Arbeitsmarkt Oktober 2018 in M-V

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern ist die Arbeitslosigkeit im Oktober gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. 58.300 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5.400 gesunken, die Landesquote beträgt 7,1 Prozent. „Die Chancen auf einen Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern sind so gut wie nie. Unser Ziel bleibt es nach wie vor, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe am Dienstag. „Mecklenburg-Vorpommern ist zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Investoren geworden. Die Bereitschaft von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren, muss noch stärker geweckt und zum Erfolg geführt werden. Das gelingt durch intensives Werben auf Messen und durch die konkrete Investorenansprache im Ausland. Wir müssen dabei weiter vorankommen. Jede Ansiedlung schafft und sichert Arbeitsplätze im Land.“

Derzeit gibt es – aktuelle Zahlen aus dem August – insgesamt 577.400 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (+7.300 oder 1,3 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich zum Vorjahr sind im Gesundheits- und Sozialwesen 3.300 Stellen, im Bau +800 im Handel +800 und bei den Dienstleistungen +1.200 weitere Arbeitsplätze entstanden. „Der Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen belegt, dass es sich hierbei um einen echten Beschäftigungsaufbau handelt. Wir haben die richtigen arbeitsmarkpolitischen Weichen gestellt und daran werden wir weiter arbeiten. Für 2019 stehen die Zeichen weiterhin sehr gut. Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter um 1,0 bis 1,5 Prozent. Die Konjunktur läuft. Der Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Jobs hält weiter an“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Gegenüber dem Höchststand der Arbeitslosigkeit im Februar 2005 mit 211.600 arbeitslosen Frauen und Männern wurde die Arbeitslosigkeit auf gut ein Viertel im Oktober 2018 mit 58.300 Arbeitslosen reduziert. „Derzeit werden aufgrund der guten Konjunkturlage Arbeitslose eingestellt, die lange Zeit keine realistische Chance auf einen Arbeitsplatz hatten. Mich freut das für jeden Einzelnen. Arbeit und ein geregelter Tagesablauf, eigenes Einkommen und Teilhabe sind für das Selbstwertgefühl eines Menschen nicht hoch genug zu bewerten. Jeder Langzeitarbeitslose ist einer zuviel. Entscheidend ist es, Frauen und Männer in existenzsichernde und nachhaltige Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Daran werden wir weiter arbeiten“, machte Arbeitsminister Glawe deutlich.

So wurde die Langzeitarbeitslosigkeit in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel (34,2 Prozent gegenüber Oktober 2013) reduziert. „In den vergangenen zwei Jahren war der Rückgang besonders stark“, so Glawe weiter. Allein gegenüber Oktober 2016 wurde ein Rückgang um ein Viertel (22%) erreicht. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 21.566 Personen langzeitarbeitslos, 1.538 weniger als im Vorjahresmonat.

In Mecklenburg-Vorpommern wird beispielsweise mit der Bürgerarbeit ein wichtiger Beitrag zur Ermöglichung von sozialer Teilhabe geleistet. „Landesweit konnten während der ersten Besetzungsphase im vergangenen Jahr 208 Personen eine Beschäftigung beginnen. Bisher haben über 90 Prozent durchgehalten und sind noch beschäftigt, sagte Arbeitsminister Glawe.

Mit der Kampagne „Durchstarten-in-MV“ wirbt das Wirtschaftsministerium seit Jahren gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern für die duale Berufsausbildung im Land. Wirtschaftsminister Glawe warb dafür, die Möglichkeiten intensiv zu nutzen: „Mecklenburg-Vorpommern bietet Schulabgängern ein großes Spektrum an attraktiven Ausbildungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Wichtig ist es, die Unternehmen vor Ort zu kennen, um die Ausbildungsplatzsuche zu erleichtern. Ein Blick in den Azubi-Atlas lohnt sich dabei immer. Die berufliche Karriere startet mit einer Ausbildung. Die duale Ausbildung ist dabei für heimische Unternehmen immer noch die beste Möglichkeit, Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen und langfristig aufzubauen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

Auf der Internetseite durchstarten-in-mv.de werden Ausbildungsmöglichkeiten veröffentlicht. Im Azubi-Atlas sind über 1.400 Firmen mit mehr als 3.100 Ausbildungsangeboten in 272 Berufen vertreten. Die Umkreissuche ermöglicht auch die gezielte Ausbildungsplatzsuche nahe des Heimatortes. Hier sind unterschiedliche Entfernungen von 0 bis 250 Kilometer vom Wohnort wählbar. Unternehmen können sich kostenfrei auf der Internetseite anmelden und durchstarten-in-mv.de für Ihr Azubimarketing nutzen. Echte Durchstarter-Geschichten im Video-Format stellen Azubis und engagierte Ausbildungsbetriebe aus MV vor, Bewerbungstipps geben Hilfestellung für einen erfolgreichen Berufseinstieg und aktuelle Nachrichten: die Online-Plattform bietet Inspiration und Orientierung für potentielle Azubis, Eltern und Wegbegleiter sowie Unternehmen.

Ausbildungsmarktbilanz 2017/2018

Bessere Chancen für Ausbildungssuchende als im Vorjahr

Nürnberg – „Erstmals nach 1994 war die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen höher als die Zahl der gemeldeten Bewerber. Allerdings haben regionale, berufliche und qualifikatorische Ungleichgewichte weiter zugenommen. In der Folge blieben erneut deutlich mehr Ausbildungsstellen unbesetzt als im letzten Jahr. Gleichzeitig hat sich auch die Zahl der unversorgten Bewerber leicht erhöht.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, bei der Vorstellung der Bilanz des Berufsberatungsjahres 2017/2018 und appellierte: „Wenn Bewerber auch Alternativen jenseits ihres Traumberufes in Erwägung ziehen und Betriebe sich hinsichtlich nicht ganz so guter Kandidaten offen zeigen, bin ich optimistisch, dass in der Nachvermittlungszeit noch Ausbildungsverhältnisse zustande kommen.“

Von Oktober 2017 bis September 2018 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in gemeinsamen Einrichtungen insgesamt 565.300 Berufsausbildungsstellen gemeldet, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (+20.400). Der überwiegende Teil sind betriebliche Ausbildungsstellen; sie verzeichnen ein Plus von 19.100 auf 546.600.

Die von Seiten der Kammern bislang vorliegenden Daten zu den 2018 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen sprechen ebenfalls für eine positive Entwicklung. Nach den Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Handwerkskammertages sowie der Kammern der Freien Berufe wurden bis zum 30. September 2018 insgesamt 489.000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das waren rund 8.500 mehr als vor einem Jahr.

Seit Beginn des Beratungsjahres am 1. Oktober 2017 haben insgesamt 535.600 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Agenturen und der Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle in Anspruch genommen. Aufgrund der rückläufigen Schulabgängerzahlen ist diese Zahl um 12.200 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Zuwanderung geflüchteter junger Menschen wirkt diesem Trend etwas entgegen. Von Oktober 2017 bis September 2018 waren 38.300 Bewerber gemeldet, die nach Deutschland geflüchtet waren und nun eine Berufsausbildung suchten. Das waren 11.900 mehr als im Vorjahr.

