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Monat: Oktober 2026

Drese: Kinder dürfen im Hilfesystem nicht durchs Raster fallen

Schwerin – Kinder, die Gewalt oder sexuellen Missbrauch erlebt haben, brauchen Schutz, Hilfe und Menschen, die ihnen zuhören. Sie dürfen nicht zusätzlich darunter leiden, dass Behörden und Einrichtungen nebeneinander statt miteinander arbeiten. Der Bundesrat hat heute auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern unter Beitritt von Brandenburg und Hamburg eine Entschließung für den flächendeckenden Ausbau multiprofessioneller Kinderschutzstrukturen beschlossen. Sozialministerin Stefanie Drese sieht darin einen wichtigen Schritt zu einem besseren Schutz betroffener Kinder und Jugendlicher.

„Wenn ein Kind Gewalt erlebt hat, darf es nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden und seine schrecklichen Erlebnisse immer wieder erzählen müssen. Wir müssen alles dafür tun, dass Hilfe schnell, abgestimmt und so kindgerecht wie möglich erfolgt. Genau dafür brauchen wir bundesweit verlässliche Kinderschutzstrukturen“, betonte Drese.

Wie das gelingen kann, zeigt das Childhood-Haus in Schwerin. Dort arbeiten Fachkräfte aus Medizin, Rechtsmedizin, Polizei, Justiz, Jugendhilfe und Psychologie eng zusammen. Betroffene Kinder und Jugendliche erhalten an einem geschützten, kindgerecht gestalteten Ort medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und rechtliche Fallabklärung. Untersuchungen und Befragungen werden koordiniert, damit zusätzliche Belastungen und erneute Traumatisierungen möglichst vermieden werden.

„Die Erfahrungen aus Schwerin zeigen, wie wichtig es ist, dass die verschiedenen Professionen Hand in Hand arbeiten. Das Kind und seine Bedürfnisse müssen im Mittelpunkt stehen – nicht die Zuständigkeitsgrenzen der beteiligten Stellen. Was sich vor Ort bewährt, muss auch andernorts möglich werden“, so Drese.

Mit der Entschließung fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern ein bundesweites Konzept für den Aufbau und die dauerhafte Sicherung solcher Einrichtungen zu erarbeiten. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll dafür verbindliche Qualitätsmaßstäbe und konkrete Ausbauziele entwickeln. Bestehende Strukturen in den Ländern sollen berücksichtigt werden, damit der Ausbau am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden kann.

Entscheidend ist für Drese auch die Finanzierung: „Kinderschutz darf nicht von befristeten Projekten oder unsicheren Finanzierungszusagen abhängen. Wer flächendeckend bessere Hilfe verspricht, muss auch dafür sorgen, dass sie dauerhaft bezahlt werden kann.“ Dazu gehört auch eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung ambulanter medizinischer Leistungen von Kinderschutzambulanzen an geeigneten Krankenhäusern.

„Jedes Kind hat das Recht, vor Gewalt geschützt zu werden und nach schlimmen Erfahrungen die bestmögliche Unterstützung zu bekommen. Dafür müssen Bund und Länder gemeinsam Verantwortung übernehmen. Mecklenburg-Vorpommern hat diese Initiative mit auf den Weg gebracht, weil wir wollen, dass aus guten Beispielen verlässliche Strukturen werden – überall dort, wo Kinder sie brauchen“, sagte Drese.

Stabilitätsbericht 2026 vorgelegt

Mecklenburg-Vorpommern hält Schuldenbremse ein und bleibt finanziell stabil

Schwerin – Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue hat der Landesregierung den Stabilitätsbericht 2026 für Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass die Haushaltslage des Landes weiterhin stabil ist. Bei den zentralen Kennziffern zur Haushaltsüberwachung gibt es keine Auffälligkeiten. Auch die mittelfristige Projektion der Haushaltsentwicklung lässt keine Anzeichen für eine drohende Haushaltsnotlage erkennen. Mecklenburg-Vorpommern hält zudem die Schuldenbremse gemäß Artikel 65 der Landesverfassung vollumfänglich ein.

Die Berechnungen des Analysesystems des Stabilitätsrates zur Überwachung der Schuldenbremse bestätigen die solide Haushaltslage. Für den aktuellen Berichtszeitraum von 2025 bis 2027 weist Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Analysesystem keine Auffälligkeiten auf. Für die Jahre ab 2028 schafft das Land den Haushaltsausgleich jedoch nur, indem Handlungsbedarfe in einem erheblichen Umfang aufgelöst werden.

