Arbeitsmarkt April 2019 in M-V

Schwerin – Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist im April 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zurückgegangen. 58.600 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 8.700 Arbeitslose weniger als im April des Vorjahres. Das entspricht einem Rückgang um 12,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Land 7,1 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt erlebt in Mecklenburg-Vorpommern einen Boom. Er ist in Bewegung wie noch nie zuvor. Erstmals sind in einem April weniger als 60.000 Menschen arbeitslos. Die stabile Entwicklung der Konjunktur sorgt für einen wachsenden Bedarf an Mitarbeitern. Das Rennen um Fachkräfte in einigen Branchen hat längst begonnen. Die Attraktivität für einen Arbeitsplatz ist immer wichtiger. Ein volles Auftragsbuch, ohne Mitarbeiter, die dieses umsetzen können, nutzt am Ende keinem etwas. Wir konkurrieren zunehmend auch im Wettbewerb mit anderen Bundesländern um Fachkräfte“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag. Im Vergleich zum Vormonat März ist die Arbeitslosigkeit um 5.600 Arbeitslose (-8,7 Prozent) gesunken.

Glawe machte deutlich, dass es wichtig sei, gemeinsam noch stärker für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu werben. Neben harten Standortfaktoren wie einer gut ausgebauten Infrastruktur muss weiter noch stärker in Investorengesprächen für die weichen Standortfaktoren Mecklenburg-Vorpommerns bei der Investorensuche geworben werden. „Es muss weiter in den Personalbestand investiert werden. Von Bedeutung für die Fachkräftegewinnung sind auch Kindertagesstätten oder Schulen. Ebenso sind ein attraktives Wohnumfeld und abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten wichtig. Wer bei uns investiert, braucht auch motivierte Fachkräfte, die gern bei uns leben“, so Glawe weiter.

„Es gilt darüber hinaus, möglichst viele Erwerbsfähige im Land in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um die dort schlummernden Fachkräftepotenziale zu nutzen. Verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen dabei.“

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe machte deutlich, dass es wichtig ist, Frauen und Männer in existenzsichernde und nachhaltige Erwerbstätigkeit zu bringen. Er warb dafür, die regionalspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten insbesondere auch zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zu nutzen. „Hier haben wir die Förderung weiter regionalspezifisch ausgerichtet. Wichtig ist es, vor allem Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Ziel ist es, die soziale und arbeitsmarktliche Integration durch Übergang in Erwerbsarbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erreichen“, erläuterte Glawe. Aktuell sind 20.200 Menschen langzeitarbeitslos. Das sind 15.400 (43 Prozent weniger) als vor fünf Jahren.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sind weiter gestiegen. Sie liegen – nach aktuellsten Zahlen für Februar 2019 – bei 565.800 Beschäftigten. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind rund 6.700 sozialversicherungspflichtige Jobs hinzugekommen. Es wird deutlich, dass auch in den noch kühlen Monaten der Zuwachs weiter anhält. Der Trend für mehr sozialversicherungspflichtige Jobs hält weiter an“, sagte Glawe. Zuwächse an Arbeitsplätzen gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich (+2.800), der Metall- und Elektroindustrie (+1.300), im Baugewerbe (+1.300) sowie im Dienstleistungsbereich (+800).

Der Arbeitsmarkt im April 2019

Nürnberg – „Mit der anhaltenden Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im April erneut gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im April: -72.000 auf 2.229.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -155.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent

Im Zuge der Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit von März auf April um 72.000 auf 2.229.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den April ein Rückgang um 12.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 155.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Im Vergleich zum April des vorigen Jahres hat sie sich um 0,4 Prozentpunkte verringert. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im März auf 3,5 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 5.000 gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im April 2019 bei 3.198.000 Personen. Das waren 154.000 weniger als vor einem Jahr.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im März saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 33.000 erhöht. Mit 44,94 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 491.000 höher aus. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 671.000 gestiegen. Insgesamt waren im Februar nach hochgerechneten Angaben der BA 33,22 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von Januar auf Februar ein Anstieg um 48.000.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bleibt auf einem hohen Niveau. Im April waren 796.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 11.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen leicht um 4.000 Stellen verringert. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – sank im April 2019 um 1 Punkt auf 252 Punkte. Er liegt damit 1 Punkt über dem Vorjahreswert.

733.000 Personen erhielten im April 2019 Arbeitslosengeld, 26.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im April bei 4.001.000. Gegenüber April 2018 war dies ein Rückgang von 230.000 Personen. 7,3 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2018 bis April 2019 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 418.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 10.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen waren 251.000 im April noch auf der Suche. Gleichzeitig waren 480.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 5.000 mehr als vor einem Jahr. Davon waren im April noch 268.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen gemeldet für angehende Kaufleute im Einzelhandel (30.000), für Kaufleute für Büromanagement (19.000) sowie für Verkäuferinnen und Verkäufer (18.000). Der Ausbildungsmarkt ist im April aber noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Klare Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sieht positive Entwicklung des Landes

Schwerin – Im Auftrag der Landesregierung hat das Meinungsforschungsinstitut forsa 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zur Entwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern seit 1990, zur Landesmarketingkampagne „MV tut gut“ und zu den wichtigsten landespolitischen Aufgaben befragt. Heute stellten Regierungssprecher Andreas Timm und Dr. Peter Matuschek von forsa die Ergebnisse in der Landespressekonferenz vor.

„Bei der Entwicklung des Landes gibt es sehr erfreuliche Ergebnisse. 88 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern bewerten die Entwicklung unseres Landes seit 1990 positiv. Das gilt in fast allen Bereichen. Zum Beispiel im Tourismus, beim Erscheinungsbild der Städte und Dörfer, beim Zustand der Umwelt oder bei der Kinder-und Familienfreundlichkeit. Erstmals sehen auch mehr als 50 Prozent eine positive Entwicklung beim Abbau der Arbeitslosigkeit“, informierte der Regierungssprecher. Einzig beim sozialen Zusammenhalt überwiegen derzeit die negativen Bewertungen.

Sogar 92 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass es sich heute gut oder sogar sehr gut in Mecklenburg-Vorpommern leben lässt. „Wir erinnern in diesem Jahr an den Mauerfall vor 30 Jahren. Im kommenden Jahr feiern wir dann 30 Jahre Deutsche Einheit und das 30-jährige Bestehen unseres Bundeslandes. Der MV-Monitor zeigt, dass sich unser Land aus Sicht der meisten Bürgerinnen und Bürger wirklich gut entwickelt hat. Darüber freuen wir uns als Landesregierung sehr“, sagte Timm weiter.

