Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausbauen

Greifswald – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat sich beim Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns beim Unternehmerverband Vorpommern e.V. über die regionale Entwicklung in der Region informiert. Ein regelmäßiges Thema des RATs ist die verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit. „Gerade Kooperationen über unsere Landesgrenze im Osten hinaus leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität in dieser Region. Sie bringen die Regionen beiderseits der Grenze und ihre Einwohner noch besser zueinander. Ziel ist es, die Lebensperspektiven für die Bewohner erfolgreich weiter zu mehren“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph in Greifswald.

Der Staatssekretär machte auf ein neu im Begleitausschuss des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen befürwortetes deutsch-polnisches Projekt aufmerksam. Unter dem Titel „Drei Kitas – Zwei Sprachen – Ein Weg“ sollen drei Kindertagesstätten auf der Insel Usedom (in Heringsdorf, Zinnowitz und Swinemünde) neu entstehen. „Ziel ist der Auf- und Ausbau der Kitas mit bilingualer Ausrichtung (deutsch und polnisch) im grenznahen Bereich zur Förderung einer frühen Mehrsprachigkeit bei den Jungen und Mädchen. Die deutschen und die polnischen Kinder erhalten durch das Erlernen der jeweiligen Nachbarsprache die Chance, die jeweils andere Kultur, Geschichte und Sprache hautnah kennen und schätzen zu lernen. So wird ein wichtiger Schritt zur Völkerverständigung bereits im frühen Kindesalter gefördert“, so Rudolph weiter. Partner im Projekt sind die Volkssolidarität Greifswald-Ostvorpommern e.V., das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e.V. (CJD) aus Brandenburg und aus der polnischen Wojewodschaft Westpommern die Stadt Swinemünde. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt betragen rund 6,9 Millionen Euro. Das Vorhaben wird aus dem Interreg-Programm, aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von bis zu 3,3 Millionen Euro unterstützt.

Der Begleitausschuss des grenzüberschreitenden Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen hatte zwei weitere Projekte befürwortet. Im Mittelpunkt des Projektes „Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss“ steht die Erarbeitung einer durchgängigen Bildungskonzeption von der Kita bis zur Berufsschule über zusätzliche Unterrichtsangebote sowie die Qualifizierung von deutschen und polnischen Pädagogen. Zusätzlich soll ein jährliches Begegnungsprogramm für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen organisiert werden. Ein Kernelement des Projektes soll eine grenzübergreifende Werbekampagne für die Kultur und Sprache des Nachbarlandes sein. Partner im Projekt sind aus MV der Landkreis Vorpommern-Greifswald, die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) sowie die Universität Greifswald. Der brandenburgische Landkreis Uckermark beteiligt sich ebenso an dem Vorhaben sowie die Wojewodschaft Westpommern.

In dem dritten Projekt „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ soll mittel- und langfristig die Anzahl der Kinder mit Übergewicht verringert werden. Kinder bekommen Ernährungstipps. Die Schulen sollen unter anderem mit Spielplätzen und Sporthallen ausgerüstet werden. Zielgruppe sind Kinder der 1. Klasse der Grundschulen in ausgewählten Gemeinden der Wojewodschaft Westpommern und der 2. Klasse der Grundschule in der Stadt Schwedt (Brandenburg).

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung. Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Der „Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns“ (RAT) hat sich im März 2009 in Lubmin konstituiert. Der RAT ist vom Unternehmerverband Vorpommerns (UVV) gegründet worden. Zu ihm gehören Vertreter aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik an. Der RAT vertritt die Wirtschaft, agiert aber auch als Mittler zwischen Wirtschaft und Politik sowie weiteren Interessensgruppierungen und verfolgt Ziele, die einhergehen mit der weiteren Stärkung der Wirtschaft Vorpommerns. (Quelle: Angaben Unternehmerverband Vorpommern).

Erweiterung der Johannesbad Fachklinik „Klaus Störtebeker“ Ostseestrand

Insel Usedom – Am Mittwoch ist in Kölpinsee (Insel Usedom) der erste Spatenstich für die Erweiterung der Johannesbad Fachklinik Klaus Störtebeker Ostseestrand gesetzt worden. Die Ostseestrandklinik bietet Vorsorgemaßnahmen für Eltern (sogenannte Mutter/Vater-Kind-Kuren) und Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche an. Träger der Klinik ist die Johannisbad Usedom AG & Co. KG.

„Mit der anstehenden Erweiterung werden sich die Bedingungen für Gäste und Personal weiter verbessern. Mecklenburg-Vorpommern erweist sich so einmal mehr als attraktiver Vorsorge- und Rehabilitationsstandort“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die Ostseestrand-Klinik mit rund 260 Betten besteht aus mehreren Gebäuden, die sich auf einem weitläufigen Gelände mit Spiel- und Sportplätzen befinden. Insgesamt 96 Mitarbeiter, insbesondere Ärzte, Pflegepersonal, Physio- und Sporttherapeuten, Ernährungsfachleute, Psychologen und Pädagogen sind vor Ort tätig. Das Leistungsspektrum umfasst die Bereiche psychosomatische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen/Adipositas, Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen und orthopädische Erkrankungen.

Nach Klinikangaben sind die Betten mit weit über 90 Prozent ganzjährig ausgelastet. In der Klinik wird für schulpflichtige Patienten auch eine unterstützende Lernbegleitung angeboten. „Die Klinik bietet neben den Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auch Eltern die Möglichkeit, Vorsorge zu treffen. So kann auch die eigene Leistungsfähigkeit gestärkt werden, um langfristig die Lebensqualität zu erhöhen. Dazu tragen das familiengerechte Umfeld, die professionelle Kinderbetreuung und die medizinische Kompetenz der Mitarbeiter in der Klinik bei“, sagte Rudolph.

