Menü Schließen

Tag: 26. August 2026

30 Jahre Helios Klinik Leezen

„Ein Leuchtturm der Gesundheitsversorgung“

Leezen – Mehr als 40 Tage bleiben Patientinnen und Patienten in der Helios Klinik Leezen durchschnittlich in Behandlung – nicht etwa wenige Tage wie in einem klassischen Akutkrankenhaus. Es geht um Menschen, die nach schwersten Erkrankungen und intensivmedizinischen Eingriffen einen langen Weg zurück ins Leben vor sich haben. Seit 30 Jahren leistet die Klinik dabei hochspezialisierte Arbeit. Gesundheitsministerin Stefanie Drese würdigte die Helios Klinik Leezen anlässlich ihres Jubiläums als „unersetzlichen Leuchtturm der Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern“.

„Die Klinik Leezen steht beispielhaft dafür, was spezialisierte Medizin leisten kann, wenn Akutversorgung und Rehabilitation eng zusammenspielen. Hier geht es nicht allein darum, Menschen medizinisch zu stabilisieren. Es geht darum, ihnen Schritt für Schritt Lebensqualität und möglichst auch ihre Rückkehr in den Alltag und den Beruf zu ermöglichen“, sagte Drese.

Die überregionale Bedeutung der Klinik belegen die Behandlungszahlen. 2025 wurden in Leezen 1.137 Patientinnen und Patienten behandelt. Sie kommen längst nicht nur aus MV: Im vergangenen Jahr stammten etwa 267 Fälle aus Schleswig-Holstein, 156 aus Niedersachsen, 85 aus Brandenburg und 54 aus Berlin. Die Klinik ist damit ein wichtiger Bestandteil der Versorgung schwerstkranker Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus.

„Genau diese Spezialisierung brauchen wir auch mit Blick auf die Krankenhausreform. Wir brauchen nicht alles an jedem Standort, sondern starke Spezialistinnen und Spezialisten, die ihre besondere Expertise für eine bestmögliche Behandlung einsetzen. Leezen hat diese Expertise über Jahrzehnte aufgebaut“, betonte Drese.

Die Entwicklung der Klinik sei dabei alles andere als selbstverständlich gewesen. 1996 zunächst als reine Rehabilitationseinrichtung eröffnet, wurde nach jahrelangen Bemühungen 2007 mit der Aufnahme in den Krankenhausplan der Weg für die Akutmedizin und die frührehabilitative Versorgung geebnet. Heute verfügt die Klinik über eine hochspezialisierte akut-stationäre Versorgung und ein angeschlossenes Rehabilitationsangebot. Mit ihrem überregionalen Konzept der intensivmedizinischen Frührehabilitation hat sie sich bundesweit einen Namen gemacht. Die Klinik bezeichnet sich als größte auf Frührehabilitation spezialisierte Einrichtung in Norddeutschland.

Ein wichtiger Schritt für die Zukunft ist nach Aussage Dreses zudem die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus der MSH Medical School Hamburg. Seit November 2025 können Studierende im Praktischen Jahr in den Bereichen Neurologie und Rehabilitationsmedizin einen Teil ihrer klinischen Ausbildung in Leezen absolvieren. „Das ist eine große Anerkennung der medizinischen Qualität und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen und Ärzten“, sagte Drese.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Entwicklung des Standortes seit dessen Aufnahme in den Krankenhausplan mit erheblichen Investitionen unterstützt. Insgesamt flossen bislang rund 11,4 Millionen Euro an Einzelfördermitteln und rund 11,65 Millionen Euro an Pauschalfördermitteln. Auch für die Zukunft stehen Investitionen an: Ein Förderantrag der Klinik über rund 10 Millionen Euro für einen Anbau zur Erhöhung der Einzelzimmerquote befindet sich derzeit in der finalen Bearbeitung.

„Diese Förderung ist auch ein klares Signal: Wir wissen, was wir an der Klinik Leezen haben. Und wir wollen, dass hier auch künftig unter guten Bedingungen hochqualifizierte Arbeit geleistet werden kann“, so Drese.

