Zeitzeugen sollen weiter leben

WEMAG bringt Wanderausstellung „Kirchturmuhren in Not“ mit auf den Weg

Schwerin – In Mecklenburg sind etwa 200 Kirchturmuhren dem Verfall preisgegeben. Für die Rettung dieser Zeitzeugen wurde ein bislang in Deutschland einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Die Idee dazu entstand im Herbst 2010. Hans-Joachim Dikow, der „klockenschauster“ aus Schwerin, wurde von einem Kunden auf eine nicht funktionierende Kirchturmuhr in seinem Heimatdorf angesprochen. Kurzerhand nahm der Uhrmacher Kontakt zur Landeskirche auf. „Im Gespräch mit dem damaligen Kirchenbaurat Karl-Heinz Schwarz wurde schnell die Dimension klar“, erinnert sich Dikow. „Unter den etwa 600 Kirchturmdächern Mecklenburgs verrosten und verrotten schätzungsweise 200 handwerkliche Meisterwerke der Uhrmacherei. Konkrete Informationen über den Zustand der Turmuhren existierten damals allerdings nicht“. Doch man war sich einig, dass Abhilfe geschaffen werden musste. So wurde die Initiative „Kirchturmuhren in Not.“ gegründet.

WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart, Wulf Kawan, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kirchliches Bauen Mecklenburg und „Klockenschauster“ Hans-Joachim Dikow (v.l.) eröffnen die Wanderausstellung „Kirchturmuhren in Not“ in Schwerin. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Ziel dieses Projektes war primär die Erfassung aller Kirchturmuhren in Mecklenburg inklusiver der Dokumentation. Eine Mammutaufgabe, die sich insgesamt über vier Jahre erstreckte. „Die Organisation eines Besichtigungstermins war oft schon eine zeitraubende Aufgabe“, denkt Dikow an die Anfänge der Projektarbeit zurück. Auch die Erfassung vor Ort war oft eine Herausforderung. Dikow: „Der Aufstieg auf manchen Turm war wirklich lebensgefährlich.“

Parallel zur Erfassung galt es, das Projekt „Kirchturmuhren in Not“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um somit finanzielle Mittel für konkrete Projekte einzuwerben. Das erfolgt durch jährlich organisierte Benefizkonzerte, durch den Verkauf von Motivuhren und seit September 2017 auch durch eine Wanderausstellung. Diese Ausstellung konnte nur aufgrund des enormen Engagements der WEMAG realisiert werden. Sie dokumentiert an verschiedenen Orten des Landes nicht nur anschaulich die Arbeit der Erfassung und Rekonstruktion von Kirchturmuhrwerken in Mecklenburg, sondern erläutert auch deren historischen Hintergrund.

„Die Kirchturmuhren sind Gradmesser des technischen Fortschritts und schreiben Zeitgeschichte, die wir für die nächsten Generationen bewahren wollen. Deshalb unterstützen wir den 1. Mecklenburger Uhrenclub bei seinem Vorhaben, die Uhren in den Kirchtürmen unserer Region zu restaurieren und damit zu erhalten“, sagte WEMAG-Vorstandsmitglied Caspar Baumgart anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Marienplatz-Galerie in Schwerin.

Blickfang der Ausstellung ist ein originales Kirchturmuhrwerk von F.A. Bayes aus Hildesheim, Baujahr 1906. Es handelt sich hier um eine Leihgabe des Turmuhrenmuseums Seehausen/Altmark. Dieses voll funktionsfähige Exponat bietet einen verständlichen Einblick in die Funktionalität eines Uhrwerks. Außerdem wird – dank der Unterstützung durch die Stiftung Mecklenburg – in einer begleitenden Broschüre die Arbeit der Initiative von den historischen Ursprüngen bis hin zur konzeptionellen Erfassung und fachlichen Einordnung in Bild und Text dargestellt.

Die Ausstellung wird bis zum 21. Oktober 2017 in der Schweriner Marienplatz Galerie gezeigt und ist anschließend bis Jahresende in der Kirche St. Nikolai in Wismar zu sehen.