Die Landesmarketingkampagne „MV tut gut“ wird von den Bürgerinnen und Bürger weiter gut angenommen. 86 Prozent der Befragten gaben gegenüber forsa an, den Satz „MV tut gut“ schon einmal gehört, gelesen oder gesehen zu haben.

84 Prozent der Befragten halten den Satz für einen passenden Werbespruch für Mecklenburg-Vorpommern.

Für sich werben sollte Mecklenburg-Vorpommern nach Einschätzung seiner Bürgerinnen und Bürger vor allem mit seiner schönen Natur und Landschaft (98%), mit seiner hohen Attraktivität als Urlaubsland (97%), seinen National- und Naturparks (93%) und guten Produkten aus der Land- und Ernährungswirtschaft (89%).

„Die Umfrage zeigt die hohe Identifikation der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrer Heimat. Die Daten aus dem MV-Monitor werden ebenso wie die Ergebnisse aus einer bundesweiten Befragung im letzten Jahr in die Evaluierung der Landesmarketingkampagne einfließen“, kündigte der Regierungssprecher an.

Zur Halbzeit der Wahlperiode wird die Arbeit der Landesregierung von fast zwei Dritteln der Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern positiv bewertet. 65 Prozent stufen die Arbeit der Landesregierung als „eher gut“ ein. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im Herbst 2017.

Am besten fällt die Bewertung der Arbeit der Landesregierung auf den Aufgabenfeldern „Tourismus“ (87% sehr gute und gute Arbeit), „Umwelt- und Naturschutz“ (75%) und bei der „Kinder- und Familienfreundlichkeit“ (70%) aus. Die größten Zuwächse im Vergleich zu 2017 gibt es bei der „Kinder- und Familienfreundlichkeit“ (+15) und bei der „Schaffung eines guten Kita-Angebots“ (+10).

Die wichtigsten landespolitischen Aufgaben sind aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger „Gute Schulen“ (75% sehr wichtig), die Schaffung weiterer Arbeitsplätze“ (71%) und der Ausbau der digitalen Infrastruktur (67%). Diese Felder liegen bei der Bewertung der Landesregierung im unteren Bereich, so dass hier der größte Handlungsbedarf besteht.

„Fast zwei Drittel Zustimmung, das ist ein gutes Ergebnis für die Landesregierung. Wir freuen uns sehr, dass wir insbesondere im Kita-Bereich einen deutlichen Zuwachs haben. Das zeigt, dass unser wichtigstes Projekt, die beitragsfreie Kita, gut angenommen wird. Die Umfrage macht aber auch deutlich, wo wir in der zweiten Hälfte der Wahlperiode unsere Schwerpunkte setzen werden: bei Wirtschaft und Arbeitsplätzen, den Schulen, bei der Digitalisierung und auch bei der Schaffung von guten und bezahlbaren Wohnungen“, so Timm.

Wirtschaftsleistung in Mecklenburg-Vorpommern wächst weiter

Schwerin – Die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt/BIP) ist in Mecklenburg-Vorpommern weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Amtes ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 preisbereinigt um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„Die wirtschaftliche Entwicklung legt leicht zu. Besonders die Gesundheitswirtschaft, das Handwerk sowie der Dienstleistungsbereich wachsen. Über dem Bundesschnitt entwickeln sich Gastgewerbe, Handel, Logistik und Verkehr. Einen deutlichen Dämpfer verzeichnet vor allem die Land- und Forstwirtschaft (einschließlich Fischerei). Das macht sich im Gesamtergebnis bemerkbar. Die maritime Industrie unseres Landes befindet sich im Aufwärtstrend. Das schlägt sich noch nicht in der Statistik wieder. Volle Auftragsbücher bei Unternehmen und die hervorragende Entwicklung am Arbeitsmarkt lassen uns weiter optimistisch nach vorn blicken. Wir müssen die wirtschaftliche Basis weiter verbreitern. Das verarbeitende Gewerbe ist eine solide Basis der heimischen Wirtschaft. Neuansiedlungen und Erweiterungen schaffen und sichern Jobs. Hier müssen wir noch stärker werden. Auch im Export gibt es – trotz des Rekordjahres 2018 – noch Wachstumsmöglichkeiten. Wir verbessern die Rahmenbedingungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Die vom Statischen Amt veröffentlichten Zahlen sind erste vorläufige Regionalergebnisse zur Entwicklung der Volkswirtschaft für das Jahr 2018.

Wirtschaftsminister Glawe machte auf die Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung aufmerksam. „Einmal mehr belegen die Zahlen, dass wir eine Menge zu tun haben. Es besteht noch Nachholbedarf beim Aufbau unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, um die Grundlagen für weitere Arbeitsplätze und für höhere Löhne und Einkommen zu schaffen. Wir müssen alle Wirtschaftsbereiche durch Forschung, Entwicklung und Innovationen stärken, die Markt- und Exportfähigkeit der Unternehmen erhöhen und unsere Wirtschaftsstruktur insbesondere durch die Stärkung des Industriesektors weiter verbessern. Industrie steht für hochqualifizierte Arbeitsplätze, vernünftige Löhne, innovative Produkte und moderne Technologien“, so Glawe weiter.

Zu den bedeutendsten industriellen Branchen zählen die Ernährungsindustrie, die maritime Industrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Erzeugung und Bearbeitung von Metall sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen, die Holzindustrie, die Luft- und Raumfahrtzulieferindustrie und die Automobilzulieferindustrie. „Ziel der Industriepolitik ist es insbesondere, die Rahmenbedingungen bereitzustellen, die die Unternehmen brauchen, um zukunftsfähig zu sein und in marktwirtschaftlichen Prozessen bestehen und wachsen zu können. Dazu gehören die Erschließung und Bereitstellung von attraktiven Industrie- und Gewerbegebieten als eine Grundvoraussetzung für Unternehmenserweiterungen und -ansiedlungen“, machte Glawe deutlich.

Ein Schwerpunkt ist die weitere gezielte Entwicklung und Erschließung von hafennahen Flächen, z. B. an den Standorten Rostock, Stralsund, Wismar und Sassnitz/Mukran. „Diese Flächen und die Großgewerbestandorte Schwerin, Rostock-Laage, Pasewalk und das Pommerndreieck bei Grimmen werden im Rahmen der Standortoffensive vermarktet. Die Ansiedlungserfolge und Erweiterungsinvestitionen in den letzten Jahren bestätigen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt. Daran wollen wir weiterarbeiten für mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung bei uns im Land“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Im Durchschnitt der neuen Länder (ohne Berlin) stieg das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des Statistischen Amtes um 1,0 Prozent sowie im Bundesdurchschnitt um 1,4 Prozent. Die Bruttowertschöpfung des produzierenden Gewerbes war 2018 preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent rückläufig. Innerhalb des produzierenden Gewerbes verzeichnet das verarbeitende Gewerbe einen Rückgang um 0,9 Prozent. Es hat einen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes von 11,6 Prozent.

