Mecklenburg-Vorpommern für Logistikbranche noch attraktiver

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weist den niedrigsten Wert in einem Mai seit 1991 auf. Insgesamt waren im vergangenen Monat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 67.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 11.100 weniger als im Mai des Vorjahres (-14,1 Prozent). „Erstmals sind wir in der Landesgeschichte unter die Marke von 70.000 Arbeitslosen gesunken. Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis, aber kein Grund zum Ausruhen. Die Werften haben volle Auftragsbücher, Firmen erweitern oder siedeln sich neu an, das Handwerk brummt im Land. Auch die Gesundheitswirtschaft erweist sich weiter als Jobmotor. Wir müssen alles tun, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Dazu zählt insbesondere auch, das Exportgeschäft weiter anzukurbeln. In Zeiten schrumpfender Binnenmärkte ist es nötig, frühzeitig neue Absatzmärkte zu erschließen“, forderte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe ging auch auf die Herausforderungen ein. „Die wirtschaftliche Entwicklung jedes einzelnen Unternehmens hängt nicht nur von Produktions-, Absatz- oder Wettbewerbsbedingungen ab, sondern zunehmend von gut qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Es ist absolut notwendig, durch kluge Fachkräftebindung sowie Fachkräftegewinnung und verstärktes Ausbildungsmarketing Arbeitskräfte und Auszubildende frühzeitig in unserem Land zu binden. Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Mit der Qualifizierungsoffensive für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und Teilen des Handwerks wollen wir auch ein Zeichen auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt setzen. Spezialisierung und Fachwissen werden immer gefragter. Mit der Bürgerarbeit haben wir gemeinsam mit den Jobcentern die Möglichkeit neben kommunalen Arbeitgebern, erstmals auch in Unternehmen Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Die Programme Qualifizierungsoffensive und Bürgerarbeit sind in Arbeit. Beide sollen noch in diesem Sommer starten.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – aktuellste Zahlen aus dem März – weisen ein deutliches Plus auf. Sie liegen bei 554.400 Beschäftigten. Das sind 6.900 Jobs (+1,3 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. „Der Trend hält an. Der Bedarf an Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt wächst. Das ist ein positives Zeichen, dass es weiter aufwärts geht“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Zuwächse an Arbeitsplätzen gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.400), im verarbeitenden Gewerbe (+1.900) und sowie in der Logistik (+900) und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+800).

Wirtschaftsminister Glawe warb darüber hinaus dafür, die Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ intensiv zu nutzen. Aktuell gibt es noch 5.300 unbesetzte Ausbildungsplätze, dem stehen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 4.000 unversorgte Bewerber gegenüber. „In unserem Azubi-Atlas sind Kontaktmöglichkeiten von über 1.300 Unternehmen mit über 3.000 Ausbildungsangeboten in über 300 Berufen veröffentlicht. Auf der Internet-Seite können den Jugendlichen Ausbildungsplätze für jede Region unseres Landes aufgezeigt werden. Die Anmeldung für Unternehmen und die Nutzung für Ausbildungsplatzsuchende ist kostenlos“, betonte Glawe.

Die Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern des Landes wirbt für Ausbildungs- und Berufsperspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Informationsoffensive wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern MV unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern bietet den Unternehmen der Logistikbranche einen neuen Service an. Zur „9. Branchenkonferenz Logistikwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern“ am Donnerstag (1.6.2017) in Rostock-Warnemünde wird der Logistikatlas (www.logistik-in-mv.de ) freigeschaltet, den die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem IT-Unternehmen Planet IC entwickelt hat. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hat das Projekt finanziell und inhaltlich unterstützt. Für die Arbeit stellte es 30.000 Euro bereit. „Mit dem Logistikatlas erhöhen wir weiter die Attraktivität von Mecklenburg-Vorpommern als Logistikstandort“, sagte Minister Christian Pegel. Michael Kremp, Vorstandsvorsitzender der Logistikinitiative, erklärte: „Wir freuen uns mit dem digitalen Logistikatlas ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Branche entwickelt zu haben.“

Der Logistikatlas Mecklenburg-Vorpommern informiert über Struktur und Bedeutung der Branche, die im Jahr 2014 mehr als 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählte. Er gibt einen Überblick über die logistischen Stärken und informiert über die Standortqualitäten des Landes sowie der Landkreise und Städte. Außerdem führt der Atlas die einzelnen Logistikunternehmen auf sowie ausgewählte Aus- und Weiterbildungsstätten der Branche. Auf einer dynamischen Karte sind unter anderem die Häfen und Verkehrswege zu sehen. Aktuell sind mehr als 350 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bildung über den Atlas abrufbar. Im nächsten Jahr wird er durch die Aufnahme von Gewerbestandorten ergänzt.

Insbesondere richtet sich der Logistikatlas an Unternehmen und Investoren aus der Verlade- und Transportwirtschaft. Auch wer einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz sucht, findet hier wichtige Informationen.

„Der Logistikatlas hilft, schnell den richtigen Ansprechpartner zu finden“, sagte Minister Christian Pegel. „Das gibt der Logistikbranche in unserem Land einen weiteren Schub.“

Arbeitsmarkt Mai in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weist den niedrigsten Wert in einem Mai seit 1991 auf. Insgesamt waren im vergangenen Monat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 67.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 11.100 weniger als im Mai des Vorjahres (-14,1 Prozent). „Erstmals sind wir in der Landesgeschichte unter die Marke von 70.000 Arbeitslosen gesunken. Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis, aber kein Grund zum Ausruhen. Die Werften haben volle Auftragsbücher, Firmen erweitern oder siedeln sich neu an, das Handwerk brummt im Land. Auch die Gesundheitswirtschaft erweist sich weiter als Jobmotor. Wir müssen alles tun, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Dazu zählt insbesondere auch, das Exportgeschäft weiter anzukurbeln. In Zeiten schrumpfender Binnenmärkte ist es nötig, frühzeitig neue Absatzmärkte zu erschließen“, forderte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe ging auch auf die Herausforderungen ein. „Die wirtschaftliche Entwicklung jedes einzelnen Unternehmens hängt nicht nur von Produktions-, Absatz- oder Wettbewerbsbedingungen ab, sondern zunehmend von gut qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Es ist absolut notwendig, durch kluge Fachkräftebindung sowie Fachkräftegewinnung und verstärktes Ausbildungsmarketing Arbeitskräfte und Auszubildende frühzeitig in unserem Land zu binden. Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Mit der Qualifizierungsoffensive für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und Teilen des Handwerks wollen wir auch ein Zeichen auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt setzen. Spezialisierung und Fachwissen werden immer gefragter. Mit der Bürgerarbeit haben wir gemeinsam mit den Jobcentern die Möglichkeit neben kommunalen Arbeitgebern, erstmals auch in Unternehmen Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Die Programme Qualifizierungsoffensive und Bürgerarbeit sind in Arbeit. Beide sollen noch in diesem Sommer starten.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – aktuellste Zahlen aus dem März – weisen ein deutliches Plus auf. Sie liegen bei 554.400 Beschäftigten. Das sind 6.900 Jobs (+1,3 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. „Der Trend hält an. Der Bedarf an Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt wächst. Das ist ein positives Zeichen, dass es weiter aufwärts geht“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Zuwächse an Arbeitsplätzen gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.400), im verarbeitenden Gewerbe (+1.900) und sowie in der Logistik (+900) und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+800).