Besonderen Dank richtete die Ministerin an die rund 550 Beschäftigten der Klinik. „Hinter dieser Erfolgsgeschichte stehen Menschen, die jeden Tag Außergewöhnliches leisten. Die Versorgung schwerstkranker Patientinnen und Patienten verlangt fachliche Exzellenz, aber ebenso viel Geduld, Empathie und mentale Stärke. Dafür gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mein herzlicher Dank.“

Das Jubiläum markiert zugleich einen persönlichen Einschnitt: Professor Dr. med. habil. Bernd Frank, langjähriger Klinikgeschäftsführer und Ärztlicher Direktor, wird in den Ruhestand verabschiedet. Drese würdigte ihn als prägende Persönlichkeit der Klinik und als einen wesentlichen Wegbereiter ihrer Entwicklung.

„Wenn wir heute auf die Erfolgsgeschichte der Klinik Leezen blicken, dann ist damit untrennbar auch das Lebenswerk von Professor Frank verbunden. Er hat medizinische Verantwortung und strategische Führung in außergewöhnlicher Weise miteinander verbunden und über viele Jahre für seine Klinik und ihre Beschäftigten gekämpft. Dafür danke ich ihm im Namen des Landes und ganz persönlich von Herzen.“

Für die Zukunft sei die Klinik gut aufgestellt. „30 Jahre Leezen sind ein Grund, mit Stolz zurückzublicken – aber mindestens genauso wichtig ist der Blick nach vorn. Mit ihrer Spezialisierung, ihrem engagierten Team und ihrer Bereitschaft, neue Wege zu gehen, hat die Klinik ein starkes Fundament. Ich bin überzeugt: Die nächsten Kapitel dieser Erfolgsgeschichte werden kommen“, so Drese.

Straßenverkehr: Aktion für mehr Sicherheit in Schwerin

Jesse: „Zum Start des neuen Schuljahres ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.“

Schwerin – Mit dem Start des neuen Schuljahres rückt die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern auf ihren täglichen Wegen wieder besonders in den Fokus. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute gemeinsam mit der Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern eine Kontrollmaßnahme der Polizei an der John-Brinckmann-Schule und der Friedensschule in der Schweriner Weststadt begleitet.

Kontrolliert wurde insbesondere der morgendliche Bringverkehr und die Verkehrssituation vor den Schulen. „Zum Schulstart sind viele Kinder auf neuen Wegen unterwegs und müssen sich erst an die Herausforderungen im Straßenverkehr gewöhnen. Deshalb sind wir alle gefragt: aufmerksam fahren, Geschwindigkeit reduzieren und besondere Rücksicht auf Kinder nehmen“, sagte Jesse. „Jeder Schulwegunfall ist einer zu viel und muss vermieden werden.“

2025 wurden landesweit 75 Schulwegunfälle registriert, 2024 waren es 60, 2023 insgesamt 68.

Eine wichtige Partnerin des Landes bei der Prävention ist die Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern. Sie unterstützt Schulen, Kinder und Eltern unter anderem mit Materialien, E-Learning-Angeboten, Sicherheitswesten und konkreten Projekten zur Verkehrserziehung und Schulwegsicherung.

„Die Landesverkehrswacht leistet mit ihren haupt- und ehrenamtlich Engagierten einen wichtigen Beitrag dazu, Kinder frühzeitig für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Diese Arbeit unterstützen wir als Land ganz bewusst“, so Jesse. Das Wirtschaftsministerium fördert in diesem Jahr Verkehrsaufklärungsmaßnahmen zur Vermeidung von Schulwegunfällen mit insgesamt rund 71.000 Euro. Davon gehen unter anderem 16.000 Euro direkt in das Projekt Schulwegsicherung der Landesverkehrswacht.

Weitere geförderte Projekte der Landesverkehrswacht sind „Mit Bus und Bahn zur Schule“ mit 22.000 Euro, „Sattelfest“ mit 16.600 Euro, die Kontrollaktion „100 % geschnallt“ mit 5.000 Euro sowie die Ausbildung von Schülerlotsen mit 1.000 Euro.

