicherung (z.B. Komplikationsraten).

„Unser gemeinsames Ziel muss es deshalb nicht nur sein, den Menschen in unserem Land eine flächendeckende, gut funktionierende ambulante und stationäre medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Patientensicherheit bei jeglicher Art medizinischer Versorgung stets weiter oberste Priorität hat“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Die Weltgesundheitsversammlung erklärt den 17. September zum Welttag der Patientensicherheit (World Patient Safety Day). 2019 findet der World Patient Safety Day zum ersten Mal weltweit statt. Die WHO wird jedes Jahr am 17. September das Thema Patientensicherheit international in den Mittelpunkt stellen. Ziel der internationalen Initiative ist es, Patienten, Gesundheitspersonal, politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Forscher, professionelle Netzwerke und die Gesundheitsbranche zu mobilisieren, sich für die Patientensicherheit einzusetzen und das Engagement in der Öffentlichkeit für Themen im Bereich Patientensicherheit zu stärken.

Neues Landeskonzept zur Förderung der Integration

Schwerin – Die Landesregierung hat auf ihrer heutigen Kabinettssitzung die zweite Fortschreibung der Konzeption zur Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Mit dem unter breiter Beteiligung maßgeblicher gesellschaftlicher Akteure erarbeiteten Handlungsprogramm wird den veränderten und sich ändernden Rahmenbedingungen Rechnung getragen.

„Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen knapp 30 Jahren vielfältiger, bunter und weltoffener geworden. Die Landesregierung begrüßt Zuwanderung als Bereicherung. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Wir wollen deshalb die Zuwanderung in unserem Land aktiv gestalten und verfolgen eine zielgerichtete Integrationspolitik“, betonten Integrationsministerin Stefanie Drese und die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, heute in Schwerin.

Das Konzept stellt nach Ansicht von Drese einen Handlungsrahmen dar, um die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Handlungsfelder des Konzepts sind z.B. Beratung, Spracherwerb, Wohnen, frühkindliche und schulische Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, aber auch Religion, Kultur und Sport. „Gleichzeitig wollen wir die interkulturelle Öffnung der Gesellschaft weiter voranbringen, das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“, so die Ministerin.

Als konkrete Maßnahme im Integrationskonzept plant die Landesregierung einen verstärkten Diskriminierungsschutz. „Wir wollen die Bekämpfung von Diskriminierung als politische Querschnittsaufgabe verankern und eine Antidiskriminierungsstelle einrichten. Hierbei geht es um Beratung und Hilfe von Diskriminierung betroffener Menschen. Und die Landesregierung will mit staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen, Gleichstellungsstellen und Integrationsbeauftragten, Migrantenvertretungen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden stärker kooperieren, um Aktivitäten zur Stärkung der Demokratie, Antidiskriminierung und Teilhabe zu bündeln und abzustimmen“, verdeutlichte Drese.

Drese: „Die Basis der Integration ist die durch das Grundgesetz vorgegebene Rechts- und Werteordnung. Dazu gehören die unveräußerlichen Menschen- und Freiheitsrechte, die gegenseitige Wertschätzung und die Respektierung der Grundregeln des Zusammenlebens in Deutschland.“

Die Integrationsbeauftragte Kaselitz hebt als wichtiges Thema des Landeskonzepts die Anerkennung und Einbeziehung von Vielfalt unabhängig von geschlechtlicher Identität, Behinderung, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung hervor. „Die Interkulturelle Öffnung ist eine Daueraufgabe, der wir uns noch intensiver stellen müssen. Dabei kommt der Landesverwaltung eine Vorbildrolle zu“, so Kaselitz. So sollten interkulturelle Kompetenzen im Rahmen von Auswahlverfahren grundsätzlich berücksichtigt und in die Aus- und Fortbildungskonzeption der FH Güstrow integriert werden. „Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor und muss eine höhere Wertschätzung etwa auch in Stellenausschreibungen erfahren“, sagte Kaselitz.

Im Jahr 2006 wurde erstmals von der Landesregierung eine „Konzeption zur Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgelegt. Die erste Fortschreibung der Konzeption ist 2011 von der Landesregierung beschlossen worden. Seitdem hat es erhebliche Veränderungen im Migrationsgeschehen, insbesondere durch den Zuzug von Geflüchteten, im Rahmen der EU-Freizügigkeit und im Zuge der Arbeitsmigration gegeben. In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit rund 78.000 Ausländerinnen und Ausländer (zum Vergleich 2014: 45.000, 1991: 10.000).