Schloss Mirow erwartet 100.000. Besucher

Mirow – Zum Abschluss seiner spätsommerlichen Schlössertour besuchte Finanzminister Mathias Brodkorb heute Schloss Mirow. Vor Ort erfuhr der Minister, dass das Schloss demnächst einen Jubiläumsgast begrüßen kann.

Vor gut vier Jahren ist Schloss Mirow für Besucher geöffnet worden. Zuvor hatte der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) den Barockbau über 10 Jahre lang umfangreich restauriert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investierte auch mit Mitteln der Europäischen Union 11,6 Millionen Euro in diese Baumaßnahmen.

Und das Interesse an dem Schatzkästchen in der Mecklenburger Seenplatte ist ungebrochen. In den kommenden Tagen kann das Schloss schon seinen 100.000. Besucher seit der Restaurierung begrüßen. Ihn erwartet neben einem Blumenstrauß und freiem Eintritt auch ein Sieben-auf-einen-Streich-Ticket, das zum Eintritt in die landeseigenen Schlösser sowie die Galerie Alte und Neue Meister.

Schloss Mirow ist über die Grenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus von Bedeutung. Hinter der schlichten barocken Fassade verbergen sich kostbar ausgestattete Räume, die im 18. Jahrhundert entstanden. Im Appartement der Herzogin Elisabeth Albertine finden sich sogar Interieurs, die von preußischen Hofkünstlern gefertigt wurden. Mit dem friderizianischen Rokoko reiht sich Schloss Mirow in die Kette der berühmtesten Ausstattungsphänomene des europäischen Kontinents im 18. Jahrhundert ein.

Mittlerweile konnte das Schloss Gäste aus Australien, Hongkong, Israel, Indien und selbst aus Neukaledonien begrüßen. Und vor Ort ist man nun vor allem darauf gespannt, woher der 100.000. Besucher wohl kommen wird.

Mühlenfest im Rostocker Nordosten

Rostock – Am Samstag (09.09.2017) um 11.30 Uhr eröffnet Infrastrukturminister Christian Pegel das 13. Mühlenfest im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel. Das Mühlenfest ist das zentrale Einwohnerfest des Rostocker Nordens mit seinen Stadtteilen Dierkow-Neu, Dierkow-Ost/West, Toitenwinkel, Gehlsdorf und den Stadtdörfern. In diesem Jahr steht es anlässlich des Reformationsjubiläums unter dem Motto „Die ganze Welt ist voller Wunder“, ein Ausspruch Martin Luthers.

Das Mühlenfest bietet seit 2004 eine Plattform für die Außendarstellung der Rostocker Stadtteile, um die vorwiegend negativen Stigmatisierungen der Großwohnsiedlungen wie in Dierkow und Toitenwinkel abbauen zu können. „Es freut mich sehr zu sehen, wie gut dies gelungen ist – und weiter gelingt. Die Städtebauförderung hat dazu in erheblichem Umfang beigetragen“, sagt Minister Pegel.

Die Hansestadt Rostock hat von 1991 bis einschließlich 2017 von Bund und Land rund 230 Millionen Euro für neun städtebauliche Gesamtmaßnahmen erhalten, rund 38 Millionen Euro davon für Dierkow und Toitenwinkel. Davon wurden unter anderem Schulen und Kindergärten saniert, in beiden Stadtteilen ein Stadtteil- und Begegnungszentrum gebaut und Freiflächen wie der Mühlenpark gestaltet, in dem auch am Wochenende wieder das jährliche Mühlenfest stattfindet. Zudem wurde bis 2014 der Rückbau von insgesamt 2.142 Wohnungen mit rund sieben Millionen Euro Finanzhilfen gefördert, davon 1.038 Wohnungen in Dierkow und Toitenwinkel.