Munitionsbelastete Wälder sicher bewirtschaften

Land will erprobtes Verfahren ausweiten

Schwerin – Rund 60.000 Hektar Wald in Mecklenburg-Vorpommern gelten als munitionsbelastet – etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche. 28.400 Hektar sind der höchsten Belastungskategorie 4 zugeordnet. Allein bei der Landesforst kann deshalb auf rund 10.000 Hektar seit 2018 keine reguläre Waldbewirtschaftung stattfinden. Eine vollständige Sondierung und Beräumung dieser Flächen ist auf absehbare Zeit nicht leistbar. Deshalb haben Landesforst, Waldservice, Munitionsbergungsdienst und das Projektzentrum Waldbrandschutz THOR einen flächenreduzierten Ansatz entwickelt und erprobt: Tatsächliche Belastungen werden gezielt überprüft, Flächen wo möglich herabgestuft und sichere Bereiche für Waldbewirtschaftung und Waldbrandvorsorge geschaffen.

Bei einem Vor-Ort-Termin im Forstamt Karbow informierte sich Forstminister Dr. Till Backhaus heute über die bisherigen Ergebnisse. Für weitere rund 70 Hektar ist eine Herabstufung aus der höchsten Belastungskategorie beantragt. Abhängig von der künftigen Einstufung können Waldbewirtschaftung und Waldbrandprävention dort teilweise oder vollständig wieder aufgenommen werden.

„Wir können nicht akzeptieren, dass tausende Hektar Wald auf Dauer praktisch nicht bewirtschaftbar sind. Gleichzeitig können wir 60.000 Hektar munitionsbelasteten Wald nicht kurzfristig vollständig beräumen. Deshalb gehen wir gezielt vor: Wir klären, wo tatsächlich eine Gefahr besteht, und bringen Waldpflege und Waldbrandvorsorge dort wieder in Gang, wo es sicher möglich ist. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass dieser Weg funktioniert. Jetzt geht es darum, das Verfahren auszuweiten und schneller in die Fläche zu bringen“, sagte Backhaus.

Erste Ergebnisse zeigen Potenzial

Bislang wurden rund 150 Hektar bearbeitet. 30 Hektar konnten bereits herabgestuft werden, für weitere rund 70 Hektar ist die Herabstufung beantragt; 50 Hektar befinden sich derzeit in Bearbeitung.

Zunächst werden Testfelder auf rund zwei Prozent einer belasteten Fläche sondiert und gegebenenfalls beräumt. So wird überprüft, ob die angenommene Kampfmittelbelastung tatsächlich vorliegt. Bleibt eine Fläche in der höchsten Kategorie, können gezielt Arbeitsgassen – rund 15 Prozent der Fläche – und notwendige Eingriffspunkte sondiert und beräumt werden.

Die Landesforst hat dafür eigene Kompetenz aufgebaut. Die Landesforst MV – Waldservice und Energie GmbH ist seit April 2024 als Kampfmittelräumfirma anerkannt und verfügt über entsprechend ausgebildetes Fachpersonal. Derzeit können jährlich rund 100 bis 150 Hektar mittels Testfeldsondierungen untersucht werden.

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland mit einer solchen Kategorisierung munitionsbelasteter Flächen in einem Kampfmittelkataster. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landesforst und Munitionsbergungsdienst bei der Entwicklung des Verfahrens und dessen Umsetzung über eine landesforstinterne Kampfmittelräumfirma ist bundesweit einmalig. Nun soll geklärt werden, wie das erprobte Verfahren auf deutlich mehr Flächen angewendet und das Tempo erhöht werden kann.

Munitionsbelastung erschwert Waldbrandschutz

Die Wiederaufnahme der Waldbewirtschaftung ist zugleich ein wichtiger Baustein der Waldbrandvorsorge. In den vergangenen zehn Jahren gab es in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 47 Waldbrände pro Jahr. Munitionsbelastete Flächen erschweren sowohl die Brandbekämpfung als auch die vorbeugende Waldpflege.

Wo eine sichere Bewirtschaftung wieder möglich wird, können Brandlasten reduziert, Wälder weiterentwickelt sowie Waldbrandschutzstreifen und -riegel angelegt und unterhalten werden. Abhängig von der Belastungskategorie verbessern sich auch die Möglichkeiten für die Einsatzkräfte.