Einen Anstieg der Bruttowertschöpfung wies 2018 der Dienstleistungsbereich mit +1,3 Prozent aus (neue Länder: +1,3 Prozent). Eine überdurchschnittliche Entwicklung innerhalb dieses Gesamtbereichs verzeichnen Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation mit +3,2 Prozent (Bundesdurchschnitt: +2,4 Prozent). Aber auch in den Unterbereichen Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister einschließlich Grundstücks- und Wohnungswesen (+0,5 Prozent; Bundesdurchschnitt: +1,3 Prozent) sowie öffentliche und sonstige Dienstleister einschließlich Erziehung und Gesundheit (+0,8 Prozent; Deutschland: +1,2 Prozent) wuchs die Wirtschaftsleistung. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei war die Entwicklung der Bruttowertschöpfung deutlich rückläufig (-7,9 Prozent; neue Länder: -7,9 Prozent; alte Länder: +0,1 Prozent); Quelle der Angaben: Statistisches Amt.

Arbeitsmarkt März in M-V

Schwerin – Die Zahl der Arbeitslosen ist im März in Mecklenburg-Vorpommern spürbar gesunken. In diesem Monat waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern 64.200 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum März des Vorjahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 9.100 (-12,4 Prozent). Das entspricht einer aktuellen Quote von 7,8 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist mächtig in Bewegung. Mehr Menschen kommen in Arbeit. Deutlich wird, der Arbeitsmarkt reißt sich immer mehr um Fachkräfte. Diese werden vor allem in der Gesundheitswirtschaft sowie in der Gastronomie und im Baugewerbe gesucht. Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung stehen im Fokus der Unternehmen. Der Tourismus zieht saisonbedingt an. Wichtig ist mir, dass in dieser Branche aus den saisonalen Jobs im Ergebnis noch mehr saisonunabhängige Beschäftigungsverhältnisse werden. Hier müssen wir die Angebotsvielfalt für unsere Gäste ausbauen, damit mehr Menschen auch in den Monaten abseits der Hauptsaison unser Land besuchen. Mehr Ganzjährigkeit in den Angeboten verbessert die Möglichkeiten für eine dauerhafte Beschäftigung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Im Vergleich zum Vormonat Februar ist die Arbeitslosigkeit um 6,4 Prozent (4.400 Arbeitslose weniger) gesunken.

Wirtschaftsminister Glawe rief die heimische Wirtschaft auf, weiter in den eigenen Personalbestand zu investieren. „Die Potentiale, die der Arbeitsmarkt bietet, können noch besser erschlossen werden, um die Bedarfe weiter decken zu können. Entscheidend ist es, Frauen und Männer in existenzsichernde und nachhaltige Erwerbstätigkeit zu bringen“, so Glawe.

Er warb dafür, die regionalspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten insbesondere auch zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zu nutzen. „Hier haben wir die Förderung in einzelnen Regionen weiter verbessert. Wichtig ist es vor allem, auch langzeitarbeitslosen Frauen und Männern mit besonderen Vermittlungshemmnissen eine Chance zu geben. Ziel ist es, die soziale und arbeitsmarktliche Integration durch Übergang in Erwerbsarbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Klar ist dabei auch: Die oft kleinteilige Projektarbeit vor Ort braucht einen langen Atem und viel Ausdauer“, erläuterte Glawe. Aktuell sind 20.800 Menschen langzeitarbeitslos. Das sind 15.400 (42 Prozent weniger) als vor fünf Jahren.

In den vier Regionalbeiräten in Westmecklenburg, Region Rostock, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern wurden beispielsweise die Budgetmittel für Strukturentwicklungsmaßnahmen bis 2020 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) um zwei Millionen Euro aufgestockt. Von diesen zusätzlichen ESF-Mitteln werden mit 68 Prozent überproportional viele Mittel für die östlichen Landesteile in M-V bereitgestellt. Ebenso angehoben wurde der Fördersatz (regional maximal 80 Prozent statt bisher maximal 70 Prozent) und die Förderhöhe (regional maximal 30.000 Euro statt bislang höchstens 25.000 Euro).

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse weisen ein Plus von 6.300 gegenüber dem Vorjahresmonat auf. Sie liegen – nach aktuellsten Zahlen für Januar 2019 – bei 556.100 Beschäftigten. Das sind 38.900 sozialversicherungspflichtige Jobs mehr als vor fünf Jahren.

„Es werden wesentlich mehr Menschen eingestellt. Der positive Trend setzt sich weiter fort. Es wird deutlich: Nur Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt sind ein Garant für die Perspektive, hier bei uns im Land zu bleiben. Menschen in Arbeit zu bringen, hat oberste Priorität“, so Glawe weiter. Beschäftigungszuwächse gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (+1.400), im Baugewerbe sowie im Dienstleistungsbereich (+900), im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.800).

Der Arbeitsmarkt im März 2019

Nürnberg – „Mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im März weiter zurückgegangen. Obwohl der konjunkturelle Rückenwind nachgelassen hat, entwickelt sich der Arbeitsmarkt alles in allem weiter günstig.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im März: -72.000 auf 2.301.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -157.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist von Februar auf März um 72.000 auf 2.301.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den März ein Rückgang um 7.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 157.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Im Vergleich zum März des vorigen Jahres hat sie sich um 0,4 Prozentpunkte verringert. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Februar auf 3,1 Prozent. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im März 2019 bei 3.254.000 Personen. Das waren 185.000 weniger als vor einem Jahr.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 39.000 erhöht. Mit 44,82 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 482.000 höher aus. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 660.000 gestiegen. Insgesamt waren im Januar nach hochgerechneten Angaben der BA 33,16 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von Dezember auf Januar ein Anstieg um 61.000.

Der Personalbedarf bleibt zum Frühjahrsbeginn hoch. Im März waren 797.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 19.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen leicht um 1.000 Stellen erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – blieb im März 2019 unverändert bei 255 Punkten. Er liegt damit 4 Punkte über dem Vorjahreswert.