Auch in herausfordernden Zeiten bleibt Mecklenburg-Vorpommern finanziell stabil und hält die Schuldenbremse ein. Der Stabilitätsbericht zeigt auch für die kommenden Jahre keine Anzeichen für eine drohen-de Haushaltsnotlage. Damit dies in der anstehenden Legislaturperiode so bleibt, ist jedoch ein umfassendes Konsolidierungs- und Moderni-sierungsprogramm notwendig.

Der Stabilitätsbericht 2026 wird nach dem Beschluss durch das Kabinett an den Stabilitätsrat übersandt und anschließend der Präsidentin beziehungsweise dem Präsidenten des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zugeleitet.

Der Stabilitätsrat überwacht die Haushalte von Bund und Ländern und prüft, ob Anzeichen für eine drohende Haushaltsnotlage bestehen. Zudem überwacht er die Einhaltung der Schuldenbremse. Grundlage dafür sind die Stabilitätsberichte, die der Bund und die Länder grundsätzlich bis Mitte Oktober eines Jahres vorlegen. Mecklenburg-Vorpommern kommt mit dem Stabilitätsbericht 2026 seiner gesetzlichen Verpflichtung nach.

Recht auf „Vergessenwerden“ nach Krebs

Schwerin – Der Antrag sieht vor, dass Krebserkrankte nach vollständiger Genesung ihre vorherige Krankheit nicht mehr angeben müssen, wenn beispielsweise Versicherungen abgeschlossen werden. „Ich weiß aus eigener Erfahrung: Eine Krebserkrankung wirft einen kräftig aus der Bahn.

Aber in vielen Fällen ist Krebs heilbar. Wir wollen, dass Betroffene ihre Erkrankung nicht mehr angeben müssen, wenn die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Es ist wichtig, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung unsere Initiative aufgreift“, sagte Ministerpräsidentin Schwesig im Anschluss an die Sitzung.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung: Eine Krebserkrankung wirft einen kräftig aus der Bahn. Aber in vielen Fällen ist Krebs heilbar. Wir wollen, dass Betroffene ihre Erkrankung nicht mehr angeben müssen, wenn die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Es ist wichtig, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung unsere Initiative aufgreift“, so eide Ministerpräsidentin.

Drese begrüßt Ausweitung des Mammographie-Screenings

Schwerin – Künftig können Frauen bereits ab dem 45.Lebensjahr das kostenfreie Mammographie-Screening nutzen, bisher ist dies als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erst ab dem 50. Lebensjahr möglich. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßte diese Entscheidung: „Rund 2,5 Millionen Frauen können so zusätzlich von dieser wirksamen Möglichkeit zur Früherkennung profitieren“, hob sie hervor.

Drese betonte, dass Brustkrebs nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen darstelle. Rund 75.000 Neuerkrankungen werden deutschlandweit jährlich erfasst. „Eine von sechs betroffenen Frauen erhält die Diagnose bereits vor ihrem 50. Geburtstag. Gerade diese Gruppe wird von der Ausweitung also enorm profitieren“, so Drese.

Ein wesentlicher Vorteil der Mammographie ist es dabei, dass Tumoren bereits entdeckt werden können, bevor sie tastbar sind oder Beschwerden verursachen. In diesem Fall sind oft schonendere Therapien möglich. “Auf eine Chemotherapie kann dann häufig verzichtet werden. Das zeigt, wie wichtig eine frühe Diagnose ist und unterstreicht den Nutzen der Mammographie“, erklärte die Ministerin.

Der Beschluss zur Ausweitung des Angebots wird nun noch von der Rechtsaufsicht des G-BA, dem Bundesministerium für Gesundheit, geprüft. Werden die Beschlüsse rechtlich nicht beanstandet, treten sie am 1. August 2027 in Kraft. Ab diesem Stichtag können dann die neu anspruchsberechtigten Frauen am Screening teilnehmen und können sich für einen Termin in den sogenannten Zentralen Stellen anmelden. Nach der Umstellung des Systems sollen ab voraussichtlich Januar 2028 dann auch persönliche Einladungen per Post verschickt werden.