Wirtschaftsminister Glawe warb darüber hinaus dafür, die Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ intensiv zu nutzen. Aktuell gibt es noch 5.300 unbesetzte Ausbildungsplätze, dem stehen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 4.000 unversorgte Bewerber gegenüber. „In unserem Azubi-Atlas sind Kontaktmöglichkeiten von über 1.300 Unternehmen mit über 3.000 Ausbildungsangeboten in über 300 Berufen veröffentlicht. Auf der Internet-Seite können den Jugendlichen Ausbildungsplätze für jede Region unseres Landes aufgezeigt werden. Die Anmeldung für Unternehmen und die Nutzung für Ausbildungsplatzsuchende ist kostenlos“, betonte Glawe. Die Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern des Landes wirbt für Ausbildungs- und Berufsperspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Informationsoffensive wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern MV unterstützt.

Der Arbeitsmarkt im Mai 2017: Anhaltend günstige Entwicklung

Nürnberg – „Bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt weiter günstig. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Mai weiter zurückgegangen und die Beschäftigung ist erneut kräftig gewachsen. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften befindet sich weiterhin auf sehr hohem Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai: -71.000 auf 2.498.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -166.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von April auf Mai um 71.000 auf 2.498.000 abgenommen. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 9.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 166.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat sich saisonbereinigt um 13.000 verringert. Insgesamt belief sie sich im Mai 2017 auf 3.526.000 Personen. Das waren 24.000 weniger als vor einem Jahr. Damit ist die Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich weniger stark gesunken als die Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für geflüchtete Menschen gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im April auf 1,78 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 4,2 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 31.000 gestiegen. Mit 43,98 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 652.000 höher aus. Der Anstieg geht vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Februar auf März saisonbereinigt um 48.000 zugenommen. Insgesamt waren im März nach hochgerechneten Angaben 31,93 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 734.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf sehr hohem Niveau. Im Mai waren 714.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 60.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 5.000 erhöht. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – blieb im Mai 2017 unverändert bei 231 Punkten. Im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von 15 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Insgesamt 699.000 Personen erhielten im Mai 2017 Arbeitslosengeld, 53.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai bei 4.418.000. Gegenüber Mai 2016 war dies ein Anstieg von 97.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Die Situation am Ausbildungsmarkt zeigt sich im Beratungsjahr 2016/17 stabil. Von Oktober 2016 bis Mai 2017 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 467.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 3.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 480.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 2.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten angeboten wurden Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel (29.000), Verkäuferinnen und Verkäufer (20.000) und Kaufleute für Büromanagement (20.000). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2016/17 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren. Der Ausbildungsmarkt ist im Mai aber noch in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Arbeitsmarkt im April in Mecklenburg-Vorpomnmern

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern waren im April 72.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 12.200 Arbeitslose weniger (-14,5 Prozent) als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote im Land beträgt 8,7 Prozent. „Erstmals sind wir auch in einem April unter die magische 10 Prozent-Marke im Bereich der Arbeitslosenquote gekommen. „Der Arbeitsmarkt erweist sich insgesamt als robust. Die Konjunktur nimmt Fahrt auf. Die Nachfrage an Fachkräften steigt. Auffallend ist ein leichter Trend. Die saisonalen Effekte der Beschäftigung werden auch im Tourismus kleiner. Das bedeutet, dass mehr ganzjährige Beschäftigung entsteht. Mehr Menschen sind unabhängig vom touristischen Saisonstart in Arbeit“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am Mittwoch in Schwerin. Im Vergleich zum Vormonat März ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord, die Arbeitslosigkeit um 7.400 (-9,3 Prozent) gesunken.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse liegen – nach aktuellsten Zahlen für Februar 2017 – bei 548.400 Beschäftigten. „Es entstehen mehr Jobs auch in den noch kühlen Monaten. Neben dem Tourismus wächst der Bedarf auch in anderen Bereichen, wie im verarbeitenden Gewerbe (+2.000 sozialversicherungspflichtige Stellen), Gastgewerbe (+1.100), Dienstleistungen sowie in der Gesundheitswirtschaft (+3.500)“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Einen Rückgang verzeichnet beispielsweise die Forst- und Fischereiwirtschaft (-600 Stellen) sowie die öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen (-500).

Die Investitionen in die Infrastruktur der vergangenen Jahre machen sich immer mehr bemerkbar. Hierzu zählen insbesondere der Ausbau der Autobahnen und die Erschließung der Gewerbegebiete. „Einige Gewerbestandorte haben noch Potential für Ansiedlungen neuer Unternehmen oder für Erweiterungen bereits ansässiger Unternehmen. Wir wollen die Gewerbestandorte Pasewalk und das Pommerndreieck noch intensiver vermarkten. An einer Vermarktungsoffensive wird gearbeitet. Darüber hinaus gilt es, die Hafen- und Wirtschaftsstandorte weiter zu entwickeln, das Handwerk zu stärken und die Gesundheitswirtschaft weiter auszubauen. Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen stetig weiter zu verbessern“, sagte Glawe weiter.

