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Tag: 31. August 2026

Hanseklinikum Stralsund setzt Meilenstein in Psychiatrieversorgung

Klinikum weiht neuen Trakt nach 13-Millionen-Sanierung ein

Stralsund – Nach genau vier Jahren Bauzeit ist ein wichtiger Abschnitt des Psychiatriekonzeptes am Krankenhaus West abgeschlossen: Das umfassend sanierte „Haus 24“ der Erwachsenenpsychiatrie steht schon bald für die moderne Versorgung psychisch erkrankter Menschen zur Verfügung. Mehr als 40 Firmen und Planer waren an dem anspruchsvollen Projekt unter Denkmalschutz beteiligt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf mehr als 13 Millionen Euro. Dafür hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern 11,5 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt.

„Psychische Gesundheit gehört zu einer guten Gesundheitsversorgung genauso selbstverständlich wie die Behandlung körperlicher Erkrankungen. Deshalb müssen Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen auf eine moderne, leistungsfähige und menschliche Versorgung vertrauen können. Mit der Sanierung des Hauses 24 schaffen wir dafür wichtige Voraussetzungen. Das Land hat das nun feierlich eröffnete Vorhaben mit großer Überzeugung unterstützt und setzt damit ein klares Zeichen für die Bedeutung der psychiatrischen Versorgung in der Region“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

„Das neue Haus schafft zeitgemäße Bedingungen für die Behandlung und ermöglicht es, noch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten einzugehen – von älteren Menschen bis zu Menschen mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen. Dabei müssen wir immer auch das Umfeld mitdenken. Gerade Kinder und Jugendliche aus psychisch oder suchtbelasteten Familien tragen Belastungen mit, die nach außen oft kaum sichtbar sind. Scham, Angst oder das Gefühl, über die Probleme zu Hause nicht sprechen zu dürfen, machen es für diese Kinder zusätzlich schwer, Hilfe zu bekommen.

Eine starke psychiatrische Versorgung muss deshalb auch diejenigen erreichen, die selbst gar nicht Patientin oder Patient sind. Genau hier leisten Angebote wie KipsFam einen wichtigen Beitrag: Sie helfen, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und Kindern und Jugendlichen passende Unterstützung zu vermitteln. Das Haus 24 ist damit nicht nur ein wichtiger Baustein für die Behandlung, sondern auch für eine Versorgung, die den Menschen und sein familiäres Umfeld als Ganzes in den Blick nimmt“, so Drese.

In das sanierte Gebäude ziehen die Psychiatrische Tagesklinik und Institutsambulanz für Gerontopsychiatrie sowie die Station 54 für Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen ein. Ergänzt wird das Raumangebot durch mehrere Büro- und helle Therapieräume.

„Die Sanierung ist ein klares Zeichen und Bekenntnis für eine hochwertige Versorgung seelischer Erkrankungen in unserer Region“, sagt Michael Kabiersch, Klinikgeschäftsführer am Helios Hanseklinikum Stralsund. „Wir schaffen hier moderne, zeitgemäße Rahmenbedingungen für Patientinnen und Patienten ebenso wie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein solches Bauprojekt ist eine enorme Gemeinschaftsleistung.

Deshalb gilt mein besonderer Dank allen beteiligten Gewerken, Planern, Behörden und Mitarbeitenden, die dieses Vorhaben über vier Jahre mit großem Engagement begleitet und umgesetzt haben, insbesondere der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für die finanzielle Unterstützung.“ Es seien in den kommenden Wochen noch Restarbeiten und die Umzüge zu bewerkstelligen, erklärt Kabiersch, aber die ersten Patientinnen und Patienten sollen im vierten Quartal behandelt werden.

Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung

Priv.-Doz. Dr. med. Deborah Janowitz, Chefärztin der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, schwärmt bereits von den neuen Räumlichkeiten. „Es ist so schön hell, groß und freundlich. Ein guter Ort, um gesund zu werden. Wir haben die Möglichkeit, medizinische und therapeutische Angebote räumlich und strukturell weiterzuentwickeln und noch besser auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten auszurichten“, sagt sie.

„Gerade in der Gerontopsychiatrie sowie bei der Behandlung von Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen brauchen wir eine Umgebung, die moderne Behandlungskonzepte unterstützt. Die neuen Räume schaffen dafür hervorragende Voraussetzungen und sind damit ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer psychiatrischen Versorgung.“ Gleichzeitig ergeben sich in der Alterspsychiatrie zwischen Station und Tagesklinik neue Synergien, die über den neuen verglasten Verbindungsgang vereint sind.

