Trauerbeflaggung in M-V aus Anlass des Terroranschlags in Manchester

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat für heute, Mittwoch, den 24.05.2017, aus Anlass des Terroranschlags im britischen Manchester die Trauerbeflaggung der Dienstgebäude der Landesverwaltung, der Dienstgebäude der Kommunalverwaltungen und der Dienstgebäude der sonstigen Träger öffentlicher Verwaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern angeordnet.

„Die Trauerbeflaggung soll ein Zeichen der öffentlichen Anteilnahme am Schicksal der Opfer und Hinterbliebenen des Terroranschlages sein“, so der Minister und ergänzt: „Die beste Antwort auf diese feigen Anschläge auf unsere Freiheit in Europa ist, den Weg einer freien Gesellschaft und Demokratie weiter zu beschreiten und sich den freiheitlichen Lebensstil nicht zerstören zu lassen.“

Drese: Alle Menschen sollen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichberechtigt sein

Schwerin – Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Homophobie spricht sich Gleichstellungsministerin Stefanie Drese für ein tolerantes, weltoffenes und vielfältiges Mecklenburg-Vorpommern aus.

„Alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichberechtigt sein und ohne Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung leben können. Um diesen Anspruch zu erfüllen, ist auch zukünftig die gesellschaftliche Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in unserem Land ein Schwerpunkt der Familienpolitik“, so die Ministerin.

Mit dem in der letzten Legislaturperiode beschlossenen Landesaktionsplan hat die Landesregierung nach Aussage von Drese Konzepte und Maßnahmen entwickelt, mit denen Vorurteile gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, Transgender und intersexuellen Menschen abgebaut werden sollen. Dieser Landesaktionsplan muss nun aktiv umgesetzt und bei Bedarf aktualisiert werden, so die Ministerin.

Drese: „Ich wünsche mir, dass in unserer Gesellschaft andere Lebensformen nicht als Bedrohung oder als störend empfunden werden, sondern als Bereicherung. Eine wichtige Rolle dabei spielen Sensibilisierung und Aufklärung. Hierzu wollen wir auch die Kompetenz der Zielgruppen nutzen und weiter einbinden“, verdeutlicht Drese. Außerdem sollen zusätzliche Unterstützerinnen und Unterstützer vor allem in den Kommunen und in der Arbeitswelt gewonnen werden, um Diskriminierung konsequent entgegenzutreten.

Auf Bundesebene ist für Ministerin Drese die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben überfällig. „Die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare und ein verändertes Adoptionsrecht wären wichtige Schritte, um die auch in Deutschland noch bestehenden rechtlichen Ungleichbehandlungen zu beseitigen“, so Drese.

Umweltschützer und Imker fordern nationalen Bienenaktionsplan

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Aurelia Stiftung haben umfassende Maßnahmen zum Schutz bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Angesichts schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen für mehr Bienenschutz umsetzen.

„Vor allem die industrielle Landwirtschaft ist für den Rückgang und das Aussterben von immer mehr Insektenarten verantwortlich. Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Thomas Radetzki, Vorsitzender der Aurelia Stiftung, der seit langem vor dem Europäischen Gerichtshof für ein Verbot von Pestiziden wie den bienengefährdenden Neonikotinoiden und Glyphosat eintritt, forderte die Umsetzung des Verursacher- und Vorsorgeprinzips. „Pestizide sind mitverantwortlich für das Bienenvölkersterben. Es geht nicht an, dass die EU-Kommission von den Imkern fordert, ihre Bienenvölker andernorts aufzustellen, wenn mit einer erhöhten Pestizidbelastung zu rechnen ist. Die Tatsache, dass im Honig erhebliche Rückstände von Pestiziden nachweisbar sind, ist höchst beunruhigend für Imker und Verbraucher“, sagte Radetzki.

Werner Kratz, Ökotoxikologe und Privatdozent an der Freien Universität Berlin, wies auf umfangreiche wissenschaftliche Belege für die Schädlichkeit von Pestiziden hin. „Wissenschaftliche Untersuchungen haben die massive Schädigung von Bienen durch zugelassene Mittel wie Neonikotinoide und Glyphosat bewiesen. Damit umweltschädliche Stoffe künftig rechtzeitig identifiziert und verboten werden können, muss das Zulassungsverfahren für Pestizide dringend reformiert werden. Zulassungsprüfungen dürfen nicht länger den antragstellenden Herstellerfirmen überlassen, sondern müssen von unabhängigen Instituten durchgeführt werden“, sagte Kratz.