Erstmals nach 1994 gab es mehr gemeldete Ausbildungsstellen als gemeldete Bewerber. Das gilt auch für die betrieblichen Ausbildungsstellen. So kamen bundesweit auf 100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen 98 gemeldete Bewerber. Allerdings haben sich die bereits in den Vorjahren erheblichen regionalen, berufsfachlichen und qualifikatorischen Ungleichgewichte noch weiter verstärkt. Regional betrachtet waren in Süddeutschland, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland und in Hamburg deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet. Im Gegensatz dazu fehlten betriebliche Ausbildungsstellen vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

In einigen Berufen ist die Chance auf eine Ausbildungsstelle deutlich höher als in anderen. So fehlten Bewerber vor allem für Hotel- und Gaststättenberufe sowie für viele Handwerksberufe, zum Beispiel im Lebensmittelhandwerk und im Lebensmittelverkauf (Fleischerei und Bäckerei), in Bau- und baunahen Berufen, in Metallberufen und Berufen der Energietechnik. Im Gegensatz dazu gab es viel weniger Ausbildungsstellen als Bewerber zum Beispiel im Tischlerhandwerk, in der Informatik, in der Kfz-Technik, Büro- und Verwaltungsberufen oder in der (Zahn-)Medizinischen Fachassistenz.

In der Folge dieser Ungleichgewichte waren am 30. September 2018 insgesamt noch unbesetzte 57.700 Ausbildungsstellen zu vermitteln. Gegenüber dem Vorjahr waren das 8.700 mehr. Noch unbesetzt waren vor allem Ausbildungsstellen in einigen Handwerksberufen und in Hotel- und Gaststättenberufen.

Zeitgleich waren 24.500 Bewerber noch unversorgt, 800 mehr als vor einem Jahr. Damit blieben 5 Prozent der gemeldeten Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot.

Wie im Vorjahr mündete rund jeder zweite gemeldete Bewerber in eine Berufsausbildung (49 Prozent) ein. 16 Prozent der Bewerber haben sich für einen weiteren (Berufs-)Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium entschieden und 3 Prozent für eine geförderte Qualifizierung wie eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere 7 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen, 2 Prozent engagieren sich in gemeinnützigen, sozialen Diensten und 4 Prozent haben sich arbeitslos gemeldet. Von 13 Prozent der Bewerber liegen keine Informationen vor.

Neben den unversorgten Bewerbern gibt es 54.100 Bewerber, die zum 30. September zwar in eine Alternative eingemündet sind, ihren Vermittlungswunsch in eine duale Ausbildung jedoch aufrechterhalten. Ihre Anzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 2.400 niedriger.

Für diese Bewerber sowie die noch unversorgten Bewerber werden die Vermittlungsaktivitäten fortgesetzt. Außerdem melden sich auch jetzt noch junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.

Der Arbeitsmarkt im Oktober 2018

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen weiter ab

Nürnberg – „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen im Oktober weiter ab. Das Wachstum der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzt sich fort und die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen pendelt sich auf einem sehr hohen Niveau ein.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Oktober: -53.000 auf 2.204.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -185.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent

Im Zuge der sich fortsetzenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober um 53.000 auf 2.204.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Oktober ein Rückgang um 11.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 185.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Oktober 2018 bei 3.142.000 Personen. Das waren 223.000 weniger als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im September auf 1,43 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,3 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 39.000 erhöht. Mit 45,18 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 561.000 höher aus. Der Anstieg beruht weit überwiegend auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 715.000 gestiegen. Insgesamt waren im August nach hochgerechneten Angaben der BA 33,11 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von Juli auf August ein Anstieg um 56.000.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften pendelt sich auf einem sehr hohen Niveau ein. Im Oktober waren 824.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 44.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 6.000 Stellen verringert. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im Oktober 2018 um 4 Punkte auf 252 Punkte gesunken. Der Vorjahreswert wird um 6 Punkte übertroffen.

Insgesamt 654.000 Personen erhielten im Oktober 2018 Arbeitslosengeld, 14.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Oktober bei 4.040.000. Gegenüber Oktober 2017 war dies ein Rückgang von 254.000 Personen. 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

August sorgt für kräftiges Plus im touristischen Gesamtjahr

Schwerin – Der Sommermonat August hat in Mecklenburg-Vorpommern für einen kräftigen Zuwachs in der Tourismusbranche gesorgt. „In diesem Monat kam alles zusammen: Tolles Wetter, kaum freie Betten und volle Strände. Das besondere im August war, dass alle Bundesländer Sommerferien hatten – in einigen Ländern hatten sie gerade angefangen, in anderen zu Ende gegangen. Auch das machte sich bemerkbar. Gleichzeitig haben sich auch Kurzentschlossene für Mecklenburg-Vorpommern entschieden. Das Wetter darf nur ein Anreiz von vielen sein, um unser Land zu besuchen. Wir brauchen weiter Alleinstellungsmerkmale um uns deutlich von den Mitbewerbern zu unterscheiden. Hier sind weitere Investitionen notwendig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag in Schwerin. Allein im August konnte M-V nach Angaben des Statistischen Amtes bei den Ankünften ein Plus von 11,0 Prozent (1,14 Millionen Ankünfte) und bei den Übernachtungen einen Zuwachs von 9,7 Prozent (5,42 Millionen Übernachtungen) gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen.

Von Januar bis August konnten in Mecklenburg-Vorpommern 5,59 Millionen Ankünfte (+3,8 Prozent) und 22,62 Millionen Übernachtungen (+3,6 Prozent) vom Statistischen Amt registriert werden. Die Campingplätze haben ebenso in den ersten acht Monaten des Jahres zugelegt. Mit einem Plus von 12,4 Prozent bei den Ankünften (über 953.300 Gäste) und 8,5 Prozent bei den Übernachtungen (über 4,30 Millionen Übernachtungen) ist das nochmal ein ordentlicher Schwung in diesem Jahr. „Die Hauptsaison zieht viele Gäste an. Wir haben einen insgesamt guten Jahresverlauf. Dennoch: Die Wetter-Extreme erschweren künftig auch die Planbarkeit der Touristiker im gesamten Land. Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde. Der Blick muss stärker auf das Gesamtjahr gerichtet werden. Wir müssen vor allem auch in der Vor- und Nachsaison noch attraktiver werden. Herausforderungen sind die Erreichbarkeit, Fachkräftesicherung und Qualität im Tourismus“, mahnte Glawe.

„Es ist trotz größerer und kleinerer Baustellen im Land gelungen mehr Menschen als im Vorjahr für unser Land zu begeistern. Das ist auch ein Erfolg der Branche, die sich mit verschiedenen Aktionen auf ihre Gäste eingestellt hat“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Der Minister dankte allen Beteiligten, die zum Erfolg beigetragen haben. So verzeichnet Fischland-Darß-Zingst bei Ankünften (+9,5 Prozent) und Übernachtungen (+8,1 Prozent) den kräftigsten Zuwachs aller Reisegebiete.

Auch die Mecklenburgische Ostseeküste (+6,0 Prozent bei Ankünften /+5,0 Prozent bei Übernachtungen) legte deutlich zu. Die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+5,8 Prozent bei Ankünften /+5,1 Prozent bei Übernachtungen) ist ebenso deutlich im Plus. Westmecklenburg (+5,1 Prozent bei Ankünften /+4,8 Prozent bei Übernachtungen) konnte in den Monaten Januar bis August gut zulegen. Die Reiseregion Vorpommern wächst weiter (+2,9 Prozent bei Ankünften /+3,5 Prozent bei Übernachtungen). Das Gebiet Rügen/Hiddensee (-0,5 Prozent bei Ankünften /+0,6 Prozent bei Übernachtungen) und die Insel Usedom (0,0 Prozent bei Ankünften /+1,1 Prozent bei Übernachtungen) liegen bei den Ankünften und Übernachtungen nahezu auf Vorjahresniveau.