773.000 Personen erhielten im März 2019 Arbeitslosengeld, 3.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im März bei 4.015.000. Gegenüber März 2018 war dies ein Rückgang von 241.000 Personen. 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2018 bis März 2019 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 391.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 9.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 474.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 18.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten waren Ausbildungsstellen gemeldet für angehende Kaufleute im Einzelhandel (30.000) sowie Verkäuferinnen/Verkäufer und Kaufleute für Büromanagement mit jeweils 18.000 Ausbildungsangeboten. Der Ausbildungsmarkt ist im März aber noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Touristisches Rekordjahr – 30,9 Millionen Übernachtungen in M-V

Schwerin – Es hat sich schon angedeutet, nun ist es amtlich: Das Jahr 2018 war ein Rekordjahr für die Tourismusbranche. Mit einem Ergebnis von 30,9 Millionen Übernachtungen hat die Tourismusbranche den höchsten Wert überhaupt erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das nach Angaben des Statistischen Amtes ein Zuwachs von 3,9 Prozent. Die Anzahl der Gästeankünfte lag mit 7,9 Millionen Übernachtungen um 4,6 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

„Das ist ein hervorragendes Ergebnis und der Verdienst der gesamten Tourismusbranche. Wir haben die besten Zahlen seit 1990. Trotz des eher kühlen Wetters zu Beginn des vergangenen Jahres hat der lange und heiße Sommer bei uns im Land für eine ordentliche Auslastung in den touristischen Einrichtungen gesorgt. Die vollen Strände an der Ostsee und im Binnenland haben für viele zufriedene Gäste gesorgt. Die tollen Zahlen zeigen auch: Wir werden auch außerhalb der Saison immer attraktiver. Mecklenburg-Vorpommern ist das ganze Jahr über eine Reise wert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Wirtschaftsminister Glawe dankte, den Touristikern, Hoteliers, Gastwirten sowie den vielen Aktiven für ihr Engagement im Land. „Unser Schwerpunkt liegt darin, die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern, neue Quellmärkte zu erschließen und auch immer mehr Urlauber zum Wiederkommen zu gewinnen. Die Branche muss weiter investieren, mehr Qualität und Wertschöpfung erreichen, schneller und flexibler als bisher auf Herausforderungen reagieren. Das schaffen wir gemeinsam“, so Glawe weiter. Die strategische Grundlage bildet dafür die Landestourismuskonzeption (LTK). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag in 2018 bei rund 4 Nächten.

„Wichtig sind weitere Investitionen in die Infrastruktur und vor allem auch in das Angebot von saisonunabhängigen Einrichtungen. Chancen bestehen auch in der stärkeren regionalen Vermarktung. Wir können auch noch mehr mit dem Binnenland punkten. Deutliches Potenzial für mehr Gäste besteht weiter für Urlaub von Familien auf dem Lande. Aber im Kommen sind auch Angebote für mehr Entschleunigung. Die hier bestehenden Alleinstellungsmerkmale müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden“, betonte Glawe weiter.

„Bei den Reisegebieten liegen im Gesamtjahr 2018 alle Regionen bei Übernachtungen auf Wachstumskurs. Binnenland und Küste legen zu. Vom wachsenden Binnentourismus in Deutschland profitiert auch Mecklenburg-Vorpommern. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir stehen in einem Wettbewerb zu anderen Tourismusdestinationen. Auch die Nachbarn entwickeln sich stetig weiter“, forderte Wirtschaftsminister Glawe. Kräftige Zuwächse verzeichnen die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (+8,7 Prozent), die Mecklenburgische Ostseeküste (+5,6 Prozent), die Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte (+4,8 Prozent) sowie die Region Westmecklenburg (+3,9). Das Reisegebiet Vorpommern legt bei den Übernachtungen um +3,7 Prozent zu. Zuwächse gibt es auch auf der Insel Usedom (+1,2 Prozent) sowie auf den Inseln Rügen/Hiddensee (+1,1) Prozent.

Die Campingplätze erzielten nach Angaben des Statistischen Amtes mit über fünf Millionen Übernachtungen ein Plus von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei den Ankünften legten die Campingplätze um 13,5 Prozent zu: 2018 wurden rund 1,1 Millionen Camper gezählt. „Camping ist ein Zugpferd der Branche. Wir wachsen auch im Campingbereich kräftig weiter. Hier geht der Ausbau der modernen Infrastruktur mit der Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten vor Ort im Einklang einher. An vielen Plätzen im Land sind in den vergangenen Jahren hochmoderne Campingplätze in der Natur entstanden. Die Branche hat sich wettbewerbsfähig aufgestellt. Viele Campingplätze sind modern eingerichtet. Das zeigt auch, dass wir inzwischen mit wetterunabhängigen Angeboten stärker punkten können als noch vor wenigen Jahren“, so Glawe.

Immer mehr ausländische Gäste entdecken Mecklenburg-Vorpommern. 2018 wurden rund 405.000 Gäste (+6,0 Prozent) gezählt, rund 1,07 Millionen Übernachtungen (+7,0 Prozent) wurden gebucht. Mecklenburg-Vorpommern war im vergangenen Jahr das erste deutsche Bundesland auf der Internationalen Reisemesse ITB Berlin. „Das internationale Vermarkten macht sich bemerkbar. Immer mehr internationale Gäste entscheiden sich für ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere im Ostseeraum, in Süddeutschland und in den Alpenländern macht sich das Werben für Mecklenburg-Vorpommern bemerkbar. Bei den ausländischen Gästen haben wir trotz des Erfolges noch Potential und können weiter zulegen. Die ITB Berlin ist eine hervorragende Plattform hierfür“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Mit rund 176.000 Übernachtungen (+23,5 Prozent) erzielten die niederländischen Gäste die meisten Übernachtungen, gefolgt von den Schweizern mit rund 159.000 Übernachtungen (+0,9 Prozent), den Schweden mit rund 130.000 Übernachtungen (-7,9 Prozent) sowie den Dänen mit 124.000 Übernachtungen (-6,8 Prozent) und Österreich mit 85.000 Übernachtungen (+9,4 Prozent).

Überprüfungen des Berichtskreises und der Erhebungsmerkmale führen ab August 2018 zu Veränderungen gegenüber entsprechenden Angaben in Vorjahreszeiträumen. Dadurch sind Vergleiche auf allen regionalen Ebenen (Land, Kreise, Reisegebiete und insbesondere Gemeinden) ab August 2018 nur bedingt möglich.

Arbeitsmarkt Februar 2019 in M-V

Schwerin – Im Februar ist die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen. In diesem Monat waren in Mecklenburg-Vorpommern 68.600 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 8.100 weniger als im Vorjahresmonat (-10,6 Prozent). Das entspricht nach Angaben der Arbeitsagentur einer Quote von 8,4 Prozent.