„Waldbrandvorsorge beginnt lange bevor es brennt. Wir brauchen Wälder, die gepflegt werden können, geringere Brandlasten und sichere Wege für die Einsatzkräfte. Auf munitionsbelasteten Flächen hängt das unmittelbar mit dem Umgang mit den Kampfmitteln zusammen. Deshalb denken wir Kampfmittelvorsorge, Waldbewirtschaftung und Waldbrandschutz gemeinsam“, betonte Backhaus.

Seit 2019 unterstützt das Land zudem den unversiegelten Rettungswegebau. Bis einschließlich 2026 wurden in den Wäldern der Landesforst 545 Kilometer Waldwege ertüchtigt. Insgesamt wurden dafür 16,7 Millionen Euro investiert; der Anteil ausgezahlter beziehungsweise beantragter Fördermittel beträgt 9,2 Millionen Euro.

Niepars/Duvendiek: Neuer Geh- und Radweg

Jesse: „Wir investieren weiter kräftig in die Infrastruktur“

Duvendiek – Der Bau des neuen Geh- und Radweges in Duvendiek schreitet voran. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat gestern (25. August) in Duvendiek einen Zuwendungsbescheid für den innerörtlichen Abschnitt übergeben. Für den rund 785 Meter langen Geh- und Radweg erhält die Gemeinde rund 302.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“. Die Gesamtausgaben für diesen Abschnitt liegen bei rund 504.000 Euro. Der neue Geh- und Radweg ist Teil einer insgesamt rund drei Kilometer langen Radverbindung entlang der L 21 zwischen Duvendiek und Niepars.

„Mit dieser Baumaßnahme schaffen wir eine sichere Verbindung für den Schülerverkehr und verbessern die Mobilität der Menschen vor Ort. Gute Radwege machen das Fahrrad im Alltag attraktiver und sorgen dafür, dass die Ortsteile besser miteinander verbunden sind“, sagte Staatssekretärin Ines Jesse.

Die Gesamtbaukosten des neuen Radwegs an der L 21 betragen rund 1,7 Millionen Euro. Er soll voraussichtlich ab Dezember 2026 vollständig befahrbar sein. „Unser Ziel ist ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür investieren wir weiter kräftig in die Infrastruktur. Allein 2024 und 2025 wurden mehr als 52,5 Millionen Euro Fördermittel für den Neubau und die Erhaltung kommunaler Radwege ausgereicht“, so Jesse. Gute und sichere Radwege kommen den Bürgerinnen und Bürgern zugute und stärken gleichzeitig den Tourismus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über rund 2.086 Kilometer straßenbegleitende Radwege an Bundes- und Landesstraßen. Rund 52 Prozent der Bundesstraßen und 32 Prozent der Landesstraßen sind mit Radwegen ausgestattet. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.

Wirtschaftsfaktor Radtourismus: Der Radtourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Nach der „Radverkehrsuntersuchung Mecklenburg-Vorpommern 2020–2022“ liegt der jährliche Bruttoumsatz des Radtourismus im engeren Sinne – bei Reisen mit dem Hauptmotiv Radfahren – bei rund 795,7 Millionen Euro. Werden auch Urlaubsreisen einbezogen, bei denen Radfahren nicht das Hauptmotiv ist, beträgt der jährliche Bruttoumsatz rund 1,26 Milliarden Euro.

Radwegenetz: Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit Stand 1. Januar 2026 über 993 Kilometer straßenbegleitende Radwege an Bundesstraßen, 1.093 Kilometer an Landesstraßen und 650 Kilometer an Kreisstraßen. Damit sind rund 51,5 Prozent der Bundesstraßen, 32,4 Prozent der Landesstraßen und 15,8 Prozent der Kreisstraßen mit straßenbegleitenden Radwegen ausgestattet. Mecklenburg-Vorpommern liegt damit in allen drei Kategorien über dem jeweiligen Bundesdurchschnitt. Hinzu kommen Radwege an Gemeinde- und sonstigen öffentlichen Straßen sowie selbstständige Radwege.