Mit dem Neubau entstehen 14 Patientenappartements für Mutter-Vater-Kind-Vorsorgemaßnahmen. Zusätzlich sind unter anderem Spiel- und Aufenthaltsbereiche, eine Empfangshalle, Kinderwagenabstell- und Technikräume sowie der Einbau eines Fahrstuhles geplant. „Mit dem Neubau und der damit folgenden Erhöhung der Bettenkapazitäten wird für die medizinische Versorgung sowie für weitere Aktiv- und Erholungsangebote mehr Raum geschaffen“, sagte Rudolph.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 60 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit insgesamt rund 10.400 Betten. Nach Angaben des Statistischen Amtes wurden dort im Jahr 2015 knapp 130.000 Patienten mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 23,8 Tagen stationär behandelt. In den Kliniken arbeiten 471 Ärzte und mehr als 4.900 nichtärztliche Mitarbeiter.

Festival Nordischer Klang eröffnet

Greifswald – Das Festival Nordischer Klang ist in Greifswald durch den Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Christian Frenzel eröffnet worden.

„Die Ostsee ist heute stärker denn je ein verbindendes Meer. Und kein Bereich hat dabei so einen großen Anteil an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Völker-verständigung wie die Kultur“, sagte der Staatssekretär in seinem Grußwort.

Das zeige beispielhaft das Festival Nordischer Klang. „Es ist das größte alljährlich in Deutschland stattfindende Festival nordischer Kultur außerhalb Skandinaviens. Seine Strahlkraft reicht weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. Und es begeistert sein Publikum mit seiner großen Vielfalt jedes Jahr aufs Neue“, lobte Frenzel.

Auch in diesem Jahr warte ein vielfältiges Programm auf die Besucherinnen und Besucher. In über 50 Programmpunkten ganz unterschiedlicher Art können Festivalbesucher die nordische Kunst und Kultur kennenlernen.

Vorbereitungen für Projekt `Portalpraxis´ in Wolgast laufen

Wolgast – Die Kreiskrankenhaus Wolgast GmbH erhält einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn für das Projekt `Pädiatrische Portalpraxis Wolgast`. „Die Vorbereitungen für die Portalpraxis laufen. Wir schaffen mit dem Maßnahmebeginn die Voraussetzungen für die Umsetzung des neuartigen Projektes in Wolgast. Die Ausschreibungen für die Herrichtung der Räume können starten und Personal kann gewonnen werden. Vor Ort soll ein Modell erprobt werden, das zu einer sektorenübergreifenden Versorgung in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) beiträgt. Zudem werden damit auch die Bedarfe beispielsweise durch die touristische Saison entsprechend berücksichtigt. So können flexible Regelungen zur Sicherstellung der Versorgung im Rahmen des Projektes erprobt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

In Wolgast wird eine intersektorale fachärztliche Notfallversorgung am Beispiel der Pädiatrie in einer ländlichen Region durch eine Portalpraxisklinik aufgebaut. „Da eine solche Versorgungform bisher noch nicht in der Regelversorgung existiert, soll anhand des Projekts modellhaft die Praxistauglichkeit erprobt werden. Es ist notwendig, Versorgungskonzepte mit neuen Formen der Behandlung und Betreuung zu entwickeln, um weiterhin einen hohen fachlichen Standard zu gewährleisten“, erläuterte Glawe weiter. Zu den Zielen zählen unter anderem eine gut erreichbare Notfallversorgung in einem ländlich strukturierten Gebiet, die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte sowie der Einsatz telemedizinischer Instrumente für z.B. Videosprechstunden oder eine ärztliche Zweitmeinung. „Zudem wird ein kindgerechter Bereich mit 10 Plätzen als Portal-Praxisklinik gestaltet“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

Eine wichtige Aufgabe für die Portalpraxisklinik ist die Sichtung und Einteilung („Triage“) der als Notfall ankommenden Kinder und Jugendlichen. „Hierzu sind ein ärztlicher Dienst sowie Kinderkrankenschwestern erforderlich. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Nutzung telemedizinischer Netzwerke. Für die Einrichtung und den Betrieb der Portalpraxisklinik am Krankenhausstandort Wolgast sind Ärzte und Krankenschwestern/Krankenpfleger erforderlich. „Hier laufen die Gespräche weiter. Die Fachkräftesuche ist eine Herausforderung. Alle Beteiligten sind gefordert, ihre Bemühungen weiter zu intensivieren“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Tourismusabend auf der Insel Usedom

Insel Usedom – Über die Entwicklung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern hat Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe am Freitag in Mellenthin (Insel Usedom) beim ersten Tourismus-Abend der Nordkurier Mediengruppe diskutiert. „Mecklenburg-Vorpommern hat sich in seiner touristischen Vielfalt als attraktives Urlaubsland einen guten Namen erarbeitet. Immer mehr Gäste entdecken unser Land. Entscheidend ist, dass wir uns unentwegt darum bemühen, unsere Stammgäste zu halten, neue Zielgruppen zu gewinnen und aus Erstbesuchern Wiederholungsurlauber zu machen. Wir können unser Potential für unsere Gäste noch besser ausschöpfen. In den Küstenregionen kommt es vor allem auch auf qualitatives Wachstum an: mehr Wertschöpfung durch den einzelnen Gast und eine Verlängerung der Saison. Im Binnenland geht es um die Entwicklung zusätzlicher Angebote. Das Thema ist hier Urlaub in ländlichen Regionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Im Jahr 2016 wurden nach der amtlichen Statistik in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 7,6 Millionen Ankünfte und 30,3 Millionen Übernachtungen registriert.