Der Wirtschaftsminister warb darüber hinaus dafür, die Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ intensiv zu nutzen. In unserem Azubi-Atlas sind Kontaktmöglichkeiten von über 1.350 Unternehmen mit über 3.000 Ausbildungsangeboten in mehr als 300 Berufen veröffentlicht. „Auf der Internet-Seite können den Jugendlichen Ausbildungsplätze für jede Region unseres Landes aufgezeigt werden. Die Anmeldung für Unternehmen und die Nutzung für Ausbildungsplatzsuchende ist kostenlos“, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe.

Aktuell sind bei der Bundesagentur für Arbeit noch 5.900 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Ihnen stehen 4.400 unversorgte Bewerber gegenüber. „Im Hotellerie- und Gastronomiebereich ist die Not am größten. Hier werden am meisten Auszubildende gesucht. Auch der Bedarf an ausgebildeten Kaufmännern/-frauen im Einzelhandel wächst“, erläuterte Glawe. Gesucht werden zum Beispiel Köche (348 unbesetzte Ausbildungsplätze), Restaurant- und Hotelfachkräfte (gesamt 606 unbesetzte Plätze), Fachkraft Gastgewerbe (125 unbesetzte Plätze). 318 Auszubildende werden als Kaufmännern/-frauen im Einzelhandel gesucht.

„Durchstarten in MV“ ist eine Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern des Landes. Sie wirbt für Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Arbeitsmarkt im April 2017: Gute Entwicklung setzt sich fort

Nürnberg – „Mit der anhaltenden Frühjahrsbelebung ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im April erneut deutlich gesunken. Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich damit fort.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im April: -93.000 auf 2.569.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -175.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von März auf April um 93.000 auf 2.569.000 abgenommen. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im April um 100.000 gesunken. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 15.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 175.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat sich saisonbereinigt nicht verändert. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im April 2017 auf 3.603.000 Personen. Das waren 8.000 mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für geflüchtete Menschen gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im März auf 1,70 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 4,0 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im März saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 42.000 gestiegen. Mit 43,82 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 638.000 höher aus. Der Anstieg geht vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Januar auf Februar saisonbereinigt um 56.000 zugenommen. Insgesamt waren im Februar nach hochgerechneten Angaben 31,77 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 717.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Kräftenachfrage wächst auf hohem Niveau dynamisch weiter. Im April waren 706.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 66.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 10.000 erhöht. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im April 2017 um 3 auf 231 Punkte. Auch im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von 20 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Insgesamt 750.000 Personen erhielten im April 2017 Arbeitslosengeld, 41.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im April bei 4.422.000. Gegenüber April 2016 war dies ein Anstieg von 95.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Die Situation am Ausbildungsmarkt zeigt sich im Beratungsjahr 2016/17 stabil. Von Oktober 2016 bis April 2017 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 443.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 4.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 463.000 Ausbildungsstellen gemeldet, ebenfalls 4.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen angeboten für angehende Kaufleute im Einzelhandel (28.000), Verkäuferinnen und Verkäufer (19.900) und Kaufleute für Büromanagement (18.900). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2016/17 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren. Der Ausbildungsmarkt ist im April aber noch deutlich in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Politisch motivierte Straftaten im Februar

Berlin(hib/STO) – Im Februar dieses Jahres sind in Deutschland 54 Menschen infolge politisch motivierter Straftaten verletzt worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/11891) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU- und der SPD-Fraktion (18/11656) hervor.

Bis zum 28. März sind danach dem Bundeskriminalamt (BKA) für Februar 2017 insgesamt 1.426 solcher Straftaten gemeldet worden, darunter 88 Gewalttaten und 617 Propagandadelikte. Bis zum genannten Stichtag konnten den Angaben zufolge 662 Tatverdächtige ermittelt werden; 16 von ihnen seien vorläufig festgenommen worden. Wie es in der Vorlage weiter heißt, wurden zwei Haftbefehle erlassen.

Von den 1.426 Straftaten entfielen laut Antwort 911 auf die politisch rechts motivierte Kriminalität. Die Zahl der darunter befindlichen Gewalttaten wird mit 44 angegeben und die der Verletzten mit 34.

Die Zahl der politisch links motivierten Straftaten beläuft sich den Angaben zufolge auf 286, von denen 22 Gewalttaten waren. In diesem Bereich wurden laut Regierung sieben Verletzte registriert.

46 Straftaten, darunter acht Gewalttaten, wurden laut Vorlage dem Bereich der „politisch motivierten Kriminalität- Ausländische Ideologie“ zugeordnet; in diesem Bereich wurden vier Verletzte verzeichnet.

Im Bereich der „politisch motivierten Kriminalität – Religiöse Ideologie“ lag die Zahl der Straftaten bei 24, die der darunter befindlichen Gewalttaten bei vier und die der Verletzten ebenfalls bei vier, wie aus der Antwort ferner hervorgeht.

Die Zahl der nicht zuzuordnenden politisch motivierten Straftaten betrug 159, von denen zehn Gewalttaten waren, wie die Regierung weiter mitteilt. Hier wird die Zahl der Verletzten mit fünf angegeben.

Die aufgeführten Zahlen geben der Vorlage zufolge die beim BKA mit Stand vom 28. März 2017 eingegangenen Meldungen der Länder wieder und können sich „aufgrund von Nachmeldungen und Korrekturen noch – teilweise erheblich – verändern“.

Arbeitsmarkt M-V im März

Schwerin – Der Zahl der Arbeitslosen ist im März deutlich zurückgegangen. In diesem Monat waren in Mecklenburg-Vorpommern 79.400 Menschen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Das sind 11.500 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,6 Prozent. „Wir liegen erstmals bereits im März unter der 10-Prozent-Marke. Der Arbeitsmarkt erweist sich als robust. Kein Grund zum Ausruhen, die Binnenwirtschaft muss weiter angekurbelt werden. Allerdings darf der stellenweise nicht gedeckte Fachkräftebedarf in einigen Branchen, wie beispielsweise im Handwerk oder im Tourismus, nicht zum Hemmschuh für das wirtschaftliche Vorankommen werden. Deshalb ist es wichtig, dass auch Unternehmen sich frühzeitig um Fachkräfte kümmern, diese in den Unternehmen halten und weiter qualifizieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe, am Freitag.