Erst kürzlich war zudem bereits die obere Altersgrenze angehoben worden: Statt wie zuvor bis zum Alter von 69 Jahren können Frauen inzwischen bis zum Alter von 75 Jahren am Programm teilnehmen.

Drese: „Dass das Screening-Angebot nun sowohl jüngere als auch ältere Frauen einschließt, bedeutet für viele Frauen letztlich mehr Chancen auf ein gesundes Leben.“

Drese: „Notfallreform ist überfällig – MV hat wichtige Weichen mitgestellt“

Schwerin – Überfüllte Notaufnahmen, unnötige Rettungsfahrten und unklare Zuständigkeiten: Die Probleme der Notfallversorgung sind seit Jahren bekannt. Der Bundestag hat heute eine umfassende Reform beschlossen, die Patienten gezielter in die passende Versorgung steuern und Rettungsdienste wie Krankenhäuser entlasten soll. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßt den Beschluss zur Neuordnung der Notfallversorgung: „Die Reform ist überfällig. Wer medizinische Hilfe braucht, muss schnell dort ankommen, wo ihm am besten geholfen werden kann. Dafür müssen Rettungsdienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst und Krankenhäuser enger zusammenarbeiten. Mecklenburg-Vorpommern hat sich dafür seit Jahren eingesetzt und wichtige Ansätze bereits in Modellprojekten erprobt.“

Ein zentraler Fortschritt ist für Drese die bessere Vernetzung der Notrufnummer 112 mit der 116 117 des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Künftig sollen Hilfeersuchen digital und ohne erneute Datenerhebung an die jeweils zuständige Stelle übergeben werden können. Zudem sollen standardisierte Ersteinschätzungen dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten schneller die richtige Versorgung erhalten. „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern positive Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Rettungsdienst und kassenärztlichem Bereitschaftsdienst gemacht. Dass diese Zusammenarbeit nun bundesweit verbindlich gestärkt werden soll, ist ein wichtiger Schritt. Nicht jeder medizinische Notfall gehört in eine Krankenhausnotaufnahme – aber jeder Mensch muss die Hilfe bekommen, die er tatsächlich braucht“, so Drese.

Auch die geplante Anerkennung des Rettungsdienstes als eigenständiger Leistungsbereich in der gesetzlichen Krankenversicherung ist aus Sicht der Ministerin ein wichtiger Durchbruch. Künftig sollen nicht mehr nur Transporte, sondern auch medizinische Leistungen und eine abschließende Versorgung vor Ort rechtssicher erbracht und vergütet werden können. Das entspricht den gewachsenen medizinischen Möglichkeiten und der Qualifikation der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter. „Der Rettungsdienst ist weit mehr als ein Transport ins Krankenhaus. Wenn qualifizierte Einsatzkräfte Menschen vor Ort medizinisch versorgen können, muss das auch finanziell abgebildet werden. Das schafft mehr Handlungssicherheit und kann unnötige Transporte vermeiden“, betont Drese.

Bei der sektorenübergreifenden Notfallversorgung ist Mecklenburg-Vorpommern bereits heute gut aufgestellt. Viele Bereitschaftsdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung befinden sich schon an Krankenhausstandorten. Ein Beispiel ist das Klinikum Pasewalk, dessen Notaufnahme mit sechs Millionen Euro Landesmitteln modernisiert wurde. Dort werden Rettungsdienst, Leitstelle, Krankenhaus und ambulante Versorgung enger verzahnt. „Wir zeigen in Mecklenburg-Vorpommern bereits, wie eine moderne Notfallversorgung über Sektorengrenzen hinweg funktionieren kann. Diese Erfahrungen sind richtungsweisend. Jetzt kommt es darauf an, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten vor Ort so umzusetzen, dass sie bei den Menschen ankommen“, betonte Drese.

