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Autor: Rügenbote

Mecklenburg-Vorpommern stärkt Brand- und Katastrophenschutz

Bericht nach Kabinettbefassung an den Landtag übergeben

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat den Brand- und Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und diese Entwicklung nun in einem umfassenden Bericht zusammengeführt. Nach der Befassung im Kabinett wurde der Bericht an den Landtages Mecklenburg-Vorpommern übergeben.

Innenminister Christian Pegel: „Die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren beruht auf Menschen, die Verantwortung übernehmen. Über 27.000 Feuerwehrmänner und -frauen engagieren sich in Mecklenburg-Vorpommern haupt- und ehrenamtlich in 957 Freiwilligen Feuerwehren und sechs Berufsfeuerwehren. Sie sind gerade in den kleinen Kommunen oft das Rückgrat des Gemeindelebens. Diese Leistung braucht verlässliche Unterstützung und klare politische Priorität.“

Die Landesregierung hat den Brand- und Katastrophenschutz in mehreren Bereichen gleichzeitig gestärkt. Bei der technischen Ausstattung der Feuerwehren, der Infrastruktur der Standorte, der finanziellen Unterstützung der Kommunen sowie bei den rechtlichen Grundlagen. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit der Gefahrenabwehr im Land langfristig zu sichern und weiter zu stabilisieren.

Ein wichtiger Baustein waren und sind die drei Sonderprogramme „Zukunftsfähige Feuerwehr“, „Musterfeuerwehrhaus“ und die Förderung großer Feuerwehrgerätehäuser, für die 145 Millionen Euro zur Verfügung wurden bzw. werden. Über mehrere Jahre hinweg wurde damit die Fahrzeugausstattung der Feuerwehren modernisiert.

Viele ältere Fahrzeuge konnten ersetzt werden, insbesondere im ländlichen Raum hat sich die Einsatzfähigkeit dadurch spürbar verbessert. Mit dem Sondervermögen in Höhe von 50 Mio. Euro wurden insgesamt 310 Fahrzeuge für die Feuerwehren beschafft. Das Programm konnte 2025 abgeschlossen werden. Durch das Programm „Zukunftsfähige Feuerwehr“ konnten folgende Fahrzeuge durch die Kommunen beschafft werden:

  • 265 Tragkraftspritzenfahrzeuge-Wasser (TSF-W)
  • 11 Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand (TLF-W)
  • 15 Löschgruppenfahrzeuge 20 (LF 20)
  • 17 Tanklöschfahrzeuge 3000 (TLF 3000)
  • 2 Löschgruppenfahrzeuge 20 Katastrophenschutz
    (Landesfahrzeuge LF-KatS).

„Mit dem Programm ‚Zukunftsfähige Feuerwehren‘ haben wir einen großen Schritt bei der Modernisierung der Fahrzeugflotte der Feuerwehren im Land erreicht. Die 310 neuen Fahrzeuge stehen für mehr Einsatzsicherheit und eine verlässliche Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren.“ so der Innenminister

Auch bei der Infrastruktur der Feuerwehren wurden neue Ansätze verfolgt. Mit dem bundesweit einzigartigem Musterfeuerwehrhäuserprogramm unterstützt das Land die Kommunen beim Bau moderner Gerätehäuser. Standardisierte Verfahren vereinfachen Abläufe und berücksichtigen gleichzeitig aktuelle Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität. Hierzu wurden bereits im Jahr 2023 ein Feuerwehrgerätehausprogramm im Umfang von 50 Mio. Euro aufgelegt: 35 Mio. Euro für das Musterfeuerwehrgerätehausprogramm und 15 Mio. Euro wurden für An-, Um- und Neubauten sowie Sanierungen. Insgesamt fördert das Land fördert die Errichtung mit insgesamt 40,5 Mio. Euro, davon 5,5 Mio. Euro aus zusätzlichen SBZ-Mitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt. Die Freiwilligen Feuerwehren bilden die Grundlage des Brand- und Katastrophenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hat in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung, zur Ausstattung sowie zur Anerkennung des Engagements unterstützt.