Der Wirtschafts- und Arbeitsminister verwies in diesem Zusammenhang auf die Qualifizierungsoffensive, die im Sommer starten soll. „Die Ansprüche und Anforderungen an die verschiedenen Berufe werden höher. Deshalb ist es wichtig, berufliche Kompetenzen und die Qualität weiter auszubauen. Das wollen wir unterstützen. Wenn die Auftragsbücher voll sind, ist es wichtig, auch die Arbeitskräfte vorzuhalten, damit die Aufträge erfüllt werden können“, betonte Glawe. Mit einem neuen Förderprogramm werden das gesamte verarbeitende Gewerbe und Teile des Handwerks unterstützt.

Auch die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse bleibt erfreulich. Es gibt nach den aktuellsten Zahlen – Januar 2017 – 547.700 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Land. Im Vergleich zum Januar 2016 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 8.700 oder um 1,6 Prozent gestiegen. „Der Trend hält weiter an, es geht deutlich aufwärts. Die Zahlen belegen: Unternehmen stellen ein, der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist vorhanden. Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mehr Menschen in Arbeit zu bringen, ist ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik. Entscheidend ist vor allem auch, dass weiter mehr Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe entstehen. Hier sind wir auf einem guten Weg“, betonte Glawe.

Beschäftigungszuwächse gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat im verarbeitenden Gewerbe (+2.100), Gastgewerbe (+1.000) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.600). Einen Rückgang gab es beispielsweise in der Land-, und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (-600).

Aktuell sind bei der Bundesagentur für Arbeit noch 6.300 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Ihnen stehen 4.700 unversorgte Bewerber gegenüber. „Es wird der enorme Bedarf im Hotellerie- und Gastronomiebereich deutlich. Hier werden am meisten Auszubildende gesucht. Auch der Bedarf an ausgebildeten Kaufmännern/-frauen im Einzelhandel wächst“, erläuterte Glawe. Gesucht werden zum Beispiel Köche (362 unbesetzte Ausbildungsplätze), Restaurant- und Hotelfachkräfte (gesamt 614 unbesetzte Plätze), Fachkraft Gastgewerbe (130 unbesetzte Plätze). 340 Auszubildende werden im Einzelhandel gesucht.

Der Wirtschaftsminister warb dafür, die „Early Bird-Aktion“ für die frühzeitige Suche nach einem Ausbildungsplatz im Rahmen der Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de) zu nutzen. Sie läuft noch bis Ostern. „Unternehmen haben im Aktionszeitraum die Möglichkeit, ihre freien Ausbildungsplätze deutlich sichtbar im Azubi-Atlas der Kampagneninternetseite durchstarten-in-mv.de anzeigen zu lassen. Viele Unternehmen werben nicht nur mit einem, sondern oft gleich mit mehreren Angeboten in verschiedenen Ausbildungsberufen“, so Glawe abschließend. Über 1.000 Bewerberformulare wurden seit Anfang Februar von Nutzern ausgefüllt und direkt an Unternehmen geschickt. Die Early Bird-Aktion richtet sich an alle Interessierten, die einen Ausbildungsplatz für 2017 suchen.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft wächst weiter

Schwerin – Das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben des Statistischen Amtes im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent gewachsen. „Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wächst weiter. Zugpferd ist vor allem das produzierende Gewerbe (MV: +2,4 Prozent), welches deutlich über dem Bundesschnitt liegt (Bund: +1,8 Prozent). Hier machen sich die Ansiedlungen und Erweiterungen der Unternehmen bemerkbar. Es wird mehr produziert und mehr Arbeitskräfte werden gebraucht. Auch der Dienstleistungsbereich (MV: +1,4 Prozent/Bund: +1,9 Prozent) zieht weiter an. Das schlägt sich positiv auf dem Arbeitsmarkt nieder. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich entstehen neue Jobs. Handwerk und Tourismus sind ebenfalls verlässliche Eckpfeiler des wirtschaftlichen Aufschwungs“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. Das Wirtschaftswachstum liegt im Bundesdurchschnitt bei + 1,9 Prozent.

„Das gute Ergebnis verdeutlicht auch, dass wir in einigen Bereichen (verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen) kontinuierlich besser geworden sind. Gleichzeitig haben wir Bereiche, wo noch ordentlich Potential besteht. Die wirtschaftlich noch jungen Bereiche Gesundheitswirtschaft sowie Forschung und Entwicklung gilt es konsequent weiter auszubauen. Auch das Exportgeschäft muss intensiviert werden, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Hierbei unterstützen wir die heimische Wirtschaft und arbeiten an der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, betonte Glawe weiter.

„Fachkräftesicherung und Unternehmensnachfolgen sind für heimische Unternehmen große Herausforderungen. In vielen Unternehmen, die um die Wendezeit gestartet sind, findet ein Generationenwechsel statt. Unternehmensnachfolgen bieten Selbstständigen die Chance, ein etabliertes Unternehmen zu übernehmen und sich eine Perspektive in der Heimat aufzubauen, das gesammelte Know-how der Unternehmen zu bewahren und weiterzuentwickeln. Unser Land braucht mehr marktfähige, innovative Produkte und Geschäftsideen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe. „Wir müssen auch die Perspektiven im Land noch besser aufzeigen. Arbeitnehmer wollen Sicherheit am Arbeitsplatz. Das funktioniert vor allem auch über ganzjährige Beschäftigung beispielsweise im Tourismus.“

Einen deutlichen Rückgang verzeichnet der Bereich der Landwirtschaft (-12,1 Prozent). Nach Angaben des Statistischen Amtes war hier die Entwicklung aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse ursächlich. „Die positive Entwicklung der anderen wirtschaftlichen Bereiche hat das Defizit der Landwirtschaft ordentlich abgefangen“, so Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Für Schwangere steht in M-V dichtes Beratungs- und Hilfenetz zur Verfügung

Schwerin – Mit Bedauern hat Sozialministerin Drese die nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2016 gestiegene Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Allerdings sei dies die erste Steigerung nach vielen Jahren mit rückläufigen Abbruchzahlen. Seit 2009 waren die Abbruchzahlen von 3.134 (2009) auf 2.615 (2015) stetig gesunken.

Für Schwangere steht nach Aussage Dreses in Mecklenburg-Vorpommern ein dichtes Beratungs- und Hilfenetz zur Verfügung. „Derzeit betreiben 26 Träger insgesamt 42 Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen im gesamten Land. Die qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten eine sehr gute Arbeit. Sie bieten Beratung und Hilfe vor, während und nach der Schwangerschaft an. Ich werbe bei Frauen, aber auch Männern sehr stark dafür, diese qualifizierten Angebote gerade auch in Krisensituationen zu nutzen“, sagte Ministerin Drese.