Nach der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen 2016 (FUR) interessieren sich rund 4,2 Millionen Deutsche (6 Prozent der Bevölkerung) im Zeitraum 2016 bis 2018 sowohl für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern, als auch für Urlaub auf dem Lande. „Kultur und Tourismus können in den ländlichen Räumen zukünftig mehr voneinander profitieren und Mecklenburg-Vorpommern auch als Kulturland bekannter machen. So kann es uns gelingen, unseren Gästen neben der Ostseeküste auch die Schönheiten im Binnenland zu präsentieren. Das stärkt den Tourismus insgesamt. So gilt es beispielsweise, Angebote im Bereich Tradition und Brauchtum für die Urlauber im ganzen Land erlebbar zu machen. Insbesondere in der Region Vorpommern sehe ich das Thema Romantik gut positioniert“, sagte Glawe.

Das Reisegebiet Vorpommern ist mit über 2,1 Millionen Ankünften und mehr als 9,8 Millionen Übernachtungen im Jahr 2016 die touristisch erfolgreichste Region des Landes. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mit 4,5 Nächten über dem Landesschnitt von vier Nächten. Die durchschnittliche Auslastung betrug 2016 38,1 Prozent (MV gesamt: 35,8 Prozent).

„Das große Interesse am Reisegebiet Vorpommern wollen wir nutzen und die Gäste auch für Orte, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen außerhalb der Küstenregionen begeistern“, sagte Glawe. Drei Kooperationsnetzwerke zur Positionierung zukunftsträchtiger Tourismusschwerpunkte im ländlichen Raum sind derzeit aktiv: „Erlebnis-Landwirtschaft“ mit den Themen Reiten und Fahren sowie Typisch regional, „Aktivität in der Natur“ mit den Themen Wandern und Angeln sowie die „Förderung des kulturellen Erbes im ländlichen Raum“ mit den Themen Romantik und Brauchtum.

Die Gesamtkosten betragen rund 1,8 Millionen Euro; das Wirtschaftsministerium unterstützt die Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro (Projektlaufzeit 2015 bis 2017).

Unter dem Motto „Natürlich romantisch“ finden in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen statt, unter anderem:

  • Am 17. und 18. Juni der 4. Greifswalder Klostermarkt an der Klosterruine Eldena – neben einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm präsentieren Künstler und Handwerker an rund 60 Ständen und Stationen ihre vorrangig regionalen Produkte.
  • Am ersten Wochenende im Juli treffen sich Jazzfreunde in der Klosterruine Eldena – vom 30.06. bis 01.07.2017 laufen zum 37. Mal die Eldenaer Jazz Evenings Greifswald
  • Am Dienstag, den 5.September, findet um 13 Uhr unter dem Motto „Happy Birthday C. D. Friedrich“ eine romantische Führung über den Baumwipfeln statt. Das Naturerbe Zentrum Rügen lädt ein, den Baumwipfelpfad mit den Augen des Künstlers Caspar David Friedrich zu entdecken.

„Um weiter im Tourismus erfolgreich zu sein, unterstützen wir die touristische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel muss es sein, das touristische Angebot insbesondere bei schlechtem Wetter und außerhalb der Saison noch zu erweitern“, betonte Glawe. Das Wirtschaftsministerium hat in der Region Vorpommern seit 1990 aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) in der Region Vorpommern 785 touristische Infrastrukturvorhaben bei einem Gesamtvolumen in Höhe von 776,2 Millionen Euro mit rund 516,5 Millionen Euro unterstützt. Im gewerblichen Tourismus sind in Vorpommern seit 1990 insgesamt 1.724 neue Investitionsvorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro in Höhe von 743 Millionen Euro gefördert worden. Durch die Projekte sind 7.531 neue Arbeitsplätze entstanden und 7.785 Jobs wurden gesichert.

Insgesamt ist in Mecklenburg-Vorpommern die touristische Infrastruktur seit 1990 für 1.623 Fördervorhaben mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,49 Milliarden Euro in Höhe von einer Milliarde Euro unterstützt worden. Im gewerblichen Tourismus wurden seit 1990 3.309 Vorhaben bei Gesamtinvestitionen von 5,34 Milliarden Euro in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro gefördert. Damit entstanden mehr als 15.400 Arbeitsplätze.

Der Tourismus-Abend wurde von der Nordkurier Mediengruppe organisiert, die zudem zwei Jubiläen feierte. Zum einen beging das Magazin „Usedom aktuell“ des Nordkuriers sein 25-jähriges Erscheinen. Mit Kultur- und Freizeittipps, Veranstaltungskalender und Reportagen informiert die Zeitschrift über die Insel Usedom.