Innenminister Pegel betont: „Ohne das Engagement der vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte wäre ein flächendeckender Brand- und Katastrophenschutz nicht möglich. Aufgabe des Landes ist es, dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Mit dem Katastrophenschutz-Ehrenzeichen erhalten die Helferinnen und Helfer nunmehr die schon lange überfällige gesellschaftliche Anerkennung ihres Wirkens.“

Mit der Änderung des Brandschutz-Ehrenzeichen-Gesetzes wird erstmalig ein Ehrenzeichen 50 Jahre ausgegeben. Damit wird dem Lebenswerk „Feuerwehr“ der Feuerwehrkameradinnen und Kameraden gedacht. Eine weitere Regelung betrifft die Auszeichnung des Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Bronze im Jahr 2027, welches die Ehrenspange ablöst. Damit findet ein schon länger geforderter Wunsch der Feuerwehren Berücksichtigung.

Mit der Novellierung des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes wurde zudem der rechtliche Rahmen modernisiert. Die Regelungen stärken die kommunale Ebene und schaffen mehr Klarheit für die praktische Arbeit der Feuerwehren und Aufgabenträger. Die Entscheidungen der vergangenen Jahre bilden damit die Grundlage für einen leistungsfähigen und stabil aufgestellten Brand- und Katastrophenschutz in Mecklenburg-Vorpommern.

Innenminister Christian Pegel: „Unser Ziel ist ein System, das im Alltag funktioniert und im Ernstfall trägt. Daran haben wir in den vergangenen Jahren konsequent gearbeitet.“

M-V hält Kurs beim Moor- und Klimaschutz

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hält unverändert an ihren ambitionierten Klimaschutzzielen fest. Weder das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 noch die festgelegten Sektorziele wurden abgeschwächt. Auch die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimaschutz bleibt ausdrücklich anerkannt und gesetzlich verankert. Darauf weist Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Klimaverträglichkeitsgesetz hin.

„Mecklenburg-Vorpommern bleibt Vorreiter beim Moorschutz. Unsere Ziele stehen fest: Klimaneutralität bis 2045, konsequente Klimaanpassung und ein wirksamer Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Daran gibt es keinerlei Abstriche“, erklärte Backhaus.

Der Minister betonte zugleich, dass erfolgreicher Klimaschutz dauerhaft nur gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den Bewirtschaftern der Flächen gelingen könne.

„Gerade beim Moorschutz brauchen wir Akzeptanz, Vertrauen und praktikable Lösungen. Deshalb setzt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf Kooperation, Beratung und attraktive Förderangebote statt auf starre Verbotsregelungen. Das Land hält am eingeschlagenen Kurs fest: Die Reduzierung der Moorentwässerung bleibt ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategie Mecklenburg-Vorpommerns“, so Backhaus weiter.

Die Landesregierung verweist darauf, dass die Moorentwässerung weiterhin als „überragendes öffentliches Interesse“ anerkannt bleibt. Gleichzeitig werde das Prinzip der Freiwilligkeit regelmäßig überprüft. Für das Jahr 2035 ist eine externe Evaluierung vorgesehen, um festzustellen, ob die gesetzten Klimaziele auf diesem Weg erreicht werden können.

Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den Ländern mit den größten Moorflächen und trägt damit eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. Moore zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern Europas. Entwässerte Moore verursachen dagegen erhebliche Treibhausgasemissionen.

„Es ist nicht sinnvoll, die Augen vor den Folgen der Entwässerung zu verschließen. Langfristig verlieren entwässerte Moorböden ihre landwirtschaftliche Tragfähigkeit. Deshalb unterstützen wir Betriebe dabei, neue Perspektiven und Nutzungsformen zu entwickeln“, erklärte Backhaus.

Hierfür stehen bereits umfangreiche Beratungs- und Förderprogramme zur Verfügung – unter anderem über die Paludikultur-Richtlinie. Ziel ist es, gemeinsam mit der Landwirtschaft tragfähige Lösungen für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung zu schaffen.

Mecklenburg-Vorpommern baut seine Vorreiterrolle beim natürlichen Klimaschutz zugleich weiter aus. Mit dem neuen Institut zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie werden gezielt Fachkräfte für Moorrenaturierung, Wassermanagement und natürlichen Klimaschutz ausgebildet. Damit schafft das Land die Voraussetzungen, um Moor- und Klimaschutzmaßnahmen langfristig fachlich abzusichern und praktisch umzusetzen.

Backhaus hob hervor, dass Transparenz und Beteiligung während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens eine zentrale Rolle gespielt hätten. Neben wissenschaftlichen Gutachten und einer externen Sektorstudie habe es zahlreiche Beteiligungsformate mit Öffentlichkeit, Fachverbänden und Expertinnen und Experten gegeben.

„Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Mecklenburg-Vorpommern setzt deshalb auf Verlässlichkeit, Dialog und einen realistischen Weg, der ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet“, sagte Backhaus abschließend.

Ehemaliger Pferdestall wird modernes Bürogebäude

Gülzow-Prüzen – Ein Leuchtturm-Projekt für energetische Sanierungen historischer Gebäude mit modernster Ausstattung ist in Gülzow-Prüzen umgesetzt worden. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus eröffnet dort heute ein neues Bürogebäude für die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), für das ein 250 Jahre alter und unter Denkmalschutz stehender einstiger Pferdestall umgebaut wurde.

Der Minister würdigt die gelungene Sanierung des betagten Fachwerkbaus, der zum Gutsensemble Gülzow gehört. „Das Projekt verbindet im Sinne der Nachhaltigkeit die Erhaltung historischer Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung. Die Sanierung durch die Landgesellschaft MV, von meinem Haus mit 3,1 Millionen Euro unterstützt, war dringend notwendig. Das zuletzt unter anderem als Lagerstätte genutzte Bauwerk wies massive Schäden an der Fachwerkkonstruktion der Innen- und Außenwände auf. Der Fachwerkbau hat sich nun in ein modernes Gebäude mit neun Büros für 22 Mitarbeitende verwandelt“, sagte er.

Für die Umgestaltung kamen überwiegend nachwachsende Rohstoffe und ein intelligentes Energiekonzept zum Einsatz. Dazu zählen etwa Hanfdämmung und Lehmputz der Wände,  Hanfbauplatten für die Unterkonstruktion des Deckenputzes, Holzfaserdämmung des Fußbodens und auf Naturmaterialien basierendes Linoleum als Fußbodenbelag.

„Dadurch wurde CO2 eingespart und ein Schritt in Richtung CO2-neutrales Bauen gegangen. Zudem ist ein Mehrwert an Nachhaltigkeit gegeben. Ferner schafft man so ein angenehmes und gesünderes Raumklima. Dass gleichzeitig das Klima und die Umwelt geschützt werden, ist für mich als Klimaschutzminister von besonderer Bedeutung. Ich hoffe auf viele Nachahmer in unserem Land und auch in anderen Regionen. Ich danke der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH als Bauherrin sowie allen am Bau beteiligten Gewerken, den Handwerkern und ausführenden Firmen für ihre hervorragende Arbeit“, sagte er abschließend.

Die FNR ist ein Projektträger des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Sie wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zu nachwachsenden Rohstoffen und anderen biogenen Ressourcen zu koordinieren.

Minister Backhaus: „Wir sind wirklich froh, dass die Fachagentur ihren Sitz in unserem Bundesland hat. Denn damit ist 1993 ein überaus wichtiges Fachthema zu uns ins Land gekommen. Ein Thema, das in Zeiten des Klimawandels noch einmal massiv an Bedeutung gewonnen hat. Es geht um nicht weniger, als Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Klimaneutralität umzusteuern. Ich bin sicher, dass angesichts dieser großen Herausforderungen der Energiewende, des Umwelt- und des Klimaschutzes die Bedeutung der FNR weiter steigen wird. Aber nicht nur das: Die Entscheidung, die FNR in Gülzow zu errichten, war eine Entscheidung für den ländlichen Raum. Das ist für unser Bundesland enorm wichtig.“

Die FNR startete 1993 mit 22 Mitarbeitenden. Heute sind hier mehr als 200 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Die FNR hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums seit 1993 knapp 5.600 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe bzw. Nachhaltige erneuerbare Ressourcen koordiniert und dafür Fördermittel in Höhe von 1,56 Milliarden Euro ausgereicht. Weitere 500 Vorhaben wurden seit 2013 mit 185 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds gefördert. Daraus ergibt sich für den Zeitraum seit 1993 für die FNR die Gesamtzahl von rund 6.100 Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einer Förderhöhe von insgesamt 1,75 Milliarden Euro.

Darüber hinaus reichte die FNR während der Laufzeit der Bundeswaldprämie zwischen November 2020 und Oktober 2021 an 113.700 förderberechtigte Antragsteller insgesamt 400 Millionen Euro aus.