„Auch in diesem Jahr bekommt die Hansestadt wieder Städtebaufördermittel: 7,53 Millionen Euro für vier Gesamtmaßnahmen und weitere sechs Millionen für den Theaterneubau“, kündigt Christian Pegel an. Davon kommen rund eine Million Euro Dierkow zu Gute und 700.000 Euro Toitenwinkel. Dort werden unter anderem ein neuer Sportplatz an der Walter-Butzek-Straße gebaut und die dort bestehende Sporthalle saniert. Zudem soll die Schule „Am Schäferteich“ mit weiteren 4,2 Millionen Finanzhilfen aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm modernisiert werden.

„Es freut mich sehr, die Plattenbausiedlungen in neuer Gestalt zu sehen, in denen Leerstand kein Thema ist. Und in denen zum Teil sogar wieder neu gebaut wird“, so Christian Pegel und fügt hinzu: „Gerade in einer Stadt wie Rostock, in der zunehmender Mangel an Wohnraum beklagt wird, ist es wichtig, dass bestehender Wohnraum in bestehenden Vierteln genutzt wird. Die Städtebauförderung trägt in hohem Maße dazu bei, Stadtteile wie Dierkow und Toitenwinkel wieder attraktiv zu machen.“

Tag des offenen Denkmals

Freier Eintritt in landeseigene Schlösser und Gärten

Schwerin – Am kommenden Sonntag findet landesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Die landeseigenen Schlösser beteiligen sich dieses Jahr mit einer ganz besonderen Aktion: Erstmalig wird an diesem Tag der Eintritt in alle landeseigenen Schlösser frei sein.

Der Tag des offenen Denkmals ist eine gute Gelegenheit, um mehr über Denkmalpflege in den Staatlichen Schlössern und Gärten zu erfahren und mit Besuchern und Fachleuten in den Dialog zu kommen. Der Eintritt in die Schlösser Bothmer, Granitz, Güstrow, Hohenzieritz, Ludwigslust, Mirow, Schwerin und Wiligrad ist daher am Tag des offenen Denkmals erstmals kostenfrei.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Unsere landeseigenen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen sind Besuchermagnete – und das nicht nur in der touristischen Hauptsaison. Der freie Eintritt ist daher auch ein Dankeschön an die vielen tausend Besucher im laufenden Jahr. Mecklenburg-Vorpommern kann stolz sein auf seine Schlösser, Gärten und Museen, sie sind ein wichtiger Baustein für die weitere kulturelle und touristische Entwicklung unseres Landes. Vor allem soll der kostenfreie Eintritt am Tag des offenen Denkmals aber auf unsere kulturellen Schätze und die Wichtigkeit der Denkmallandschaft für unsere kulturelle Identität hinweisen.“

„Macht und Pracht“ – ist das diesjährige Motto, die Staatlichen Schlösser und Gärten M-Vs geben deshalb am kommenden Sonntag, 10. September 2017, Einblicke in herzogliches Selbstverständnis, höfisches Zeremoniell und luxuriöse Raumkunst.

Bereits am Samstag, dem 9. September, dreht sich im Jagdschloss Granitz alles um Gestaltungswillen und den Machtanspruch seines Bauherrn Wilhelm Malte zu Putbus. Für den Fürsten bestand eine regelrechte Pflicht zur Repräsentation. Bei Führungen durch das Schloss werden Geschichten zum romantischen Burgenbau und zur Jagd vermittelt und fürstliche Pracht in historischen Salons bestaunt.

Am Sonntag, dem 10. September, stehen im Schloss Mirow die prächtigen Schnitzereien und exquisiten Tapeten im Mittelpunkt. In Neustrelitz öffnen sich die Türen zur Orangerie und die Besucher erfahren, wie edle Göttinnen und schöne Knaben einst nach Mecklenburg-Strelitz kamen. Restauratoren erzählen Anekdoten aus der Restaurierungsgeschichte, wobei so manche Kuriosität ans Tageslicht kommt. Bei Führungen durch den Schlossgarten geht es um Fragen der Bewirtschaftung und Erhaltung des Gartendenkmals. Im Orangeriegarten laden Liegestühle und historische Holzspiele zum Verweilen ein. Bei Blütenduft, Musik und kleine Speisen können sich die Gäste stärken, bevor sie weitere Programmangebote im Neustrelitzer Theater und im Kulturquartier erkunden.