Die Hansestadt Rostock verzeichnete in den ersten acht Monaten des Jahres ein Plus von 6,0 Prozent bei den Übernachtungen, Schwerin liegt bei 0,8 Prozent, Greifswald bei +15,8 Prozent und Wismar bei 6,8 Prozent.

Im Zeitraum Januar bis August 2018 verbrachten nach Angaben des Statistischen Amtes über 304.000 ausländische Gäste (+6,3 Prozent) 817.800 Übernachtungen (+7,5 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Zuwächse kamen vor allem von Gästen aus den Niederlanden, sowie der Schweiz und Österreich. Ziel ist es, in den Quellmärkten weiter intensiv zu werben. Unser Land muss international noch bekannter werden, um mehr Gäste aus dem Ausland für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

M-V hat herausragende Betreuungsquote für Kinder unter 3 Jahren

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern nimmt nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Stichtag 1. März 2018) einen bundesweiten Spitzenplatz bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kitas und Tagespflege ein. Mit einer Betreuungsquote von 56,4 Prozent liegt das Land hinter Sachsen-Anhalt und gleichauf mit Brandenburg auf Platz 2. Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei lediglich 33,6 Prozent.

„Dieser herausragende Wert zeigt, wir sorgen als eines der wenigen Länder für ein bedarfsgerechtes Angebot und damit für eine sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, kommentiert Sozialministerin Stefanie Drese die amtlichen Zahlen. Eine hohe Betreuungsquote führt nach Aussage der Ministerin gleichzeitig zu mehr Chancengerechtigkeit. „Denn unsere Kindertagesbetreuung stellt zentrale Angebote der frühkindlichen Bildung bereit. Hier werden die wesentlichen Bildungsgrundlagen für einen guten Start ins Leben gelegt, unabhängig von der Herkunft der Kinder“, so Drese.

In den einzelnen Altersjahren der unter 3-Jährigen sind die Betreuungsquoten sehr unterschiedlich. Mit einem Anteil zwischen 1,1 Prozent bis 7,0 Prozent bundesweit hat die Kindertagesbetreuung bei Kindern unter 1 Jahr eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Dagegen steigt sie ab Vollendung des ersten Lebensjahres sprunghaft an. So beträgt die Betreuungsquote bei der Altersgruppe 0-1 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern 3,8 Prozent, bei der Altersgruppe 1-2 Jahre 75 Prozent und bei der Altersgruppe 2-3 Jahre 87,5 Prozent.

Drese: „Hinzu kommt, wir haben nicht nur ein sehr hohes Platzangebot, sondern auch einen weit überdurchschnittlichen Betreuungsumfang. Ganztagsbetreuung umfasst in Mecklenburg-Vorpommern als eines von wenigen Ländern bis zu 10 Stunden täglich, während sie in den meisten anderen Bundesländern sechs bis acht Stunden beträgt.“

Arbeitsmarkt September in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die Arbeitslosenzahlen sind in Mecklenburg-Vorpommern im September deutlich zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 7,2 Prozent. Aktuell sind 58.700 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von 5.700 Arbeitslosen (-8,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2017.

„Erstmals sind weniger als 60.000 Menschen arbeitslos. Das sind so wenige Arbeitslose wie nie zuvor in unserem Bundesland. Das ist eine besonders positive Nachricht zum Tag der Deutschen Einheit. Das belegt: Die Nachfrage nach Fachkräften im Land ist vorhanden, Unternehmen schaffen und sichern Arbeitsplätze. Jetzt geht es darum die Binnenwirtschaft weiter anzukurbeln. Das verarbeitende Gewerbe muss weiter gestärkt werden, die Gesundheitswirtschaft voran gebracht und die Innovationskraft muss weiter erhöht werden. Ziel ist es, mehr Menschen eine Perspektive durch einen Vollzeitjob auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bieten. Wir brauchen mehr Ansiedlungen und Erweiterungen, um im Ergebnis zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Das ist absolut notwendig, um im internationalen Wettbewerb weiter mitzuhalten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Wirtschaftsminister Glawe machte auf Neuerungen bei den Unterstützungsmöglichkeiten des Wirtschaftsministeriums aufmerksam. „Wer sich über volle Auftragsbücher freut, braucht auch qualifizierte Mitarbeiter, die diese umsetzen können. Die Qualifizierung muss noch stärker zu einer Selbstverständlichkeit in den Unternehmen werden. Wir sind auf lebenslanges Lernen angewiesen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Handwerker, Ingenieure, Krankenschwestern oder Facharbeiter sind. Neue Fähigkeiten sind aufgrund des rasant fortschreitenden Strukturwandels am Arbeitsmarkt gefordert“, forderte Glawe. „Letztendlich ist Qualifizierung ein Garant für das berufliche Weiterkommen und für den Erfolg eines Unternehmens“.

Mit der Qualifizierungsrichtlinie haben Unternehmen die Möglichkeit, für ihre Mitarbeiter Bildungsschecks für branchenübergreifende oder branchenspezifische Fortbildungsmaßnahmen ihrer Beschäftigten zu beantragen oder sofern es Unternehmen mit überregionalem Absatz sind, Unterstützung für speziell auf das Unternehmen zugeschnittene Qualifizierungsprojekte zu erhalten. Darüber hinaus fördert das Wirtschaftsministerium kleine und mittlere Unternehmen mit überregionalem Absatz bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung. Wir haben den Kreis der möglichen Zuwendungsempfänger für die Qualifizierungsrichtlinie und die Einstellungsrichtlinie erheblich erweitert. Neu ist, dass im Gegensatz zu früher nicht nur das verarbeitende Gewerbe, sondern die gesamte gewerbliche Wirtschaft, somit beispielsweise auch Dienstleistung und Bauunternehmen, antragsberechtigt sind“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Im September waren 21.749 Personen langzeitarbeitslos. „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt bei uns im Land weiter ab. Ziel ist es, beispielsweise durch Bürgerarbeit, eine langfristige und nachhaltige Arbeitsmarktperspektive für Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt aufzuzeigen“, sagte Glawe weiter. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, über vielfältige Integrationsprojekte im Land, Arbeitslose in Arbeit zu bringen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze liegt aktuell – Angaben von Juli 2018 – bei 573.900. Das sind 6.100 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahresmonat. Neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.900), im Bereich der Dienstleistungen (+1.300) und im Handel (+700). „Der Trend hält weiter an. In vielen Branchen entstehen weiter Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 31.300 an. Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist die beste berufliche Lösung, Altersarmut vorzubeugen“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

Der Arbeitsmarkt im September 2018

Kräftig einsetzende Herbstbelebung

Nürnberg – „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im September deutlich zurückgegangen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihren Wachstumskurs fort und die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen hat wieder angezogen. Die Arbeitsmarktentwicklung ist somit anhaltend gut.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im September: -94.000 auf 2.256.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -192.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent

Mit der einsetzenden Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit von August auf September um 94.000 auf 2.256.000 gesunken. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den September ein Rückgang um 23.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 192.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 17.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im September 2018 bei 3.170.000 Personen. Das waren 235.000 weniger als vor einem Jahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im August auf 1,47 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,4 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im August saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 31.000 erhöht. Mit 45,01 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 565.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 704.000 gestiegen. Insgesamt waren im Juli nach hochgerechneten Angaben der BA 32,83 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Saisonbereinigt ergibt sich von Juni auf Juli ein Anstieg um 77.000.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin sehr hoch. Im September waren 834.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 61.000 mehr als vor einem Jahr. Auch saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 6.000 Stellen erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im September 2018 nach einem zwischenzeitlichen Rückgang im letzten Monat wieder um 5 Punkte auf 257 Punkte gestiegen. Der Vorjahreswert wird um 13 Punkte übertroffen.

