Studierendenwerke: Höherer Zuschuss für Mensa-Essen

Ministerin Hesse: Mensa hat bei vielen Studierenden festen Platz im Uni-Alltag

Greifswald/Rostock – Essen in der Mensa soll erschwinglich bleiben. Deshalb stockt das Land seinen Zuschuss für das Studierenden-Essen an den Universitäten Greifswald und Rostock sowie den Hochschulen in Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Wismar auf. In diesem Jahr erhalten die beiden Studierendenwerke in Greifswald und Rostock knapp 2,47 Millionen Euro Verpflegungszuschuss und damit 102.200 Euro mehr als zuvor. Dieses Plus setzt sich zusammen aus einer einmaligen Aufstockung von 50.000 Euro und einer von 2017 an greifenden Dynamisierung der Mittel, die eine Steigerung um 1,5 Prozent bei den Sachkostenzuschüssen und eine Steigerung entsprechend der Tarifabschlüsse bei den Personalkostenzuschüssen beinhaltet.

„Mensa steht für kostengünstiges und gutes Essen. Dieses Angebot gehört zum Studentenleben einfach dazu“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Die Mensa ist nah und erschwinglich und hat bei vielen Studierenden einen festen Platz im Uni-Alltag. Da soll niemand überlegen müssen: Kann ich mir das leisten?“, begründet Hesse den anwachsenden Zuschuss. Wie im vergangenen Jahr versprochen, habe die Landesregierung hier nachgebessert. Mit der Einmalzahlung und der Dynamisierung lasse sich verhindern, dass sich gestiegene Lebensmittelpreise spürbar auf die Mensa-Preise niederschlügen.

Die Erhöhungen hatten die Studierendenwerke Greifswald und Rostock und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur im vergangenen Jahr vereinbart. Nun gab es grünes Licht aus dem Finanzministerium.

Neues Ausbildungsjahr: Praxisorientierte Erzieherausbildung gestartet

Ministerin Hesse: Auszubildenden wird eine Vergütung gezahlt

Schwerin – Mit dem neuen Ausbildungsjahr ist in Mecklenburg-Vorpommern auch die neue praxisorientierte Erzieherausbildung an den Start gegangen. Das Land wird an allen fünf beruflichen Schulen mit der Fachrichtung Sozialwesen in Güstrow, Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Schwerin eine Berufsschulklasse einrichten. Die neue Ausbildung zur bzw. zum „Staatlich anerkannten Erzieher/in 0 – 10“ dauert drei Jahre und erfolgt in einer Kindertageseinrichtung und in der Berufsschule. Sie ist um ein Jahr kürzer, als die vierjährige schulische Ausbildung zur bzw. zum Erzieher/-in, die zur Betreuung von 0- bis 27-Jährigen befähigt.

„Mit der praxisorientierten Ausbildung reagiert das Land auf den steigenden Bedarf an Fachkräften in Krippen, Kitas und Horten“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die neue Ausbildung richtet sich an alle, die mit 0- bis 10-Jährigen arbeiten wollen. Deswegen ist sie auch kürzer als die klassische Erzieherausbildung. Ich freue mich, dass die neue Ausbildung bereits im ersten Jahr großen Zuspruch erhält. Sie ist praxisnah und schafft Bindungen zwischen den Auszubildenden und den Einrichtungen. Den Auszubildenden wird außerdem eine Vergütung gezahlt. Daher ist die Ausbildung auch für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger attraktiv“, erläuterte Hesse.

Bislang liegen insgesamt 90 Anmeldungen in den beruflichen Schulen vor. In der Beruflichen Schule Güstrow sind es 14 Anmeldungen, am Standort Neubrandenburg sind es 25 Anmeldungen. In Rostock gibt es 19 Anmeldungen. Drei Bewerberinnen bzw. Bewerber haben allerdings noch keinen Träger gefunden, bei dem sie den praktischen Teil der Ausbildung absolvieren können. Am Standort Stralsund liegen 16 Bewerbungen vor, drei Bewerberinnen und Bewerber haben auch hier noch keinen Ausbildungsbetrieb gefunden, in Schwerin sind es 16 Anmeldungen. Weitere mögliche Bewerbungen innerhalb der Ferienzeit sind noch nicht berücksichtigt.

Im Schuljahr 2016/2017 gab es an den öffentlichen Beruflichen Schulen für Sozialwesen insgesamt 832 Schülerinnen und Schüler für die klassische Erzieherausbildung. Davon befanden sich 649 Schülerinnen und Schüler in der Vollzeitausbildung und 183 Schülerinnen und Schüler in der berufsbegleitenden Teilzeitausbildung. Im Vergleich zu den Schülerinnen und Schülern der Regelausbildung im Schuljahr 2016/2017 machen die 90 Bewerberinnen und Bewerber einen Anteil von 10,8 Prozent aus.