Bei der allgemeinen Schwangerschaftsberatung hat jede Frau und jeder Mann das Recht, sich zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie zu allen eine Schwangerschaft berührenden Fragen informieren zu lassen. Ebenso können Informationen über die Vorsorgeuntersuchungen bei einer Schwangerschaft und damit im Zusammenhang stehende Fragen bezüglich der Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Untersuchung) eingeholt werden. Weiterhin können Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft durch Beratungen aufgezeigt bzw. gemeinsam erarbeitet werden.

Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient der Bewältigung eines eingetretenen Schwangerschaftskonflikts. Durch die Beratung soll die Frau in der Lage sein, in voller Kenntnis des Für und Widers eine Entscheidung zu treffen. Die Schwangerschaftsberatung wird ergebnisoffen geführt, obgleich sie sich von dem Bemühen leiten lässt, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen. Durch die Beratung soll die Schwangere eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung treffen können. Dazu ist sie nur in der Lage, wenn sie vorher umfassend über ihre Rechte und Pflichten informiert wird.

Ministerin Drese weist zudem auf das bundesweite Beratungstelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“ hin. Für eine kostenlose und qualifizierte Erstberatung können Schwangere sich rund um die Uhr an das Hilfetelefon unter der Nummer 0800/40 40 020 wenden. Als 24-Stunden-Lotse vermittelt das Hilfetelefon auch an eine Beratungsstelle vor Ort weiter. Die Beratung ist anonym, barrierefrei und wird mehrsprachig angeboten.

Öko-Anbaufläche in MV gewachsen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern bestimmt mit einem Anteil von etwa 9,5 Prozent an der landwirtschaftlichen Fläche quantitativ das Schrittmaß im ökologischen Landbau in Deutschland. Am morgigen Freitag stellt Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die Öko-Strategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf der BioFach 2017 in Nürnburg vor.

„Schon jetzt kommen 15 % des Bio-Fleisches vom Schwein und Rind sowie ein Fünftel aller Bio-Eier in Deutschland aus Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell bewirtschaften unsere Bauern fast 128.000 ha ökologisch. Seit 2015 haben wir ca. 9.000 Hektar Öko-Fläche hinzugewonnen. Das macht hierzulande einen Anteil von 9,5 % an der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Deutschlandweit betrachtet liegen wir mit 6,4 % an der Spitze der Bewegung. Insgesamt sind in MV derzeit 1.095 der insgesamt fast 5.000 Landwirtschaftsbetriebe ökozertifiziert. 63 von ihnen haben in den vergangen zwei Jahren umgestellt. Daran haben die kontinuierliche Unterstützung und die stetige Verbesserung der Rahmenbedingungen durch die Politik der Landesregierung einen entscheidenden Anteil“, so der Minister.

Auch den Verbrauchern sprach er einen ausdrücklichen Dank aus: „Es ist schön zu sehen, dass die Verbraucher zunehmend bereit sind, für die besonderen Leistungen unserer Öko-Bauern auch einmal etwas tiefer in die Tasche zu greifen und diese somit angemessen zu honorieren. Für mich ist die ökologische Wirtschaftsweise aber mehr als ein Geschäftsmodell; sie ist auch ein Versprechen, der artgerechten Tierhaltung im Einklang mit Natur und Umwelt jederzeit nachzukommen und damit einen maßgeblichen Beitrag für Biodiversität, gute Böden und sauberes Wasser zu leisten.“

In Deutschland wächst der Markt für ökologisch erzeugte Produkte schneller als die ökologisch bewirtschaftete Fläche. Die Versorgung basiert auf einem hohen Importanteil. In Mecklenburg-Vorpommern bestehen laut Backhaus vor allem bei biologisch erzeugtem Gemüse Entwicklungschancen. Qualität und Produktivität seien die Schlüsselfaktoren, damit heimische Bioprodukte erfolgreich vermarktet und sich ökologisch wirtschaftende Landwirte als verlässliche Marktpartner dauerhaft etablieren können.

Das Landesprogramm Öko-Kompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020 baut auf einer „ehrlichen Analyse“ von Stärken und Schwächen der bisherigen Entwicklung auf, so Backhaus. Dazu steht das Agrarministerium in einem engen Austausch mit Landwirtschafts- und Umweltverbänden. „Auch für Hinweise des BUND bin ich offen, sofern diese konstruktiv sind“, betonte der Minister mit Blick auf die zehn Handlungsempfehlungen, die der Verband in 2017 von der Regierung umgesetzt wissen will. „Ich muss aber auch ganz klar sagen, dass wir 80 % der Vorschläge bereits angegangen sind, lange bevor der BUND mit seinem Aktionsprogramm um die Ecke kam. Für mich ist das mal wieder ein klarer Fall von Effekthascherei fernab der Realität.“

Als Beispiel nannte Backhaus die Forderung des BUND nach Öko-Modellregionen. Bereits im Oktober hat das Land das Netzwerk Ökologischer Landbau in Mecklenburg-Vorpommern gestartet. Das Netzwerk möchte Akteure der Ökologischen Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ziel vernetzen, Wissen und Know-how auszutauschen. Dafür stellt das Land für die kommenden drei Jahre 555.000 € zur Verfügung. Auch prüft das Agrarministerium, etablierte Öko-Betriebe zu sogenannten Konsultationsstützpunkten zusammenzufassen. Sie sollen Betrieben, die an einer Öko-Umstellung interessiert sind, beratend zur Seite stehen.

In enger Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium sieht das Backhaus-Ressort zudem die Verbesserung von Vermarktungswegen für Ökoprodukte vor. Dazu gehört unter anderem der verstärkte Einsatz in der heimischen Gastronomie, mehr touristische Angebote auf Bio-Höfen, der Ausbau der Internetplattform Bio-MV.de oder aber die verstärkte Nutzung des bestehenden BIO-Zeichens Mecklenburg-Vorpommern, das vom Landesamt für Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Fischerei (LALLF) vergeben wird. „Ziel muss sein, den Öko-Landbau in verschiedenste Bereiche des unternehmerischen und persönlichen Alltags zu integrieren und ihn damit zu einem festen Bestandteil unseres Werteverständnisses zu machen“, sagte Backhaus.