Insgesamt 660.000 Personen erhielten im September 2018 Arbeitslosengeld, 26.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im September bei 4.083.000. Gegenüber September 2017 war dies ein Rückgang von 240.000 Personen. 7,5 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Sommermonat Juli sorgt für deutliches Plus im touristischen Gesamtjahr

Schwerin – Der Start in die Sommermonate ist in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gelungen. „Besonders der Juli sticht hervor. Von der Ostsee bis ins Landesinnere gab es fast überall Zuwächse. Profitiert hat vor allem auch das Binnenland. Touritisches Zugpferd ist der Campingtourismus. Was mich besonders freut, dass auch mehr ausländische Gäste unser Land entdecken. Kernaufgabe ist die Entwicklung von noch mehr Saisonunabhängigkeit. Das zeigt sich immer wieder angesichts eines wechselhaften und vor allem kühlen Jahresbeginns und eines heißen Sommers. Wir setzen auf qualitativem vor quantitativem Wachstum“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch. Allein im Juli konnte M-V nach Angaben des Statistischen Amtes bei den Übernachtungen ein Plus von 4,8 Prozent (5,4 Millionen Übernachtungen) und bei den Ankünften einen Zuwachs von 4,1 Prozent (1,2 Millionen Ankünfte) gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen.

Von Januar bis Juli konnten in Mecklenburg-Vorpommern 4,4 Millionen Ankünfte (+2,0 Prozent) und 17,2 Millionen Übernachtungen (+1,7 Prozent) vom Statistischen Amt registriert werden. Die Campingplätze Mecklenburg-Vorpommerns konnten im selben Zeitraum mit deutlichen Steigerungen abschließen. Sie erzielten ein Plus von 15,1 Prozent bei den Ankünften (über 688.800 Gäste) und 13,3 Prozent bei den Übernachtungen (über 3 Millionen Übernachtungen). „Das tolle Wetter und eine schöne Natur reichen allerdings nicht mehr aus, um mehr Gäste in ein Land zu locken. Das haben andere Regionen auch. Vielmehr muss der Gesamtrahmen durch ein abwechslungsreiches Angebot von Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen stimmen. Hier müssen wir intensiv weiter arbeiten“, forderte Glawe.

„Gäste, die wiederkommen, schätzen Kontinuität, aber sie wollen sich auch gern mal überraschen lassen. Mit dem Polarium im Rostocker Zoo ist gerade ein zusätzliches Angebot eröffnet worden“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Auch das Phantechnikum in Wismar, das Agroneum in Alt Schwerin, das Müritzeum in Waren (Müritz) und das Ozeaneum in Stralsund folgen diesem Ansatz mit neuartigen Ausstellungskonzepten und vielen Erlebnisangeboten neue Möglichkeiten für Gäste anzubieten.

Das Reisegebiet Westmecklenburg (+5,1 Prozent bei Ankünften /+6,3 Prozent bei Übernachtungen) hat in den Monaten Januar bis Juli die stärksten Zuwächse zu verzeichnen. Kräftig zugelegt hat auch die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+3,6 Prozent bei Ankünften /+3,1 Prozent bei Übernachtungen). Die Mecklenburgische Ostseeküste (+4,5 Prozent bei Ankünften /+3,4 Prozent bei Übernachtungen) legte deutlich zu. Die Reiseregion Vorpommern wächst weiter (+0,7 Prozent bei Ankünften /+1,1 Prozent bei Übernachtungen).

Das Gebiet Rügen/Hiddensee (-2,8 Prozent bei Ankünften /-2,4 Prozent bei Übernachtungen) und die Insel Usedom (-2,0 Prozent bei Ankünften /-0,6 Prozent bei Übernachtungen) haben dagegen bei den Ankünften und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch geringe Rückgänge aufzuweisen. Fischland-Darß-Zingst legt bei Ankünften (+4,9 Prozent) und Übernachtungen (+2,1 Prozent) ordentlich zu. Die Hansestadt Rostock verzeichnete in den ersten sieben Monaten des Jahres ein Plus von 3,5 Prozent bei den Ankünften und 5,4 Prozent bei den Übernachtungen.

Die Landeshauptstadt Schwerin wuchs um +1,5 Prozent bei den Ankünften und um 1,6 Prozent bei den Übernachtungen. „Trotz der guten Zahlen müssen wir gemeinsam mit der Branche die Herausforderungen meistern. Hierzu zählen die Schärfung des Tourismusbewusstseins, Investitionen in die Infrastruktur und Mobilität sowie die Fachkräftesicherung und mutige Innovationen“, erläuterte Glawe.

Im Zeitraum Januar bis Juli 2018 verbrachten rund 236.000 ausländische Gäste (+5,1 Prozent) 616.000 Nächte (+6,6 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. Zuwächse gab es vor allem aus den Niederlanden, Schweiz, Österreich, Tschechien, UK und USA. „Das wir als erstes deutsches Bundesland bei der Internationalen Tourismus Börse Berlin als Partnerland aktiv waren, hat uns eine große internationale Aufmerksamkeit beschert. Daran arbeiten wir weiter. Unser Land muss vor allem im internationalen Vergleich noch bekannter werden. Wir brauchen mehr Gäste aus dem Ausland“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Der Arbeitsmarkt im August 2018 – Günstige Entwicklung hält an

Nürnberg – „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig. Die Arbeitslosigkeit hat im August erwartungsgemäß leicht zugenommen. Die Zunahme war jahreszeitlich bedingt; saisonbereinigt haben sich Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung verringert.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im August: +26.000 auf 2.351.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -194.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent

Im Zuge der Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit von Juli auf August um 26.000 auf 2.351.000 gestiegen. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den August ein Rückgang um 8.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 194.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 18.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im August 2018 bei 3.236.000 Personen. Das waren 241.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Juli auf 1,44 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,4 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juli saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 46.000 erhöht. Mit 44,95 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 574.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 704.000 gestiegen. Insgesamt waren im Juni nach hochgerechneten Angaben der BA 32,87 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Danach hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Mai auf Juni saisonbereinigt um 55.000 zugenommen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin sehr hoch. Im August waren 828.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 62.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen nicht verändert. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im August 2018 nach dem Anstieg im letzten Berichtsmonat wieder um 3 Punkte auf 252 Punkte zurückgegangen. Der Vorjahreswert wird um 11 Punkte übertroffen.

Insgesamt 699.000 Personen erhielten im August 2018 Arbeitslosengeld, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im August bei 4.139.000. Gegenüber August 2017 war dies ein Rückgang von 229.000 Personen. 7,6 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Für Ausbildungssuchende haben sich die Chancen auf eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Von Oktober 2017 bis August 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 521.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 11.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren seit Oktober 548.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 23.000 mehr als vor einem Jahr. Von den Ausbildungssuchenden waren 91.000 im August noch unversorgt. Zusätzlich waren noch 49.000 Bewerber, die bereits eine Alternative haben, weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Demgegenüber waren im August noch 149.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. In den nächsten Wochen werden erfahrungsgemäß noch bislang unversorgte Bewerber eine Ausbildung oder eine Alternative finden und Ausbildungsstellen besetzt werden. Wie in den Vorjahren zeigen sich jedoch auch 2017/18 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren.