Schweriner Unternehmen forscht an neuartigem Schweißverfahren für Turbinen-Service

Schwerin – Das Schweriner Unternehmen OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V GmbH, Rostock) an einem neuen Schweißverfahren. Dieses soll bei der Instandsetzung von Turbinenschaufeln angewendet werden und so deren Verschleißwiderstand deutlich erhöhen. „Ziel des neuen Verfahrens ist es, Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturen in Zukunft deutlich zu reduzieren. Denn Turbinenschaufeln sind in der Regel sehr heißrissempfindlich und damit nur bedingt schweißbar. Aufgrund der extremen Betriebsbeanspruchungen unterliegen die Turbinenschaufeln einem ungemein hohen Verschleiß, dass macht die Instandhaltung sehr kostenintensiv“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Turbinen sind rotierende Strömungsmaschinen, die durch strömende Flüssigkeiten oder Gase mechanische Leistung erzeugen. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise in den Antriebseinheiten von Flugzeugen oder Schiffen, aber auch in Gas- oder Ölkraftwerken. In der Regel werden die Schaufeln von Turbinen aus Nickelbasislegierungen gefertigt, die nur bedingt zum Schweißen geeignet sind. Um dennoch Rekonditionierungsverfahren durchführen zu können, sollen die Laserpulverschweißanlagen in dem Vorhaben mit einer induktiven Vorwärmtechnik ausgestattet werden. Somit kann neben der konventionell-automatischen Schweißfertigung im Kronenbereich ohne Vorwärmung zukünftig auch eine spezielle Schweißfertigung erfolgen, bei der die Turbinenschaufeln im Kronenbereich lokal vorgewärmt werden. „Der Lösungsansatz des Forschungsvorhabens sieht vor, dass eine weitgehend eigenständige Einheit entwickelt wird. Das hat den Vorteil, dass diese bei Bedarf an der Fertigungsanlage direkt angebracht und über eine Hard- und Software-Schnittstelle verbunden werden kann“, sagte Glawe.

Der Fokus der OT Oberflächentechnik GmbH liegt zunächst auf der technischen Vorbereitung der geplanten Versuchsschweißungen sowie der anschließenden metallurgischen Untersuchung und deren Auswertung. Die SLV M-V GmbH wird federführend für die Schweißversuche verantwortlich sein. Zusätzlich wird die Forschungseinrichtung die Anforderungen zur Durchführung einer digitalen Radioskopie ermitteln und daraus resultierend die Verfahrensparameter bestimmen sowie diese in realen Bauteilversuchen validieren. „Die Fertigstellung, Erprobung und Inbetriebnahme der Anlagentechnik ist für den Beginn des nächsten Jahres vorgesehen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 662.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 950.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG ist ein zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus stationären Gas- und Dampfturbinen sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und keramischen Werkstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Applikationen für die Bearbeitung von Bauteilen aus unterschiedlichen, überwiegend Hochtemperatur-Werkstoffen an.

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetz. Gegründet wurde sie 1990 an der Universität Rostock, Fachbereich Maschinenbau und Schiffstechnik. Für die Gründung war bestimmend, auf den Gebieten der Werkstoff-, Schweiß- und Lasertechnik in Mecklenburg-Vorpommern beratend und unterstützend tätig sein zu wollen, das Prüf- und Überwachungssystem auf diesen Gebieten zu fördern und damit einen Beitrag für die Entwicklung und den Wiederaufbau von Wirtschaft und Industrie zu leisten.

Regionale Schule „Martha Müller-Grählert“ in Franzburg wird saniert

Franzburg – Die Stadt Franzburg (Landkreis Vorpommern-Rügen) investiert in die Sanierung der Regionalen Schule mit Grundschulteil „Martha Müller-Grählert“ am Platz des Friedens, die Arbeiten haben begonnen. Die Stadt als Schulträger erhält neben Fördermitteln aus dem Wirtschaftsministerium auch Unterstützung aus dem Innenministerium. Rund 425.000 Euro fließen als Sonderbedarfszuweisung in das Vorhaben. Minister Lorenz Caffier übergab heute an den Bürgermeister Dieter Holder einen entsprechenden Bewilligungsbescheid.

„Ich freue mich, dass wir die Stadt bei der Sanierung ihrer Schule finanziell unterstützen können. Bei Gesamtkosten von über 2 Millionen Euro entlasten die Fördermittel den Haushalt der Stadt schon in beträchtlichem Maße“, sagte Lorenz Caffier. „Gut ausgestattete und moderne Unterrichtsräume sind für Schüler und Lehrer gleichermaßen wichtig.“

Die Schule wurde 1976 als Polytechnische Oberschule Hans Beimler eröffnet. Heute lernen dort Jungen und Mädchen der Stadt und den Umlandgemeinden des Amtes Franzburg-Richtenberg sowie aus angrenzenden Amtsbereichen. Seit dem Jahr 2006 trägt die Schule den Namen der Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, die vor allem mit ihrem in vorpommerschem Platt geschriebenen Gedicht von den Ostseewellen „Mine Heimat“ bekannt wurde.