Eine heitere Atmosphäre mit Musik und Klanginstrumenten können die Gäste rund um Schloss Wiligrad erleben. Führungen beleuchten Zeugnisse von Macht und Pracht in Schloss und Park. Wieder freigestellte Sichtachsen über den See lenken den Blick auf die ferne Silhouette der Residenzstadt Schwerin.

Machtspiele waren dem Erbauer des Schlosses Bothmer bestens bekannt, war er doch im frühen 18. Jahrhundert als Diplomat an den wichtigsten Höfen Europas tätig. Bei Führungen durch das Schloss erfahren Gäste mehr über sein spannendes Leben. Am Nachmittag wird zum Konzert in den Festsaal geladen.

Schloss Güstrow ist eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser in Norddeutschland. Unter dem Motto „Ein festes Haus für den Landesherrn“ und „Die Farben der Macht“ finden um 11 Uhr Führungen mit Dr. Tilo Schöfbeck und Dr. Regina Erbentraut durch das Schloss statt.

Neuer Diözesancaritasverband mit Sitz in Schwerin

Ministerin Drese begrüßt Verlegung des neuen Diözesancaritasverbandes nach Schwerin

Schwerin – Das Erzbistum Hamburg plant, den Sitz des neuen Diözesancaritasverbandes nach Schwerin zu verlegen und damit die Zusammenarbeit der Verbände im Norden zu stärken. Der neue Verband soll im Rahmen des Erneuerungsprozesses des Erzbistums Hamburg am 1. Januar 2018 seine Arbeit aufnehmen.

„Ich begrüße diese Entscheidung außerordentlich“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin. „Dass Schwerin auf Vorschlag einer Projektgruppe des Erzbistums Verbandssitz wird und nicht Hamburg oder Kiel, ist ein starkes Signal für die Caritas in Mecklenburg. Damit wird auch die gute Arbeit des Regionalverbandes in der Beratung und Begleitung, in der Pflege, in den vielfältigen sozialen Diensten sowie in den Orts- und Kreiscaritasverbänden gewürdigt“, so die Ministerin.

Drese: „Ich freue mich auf die Fortsetzung der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem neuen Direktor des Diözesanverbandes sowie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Einrichtungen und Diensten der Caritas“, so Drese.

Zurzeit gibt es im Erzbistum neben dem Diözesancaritasverband drei selbstständige Caritasverbände: Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg. In Zukunft bilden sie den gemeinsamen Diözesancaritasverband im Erzbistum Hamburg.

Gewinner der Denkmalpreise 2017 stehen fest

Schwerin – Geteilte Freude ist doppelte Freude: Wenn Kulturministerin Birgit Hesse am 10. September die diesjährigen Preise in der Denkmalpflege verleiht, beglückwünscht sie gleich vier Gewinnerinnen und Gewinner. Sowohl der „Friedrich-Lisch-Denkmalpreis“ als auch der „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche“ gehen in diesem Jahr an je zwei Personen bzw. Initiativen. Die Ministerin übergibt die Auszeichnungen bei der landesweiten Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht, im Münster zu Bad Doberan.

Den mit 4.000 Euro dotierten „Friedrich-Lisch-Denkmalpreis“ teilen sich der Tischlermeister Ingo Arlt aus Goldberg und der Speicher e. V. Ueckermünde:

Arlt wird für sein bemerkenswertes privates Engagement für den Erhalt der Zwillingsmühlen in Neuvorwerk ausgezeichnet. Mit ihrer fachgerechten Sanierung will er die Windmühlen als technisches Denkmal bewahren, ohne dabei einen wirtschaftlichen Erfolg in Aussicht zu haben.