Der Arbeitsmarkt im August in M-V

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch im August insgesamt im Vergleich weiter positiv entwickelt. In Mecklenburg-Vorpommern waren im August 2018 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 61.500 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 5.100 Arbeitslose weniger als im August 2017. Das entspricht aktuell einer Quote von 7,5 Prozent.

„Die Sommermonate beleben den Arbeitsmarkt im ganzen Land. Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmer-Arbeitsmarkt gewandelt. Das macht die Herausforderungen deutlich. Unternehmen, Branchen und Regionen stehen in immer stärkerem Wettbewerb um qualifizierte sowie motivierte Arbeits- und Fachkräfte“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Im Vergleich zum Juli dieses Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen um 900 (1,5 Prozent) angestiegen.

Wirtschaftsminister Glawe rief die heimische Wirtschaft auf, weiter in den eigenen Personalbestand zu investieren. „Die Potentiale, die der Arbeitsmarkt bietet, können noch besser erschlossen werden, um die Bedarfe weiter decken zu können. Entscheidend ist es, Frauen und Männer in existenzsichernde und nachhaltige Erwerbstätigkeit zu bringen“, so Glawe. Der Minister warb für das Programm Bürgerarbeit. Mit der Bürgerarbeit wollen Wirtschaftsministerium und Jobcenter gemeinsam die Möglichkeit schaffen, Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Neben den Kommunen können sich erstmals auch Unternehmen daran beteiligen. „Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, über zahlreiche Integrationsprojekte in den Regionen Arbeitslose in Arbeit zu bringen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

„Hauptaufgabe ist es in vielen Branchen, insgesamt zu mehr ganzjähriger Beschäftigung zu kommen. Wer einen Arbeitsplatz 12 Monate im Jahr im Land hat, bleibt sicher auch gern in der Heimat. Wichtig ist, dass sich wachsender Umsatz auch kontinuierlich beim Halten oder bei Neueinstellungen der Beschäftigten niederschlägt.“

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze liegt – aktuellste Zahlen Juni 2018 – in Mecklenburg-Vorpommern bei 574.900. Das sind 7.300 (+1,3 Prozent) mehr Jobs im Vergleich zum Vorjahr. „Was besonders auffällt, ist die Kontinuität der Entwicklung. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wächst bei uns im Land. Insbesondere im Baugewerbe (+800 Stellen), in der Gesundheitswirtschaft (+3.100), im Dienstleistungsbereich (+1.400) sowie im Handel (+900) gibt es mehr Jobs. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 31.300 sozialversicherungspflichtige Jobs im Land hinzugekommen. Der Trend hält weiter an“, so Glawe.

Ende August sind 3.700 Ausbildungsstellen (+9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) noch nicht besetzt, 1.900 Bewerber (-0,8 Prozent) sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Minister Glawe wirbt dafür, die Attraktivität der eigenen Unternehmen noch intensiver zu vermarkten. „Junge Menschen müssen noch intensiver die Ausbildungs- und Arbeitsmarktmöglichkeiten in ihrer Region kennenlernen. Jeder Jugendliche hat eine Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung verdient“, betonte Arbeitsminister Glawe weiter. Als Beispiele nannte er Auftritte auf Berufsorientierungsmessen, Kontakte mit Schulen vor Ort sowie die Möglichkeit, auch Praktikumsplätze und Ferienjobs anzubieten.

Auf der Internetseite der Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de) werden Ausbildungsmöglichkeiten veröffentlicht. Schulabgänger erhalten mit dem „Azubi-Atlas“ die Möglichkeit, gezielt in ihren Wunschregionen nach Ausbildungsberufen und Unternehmen zu suchen. Eine Umkreissuche bietet ihnen die Chance, nicht weitab vom Wohnort einen Ausbildungsplatz zu finden. „Auf dem Portal können sich Ausbildungsinteressierte schnell und unkompliziert informieren, wo es Ausbildungs- und Praktikumsplätze in der gewünschten Region gibt“, so Glawe weiter.

Im Azubi-Atlas sind über 1.400 Firmen mit mehr als 3.100 Ausbildungsangeboten in 272 Berufen vertreten. Die Umkreissuche ermöglicht auch die gezielte Ausbildungsplatzsuche nahe des Heimatortes. Hier sind unterschiedliche Entfernungen von 0 bis 250 Kilometer vom Wohnort wählbar. Unternehmen können sich kostenfrei auf der Internetseite anmelden und durchstarten-in-mv.de für ihr Azubimarketing nutzen. Echte Durchstarter-Geschichten im Video-Format stellen Azubis und engagierte Ausbildungsbetriebe aus MV vor, Bewerbungstipps geben Hilfestellung für einen erfolgreichen Berufseinstieg und aktuelle Nachrichten. Die Online-Plattform bietet Inspiration und Orientierung für potentielle Azubis, Eltern und Wegbegleiter sowie Unternehmen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe anschließend.

Sommer führt Tourismusbranche ins Plus

Schwerin – Nach einem sehr leichten Wachstum im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die stark nachgefragte Sommersaison die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern deutlich ins Plus geführt. Laut aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Amtes wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern rund 11,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings bleibt das Wachstum im Nordosten hinter dem für Deutschland ausgewiesenen Zugewinn von vier Prozent bei den Gästeübernachtungen zurück. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg im ersten Halbjahr wiederum um rund acht Prozent auf rund 150.000.

Dazu Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern: „Wir haben eine sehr gute Halbjahresbilanz. Die Ankünfte und Übernachtungen liegen nicht nur über den Vorjahreswerten, sie liegen auch einen Wimpernschlag über den Werten des bisherigen Rekordjahres 2016. Die sehr warmen und trockenen Wochen in den Hauptreisemonaten Juli und August lassen zudem weitere Steigerungen erwarten. Der heiße Sommer hat für gut gebuchte touristische Einrichtungen, volle Strände an der Ostsee und im Binnenland und hoffentlich für viele zufriedene Gäste gesorgt. Mecklenburg-Vorpommern kann auch mit einem wachsenden Gästeansturm gut umgehen.“

Der Präsident des Landestourismusverbandes Wolfgang Waldmüller ergänzte: „Der Supersommer hat geholfen, die teilweise nicht zufrieden stellenden Vorbuchungszahlen auszugleichen. Das Wetter zog viele Spontanurlauber an Küste und Seen, was die Mitarbeiter der Branche aber auch vor zusätzliche Herausforderungen stellte und einen erhöhten Einsatz erforderte. Zudem zeigen sich in derart intensiven Saisonzeiten auch die Probleme der Branche deutlich – angefangen von der Infrastruktur bis hin zur Personalsituation in einigen Betrieben. Was für den Moment von der Sonne überblendet wurde, verlangt nach schnellen Lösungen und einer verstärkten Hinwendung zum für unser Land so wichtigen Tourismus. Wir bauen auf die neue Landestourismuskonzeption und ihre Umsetzung.“

Die Mecklenburgische Ostseeküste (+3,3 Prozent), Westmecklenburg (+6,0 Prozent) und das Vorpommersche Festland (+2,9 Prozent) stützen das Wachstum von Januar bis Juni. Rückgänge gab es auf Rügen (-3,7 Prozent), auf der Insel Usedom (-1,9 Prozent) und in geringem Maße auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (-0,4 Prozent) sowie in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz (-0,1 Prozent). Fast alle größeren Städte des Urlaubslandes konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen. Greifswald liegt dabei mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent an der Spitze. Auch die Hansestädte Wismar (+10,1 Prozent), Stralsund (+1,7 Prozent) und Rostock (+4,1 Prozent) legten merklich zu. Die Landeshauptstadt (+3,5 Prozent) verzeichnete ebenfalls positive Übernachtungszahlen. Für Neubrandenburg meldete das Statistische Amt ein Minus von 4,8 Prozent.