Jetzt ist vorgesehen, das bestehende Schulgebäude innen und außen zu sanieren. Die Sanierung der Schule ist Bestandteil der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Platz des Friedens“ im Rahmen des Städtebauprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden.“

Feierliche Zeugnisübergabe an Geomatiker und Vermessungstechniker

Schwerin – Neunzehn angehende Geomatikerinnen und Geomatiker sowie Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker erhielten am 18. August 2017 im Festsaal der Kunst- und Musikschule ATARAXIA ihre Abschlusszeugnisse.

Die feierliche Zeugnisübergabe wird traditionell für alle Ausbildungsstätten der Geoinformationstechnologie in Mecklenburg-Vorpommern zentral veranstaltet. In seiner Festrede hob der Behördenleiter des Landesamtes für innere Verwaltung, Wolfgang Isbarn, die Bedeutung des Vermessungs- und Geoinformationswesens für die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft hervor.

Die Absolventinnen und Absolventen hätten sich für einen Beruf entschieden, der interessante Aufgaben bereithalte. Bereits heute herrsche hier Fachkräftebedarf. Damit eröffneten sich exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Internationale Auszeichnung für Greifswalder Intensivspezialisten

Klaus Wagner – ein Rüganer kämpft sich zurück ins Leben

Greifswald – Auf diese internationale Auszeichnung sind die Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin B besonders stolz. Als zweites Deutsches Zentrum nach Regensburg hat die Klinik von der Extracorporeal Life Support Organization* mit Sitz in Ann Arbor (USA/Michigan) den Gold Level ELSO Award for Excellence in Life Support erhalten. Damit werden weltweit exzellente ECMO-Zentren prämiert, die auf hohem Niveau Menschen mit einem Ausfall der Herz- und Lungenfunktionen behandeln. Was das bedeutet, kann der 53-jährige Rüganer Klaus Wagner berichten. Er weilte nach einem Herzstillstand Anfang Mai eigentlich nicht mehr unter den Lebenden. Seit 14 Tagen kann er wieder die Sommerluft genießen und sich auf seine baldige Rückkehr auf die Insel Rügen freuen. Im vergangenen Jahr wurden 41 schwerstkranke Frauen und Männer in Greifswald an Herz-Lungen-Maschinen behandelt.

Eine Kämpfernatur – Patient Klaus Wagner (mi.) mit Oberarzt Dr. Peter Abel (v. li.), Pfleger Erik Mota, Oberarzt Dr. Kai Nöckler, Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, Pfleger Matthias Holz und Klinikdirektor Prof. Stephan Felix. Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

„Diese internationale Anerkennung ist für unser gesamtes Team, für unsere Arbeit am Patienten und für eine hochwertige Ausbildung eine enorme Bestätigung. Jeder Betroffene, den wir mit unserer Spitzenmedizin ein neues Leben schenken können, ist der Lohn für unseren Einsatz und unsere Forschung“, sagte Prof. Stephan Felix (Foto), Direktor der Klinik für Innere Medizin B an der Universitätsmedizin Greifswald. „Der ELSO Award bedeutet für die Patienten und ihre Familien, dass sie sich auf höchste Qualitätsstandards, spezialisierte Geräte und Verbrauchsmaterialien sowie eine entsprechende intensive Weiterbildung aller Mitarbeiter verlassen können.“

Das Team ist stolz auf seine internationale Auszeichnung, den Gold Level ELSO Award (v.li.: Prof. Stephan Felix, Dr. Sigrun Friesecke, Dr. Kai Nöckler und Dr. Peter Abel). Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

Schafft es die Lunge nicht mehr, das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, ist schnelles Handeln gefragt. Jede Minute zählt. Die extrakorporale Membranoxygenierung, kurz ECMO, ist eine technische Methode, das Blut eines Patienten mit einem Lungenversagen mittels einer externen Maschine und über einen Venenzugang künstlich mit Sauerstoff zu versetzen (venovenöse ECMO). Die ECMO kann auch bei einem primären Herzversagen eingesetzt werden. Hier ersetzt die Maschine die Herz- und Lungenfunktion (Herz-Lungen-Maschine: HLM). Dabei wird Blut aus einer Vene angesaugt und in eine große Arterie gepumpt (venoarterielle ECMO). Vor einem Jahrzehnt waren herkömmliche HLM noch 200 Kilogramm schwer und stationär gebunden. Inzwischen sind die Geräte, die über einen gewissen Zeitraum die Funktionen von Herz und Lunge übernehmen können, handlich klein und transportabel. Die Mini-HLM können auch in Rettungswagen oder Hubschraubern eingesetzt werden und kosten ca. 60.000 Euro. Notwendig wird der maschinelle Lebensretter vor allem bei schwersten Lungenfunktionsstörungen und Herz-Kreislaufversagen. Jedes Jahr sind auch schwere Grippefälle betroffen.

Die Internistische Intensivmedizin in der Klinik für Innere B mit 18 Betten verfügt über eine hochmoderne Intensivstation mit neuester Technologie für alle Organersatzverfahren, darunter die ECMO Gleichzeitig können vier ECMO-Patienten auf dieser Intensivstation behandelt werden. „Aufgrund der bereits zehnjährigen Erfahrung mit der Methode bekommen wir Patienten aus ganz Norddeutschland“, sagte Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, die das ECMO-Zentrum gemeinsam mit Oberarzt Dr. Peter Abel leitet. „In erster Linie sind wir aber ein ECMO-Zentrum für die Kliniken im Land. Manchmal geht es auch andersrum. So konnten wir unter anderem einen Urlauber mit Herz-Lungen-Maschine in sein Heimatkrankenhaus nach Heidelberg fliegen“, so Friesecke.