Bei der Umsetzung bleiben aus Sicht des Landes allerdings wichtige Fragen zu klären. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass die Finanzierung des Rettungsdienstes dauerhaft die notwendigen Vorhalte- und Investitionskosten abdeckt und die flächendeckende Versorgung nicht gefährdet wird. Auch die Länder müssen bei der Festlegung der Standorte Integrierter Notfallzentren angemessen eingebunden werden. Drese: „Die Reform eröffnet wichtige Chancen. Entscheidend ist jetzt, dass die neuen Strukturen verlässlich finanziert werden und sich an den tatsächlichen Versorgungsbedarfen orientieren. Unser Ziel ist es, die Menschen schneller und besser zu versorgen – unabhängig davon, wo sie in Mecklenburg-Vorpommern leben.“

ADHS-Diagnose per Bluttest

Dr. Blank: „Hier entsteht Medizintechnik von morgen.“

Rostock – Die MetaAIDiagnostic GmbH aus Rostock und die Universitätsmedizin Greifswald entwickeln gemeinsam einen blutbasierten Test für die ADHS-Diagnostik. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert das Verbundvorhaben „Diagnostik und Charakterisierung von ADHS-Patienten“ mit insgesamt rund 1,35 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Davon entfallen rund 624.000 Euro auf MetaAIDiagnostic und rund 729.000 Euro auf die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald unter Leitung von Prof. Dr. Hans J. Grabe.

„Hier entsteht Medizintechnik von morgen: entwickelt in Rostock, klinisch fundiert in Greifswald. Genau dieses Zusammenspiel von innovativen Unternehmen und starker Universitätsmedizin wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern voranbringen“, sagte Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

ADHS wird bislang vor allem über Fragebögen und klinische Gespräche diagnostiziert; objektive Messwerte fehlen. Auf einen Termin bei Fachärztinnen und Fachärzten warten Betroffene oft sechs Monate bis über ein Jahr. MetaAIDiagnostic analysiert mittels Massenspektrometrie Stoffwechselprodukte im Blut und wertet die Daten mit Verfahren der künstlichen Intelligenz aus. Ziel ist ein Test, der die Diagnose objektiver und schneller macht, Untergruppen von ADHS unterscheidet und die Therapieauswahl unterstützt.

Die Universitätsmedizin Greifswald übernimmt die Rekrutierung und klinische Diagnostik von rund 320 Patientinnen und Patienten. MetaAIDiagnostic verantwortet Laboranalytik, Datenplattform und die Entwicklung der KI-gestützten Klassifikationsmodelle. Die Partner bauen auf einer gemeinsamen Pilotstudie auf, in der eine Gruppe von Metaboliten ADHS-Betroffene von Kontrollpersonen unterscheiden konnte. Die klinische Studie in Greifswald startet am 1. November 2026; das Vorhaben läuft bis April 2029.

„Ein Bluttest kann und soll die klinische Diagnostik nicht ersetzen, aber entscheidend ergänzen. Uns interessiert unter anderem, ob sich ADHS damit verlässlich von anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Autismus abgrenzen lässt und ob es biologische Subtypen der Erkrankung gibt. Zugleich beobachten wir, ob und falls ja, wie sich die Marker unter der Therapie verändern. So könnte der Test künftig auch zeigen, ob eine Behandlung anschlägt.“, sagt Prof. Dr. Hans J. Grabe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald.

„Die diesjährige Auszeichnung von MetaAIDiagnostic mit dem dritten Preis des Baltic Sea Region Health Innovation Award zeigt: Unsere Förderung erreicht die Richtigen. Das Land investiert gezielt in Innovation, denn daraus entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land entstehen“, so Blank.

„In Greifswald haben wir einen klinischen Partner, der ADHS-Diagnostik auf höchstem Niveau betreibt. Gemeinsam bringen wir einen objektiven Bluttest in die Versorgung; entwickelt in Mecklenburg-Vorpommern, für Patientinnen und Patienten weit über das Land hinaus“, sagt Dr. Volkmar Weckesser, Gründer und Geschäftsführer der MetaAIDiagnostic GmbH.

Die 2022 gegründete MetaAIDiagnostic GmbH will in den kommenden fünf Jahren rund 25 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. An der Universitätsmedizin Greifswald entstehen im Projekt bis zu zehn Stellen für Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Study Nurses. Die Gesamtausgaben des Verbundvorhabens betragen rund 1,7 Millionen Euro. Die Bewilligung erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

Plastikpiraten am Schaproder Strand

Gingster Schüler untersuchen mit Wissenschaftlern aus Kiel und Berlin Plastikmüll

Insel Rügen – Plastikverschmutzung an Rügens Küsten ist ein Thema, mit dem sich Schüler aus der Gingster Schule direkt vor Ort befasst haben. Die Zehntklässler beteiligten sich an dem europaweiten Projekt „Plastic Pirates – Go Europe“ und reisten dafür an den Strand von Schaprode.