Zu den vom BUND und der Aurelia Stiftung empfohlenen Maßnahmen für einen nationalen Bienenaktionsplan zählen neben der Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide auf nationaler und internationaler Ebene ein verbesserter Schutzstatus für Bestäuber, die Erhaltung und Wiederherstellung vielfältiger Lebensräume, die ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft sowie die Einführung eines Langzeit-Monitorings der Insektenbestände.

Polizei wirbt auf Streifenwagen um mehr Nachwuchs

Schwerin – Mit neuen Aufklebern an Streifenwagen wirbt die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern künftig um mehr Nachwuchs. Innenminister Lorenz Caffier präsentierte heute in Anklam die im Rahmen einer Nachwuchskampagne ausgesuchten Motive zur Gewinnung von neuen Bewerberinnen und Bewerbern für den Polizeidienst in unserem Bundesland.

Beklebung von Funkstreifenwagen zu Zwecken der Nachwuchsgewinnung

„In der Bevölkerung herrscht immer noch die Meinung, wir würden mit Bewerbungen zugeschüttet, doch dem ist nicht so“, erklärte Innenminister Lorenz Caffier. „Es ist nicht immer einfach, qualifizierte Bewerber zu finden. Die aktuelle Personalkampagne haben wir vor allem mit Blick auf die demographische Entwicklung in unserem Bundesland gestartet.“

Die Kampagne betont unter dem Motto „Verstärkung dringend gesucht! Bewirb dich! Jetzt!“ den Aufruf, eine Bewerbung an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow einzureichen. Insgesamt werden 25 VW Passat und 25 Mercedes Vito aus den Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg beidseitig beklebt und die Werbekampagne ins Land tragen. Die Kosten hierfür liegen bei 4.200 EUR.

Die Bevölkerungsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass das Bewerberpotenzial für den Polizeiberuf in den nächsten Jahren stagniert. In den kommenden zwei Jahren sollen jeweils 112 zusätzliche Einstellungen für das Studium und die Ausbildung für den Polizeivollzugsdienst realisiert werden. Insgesamt sind in den Jahren 2017 und 2018 jeweils 288 Neueinstellungen geplant. Während es im Jahr 2010 noch 2.272 Bewerbungen für 96 Einstellungen gab, so kamen im vergangenen Jahr auf 237 Ausbildungs- bzw. Studienplätze nur noch 1.901 Bewerbungen. Für die geplanten Neueinstellungen in diesem Jahr haben bisher 1.665 potentielle Anwärterinnen bzw. Anwärter eine Bewerbung in Güstrow eingereicht.

Neben der Beklebung von Polizeifahrzeugen zu Zwecken der Eigenwerbung und Nachwuchsgewinnung setzt die Polizei auch auf Anzeigenschaltung in Printmedien, Radiowerbung und Bewerbungsaufrufen in Sozialen Medien sowie vordergründig auf den direkten Kontakt mit möglichen Interessenten. Dazu führen die Beamtinnen und Beamten des Zentralen Einstellungsdienstes der Fachhochschule in Güstrow auch regelmäßige Besuche auf Messen durch.

„Darüber hinaus werden wir auch mehr die Behörden der Landespolizei in die Berufswerbung mit einbeziehen“, kündigt Innenminister Caffier an. „Dazu müssen wir das Angebot an Praktika in der Polizei ausbauen, also die Polizei selbst zum Werbeträger machen.“

Wer Polizistin oder Polizist in Mecklenburg-Vorpommern werden will, muss in erster Linie in persönlicher, gesundheitlicher und fachlicher Hinsicht fit sein und die Gewähr dafür bieten, dass er jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt. Nähere Informationen zum Polizeiberuf und zu den Einstellungsvoraussetzungen können h i e r abgerufen werden.

Sellering: Wir gedenken der Opfer des Anschlags in St. Petersburg

Schwerin – Zum Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering heute in Schwerin: „Das sind schreckliche und traurige Nachrichten aus St. Petersburg. Ich war mehrfach als Ministerpräsident in dieser wunderschönen Stadt zu Gast, die gestern durch einen blutigen Anschlag so hart getroffen wurde. Es kann niemals eine Rechtfertigung für solche menschenverachtenden Verbrechen geben.