„Der Frühling beginnt auf dem Arbeitsmarkt in diesem Jahr schon im Februar. Wir haben eine Rekordentwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ist ungebrochen. Dies ist ein gutes Zeichen für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei uns im Land. Die insgesamt positiven Beschäftigungszahlen täuschen nicht darüber hinweg, dass wir noch eine Menge zu tun haben. Mehr Wertschöpfung, die Schaffung weiterer Arbeitsplätze und den Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit stehen dabei im Fokus. Wir arbeiten an der Verbesserung der Rahmenbedingungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag in Schwerin.

Im Vergleich vom Februar 2019 zum Februar 2005 ist die Arbeitslosenzahl nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit um 67,6 Prozent gesunken. Das war der damals höchste Wert seit der Wiedervereinigung in Mecklenburg-Vorpommern (2005: 211.600 Arbeitslose, Quote 23,7 Prozent). „Heute haben wir fast jeden Monat die niedrigsten Werte seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosigkeit hat sich um zwei Drittel reduziert. Das spricht für den eingeschlagenen Kurs der konsequenten Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik auf den ersten Arbeitsmarkt. Nur Jobs auf dem ersten, regulären Arbeitsmarkt sind ein Garant für die Perspektive, hier bei uns im Land zu bleiben. Junge Menschen brauchen Jobangebote nach der Ausbildung. Zudem muss auch das Potential älterer Arbeitnehmer noch besser genutzt werden“, forderte Glawe.

Bis 2025 werden etwa 10.000 Unternehmen, die aus Altersgründen zur Übergabe oder Übernahme anstehen, erwartet. Wirtschaftsminister Glawe appellierte bei der beruflichen Weiterentwicklung auch die Möglichkeiten einer Übernahme als eine Option zu prüfen. „Der unternehmerische Generationswechsel bietet eine Vielzahl von Chancen für die heimische Wirtschaft. Eine Übernahme ist eine hervorragende Möglichkeit, einen gut laufenden Betrieb zu übernehmen. Ein Vorteil ist, erfahrene Mitarbeiter an der Seite zu haben. Risiken werden minimiert. Kurzum: man fängt nicht bei ´Null´ an“, so Glawe weiter.

Beim Projekt „Nachfolgezentrale MV“ geht es zum einen vor allem darum, Handwerk und Mittelstand für die Nachfolgeproblematik zu sensibilisieren und das Thema öffentlich zu transportieren. Zum anderen soll der Nachfolgeprozess begleitet werden; hierbei sollen insbesondere Unternehmensnachfolgende gesucht und gefunden werden. Am Projekt beteiligt sind die Bürgschaftsbank M-V, die drei Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern in M-V. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Rahmen der Richtlinie „Förderung von Entrepreneurship“.

Es gibt weiterhin mehr sozialversicherungspflichtige Jobs im Land. „Auch in den kühleren Monaten werden mehr Jobs angeboten. Das spricht für die gestiegene Nachfrage der heimischen Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitskräften“, sagte Glawe. Derzeit gibt es – aktuellste Zahlen aus dem Dezember 2018 – insgesamt 571.600 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind 7.200 SV-Jobs mehr als im Dezember 2017 (+1,3 Prozent). Zuwächse hat es insbesondere im Baugewerbe (+900), im Bereich Gesundheit und Soziales (+2.900) sowie im Dienstleistungsbereich (+1.000) gegeben.

Im Februar stehen den über 9.100 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Ausbildungsstellen (+223 oder 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat) rund 5.800 gemeldete Bewerber (-265 Bewerber/-4,4 Prozent im Vergleich zum Februar 2018) gegenüber. Wirtschaftsminister Glawe machte in diesem Zusammenhang auf die mit den Industrie- und Handelskammern durchgeführte Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de) aufmerksam. „Wir werben weiter für berufliche Perspektiven hier im Land. Wir werden insbesondere für den Start des beruflichen Weges in Mecklenburg-Vorpommern werben. Die Bandbreite an Möglichkeiten für eine Ausbildung im Land sind groß“, betonte Glawe.

Aktuell haben sich rund 1.500 Unternehmen mit über 3.200 Ausbildungsangeboten in 270 Berufen angemeldet. Auf dem Portal können sich Ausbildungsinteressierte schnell und unkompliziert informieren, wo es Ausbildungs- und Praktikumsplätze in der gewünschten Region gibt. Die Internetseite durchstarten-in-mv.de wurde seit Oktober 2009 über 3,5 Millionen Mal aufgerufen.

Der Arbeitsmarkt im Februar 2019

Positive Entwicklung trotz konjunktureller Abschwächung

Nürnberg – „Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt auf Wachstumskurs, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern auf einem sehr hohen Niveau. Der Arbeitsmarkt bleibt damit robust gegenüber der konjunkturellen Abschwächung.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Februar: -33.000 auf 2.373.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -173.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: unverändert bei 5,3 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist von Januar auf Februar um 33.000 auf 2.373.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Februar ein Rückgang um 21.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 173.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag wie im Januar bei 5,3 Prozent. Im Vergleich zum Februar des vorigen Jahres hat sie sich um 0,4 Prozentpunkte verringert. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Januar auf 3,4 Prozent. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 12.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Februar 2019 bei 3.314.000 Personen. Das waren 199.000 weniger als vor einem Jahr.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Januar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 79.000 erhöht. Mit 44,79 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 477.000 höher aus. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 708.000 gestiegen. Insgesamt waren im Dezember nach hochgerechneten Angaben der BA 33,32 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von November auf Dezember ein Anstieg um 76.000.

Der Personalbedarf bleibt zum Jahresbeginn anhaltend hoch. Im Februar waren 784.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 20.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen leicht um 1.000 Stellen erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – blieb im Februar 2019 unverändert bei 255 Punkten. Er liegt damit 3 Punkte über dem Vorjahreswert.

837.000 Personen erhielten im Februar 2019 Arbeitslosengeld, 6.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Februar bei 4.014.000. Gegenüber Februar 2018 war dies ein Rückgang von 249.000 Personen. 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2018 bis Februar 2019 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 356.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 7.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 447.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 18.000 mehr als vor einem Jahr. Der Ausbildungsmarkt ist im Februar aber noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Meyer: Außenhandel weitgehend stabil

Schwerin – Der Außenhandel in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich weiter positiv. Im Jahr 2018 wurden Waren und Güter im Wert von rund 13,8 Milliarden Euro nach Mecklenburg-Vorpommern ein- und ausgeführt. „Das ist das höchste Außenhandelsvolumen in der Geschichte des Landes. Insgesamt sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr sehr stabil“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Reinhard Meyer, heute in Schwerin.