Bei den Unterkunftsarten bewegten sich die Jugendherbergen (+11,6 Prozent), die Campinglätze (+7,6 Prozent) sowie die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken (+1,5 Prozent) im ersten Halbjahr bei den Übernachtungen im positiven Bereich. Hingegen gab es leichte Rückgänge bei den Hotels (-2,2 Prozent) sowie bei Ferienhäusern und -wohnungen (-2,3 Prozent).

Erfreulich entwickelten sich die Gästeübernachtungen aus dem Ausland: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 375.000 Übernachtungen von rund 150.000 Gästen verzeichnet – das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die höchsten Zuwächse aus den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigsten Herkunftsländern erzielten die Niederlande (+26,9 Prozent). Auch Österreich (+2,8 Prozent) und die Schweiz (+3,7 Prozent) konnten Zuwächse erzielen. Der dänische Markt hält das Vorjahresniveau (-0,1 Prozent), wohingegen die Übernachtungen aus Schweden um 8,5 Prozent zurückgingen. „Im Hinblick auf unsere Aktivitäten als Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin im März dieses Jahres freuen wir uns, dass in diesen Bereich wieder spürbar Schwung kommt. Daran können wir mit Maßnahmen in den Auslandsmärkten anschließen und in Mecklenburg-Vorpommern selbst mit dem Germany Travel Mart im Jahr 2020 erneut ein deutliches Zeichen für mehr Internationalität setzen“, sagte Wolfgang Waldmüller.

„Als erstes deutsches Bundesland bei der Internationalen Tourismus Börse Berlin als Partnerland aufzutreten, war in diesem Jahr dafür ein guter Anfang. Unser Land muss vor allem im internationalen Vergleich noch bekannter werden. Wir brauchen mehr Gäste aus dem Ausland“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter.

„Aber das ‚prima Klima‘ in Mecklenburg-Vorpommern stellt die Branche vor Herausforderungen. Denn: Wetter-Extreme erschweren künftig auch die Planbarkeit der Touristiker im gesamten Land. Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde. Vielmehr wird auch der Blick noch stärker auf das Gesamtjahr gerichtet werden. Wir müssen vor allem auch die Vor- und Nachsaison weiter stärken“, forderte Glawe weiter.

Seit 1990 wurden vom Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich des gewerblichen Tourismus und im Bereich der touristischen Infrastruktur Fördergelder in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bewilligt. Damit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 6,88 Milliarden Euro (Stand März) erreicht werden. Die Mittel sind nach der Wende beispielsweise in den Bau von Hotels, Promenaden, Campingplätzen, Radwegen, barrierefreien Strandzugängen, Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen geflossen.

„Qualitatives Wachstum und die Steigerung der Wertschöpfung bilden die Grundlage für die zukünftige touristische Entwicklung des Landes. Die Entwicklung und Etablierung saisonverlängernder Angebote bleibt ein Schwerpunkt, denn Zuwächse und ganzjährige Beschäftigung können nur auf diesem Weg generiert werden. Die Förderung familienfreundlicher Angebote bleibt ebenfalls von großer Bedeutung, genau wie die Schaffung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns.“

Eine Umfrage des Landestourismusverbandes unter rund 300 Quartiersanbietern zeichnet ein positives Bild des Verlaufs der Sommersaison: Rund die Hälfte der Befragten gab an, im Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August eine Auslastung der Zimmer beziehungsweise Stellplätze von 90 Prozent und mehr erreicht zu haben. Rund 30 Prozent schafften eine Auslastung zwischen 75 und 90 Prozent. An der Ostseeküste, auf den Inseln und Halbinseln war die Auslastung dabei am höchsten. Auch die Betriebe aus der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz melden hohe Werte. Leicht abgesetzt stehen das Vorpommersche Festland und die Region Mecklenburg-Schwerin, wo sich die Effekte des Überführens des Interesses von der Ostsee in die Binnenregionen nur teilweise bemerkbar machten.

Insgesamt lag die Auslastung im Sommer der Umfrage zufolge über der des Vorjahres: Rund 35 Prozent gaben an, besser als im gleichen Zeitraum 2017 gebucht gewesen zu sein; 44 Prozent meldeten eine gleich hohe Auslastung.

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Umfrage rechnet der Tourismusverband für die Monate Juli und August mit einem signifikanten Zuwachs bei den Übernachtungen. Im Jahr 2017 wurden in den beiden Sommermonaten 10,1 Millionen Übernachtungen von mehr als zwei Millionen Gästen verbucht.

Das gute Wetter wirkte sich auf das Buchungsverhalten aus. So gaben rund 70 Prozent der Befragten an, dass Gäste in diesem Sommer kurzfristiger buchten und gleichzeitig bereits mehr Vorbuchungen für 2019 tätigten. Zudem seien die Gäste teilweise länger geblieben und 44 Prozent stellten auch eine höhere Gästezufriedenheit fest. Im Umkehrschluss gaben knapp 30 Prozent der Befragten an, dass die Nachfrage nach Indoor-Angeboten, beispielsweise Museen und Spaßbäder, rückläufig war.

Darüber hinaus gab die Befragung auch Aufschluss über die Probleme der Branche: Der größte Kritikpunkt der Gäste ist die Verkehrssituation im Allgemeinen. Häufig im Fokus steht dabei der Zustand der Radwege, z. B. des Weges um den Plauer See oder auch des Ostseeküstenradweges. Und wenngleich sich die Befürchtungen starker negativer Auswirkungen der voll gesperrten A 20 aufgrund des recht hohen Nachfragedrucks nur in Teilen bestätigt haben: 15 Prozent der Quartiersanbieter sahen sich dennoch davon beeinträchtigt. Bei den Betrieben in den Ostteilen des Landes spürte sogar fast jeder Dritte negative Folgen im Sinne höherer Unzufriedenheit, eines Imageverlustes oder geringerer Auslastung.

„Die Tourismusbranche bemüht sich durch besonnenes Handeln um eine erfolgreiche Ankunft und Abfahrt ihrer Gäste. Teilweise wurden Abreisezeiten verlängert oder Willkommens-Getränke gereicht, und es wurde über alternative Anfahrtswege informiert. Die Branche hat sich kreativ und ideenreich gezeigt. Deshalb: ein herzliches Dankeschön an alle für das ganz besondere Engagement, das bis heute anhält“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Neben der Verkehrs- und Wegesituation wurden laut Umfrage gästeseitig häufiger auch die Gastronomie oder das unzureichend ausgebaute Mobilfunknetz kritisiert.

Wassertouristische Anbieter profitierten von den Temperaturen der letzten Wochen. Hausboote und Yachten waren laut einer Stichprobe des Landestourismusverbandes unter Charterunternehmern, Fahrgastschiffern und Bootsverleihern im Hochsommer nahezu vollständig ausgebucht und verzeichnen bereits jetzt Vorbuchungen für 2019. Neben Stammgästen aus Mecklenburg-Vorpommern heißen die Unternehmen zunehmend Urlauber aus den westlichen Bundesländern, Österreich und der Schweiz willkommen. Zudem ist der Anteil an Kurzurlaubern im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Die Betreiber von Fahrgastschiffen berichten von einer ähnlichen Entwicklung; ihre Angebote werden im Rahmen von geplanten Bus- und spontanen Individualreisen gleichermaßen gebucht. Auch für Kanuverleiher war die Saison zufriedenstellend. Trotz Sperrungen von Flussabschnitten, unter anderem entlang der Warnow, infolge der niedrigen Wasserstände haben die Anbieter keine Einbußen zu beklagen – ganz im Gegenteil: Alternativstrecken wurden von den zahlreichen Paddlern verständnisvoll angenommen.

