Parchim – 90 Bewerbungen, 29 ausgezeichnete Projekte und Ideen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Beim Landeswettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ zeigt sich, wie vielfältig Klimaschutz im ländlichen Raum bereits heute gelebt wird. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus zeichnet heute ab 18 Uhr im Solitär in Parchim elf Projekte mit Hauptpreisen und weitere 18 mit Mutmach-Preisen aus. Die ausgezeichneten Vorhaben reichen von Bürgerenergie und nachhaltiger Landwirtschaft über klimafreundliche Mobilität und Moorwiedervernässung bis hin zu Bildungs-, Sport- und Gemeinschaftsprojekten.
„Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Berlin, Brüssel oder auf internationalen Konferenzen. Er entscheidet sich auch in unseren Dörfern und Städten – dort, wo Menschen selbst anpacken und Lösungen entwickeln, die zu ihrer Region passen. 90 Bewerbungen zeigen, wie viel Ideenreichtum und Engagement es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Die ausgezeichneten Projekte verbinden Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung, Bildung, Mobilität und einem lebendigen Miteinander. Genau diesen Klimaschutz brauchen wir: konkret, vor Ort und gemeinsam mit den Menschen statt über ihre Köpfe hinweg“, sagte Backhaus anlässlich der Preisverleihung.
Der Wettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Bewerben konnten sich Bürgerinnen und Bürger aus den ländlichen Räumen des Landes. Ausgezeichnet werden Projekte in zwei Kategorien: „gut gedacht“ für kreative und umsetzungsreife Ideen sowie „gut gemacht“ für Vorhaben, die bereits praktisch umgesetzt werden.
Insgesamt werden 11 Hauptpreise und 18 Mutmach-Preise vergeben. Die drei Hauptpreise in der Kategorie „gut gedacht“ sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die acht Hauptpreisträger in der Kategorie „gut gemacht“ erhalten jeweils 15.000 Euro. Für die 18 Mutmach-Preise stehen jeweils 2.000 Euro zur Verfügung. Damit fließen insgesamt 205.000 Euro unmittelbar in die Weiterentwicklung der ausgezeichneten Ideen und Projekte.
Backhaus betonte: „Gute Ideen scheitern gerade im ländlichen Raum häufig nicht am Engagement, sondern daran, dass für den entscheidenden nächsten Schritt Geld oder Unterstützung fehlen. Genau dort setzt der Wettbewerb an. Wir wollen aus guten Ideen konkrete Projekte machen und erfolgreiche Projekte dabei unterstützen, weiter zu wachsen. Wer vor Ort Verantwortung übernimmt, soll auch die Chance bekommen, etwas zu bewegen.“
Wie unterschiedlich dieser Beitrag aussehen kann, zeigen die Hauptpreisträger. Eine Bürgerenergiegenossenschaft mit mehr als 120 Mitgliedern betreibt beispielsweise Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und ermöglicht der Kommune langfristig günstigen, CO₂-sparenden Strom. In Parchim entsteht an der Evangelischen Schule Paulo Freire ein Klimawald als Lernort für Schülerinnen und Schüler. Eine historische Dorfschule wurde vor dem Abriss bewahrt und zu einem ökologischen Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort entwickelt. Sportvereine setzen Photovoltaik, Speicher, LED-Flutlicht oder Mehrwegsysteme ein. Andere Projekte verbinden Landwirtschaft mit Naturschutz, schaffen Streuobstwiesen oder machen Moor- und Klimaschutz für Kinder und Erwachsene erlebbar.
„Das ist für mich der entscheidende Punkt: Klimaschutz wird dann überzeugend, wenn er einen konkreten Nutzen schafft. Wenn Bürgerinnen und Bürger gemeinsam günstigeren Strom erzeugen, ein Sportverein seine Energiekosten senkt, regionale Lebensmittel produziert werden oder aus einem alten Gebäude wieder ein lebendiger Treffpunkt im Dorf wird, dann profitieren Klima und Region gleichermaßen. Klimaschutz kann regionale Entwicklung sein – und genau das zeigen diese Projekte“, betonte Minister Backhaus.
Auch die 18 Mutmach-Preise spiegeln die große Bandbreite des Engagements wider. Ausgezeichnet werden unter anderem Vorhaben für E-Carsharing und ehrenamtliche Fahrdienste, Blühwiesen und Streuobst, regenerative Landwirtschaft, Umweltbildung, Photovoltaik sowie regionale Wertschöpfung.
„Gutes.Klima.Machen.“ ist Teil des auf zwei Jahre angelegten Landesprogramms „MV tut was.“ Das Programm verfolgt das Ziel, Klimaschutz mit Beteiligung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und regionaler Entwicklung in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns zu verbinden. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Kommunen und junge Menschen sollen konkrete Möglichkeiten erhalten, eigene Klimaschutzprojekte anzustoßen und umzusetzen. Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was
Der Wettbewerb wird vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V. umgesetzt. Die Preisverleihung ist zugleich Teil eines Austauschforums, bei dem Akteure aus den verschiedenen Projekten des Landesprogramms Erfahrungen teilen, voneinander lernen und neue Netzwerke knüpfen können.