Moderne Räume unter Denkmalschutz

Eine besondere Herausforderung des Projektes bestand darin, die Anforderungen an eine moderne psychiatrische Versorgung mit der vorhandenen historischen Bausubstanz in Einklang zu bringen. Das sanierte Gebäude fügt sich harmonisch in die bestehende architektonische Struktur des Klinikgeländes ein und steht zugleich unter Denkmalschutz. Bis 2016 war hier die Altersmedizin untergebracht, bevor sie gemeinsam mit der Onkologie in das Krankenhaus am Sund umgezogen ist.

„Gerade diese Verbindung aus historischer Bausubstanz und moderner medizinischer Nutzung macht das Ergebnis besonders“, sagt Alexander Buschdorf, Leiter der Betriebstechnik. „Wir haben keinen Neubau auf der grünen Wiese geschaffen, sondern einen bestehenden Teil unseres Klinikstandortes nachhaltig weiterentwickelt und dabei die bestmöglichen Lösungen im Blick gehabt, sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitenden.“

Große Investition, große Zahlen

So ein aufwendiges Sanierungsprojekt spiegelt sich auch in beachtlichen Zahlen wider. Insgesamt wurden rund 30 Kilometer Kabel und Datenleitungen verlegt. Das entspricht etwa der Strecke von Stralsund bis Greifswald. Damit verfügt das Gebäude über eine zeitgemäße technische Infrastruktur. Hinzu kommen 450 Steckdosen und 580 Lampen. Verlegt wurden 4,5 Kilometer Rohrleitungen für Heizung, Sanitär und Lüftung.

Doch bevor aufgebaut werden konnte, musste einiges zurückgebaut werden. So sind 188 Tonnen Bauschutt angefallen und 600 Tonnen Bodenaushub. Der Außenputz und Fassadenanstrich entspricht mit jeweils 1.000 Quadratmetern der Außenwandfläche von rund 10 Einfamilienhäusern. Zudem ist Estrich von rund 1.800 Quadratmetern eingebracht worden, was mit einer Bodenfläche von rund 25 großen Drei-Zimmer-Wohnungen vergleichbar ist.

Anfänge 2016 geebnet

Die Sanierung ist Teil eines umfassenden Psychiatriekonzeptes, dessen Grundlagen bereits im Jahr 2016 gelegt wurden und das maßgeblich auf den damaligen Chefarzt Harald J. Freyberger zurückgeht. Er entwickelte das Konzept gemeinsam mit seinem Team. Mit der Fertigstellung des Gebäudes ist schon bald der erste große Bauabschnitt dieses langfristig angelegten Konzeptes erfolgreich abgeschlossen.

Für die Menschen in der Region bedeutet die Sanierung damit weit mehr als ein modernisiertes Gebäude: Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung und ein wichtiger Schritt hin zu einer leistungsfähigen, patientenorientierten und zukunftsfesten Psychiatrie. Stralsund zählt mit Schwerin und Rostock zu den drei großen Psychiatrie-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern.

Zahlen und Fakten auf einen Blick

  • 4 Jahre Bauzeit
  • mehr als 40 beteiligte Gewerke und Planer
  • mehr als 13 Millionen Euro Gesamtinvestition
  • 11,5 Millionen Euro Landesförderung
  • Tagesklinik und Institutsambulanz Gerontopsychiatrie
  • Station 54 für Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen

Land sucht innovative Ideen für Land- und Forstwirtschaft

Schwerin – Wie können Land- und Forstwirtschaft Ressourcen besser schonen, sich an den Klimawandel anpassen und zugleich wirtschaftlich erfolgreich bleiben? Mecklenburg-Vorpommern sucht dafür neue Ideen aus Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft. Im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) können sich sogenannte Operationelle Gruppen mit innovativen Projektideen bewerben.

Im Mittelpunkt der aktuellen Ausschreibung stehen vier Themenfelder: ressourcenschonende Land- und Forstwirtschaft, Klimaschutz und Klimaanpassung in der Landwirtschaft, die Verringerung von Nährstoffeinträgen in Böden und Gewässer sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus ruft Betriebe und mögliche Partner zur Beteiligung auf: „Unsere Land- und Forstwirtschaft steht vor großen Herausforderungen – vom Klimawandel über den Schutz unserer natürlichen Ressourcen bis hin zu wirtschaftlich tragfähigen regionalen Wertschöpfungsketten. Dafür brauchen wir nicht nur gute Ideen auf dem Papier, sondern Lösungen, die in der Praxis funktionieren.