Strandhotel Seerose feiert 20-jähriges Bestehen

Insel Usedom – Das Strandhotel Seerose in Kölpinsee (Gemeinde Loddin, Insel Usedom) hat am Sonnabend mit einem Jubiläumsball sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. „Das Strandhotel Seerose hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich – aus einem ehemaligen Ferienheim ist mit viel Tatkraft der Besitzer und dank guter Planung, stetiger Investitionen sowie einer hohen Serviceorientierung der Mitarbeiter eine Wohlfühloase inmitten beeindruckender Natur entstanden. Ganzjährig geöffnet, werden die attraktiven Wellness- und Freizeit-Angebote von den Gästen stark nachgefragt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das Hotel hat 109 Zimmer, drei Ferienwohnungen, einen Spa- und Wellnessbereich sowie einen Saal für Tagungen und Events. 67 Mitarbeiter sind im Strandhotel Seerose tätig, davon jeder Dritte mehr als zehn Jahre. In den letzten Jahren wurde in den Bau von Mitarbeiterwohnungen investiert. Durch den DEHOGA ist das Strandhotel Seerose als „4 Sterne Superior“ klassifiziert; im Jahr 2015 erhielt das Hotel das Qualitätssiegel „Q“ der Stufe II (Initiative ServiceQalität Deutschland) als eines von fünf Hotels in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Zertifizierung gilt für drei Jahre, anschließend ist eine Rezertifizierung oder die Beantragung der Stufe III möglich. Nach eigenen Angaben verbuchte das Hotel in den vergangenen 20 Jahren mehr als 385.000 Übernachtungen. „Vor allem die regelmäßige Organisation kultureller Events hat sich zu einem Alleinstellungsmerkmal der Seerose entwickelt. Konzerte, Frühlings- und Herbstbälle, das Kölpinseer Oldtime-Jazz-Festival und die Usedomer Heringsgala sind nur einige Beispiele. All das trägt entscheidend dazu bei, auch in der Nachsaison eine gute Auslastung zu sichern. Das stärkt den Tourismus auf der Insel Usedom insgesamt“, betonte Rudolph.

Auf der Insel Usedom gab es im Jahr 2016 mehr als eine Million Ankünfte (+6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und über 5,3 Millionen Übernachtungen (+4,7 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste lag mit 4,9 Nächten über dem Landesschnitt von vier Nächten. Im Seebad Loddin wurden 2016 rund 48.600 Ankünfte (+3,0 Prozent) und knapp 380.000 Übernachtungen (3,9 Prozent) gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag mit 7,8 Nächten sehr hoch.

In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt gab es im Gesamtjahr 2016 einen Übernachtungsrekord: Die Marke von 30 Millionen Übernachtungen wurde erstmals überschritten. Insgesamt gab es 30,3 Millionen Übernachtungen (+2,8 Prozent) und 7,6 Millionen Ankünfte (+2,3 Prozent). „Für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern haben wir damit das dritte Rekordjahr in Folge erreicht. Vor allem Vorpommern ist neben der Mecklenburgischen Ostseeküste ein Zugpferd im Tourismus“, sagte Rudolph.

1,5 Millionen Euro zusätzlich für Verbesserung der Kindertagesförderung

Greifswald – Der Landkreis Vorpommern-Greifswald erhält vom Land zusätzliche Mittel für die Verbesserung der Kindertagesbetreuung in Höhe von 1.495.406 Euro. Die Hälfte des Geldes, also 747.703 Euro, wird vom Kreis direkt an die Gemeinden weitergeleitet. Einen entsprechenden Vertrag haben Sozialministerin Stefanie Drese und Landrätin Dr. Barbara Syrbe geschlossen. Die Mittel stammen aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld des Bundes.

„In Vorpommern-Greifswald kann damit die frühkindliche Förderung weiter ausgebaut werden“, sagte Stefanie Drese am Montag. „Der Landkreis und dessen politische Gremien entscheiden dabei selbst, wohin die Mittel konkret fließen. Bedingung ist nur, dass sie dem Kitabereich zu Gute kommen. Auch pädagogische Qualifizierungsmaßnahmen sowie Investitionen in Kita-Ausstattungen oder Räume sind möglich“, so die Sozialministerin.

Der Sozialdezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Dirk Scheer, betont: „Wir begrüßen die Zuweisung durch das Land und werden dafür Sorge tragen, dass die Mittel aus dem Betreuungsgeld zweckentsprechend bei den Kommunen eingesetzt werden. In den nächsten Tagen erfolgt die Ausschüttung dieser Finanzmittel an die Kommunen. Alle notwendigen Voraussetzungen hat der Landkreis diesbezüglich getroffen.“

Insgesamt erhalten die sechs Landkreise und zwei kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr über 10,35 Millionen Euro aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld. Für das Jahr 2018 stehen sogar 11,64 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte im Juli 2015, dass das Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstoße. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hatte daraufhin durchgesetzt, dass die Mittel den Ländern zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden.

Schienenpersonennahverkehr: Teilnetz Usedom neu vergeben

Insel Usedom – Der Schienenpersonennahverkehr im Teilnetz Usedom wird ab Dezember 2017 von der DB Regio AG bedient. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn erhielt den Zuschlag im Ausschreibungsverfahren und übernimmt damit die bisher von der Usedomer Bäderbahn (UBB) bedienten Strecken des Teilnetzes.

Das Teilnetz Usedom besteht aus den Verbindungen RB23 Stralsund – Swinemünde (ab Dezember 2019: Züssow – Swinemünde) und RB24 Zinnowitz – Peenemünde. Die durch die Landesregierung beauftragte Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (VMV) schreibt die Verkehrsnetze des Schienenpersonennahverkehrs regelmäßig europaweit aus. Die Ausschreibung von Verkehrsleistungen eines Verkehrsnetzes benötigt einen mehrjährigen Vorlauf. Aufgrund der sich überschneidenden Zeiträume der einzelnen Verkehrsverträge finden daher fortlaufend Planungen statt. Der aktuelle Verkehrsvertrag für das Teilnetz Usedom läuft zum Dezember dieses Jahres aus. Die Laufzeit des neuen Vertrages beträgt 13 Jahre. Die DB Regio AG war der einzige Bieter in dem Ausschreibungsverfahren.

Das Teilnetz Usedom soll künftig weitestgehend auf den Inselbereich beschränkt sein. Aus diesem Grund wird die RB23 Stralsund – Swinemünde voraussichtlich ab Ende 2019 verkürzt und als RB23 Züssow – Swinemünde verkehren. Bis dahin wird die Strecke zwischen Züssow und Stralsund aber weiterhin im Rahmen des Verkehrsvertrages Teilnetz Usedom bedient. Später soll dieser Abschnitt aus einem anderen Verkehrsvertrag bedient werden.