Wie schon im Vorjahr wurden auch 2018 Waren im Wert von 7,2 Milliarden Euro exportiert. Die Hauptexportgüter waren Eisen-, Blech- und Metallwaren (6,7%), Geräte zur Elektrizitätserzeugung (6,2%) sowie Weizen (5,7%). „Eine ganze Reihe von Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern sind auf internationalen Märkten präsent. Es gibt aber ganz sicher noch Steigerungs­möglichkeiten beim Export. Deshalb wird die Landesregierung ihre Außenwirtschaftsaktiven, von Unternehmens­delegationsreisen über die Förderung der Teilnahme an Messen bis hin zu Beratung, weiter fortsetzen“, sagte Meyer.

Leicht angestiegen ist der Import. Im Jahr 2018 wurden Waren im Wert von 6,6 Milliarden Euro aus dem Ausland nach Mecklenburg-Vorpommern importiert. Die Hauptimportgüter waren Mineralölerzeugnisse wie Heizöle, Schmieröle und Propan (13,5%), Papier und Pappe (8,1%) sowie Eisen-, Blech- und Metallwaren (4,4%). „Auch der Import sichert Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern, beispielsweise in den Häfen und in der Logistikbranche. Deshalb sehen wir es positiv, dass der Import im vergangenen Jahr weiter angestiegen ist. Mecklenburg-Vorpommern hat eine nahezu ausgeglichene Außenhandelsbilanz“, so Meyer.

Die Liste der wichtigsten Außenhandelspartner wird auch 2018 von Polen angeführt. Im letzten Jahr wurden Waren und Güter im Wert von 530 Millionen Euro in das Nachbarland exportiert. Dem steht ein Import von 623 Mio. Euro gegenüber. „Es gibt inzwischen einen alltäglichen wirtschaftlichen Austausch mit unseren polnischen Nachbarn. Darüber freuen wir uns.“

Auf Platz 2 der wichtigsten Außenhandelspartner liegen wie schon im Vorjahr die Niederlande mit einem Außenhandelsvolumen von gut 1 Milliarde Euro. Neu in den Top 5 der wichtigsten Außenhandelspartner Mecklenburg-Vorpommerns ist Schweden auf Platz 3. Dänemark und Finnland belegen wiederum die Plätze 4 und 5.

Russland landete 2018 auf Platz 6. Dies ist auf einen rückläufigen Import zurückzuführen, der Export nach Russland stieg 2018 wieder leicht an. Großbritannien erreichte 2018 Platz 10 auf der Liste der wichtigsten Außenhandelspartner.

„Unsere Wirtschaft muss sich insgesamt noch internationaler aufstellen“, mahnte der Chef der Staatskanzlei. „Der Außenhandel bietet auch unseren Unternehmen große Chancen. Die Landesregierung, aber auch die Industrie- und Handelskammern unterstützen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg ins Auslandsgeschäft“, so der Staatssekretär.

Bilanz 2018: Kleinere Häfen legen beim Umschlag zu

Schwerin – Die Gesamtumschlagzahlen in Mecklenburg-Vorpommerns Häfen blieben auch 2018 stabil. Vor allem die Häfen in Vorpommern legten zum Teil deutlich zu. In Wolgast zum Beispiel erhöhte sich der Umschlag 2018 um 47.000 auf 212.000 Tonnen, ca. 28 Prozent mehr als im Vorjahr. In Stralsund überstieg der Jahresumschlag erstmals seit sechs Jahren wieder die Millionenschwelle. Auch Sassnitz, Greifswald, Lubmin und Ueckermünde verzeichnen Zuwächse.

„Das Land unterstützt seit Jahren den bedarfsgerechten Ausbau der Hafeninfrastruktur mit Fördermitteln, um die Weiterentwicklung der Seehäfen zu leistungsfähigen Logistikdrehscheiben und modernen Gewerbestandorten positiv zu begleiten“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel. Für die Entwicklung und Anpassung der Hafeninfrastruktur hat das Ministerium seit 2007 Zuschüsse aus EU-, Bundes- und Landesmitteln in Höhe von insgesamt rund 136 Millionen Euro bewilligt.

„Die kontinuierliche Unterstützung des Landes ist ein wichtiger Beitrag zur Rolle der Häfen im Nordosten als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Allein durch die Rostocker Hafenwirtschaft sind 16.000 Menschen direkt oder indirekt beschäftigt“, nennt der Minister ein Beispiel.

Mit einer Gesamtsumme von knapp 35 Millionen Tonnen in allen 13 Hafenstandorten im Land lag das Umschlagergebnis 2018 knapp unter dem Vorjahresrekord von knapp 36 Millionen Tonnen. Der Umschlagrückgang von insgesamt rund 2,7 Prozent v. a. in Rostock und Wismar hatte seine Ursachen im Wesentlichen in von den Häfen nicht beeinflussbaren Gründen. Dazu zählen vor allem der deutlich geringere Getreideexport als Folge des schlechten Erntesommers, eine sinkende Nachfrage bei Dieselkraftstoffen und Mindermengen beim Holzimport für das Wismarer Holzcluster, da durch die Frühjahrsstürme viel Holz aus dem Inland zur Verfügung stand.

„Die Situation der Hafenwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist insgesamt positiv. Ich gehe davon aus, dass die Vertiefung der Zufahrten zu beiden Häfen und die Hafenerweiterung in Rostock zu weiteren Umschlagzuwächsen führen wird“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel.

Eine herausragende Stellung unter den Hafenstandorten in M-V nimmt Rostock ein, wo sich sowohl im Seehafen als auch im Fracht- und Fischereihafen zahlreiche Investitionen in Infrastruktur, moderne Umschlaganlagen und gewerbliche Ansiedlungen auszahlen. „Rostock profitiert zudem von hervorragenden Hinterlandanbindungen und seiner nautischen Erreichbarkeit, wobei die Leistungsfähigkeit in den kommenden Jahren mit der Seekanalvertiefung auf 16,5 Meter noch weiter verbessert wird“, sagte Minister Pegel.

Auch die Kreuzschifffahrt an der Warnow boomt weiter: 2018 erreichte Rostock mit insgesamt 923.000 an und von Bord gegangenen Seereisenden einen neuerlichen Passagierrekord.