Ich habe mich heute an den Gouverneur unserer Partnerregion, die unmittelbar an St. Petersburg angegrenzt, gewandt und unser Mitgefühl ausgesprochen. Wir gedenken der Opfer des Anschlags, trauern mit den Hinterbliebenen und hoffen, dass alle Verletzten wieder vollständig gesund werden. Mecklenburg-Vorpommern steht gerade heute an der Seite der Menschen in St. Petersburg und im Leningrader Gebiet.“

A 24: Vollsperrung am Wochenende

Schwerin – Die A 24 wird an diesem Wochenende (01. – 02.04.2017) zeitweise gesperrt werden.

Für eine Brückenbaumaßnahme wird die Autobahn beidseitig von Samstag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 5.00 Uhr, zwischen den Anschlussstellen (AS) Neustadt-Glewe und Suckow für den Verkehr gesperrt.

Grund ist der Neubau einer Brücke, mit der die Kreisstraße 58 über die Autobahn geführt wird. Am Wochenende sollen auf den bereits fertiggestellten Unterbau der neuen Brücke große Betonfertigteile gehoben werden.

Der Verkehr in Richtung Berlin wird an der Anschlussstelle Neustadt-Glewe von der Autobahn abfahren und über die ausgeschilderte Umleitung U 9 an der Anschlussstelle Suckow wieder auf die Autobahn geleitet.

Der Verkehr in Richtung Hamburg wird an der AS Suckow von der Autobahn geführt und über die Umleitung U 2 bis zur AS Neustadt-Glewe und dort wieder auf die Autobahn geleitet.

Mit dem Ersatzneubau der Brücke wurde im vergangenen Herbst begonnen. Die Bauzeit wird insgesamt rund ein Jahr betragen. Die Kosten in Höhe von etwa 1,9 Mio. Euro trägt der Bund.

Beirat für Heimatpflege und Niederdeutsch hat sich konstituiert

Ministerin Hesse: Neukonstituierung des Beirates ist mehr als eine Umbenennung

Schwerin – Im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin ist der neue Beirat für Heimatpflege und Niederdeutsch zusammengekommen. Bei der konstituierenden Sitzung hat sich das Gremium über die Förderung der niederdeutschen Sprache und die Heimatpflege in Mecklenburg-Vorpommern ausgetauscht. Kulturministerin Birgit Hesse hatte zuvor die Mitglieder berufen.

„Die niederdeutsche Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Landeskultur und spielt in der Heimatpflege eine große Rolle“, betonte Kulturministerin Birgit Hesse. „Ich halte es daher für sinnvoll, den bisherigen Niederdeutschbeirat um Vertreterinnen und Vertreter zu erweitern, die sich seit vielen Jahren in der Heimatpflege engagieren. Die Neukonstituierung des Beirates ist daher mehr als eine bloße Umbenennung. Wie beim Landesheimatprogramm verfolgen wir auch bei diesem Beirat einen ganzheitlichen Ansatz. Ich werde mich auch für eine stärkere Vermittlung der Heimatkunde in Kita und Schule einsetzen. Mit der ‚Heimatkiste‛ wollen wir beispielsweise allen Kindertagesstätten Material zur Verfügung stellen, um schon die Kleinsten für ihre Heimat zu begeistern. Den Mitgliedern des Beirates danke ich für ihre Bereitschaft, in diesem Gremium mitzuarbeiten“, sagte Hesse.

Mit dem Landesprogramm „Meine Heimat – mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“ hat das Land sein Engagement in der Heimatpflege verstärkt. Bis zum Jahr 2020 stehen insgesamt 7,5 Millionen Euro für verschiedene Projekte der Heimatpflege zur Verfügung. Ein Schwerpunkt liegt auch hier in der Förderung der niederdeutschen Sprache.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Deutsche Sprache und des Instituts für niederdeutsche Sprache aus dem Jahr 2016 finden 84,5 Prozent der Befragten, es solle mehr für Plattdeutsch getan werden. 63,8 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gaben an, dass dies in der Schule geschehen solle. Telefonisch befragt wurden insgesamt 1.632 Personen aus den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Aktuelle Wetterlage

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern kann es infolge der aktuellen Wetterlage zu Einschränkungen bei der Schülerbeförderung kommen.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur weist für die gesamte Winterzeit auf folgende Regelungen hin:

  • Kinder und Jugendliche, die ihre Schule wegen widriger Witterungsverhältnisse nicht erreichen können, sind grundsätzlich entschuldigt.
  • Bei schwierigen Witterungssituationen in den verschiedenen Regionen entscheiden letztendlich die Eltern, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht.
  • Die Schulen sind grundsätzlich geöffnet. Der Unterricht findet statt.