Der Speicher e. V. Ueckermünde hat es geschafft, mit seinem unermüdlichen Einsatz die historische Speicheranlage in Ueckermünde nicht nur zu erhalten, sondern sie mit einem fantasievollen Konzept zu einem Kulturzentrum zu machen, das Einheimische wie Touristen gerne besuchen.

„Sich mit so viel Zeit und Energie einem Denkmal zu widmen, ist für die jeweilige Region von riesigem Wert“, erklärte die Ministerin im Vorfeld der Preisverleihung. „Die Preisträger arbeiten ja nicht daran, ein Gebäude, sondern vielmehr ein Stück Geschichte zu bewahren und diese Geschichte erlebbar zu machen. Das ist eine Leistung für uns alle.“

Der mit 700 Euro dotierte „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche“ geht in diesem Jahr an zwei Projekte von Schulen in Wismar und Stralsund:

Was macht die Energiewende mit unserer Kulturlandschaft? Wie vertragen sich Windkraft und Denkmalschutz? Solchen Fragen spürt das Projekt „Denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ der Großen Stadtschule Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar nach. Gemeinsam mit fachkundigen Paten aus Wissenschaft und Politik arbeiten die Jugendlichen brandaktuelle Themen der Denkmalpflege und unserer Gesellschaft auf.

Unter dem Dach der Kirchengemeinde St. Nikolai in Stralsund befassen sich die Kinder der örtlichen Jona Schule in einem Kreativkreis mit dem Baudenkmal St. Nikolai. Dabei haben sie so viel über die baulichen Eigenheiten und die Geschichte der Kirche gelernt, dass die Kinder regelmäßig Führungen anbieten und so mit ihrem Wissen Besucher und Touristen begeistern.

„Dass Denkmalschutz kein angestaubtes Thema ist oder nur ältere Menschen interessiert, zeigen uns diese beiden Projekte. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen schaffen es mit ihrer großen Neugier, die Denkmale vom Früher ins Jetzt zu holen“, freute sich Hesse.

Die diesjährige „Lobende Erwähnung“ verbunden mit einem Preisgeld von 300 Euro erhält der Förderverein der Kirche zu Kirch Stück e. V. Der Verein trieb die Sanierung der Kirche St. Georg voran mit dem Ziel, das Gebäude zu einem plattdeutschen Zentrum zu machen. Neben den entsprechenden Kulturveranstaltungen sind vor allem die auf Platt gehaltenen Gottesdienste inzwischen ein echter Besuchermagnet.

Dahlemann: Schlösser und Gutshäuser tragen zur regionalen Identität bei

Schwerin – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat während seines „Schlösser- und Gutshäusertages“ eine positive Zwischenbilanz seiner Vorpommerntour gezogen: „Ich habe bisher viele Gespräche zu den verschiedensten Themen geführt. Beim heutigen Thementag habe ich mich noch einmal davon überzeugen können, wie wichtig die historischen Schlösser, Guts- und Herrenhäuser für den Tourismus in der Region, gerade im vorpommerschen Hinterland einige Kilometer weg von der Ostseeküste, sind.“

Dahlemann dankte während seines Besuches auf Schloss Ludwigsburg den ehrenamtlichen Akteuren vor Ort, wie z. B. Christel Schmidt, der langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins Ludwigsburg und auch denen, die privates Geld für die Sanierung dieser historischen Stätten in die Hand nehmen.

Gute Konzepte seien der Schlüssel zum Erfolg. Die Umsetzung solcher Konzepte sei mit dem Ludwigsluster Schloss und dem Schloss Bothmer im Landkreis Nordwestmecklenburg, die sich beide in Landeseigentum befinden, gut gelungen. Dahlemann: „Dieser Verantwortung müssen wir uns als Landesregierung auch in Vorpommern weiter stellen, zum Beispiel bei der langersehnten Sanierung des Schlosses Ludwigsburg, denn dieses geschichtliche Juwel der Pommerschen Herzöge hat Potenzial für den gesamten östlichen Landesteil.“