Die DB Regio AG wird die bislang auf den Strecken des Teilnetzes Usedom eingesetzten Fahrzeuge (Dieseltriebwagen vom Typ GTW 2/6) übernehmen. Der Fahrplan bleibt, von Detailänderungen abgesehen, unverändert. Als Verbesserung für die Kunden ist künftig auch die bargeldlose Bezahlung in den Zügen möglich.

Breitbandausbau im Landkreis Vorpommern-Greifswald

Anklam – Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung übergibt am Mittwoch (15.03.2017) sieben Zuwendungsbescheide zur Unterstützung der Kommunen im Landkreis Vorpommern-Greifswald beim Breitbandausbau an Landrätin Dr. Barbara Syrbe.

Um bis zum Jahr 2018 deutschlandweit eine flächen-deckende Breitbandabdeckung mit Datenraten von mindestens 50Mbit/s zu erreichen, stellt der Bund in mehreren Etappen mehr als zwei Milliarden Euro Fördermittel bereit. Die Förderung des Bundes beträgt bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten eines Ausbauprojektes. Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellt zur Verringerung des kommunalen Eigenanteils ergänzend eine Kofinanzierung des Bundesprogramms zum Breitbandausbau bereit.

Im Rahmen des zweiten Calls wurden sieben Projektanträge des Landkreises Vorpommern-Greifswald vom Bund bewilligt. Das Land gewährt für diese Projekte insgesamt eine Kofinanzierung aus Landesmitteln in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro. Diese werden zur Kofinanzierung von rund 65 Millionen Euro Bundesfördermitteln eingesetzt. Zusammen mit den kommunalen Eigenanteilen ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 96 Millionen Euro.

Bereits im ersten Call erhielt der Landkreis für drei Projektgebiete ca. zehn Millionen Euro Landesfördermittel und rund 28 Millionen Euro Bundesfördermittel. Zusammen mit den kommunalen Eigenanteilen ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 42 Millionen Euro.

Bisher werden somit 10 Projektgebiete im Landkreis mit ca. 30 Millionen Euro Landesfördermitteln und ca. 92 Millionen Euro Bundesfördermitteln unterlegt. Zusammen mit den kommunalen Eigenanteilen ergibt sich ein Gesamtvolumen von ca. 138 Millionen Euro.

Von den 98 Projektgebieten, mit denen das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend für den Breitbandausbau überplant wurde, wurden im ersten Call 24 Projekte und im zweiten Call 53 Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern durch den Bund bestätigt.

Wildwuchs von Windkraftanlagen

Energieminister Christian Pegel: „Mittel gegen Wildwuchs von Windparks stehen im Kreistag Vorpommern-Greifswald auf dem Prüfstand“

Schwerin – „Es ist uns mit den Mitteln der Raumordnung gelungen, Wildwuchs von Windkraftanlagen in Vorpommern trotz Wegfall des Windkraftkapitels im Regionalplan Vorpommern nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Sommer 2015 zu verhindern“, zieht Energieminister Christian Pegel ein positives Fazit für die letzten eineinhalb Jahre. Zugleich zeigte er sich besorgt, dass der Kreistag Vorpommern-Greifswald am Montag wichtige Kriterien der aktuellen Neuplanungen für die Windkraftplanung möglicherweise in Frage stellen könnte. Dann fehle für die in den vergangenen eineinhalb Jahren gelungene Steuerung des Windkraftausbaus auch ohne wirksamen Regionalplan die Grundlage. „Ich fürchte, dass wir dann keine Steuerung mehr haben, um Wildwuchs und neuen Bauanträgen überall in Vorpommern wirksam zu begegnen“, zeigt sich Pegel besorgt.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte mit Urteil vom 18. August 2015 die Windkraftplanung für die Region Vorpommern für unwirksam erklärt. Damit gilt mangels Planung wieder der gesetzliche Regelzustand nach dem Baugesetzbuch. Dieses sieht vor, dass an jedem Ort im sogenannten Außenbereich, der weitgehend mit dem ländlichen Raum identisch ist, Windkraftanlagen errichtet werden dürfen.

Um den 2011 begonnenen Prozess für eine neue Windkraftplanung für Vorpommern in seinem bereits sehr fortgeschrittenen Stadium nicht vor Abschluss der Planung zu gefährden – in dem etwa Windenenergieanlagen außerhalb der darin vorgesehen Eignungsgebiete errichtet werden – wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren seit dem Bundesverwaltungsgerichtsurteil 16 Projektanträge für die Errichtung neuer Windkraftanlagen durch die Behörden ganz oder teilweise abgelehnt (etwa 15 Prozent aller Anträge). „Das Gesetz ermöglicht uns, bei laufenden Planungen die Genehmigung neuer Projekte zu verhindern, wenn dadurch die schon sehr konkret gewordene Regionalplanung vor ihrem formellen Abschluss durch neu errichtete Windkraftanlagen faktisch ausgehöhlt würde“, erläutert der auch für die Landesplanung zuständige Minister.

Dies setze aber voraus, dass bereits eine sehr konkrete Planung vorliege. Diese müsse sich „verfestigt“ haben.