Auch Klaus Wagner traf das Unheil völlig unerwartet. Anfang Mai wurde ihm schlecht. Ein schwerer Herzinfarkt. Seine Familie rief den Notarzt und die Rettungskräfte haben sofort reagiert und den gelernten Fensterbauer mit Hubschrauber in die Greifswalder Universitätsmedizin bringen lassen. Dort kommt es zum Herzstillstand. Die Greifswalder Intensivspezialisten mussten den 53-Jährigen fast 90 Minuten mechanisch reanimieren, bevor er für neun Tage an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden konnte. Weitere Komplikationen erschweren den Heilungsprozess. Klaus Wagner verliert auch noch infolge von Durchblutungsstörungen ein Bein. Aber, er ist ein Kämpfer, er lernt wieder selbständig zu atmen, zu schlucken und zu sprechen. Nach drei Monaten kann er erstmals ohne Apparate und Beatmungsgeräte, aber mit großer Lebensfreude und seiner positiven Lebenseinstellung mit dem Rollstuhl das Greifswalder Klinikgelände erkunden. Nun geht es in die Reha-Anschlussbehandlung und der Rüganer freut sich schon riesig auf das Weihnachtsfest mit seiner Familie.

„Patienten wie Klaus Wagner zeigen uns, dass die Hightech-Medizin ihre Berechtigung hat“, betonte Oberarzt Dr. Peter Abel „Ohne die moderne Technik wären fast alle unserer ECMO-Patienten ohne Überlebenschance. Viele sind äußerst dankbar über ihre Rückkehr ins Leben und kommen uns regelmäßig besuchen. Je nach Schwere der Erkrankung oder Dauer der Reanimation ist auch wieder ein völlig normaler Alltag in gewohnter Lebensqualität möglich.“

Wie bei Klaus Wagner beginnt mit dem Anschluss an die lebensrettenden Maschinen ein meist langwieriger Aufbau- und Entwöhnungsprozess, der in der Regel mit Medikamenten und operativen Eingriffen, aber auch mit Selbstheilungskräften des Körpers, Physiotherapie und sehr viel Geduld verbunden ist.

Die 1989 gegründete *Extracorporeal Life Support Organisation (ELSO) ist ein internationales Non-Profit-Konsortium von Gesundheitszentren und Einzelpersonen, die sich der Entwicklung, Erforschung, Bewertung und Verbesserung der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) und anderen innovativen Therapien zur Unterstützung von Organsystemen widmet. Das Ziel von ELSO ist es, ECMO-Programme zu fördern, die das höchste Maß an Leistung, Innovation, Zufriedenheit und Qualität erreichen. www.elso.org

Die Klinik für Innere Medizin B zählt mit neun Stationen und 132 Betten zu den größten Kliniken an der Greifswalder Universitätsmedizin. Im vergangenen Jahr wurden 2.471 Patienten ambulant und 4.677 Patienten stationär in der Universitätsklinik betreut. Die Herzklinik verfügt über eine High-Tech-Intensivstation sowie zwei hochmoderne Herzkatheterlabore, eines davon als Hybrid-OP. Die Klinik für Innere Medizin B gehört zum Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird.

Erlebnisreiche Ferientage im Outdoor Camp der Polizei

Malchow – Noch bis morgen verbringen 66 Kinder und Jugendliche eine Ferienwoche im Outdoor Camp der Polizei in der Landesfeuerwehrschule in Malchow. 23 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Dienststellen der Landespolizei kümmern sich als Betreuer um die Kinder. Sie organisieren ein abwechslungsreiches Ferienprogramm und sind vertrauensvolle Ansprechpartner. Höhepunkt ist traditionell der Polizei- und Feuerwehraktionstag am heutigen Tag, bei dem auch Innenminister Lorenz Caffier und Anja Hamann, Leiterin des Führungsstabs des Polizeipräsidiums Rostock, die Kinder besuchten. Sie sahen sich gemeinsam mit den Ferienkindern eine Vorführung von spezieller Kriminaltechnik und ein Training von Spezialkräften an.

„Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welchem Engagement und Fingerspitzengefühl unsere Polizistinnen und Polizisten hier mit den Kindern und Jugendlichen umgehen, die nicht selten selbst Zeugen von Gewalt oder Opfer von Straftaten wurden. Trotz aller ernsthaften Themen, die hier besprochen werden, stehen natürlich Ferienspaß und Erholung im Mittelpunkt“, so der Minister.