Am aktuellen Förderprogramm für ein Klimaangepasstes Waldmanagement nehmen bislang 8.600 Waldbesitzer teil, die insgesamt 1,7 Millionen Hektar Wald bewirtschaften. Seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie des BMLEH und BMUKN im Jahr 2022 zahlte die FNR im Auftrag beider Ministerien für den Erhalt, die Entwicklung und Bewirtschaftung klimaangepasster Waldbestände insgesamt mehr als 525 Millionen Euro aus.

Baustart für die neue Brücke über den Peenestrom

Insel Usedom – Wichtiger Meilenstein für die neue Ortsumgehung Wolgast im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Mit den ersten Arbeiten für die Brückenpfeiler hat heute (21. Mai 2026) der Bau der neuen Brücke über den Peenestrom begonnen.

Geplant ist eine sogenannte Zügelgurtbrücke: Bei dieser besonderen Konstruktion werden die vorgesehenen Stahlhohlkästen nicht im Boden verankert, sondern direkt mit dem Fahrbahnträger verbunden. Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und etwa 70 Meter hohen Pylonen wird sie die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.

In den vergangenen Monaten wurden bereits wichtige Vorarbeiten abgeschlossen. Dazu gehörten unter anderem die Kampfmittelsondierung, die Baufeldfreimachung, die Herstellung von Arbeitsebenen für die Festlandspfeiler sowie die Errichtung der Baustraßen.

„Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Wolgast und auf der Insel Usedom. Bisher fließt der Verkehr über eine Klappbrücke, die mehrmals am Tag für den Schiffsverkehr geöffnet und demzufolge für den Autoverkehr gesperrt wird. Mit der neuen Brücke werden die Menschen in Wolgast vom Straßenverkehr und von Staus entlastet. Die Usedomer kommen schneller aufs Festland und unsere Urlaubsgäste zügiger an den Strand von Usedom“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Veranstaltung in Wolgast. „Ich bin dem Bundeskanzler und dem Bundesfinanzminister sehr dankbar, dass die Bundesregierung zusätzliche Mittel für den Bau der Brücke bereitstellt. Dafür habe ich mich persönlich eingesetzt.“

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sagte: „Der Bund sorgt dafür, dass der Bau der Peenebrücke für die Ortsumgehung Wolgast endlich losgeht! Die Menschen haben lange darauf gewartet. Es ist wichtig, dieses Projekt zu vollenden. Davon wird die gesamte Region profitieren. Ich freue mich sehr, dass wir für die in der Projektplanung entstandenen Mehrkosten Lösungen gefunden haben. Es ist genauso wichtig, den neu gesteckten und vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen zu realisieren.“

Die neue Brücke ist Teil der insgesamt 6,8 Kilometer langen Ortsumgehung Wolgast. Diese wird den Verkehr der Bundesstraße 111 künftig südöstlich um die Stadt herumführen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der A 20, der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast nachhaltig zu verbessern und die Stadt spürbar vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Das neue Bauwerk erhält eine acht Meter breite, zwei-spurige Fahrbahn. Durch die lichte Höhe von 42 Metern können Schiffe den Peenestrom künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Bisher muss die Brücke in der Ortsdurchfahrt Wolgast dafür bis zu fünfmal täglich geöffnet werden. Die neue Verbindung soll den Verkehrsfluss auf der B 111 deutlich verbessern.

Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt allein 421 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast stehen Bundesinvestitionen von etwa 500 Millionen Euro bereit.

Nach aktuellem Stand kann die Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden.

Energieministerkonferenz 2026

Minister Dr. Blank: „M-V steht für einen Ausbau der Erneuerbaren – Hand in Hand mit den Menschen“

Norderney – Zum Auftakt der Energieministerkonferenz (ENMK) auf Norderney hat Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Dr. Wolfgang Blank, die energiepolitischen Schwerpunkte des Landes bekräftigt. Mecklenburg-Vorpommern setzt auf einen klug ausgesteuerten Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Wertschöpfung vor Ort, und eine hohe Resilienz und Sicherheit der Energieversorgung.

Mecklenburg-Vorpommern schlägt „Resilienzcluster“ vor – Unterstützung durch E.DIS und WEMAG

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich im Rahmen der ENMK für mehr Resilienz und Versorgungssicherheit ein. „Die Energieversorgung muss auch in Krisenlagen verlässlich funktionieren. Deshalb setzen wir uns für den Aufbau sogenannter Resilienzcluster ein. Sie sollen dazu beitragen, die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Energie auch in Ausnahmesituationen sicherzustellen“, so Blank weiter.