Aber auch Vorpommern könne bereits mit guten Beispielen punkten. Als ein Schmuckstück gelte das Jagdschloss Granitz auf Rügen. In gemeinsamer Kraftanstrengung von Land und dem Seebad Ueckermünde sei es gelungen, das Schloss in der Stadt umfangreich zu sanieren. „Damit ist das Seebad um eine Attraktion, die auch die regionale Identität stärkt, reicher. Und auch das Wasserschloss in Quilow wird gegenwärtig denkmalgerecht saniert. Dafür hat die Landesregierung Fördermittel an die Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum übergeben.“

„Macht und Pracht“: Tag des offenen Denkmals im Kloster Bad Doberan

Bad Doberan – Der bundesweite Tag des offenen Denkmals steht in diesem Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern findet am Sonntag, dem 10. September 2017, im ehemaligen Zisterzienserkloster Bad Doberan im Landkreis Rostock statt.

„In der Klosteranlage lässt sich das Motto sehr schön aufgreifen, schließlich war dort die Grablege des Fürstentums Mecklenburg“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Zudem war das Kloster lange Zeit das geistliche, politische und wirtschaftliche Zentrum Mecklenburgs, und davon zeugt es noch heute“. Die Ministerin betonte, den Aktionstag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gerne zu unterstützen: „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es so viel Schützens- und Erhaltenswertes. Indem solche Tage diese Schätze erlebbar machen, sensibilisieren wir ein breites Publikum für dieses wertvolle Erbe“.

Landesweit haben am Tag des offenen Denkmals in MV Schlösser, Guts- und Herrenhäuser, Kirchen, Bürgerhäuser, Parks und Gärten, Villen in den Ostseebädern und auch Großbauten der Moderne ihre Tore geöffnet. Welche und wo genau, ist ab August unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm/ abrufbar.

Seit 2008 werden bei der zentralen Eröffnungsfeier des Landes auch der Friedrich-Lisch-Denkmalpreis und der „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche“ verliehen. Die Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger konnten bis Ende Mai beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingereicht werden. Der Friedrich-Lisch-Denkmalpreis ist mit 4.000 Euro, der „Denk mal!“-Preis mit 700 Euro dotiert.

Gartentag im Schlosspark Bothmer

Bothmer – Am kommenden Sonntag veranstalten die Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern erneut einen Gartentag im Schlosspark Bothmer. Mit dabei sind die Musiker der Mecklenburgischen Staatskapelle, die mit ihrer Tour „Bella Italia“ Station im Klützer Winkel machen.

Finanzminister Mathias Brodkorb wird den Gartentag um 11 Uhr offiziell eröffnen. Direkt im Anschluss spielen die „MeckProms on Tour“ im Garten hinter dem Haupthaus. Karten für dieses Konzert können ab 10 Uhr vor Ort zum Preis von 26 Euro erworben werden.

Im Ehrenhof widmen sich dann ab 12:30 Uhr mehrere Stände dem Thema „Garten“ in all seinen Facetten. Neben der Staudengärtnerei aus Klütz präsentieren sich hier auch eine Rosenbaumschule, eine Obstbaumschule, es gibt einen Kräuterstand und andere Stände, die vorwiegend Anregungen zur Gestaltung privater Gärten geben.

Über die Gestaltung eines öffentlichen Schlossgarten können sich die Besucherinnen und Besucher um 13 und um 15 Uhr bei Führungen informieren. Der Schlossgärtner selbst wird diese Exkursionen führen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Ein Kinderprogramm für die kleinen Gartenbesucher rundet den diesjährigen Gartentag in Bothmer ab.

Sanierung des Schlossturmes in Ueckermünde

Ueckermünde – „Das Seebad Ueckermünde wird mit Unterstützung des Landes noch attraktiver“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann bei der Übergabe von vier Zuwendungsbescheiden mit einer Gesamtsumme von rund 672.000 Euro an den Bürgermeister der Stadt Gerd Walther.