Das Outdoor-Camp ist für Kinder, die z.B. in Großfamilien oder Kinderheimen aufwachsen bzw. deren Eltern finanziell nicht in der Lage sind, ihren Kindern eine Ferienfahrt oder die Mitgliedschaft in Sportvereinen zu ermöglichen. Auch Kinder, die Opfer von Straftaten geworden sind, werden durch die Fachkräfte der örtlich zuständigen Jugendämter bzw. Präventionssachbearbeiter der Kommunen ausgewählt.

Für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ist das jährliche einwöchige Camp Teil ihrer Präventionsarbeit, mit der sie Kindern ihre Arbeit näherbringen wollen, aber ihnen vor allem kostenlose und erlebnisreiche Ferientage ermöglichen. Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung unterstützte die Durchführung des diesjährigen 23. Camps mit 8.650 Euro, weitere Zuschüsse kommen von den Landkreisen und kreisfreien Städten der teilnehmenden Kinder.

Strafgefangene schaffen Schulabschluss im Justizvollzug

Schwerin – Für Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) steht fest: „Wer sich für Bildung öffnet, startet auf richtigem Weg.“ Sie dankte Lehrern und Bediensteten für ihren Einsatz

„35 Gefangene haben ihre Abschlüsse geschafft. Das sind sechs Inhaftierte mehr als im letzten Jahr. Jeder Abschluss ist ein wichtiger Schritt auf dem richtigen Weg der Resozialisierung. Wer eine Ausbildung oder die Schule erfolgreich beendet, festigt seinen Willen, nach der Entlassung aus der Haft ein Leben ohne neue Straftaten führen zu wollen. Der Unterricht hinter Gittern ist somit wichtiger Bestandteil für die Sicherheit der Allgemeinheit. Die Lehrer der Volkshochschulen und auch die Justizbediensteten haben somit durch ihre Arbeit mit den Schülern hohen Anteil am Opferschutz. Für diesen Einsatz gebührt ihnen Dank. Den Gefangenen wünsche ich, dass sie ihre selbst erarbeitete Chance nutzen“, so Justizministerin Hoffmeister.

Sieben Gefangene der Jugendanstalt Neustrelitz im Alter von 16 bis 24 Jahren schlossen die Mittlere Reife ab. Der Beste mit einem Notendurchschnitt von 2,0. Am Montag startet der neue Vorkurs für die Mittlere Reife. Bislang haben sich neun Schüler angemeldet. Unterrichtsbeginn ist im September. Sieben Neustrelitzer Insassen erlangten zudem die Berufsreife in Bildungsmaßnahmen wie Metalltechnik, Hotel- und Gastgewerbe sowie Farb- und Raumgestaltung. Zehn Jugendlichen wurde darüber hinaus der offizielle „Schweißerpass“ zuerkannt.

In der JVA Bützow absolvierten sechs Strafgefangene die Mittlere Reife, 15 Inhaftierte den Abschluss zur Berufsreife. Die Teilnehmer waren die zwischen 24 und 52 Jahre alt. Die Besten im Berufsreifekurs hatten den Notendurchschnitt 1,1, der Beste im Realschulkurs 1,0. Die externen Prüfer äußerten sich anerkennend zu den Leistungen der Gefangenen. Die neuen Kurse starten im September. Alle Schüler erhalten neutrale Zeugnisse ohne Hinweis auf den Strafvollzug.

Bildungsmonitor 2017: Land macht Sprung nach vorn

Ministerin Hesse: Bildung nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat im Bildungsmonitor 2017 einen Sprung nach vorne gemacht. Im bundesweiten Vergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt der Nordosten Platz sieben. Im Bildungsmonitor 2016 war es noch Platz elf.

„Ich freue mich darüber, dass sich die soziale Herkunft der Kinder vergleichsweise wenig auf ihre Bildungsergebnisse auswirkt. Das ist eine gute Nachricht. Positiv ist ebenfalls die zweithöchste Promotionsquote aller Bundesländer“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dennoch dürfen wir die Ergebnisse des Vergleichs nicht überbewerten. Der Bildungsmonitor ist keine unabhängige Studie, sondern versucht aus ökonomischer Sicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildung darzustellen. Bildungserfolge von Kindern und Jugendlichen dürfen wir aber nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten“, mahnte Hesse.

Handlungsbedarf sieht der Bildungsmonitor beim Anteil der Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, der Altersstruktur von Lehrerinnen und Lehrern und beim Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im MINT-Bereich.

„Alle angesprochenen Themenfelder sind uns bekannt“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit einer zielgerichteten Berufs- und Studienorientierung wollen wir den Übergang von der Schule in den Beruf verbessern. In der Statistik müssen wir aber auch die Jugendlichen bedenken, die in eine andere Ausbildung wechseln. Grund für die Altersstruktur der Lehrerinnen und Lehrer ist das damals beschlossene Lehrerpersonalkonzept von Gewerkschaften und Landesregierung. Im Übrigen müsste mir mal jemand erklären, was gegen erfahrene Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen spricht. Mit der Kampagne ‚Studieren mit Meerwert‛ werben wir für attraktive Studiengänge in den naturwissenschaftlichen und mathematisch-technischen Fächern. Wir wollen deutlich machen, dass es sich lohnt, einen Beruf im MINT-Bereich zu ergreifen“, erläuterte die Ministerin.