Weitere Informationen können bei den Schulen oder bei den Landkreisen bzw. den kreisfreien Städten eingeholt werden. Darüber hinaus informieren die Landkreise über Einschränkungen im Schülerverkehr.

Sturmtief „Egon“ bringt Winter zurück

Schneelasten und umstürzende Bäume verursachen Schäden an Freileitungen

Schwerin – Durch Sturmtief „Egon“ ist der Winter zurückgekehrt. Starker Schneefall verursacht Störungen in der Mittel- und Niederspannungsebene (20 kV/0,4 kV). Aktuell sind bis zu 5.000 Kunden in der Netzregion um Perleberg, Neuhaus und Brüel nicht mit Strom versorgt. Die überwiegende Zahl der Kunden konnte zeitnah wieder versorgt werden. In den Bereichen Krakow am See, Wittenberge, Perleberg, Neuhaus, Brüel und weiteren Regionen dauern die Arbeiten zur Wiederversorgung noch an.

Der größte Teil der Störungen wird durch nassen Schnee auf Bäumen und Ästen verursacht, die sich unter der Last neigen. Die Reparaturarbeiten gestalten sich zum Teil schwierig. Unsere Spezialisten in den Netzdienststellen sind zusammen mit den Fachfirmen in der Region zur Beseitigung der Schäden im Einsatz.

Im Laufe des Tages kann es durch den anhaltenden Schneefall zu weiteren Störungen kommen. Laufende Reparaturarbeiten und notwendige Umschaltungen können immer wieder zu Unterbrechungen der Stromversorgung führen.

Neuer „Harry Potter“ ist meistverkauftes Buch 2016

Baden-Baden – Mit ihrer „Harry Potter“-Serie führte Joanne K. Rowling bereits die offiziellen deutschen Bestsellerlisten der Jahre 2000, 2001, 2003, 2005 und 2007 an. Nun räumt die Kultautorin erneut ab: „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ist hierzulande das meistverkaufte Buch 2016 und erobert Platz eins der Belletristik-Jahrescharts, ermittelt von GfK Entertainment. Die englischsprachige Originalausgabe, „Harry Potter and the Cursed Child“, notiert zusätzlich an dritter Stelle.

Insgesamt sechs der Top 10-Romane wurden von Frauen verfasst. Besonders erfolgreich ist die ebenfalls aus Großbritannien stammende Jojo Moyes. Dank ihren Büchern „Über uns der Himmel, unter uns das Meer“ (zwei), „Ein ganzes halbes Jahr“ (vier) und „Ein ganz neues Leben“ (sieben) ist sie starke drei Mal im Ranking platziert, das Hardcover- und Taschenbuch-Titel gleichermaßen berücksichtigt. Krimi-Spezialistin Rita Falk („Leberkäsjunkie“) komplettiert das Podium.

Im Sachbuch- und Ratgeber-Bereich führt kein Weg am „Bürgerlichen Gesetzbuch“ vorbei. Die Silbermedaille sichert sich Motivations-Coach John Strelecky, der in „Das Café am Rande der Welt“ über den Sinn des Lebens nachdenkt. Forstwirt Peter Wohlleben holt zum Doppelschlag aus: Seine Naturbeobachtungen „Das geheime Leben der Bäume“ und „Das Seelenleben der Tiere“ rangieren auf den Positionen drei und zehn. Der Sieger der beiden Vorjahre, „Darm mit Charme“ (Giulia Enders, vier), verkauft sich weiterhin prima.

Basis der Jahresauswertung sind die Kalenderwochen 01.2016 bis einschließlich 50.2016.