Am Montag, 13. März, berät der Kreistag Vorpommern-Greifswald über eine Beschlussvorlage, die vorsieht, den Mindestabstand zwischen Windeignungsgebieten von 2,5 auf 5 Kilometer auszuweiten. „Dies würde die bislang vorhandenen Möglichkeiten, Windparkprojekte aus raumordnerischen Gründen abzulehnen, erheblich schwächen“, warnt Energieminister Christian Pegel. Die vom Kreistag erwogene Forderung an den Planungsverband, die Grundlagen der Planung an einem wesentlichen Punkt neu zu fassen, verfestige die Planungen nicht, sondern schwäche diese ab. „Der Planungsverband würde damit bildlich gesprochen die Reset-Taste drücken und seine seit knapp fünf Jahren gediehenen Planungen weitgehend neu beginnen“, befürchtet Pegel weitreichende Folgen einer möglichen Kreistagsentscheidung. Bei einem Neubeginn gäbe es keine verfestigte Planung mehr, gegen die ein neu beantragtes Vorhaben verstoßen könne. „Dann wären uns als Raumordnung die Hände gebunden. Wir könnten Wildwuchs neuer Windräder in Vorpommern kaum noch wirksam begegnen“, fürchtet der für Raumordnung zuständige Minister.

Instandsetzung der Brücke über den Peene-Süd-Kanal bei Medow

Medow – Die Brücke über den Peene-Süd-Kanal bei Medow, einer Gemeinde westlich von Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald, weist grobe Mängel unter anderem an der Betondeckung der Überbauten, an den Brückengeländern und der Fahrbahndecke auf. Diese Schäden müssen dringend beseitigt werden, damit die Korrosion der Bewehrung aufgehalten und die Standsicherheit nicht gefährdet wird. Rund 180.000 EUR sollen dafür investiert werden, mit 133.650 EUR Sonderbedarfszuweisung unterstützt das Land bei der Finanzierung.

„Das Bauwerk liegt im ländlichen Raum und ist für die Infrastruktur der Region von Bedeutung“, sagte Minister Lorenz Caffier heute bei einem Besuch in Spantekow, bei dem er den Zuwendungsbescheid an die Landrätin des Landkreises Vorpommern-Greifswald Frau Dr. Barbara Syrbe übergab. „Die Investition ist somit ein Gewinn für alle, die als Anlieger die Verbindung der Ortsteile Medow und Krien nutzen, für den ÖPNV und für die ansässigen Landwirtschafts- und Tierzuchtbetriebe.“

Neues Modell in der Patientenversorgung vorgestellt

Anklam – Im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) ist am Dienstag ein innovatives Modell in der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam vorgestellt worden. Im Mittelpunkt der neuen Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. „Die Kooperation ist ein innovativer Ansatz. Die Akteure tragen gemeinsam zur Verbesserung der regionalen Versorgung vor Ort bei. Die Umsetzung erleichtert die Zusammenarbeit für Ärzte und Patienten gleichermaßen. Gerade die Vernetzung auf den verschiedenen Ebenen ist ein Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland. Wir brauchen mehr solche kreativen und mutigen Denkweisen bei uns in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Durchgeführt wird das Projekt vom Ärztenetzwerk HaffNet, der AOK Nordost, der Kassenärztliche Vereinigung M-V (KVMV) und die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern. Ziel ist es, für die Menschen in dieser Versorgungsregion die bedarfsgerechte wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Zudem sollen Versorgungsdefizite wie Doppel- oder Fehluntersuchungen und Probleme bei der Medikation etwa nach Krankenhausentlassungen vermieden werden. „Die Versorgung in dünn besiedelten ländlichen Räumen profitiert besonders von Netzwerken, da vorhandene Ressourcen besser genutzt werden. Der Übergang von der ambulanten zur stationären Versorgung ist gerade auch im Hinblick auf die Medikation eine kritische Situation. Durch die Kooperation können Fehler vermieden und die Behandlung deutlich verbessert werden. Dies kommt gerade der wachsenden Gruppe der älteren Patientinnen und Patienten zugute“, betonte Glawe weiter.

Gesundheitsminister Glawe machte deutlich, dass es wichtig ist, sich auf die Versorgung vor Ort zu verlassen. Gerade Hausärzte und Fachärzte in den Praxen und Kliniken sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Sie stellen die Grundversorgung sicher und lotsen die Patienten durch das Gesundheitssystem. Insofern ist es gut, dass HaffNet und die Partner sich hier stetig vernetzen und die Zusammenarbeit ausbauen“, betonte Glawe.

Auch aus Sicht der Gesundheitswirtschaft und der Wirtschaft allgemein lässt die vereinbarte Zusammenarbeit positive Effekte erwarten. „Die Arbeit für medizinische und nicht medizinische Fachkräfte wird im Rahmen der Kooperation vielfältiger und attraktiver. Arbeitsplätze werden gesichert, Ausbildungsmöglichkeiten werden interessanter. Es ist unser Interesse, Mecklenburg-Vorpommern als ganzheitliche Gesundheitsregion zu etablieren“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ (2015) erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Mit 136.600 Beschäftigten arbeitet mittlerweile etwa jeder fünfte Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaft. Der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes ist auf 14,6 Prozent gestiegen. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein Wachstumsmotor bei uns im Land. Der Gesundheitsmarkt bietet angesichts der demografischen Veränderungen und des steigenden Bewusstseins um das eigene Wohlbefinden noch riesige Chancen für innovative Ideen“, so der Minister. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

Neujahrsempfang der Stadt Usedom

Usedom – Die Stadt Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat am Freitag ihren traditionellen Neujahrsempfang gefeiert. Schwerpunktthema war die Erweiterung des Stadthafens zu einem Wasserwanderrastplatz mit 64 Liegeplätzen. „Die infrastrukturelle Weiterentwicklung des Stadthafens zum Usedomer-See-Zentrum ist eine kluge und richtungsweisende Entscheidung der Usedomer. Der Tourismus ist in der Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das Usedomer-See-Zentrum wird die Tourismuswirtschaft vor Ort stärken“, so der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

„Der Hafen mit seiner unmittelbaren Stadtlage ist ein idealer Anlaufpunkt für Wassersportler und zugleich ein touristisches Kleinod, das wir gemeinsam weiter entwickeln. Der Ausbau unterstützt die Bemühungen der regionalen Akteure, die Stadt und das Achterwasser insgesamt touristisch aufzuwerten und die Attraktivität der Region für Gäste und Einwohner zu erhöhen. Gleichzeitig wird eine vorhandene Lücke im Sportboothafennetz an der Ostseeküste und an der Binnenküste geschlossen. Neue Urlaubs- und Ausflugserlebnisse werden möglich“, so Rudolph weiter.