Genau hier setzt EIP an: Landwirte, Forstwirte, Wissenschaft, Beratung und Unternehmen bringen ihr Wissen zusammen und entwickeln gemeinsam neue Ansätze. Ich möchte deshalb ausdrücklich dazu ermuntern, diese Chance zu nutzen und innovative Ideen einzureichen.“

Wesentliches Element von EIP ist die Zusammenarbeit in Operationellen Gruppen. Sie können unter anderem von land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben, Forschenden, Beratungsunternehmen sowie Unternehmen des Agrar- und Nahrungsmittelsektors gebildet werden. Ziel ist es, gemeinsam ein konkretes Problem aufzugreifen und dafür eine innovative und praktisch nutzbare Lösung zu entwickeln.

Eine Operationelle Gruppe muss aus mindestens zwei unabhängigen Mitgliedern bestehen; mindestens ein Mitglied muss ein land- oder forstwirtschaftliches Unternehmen sein. Mindestens 50 Prozent der Mitglieder sowie die Operationelle Gruppe selbst müssen ihren Sitz in Mecklenburg-Vorpommern haben. Länderübergreifende Kooperationen sind grundsätzlich möglich. Die Projektlaufzeit soll in der Regel bis zu zwei Jahre betragen.

„Der große Vorteil ist, dass wir diejenigen zusammenbringen, die ein Problem jeden Tag in der Praxis erleben, mit denen, die neue Verfahren und Lösungen entwickeln können. Innovation darf kein Selbstzweck sein. Sie muss am Ende einen konkreten Nutzen auf dem Acker, im Stall oder im Wald haben und unsere Betriebe wettbewerbsfähiger und nachhaltiger machen“, so Backhaus.

Die eingereichten Konzepte werden unter anderem nach Innovationsgehalt, Umsetzbarkeit, Umwelt- und Klimarelevanz, Wirtschaftlichkeit sowie der weiteren Nutzbarkeit der Ergebnisse bewertet.

Bewerbungsschluss ist der 30. September 2026 um 12 Uhr. Die Unterlagen sind beim Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern einzureichen.

 

Wenn das Smartphone zum Dauerbegleiter wird

Ausstellung zu Social Media und Sucht startet in Stralsund – Drese eröffnet BE.LIKE.ME.“ – KiJuSucht2025 zeigt: Problematische Mediennutzung vor allem in Städten – Schulen können sich für Besuch anmelden

Stralsund – Wann wird aus intensiver Social-Media-Nutzung ein Problem? Mit der interaktiven Wanderausstellung „BE.LIKE.ME. – Social Media und ich“ will Mecklenburg-Vorpommern Kinder und Jugendliche für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren. Gesundheitsministerin Stefanie Drese eröffnete die Ausstellung heute in der Alten Fischfabrik in Stralsund. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kunst und interaktiven Elementen und lädt Jugendliche dazu ein, den eigenen Medienkonsum zu hinterfragen. Das Land fördert die Ausstellung mit 120.000 Euro aus dem Sonderprogramm „Gesundheitsförderung und Prävention 2.0“. Schirmherrin ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Wie wichtig das Thema ist, zeigen die Ergebnisse der vom Land geförderten wissenschaftlichen Erhebung „KiJuSucht2025“ der Universität Greifswald, an der 576 junge Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen haben. Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede: Während im ländlichen Raum eher der Konsum von Alkohol, Cannabis und anderen Suchtmitteln im Vordergrund steht, ist problematische Medien- und Smartphonenutzung insbesondere in den Städten ausgeprägt.

Zugleich benennt die Studie wichtige Schutzfaktoren: Eine starke Bindung an die Schule sowie eine gute Beziehungs- und Interaktionsqualität im Elternhaus gehen mit einer geringeren und weniger problematischen Smartphonenutzung einher. Häufige Fehlzeiten und ein Umfeld, in dem problematisches Verhalten anerkannt wird, können dagegen eine exzessive Nutzung begünstigen.

„KiJuSucht2025 zeigt uns sehr konkret, wo wir hinschauen und wo wir ansetzen müssen. Wir dürfen junge Menschen mit ihren digitalen Lebenswelten nicht alleinlassen. Prävention ist mehr als die Aufforderung, das Handy wegzulegen. Wir müssen junge Menschen stark machen, damit sie digitale Medien selbstbestimmt, kritisch und gesund nutzen können“, sagte Drese. „BE.LIKE.ME. setzt genau dort an: Die Ausstellung kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus, regt zum Nachdenken an und macht erlebbar, welche Mechanismen hinter Likes, Feeds und dem Drang stehen, immer wieder zum Smartphone zu greifen.“

Bundesweit ist die Entwicklung ebenfalls alarmierend: Nach der DAK-Suchtstudie 2025 nutzen mehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien in riskantem oder pathologischem Ausmaß. Im Durchschnitt verbringen Kinder und Jugendliche an einem Wochentag mehr als zweieinhalb Stunden mit sozialen Medien. „Unsere Antwort darf nicht darin bestehen, jungen Menschen einfach die digitale Welt zu verbieten. Wir brauchen Befähigung: Medienkompetenz, kritische Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, mit digitalen Reizen und den eigenen Emotionen umzugehen. Gleichzeitig müssen die Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung genommen werden“, so Drese.