Baum des Jahres gekürt: 2017 steht im Zeichen der Fichte

Schwerin – Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung hat heute die Fichte zum Baum des Jahres 2017 erklärt. Seit 27 Jahren wird dieser Titel vergeben. Die Fichte erhält den „Ritterschlag“ zum ersten Mal – und das obwohl sie die häufigste Baumart Deutschlands ist. Laut Stiftung hat dies Gründe: die Fichte polarisiert. Für die einen ist sie der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft, für die anderen der Inbegriff naturferner Monokulturen und Kahlschlag.

„Man kann von der Fichte halten, was man möchte – dennoch haben wir ihr vieles zu verdanken“, erinnerte Minister Backhaus. „Sie ist Symbolbaum für die gelungene Wiederbewaldung in Deutschland: Holznot im 18. und 19. Jahrhundert, Reparationshiebe und Wiederaufbau machten die Fichte in der Forstwirtschaft viele Jahre unersetzlich. Letztlich war sie es, die diesen Wirtschaftszweig zum ökonomischen Erfolg führte“, sagte er weiter. Die Auszeichnung „Baum des Jahres“ rückt sie wieder in den Mittelpunkt und regt Diskussionen über Vor- und Nachteile dieser Baumart an.

In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Fichte auf rund sieben Prozent der Waldfläche und macht damit den zweitgrößten Anteil unter den Nadelbäumen hinter der Kiefer (37,6 %) aus. Die meisten dieser Fichten (33,5%) sind zwischen 41 und 60 Jahre alt und damit aus forstwirtschaftlicher Sicht noch recht jung. Auch verzeichnet die Fichte mit 16,75 m3/ha hierzulande einen der größten jährlichen Zuwächse bei den Nadelbäumen. Davor liegen die Tanne mit 25,44 m3/ha und die Douglasie mit 17,15 m3/ha.

Eine reine Fichtenwirtschaft zeichnet sich durch gute Holzerträge aus, jedoch ist das Risiko große Teile eines Bestandes durch Sturm und Forstschädlinge zu verlieren hoch. Es komme auf den richtigen Standort an, unterstrich Backhaus. Heute werden Fichten meist in Mischwäldern mit Buchen, Kiefern und Douglasien angebaut.

Auch gilt die Fichte als die heimische Baumart mit dem ungünstigsten Anpassungspotenzial an kommende klimatische Veränderungen. Sie benötigt nur wenige Nährstoffe, die Wasserversorgung hingegen muss gewährleistet sein. Damit ist sie für Schwankungen der Niederschläge schlecht gerüstet. Eine der größten Herausforderungen der Forstwirtschaft in Bezug auf die Fichte besteht deshalb darin, gefährdete Standorte zu erkennen und rechtzeitig mit klimaresistenten Baumarten aufzustocken.

In M-V stehen derzeit über 700 ausgewählte Forstsaatgutbestände und 15 forstliche Samenplantagen mit dem Ziel zur Verfügung, ausreichend Vermehrungsgut in sehr guter Qualität zu erhalten. In den Jahren 2011 bis 2014 konnten so beispielsweise 38, 7 t Kiefernzapfen geerntet und damit die Grundlage zur Aufforstung von rund 2.500 Hektar Waldbeständen geschaffen werden. Die Fichte brachte im gleichen Zeitraum eine Saatgutmenge von 7,2 t.

Fichtenholz ist relativ leicht, fest und elastisch. Es eignet sich für den Möbelbau und als Rohstoff in der Papierindustrie.

Vorsicht bei der Pilzsuche

Wer im Wald nach Pilzen sucht, muss sich auskennen. Vor allem Flüchtlinge und Asylsuchende sollten aufpassen, denn in Deutschland gibt es einige sehr giftige Arten, die essbaren Pilzen aus anderen Ländern und Regionen sehr stark ähneln, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Ein Beispiel ist der hochgiftige Knollenblätterpilz, der leicht mit dem essbaren Eier-Wulstling aus dem Mittelmeerraum verwechselt werden kann. Insgesamt ist der Knollenblätterpilz für rund 80 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er wächst von Juli bis Oktober in Laubwäldern und Parks und sieht auch dem hiesigen Champignon sehr ähnlich. Besonders gefährlich ist, dass er keinen abstoßenden Geschmack hat und die Vergiftungssymptome erst nach vielen Stunden auftreten. Für Erwachsene kann bereits ein Frischpilz von 50 g tödlich sein, für Kinder etwa die Hälfte.