Das Gesamtvorhaben „Usedomer-See-Zentrum“ setzt sich aus einer Reihe von Einzelmaßnahmen zusammen. Bereits fertiggestellt sind die Nassbaggerarbeiten im Hafen- und Fahrrinnenbereich sowie der Rückbau von alten Gebäuden im Hafenbereich. Zusätzlich ist unter anderem vorgesehen, das vorhandene Hafenbecken zu verfüllen, um es als Veranstaltungsfläche zu nutzen, ein Bollwerk mit Bootskran zu errichten, eine Pontonbrücke zur Verbindung der Usedomer und Pasker Uferseite mit Klappbrücke zu bauen, die gleichzeitig als Rad- und Gehweg genutzt werden kann und zwei Schwimmstege anzulegen. Komplettiert wird die Gesamtmaßnahme durch eine Aufwertung der angrenzenden Infrastruktur. Neben der Errichtung eines Sanitär- und Hafenmeistergebäudes ist auch der Bau einer Slipanlage und eines Bootsdrehkranes geplant. „Durch das Usedomer-See-Zentrum bietet sich gewerblich-touristischen Unternehmen die Möglichkeit zur Ansiedlung. Neue touristische Angebote können entstehen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Region und trägt zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei“, betonte Rudolph.

Die Gesamtinvestitionen für das „Usedom-See-Zentrum“ betragen rund 15,4 Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Tourismusministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 13 Millionen Euro.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden im Jahr 2016 insgesamt elf Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 18,7 Millionen Euro realisiert. Die Vorhaben wurden vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 3,7 Millionen Euro unterstützt. Dadurch sind 93 neue Arbeitsplätze entstanden und 330 Jobs gesichert worden. Dabei handelte es sich unter anderem um die Errichtung eines Freizeitparks der Karl´s Tourismus GmbH in Koserow auf der Insel Usedom (Gesamtinvestitionen rund 8,1 Millionen Euro, Zuschuss knapp 972.000 Euro; 24 neue Arbeitsplätze). Weiterhin hat die Mosterei Nowack GbR in Lassan ihre Betriebsstätte zur Herstellung von Fruchtsäften erweitert. (Gesamtinvestitionen 474.000 Euro, Zuschuss 124.000 Euro, zehn Arbeitsplätze gesichert).

„Entscheidend für Mecklenburg-Vorpommern ist, dass der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Ich sehe aussichtsreiche Möglichkeiten bei der Angebotsschaffung für ein abwechslungsreiches touristisches Freizeitangebot, das ganzjährig für Urlauber attraktiv ist. In der Region ist das bisher gut umgesetzt worden“, hob Rudolph hervor.

Seit dem 01. Januar 2017 gilt für den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald der Fördersatzaufschlag von fünf Prozentpunkten. Bislang galten die erhöhten Fördersätze nur in den ehemaligen Landkreisen Ostvorpommern und Uecker-Randow. Neu hinzugekommen sind nun die Ämter Peenetal/Loitz und Jarmen/Tutow sowie die Stadt Greifswald. Mit der neuen Regelung gelten bis 2020 für den gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald Fördersätze von 20 Prozent für große Unternehmen, 30 Prozent für mittlere und 40 Prozent für kleine Unternehmen. Das sind jeweils zehn Prozent mehr als in anderen Landkreisen. „Wir haben bei der EU-Kommission für unsere Unternehmen und potentielle Investoren in Vorpommern gekämpft, um sie in der Region noch besser zu unterstützen“, sagte Rudolph.

Gemeinsames Training: Feuerwehr rettet Mitarbeiter der Stadtwerke aus Fernwärmeschacht

Greifswald – Die Stadtwerke Greifswald verfügen über ein kilometerlanges Leitungsnetz unter anderem für Strom, Fernwärme und Abwasser. Die Technik, mit der dieses betrieben wird, muss regelmäßig gewartet werden. Allein zum Bereich der Fernwärme gehören über 55 sogenannte Schachtbauwerke, in denen sich die Entleerungs- und Absperrarmaturen befinden. Um sie auf ihre einwandfreie Funktion hin zu überprüfen, müssen die Mitarbeiter der Stadtwerke in diese Schächte klettern. Doch was passiert, wenn sie in einem solchen Schacht verunglücken? Der andere Kollege vor Ort muss sofort die 112 anrufen und Hilfe anfordern. Die Rettung übernimmt dann die Feuerwehr.

Mitarbeiter der Stadtwerke und Kameraden der Greifswalder Feuerwehr haben darum heute gemeinsam die Rettung aus solchen Bauwerken trainiert. Bei einer Schulung auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr erhielten die Teilnehmer zunächst einen theoretischen Einblick, anschließend standen Knotenkunde und das Anlegen des Rettungsgeschirrs auf dem Programm. Ab Mittag erfolge dann das Training unter echten Bedingungen am Fernwärmeschacht in der Friedrich-Loeffler-Straße 36.