Birgit Grämke, Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST), betonte die Bedeutung eines niedrigschwelligen Präventionsangebots: „KiJuSucht2025 zeigt, dass wir bei der Prävention genau hinschauen müssen. Mediennutzung ist Teil des Alltags junger Menschen und kann sich je nach Lebenswelt unterschiedlich entwickeln. Deshalb müssen wir Jugendliche dort erreichen, wo sie leben und lernen. BE.LIKE.ME. schafft einen Raum, in dem sie ohne erhobenen Zeigefinger über ihr eigenes Nutzungsverhalten nachdenken und gemeinsam darüber sprechen können.“

Die Ausstellung greift damit auch Empfehlungen der interdisziplinären Expertenkommission des Landes zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Sozialen Medien auf. Diese setzt statt pauschaler Verbote auf „Befähigungsgerechtigkeit“ – also auf Medienkompetenz, kritische Reflexionsfähigkeit und einen bewussten Umgang mit den eigenen Emotionen.

„Wir wollen nicht, dass Jugendliche einfach lernen, weniger auf ihr Smartphone zu schauen. Sie sollen verstehen, warum sie immer wieder danach greifen und wie Plattformen Aufmerksamkeit binden. Erst wenn ich die Mechanismen kenne, kann ich auch selbstbestimmt damit umgehen“, sagte Grämke.

Die Wanderausstellung ist bis zum 9. Oktober 2026 in der Alten Fischfabrik in Stralsund zu sehen und zieht anschließend vom 2. November bis 18. Dezember 2026 ins E-Werk nach Schwerin weiter. Sie richtet sich insbesondere an Schulklassen, aber auch an die Öffentlichkeit. Schulen können sich für einen Besuch bei der LAKOST MV anmelden.

Drese appellierte an die Schulen im Land, das Angebot zu nutzen: „BE.LIKE.ME. ist kein Frontalunterricht und keine Verbotsveranstaltung. Die Ausstellung bietet Raum für Fragen, Diskussionen und eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Medienkonsum. Ich wünsche mir deshalb, dass möglichst viele Schulklassen diese Chance nutzen und gemeinsam ins Gespräch kommen.“

Beratungsangebot für Betroffene von häuslicher Gewalt erweitert

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt dankt dem DRK Kreisverband Güstrow für die Einrichtung einer mobilen Beratung.

Schwerin – „Ich danke dem DRK Kreisverband Güstrow e. V. für die Übernahme eines weiteren Beratungsangebots für Betroffene von häuslicher Gewalt im Landkreis Rostock. Es startet zum 1.September zunächst als mobiles Angebot. Das ermöglicht, flexibel auf Nachfragen und Bedarfe in der Region zu reagieren, um möglichst viele Betroffene erreichen zu können. Geschlossen wird eine Lücke, die seit letztem Jahr durch die Schließung der Beratungsstelle in Bad Doberan bestand.

Der DRK Kreisverband Güstrow e. V. ist ein wichtiger Partner im Beratungs- und Hilfenetz Mecklenburg-Vorpommern. Er ist neben der Übernahme des mobilen Angebots bereits Träger des Frauenschutzhauses im Landkreis Rostock. Die Strukturen des Beratungs- und Hilfenetzes haben wir in diesem Jahr gestärkt und Meilensteine gesetzt.

Mit dem Landesausführungsgesetz zum Gewalthilfegesetz, mit dem Start der Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms zeigen wir, dass wir kein Opfer häuslicher oder auch sexualisierter Gewalt allein lassen“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt anlässlich des Starts des mobilen Beratungsangebots.

Die Zweite stellvertretende Landrätin des Landkreises Rostock, Anja Kerl: „Ich bin froh und erleichtert, dass nach einem langen und intensiven Prozess ab dem 01.09. endlich wieder ein Beratungsangebot für die von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen im Landkreis Rostock zur Verfügung stehen wird. Wenngleich dieses zunächst nur in geringem Umfang starten kann, schließt es doch eine große Lücke und ich bin dem Träger DRK Güstrow sehr dankbar, dass er bereit war, diesen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen. Ich wünsche mir, dass es künftig auch mit Hilfe einer verlässlichen und auskömmlichen Finanzierung durch das Land gelingt, das Beratungsangebot auszubauen und langfristig zu sichern.“

Der DRK Kreisverband Güstrow e.V. freut sich nach eigenen Angaben, mit der Erweiterung seines Beratungsangebots um eine Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt die seit Juni 2025 bestehende Versorgungslücke im Landkreis Rostock am 1. September 2026 schließen zu können.