Für das Jahr 2015 sind dem BfR insgesamt 27 Fälle von Pilzvergiftungen bekannt, von denen zwei tödlich endeten. Betroffene reagieren meist mit Magenkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen.

Zur eigenen Sicherheit sollten nur Pilze gesammelt werden, die sich eindeutig bestimmen lassen. Beim kleinsten Zweifel lässt man den Pilz besser stehen oder wendet sich an eine Beratungsstelle. Auch nasse, zerfressene und unansehnliche Exemplare gehören nicht in den Korb. Wenn nach einer Pilzmahlzeit Unwohlsein auftritt, sollte immer ein Arzt oder die Giftinformationszentrale befragt werden.

Im Allgemeinen gehören Wildpilze nur gelegentlich auf den Speiseplan. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen reichern Pilze Schwermetalle wie Quecksilber aus dem Erdboden an. Zum anderen können Wildpilze je nach Region als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch radioaktiv belastet sein. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit rät Verbrauchern, pro Woche nicht mehr als 200 bis 250 Gramm zu essen. Bei Kindern sollte der Verzehr entsprechend ihres Körpergewichts geringer sein. Gegen den gelegentlichen Genuss, auch in größeren Mengen, bestehen aber keine Bedenken. Allerdings müssen alle Wildpilze vor dem Verzehr gut durcherhitzt werden – zwei Minuten lang bei 70 Grad Celsius. Dann sind sie auch leichter verdaulich. (Heike Kreutz, www.aid.de)

Beflaggung öffentlicher Gebäude anlässlich des Weltschifffahrtstages

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat für den Weltschifffahrtstag, der in diesem Jahr am 29. September begangen wird, die Beflaggung aller öffentlichen Dienstgebäude der Küstenstädte und -landkreise Mecklenburg-Vorpommerns angeordnet. Das bedeutet, dass in den Hansestädten Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald sowie in den Hafenstädten an der Ostseeküste der Landkreise Nordwestmecklenburg, Rostock, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald Dienstgebäude der Landesverwaltung, der Kommunalverwaltungen und sonstiger Träger öffentlicher Verwaltung mit der Landesdienst- und Bundesflagge beflaggt werden.

 Der Weltschifffahrtstag wird auf Veranlassung der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO alljährlich in der letzten Septemberwoche begangen. Die Meere und Ozeane sind von entscheidender Bedeutung für unser Klima, die Gesundheit des Menschen und unsere Ernährungssicherung.

1948 wurde auf einer internationalen Konferenz in Genf die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization – IMO) gegründet, eine UN-Sonderorganisation, die ein umfassendes Regelwerk für die Schifffahrt entwickelt hat und pflegt. Die IMO konzentriert sich u. a. auf Fragen der Sicherheit, Umweltschutzbelange, juristische Aspekte, die technische Zusammenarbeit, die Gefahrenabwehr in der Schifffahrt und die Effizienz im Seeverkehr.

Die Vereinten Nationen richteten den Weltschifffahrtstag zur Würdigung des Beitrags der internationalen maritimen Wirtschaft zur Weltwirtschaft, insbesondere im Bereich der Schifffahrt, ein. Dieser internationale Tag soll die Aufmerksamkeit auf die Meeresumwelt, die Schiffssicherheit und die Sicherheit des Seeverkehrs lenken. Der Weltschifffahrtstag wurde am 17. März 1978 zum ersten Mal begangen.

Hoher Druck und Millionenverluste: Erste norddeutsche Unternehmen steigen aus Fernbusgeschäft aus

Hamburg – Angesichts des harten Wettbewerbs auf dem Fernbus-Markt steigen immer mehr mittelständische Fernbus-Partnerunternehmen aus der umkämpften Branche aus. Nach Recherchen des NDR Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“ haben mehrere norddeutsche Unternehmen die Kooperation mit Marktführer Flixbus beendet, darunter mindestens vier Unternehmen aus Niedersachsen. Insgesamt sind bundesweit nach NDR Informationen mehr als 20 Firmen bei Flixbus ausgestiegen. Betroffene Buspartner haben zum Teil hohe Verluste eingefahren. Das Hamburger Busunternehmen Elite Traffic teilte dem NDR mit, dass man sich nach einem Minus von mindestens zwei Millionen Euro entschieden habe, den Vertrag mit Flixbus zu kündigen.