Ausbau der Regionalen Schule Sassnitz

Insel Rügen – Die Stadt Sassnitz investiert über 3 Mio. Euro in den Umbau und die Erweiterung der Regionalen Schule. Neben Sanierungs- und Umbauarbeiten im vorhandenen Schulgebäude sehen die Pläne einen modernen Anbau an das Hauptgebäude mit Fachräumen und eine gläserne Mensa vor.

Die weiterführende Schule mit über 400 Schülerinnen und Schülern ist die Schule mit den meisten Schülern auf der Insel Rügen. Um zukunftsfähig zu sein, müssen auch die Voraussetzungen für Inklusionsunterricht und Barrierefreiheit geschaffen werden. Dies lässt sich in dem vorhandenen Schulkomplex aus den 1960-er Jahren nicht umsetzen. Neben den normalen Platzproblemen fehlen vor allem Räume für die gezielte Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Defiziten.

„Ich freue mich, dass wir die Stadt bei ihrem Vorhaben finanziell unterstützen können. Bei Gesamtkosten von über drei Millionen Euro entlasten die Fördermittel in Höhe von rund 935.000 Euro den Haushalt der Stadt deutlich, zumal bei dieser Maßnahme eine höhere Förderquote als sonst üblich angesetzt wurde“, sagte Innenminister Lorenz Caffier bei der Übergabe des Förderbescheides in Sassnitz.

Wissenschaftler entwickeln Schluckimpfung für Fische

Insel Riems – Angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch und der Notwendigkeit von bestandsschonenden Maßnahmen steigt die Bedeutung der Aquakultur. Deshalb fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Pilotprojekte, um die Aquakultur im Land weiter zu entwickeln.

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, das Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald und der Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf erhielten einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 1 Mio. € aus Mitteln des Landes und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds.

Die Institute entwickeln gemeinsam ein neues Impfsystem für Fische in Aquakulturen. Für die Gesundheit der Fische, gerade in Aquakulturanlagen, sind Impfungen von großem Wert, schließlich besteht hier die Gefahr von seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit bis zu 100% Verlusten. Es gibt bereits Impfstoffe, die jedoch injiziert werden müssen. Das heißt, jeder Fisch muss in die Hand genommen werden, um eine Spritze zu erhalten, was großen Stress für den Fisch und einen enormen Arbeitsaufwand für die Fischzüchter bedeutet. Mit der Schluckimpfung für Fische soll ein neues modulares Impfsystem entwickelt werden, was hier Abhilfe schaffen kann.

Entwickelt werden sollen hierbei Impfstoffe die an die jeweilige Fischart (z.B. Lachse und Forellen, Karpfen oder Barsche) und die jeweiligen Infektionserreger anpassbar sind. Gleichzeitig soll der Impfstoff sicherer gemacht werden, in dem für einen Impfstoff wichtige Teile der Bakterien und Viren kombiniert werden. Zudem untersuchen die Projektpartner in den nächsten drei Jahren, wie der Impfschutz aufgebaut werden kann und wie die Impfung bis auf Ebene der wichtigen Immungene funktioniert. Des Weiteren sollen aus den Untersuchungen, wie die Fische den Impfstoff am besten aufnehmen, klare Regeln zum Einsatz einer Schluckimpfung für die Fischzüchter in der Praxis entwickelt werden.

Mit diesem Wissen können die Impfstoffe gezielt pharmazeutisch produziert und letztendlich zugelassen werden. Hierfür ist ein großes Folgeverbundprojekt angedacht.

Mehr Schüler, mehr Lehrer, mehr Stunden

Ministerin Hesse: Über steigende Schülerzahlen können wir uns freuen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern sind die Schülerzahlen in den vergangenen vier Schuljahren gestiegen. Im Schuljahr 2013/2014 lernten circa 122.400 Kinder und Jugendliche an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen, im Schuljahr 2016/2017 waren es insgesamt rund 130.200 Schülerinnen und Schüler. Das ist ein Anstieg um 6,4 Prozent, wie aus einer Erhebung des Bildungsministeriums hervorgeht. Die Zahl der Lehrerstellen stieg im selben Zeitraum um 14,7 Prozent. Vor vier Jahren gab es insgesamt circa 8.750 Stellen, heute sind es rund 10.000 Stellen.

„Über steigende Schülerzahlen können wir uns freuen. In einigen Jahren macht sich dieser Anstieg bei den Schulabgängerinnen und Schulabgängern bemerkbar. Mehr junge Menschen können dann eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Das Land hat auf die gestiegenen Schülerzahlen reagiert und mehr Lehrerstellen zur Verfügung gestellt. Auch die Arbeits- und Lernbedingungen an den Schulen hat die Landesregierung verbessert. Heute stehen den Schulen rund 60 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung“, so Hesse.