„Wir werden mit rund 300.000 Euro aus EFRE-Mitteln die Sanierung des Schlossturmes unterstützen. Dabei sollen das Mauerwerk und die Fassade erneuert werden. Der Turm beherbergt das Schlossmuseum und gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Er ist wichtig für die regionale Identität und für den Tourismus. Wir wollen dafür sorgen, dass der Turm in neuem Glanz erstrahlt“, sagte Dahlemann.

Mit über 320.000 Euro wird die energetische Sanierung der Turnhalle der Regionalen Schule gefördert. „Ueckermünde profitiert davon gleich doppelt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine moderne Turnhalle. Und die Stadt kann Energiekosten sparen“, erläuterte der Staatssekretär. Ueckermünde habe in den letzten Jahren mit Unterstützung des Landes viel in seine Schulstandorte investiert. „Das ist vorbildlich. Darüber freue ich mich sehr.

Außerdem wird der Abfluss von Regenwasser an der Kirche St. Marien verbessert. Schließlich wird eine Freifläche an der Belliner Straße neu gestaltet und behindertengerecht saniert. Am Wochenende steht bereits der nächste Besuch Dahlemanns in Ueckermünde an. Dann nimmt der Parlamentarische Staatssekretär an der Eröffnung der Hafftage teil. „Das ist eines der wichtigsten Volksfeste bei uns in der Region. Ueckermünde präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Ich bin fest davon überzeugt: Das werden wieder drei großartige Tage für die Stadt.“

Restaurierung und Umbau des Wichernsaals in Schwerin

Schwerin – Heute übergibt Bauminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid für die Restaurierung und den Umbau des Wichernsaals an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin Dr. Rico Badenschier. Die Fördermittel in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro stammen aus dem EFRE-Strukturfonds 2014-2020 für integrierte nachhaltige Stadtentwicklung. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund drei Millionen Euro.

Die Landeshauptstadt beabsichtigt, das stadtgeschichtlich bedeutsame Einzeldenkmal, den Wichernsaal am ehemaligen Stephanusstift, zu einer Bildungsstätte und zu einem Begegnungszentrum umzubauen. Das in seinem Fortbestand derzeit stark gefährdete Gebäude soll wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Vereinshaus zugeführt werden.

Die Maßnahme beinhaltet den Erhalt und die Restaurierung der noch aus dem 19. Jahrhundert original vorhandenen Konstruktionsteile und Schmuckdetails unter Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes sowie die energetische Instandsetzung und den behindertengerechten Umbau des Gebäudes mit dem Ziel, das Vereinshaus und den Saal als funktionale Einheit nutzen zu können.

Es entstehen neben dem Saal mit seiner multifunktionalen Nutzung, Seminar- und Tagungsräume sowie Umkleide-, Technik- und Sanitärräume. Die Maßnahme soll im September 2018 begonnen und voraussichtlich im vierten Quartal 2020 fertig gestellt werden.

Land saniert Klosterkirche Dobbertin zum 800-jährigen Jubiläum

Dobbertin – 2020 steht das 800-jährige Jubiläum der Klosteranlage in Dobbertin bevor. Bei einem Vor-Ort-Termin sagte der für den Landesbau zuständige Minister Mathias Brodkorb nun eine Sanierung der Klosterkirche zu.

Jahrzehntelange Durchfeuchtungen der Außenwände führten zu starken Beschädigungen an Wandflächen aber auch der Innenausstattung. Um diesen Zustand zu ändern, sind umfangreiche Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten notwendig.

Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) erarbeitete daher einen Sanierungsfahrplan bis zum großen Jubiläum im Jahr 2020. Dieses Konzept ließ sich Finanzminister Mathias Brodkorb heute in Dobbertin vorstellen.