Innerhalb dieser Resilienzcluster sollen Netzersatzanlagen, wichtiges Material für Reparaturen sowie geschulte Einsatzteams zentral gebündelt werden: „Statt, dass jeder Netzbetreiber individuelle Redundanzen schafft, werden die Kapazitäten effizient in Clustern gebündelt. Ich freue mich über die klare Unterstützung unserer Idee von E.DIS und WEMAG, die Energieversorgung mit Resilienzclustern abzusichern.“

Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG, erklärt dazu: „Das Thema Resilienz ist uns sehr wichtig. Schon heute gehört gegenseitige, freiwillige Hilfe zur gelebten Praxis unter den Netzbetreibern. Die E.DIS befürwortet, Fachwissen, Ressourcen und Handlungsfähigkeit verschiedener Akteure noch stärker zusammen zu denken. Am Ende gilt es, die Resilienz des gesamten Energiesystems möglichst effizient zu stärken.“

Thomas Murche, Vorstandsmitglied WEMAG: „Die sichere Energieversorgung für Wirtschaft und Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Den Vorschlag aus Mecklenburg-Vorpommern zur Stärkung der Resilienz unterstützen wir ausdrücklich – insbesondere den Ansatz gemeinsamer Resilienzcluster, die Ressourcen bündeln und im Krisenfall schnelle Hilfe ermöglichen. Die WEMAG kann sich gut vorstellen, als Modellregion einen aktiven Beitrag zu leisten und praktische Erfahrungen in den weiteren Ausbau solcher Strukturen einzubringen.“

M-V setzt sich zudem dafür ein, dass die Standorte Rostock und Lubmin bei der Kraftwerkstrategie des Bundes gesetzt werden. Diese Standorte sind aufgrund der bestehenden Infrastruktur, ihrer Netzanbindung sowie ihrer Perspektive im Wasserstoffsystem in besonderer Weise geeignet. Der Nordosten muss ausreichend berücksichtigt werden, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

„Mecklenburg-Vorpommern steht für ein Zusammenspiel der Stromnetze und des erneuerbaren Energieausbaus. Wir setzen auf mehr regionale Wertschöpfung und auf hohe Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Blank zum Start der Konferenz.

Rechenzentren und andere große Stromverbraucher sollen entstehen, wo es strategisch sinnvoll ist

Mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes verwies Minister Dr. Blank auf die besonderen Standortvorteile Mecklenburg-Vorpommerns: „Mit viel erneuerbarem Strom und einer geografisch günstigen Lage im Ostseeraum bietet Mecklenburg-Vorpommern hervorragende Voraussetzungen für die Ansiedlung stromintensiver Unternehmen – etwa von Rechenzentren.

Solche Ansiedlungen sollen dort entstehen, wo sie strategisch sinnvoll sind. Wie Batteriespeicher und andere große Stromverbraucher können auch Rechenzentren einen Beitrag zu einem flexibleren und effizienteren Energiesystem leisten. Dazu gehört, dass die erzeugte Abwärme gezielt in Wärmenetze oder industrielle Anwendungen vor Ort fließt.“ Wichtig für Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem, dass die Länder ausreichend „Beinfreiheit behalten“, um Neuansiedlungen strategisch zu steuern und regionale Potenziale nutzen zu können.

Baden, Planschen, Schwimmen

Badesaison startet in Mecklenburg-Vorpommern mit ausgezeichneter Wasserqualität

Schwerin – Auch wenn die Sonne noch etwas fehlt, beginnt am 20. Mai offiziell die Badesaison, so auch in Mecklenburg-Vorpommern. 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in diesem Jahr das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut“. Das ist ein nochmaliger leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (96,6 Prozent).

„Damit ist also klar: Unsere Badegewässer sind fast überall von hoher Qualität. Einem gelungenen Sommer an unseren Seen oder am Meer steht nichts im Wege“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese bei der heutigen Vorstellung der Zahlen am Kiessee in Krugsdorf (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Die Ministerin betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern damit weiterhin ein besonders attraktiver Urlaubs- und Lebensort bleibe mit vielen tollen Bademöglichkeiten und klarem Wasser. „Davon profitieren Einheimische und Touristinnen und Touristen gleichermaßen“, so die Ministerin.