Kritik, das Land presse die Schulen aus wie eine Zitrone, wies Bildungsministerin Hesse zurück. „Die Zuweisung der Lehrerstunden erfolgt heute nach einem anderen Modell als vor vier Jahren. Im Schuljahr 2013/2014 haben die Schulen eine schülerbezogene Stundenzuweisung erhalten. Heute bekommen sie ein verbindliches Grundbudget, weil es sich damit besser planen lässt. Wenn in einer Klasse mit 20 Schülern ein 21. Schüler hinzukommt, muss nicht gleich eine neue Klasse gebildet werden. Es ändert sich auch nichts an der Grundzuweisung der Lehrerstunden. Erst wenn eine neue Klasse gebildet wird, erhält eine Schule mehr Stunden. Falsch ist, dass die Schulen nicht genügend Stunden erhielten“, erläuterte die Ministerin. Das Land weise alle Stunden zu, die notwendig seien, um den Unterricht nach der Stundentafel zu erteilen.

Im Schuljahr 2013/2014 haben die allgemein bildenden Schulen insgesamt 200.819 Lehrerstunden erhalten, im Schuljahr 2016/2017 waren 204.529 Lehrerstunden. Hinzu kommen beispielsweise Stunden für die sonderpädagogische Förderung, Ganztagsschulen, Begabtenförderung, Mentorenstunden oder Anrechnungsstunden für die Leitung der Schule.

Unterrichtsausfall an allgemein bildenden Schulen bleibt niedrig

Ministerin Hesse: Vertretungsunterricht ist besser als Unterrichtsausfall

Schwerin – Im ersten Halbjahr des Schuljahres 2016/2017 bleibt der Unterrichtsausfall an den allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern auf niedrigem Niveau. Das geht aus dem aktuellen Bericht zum Vertretungsunterricht hervor. Der originäre Unterrichtsausfall lag im vergangenen Schulhalbjahr bei 2,1 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum (1,9 Prozent). Seit dem 1. Halbjahr des Schuljahres 2007/2008 schwankt die landesweite Zahl der ausgefallenen Stunden an den allgemein bildenden Schulen lediglich minimal.

„Das konstante Niveau des Unterrichtsausfalls an den allgemein bildenden Schulen ist bemerkenswert“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Ich kann verstehen, wenn Eltern ein anderes Empfinden haben, weil an der Schule ihres Kindes im ersten Halbjahr des Schuljahres viel Unterricht ausgefallen ist. Plötzliche Krankmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern kann aber niemand vorhersehen. Das Land hat an allen Schularten Stellen für Vertretungslehrkräfte eingerichtet, um den Unterrichtsausfall so niedrig wie möglich zu halten. Vertretungsunterricht ist allemal besser als Unterrichtsausfall“, betonte Hesse.

An den beruflichen Schulen ist der Unterrichtsausfall im ersten Halbjahr des Schuljahres 2016/2017 leicht gestiegen, wie aus dem Bericht zum Vertretungsunterricht weiter hervorgeht. Der Unterrichtsausfall erreichte einen Anteil von 5,9 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr des Schuljahres 2015/2016. Damals lag Anteil der ausgefallenen Unterrichtsstunden bei 5,3 Prozent.

„Auch wenn bei den beruflichen Schulen prozentual mehr Unterricht ausgefallen ist, bewegen wir uns dennoch auf Vorjahresniveau. Rein rechnerisch ist jede zweite zur Vertretung angefallene Stunde tatsächlich ausgefallen. Das sind genauso viele wie im Vorjahreszeitraum. An den beruflichen Schulen ist es nach wie vor sehr anspruchsvoll, den Unterricht abzusichern. Bei kurzfristigen Krankmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern in Phasen des Blockunterrichts ist es schwer, umgehend Ersatz zu finden. Daher ist es eine gute Nachricht, dass auch hier der Unterrichtsausfall kaum gestiegen ist“, so Hesse.

Der Bericht zum Vertretungsunterricht weist den originären und absoluten Unterrichtsausfall aufgeschlüsselt aus. Für das Bildungsministerium ist die Unterscheidung wichtig, weil nur der originäre Unterrichtsausfall durch geeignete Maßnahmen verringert werden kann. Unterrichtsausfall durch elementare Ereignisse (z. B. Wettergeschehen) oder Lehrerstreiks kann nicht bzw. nur teilweise verhindert werden.

Jetzt bewerben – LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2017

Schwerin – Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2017 ist ausgeschrieben. „Der Technologiepreis ist Beleg dafür, welches innovative Potential in heimischen Unternehmen vorhanden ist. Wir suchen Unternehmer, Forscher und Entwickler mit kreativen Ideen und Projekten, die Produkte, Verfahren und technologische Dienstleistungen mit hohem Innovationsgrad und Verwertungspotenzial auf den Weg gebracht haben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb um den Technologiepreis. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. September 2017.

Das Wirtschaftsministerium und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern loben in diesem Jahr zum 15. Mal den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ aus. „Der Preis trägt dazu bei, das Potential der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft noch bekannter zu machen. Erfolgreich umgesetzte Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind ein Aushängeschild für Mecklenburg-Vorpommern. Das schafft Arbeit im Land und kurbelt auch das überregionale Geschäft weiter an“, so Glawe weiter.