Die lange Schönwetterperiode bescherte vor allem den Open Airs und Volksfesten regen Zulauf. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zogen zur Halbzeit des Festivals mit 42.000 Besuchern eine positive Bilanz. 51 Vorstellungen waren komplett ausverkauft – wesentlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits kurz bevor das letzte der vier Open Air-Stücke der Vorpommerschen Landesbühne – „Die Peene brennt“ – am 08. September Premiere feiert, ziehen die Veranstalter ebenfalls ein positives Fazit und rechnen insgesamt mit einer Steigerung der Besucherzahlen zum Spielzeitende. „Das Sommerwetter trägt zur insgesamt guten Stimmung bei den Zuschauern und Mitwirkenden bei, so macht es Vergnügen bis in die Abendstunden ein Open Air zu genießen“, sagte Sprecherin Martina Krüger.

Die Klassikertage Wismar zählten zu den Aufführungen von „Jedermann“ und „Der Drache“ in St. Georgen rund 5.500 Besucher und blieben damit etwas unter den Zahlen von 2017. Dennoch herrscht Zufriedenheit: „Die guten Besuchszahlen entsprechen denen des Vorjahres. Wir hatten eine Auslastung von 62 Prozent trotz Fußball-WM und Strandwetter“, berichtet Ralf Lorber, Vorsitzender der Wismarer Festspiele e. V. und Träger der Klassikertage Wismar. Die Schlossfestspiele Schwerin verzeichneten in diesem Jahr einen Rückgang bei den Besucherzahlen, allerdings ist dieser laut Veranstalter vornehmlich auf den Rückgang am Interesse an italienischen Opern zurückzuführen. Die Oper „Tosca“ und das Schauspiel „Dracula“ besuchten rund 24.000 Gäste. Im vergangenen Sommer zog allein das Musical „West Side Story“ mehr als 32.000 Zuschauer an.

Spaßbäder und Erlebnismuseen ziehen gemischte Bilanzen: Der Juli schlug im Wismarer Spaßbad Wonnemar mit 31.000 Besuchern zu Buche, die sich zwischen Wasserrutschen und Whirlpool Abkühlung verschafften. Das waren fast 15.000 weniger als im Vorjahresmonat. „Wir freuen uns für Mecklenburg-Vorpommern über den sonnigen Sommer und auf die Gäste in 2019“, sagte Bereichsleiter Sebastian Ehrhardt. In den Stralsunder Erlebnismuseen Ozeaneum und Meeresmuseum kamen im Mai, Juni und Juli mehrere tausend Gäste weniger als im Vergleichszeitraum 2017. Im Juni fehlten allein im Ozeaneum, das in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feierte, 19.000 Besucher.

„Für den Tourismus ist das sommerliche Wetter ein Segen, der viele Urlauber an die Ostsee und den Strand lockt. Die meisten davon besuchen unsere Museen nur bei Regenwetter und wenn sie länger in der Region bleiben“, sagt Museumsdirektor Dr. Harald Benke. „Unsere Hochrechnungen bis zum Jahresende zeigen uns eine durchwachsene aber keine katastrophale Bilanz dieses außergewöhnlichen klimatischen Jahres. Doch das Sommerwetter in Verbindung mit der äußerst schwierigen Verkehrslage in unserer Region machen es uns unmöglich, die Besucherzahlen 2018 erneut zu erreichen.“

Verhalten fällt das Fazit auch im Warener Müritzeum aus: „Wir mussten einen beachtlichen Besucherrückgang feststellen. Die Gäste zog es an die Seen. Kurzfristige Werbemaßnahmen, unter anderem den Hinweis auf mögliche Abkühlung im Museum, brachten nicht die gewünschten Effekte“, sagte Geschäftsführerin Andrea Nagel. Der Rostocker Zoo hofft weiterhin auf ein gutes Jahr: „Durch das Osterchaos und die Hitzewelle haben wir einen leichten Besucherrückgang zum Vorjahr bei den Tagesbesuchern um zwei Prozent zu verzeichnen. Wir sind dennoch hoffnungsvoll, dass wir mit der Eröffnung des Polariums am 22. September ein gutes Jahresergebnis erzielen werden“, sagte Sprecher René Gottschalk.

Arbeitsmarkt Juni in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter positiv entwickelt. Im Juni sind 61.000 Arbeitslose bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 7,4 Prozent (-0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Rückgang um 4.900 Arbeitslose). Im Vergleich zum Vormonat Mai sank die Arbeitslosigkeit um 2.200 oder 3,5 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. Der Konjunkturmotor läuft. Das Angebot an Jobs auf dem Arbeitsmarkt ist heute groß. Entscheidend ist, dass die Nachfrage an Arbeitskräften auch nachhaltig bedient werden kann. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie in unseren Schlüsselbranchen wie Handwerk, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, Bau, Handel sowie Forschung und Entwicklung haben wir noch eine Menge zu tun. Wir brauchen Fachkräfte. Weiterbildung und Qualifikation sind der Schlüssel für eine dauerhafte Perspektive am Arbeitsmarkt sowie für die Fachkräftesicherung. Wir setzen Anreize für mehr Qualifizierung in den Unternehmen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Um die Qualifizierung von Arbeitnehmern zu unterstützen, werden eine Reihe von Förderprogrammen geöffnet. Hierzu zählen die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen.

Besonders erfreulich ist die deutlich steigende Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die aktuelle Zahl liegt hier – April-Daten – bei 570.100. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 8.700 Stellen mehr (+1,5 Prozent). „Der Trend für mehr Jobs setzt sich, trotz des winterlichen Frühjahrs, weiter fort. Das sind auch Zeichen für eine Belebung der regionalen Wirtschaft im Land. Es tut sich was. Die Ansiedlung von mehr Industrie sorgt perspektivisch für mehr dauerhafte Beschäftigung. Daran arbeiten wir weiter“, sagte Glawe. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.100), im verarbeitenden Gewerbe (+1.500), im Handel (+1.000) und auch im Baugewerbe (+1.100) sind neue Arbeitsplätze entstanden. Ein Abbau erfolgte unterdessen im Bereich der Öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherungen (-400) sowie in der Finanz- und Versicherungswirtschaft (-300).

Aktuell gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 22.700 Langzeitarbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 8,5 Prozent gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 2.100 Langzeitarbeitslosen. „Wichtig ist es, langfristige und nachhaltige Arbeitsmarktperspektiven für Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Wir müssen diejenigen, die von der guten Entwicklung noch nicht profitieren konnten, stärker in den Mittelpunkt rücken“, erläuterte Glawe. Als Möglichkeit der Unterstützung nannte er unter anderem die Bürgerarbeit (Förderung von Arbeitsplätzen insbesondere für Langzeitarbeitslose bei Unternehmen und Kommunen). Wichtig sei auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt beispielsweise durch die Hilfe von Joblotsen.

