Oldenburg: Wir setzen alles daran, Lehrkräfte auszubilden, im Land zu halten und an den Schulen einzustellen
Schwerin – Trotz des bundesweiten Fachkräftemangels hat Mecklenburg-Vorpommern in den Jahren 2021 bis 2025 insgesamt 4.327 Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen eingestellt. Die Zahl der Einstellungen im Jahr 2025 ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Jahr 2024 waren es 779 Lehrkräfte, im Jahr 2025 insgesamt 806 Personen. „Gute Bildungsangebote lassen sich nur mit qualifiziertem Personal gestalten“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Deswegen setzen wir alles daran, Lehrkräfte auszubilden, im Land zu halten und an den Schulen zu beschäftigen. Dafür stellen wir das ganze Jahr über Lehrerinnen und Lehrer ein. Mit unserer Lehrerwerbekampagne machen wir auf das Angebot an freien Stellen aufmerksam. Ich freue mich über jede Lehrkraft, die sich für eine Schule im Land entscheidet“, so Oldenburg. Die offenen Stellen sind im Karriereportal für den Schuldienst unter www.lehrer-in-mv.de öffentlich ausgeschrieben.
Das Land hat in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen umgesetzt, um den Schuldienst attraktiver zu gestalten. Um Lehrkräfte zu gewinnen, erhalten Referendarinnen und Referendare, die an ausgewählten Schulen – insbesondere im ländlichen Raum – arbeiten, Zuschläge zu ihren Bezügen in Höhe von 40 Prozent. Stellenbesetzungsverfahren wurden gestrafft, um Lehrkräfte schneller einzustellen. So gelingt es regelmäßig, Bewerberinnen und Bewerber innerhalb von sechs Wochen einzustellen bzw. ihnen ein Einstellungsangebot zu unterbreiten. Neu eingestellte Lehrkräfte erhalten Zuschläge zu ihren Bezügen, wenn sie sich auf Stellen in Bedarfsfächern an Regionalen Schulen und Gesamtschulen im ländlichen Raum sowie an beruflichen Gymnasien bewerben. Das sind Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie und Physik sowie Arbeit-Wirtschaft-Technik und Geografie.
Der Anteil der neu eingestellten Lehrkräfte im Seiteneinstieg ist zuletzt leicht gesunken, weil sich grundständig ausgebildete Lehrkräfte wieder verstärkt bewerben. Waren 2024 noch 42,2 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneisteigerinnen und Seiteneinsteiger, so machte ihr Anteil 2025 39,3 Prozent aus. „Wir sind in Zeiten des Fachkräftemangels auf Lehrkräfte im Seiteneinstieg angewiesen. Die Entscheidung, den Beruf zu wechseln, verdient großen Respekt. Für diese Aufgabe qualifizieren wir Lehrkräfte im Seiteneinstieg umfassend. Genau das passiert seit der Neuorganisation der Ausbildung vor drei Jahren“, betonte die Bildungsministerin. Lehrkräfte im Seiteneinstieg absolvieren vor Beginn ihrer Unterrichtstätigkeit eine dreimonatige Qualifizierung in Methodik und Fachdidaktik, bevor sie das erste Mal unterrichten. Daran schließt sich die 15-monatige Grundlegende Pädagogische Qualifizierung an. Die Ausbildung dauert insgesamt über vier Jahre.
Zudem hat die Landesregierung eine Ausbildung zu multiprofessionellen Fachkräften begonnen. Damit können Personen an den Schulen beschäftigt werden, die gleichzeitig als Lehrkräfte und als unterstützende pädagogische Fachkräfte arbeiten. Sie werden insbesondere in „Flexiblen Lerngruppen“ eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein weiteres Angebot für Kinder und Jugendliche, denen die Bewältigung des Schullalltags schwerfällt. „Weil die Klassen heterogener geworden sind, erweitern wir die pädagogischen Ressourcen. Mit den multiprofessionellen Fachkräften stärken wir die pädagogische Arbeit an unseren Regionalen Schulen und Gesamtschulen“, sagte Oldenburg.
Die Regierungspartner haben sich im Koalitionsvertrag auf das Programm „Schule in MV – Aufbruch 2030: 1.000 Stellen besetzen, sichern, erweitern“ verständigt. Mit dem Doppelhaushalt 2024/2025 stehen diese Stellen vollständig bereit. Sie sind für Lehrkräfte, Vertretungslehrkräfte, externe Vertretungskräfte, für eine bessere personelle Ausstattung an beruflichen Schulen, Personal für die Digitale Landesschule, unterstützende pädagogische Fachkräfte, für die Qualifizierung von Lehrkräften im Seiteneinstieg, Alltagshilfen und Verwaltungskräfte an Schulen eingerichtet worden. Insbesondere die Einstellung von Alltagshilfen und Verwaltungskräften führt dazu, dass Lehrkräfte entlastet werden und sich mehr auf ihre pädagogischen Kernaufgaben konzentrieren können. Damit wurde nicht nur das Versprechen der Landesregierung eingelöst, sondern es wurden sogar noch mehr Personen eingestellt als verabredet. So sind im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 1.481 mehr Beschäftigte an den Schulen tätig.