Mit dem „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2017“ werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder auch Personengruppen von Forschungseinrichtungen gewürdigt, die sich um die erfolgreiche Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus MV in ein konkretes wirtschaftliches Produkt, ein Verfahren oder eine technologische Dienstleistung besonders verdient gemacht haben. Für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis MV 2017“ stehen insgesamt 10.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Preisträger des Technologiepreises MV 2016 waren die Physiolution GmbH aus Greifswald und die Prolupin GmbH aus Grimmen. Das Greifswalder Unternehmen Physiolution GmbH hat sich auf die Untersuchung der Wirkstofffreisetzung von festen peroralen (oral zu verabreichenden) Arzneiformen unter biorelevanten Testbedingungen spezialisiert. Damit soll herausgefunden werden, wie sich Medikamente auf den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt auswirken. Die Prolupin GmbH aus Grimmen hat sich auf die Gewinnung und Modifizierung von Proteinen der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat und deren gezielte Anwendung im Lebensmittelbereich spezialisiert.

Der Namensgeber, Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand.

Die Bewerbungsunterlagen für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2017“ sind bis zum 15. September 2017 bei der Industrie- und Handelskammer zu Rostock einzureichen:

Industrie- und Handelskammer zu Rostock
Bereich Industrie, Umwelt, Verkehr, Maritime Wirtschaft
Kai Retzlaff
Ernst-Barlach-Straße 1-3
18055 Rostock
E-Mail: retzlaff@rostock.ihk.de

Die Ausschreibungs- und Antragsunterlagen stehen zum Download auf den Internetseiten des Wirtschaftsministeriums unter www.wm.mv-regierung.de und unter www.boelkowpreis.de zur Verfügung. Die Preisträger werden am 11. Dezember 2017 in Rostock geehrt.

Rügenkinder mit Regenjacke zur Wartburg

Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins machte dieses Jahr in Thüringen Station

Insel Rügen – Gingster Kinder und Jugendliche sind Rüganer und damit wettererprobt. Deshalb machte es ihnen nichts aus, mit Regenjacke bei Wind und Wetter die Wartburg zu erobern. Das war ein Programmpunkt bei der diesjährigen Sommerferienfahrt, die sie als Mitglieder oder Freunde des Gingster Schul- und Sportvereins unternahmen.

„Gemeinsam statt einsam“ nannten die Organisatorinnen Silke Luther und Christiane Tittel die Tour, die 20 Jungen und Mädchen mit dem Boddensegler-Bus nach Thüringen brachte. „Die Idee eines Sommercamps mit einem pädagogischen Ansatz kommt gut bei den Kindern und Eltern an“, erklärt Christiane Tittel. Ein Anliegen sei es, dass ausgewählte Selbst- und Sozialkompetenzen ausgeprägt und trainiert werden. Themen wie Freundschaft, Mobbing oder Versagensängste werden thematisiert. Arbeitsaufträge sind so verpackt, dass sie immer etwas Spannendes und Abenteuerliches beinhalten. Bewusst arbeite man dann in gemischten Teams an ganz unterschiedlichen Gruppenaufträgen. Daher passe es immer gut, dass sich Teilnehmer im Alter von 8 bis 15 Jahren anmelden und sich wie in einer großen Familie fühlen können.

Mit der Regenjacke zur Wartburg in Eisenach. Die Sommercamper des Gingster Schul- und Sportvereins besuchten Luthers Wirkungsstätte. Foto @ Silke Luther

Und dieses Training verbinden die beiden Lehrerinnen der Gingster Schule geschickt mit dem Kennenlernen von Land und Leuten anderer deutscher Kulturlandschaften. Thüringen wurde für diesen Sommer ausgewählt, nachdem die erste Fahrt 2016 in die Sächsische Schweiz führte. Die Wartburg in Eisenach war einer der Höhepunkte und zugleich ein Muss im 500. Jahr der Reformation, denn sie war ein wichtiger Aufenthaltsort des Reformators Martin Luther. Die Camp-Teilnehmer machten sich zudem auf den Weg zu den Saalfelder Feengrotten, besuchten den Erfurter Zoo und kühlten sich im Waldschwimmbad ab. „Der viele Regen war der Wermutstropfen der Ausflüge“, sagt Christiane Tittel, aber dem Unternehmungsgeist und der guten Laune tat das keinen Abbruch. Das lag auch an der Einsatzbereitschaft und den guten Ideen des Busfahrers Ondre Brüdgam vom Reisebusunternehmen Boddensegler in Marlow.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen förderte das Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins und damit die Idee, dass jüngere und ältere Kinder mit einem gemeinsamen Auftrag die Insel verlassen, um an einem anderen Ort auch an Normen und Werten in der „Gruppe auf Zeit“ zu arbeiten. Das kommt auch bei den mitreisenden Jugendlichen gut an, denn sie planen sich schon für das kommende Jahr ein. „Wir sind wieder mit dabei“, rufen die beiden 15-Jährigen Hannah Koch und Marie-Louise Kirstein, als sich sie nach der 5-Tages-Reise von ihrer Gruppe verabschieden. (ANDRÉ FARIN)