Eine tragende Säule sei zudem die Bildung und Beratung. Nach einem Ausschreibungsverfahren wurden in MV 6 Beratungsfirmen mit insgesamt 35 Beratern für den Bereich Ökologischer Landbau akkreditiert. Insgesamt stehen aktuell für die Beratung 18 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang haben 150 Betriebe eine Beratung im Bereich Ökologischer Landbau beantragt.

Auch begrüßte der Minister die „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. „Es freut mich, dass Bundesminister Schmidt die Aktionsprogramme der Bundesländer durch eine bundesweite Gesamtstrategie untersetzen will. Vieles von dem, was er sich vorgenommen hat, ist auch in unserem Landesprogramm enthalten.“

Anzahl der Verkehrstoten im Jahr 2016 gesunken

Schwerin – Nach einer vorläufigen Statistik der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sank im Jahr 2016 die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit 2013 wieder.

Im vergangenen Jahr starben auf den Straßen des Landes 89 Personen und damit 4 Verkehrsteilnehmer bzw. 4,3 Prozent weniger als im Jahr 2015.

Damit setzt sich der langfristig positive Trend in der Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens seit 2000 weiter fort und bleibt unter der Einhundert-Grenze.

Im letzten Jahr verunglückten neun junge Menschen im Alter von 18 – 24 Jahren tödlich und damit einer mehr als im Jahr 2015. Ebenso viele Jungerwachsene verursachten im Jahr 2016 diese tödlichen Verkehrsunfälle, im Jahr 2015 waren es noch 11. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil von ca. 5 Prozent, stellen sie jedoch über 10 Prozent sowohl der Getöteten als auch der Verursacher dar.

Die jungen Verkehrsteilnehmer gehören damit weiterhin zu der Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr und sie bleiben insoweit auch im Fokus präventiver und repressiver Maßnahmen.

„Junge Fahrzeugführer sind weiterhin die „Sorgenkinder“ im Straßenverkehr“, so Innenminister Caffier. „Alle Möglichkeiten zur Senkung der Unfallrisiken junger Fahrer müssen daher genutzt werden. Somit werden wir auch im Jahr 2017 das sehr erfolgreiche Präventionsprojekt „CrashKurs“ an den Schulen im Land fortsetzen.“

Die Zahl der tödlichen Baumunfälle sank von 24 im Jahr 2015 auf 20 im letzten Jahr. Damit sank der Anteil der Baumunfälle an allen Unfällen mit Todesfolge von 25,8 (2015) auf 22,7 Prozent.

Die vorläufige Anzahl der Schwerverletzten stieg um ca. 1,7 die der Leichtverletzten um ca. 1,4 Prozent zum Vergleichszeitraum 2015.

Weitere Einzelheiten werden nach der Auswertung der endgültigen statistischen Meldungen der Landespolizei an das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Landespressekonferenz voraussichtlich im April bekannt gegeben.

Der Arbeitsmarkt im Januar 2017: Positive Entwicklung am Jahresanfang

Nürnberg – „Der Arbeitsmarkt ist gut in das neue Jahr gestartet. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar allein aus jahreszeitlichen Gründen gestiegen. Saisonbereinigt gab es einen Rückgang.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Januar: +209.000 auf 2.777.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -143.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von Dezember auf Januar um 209.000 auf 2.777.000 zugenommen. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im Januar um 256.000 gestiegen. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 26.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 143.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat saisonbereinigt um 16.000 abgenommen. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Januar 2017 auf 3.730.000 Personen. Das waren 49.000 mehr als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im Dezember 1,54 Millionen und die Erwerbslosenquote lag bei 3,5 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Januar 1.010.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Januar 2016 ergab sich ein Anstieg von 49.000, der aber aufgrund einer Rechtsänderung um rund 60.000 überzeichnet ist. Insgesamt 871.000 Personen erhielten im Januar 2017 Arbeitslosengeld, 66.000 weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Januar bei 4.343.000. Gegenüber Januar 2016 war dies ein Anstieg von 77.000 Personen. 8,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) waren 1.767.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 192.000 weniger als vor einem Jahr (ohne Rechtsänderung rund 130.000). Ein Großteil der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist nicht arbeitslos. Das liegt daran, dass diese Personen mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind im Vergleich zum Vorjahr weiter gewachsen, wenngleich sich das Wachstum zuletzt deutlich abgeschwächt hat. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt gegen-über dem Vormonat um 24.000 gestiegen. Mit 43,59 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 233.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der BA von Oktober auf November saisonbereinigt um 22.000 zugenommen. Insgesamt waren im November 31,72 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 332.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor hoch. Im Januar waren 647.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 66.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 9.000 zugenommen. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im Januar 2017 um 1 Punkt auf 228 Punkte. Auch im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von +18 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Von Oktober 2016 bis Januar 2017 waren insgesamt 68.000 Bewerber gemeldet, die weiterhin, erneut oder erstmalig eine Ausbildung zum sofortigen Eintritt suchten. Bis Januar 2017 haben davon 40.000 junge Menschen noch eine Ausbildungsstelle gefunden oder haben sich für eine Alternative entschieden. Insgesamt waren im Januar 2017 – zum Ende der Nachvermittlung – noch 28.000 gemeldete Bewerber unversorgt.

Erste Daten für den neuen Ausbildungsbeginn im Herbst 2017 zeigen eine stabile Situation. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist mit 381.000 faktisch genauso hoch wie im Januar des Vorjahres. Auch die Bewerberzahl bewegt sich mit 331.000 auf Vorjahresniveau. Der Ausbildungsmarkt ist im Januar noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.

Konzernatlas 2017: Fusionswelle in Agrar- und Ernährungsindustrie

Berlin – Immer weniger Konzerne bestimmen weltweit über einen immer höheren Anteil der Lebensmittelerzeugung und Ernährung – zum Nachteil von Kleinbäuerinnen und -bauern, Landarbeiterinnen und -arbeitern sowie der regionalen Lebensmittelversorgung. Das zeigt der heute vorgestellte „Konzernatlas 2017“, eine Zusammenstellung von Fakten und Grafiken zur Agrarindustrie. Die Herausgeber – Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Oxfam Deutschland, Germanwatch und Le Monde Diplomatique – warnen davor, dass die laufenden Konzentrationsprozesse im Agrarsektor die 2015 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gefährden und fordern stärkere Kontrolle im Agrar- und Ernährungsbereich.