Der Seehafen Stralsund konnte mit 1,15 Millionen Tonnen seeseitigem Umschlag sein bestes Ergebnis seit sechs Jahren einfahren. Ursachen dafür waren vor allem eine gestiegene Nachfrage beim Umschlag von Baustoffen, Gips sowie Blechen und Profilstäben. „Positiv wirkt sich auch die Gleisanbindung des Frankenhafens aus, die Ende September 2018 in Betrieb genommen wurde. Mit der Anbindung des Hafenareals an das überregionale Bahnnetz und weiterer geplanter Modernisierungen der Infra- und Suprastruktur wird die Bedeutung des Hafens als attraktives maritimes Gewerbegebiet weiter zunehmen“, so Christian Pegel.

Der Hafen in Sassnitz-Mukran konnte im vergangenen Jahr mit 2,2 Millionen Tonnen im vierten Jahr in Folge ein Wachstumsplus verzeichnen. „Der Mukran Port ist seit einigen Jahren durch einen Strukturwandel vom reinen Eisenbahnfährhafen hin zu einem spezialisierten Dienstleister gekennzeichnet. Durch seine Funktion als Servicehafen für die Offshore-Windbranche und zahlreiche Industrieansiedlungen, u.a. das Rohrummantelungswerk für die Erdgaspipelines Nord Stream 1 und 2, hat der Hafen einen Weg gefunden, seinen Umschlag weiter zu steigern“, so Pegel weiter.

Der Hafen Wolgast verzeichnete 2018 einen Anstieg der umgeschlagenen Güter von 165.000 auf 212.000 Tonnen. Er profitierte vor allem von der Kooperation mit Vierow bei der Verschiffung von Getreide als Zulieferungen zum Mukran Port, die seit vergangenem Jahr besteht.

Arbeitsmarkt Januar 2019 in M-V

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern ist die Arbeitslosigkeit im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich um 7.400 Arbeitslose zurückgegangen (-9,7 Prozent). 69.400 Menschen waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Die Landesarbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent (Vorjahr 9,3 Prozent).

„Kühle Temperaturen machen sich auf dem Arbeitsmarkt und auch in saisontypischen Bereichen bemerkbar. Dennoch: Die Unternehmen im Land arbeiten intensiv daran, wetterbedingte saisonale Schwankungen ohne größere Entlassungen auszugleichen. Personal wird gehalten. Es bleibt langfristig wertvolles Fachwissen der Beschäftigten in den eigenen Betrieben. Die Zahl der festen Beschäftigungsverhältnisse wächst weiter“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. Erstmals lag die Zahl der Arbeitslosen in einem Januar unter 70.000. Im Vergleich zum Vormonat Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen um 6.700 gestiegen.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe hat dafür geworben, durch attraktive Arbeitsbedingungen sowie Investitionen in die Aus- und Weiterbildung Beschäftigte in den Unternehmen zu halten. „Gerade bei saisonabhängiger Beschäftigung könnte die kühlere Jahreszeit auch durch Qualifizierung überbrückt werden. Hier haben wir ein breites Unterstützungsangebot für Unternehmen im Programm“, forderte Glawe weiter. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 können etwa 6,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Bildungsschecks und unternehmensspezifische Projekte im Rahmen der Qualifizierungsrichtlinie eingesetzt werden.

Das vorhandene Arbeitskräftepotential wird sich in den nächsten Jahren in Mecklenburg-Vorpommern rückläufig entwickeln. „Die Altersstruktur der aktuell noch Erwerbstätigen stellt das Land vor besondere Herausforderungen. Mecklenburg-Vorpommern wird zukünftig noch stärker auf die Gewinnung von Fachkräften von außerhalb angewiesen sein. Für Unternehmen im Land haben die Herausforderungen bei der Gewinnung von Fachkräften in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Sie werden noch weiter steigen. Wir müssen alle Chancen nutzen, geeignete Arbeitskräfte für den Markt zu erhalten oder zu gewinnen“, sagte Glawe. Derzeit ist ein hoher Anteil der Erwerbstätigen in der Altersgruppe der über 50-jährigen zu verzeichnen. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden bis zu 20 Prozent der aktuellen Erwerbspersonen in Rente gehen.

Derzeit gibt es – aktuelle Zahlen aus dem November 2018 – insgesamt 577.300 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern. Dies entspricht einem Zuwachs von 6.600 Beschäftigten (+1,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

„Erfreulich ist, dass auch das Gastgewerbe (+700) in den kühleren Monaten einen Zuwachs verzeichnet“, so Glawe weiter. Weitere Zuwächse gibt es auch im verarbeitenden Gewerbe (+500), beim Bau (+700) sowie im Bereich Gesundheit und Soziales (+2.600) und bei den Dienstleistungen (+1.200).

„Wir brauchen mehr Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, um zu mehr sozialversicherungspflichtigen Jobs zu kommen. Hier werden wir auch künftig die zur Verfügung stehenden Mittel für die heimische Wirtschaft gezielt einsetzen“, sagte Glawe.

Abschließend machte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe deutlich, dass wir weiter finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten brauchen, um wirtschaftlich voranzukommen. Mit dem Auslaufen des Solidarpaktes II Ende 2019 steht die Regionalpolitik vor einer grundlegenden Neuorientierung. „Wir setzen uns beim Bund für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und die Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Jede Ansiedlung und Erweiterung schafft am Ende neue Jobs. Das stärkt die heimische Wirtschaft und bringt weiter Schwung in den Arbeitsmarkt“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Der Arbeitsmarkt im Januar 2019

Nürnberg – „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind – wie im Januar üblich – gestiegen. Saisonbereinigt sind beide Größen zurückgegangen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzte ihren Wachstumskurs fort, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bleibt auf einem sehr hohen Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Januar: +196.000 auf 2.406.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -165.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,4 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent

Im Zuge der Winterpause ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 196.000 auf 2.406.000 gestiegen. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Januar ein Rückgang um 2.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 165.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 22.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Januar 2019 bei 3.291.000 Personen. Das waren 222.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Dezember auf 1,34 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,1 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 42.000 erhöht. Mit 45,08 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 488.000 höher aus. Das Plus beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 666.000 gestiegen. Insgesamt waren im November nach hochgerechneten Angaben der BA 33,50 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von Oktober auf November ein Anstieg um 50.000.

Der Personalbedarf bleibt zum Jahresbeginn anhaltend hoch. Im Januar waren 758.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 21.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen leicht um 3.000 Stellen erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im Januar 2019 um einen Punkt auf 255 Punkte und liegt damit vier Punkte über dem Vorjahreswert.