Die Mitarbeiter der Stadtwerke, die die Wartungsarbeiten durchführen, sind mir einer speziellen Kleidung und Technik ausgestattet. Unter anderem ist die Jacke und eine Weste am Rücken mit einem Metallring ausgestattet, an dem er im Falle eines Unglücks angelascht werden kann. Für die Bergung wurde eine Drehleiter eingesetzt. Mit Hilfe einer Seilwinde konnten die Eingestiegenen wieder nach oben gezogen werden.

Die Fernwärme verfügt in Greifswald über ein 87 Kilometer langes Leitungsnetz mit über 1300 Hausanschlussstationen. Im Stadtgebiet gibt es 55 Schachtbauwerke der Fernwärme. Dort befinden sich Entleerungs- und Absperrarmaturen, die in regelmäßigen Abständen auf einwandfreie Funktion überprüft werden. Das Abwasserwerk unterhält ein Kanalnetz, das aus 53 Kilometern Abwasserdruckleitungen auf einer Länge von rund 50 Kilometern und 300 Kilometern Freigefälleleitungen sowie den dazugehörigen 116 Pumpwerken innerhalb Greifswalds besteht. Hinzu kommen 12 Abwasserbauwerke und ca. 8.500 Regenwasser- und Abwasserschächte im Stadtgebiet, die bei Bedarf auch betreten werden müssen.

Innovative Neuerungen im Rettungsdienst

Greifswald – Der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Vorpommern-Greifswald plant gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald seit längerer Zeit ein umfassendes neues Konzept für den Rettungsdienst, welches nun umgesetzt werden kann. Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen des dünn besiedelten ländlichen Raumes, spürbar verbessert werden.

„Land|Rettung“ basiert vor allem auf dem Einsatz des Telenotarztes und auf der flächendeckenden Schulung von medizinischen Laien als Ersthelfer. Weitere Bausteine des Projektes sind die „Smartphone-basierte Alarmierung von Ersthelfern“ und die „Bessere Verzahnung zwischen kassenärztlichem Notdienst und Rettungsdienst“. Das von Prof. Dr. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald, initiierte Projekt wird über drei Jahre mit insgesamt 5,4 Millionen Euro durch den Innovationsfonds der Krankenkassen gefördert.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe begrüßt das Modellprojekt. „Für den ländlichen Raum brauchen wir innovative Lösungen in der Gesundheitsversorgung. Die durchgängige Notfallversorgung ist dabei eine wesentliche Aufgabe der Daseinsvorsorge. Das Projekt ist ein Beitrag, die Notfallmedizin in unserem Flächenland weiter zu verbessern“, sagte Gesundheitsminister Glawe.

„Das Projekt Land|Rettung zielt darauf ab, die Notfallversorgung im Landkreis Vorpommern-Greifswald weiter zu verbessern. Dabei handelt es sich um ein Konzept, welches aus vier Säulen besteht und dessen zentrales Element der Telenotarzt darstellt“, erläutert Dezernent Dirk Scheer. Der Telenotarzt überbrücke in Gebieten mit längerer Anfahrt die Zeit, bis der tatsächliche Notarzt am Einsatzort eintreffe. „Dabei steht der Telenotarzt über Funk mit dem Rettungswagen in Verbindung und kann so die Rettungsassistenten mit ärztlicher Kompetenz unterstützen. Auf seine Weisung hin und unter seiner Aufsicht können Rettungsassistenten und Notfallsanitäter schon mit der medikamentösen Therapie beginnen, während der Notarzt noch auf der Anfahrt ist“, ergänzt Hahnenkamp.

Dies bedeute gerade in ländlichen Regionen einen wesentlichen Zeitgewinn. Auch bei Verlegungen, so Hahnenkamp, könne das Telenotarzt-System eingesetzt werden, um Patienten während des Transportes noch besser zu überwachen und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen im Rahmen des Projektes zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Das Gesundheitsministerium unterstützt das Vorhaben mit bis zu 35.000 Euro aus Landesmitteln im Jahr 2017. Die Mittel werden für die so genannte Laienreanimation eingesetzt. Sie ist eine Säule des Projekts. Ziel dabei ist, flächendeckend die Wiederbelebungskompetenz und die Motivation der Bevölkerung zur Hilfeleistung zu aktivieren und zu schulen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit ist Kooperationspartner des Projekts und wird die Umsetzung des Projekts begleiten.

„Zusätzlich ist beabsichtigt, die Zusammenarbeit des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen neu zu ordnen sowie effizienter zu gestalten“, so Dr. Lutz Fischer. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises freut sich auf die intensive Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen als weitere Unterstützer des Projektes. Während der gesamten Erprobungsphase, so Fischer, werde zudem sehr genau geschaut, ob sich die neue Versorgungsform in medizinischer und wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich zur bisherigen Struktur als besser erweise.

„So erfolgt im Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises beispielsweise eine Auswertung hinsichtlich der Verfügbarkeit und medizinischen Qualität von Notarzteinsätzen sowie deren Kostenentwicklung“, sagte der Leiter des Eigenbetriebes Timm Laslo. Zudem werde in einer arbeits- und organisationswissenschaftlichen Evaluation untersucht, wie sich die Kooperationsbeziehungen entwickeln, welche Widerstände einer Vernetzung im Wege stehen und welche Impulse die Umsetzung erleichtern. Das Projekt, welches vom stellvertretenden Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Dr. Peter Brinkrolf geleitet wird, erhält für eine Laufzeit von drei Jahren eine Förderung von insgesamt knapp 5,4 Millionen Euro.

„Im Erfolgsfalle, auf den wir mit allen Kräften hinarbeiten, kann das Projekt auf den gesamten Rettungsdienst im Landkreis ausgeweitet und auch in ähnlich dünn besiedelten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen Bundesländern in das bestehende Gesundheitssystem eingebaut werden“, blickt Dezernent Scheer optimistisch in die Zukunft.