Der Unterschied zu den bisherigen Aktionen der Schule wie beim jährlichen Küstenputz zusammen mit dem Biosphärenreservat liegt auf der Hand. „Wir haben an dem Vormittag die Verschmutzung an dem Strandabschnitt wissenschaftlich untersucht und dokumentiert“, erklärt Elise Ganzlin. Sie hat zusammen mit ihren Mitschülern in drei Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise nach einem vorher festgelegten Prinzip Proben genommen, analysiert und als Datensatz festgehalten.

Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat
Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat

Ihr Biologielehrer Ulf Todenhagen freute sich mit ihnen über die Abwechslung im Unterricht, die noch mehr Anschaulichkeit brachte. „Meine Schüler haben damit wie viele andere Jugendliche auch einen echten wissenschaftlichen Beitrag zu einer global durchgeführten Untersuchung geleistet“, erklärt er am Rande des Strandtages. Denn auch in Schaprode finde man trotz der regelmäßigen Strandreinigung immer wieder Verschmutzungen aller Art.

Die Vertreter der Plastikpiraten unterstützten die Schulklasse bei der Forschungsaufgabe. Nach einem Vorgespräch über die Geschichte des 10-jährigen Projekts und dessen Zielsetzung leiteten sie die jungen Wissenschaftler bei ihrer Arbeit an. „In den zehn Jahren haben sich bereits 25.000 Kinder und Jugendliche in 14 europäischen Ländern an dem Vorhaben beteiligt“, sagt Janto Schönberg von der Kieler Forschungswerkstatt, die diese bildungsbezogenen Aktionen plant, koordiniert und wissenschaftlich begleitet.

Die Rügener Ergebnisse landen jetzt in einer großen gemeinsamen Datenbank, die für die wissenschaftliche Arbeit weltweit genutzt werden kann. „Die Exkursion hat sich gelohnt“, meint Schulleiter André Farin, „die Lerneffekte sind viel größer, wenn Schüler auch an anderen Lernorten selbst aktiv werden können.“ Daher plane die Schule die Wiederaufnahme solcher Unterrichtsausflüge ins Schulprogramm.

Wanderspende für Verkehrsgarten

750 Euro für die Neuanschaffung von mobilen Verkehrszeichen auf dem Grundschulhof

Insel Rügen – Freude an der Gingster Grundschule. 84 Wanderer trafen sich am zweiten Oktobersonntag zur „Herbstwanderung mit Arthur“ und spendeten für einen guten Zweck. Eine stolze Summe von 750 Euro kam dabei auf Ummanz zusammen. Organisator Jörg „Arthur“ Nordt übergab den symbolischen Spendenscheck freudestrahlend an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule.

„Uns ist es eine Herzenssache, für Vereine und Projekte auf der Insel zu spenden“, erklärt Jörg Nordt, der in der Szene der Wanderer und Inselläufer ein bekanntes Gesicht ist. Der Gemeinschaftssinn, der beim Wandern entstehe, mache viele solcher wohltätigen Aktionen möglich. „Ich bin sehr zufrieden mit Wetter, Beteiligung und Ergebnis an dem sonnigen Tag“, meint Jörg Nordt, der bereits weitere Projekte plant.

Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat
Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat

„Unser Förderverein freut sich riesig über die Spende“, sagt Clemens Oppermann, der für den Vereinsvorstand an der Spendenübergabe teilnahm. „Wir werden von dem Geld weitere mobile Verkehrszeichen für den Fahrradparcours auf unserem Grundschulhof anschaffen“, erzählt er den Wanderfreunden, die nach ihrem Kilometer-Soll ihren wohlverdienten Imbiss genießen konnten.

Der Gingster Schulleiter André Farin ist begeistert von den zahlreichen privaten Spendenaktionen zu Gunsten der Schule. „Wir sind froh über jede finanzielle Zuwendung, die unseren Kindern zu Gute kommt“, sagt er im Nachgespräch mit den Organisatoren auf der Schwesterinsel Ummanz. Man spüre sehr, wie sich viele Einwohner für die schulische Entwicklung im Westen der Insel interessieren und die Arbeit von Gemeinde, Schule und Förderverein unterstützen wollen.