Insgesamt 825.000 Personen erhielten im Januar 2019 Arbeitslosengeld, 9.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Januar bei 4.007.000. Gegenüber Januar 2018 war dies ein Rückgang von 250.000 Personen. 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2018 bis Januar 2019 waren insgesamt 72.000 Ausbildungsstellen noch zum sofortigen Beginn gemeldet, die besetzt werden sollten. Davon waren im Januar noch 11.000 unbesetzt. Gleichzeitig waren 67.000 Bewerber gemeldet, die weiterhin, erneut oder erstmalig eine Ausbildung zum sofortigen Eintritt suchten. Insgesamt waren im Januar 2019 – zum Ende der Nachvermittlung – noch 27.000 gemeldete Bewerber unversorgt sowie weitere 21.000 Bewerber, trotz vorhandener Alternative, weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.

Im Januar liegen erste Daten für das neue Berufsberatungsjahr 2018/19 vor. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 413.000 um 18.000 höher als im Januar des Vorjahres. Die Bewerberzahl bewegt sich mit 318.000 um 6.000 unter dem Vorjahresniveau. Der Ausbildungsmarkt ist aktuell noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.

BA-Haushalt 2018: Besserer Abschluss als erwartet

Nürnberg – Der Jahresabschluss der Bundesagentur für Arbeit (BA) fiel besser aus als geplant: im ursprünglichen Haushaltsplan, der auf den Eckwerten der Bundesregierung beruht, war ein Plus von 2,5 Milliarden Euro kalkuliert. Tatsächlich schloss die BA das Haushaltsjahr 2018 jetzt mit einem Überschuss von 6,2 Milliarden Euro ab.

Valerie Holsboer, Vorstand für Finanzen und Personal, sagte am Dienstag in Nürnberg: „Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat zu deutlich geringeren Ausgaben im Jahresverlauf geführt. Die Arbeitslosigkeit ist das fünfte Mal in Folge gesunken und liegt auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Diese Ausgangslage hat uns dabei geholfen, ein gutes finanzielles Ergebnis zu erzielen. Damit können wir jetzt den Beitragssatz deutlich senken und trotzdem mit solider Konjunkturvorsorge in die Zukunft blicken. Das Jahr 2019 sehen wir deshalb als ein Jahr der Chancen und setzen mit unserem Haushalt wichtige Impulse für Weiterbildung und Qualifizierung.“

Die hohe Arbeitskräftenachfrage führte zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Die BA musste daher weniger Arbeitslosengeld I auszahlen als im Haushaltsplan veranschlagt. Die Gesamtausgaben lagen mit 33,1 Milliarden Euro rund 3,3 Milliarden Euro unter der Planung. Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den Ausgaben für Insolvenzgeld wider, die mit 588 Millionen Euro rund 212 Millionen Euro unter den Erwartungen lagen.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war so hoch wie nie. Die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlten daher 363 Millionen Euro mehr ein als im Haushaltsplan vorgesehen.

Arbeitsmarkt M-V Dezember 2018

Schwerin – Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist im Dezember 2018 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. 62.700 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Die Landesarbeitslosenquote beträgt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Nord) 7,6 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen liegt für das Jahr 2018 zum ersten Mal im Jahresdurchschnitt unter 65.000.

„Das Jahr 2018 war von positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt geprägt. Die Arbeitslosenzahl und die Arbeitslosenquote erreichten in den einzelnen Monaten regelmäßig die niedrigsten Werte seit der Wiedervereinigung. Aber: Die Herausforderung bleibt nach wie vor bestehen, das Fachkräftepotenzial im Land weiter zu sichern. Aufgrund der demografischen Entwicklung sinkt das Erwerbspersonenangebot. Zugleich wandeln sich Branchen und Berufsbilder, so dass am Arbeitsmarkt künftig neue Kompetenzen gefragt sind. Wir begleiten und unterstützen Unternehmen sowie Beschäftigte, die Veränderungen erfolgreich umzusetzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Im Vergleich zum Vormonat November ist die Arbeitslosigkeit saisonbedingt um 4,8 Prozent (2.900 Menschen) gestiegen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Daten Oktober 2018) ist gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr sind 6.500 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden (gesamt 581.200); das entspricht einer Steigerung von 1,1 Prozent. Beschäftigungszuwächse gab es vor allem in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (+2.600), dem Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1.100), im Baugewerbe (+700), im Handel (+600) sowie im verarbeitenden Gewerbe (+500).

Den Arbeitsagenturen und Jobcentern des Landes wurden im vergangenen Jahr 50.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet. „Unsere Wirtschaft wächst, im ersten Halbjahr 2018 ist das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern weiter gewachsen. Die Bereitschaft von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren hält weiter an. Das schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen ist für die Unternehmen eine große Aufgabe. Ausreichend und gut ausgebildete Mitarbeiter zur Verfügung zu haben ist dabei eine zentrale Stellschraube. Dabei unterstützt das Wirtschaftsministerium“, sagte Glawe und verwies beispielhaft auf die Qualifizierungsrichtlinie.

Unternehmen können die Förderung in Form von Bildungsschecks für branchenübergreifende und branchenspezifische Fortbildungsmaßnahmen ihrer Beschäftigten erhalten (Förderung 50 Prozent beziehungsweise 75 Prozent, maximal 500 Euro pro Bildungsscheck oder 3.000 Euro bei abschlussorientierten Bildungsschecks). Die Förderung erfolgt aus dem „Europäischen Sozialfonds“ (ESF). Darüber hinaus können Unternehmen für sogenannte unternehmensspezifische Maßnahmen (Projekte) eine 50-prozentige Förderung für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten (Beratung), die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen (Beratung) oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten (Schulung) erhalten, wenn ein externer Dienstleister beauftragt wird (maximal 100.000 Euro).

Im Vergleich der Jahresdurchschnittswerte der Jahre 2017 und 2018 hat sich die Zahl der Arbeitslosen insgesamt von 70.982 (2017) auf 64.993 (2018) gesenkt – das entspricht einem Rückgang von 8,4 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist von 5.879 (2017) auf 5.613 (2018) gesunken (-4,5 Prozent); die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahren von 26.843 (2017) auf 24.593 (2018) – ein Rückgang von -8,4 Prozent. Insgesamt 22.601 Menschen waren 2018 in Mecklenburg-Vorpommern langzeitarbeitslos – 9,4 Prozent weniger als im Jahr 2017.

„Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. In Zeiten knapper Fachkräfteressourcen gilt es für die Unternehmen, neue Wege einzuschlagen. Ich sehe für die Arbeitgeber Möglichkeiten, noch stärker Geflüchtete und Langzeitarbeitslose in ihre Betriebe zu integrieren. Dafür haben wir verschiedene Landesförderungen auf den Weg gebracht, um eventuelle Vermittlungshemmnisse leichter abzubauen“, sagte Glawe abschließend.