Drese dankte zum Start der Badesaison den Mitarbeitenden der Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte, die während der gesamten Badewassersaison, also noch bis zum 10. September, alle vier Wochen neue Proben an den überwachten Badestellen entnehmen.

„Das ist ein enormer Arbeitsaufwand, den die Gesundheitsämter aber auch unsere Mitarbeitenden im Labor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales erbringen, damit jede und jeder mit gutem Gewissen die warme Jahreszeit genießen kann“, erklärte auch Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. Denn im dortigen Labor werden die Proben hinsichtlich mikrobiologischer Belastungen, etwa durch Darmbakterien Escherichia coli und Intestinale Enterokokken, untersucht, die als Indikatoren auf eine Verunreinigung des Wassers hinweisen.

Bisher seien im ersten Probendurchgang 2026 keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Dennoch musste ein Badegewässer als mangelhaft eingestuft werden (2025: 2, 2024: 6, 2023: 7). Am Schwandter See wurden mehrfach Grenzwertüberschreitungen der mikrobiologischen Parameter festgestellt, die zu einem Badeverbot in der Saison 2026 geführt haben. Das ist auch bereits der Badewasserkarte MV zu entnehmen, die Nutzerinnen und Nutzern in detaillierten Profilen die Testergebnisse aller beprobten Badestellen aufzeigt.

„Über mögliche Badewarnungen hinaus finden Interessierte auf unserer Badewasserkarte, egal ob im Web und per App, aber auch Informationen zu Park- und Verpflegungsangeboten vor Ort, zu barrierefreien Zugängen oder zum Vorhandensein von sanitären Anlagen an der Badestelle. Das erleichtert die Ausflugsplanung und die Suche nach der persönlichen, neuen Lieblingsbadestelle“, verdeutlichte Drese.

Insgesamt sei die Badewasserqualität in Mecklenburg-Vorpommern enorm hoch und die Entwicklung sehr erfreulich, so Drese und Will. Waren 2023 noch 432 Badestellen als ausgezeichnet eingestuft, so sind es 2026 bereits 444. Liefen 2023 noch 12 Stellen unter dem Prädikat ausreichend, so habe sich dies auf nunmehr sechs halbiert.

Jede und jeder könne dazu beitragen, dass das so bleibt, erklärte Drese. „Dazu gehören gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch das Mitnehmen bzw. die richtige Entsorgung von Müll, um den Eintrag in die Badestellen zu vermeiden“, betonte Drese.

Die Ministerin wies zudem noch auf die Informationsangebote des Ministeriums zum sicheren Baden hin. „Damit der Badespaß besonders für die jüngeren Wasserratten ein sicheres Vergnügen bleibt, bieten wir zum Beispiel einen Flyer an, in dem die beiden Bademeister Max und Vivi kindgerecht und mehrsprachig die gängigen Baderegeln erklären“, hob Drese hervor.

Zusätzliche Flyer gibt es zudem zum Thema „Baden im See“ und „Baden im Meer“, die für Erwachsene konzipiert sind. Neben Baderegeln gehen diese auch auf Aspekte wie Vibrionen und Zerkarien oder Nesselquallen ein. Alle Flyer stehen digital zum Download bereit.

Schwesig: Jeder fünfte Betrieb in MV ist ein Handwerksbetrieb

Schwerin – Wertschätzung für das Handwerk: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besucht heute und morgen die Meisterfeiern der Handwerkskammern im Land. Die Ministerpräsidentin ist heute zunächst bei einer Meisterfeier der Handwerkskammer Schwerin in Wismar zu Gast. Morgen hält sie auf einer Meisterfeier der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg die Festrede.

„Der Meistertitel ist das Gütesiegel des Handwerks. Das Bild des Handwerksbetriebs hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Auch zum Handwerk gehört heute modernste Technik. Dienstleistungen und Kommunikation sind wichtiger geworden“, sagte die Ministerpräsidentin. „Das Handwerk hat sich verändert und modernisiert, ist seinen Werten aber treu geblieben. Die Fähigkeit, flexibel auf die Wünsche der Kunden zu reagieren und zügig qualitativ erstklassige Arbeit abzuliefern, ist heute mehr denn je gefragt. Darauf verlassen sich die Menschen, und das Handwerk genießt zu Recht hohe Wertschätzung in der Gesellschaft.“