Fünf der zwölf kapitalintensivsten Übernahmen börsennotierter Konzerne in 2015 und 2016 fanden im Agrar- und Ernährungsbereich statt. Der Börsenwert der Fusionen im Landwirtschaftssektor übertraf vielfach den in anderen großen Branchen. So war 2015 der Wert der Fusionen von Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie mit 347 Milliarden Dollar fünf Mal höher als der im Pharma- oder im Ölsektor. Inzwischen kontrollieren lediglich vier Großkonzerne rund 70 Prozent des Welthandels mit Agrarrohstoffen. Drei Konzerne dominieren 50 Prozent des Weltmarkts für Landtechnik. In Deutschland decken vier Supermarktketten 85 Prozent des Lebensmitteleinzel-handels ab. Finden die weiteren derzeit geplanten Mega-Fusionen statt, würden nur drei Konzerne mehr als 60 Prozent des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut und für Pestizide beherrschen.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte anlässlich der Präsentation des Konzernatlas: „Höfesterben, Landkonzentration, Patente und Monokulturen – das sind die Folgen der Konzernmacht im Ernährungssektor. Sie schafft massive Abhängigkeit für Bauern und Bäuerinnen und Konsumenten und Konsumentinnen von Konzernentscheidungen. Die Vielfalt für Ernährung und Natur bleibt auf der Strecke. Gleichzeitig verfolgen weltweit immer mehr Regierungen Aktivisten und die kritische Zivilgesellschaft, die für eine gerechte Landwirtschaft kämpfen und den Zugang zu Land, Wasser und Saatgut fordern. So verstärkt sich die Macht der Konzerne nochmals, denn Kritik an einer fehlgeleiteten Landwirtschaft und demokratische Teilhabe wird ausgeschaltet.“

Auch der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger warnte vor einer weiteren Konzentration im Agrarsektor: „Die geplante Übernahme des Saatgut- und Gentechnikkonzerns Monsanto durch Bayer würde einen neuen gigantischen Agrarkonzern hervorbringen. Dieser würde ein Drittel des weltweiten Marktes für kommerzielles Saatgut und ein Viertel des Marktes für Pestizide dominieren und so die Art und Weise bestimmen, wie auf den Äckern gewirtschaftet wird. Die wachsende Marktmacht einiger weniger Großunternehmen gefährdet eine bäuerliche, sozial und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft. Im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung muss stehen: Für die Umwelt nachteilige Agrarsubventionen gehören abgeschafft und das Preisdumping bei Lebensmitteln muss beendet werden.“ Weiger rief dazu auf, am 21. Januar gemeinsam mit vielen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, mit Verbraucherschutz- und alternativen Bauernverbänden unter dem Motto „Wir haben es satt“ gegen die herrschende Agrarpolitik auf die Straße zu gehen.

Die Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Dagmar Enkelmann, sagte: „Der Konzernatlas zeigt, dass von Übernahmeschlachten und knallhartem Preiswettbewerb im Nahrungsmittelbereich vor allem Arbeiter und Angestellte direkt betroffen sind.“ Bei der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann drohe, dass EDEKA und REWE ihre Filialnetze nach fünf Jahren rigoros ausdünnen. Sie verwies auf den Abbau von über 5000 Stellen nach der Fusion von Heinz und Kraft Foods 2015. „Die Preispolitik der Supermarktkonzerne drückt zugleich auf die Standards in der Produktion. Arbeit unter Pestizidregen auf Bananenplantagen oder Hungerlöhne für Teepflückerinnen sind auch dort verbreitet, wo für hiesige Supermarktregale geschuftet wird.“

Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland e.V., sagte: „Bauern und Bäuerinnen sind die schwächsten Glieder in der Lieferkette. Das, was vom Verkaufserlös bei ihnen ankommt, ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Der Konzernatlas zeigt eindrücklich die globale Dominanz von Großkonzernen und die daraus folgende Ungerechtigkeit und globale Ungleichheit. Damit gibt er den Anstoß für Politiker und Politikerinnen, die Fusionskontrolle zu verschärfen und den Missbrauch der Marktmacht einzudämmen. Die Politik muss die Verhandlungsmacht von Bauern und Bäuerinnen stärken. Außerdem muss sie Unternehmen verpflichten, ökologische und soziale Mindeststandards entlang der Lieferkette durchzusetzen und Menschenrechte konsequent einzuhalten.“

Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, betonte, dass es durchaus Alternativen zur wachsenden Konzernmacht gebe: „Mehr als zehn Millionen Kleinbetriebe weltweit bauen Reis nach agrarökologischen Methoden an und steigern so ihre Erträge, ohne von Konzernsaatgut oder -dünger abhängig zu werden. In Brasilien erhalten rund 45 Millionen Kinder Schulessen von regionalen Kleinbauern. Es ist an der Zeit, auch in Deutschland die öffentliche Beschaffung nach Kriterien wie bäuerlicher Erzeugung aus der Region, handwerklicher Verarbeitung und Ökolandbau auszurichten. So würde man viele regionale Akteure an der Wertschöpfung beteiligen anstatt überwiegend nur wenige Großunternehmen.“

Deutliches Übernachtungsplus in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Tourismus ist in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres kräftig gewachsen. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 wurden insgesamt rund 6,9 Millionen Gäste (+2,7 Prozent zum Vorjahrszeitraum) und 28,0 Millionen Übernachtungen (+3,3 Prozent) vom Statistischen Amt registriert. „Der ´Goldene Oktober´ sorgt für ein sattes touristisches Plus im gesamten Jahresverlauf. Der Rekord von 30 Millionen Übernachtungen für das Gesamtjahr 2016 ist nun in greifbarer Nähe. Die Zahlen belegen, dass wir in der Nebensaison ordentlich zulegen. Unser Land ist auch in den kühleren Monaten für Gäste attraktiv. Die Zahlen täuschen nicht darüber hinweg, dass wir noch viele Herausforderungen angehen müssen. Es gilt, vor allem das Binnenland weiter zu stärken und auch mit neuen abwechslungsreichen Angeboten Gäste für unser Bundesland zu begeistern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Harry Glawe.