Dies sei die „Konsequenz des katastrophalen Preiskampfes auf dem Fernbusliniensektor“, sagte der Betriebsleiter von Elite Traffic, Sebastian Reimers. Es sei zwar schade, nach drei Jahren als einer der ersten norddeutschen Partner die Zusammenarbeit zu beenden, doch sei es auch befreiend gewesen, den hohen finanziellen Druck nicht mehr zu haben. Reimers betonte, dass er die Ursache der wirtschaftlichen Probleme von mittelständischen Buspartnern in den niedrigen Ticketpreisen sehe, deren Folgen auf die Subunternehmen abgewälzt würden: „Es werden neue Fahrzeuge verlangt, es werden ausgeruhte Fahrer verlangt, es wird die Einhaltung der Sozialvorschriften verlangt. Und dafür sind die Preise zu günstig.“

Gegenüber dem NDR bestreitet Flixbus schriftlich die von Elite Traffic erhoben Vorwürfe. Elite Traffic als Einzelunternehmen könne zudem nicht für den gesamten Fernbusmarkt sprechen. Zu möglichen Verlusten der Subunternehmen könne Flixbus keine Aussage treffen, da das Unternehmen keine Einsicht in deren Bilanzen habe.

Linien mit langen Fahrstrecken, auf denen Busunternehmen üblicherweise eine Mehr-Fahrer-Besatzung einsetzen würden, werden teilweise mit nur einem Fahrer bedient. Gegenüber dem NDR berichtet ein Fahrer von einem solchen Fall aus einem niedersächsischen Subunternehmen: Angesichts der extremen Belastung seien ihm bei voller Fahrt die Augen zugefallen. Er habe den Bus zwischen den Haltestellen verlassen müssen, weil er sich übergeben habe und ihm schwarz vor Augen geworden sei. Anschließend wurde ihm Arbeitsverweigerung vorgeworfen.

Sein ehemaliger Arbeitgeber, das Flixbus-Subunternehmen Der Schmidt aus Wolfenbüttel, weist die Vorwürfe gegenüber dem NDR schriftlich zurück. Der Mitarbeiter habe „nicht im Interesse der allgemeinen Betriebssicherheit gehandelt“. Zudem sei er bei der betreffenden Fahrt mit einem „2. Fahrer (…) auf der Brüssel Tour unterwegs gewesen“. Für 2014 soll das Unternehmen nach einer Prüfung durch die Gewerbeaufsicht ein hohes Bußgeld wegen 720 größtenteils schwer wiegender Verstöße zahlen. Der Prüfungszeitraum betrug drei Monate. Schmidt räumt die damaligen Verstöße ein, inzwischen übererfülle man die Vorschriften.

Der Verband Mobifair, der sich für faire Arbeitsbedingen in der Verkehrsbranche einsetzt, erwartet, dass noch mehr mittelständische Partner-Unternehmen aus dem Fernbus-Geschäft aussteigen werden. Man habe mit vielen Busunternehmern gesprochen: „Die sagen, ‚wir würden das nie mehr machen‘“, sagte Helmut Diener, der Geschäftsführer von Mobifair, dem NDR. In vielen Gesprächen werde klar, dass Busunternehmer keine Möglichkeit sähen, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und gleichzeitig Gewinne zu machen: „Wenn uns Busunternehmen sagen, ‚wenn wir hier nicht bescheißen, verdienen wir kein Geld‘, dann kommt ja klar zum Ausdruck, dass, wenn ich in dieser Branche tätig bin, als Subunternehmer oder Kooperationspartner, dann bin ich gezwungen, etwas zu tun, was ich nicht tun dürfte.“ Mobifair hat Polizeikontrollen von 2014 und 2015 ausgewertet, aus denen hervorgeht, dass bei 695 kontrollierten Fernbussen 255 Verstöße festgestellt wurden.

Nach der Liberalisierung des deutschen Fernbusverkehrs hat sich seit Anfang 2013 die Branche stetig vergrößert. Mittlerweile werden laut IGES-Institut zirka 300 Linienverbindungen angeboten. Die Zahl der Fahrgäste hat sich seit der Liberalisierung mehr als verdoppelt. 2015 sollen sollen laut IGES rund 20 Millionen Menschen mit Fernbussen unterwegs gewesen sein, 2013 waren es noch 8,2 Millionen. (Quelle: „NDR Hallo Niedersachsen“)