Für Mecklenburg-Vorpommern habe das Handwerk eine besondere Bedeutung. „Es gibt über 19.000 Handwerksbetriebe mit fast 93.000 Mitarbeitenden. Jeder fünfte Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Handwerksbetrieb. Jede und jeder sechste Beschäftigte arbeitet im Handwerk. Gerade in unserem Flächenland trägt das Handwerk Wachstum, Beschäftigung, Infrastruktur und Versorgung im ländlichen Raum“, betonte die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung stehe hinter dem Handwerk. Auf Initiative der Handwerkskammern sei die Praktikumsprämie eingeführt worden. Das Land unterstützt damit Ferienpraktika von Schülerinnen und Schülern im Handwerk mit 120 Euro pro Woche. „Vielleicht sehen wir den einen oder die andere, die ein solches Praktikum absolviert haben in einigen Jahren hier bei der Meisterfeier wieder.“ Auch die Meisterausbildung werde unterstützt. „Das Land fördert bestandene Meisterprüfungen mit 2.000 Euro und besonders gut bestandene Prüfungen mit 3.000 Euro. Weil wir es wichtig finden, dass sich Handwerkerinnen und Handwerker für die Meisterausbildung entscheiden.“

SkillsDays und Albert-Einstein-Cup

Neubrandenburg ist Treffpunkt internationaler Nachwuchstalente und moderner Berufsorientierung SkillsDays und Albert-Einstein-Cup zeigen Zukunftschancen in digitalen Berufen auf

Neubrandenburg – Wie moderne Berufliche Orientierung erfolgreich gelingen kann, darüber sprechen Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland in dieser Woche am Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg: Vom 20. bis 22. Mai 2026 finden dort erstmals die SkillsDays 2026 von WorldSkills Germany in Mecklenburg-Vorpommern statt. Parallel dazu richtet die Schule als bundesweites Leistungszentrum für Softwareentwicklung vom 18. bis 21. Mai 2026 den Albert-Einstein-Cup aus.

„Das Albert-Einstein-Gymnasium zeigt eindrucksvoll, wie schulische Bildung, Berufliche Orientierung und internationale Spitzenförderung erfolgreich miteinander verbunden werden können“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg in ihrem Grußwort zur Eröffnung der SkillsDays. Eine gelingende Berufsorientierung sei ein entscheidender Baustein für den Übergang von der Schule in Ausbildung oder Studium. „Praxisnahe Einblicke, individuelle Förderung und die frühzeitige Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Interessen helfen jungen Menschen dabei, passende Bildungs- und Berufswege zu finden.“

Das Land Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Berufliche Orientierung an Schulen mit dem Landeskonzept „Alle werden gebraucht“. Seit dem Schuljahr 2025/2026 ist sie verbindlicher Bestandteil der schulischen Arbeit. Dazu gehören unter anderem der Praxislerntag, Betriebsbesichtigungen, MINT-Angebote sowie eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Berufsberatung.

Das Albert-Einstein-Gymnasium steht beispielhaft für die Verbindung von schulischer Exzellenz und praxisnaher Förderung. Als MINT-EC- und MINT-Profilschule verbindet das Gymnasium vertiefte fachliche Angebote mit Wettbewerben, Projekten und praxisorientierten Lernformaten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung im IT-Bereich.

Im Rahmen des Albert-Einstein-Cups treten junge Softwareentwicklerinnen und -entwickler aus zahlreichen Ländern in den Disziplinen App-Entwicklung, Full-Stack-Softwareentwicklung und Webentwicklung gegeneinander an. In diesem Jahr reisen Schülerinnen und Schüler aus China, Japan, Taiwan, Südkorea, Frankreich, Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Brasilien und Kanada nach Neubrandenburg.

Die Mitgliederversammlung von WorldSkills Germany bietet zudem einen passenden Rahmen, um die Bedeutung Beruflicher Orientierung in den Mittelpunkt zu rücken. Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft tauschen sich darüber aus, wie junge Menschen besser auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet werden können.

WorldSkills Germany ist die nationale Organisation der internationalen WorldSkills-Bewegung. Ziel ist es, berufliche Bildung zu stärken, junge Talente zu fördern und internationale Wettbewerbsstandards sichtbar zu machen. Mit Veranstaltungen wie den SkillsDays unterstützt WorldSkills Germany den Austausch zwischen Schule, Wirtschaft und Gesellschaft und macht berufliche Kompetenzen für junge Menschen erlebbar.