Allein im Monat Oktober 2016 hat MV bei den Ankünften ein Plus von 3,1 Prozent (über 663.000 Gäste) und bei den Übernachtungen ein Plus von 5,3 Prozent (2,6 Millionen Übernachtungen) gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. „Das ist das bisher beste Oktoberergebnis seit 1992. Der Oktober hat nicht nur wettertechnisch geglänzt, sondern die Angebote der Tourismusbranche zu den Herbstferien haben Gäste überzeugen können“, so Tourismusminister Glawe weiter.

„Motor des Erfolgs ist vor allem auch der Campingbereich, der sich schon jetzt über einen neuen Übernachtungsbestwert mit über einer Million Übernachtungen freuen kann. Die Hotellerie, die Ferienhäuser und -wohnungen konnten ebenso ordentlich wachsen“, betonte Tourismusminister Glawe weiter. Der Campingbereich konnte von Januar bis Oktober rund 1,03 Millionen Ankünfte (+4,8 Prozent) und 4,92 Millionen Übernachtungen (+7,4 Prozent) zählen. Die Hotellerie kann mit +2,9 Prozent bei den Ankünften und +4,0 Prozent bei den Übernachtungen die Vorjahreswerte steigern. Die Ferienhäuser und -wohnungen steigerten sich um +3,5 Prozent bei den Ankünften und +3,2 Prozent bei den Übernachtungen.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt von Januar bis Oktober, wie im Vorjahr, bei 4,1 Tagen. „Es wird deutlich, dass Reiseentscheidungen kurzfristiger und auch spontaner fallen. Wichtig ist es mit immer neuen und abwechslungsreichen Angeboten neue Anreize für Gäste zum Wiederkommen zu schaffen“, betonte Glawe weiter. Als Beispiel nannte der Tourismusminister Investitionen in Gesundheitsdienstleistungs- und Wellnessangebote. „Ein spannender Markt, der noch ausbaufähig ist. Gerade im Wettbewerb mit anderen gilt es durch ein abwechslungsreiches Dienstleistungsangebot, Gäste für Hotels und Pensionen zu begeistern. Touristische Einrichtungen und medizinische Häuser können hier noch intensiver zusammenarbeiten und gemeinsam Potentiale ausschöpfen.“

Fast alle Reisegebiete konnten im Zeitraum von Januar bis Oktober im Vergleich zum Vorjahr zulegen. „Vorpommern erweist sich erneut als touristisches Zugpferd. Ankünfte und Übernachtungen wachsen ordentlich“, so Glawe weiter. Die Reisegebiete Rügen/Hiddensee (+2,6 Prozent bei Ankünften im Vergleich zum Vorjahr/+2,6 Prozent bei Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr), Vorpommern (5,5 Prozent bei Ankünften/+5,7 Prozent bei Übernachtungen) und Mecklenburgische Ostseeküste (+3,4 Prozent bei Ankünften/+3,6 Prozent bei Übernachtungen) lagen im Zeitraum Januar bis Oktober 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Ankünften und Übernachtungen deutlich im Plus. Die Mecklenburgische Schweiz und Seenplatte können die Vorjahreswerte halten (-0,1 Prozent bei Ankünften /+0,2 Prozent bei Übernachtungen) Einen Rückgang verzeichnet Westmecklenburg (-3,1 Prozent bei Ankünften/-2,1 Prozent bei Übernachtungen).

„Es wird deutlich, dass wir die touristische Entwicklung im Binnenland intensivieren müssen. Hier haben wir noch Reserven. Wir werden auch in diesem Jahr den Ausbau der touristischen Infrastruktur vorantreiben“, betonte Tourismusminister Glawe. Als Beispiele für den Ausbau der touristischen Infrastruktur im vergangenen Jahr nannte Tourismusminister Glawe den Ausbau des Familientierparks in Wolgast; die Investitionen in Gesundheitsdienstleistungs- und Wellnessangebote des Kur- und Landhotels „Borstel-Treff“ in Dabel; die grundhafte Erneuerung des Schlosses Griebenow zur touristischen Nutzung sowie die Erweiterung und Modernisierung des Empfangsgebäudes und die Errichtung eines Naturlehrpfades im Bärenwald Müritz.

Bei den Ankunfts- und Übernachtungszahlen ausländischer Gäste kann Mecklenburg-Vorpommern von Januar bis Oktober 2016 Zuwächse verzeichnen (Ankünfte +1,3 Prozent/rund 346.000 Gäste; Übernachtungen +1,2 Prozent/über 950.000 Übernachtungen). Deutliche Zuwächse gibt es nach Angaben des Statistischen Amtes vor allem bei Gästen aus Österreich (+3,9 Prozent bei Ankünften) und der Schweiz (+4,3 Prozent) „Es macht sich vor allem das intensive Werben in diesen Quellmärkten bemerkbar“, so Glawe abschließend.

MV ist Spitzenreiter bei den Bauausgaben

Je Einwohner gibt MV mehr Geld für Baumaßnahmen aus als alle anderen Bundesländer. Schwerin – Je Einwohner gibt MV mehr Geld für Baumaßnahmen aus als alle anderen Bundesländer. Gerechnet auf seine Einwohner gab Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 mehr Geld für Baumaßnahmen aus als alle anderen Bundesländer. Mit Ausgaben von rund 151 Euro pro Einwohner hat Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 mehr in Hoch- und Tiefbau investiert als alle anderen Bundesländer.

Selbst finanzstarke Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg stellen im Verhältnis deutlich weniger Mittel bereit.

Entgegen der Befürchtung des Bauverbandes, blieben die Investitionen für den Öffentlichen Bau auch im vergangenen Jahr auf diesem hohen Niveau.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften hat im vergangenen Jahr mit Ausgaben von rund 200 Mio. Euro gerechnet. Wenn diese Mittel nicht vollständig genutzt werden, dann liegt das auch daran – und da geht es dem Land wie den privaten Auftraggebern –, dass es mittlerweile schwer ist, Firmen zu finden, die die Aufträge ausführen. Wir wollen die Infrastruktur des Landes erhalten und weiter verbessern. Und auch wenn es wünschenswert wäre, können wir nicht über den tatsächlichen Bedarf hinaus mit Steuergeld ein Konjunkturprogramm für die Bauwirtschaft auflegen.“