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Tag: 19. September 2026

Drese: Jetzt an Piks gegen RSV denken

Schwerin – Für Säuglinge, die im April 2026 oder später geboren wurden, empfiehlt das Robert Koch-Institut eine Immunisierung gegen das Respiratorische Synzytial-Viren (RSV). „Dafür ist jetzt die richtige Zeit“, erklärte heute Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Wochenende zum bevorstehenden kalendarischen Herbstbeginn, der die Grippe- und damit auch RSV-Saison einläutet. Auch Kinder, die im vergangenen Winter oder Frühjahr auf die Welt gekommen sind und bisher keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, können diese noch bis zum ersten Geburtstag nachholen.

„RSV-Infektionen sind bei Säuglingen der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Gerade in den ersten sechs Monaten sind sie besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Deshalb kann es auch bei zuvor gesunden Kindern schneller zu gefährlichen Verläufen kommen“, betonte Drese.

Eine Infektion beginnt in der Regel mit Symptomen wie Schnupfen und trockenem Husten. Auch Halsschmerzen und Fieber können auftreten. Die Infektion kann außerdem auf die unteren Atemwege übergreifen, was den Husten verschlimmert, Atemnot kann die Folge sein. Bei besonders jungen Patientinnen und Patienten können sich zudem die feinen Äste der unteren Atemwege entzünden oder gar eine Lungenentzündung entstehen. Bei Frühgeborenen kann das bis zu Aussetzern der Atmung führen.

„Wie bedrohlich das sein kann, haben wir in den vergangenen Wintern bei regelrechten RSV-Wellen immer wieder gesehen“, hob die Ministerin hervor. „Die gute Nachricht ist, dass die seit 2024 von der STIKO empfohlene, einmalige RSV-Prophylaxe dazu beigetragen hat, schwere Verläufe und Aufenthalte auf der Intensivstation deutlich zu verringern. In diesem Jahr steht erstmals sogar ein zweiter monoklonaler Antikörper zur Vorbeugung zur Verfügung“, so Drese.

Sie bat Eltern mit Säuglingen, die noch keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, das Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zu suchen, um sich zu einer möglichen RSV-Prophylaxe beraten zu lassen.

Die Kosten für die RSV- Prophylaxe werden dabei von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die meisten Anbieter privater Krankenversicherungen kommen für die RSV-Prophylaxe auf.

20 Jahre Produktionsschule Westmecklenburg

Wenn aus eigener Leistung neues Selbstvertrauen wächst

Greven – Die Produktionsschule Westmecklenburg feiert am heutigen Sonnabend ihr 20-jähriges Bestehen. Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm würdigte für die Landesregierung auf dem Grevener Hoffest das besondere Konzept der Einrichtung und die engagierte Arbeit der Lehrkräfte und Sozialpädagogen.

„Die Produktionsschule Westmecklenburg eröffnet für  Jugendliche und junge Erwachsene, deren Übergang in Ausbildung und Beruf mit besonderen Herausforderungen verbunden ist, eine neue Lebensperspektive. Sie verbindet praktisches Lernen direkt mit der Arbeit in echten Werkstätten. Unter marktähnlichen Bedingungen, aber in einem geschützten Raum und getragen von verlässlicher sozialpädagogischer Begleitung, entdecken junge Menschen ihre Potenziale“, sagte Grimm.

Viele Jugendliche hätten mit Schule früher oft nur Misserfolge verbunden. An der Produktionsschule hingegen erfahren sie oftmals das erste Mal echte Wertschätzung und Vertrauen. „Sie erleben tagtäglich: Was ich mit meinen eigenen Händen schaffe, wird gebraucht und gesehen. Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit motiviere ungemein und weist den Weg in ein selbstbestimmtes Leben“, so Grimm.

Dass die Idee der Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern so tief verwurzelt ist, sei dabei auch dem unermüdlichen Einsatz von Geschäftsführer Jan Buchholz zu verdanken. Vor allem durch dessen Engagement und Beharrlichkeit ist es gelungen, dass es mittlerweile ein flächendeckendes Netz an Produktionsschulen im Land gibt, zu dem für die Produktionsschule Westmecklenburg der 2006 gegründete Campus in Greven und seit 2013 auch ein neuerer Standort in Schwerin gehören.

Um diese wertvolle Arbeit langfristig abzusichern, hat das Land die Finanzierung modernisiert und stellt in der laufenden Periode (2022–2028) insgesamt 27,73 Millionen Euro für die landesweit acht Produktionsschulstandorte bereit.

„Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team und den Partnerbetrieben“, so Grimm. „Sie sind für die Jugendlichen zu echten Vertrauenspersonen und Ankern geworden – gerade dann, wenn der Lebensweg mal holprig verläuft.“