In den kommenden drei Jahren soll mit Arbeiten an den Putzflächen, den Farbfassungen, Fenstern, Böden und der hölzernen Innenausstattung begonnen werden. Die geschätzten Kosten betragen etwa 300.000 Euro pro Jahr. Ziel ist es, dass der Innenraum vom Altar bis zur Unterkirche im Jubiläumsjahr genutzt werden kann. Dabei sollen die Baumaßnahmen so geplant werden, dass die Kirche weiterhin nutzbar bleibt. Mit 30.000 Gästen ist die Klosterkirche ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur in der Region.

Ursprünglich war die Klosterkirche 1220 als Mönchskloster der Benediktiner gegründet und später in ein Stift zur Unterbringung von adeligen Damen umgewandelt, heute wird das Kloster Dobbertin als Diakoniewerk genutzt.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Hier in Dobbertin ist die Geschichte spürbar. Wir haben die Pflicht, diese einmaligen Zeugnisse auch für die kommenden Generationen zu bewahren. Mit der umfangreichen Sanierung stellen wir uns dieser Verantwortung.“

Parchim erhält Zuwendung für die Sanierung der Wallanlagen

Parchim – Die Stadt Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) möchte die historischen Wallanlagen sanieren. Für dieses Projekt stellt das Energieministerium aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Finanzhilfen für Integrierte nachhaltige Stadtentwicklung in Höhe von rund 810.000 Euro zur Verfügung. Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben betragen rund 1,1 Millionen Euro.

Mit der Sanierung der Wallanlagen soll das wertvolle kulturhistorische Erbe für Bewohner und Touristen erlebbar gemacht und für nachfolgende Generationen gewahrt werden. Mit Projekten wie der Revitalisierung der historisch bedeutsamen Wallanlagen werden Akzente zur Aufwertung von Freiflächen gesetzt, die der Erholung und Freizeitgestaltung der Einheimischen und Touristen dienen. Bausteine der Sanierung sind die Wiederherstellung zugewachsener Blick- und Sichtachsen, die nachhaltige Pflege und Entwicklung der Baum- und Gehölzbestände nach Vorbild historisch nachweisbarer Pflanzenlisten und die Neuordnung der Wege.

Für das Vorhaben wurde ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn gewährt, so dass im August 2016 begonnen werden konnte. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2018 geplant.

Engagement der Kirchenförderer macht Erhalt der Gotteshäuser noch wertvoller

„Die Kirchengemeinden haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten großartiges geleistet. Sie haben es geschafft, viele Kirchen und das Gemeindeleben zu erhalten. Einen gewichtigen Anteil daran haben Spender, Förderer, der Staat, aber vor allem die Menschen in den Gemeinden. Im Namen der Landesregierung spreche ich daher meinen Dank aus“, sagte Justizministerin Hoffmeister zum Tag der Kirchenbau-Fördervereine in Parchim.

„Ich habe mir gerade selbst ein Bild von einem solchen Engagement gemacht. Die Dorfkirche St. Laurentius in Hornstorf ist ein Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von Vereinen, Gemeinde und Spendern. Von über 820.000 Euro, die letztes und dieses Jahr in die Sanierungsarbeiten flossen und fließen, kamen allein 46.000 Euro vom Förderverein, von Spendern und der Kirchengemeinde. Das ist ein ganz wichtiger Beitrag. Dieses Engagement vor Ort machen die Arbeiten an Sakristei, Turm oder Dach der über 600 Jahre alten Hornstorfer Kirche noch wertvoller“, so Ministerin Hoffmeister.

„Der Einsatz der vielen Fördervereine im Land lohnt sich. Ihr Glaube versetzt Berge, ihr Herzblut erhält Leben. Beides zusammen stärkt unsere Kirchengemeinden und stützt unsere christlich geprägte Gesellschaft. Die Kirchen haben in Jahrhunderten Kriege, Zerstörung und zwei Diktaturen überlebt. Sie sind heute Orte des Glaubens, der Besinnung und touristischer Magnet. Ihr Erhalt wird uns weiter beschäftigen. Darum wünsche ich allen Förderern, Spendern und Menschen vor Ort, dass ihnen nicht die Kraft für ihr Engagement ausgehen möge“, sagte die Justizministerin.