„Uns ist es unwahrscheinlich wichtig, dass wir mit der Aufrechterhaltung dieses wichtigen Beratungsangebots zur Stärkung der Gesellschaft in unserem Landkreis aktiv beitragen können“, konstatiert Alexander Plass, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbands Güstrow e.V, und ergänzt: „Als Verband des Deutschen Roten Kreuzes ist es uns inhärent Hilfe anzubieten, wo sie gebraucht wird. Häusliche Gewalt hat viele Formen und zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten – hier ist es wichtig, schnell und niederschwellig Unterstützung anzubieten.“

Ein wesentlicher Schwerpunkt der künftigen Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt wird einerseits die psychosoziale Beratung und andererseits die Ermittlung des individuellen Schutzbedarfs sein. Darüber hinaus wird die künftige Mitarbeiterin der Beratungsstelle die Betroffenen begleiten und unterstützen z. B. bei der Einleitung notwendiger Schritte, beim Ausfüllen von Anträgen und begleitet auf Wunsch zu Ämtern, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten oder anderen Institutionen. Ziel ist es, dass die Betroffenen ihre Autonomie zurückerlangen, ihre Gewalterfahrungen verarbeiten und in ihrem Selbstwert für ein gewaltfreies Leben gestärkt werden.

Die mobile Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt ist von Montag bis Freitag unter Telefon (03843) 683186 oder E-Mail bst@drk-guestrow.de zu erreichen. Auf Wunsch erfolgt die Beratung anonym. In Abstimmung mit den Betroffenen können Termine online, per Telefon oder in einem persönlichen Treffen an einem neutralen Ort im Landkreis Rostock vereinbart werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert ein flächendeckendes spezialisiertes Hilfe- und Beratungsnetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Allein in diesem Jahr stehen insgesamt 3.272.200 Euro zur Verfügung. Außerdem werden mithilfe von fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes die Frauenschutzhäuser und Fachberatungsstellen ausgebaut, weiterentwickelt und barrierearm ausgestattet.

Neuen Polizeihubschrauber übergeben

Schwesig und Pegel übergeben ersten von zwei neuen Polizeihubschraubern

Laage – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Christian Pegel haben heute den ersten von zwei neuen Polizeihubschraubern an die Landespolizei
Mecklenburg-Vorpommern übergeben.

„Die neuen Hubschrauber sichern die Einsatzfähigkeit unserer Polizei für viele Jahre. Sie erfüllen die neuesten technischen Standards und begegnen unseren Anforderungen als Flächen- und Küstenland. Die neuen Maschinen werden am Flugplatz Rostock-Laage stationiert. Mit der hervorragenden Infrastruktur, der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit ist Laage der ideale Standort. Hier können die Maschinen rund um die Uhr starten und landen – je nach Bedarf und ganz flexibel“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Innenminister Christian Pegel: „Für unsere Polizei beginnt mit dem neuen H145 ein neues Kapitel in der Luftunterstützung. Unsere Einsatzkräfte erhalten damit ein hochmodernes Luftfahrzeug, das ihnen insbesondere in komplexen und zeitkritischen Lagen zusätzliche Möglichkeiten bietet. Wenn am Boden schnelle Entscheidungen gefragt sind, kann die Unterstützung aus der Luft den entscheidenden Unterschied machen.

Mit der Indienststellung dieses Hubschraubers investieren wir deshalb gezielt in die operative Handlungsstärke unserer Polizei und schaffen bessere Voraussetzungen für erfolgreiche Einsätze. Die gemeinsame Beschaffung mit Niedersachsen zeigt zugleich, wie sinnvoll eine enge Zusammenarbeit der Länder bei solchen Vorhaben sein kann.“

Ein wesentlicher Fortschritt des H145 ist seine deutlich höhere Nutzlast, zum Beispiel für den Transport von Einsatzkräften und Ausrüstung. Das schafft im Einsatz spürbar mehr Flexibilität. So kann beispielsweise nach einer Suchaktion unmittelbar ein Rettungseinsatz übernommen werden, ohne dass zunächst Personal oder Ausrüstung ausgetauscht werden müssen. Die größere Zuladungsreserve ermöglicht es somit, auch bei wechselnden Einsatzanforderungen schneller zu reagieren.