Spurensuche

Unbekannte Orte der Friedlichen Revolution

Lübz – Vor 30 Jahren, Anfang Dezember 1989, besetzten mutige Frauen und Männer in Parchim, Rostock, Wolgast und Neubrandenburg die Objekte und Dienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit und blockierten so die weitere Arbeit der Geheimpolizei, die schon dabei war, belastendes Material zu beseitigen. Diese Aktionen reihen sich ein in viele gewaltfreie Protestinitiativen, die sich seit September 1989 in der DDR entwickelten und in kürzester Zeit das politische System zum Einsturz brachten.

Die Autorin Sandra Pingel-Schliemann aus Lübz und der Berliner Fotograf Hendrik Lietmann haben sich monatelang auf eine Spurensuche durchs Land begeben. Welche Spuren sie dabei entdeckt haben, präsentieren sie in dem neuen Bildband „Spurensuche, Orte der Friedlichen Revolution, der von der Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde. Am Dienstagabend wurde das Buch im Eldenburg-Gymnasium in Lübz offiziell vorgestellt.

„Dieses Buch ist eine Würdigung aller Männer und Frauen, die 1989 für Demokratie und Freiheit eingesetzt haben und eine Ermutigung für alle, die dies heute tun“, kommentiert Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin das Erscheinen des Bildbandes. „Sandra Pingel-Schliemann und Hendrik Lietmann machen mit diesem Buch die Spuren aus der wichtigsten Zeit der Friedlichen Revolution sichtbar und leisten damit einen wichtigen Beitrag dazu, dass die vielen mutigen Taten der Menschen nicht vergessen werden“, so Martin.

In kleinen und großen Orten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern fand der Aufbruch in Freiheit und Demokratie statt und dies auch in ganz unterschiedlicher Form. Die Wahrnehmung der Ereignisse, zumal die der Nachgeborenen, ist geprägt von den Bildern der großen Demonstrationen in den Städten.

„Die Friedliche Revolution lässt sich keinesfalls auf die Ereignisse in den Städten reduzieren. Entscheidend waren letztlich die Vielfalt und der Aufbruch in ganz unterschiedlicher Form überall im Land“, betont Ministerin Martin. „Demokratie lebt vom Engagement vieler, das gilt damals wie heute.“

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