Der Arbeitsmarkt im Juni 2018

Nürnberg – „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben erneut abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter lebhaft. Allerdings hat sich die Dynamik am Arbeitsmarkt zuletzt leicht abgeschwächt.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Juni: -40.000 auf 2.276.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -197.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent

Mit der auslaufenden Frühjahrsbelebung hat sich die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni um 40.000 auf 2.276.000 verringert. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Juni ein Rückgang um 15.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 197.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 16.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juni 2018 bei 3.240.000 Personen. Das waren 241.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Mai auf 1,47 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,4 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 37.000 erhöht. Mit 44,80 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 593.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 770.000 gestiegen. Insgesamt waren im April nach hochgerechneten Angaben der BA 32,78 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nach dieser Hochrechnung hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von März auf April saisonbereinigt um 60.000 zugenommen. Damit ist sie nicht mehr so stark angestiegen wie in den außergewöhnlich starken Wintermonaten.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin sehr hoch. Im Juni waren 805.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 74.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 4.000 erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im Juni 2018 leicht um einen Punkt auf 254 Punkte gestiegen. Der Vorjahreswert wird um 18 Punkte übertroffen.

Insgesamt 660.000 Personen erhielten im Juni 2018 Arbeitslosengeld, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Juni bei 4.206.000. Gegenüber Juni 2017 war dies ein Rückgang von 202.000 Personen. 7,7 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Für Ausbildungssuchende haben sich die Chancen auf eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Von Oktober 2017 bis Juni 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 478.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 11.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den Ausbildungssuchenden waren 182.000 im Juni noch unversorgt. Gleichzeitig waren seit Oktober 512.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 18.000 mehr als vor einem Jahr. 235.000 Ausbildungsstellen waren davon im Juni noch unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen angeboten für angehende Kaufleute im Einzelhandel (32.000), Kaufleute für Büromanagement (22.000) sowie Verkäuferinnen und Verkäufer (21.000). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2017/18 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren.

Arbeitsmarkt Mai in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die saisonale Belebung auf dem Arbeitsmarkt hat sich auch im Mai deutlich fortgesetzt. Insgesamt waren im vergangenen Monat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 63.200 Menschen arbeitslos gemeldet, 4.400 weniger als im Mai des Vorjahres (-6,5 Prozent). Das entspricht nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aktuell einer Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt erlebt in Mecklenburg-Vorpommern einen Boom. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe, in der Gesundheitswirtschaft, im Handel und im Dienstleistungsbereich werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Motor der positiven Entwicklung sind die heimischen Unternehmen. Sie sorgen maßgeblich für den Abbau der Arbeitslosigkeit. Produktionskapazitäten werden ausgebaut, neue Arbeitsplätze entstehen, bestehende Jobs werden durch Investitionen gesichert. Wir arbeiten an der Verbesserung der Rahmenbedingungen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe.

Als Beispiele nannte Minister Glawe das Erweiterungsvorhaben der Yamaton Paper GmbH in Rostock. Das Unternehmen stellt unter anderem Sechseckwabenplatten her. 50 Jobs wurden gesichert und fünf neue Arbeitsplätze entstehen. Das europäische Logistikzentrum der DeLaval im Gewerbegebiet Valluhn-Gallin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde im Mai offiziell eröffnet. „Rund 230 Arbeitsplätze sind mit der Ansiedlung verbunden“, so Glawe. Mit dem Medizintechnikunternehmen Ypsomed siedelt sich aktuell ein weiterer Medizintechnikhersteller an. Im Industriepark Schwerin sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen. In der ersten Jahreshälfte 2019 wird die Produktion aufgenommen und damit werden insgesamt 119 weitere Arbeitsplätze entstehen.

Glawe machte deutlich, dass es wichtig sei, gemeinsam noch stärker für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu werben. Neben harten Standortfaktoren wie einer gut ausgebauten Infrastruktur muss noch stärker in Investorengesprächen für die weichen Standortfaktoren Mecklenburg-Vorpommerns bei der Investorensuche geworben werden. „Von Bedeutung für die Fachkräftegewinnung sind auch Kindertagesstätten oder Schulen. Ebenso sind ein attraktives Wohnumfeld und abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten wichtig. Wer bei uns investiert, braucht auch motivierte Fachkräfte, die gern bei uns leben“, so Glawe weiter.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs liegt -aktuellste Angaben aus dem März 2018 – bei 563.800. „Das sind 9.200 Jobs mehr als im Vorjahresmonat. Der Trend hält weiter an. Nur Arbeitsplätze auf dem ersten, regulären Arbeitsmarkt bieten Perspektiven, hier bei uns im Land zu bleiben. Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung sind die Herausforderungen“, betonte Glawe weiter. Die neuen Jobs sind vor allem im verarbeitenden Gewerbe (+1.500), im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.000), im Handel (+1.200) und im Dienstleistungsbereich (+1.000) entstanden.

Der Minister verwies auch auf die Möglichkeiten der Unterstützung der Unternehmen. Veränderungen ergeben sich durch die verstärkte Digitalisierung von Wertschöpfungsketten und Marktprozessen. Durch den demografischen Wandel wird es zunehmend schwieriger, den Fachkräftebedarf zu decken. Um die Unternehmen in diesem Spannungsfeld zu unterstützen, hat das Wirtschaftsministerium die entsprechenden Rahmenbedingungen angepasst. So können die Unternehmen durch gut ausgebildetes Personal ihre Innovations- und damit Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Wichtig ist die Umsetzung von neuen technologischen Innovationen und die Förderung der Qualifikation der Mitarbeiter“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Eine Reihe von Förderprogrammen werden im Wirtschaftsministerium insgesamt geöffnet. Hierzu zählen unter anderem die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen.

Der Arbeitsmarkt im Mai 2018 – Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gehen weiter zurück

Nürnberg – „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben erneut abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ungebrochen hoch. Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich somit fort, wenn auch schwächer als in den Wintermonaten.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai: -68.000 auf 2.315.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -182.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent

Mit der anhaltenden Frühjahrsbelebung hat sich die Arbeitslosigkeit von April auf Mai um 68.000 auf 2.315.000 verringert. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Mai ein Rückgang um 11.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 182.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 17.000 gesunken. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Mai 2018 auf 3.286.000 Personen. Das waren 233.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im April auf 1,51 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,5 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 35.000 erhöht. Mit 44,62 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 592.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 725.000 gestiegen. Insgesamt waren im März nach hochgerechneten Angaben der BA 32,66 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nach dieser Hochrechnung hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Februar auf März saisonbereinigt um 7.000 zugenommen, ein schwächeres Wachstum als zuletzt in den starken Wintermonaten.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin hoch. Im Mai waren 793.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 78.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 5.000 erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im Mai 2018 nach einer kurzen Stagnationsphase um 2 Punkte auf 253 Punkte gestiegen. Der Vorjahreswert wird um 20 Punkte übertroffen.

Insgesamt 668.000 Personen erhielten im Mai 2018 Arbeitslosengeld, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai bei 4.225.000. Gegenüber Mai 2017 war dies ein Rückgang von 196.000 Personen. 7,8 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2017 bis Mai 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 456.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 11.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen waren 208.000 im Mai noch auf der Suche. Gleichzeitig waren seit Oktober 495.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 16.000 mehr als vor einem Jahr. 259.000 Ausbildungsstellen waren davon im Mai noch unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen angeboten für angehende Kaufleute im Einzelhandel (32.000), Kaufleute für Büromanagement (21.000) und Verkäuferinnen und Verkäufer (20.000). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2017/18 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren.