Ausschreibung „Schulen zum Leben“ gestartet

Ministerin Hesse: Guter Unterricht steht und fällt mit den Lehrerinnen und Lehrern

Schwerin – Das Land hat eine Fortbildungsreihe zur Schulentwicklung nach Erkenntnissen des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie aufgelegt. Hattie war nach der Analyse von 80.000 Einzelstudien zu dem Ergebnis gelangt, dass Lehrerinnen und Lehrer entscheidenden Einfluss auf den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler haben. Die Fortbildungsreihe zur Schulentwicklung richtet sich an Lehrkräfte von Regionalen Schulen, Gesamtschulen und Gymnasien. Ziel ist es, die Unterrichtsqualität zu verbessern und eine Feedbackkultur an den Schulen zu etablieren.

„Guter Unterricht steht und fällt mit den Lehrerinnen und Lehrern“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dabei sind nicht nur die Kompetenzen von Lehrkräften von Bedeutung, sondern vielmehr deren Haltungen. Wie Lehrerinnen und Lehrer über das denken, was sie tun, ist dabei entscheidend. In einem Modellprojekt haben Lehrerinnen und Lehrer ihr eigenes Agieren kritisch reflektiert und ihre Haltungen überprüft. Weil die Fortbildungen über Unterrichtsqualität so gut angekommen sind, wollen wir jetzt weiteren Lehrkräften diese Angebote machen“, erläuterte die Ministerin.

Über zwei Jahre hinweg haben die Lehrerkollegien am Eldenburg Gymnasium Lübz und am RecknitzCampus Laage in regelmäßigen Fortbildungen an ihren Haltungen gearbeitet. Unter Anleitung des deutschen Hattie-Übersetzers, des Augsburger Schulpädagogikprofessors, Klaus Zierer haben die Lehrerinnen und Lehrer erfahren, warum es so wichtig ist, Feedback in den Unterricht zu integrieren. Eigentlich selbstverständliche Gespräche über Unterrichtsqualität, die – wie empirische Studien jedoch zeigen – im Schulalltag eher selten stattfinden, haben die Motivation der beteiligen Lehrkräfte gesteigert.

„Rückmeldung ist ein wichtiger Schlüsselfaktor, um sich weiterzuentwickeln. Dies gilt nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrerinnen und Lehrer“, erläuterte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Das Projekt zur Schulentwicklung ist bislang einzigartig im deutschen Sprachraum und kann auch für andere Länder ein Vorbild sein. Lehrerkollegien, die an den Fortbildungen teilnehmen wollen, können sich nun bewerben. Unser Ziel ist es, zum Schuljahr 2019/2020 durch die Teilnahme weiterer Schulen ein Netzwerk aufzubauen und den Austausch unter den Lehrerkollegien zu befördern“, sagte Hesse.

Land will Anti-Mobbing-Strategie für Schulen neu auflegen

Ministerin Hesse: Genauer hinschauen, wenn es um dauerhafte Ausgrenzung geht

Schwerin – Allgemein bildende und berufliche Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen sensibler im Umgang mit Mobbing-Vorfällen werden und Handlungsempfehlungen für eine bessere Prävention erhalten. Bildungsministerin Birgit Hesse hat zugesagt, die bestehenden Anti-Mobbing-Maßnahmen und Projekte zu evaluieren und bis Ende 2020 ein Konzept für eine ganzheitliche Anti-Mobbing-Strategie zu entwickeln. Im Landtag haben die Abgeordneten darüber debattiert.

„Mobbing bezeichnet nicht einfach einen Konflikt oder eine Streitigkeit – wie böse die Worte, die dabei fallen, auch immer ausfallen mögen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mobbing ist ein systematisch angelegter Prozess, in dem es darum geht, Macht auf der einen und Ohnmacht auf der anderen Seite zu demonstrieren, so wie es der Vorfall in Crivitz zeigt. Die Problematik ist nicht neu und es ist auch nicht so, als hätten die Landesregierung und die Schulen bislang untätig zugesehen. Ich halte es aber für sinnvoll, bestehende Programme zu überprüfen und auszuloten, was wir ergänzen müssen“, betonte Hesse.

„Inklusion und Digitalisierung machen den Schulalltag komplexer. Wir müssen noch genauer hinschauen, wenn es um dauerhafte Ausgrenzung und Erniedrigung geht“, sagte Ministerin Hesse. „Gerade die Digitalisierung birgt die Gefahr, einer Enthemmung: Grausamkeiten und Bloßstellendes lassen sich leichter, anonymer, schneller und weiter verbreiten als in der analogen und direkten Kommunikation. Mobbing ist ein gruppendynamischer Prozess. Wir müssen nicht nur Opfer und Täter erreichen, sondern auch Mitläufer und Unterstützer. Mein Ziel ist, eine landesweite Vereinbarung gegen Mobbing für alle Schulen zu initiieren. Partner könnten der Landeselternrat, der Landesschülerrat und die Schulleitungsvereinigung sein “, schlug Hesse vor.

Strategie für die Digitalisierung in der Schule

Ministerin Hesse: Schülerinnen und Schüler brauchen eine moderne Lernumgebung

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt die Digitalisierung im Schulbereich nach einem abgestimmten Handlungskonzept um. Grundlage bildet die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder in der Kultusministerkonferenz im Jahr 2016 verständigt haben. Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind, sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten.

„Mit dem Strategiepapier liegt ein bundesweit einheitlicher Handlungsrahmen vor, den wir in Mecklenburg-Vorpommern mit Leben füllen“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Schülerinnen und Schüler brauchen eine moderne Lernumgebung, wenn wir sie darauf vorbereiten wollen, dass sie sich in einer digitalen Welt zurechtfinden und selbstbestimmt bewegen. Digitale Geräte können aber das Lernen nicht ersetzen. Deswegen gilt bei uns nach wie vor: Pädagogik vor Technik“, sagte Hesse.

Mit Blick auf den DigitalPakt Schule sagte die Bildungsministerin: „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns in der Kultusministerkonferenz über die Vereinbarung zum DigitalPakt zügig verständigen können. Der DigitalPakt ist wichtig für die Schulträger und kann unseren Schulen einen großen Modernisierungsschub verleihen. Wir haben die vergangenen Wochen und Monate genutzt, um uns mit unseren Partnern wie Schulleitern, Schulträgern und IT-Dienstleistern auszutauschen, um Aufgaben zu verteilen und weitere Vorbereitungen zu treffen. Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir sehr weit“, sagte Hesse.

Schritt für Schritt zur digitalen Schule – eine Übersicht

Grundlage

Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder im Dezember 2016 in der Kultusministerkonferenz verständigt haben. Damit liegt ein Handlungskonzept vor, wie der digitale Wandel der Gesellschaft in die Lehr- und Lernprozesse im Bildungssystem integriert werden kann.

Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind, sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten.

Unterricht

Fächerübergreifender Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“ ist zum Schuljahr 2018/2019 in Kraft getreten. Schrittweise Überarbeitung der etwa 150 Rahmenpläne für Fächer der allgemein bildenden Schulen hat begonnen – Lerninhalte der digitalen Bildung sollen aufgenommen werden.

Einführung des neuen Unterrichtsfaches „Informatik und Medienbildung“ an allen weiterführenden Schulen (Jahrgangsstufe 5 bis 10) zum Schuljahr 2019/2020 geplant. Die Stundentafel wird gerade darauf angepasst. Gleichzeitig werden die curricularen Vorgaben zum künftigen Rahmenplan „Informatik und Medienbildung“ an 21 Modellschulen erprobt.

Das E-Learning-Projekt „Handlungsorientiert Lernen Online“ (Haleo) an beruflichen Schulen wurde im Schuljahr 2018/2019 auf alle Kammerbezirke ausgeweitet. Die Erfahrungen des Projektes sollen in eine dauerhafte Lösung einfließen.

Bildungsmedien

Das Unterrichtshilfenportal für Lehrkräfte mit digitalen Arbeitsblättern für die Fächer Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Mathematik, Englisch, Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Religion und Arbeit-Wirtschaft-Technik soll weiter ausgebaut werden.

Ein Team von Lehrkräften führt begleitende Fortbildungen für alle Lehrerinnen und Lehrer durch, die mit dem Portal arbeiten.

Das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht stellt als Medieninstitut der Länder Filme und digitale Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht bereit.

DigitalPakt Schule

Mecklenburg-Vorpommern erwartet insgesamt rund 100 Millionen Euro aus dem DigitalPakt Schule über einen Zeitraum von fünf Jahren. Bis zum Ende dieser Wahlperiode, also bis Ende 2021, rechnet das Land mit ca. 70 Millionen Euro.

Alle staatlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen sollen nach einem bestimmten Verteilschlüssel profitieren. Die Mittel sind insbesondere für die notwendige technische Infrastruktur in den Schulgebäuden (Verkabelung, WLAN) und zum Ankauf von Smartboards und Lernplattformen vorgesehen. Diese Bundesmittel werden als Infrastrukturförderung gewährt, Klassensätze von Tablets sollen in der Regel nicht angekauft werden.

Schulen erarbeiten Medienbildungskonzepte nach einer Handreichung des Bildungsministeriums – die Medienbildungskonzepte sind Voraussetzung, um Mittel aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.

Schulträger erstellen Medienentwicklungspläne – Medienentwicklungspläne sind Voraussetzung, um Mittel aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.

Das Medienpädagogische Zentrum des Bildungsministeriums wurde personell erweitert. Mit sechs Regionalbeauftragten für Medienbildung steht jeder kreisfreien Stadt bzw. jedem Landkreis ein fester Ansprechpartner zur Umsetzung des DigitalPaktes Schule zur Verfügung.

In fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt über 900 Teilnehmenden sind Schulleitungen, Schulträger staatlicher und privater Schulen und IT-Dienstleister über die Digitalisierung im Schulbereich informiert worden.

Das Land hat ein Netzwerk von 39 medienpädagogischen Multiplikatoren an den staatlichen und 10 medienpädagogischen Multiplikatoren an den privaten Schulen aufgebaut. Die Multiplikatoren unterstützen die Lehrerkollegien bei allen Fragen rund um die Umsetzung des DigitalPaktes und sollen Fortbildungen durchführen.

Aus- und Fortbildung

Referendarinnen und Referendare erhalten während des Vorbereitungsdienstes eine zweitägige Einführung in die Medienbildung, die auch praktische Medienarbeit umfasst.

Das Bildungsministerium sichert überregionale und regionale Fortbildungen für Lehrkräfte ab. Neue Formate wie Online-Fortbildungen sollen erprobt werden. Grundlage ist ein neu aufgelegtes Fortbildungskonzept.

Die Sommer- und Winterakademien des IQ M-V widmen sich dem Thema „Bildung in der digitalen Welt“.

An der Universität Greifswald und an der Universität Rostock soll jeweils eine Professur für Medienpädagogik eingerichtet werden, um die Vermittlung fachdidaktischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung in diesem Bereich zu stärken.

Schulverwaltung

Die Schulverwaltung des Landes als gemeinsame Einrichtung und der Schulträger soll technisch ebenfalls zeitgemäß aufgestellt werden.

Eine Projektgruppe hat unter Beteiligung der kommunalen Ebene die Arbeit für ein „Integriertes Schulmanagementsystem“ (ISY M-V) aufgenommen. Ziel ist die Integration von unterschiedlicher Software in einer landeseinheitlichen Schulverwaltungssoftware (Schulstundenplaner, Klassenbuch, Notenbuch, Diagnostik, Lehrerpersonalverwaltung, Dienststellenverwaltung, Kommunikationsmittel für Schule und Eltern).

Die Online-Stellenbörse wurde als Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern (www.Lehrer-in-MV.de) neu aufgelegt. Über das Portal sind eine einfache und moderne Stellensuche sowie Bewerbungen per E-Mail an der Wunschschule möglich.

Nachwuchsforscher entwickeln mutig selbst Ideen für die Zukunft

WEMAG und Stadtwerke unterstützen 29. Landeswettbewerb Jugend forscht – Schüler experimentieren

Schwerin/Rostock – „Frag Dich!“ lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Wettbewerbs Jugend forscht – Schüler experimentieren. Auch in Mecklenburg-Vorpommern stellten sich Nachwuchsforscher im Alter zwischen 8 und 19 Jahren dieser Aufforderung. Mutig entwickelten die Teilnehmer des Landeswettbewerbs „Jugend forscht“ und des Regionalwettbewerbs „Schüler experimentieren“ eigene Ideen und Lösungen in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik.

Während des 29. Landeswettbewerbs präsentierten in der Rostocker Stadthalle 93 Nachwuchsforscher ihre 46 Projekte erst einer Jury und später der Öffentlichkeit. Im vergangenen Jahr waren es 76 Teilnehmer mit 40 Arbeiten. „Diese positive Entwicklung bestätigt uns, dass nur durch kontinuierliche Förderung des Forschergeistes der steinige Weg der Entwicklung in eine glatte Straße des Erfolgs geebnet werden kann“, sagte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG. Im Jahr 1991 hat sich Jugend forscht – Schüler experimentieren auch in Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Seitdem unterstützt die WEMAG, lange Zeit als einziges Unternehmen, diesen Wettbewerb auf Landesebene.

„Die Natur schonen und effizienter wirtschaften gelingt nur durch die gemeinsame Arbeit von Naturwissenschaftlern, Mathematikern, Informatikern und Technikern. Deshalb setzen wir auf einen zukunftsorientierten Wettbewerb – eine Schmiede für Nachwuchsforscher“, sagte Stadtwerke-Vorstand Ute Römer. „Die Stadtwerke Rostock als Energieunternehmen unterstützen diese Veranstaltung für junge Forscher, weil wir daran glauben, dass wir die Herausforderungen der Energiewende schon heute anpacken müssen.“

Der Hauptteil der Projekte kommt mit 26 aus dem Schulamtsbereich Rostock. „Bei der Beteiligung in der Fläche des Landes zeigen sich noch immer deutliche Reserven, es gibt aber eine positive Entwicklung. Die vielen Projekte aus Rostock und Umgebung erscheinen logisch, ist doch die Universitätsnähe ein unterstützender Faktor. Auch die Universität Greifswald betreut erstmalig zwei Projekte im Bereich Jugend forscht“, sagte Heiko Gallert.

Der Wettbewerbsleiter dankte den Lehrern an den Schulen, den Wissenschaftlern an den Universitäten, den Mitarbeitern in Bildungsinstituten und Eltern, die Freude daran haben, in jungen Menschen das Interesse an der wissenschaftlichen Arbeit zu wecken und sie dann bei ihren „Jugend forscht“-Projekten zu unterstützen. Dies sei keinesfalls selbstverständlich. Außerdem dankte Heiko Gallert den Patenunternehmen WEMAG AG und Stadtwerke Rostock AG, durch deren Engagement der Landeswettbewerb überhaupt erst durchgeführt werden kann.

Die Ehrung der Preisträger übernahmen Wettbewerbsleiter Heiko Gallert und die Vorstände der Patenunternehmen gemeinsam. Die beiden Landesieger werden Mecklenburg-Vorpommern beim Finale des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ vertreten. Die 54. Auflage der deutschlandweiten Endrunde findet vom 16. bis 19. Mai 2019 im sächsischen Chemnitz statt.

Die WEMAG ist seit 1991 Partnerunternehmen von „Jugend forscht“ und unterstützt die Austragung des Wettbewerbs. Als weiterer Partner ist seit 2012 die Stadtwerke Rostock AG dabei. Auch im nächsten Jahr wollen die beiden Unternehmen wieder zusammen den Wettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen. Der 30. Landeswettbewerb wird vom 10. bis 11. März 2020 stattfinden.

Landessieger „Jugend forscht“ 2019 Mecklenburg-Vorpommern

1. Preis Fachgebiet Biologie

Thema: Bestimmung des Rostocker Stadtklimas mit Hilfe von Flechten als Bioindikator
Svea Lübke, Frieda Engel und Franziska Masberg vom Innerstädtisches Gymnasium Rostock

1. Preis Fachgebiet Chemie

Thema: Paint Flakes – Die bunten Giftbomben der Warnow
Lara, Jessica Stoklasek, Franka Freytag und Alina Guljam vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock

Sieger des Regionalwettbewerbs „Schüler experimentieren“ 2019 Mecklenburg-Vorpommern

1. Preis Fachgebiet Technik

Thema: LED Taschenlampe durch Wiederverwendung defekter LED-Lampen
Béla Bischoff von der CJD Christophorusschule Rostock

1. Preis Fachgebiet Biologie

Thema: Schafzucht in MV – Wolle auf vier Beinen
Joost Breckenfelder, CJD Christophorusschule Rostock

1. Preis Fachgebiet Chemie

Thema: Flower Power – Blütenfarbstoffe als natürliche Indikatoren
Marisa Klug und Emmy Schulz vom Rostocker Freizeitzentrum

1. Preis Fachgebiet Mathematik/Informatik

Thema: Computerprogramm für das Rechnen mit großen Zahlen
Raphael Klug, Rostocker Freizeitzentrum

Ministerin Hesse trifft Nobelpreisträger für Physik

1.500 Teilnehmer bei Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Rostock – Wissenschaftsministerin Birgit Hesse hat am Festakt zur 83. Jahrestagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) teilgenommen. Zum 600. Bestehen der Universität Rostock treffen sich in dieser Woche 1.500 Physikerinnen und Physiker in der Hansestadt. Unter den Gästen sind auch die beiden Nobelpreisträger Klaus von Klitzing und William Daniel Phillips. Hauptthemen der Fachvorträge sind Atomphysik, Photonik und Quantentechnologien. Wissenschaftsministerin Hesse hob in ihrem Grußwort die Spitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern hervor.

„Der Alfred-Krupp-Förderpreisträger Alexander Szameit leistet auf dem Gebiet der Experimentellen Festkörperoptik Beachtliches. Das Projekt NEISS nutzt die Erkenntnisse des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald, um hier in Rostock künstliche Intelligenz zu entwickeln, die die handschriftlichen Briefe des Künstlers Ernst Barlach nach Zeiträumen ihrer Entstehung zu unterscheiden lernt. In der ‚Neuen Physik‛ mit ihrem Forschungsbau ‚Life, Light and Matter‛ kommen ein Festkörper-NmR-Spektrometer, ein Lasersystem für energiereiche ultra-kurze Pulse und ein Kurzpulslaser-Massenspektrometer zum Einsatz“, führte Hesse aus.

Die Landesregierung nehme insbesondere die neue Generation von Forscherinnen und Forscher in den Blick. Mit einem eigenen Exzellenzforschungsprogramm werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gefördert, die sich in Verbünden weiter qualifizieren wollen. „Wir versprechen uns von den Arbeiten Impulse für die Forschung – bedeutende Impulse, wie sie auch von vielen Tagungsgästen ausgehen“, würdigte Hesse. Die Physik sei in Mecklenburg-Vorpommern als einem dünn besiedelten Flächenland breit und wissenschaftlich gut aufgestellt.

Neben den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Greifswald und Rostock stehen die Kompetenzen der Leibniz-, Max-Planck-, Helmholtz und Fraunhofer-Institute zur Verfügung. „Sie spannen den Bogen von der Ozeanografie über die Atmosphärenphysik, die Physik zur Beherrschung katalytischer Verfahren, die Niedrigtemperatur-Plasma- sowie die Hochspannungsphysik mit Wendelstein 7-X, bis hin zur maritimen Robotik und den Forschungen zur Solarterrestrischen Physik und zum Weltraum-Wetter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dies alles dient der Attraktivität unserer Region als Wissenschaftsstandort“, betonte Hesse.

Klimaschutz an Schulen: Wo sind die Energiesparmeister in M-V?

Wettbewerb sucht bestes Klimaschutz-Projekt an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Berlin – Der Energiesparmeister-Wettbewerb für Schulen sucht das beste Klimaschutz-Projekt von und mit Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern. „Mitmachen lohnt sich“, motiviert Tanja Loitz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, die den Wettbewerb organisiert. „Auf das überzeugendste Projekt wartet ein Preisgeld von 2.500 Euro, die Chance auf den mit weiteren 2.500 Euro dotierten Bundessieg und eine Reise zur Preisverleihung im Bundesumweltministerium in Berlin.“

Bewerben können sich Schüler und Lehrer aller Schularten und jeder Jahrgangsstufe bis zum 4. April auf www.energiesparmeister.de. Der Wettbewerb wird unterstützt durch die vom Bundesumweltministerium beauftragte Kampagne „Mein Klimaschutz“. Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist Schirmherrin des Wettbewerbs.

Jury kürt Landessieger – Online-Abstimmung über Bundessieg

Ende April wählt eine Fachjury den Landesieger aus Mecklenburg-Vorpommern und aus den weiteren 15 Bundesländern aus; nach den Kriterien Innovation, Nachhaltigkeit und Kreativität. Im Mai treten die 16 Energiesparmeister zu einer öffentlichen Online-Abstimmung um den Bundessieg an. Der Bundessieger erhält neben den 2.500 Euro für den Landessieg den mit weiteren 2.500 Euro dotierten Titel „Energiesparmeister Gold“.

Ein mit 1.000 Euro dotierter Sonderpreis honoriert besonders ausdauerndes Engagement für den Klimaschutz. Dafür können sich alle früheren Energiesparmeister bewerben, die am Ball geblieben sind und ihr Projekt weiterentwickelt haben. Alle neuen Preisträger werden zur Preisverleihung am 14. Juni 2019 ins Bundesumweltministerium eingeladen.

Paten und Unterstützer des Energiesparmeister-Wettbewerbs

Neben Geld- und Sachpreisen werden die Gewinner-Schulen mit einer Patenschaft eines Partners aus Wirtschaft und Gesellschaft belohnt. Die Paten unterstützen ihren Energiesparmeister bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die diesjährigen Paten des Wettbewerbs sind atmosfair gGmbH, Bremer Energiehaus-Genossenschaft eG, eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, ENGIE Deutschland, Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH, Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH, Ostdeutscher Sparkassenverband, Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg, Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, die Sparkassen in Niedersachsen und WEMAG AG für Mecklenburg-Vorpommern.

Im vergangenen Jahr konnte die Arche Schule in Waren an der Müritz das beste Klimaschutzprojekt in Mecklenburg-Vorpommern vorweisen. So werden an der Grundschule die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit theoretisch vermittelt und auch praktisch umgesetzt. Es wird auf Einwegplastik verzichtet und bei der Verpflegung auf Regionalität gesetzt. Die Kinder werden im Energiesparen geschult und regelmäßig führen Exkursionen zu Erzeugern erneuerbarer Energie. „Klimaschutz braucht oft einen langen Atem. Wichtig sind Vorbilder, die zeigen, dass es auch mit kleinen Schritten ein ganzes Stück vorangehen kann. Ich bin sehr stolz auf die Schule in Waren“, sagt Thomas Murche, technischer Vorstand des kommunalen Energieversorgers WEMAG.

Zusätzlich unterstützen den Wettbewerb a&o Hostels, Florida-Eis Manufaktur GmbH, memo AG, Vaude GmbH & Co. KG und Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Als Medienpartner agieren der auf pädagogisch-didaktische Fachzeitschriften spezialisierte Friedrich-Verlag, das Familienmagazin Naturkind, das Naturkostmagazin Schrot&Korn sowie das bundesweite Schülermagazin YAEZ. Unterstützt wird der Wettbewerb auch von Deutschlandfunk Kultur mit Berichterstattung in der Sendung „Kakadu“.

Gegen Mobbing und Gewalt in der Schule

Ministerin Hesse: Lehrkräfte gehen sehr verantwortungsvoll mit Vorfällen um

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele Angebote für Schulen, um über Mobbing oder andere Arten von Diskriminierung aufzuklären. Sie sollen vor allem aufzeigen, wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können. Seit 2016 stehen staatlichen und privaten Schulen pro Jahr insgesamt 80.000 Euro für Projekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratie-, Rechts- und Friedenserziehung, politische Bildung und Gewaltprävention zur Verfügung. Wer von Mobbing oder Gewaltübergriffen betroffen ist, kann sich an die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in den Staatlichen Schulämtern wenden.

„Ständige Schikanen, Belästigungen und Nötigungen, Mobbing, verbale oder körperliche Verletzungen sind auch an unseren Schulen ein Thema“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer gehen sehr verantwortungsvoll mit den Vorfällen um, wenn Schülerinnen und Schüler betroffen sind. Ich sehe aber auch die Eltern in der Verantwortung, genauer hinzusehen. Sie müssen ihren Kindern aufzeigen, wann sie Grenzen überschreiten. In der Schule setzen wir vor allem auf Prävention, damit Mobbing und Gewalt gar nicht erst entstehen“, betonte Hesse.

In der Schule sollen Hass, Rassismus und Gewalt abgebaut und der Respekt gegenüber anderen Menschen gestärkt werden. Darauf gehen beispielsweise die fächerübergreifenden Rahmenpläne „Interkulturelle Erziehung“ und „Rechtserziehung“ ein. Im neuen fächerübergreifenden Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“, der zum Schuljahr 2018/2019 in Kraft getreten ist, ist das Lernziel „Erscheinungsformen von Mobbing oder Hate Speech erkennen und Schutzmöglichkeiten eruieren“ formuliert. Dabei geht es auch darum, Cybermobbing zu verhindern.

„Durch das Internet, Smartphones und Social Media sind weitere Mobbing-Formen entstanden“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Üble Kommentare verbreiten sich im Netz in Windeseile. Die Gründe für Mobbing können sehr vielschichtig sein. Manchmal ist schon die Kleidung Auslöser dafür, dass eine Schülerin oder ein Schüler diffamiert wird. Über die Folgen müssen wir stärker aufklären und deutlich machen, dass so etwas nicht geht. In der Schule ist korrektes Verhalten in Fächern wie Sozialkunde, Religion oder Philosophieren mit Kindern ein Thema. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir darüber hinaus einen landesweiten Projekttag durchführen, an dem sich Schulen mit dem Thema Mobbing intensiv und kritisch auseinandersetzen“, sagte die Ministerin.

Auswahl von Präventionsprojekten:

Anti-Mobbing-Koffer

Zusammen mit dem Bildungsministerium hat die Techniker Krankenkasse im Jahr 2010 die Anti-Mobbing-Initiative „Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein“ gestartet und den Schulen 600 Anti-Mobbing-Koffer zur Verfügung gestellt, deren Inhalte immer wieder aktualisiert wurden. 2013 wurde zum Beispiel das Modul „Cybermobbing“ hinzugefügt.

Medienkompass für Schulen

Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Greifswald und ist unter der Mitarbeit des Bildungsministeriums entstanden. Er enthält etwa 80 verschiedene Projektbeschreibungen, die konkrete Tipps geben, wie Kindertagesstätten, Schulen, Familien und außerschulische Träger Medienbildung vermitteln können, u. a. zum richtigen Umgang mit Handys und Computern, Datenschutz, Jugendmedienschutz oder Cybermobbing.

Medienscouts MV

Die Medienscouts klären ihre Mitschülerinnen und Mitschüler über die Chancen und Risiken des Internets auf. Sie wollen ihnen die Möglichkeit geben, die eigene Mediennutzung zu hinterfragen und mehr Wissen im sicheren Umgang mit dem Netz vermitteln. Auch Cybermobbing spielt dabei eine Rolle. Das Projekt „Medienscouts MV“ wird vom Landesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit in Zusammenarbeit mit Partnern organisiert.

„Helden statt Trolle“

Das Landeskriminalamt und die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) gehen gegen Hass-Kommen­tare im Internet vor und setzen dabei auf die Mithilfe von Schülerinnen und Schülern. Mit dem Projekt „Helden statt Trolle“ (https://helden-statt-trolle.de) haben sie gemeinsam mit den Universitäten Rostock und Greifswald eine Internet- Plattform an den Start gebracht und eine Gemeinschaft gegründet, die sich aktiv in die Diskussionen im Internet einschaltet und Hass-Kommentare verdrängen will.

Lions-Quest-Programme

Die Lions-Clubs in Mecklenburg-Vorpommern fördern die Seminar- und Unterrichtsprogramme „Klasse 2000“ für die Grundschulen, „Lions-Quest – Erwachsen werden“ für  die Altersstufen 10 – 14 Jahre und „Lions-Quest – Erwachsen handeln“ für die Altersstufen 15 – 21 Jahre des Hilfswerks der Lions in Wiesbaden, die wissenschaftlich evaluiert wurden. Sie zielen auf die Entwicklung und Förderung der allgemeinen Sozial- und Lebenskompetenzen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einschließlich der Vermittlung von Konfliktlösungskompetenzen und der Förderung von Demokratiefähigkeit und gesellschaftlichem Engagement ab.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Anerkennung, Toleranz, und der Erwerb von gewaltfreien Konfliktbewältigungsstrategien stehen im Zentrum der Teilnahme am bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit mehr als 2.500 Schulen. Seit 2007 koordiniert die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e. V.  dieses Projekt im Land. Das Projekt geht gegen alle Formen von Diskriminierung und Ausgrenzung aktiv vor und will einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten.

Qualitätssiegel „Sicherheit macht Schule“

Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur das Qualitätssiegel „Sicherheit macht Schule”. Das Siegel wurde im Jahr 2012 erstmals vergeben. Mit dem Siegel werden Schulen ausgezeichnet, die eine vorbildliche Präventionsarbeit gegen Gewalt und Kriminalität leisten.

Respekt Coaches

Seit dem vergangenen Jahr unterstützen Respekt Coaches die Präventionsarbeit an ausgewählten Schulen. Sie stärken Werte wie Respekt und Toleranz, zeigen Lebensperspektiven auf und fördern das Demokratieverständnis. Mit den Angeboten soll unter anderem Ausgrenzung, Mobbing oder Gewalt gegenüber Andersgläubigen vorbeugt und Radikalisierung entgegengewirkt werden. Die Respekt Coaches sind bei den Jugendmigrationsdiensten angesiedelt und werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Lehrerfortbildungen

Das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums bietet Lehrerinnen und Lehrern fortlaufend Fortbildungen zum Thema „Mobbing“ an. In den Schuljahren 2016/2017 und 2017/2018 hat es zehn Veranstaltungen gegeben, an denen insgesamt 405 Lehrkräfte teilgenommen haben. Außerdem gab es Fortbildungen, in denen Pädagoginnen und Pädagogen Tipps und Anregungen erhielten, wie sie mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schüler umgehen und Elterngespräche zum Thema führen.

Beratung und Unterstützung

Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen als Fach- und Informationsstelle für Suchtprävention und Suchthilfe bietet Betroffenen Hilfe und Unterstützung bei Mobbing und Cybermobbing an. Sie leistet zudem mit vielen Projekten in Schulen Präventionsarbeit und steht Lehrerinnen und Lehrern beratend zur Seite.

Jugendkunstschule Neubrandenburg ist staatlich anerkannt

Ministerin Hesse: Freizeit mit sinnvollen und kreativen Projekten verbringen

Neubrandenburg – Die neu gegründete Jugendkunstschule „Junge Künste NB“ e. V. Neubrandenburg darf sich „Staatlich anerkannte Kinder- und Jugendkunstschule in Mecklenburg-Vorpommern“ nennen. Kulturministerin Birgit Hesse hat der Jugendkunstschule eine entsprechende Urkunde übermittelt. Die Anerkennung gilt für fünf Jahre, dann muss der Status erneut überprüft werden. Das Land unterstützt die Jugendkunstschule Neubrandenburg in diesem und im kommenden Jahr über die Kulturförderung mit insgesamt knapp 219.000 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt acht staatlich anerkannte Kinder- und Jugendkunstschulen.

„Malen, Zeichnen, Theater spielen, töpfern, journalistisches oder literarisches Schreiben – die Jugendkunstschulen machen ein vielseitiges Programm“, lobte Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse. „Kinder und Jugendliche können sich dort künstlerisch ausprobieren und ihre Talente entdecken. Das Wichtigste ist aber, dass Jugendkunstschulen dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler ihre Freizeit mit sinnvollen und kreativen Projekten verbringen“, sagte Hesse.

Wöchentlich nutzen ca. 260 Kinder und Jugendliche die Kursangebote der Jugendkunstschule „Junge Künste NB“. In den vergangenen Jahren haben ca. 6.500 Kinder und Jugendliche pro Jahr die Angebote der Vorgängervereine besucht, die sich nun zusammengeschlossen haben. Um eine staatliche Anerkennung zu erhalten, müssen Kinder- und Jugendkunstschulen bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. „das ARTelier“ des Vereins MOSAIK e. V. Neubrandenburg durfte sich bereits „Staatlich anerkannte Jugendkunstschule“ nennen. Das Keramikstudio und die Mecklenburgische Literaturgesellschaft hingegen mussten zunächst ein Kurssystem mit aufeinander aufbauenden Kursen einrichten, damit sie die Jugendkunstschularbeit in diesem Zusammenschluss absichern können.

Landesschulbeirat hat neuen Vorstand gewählt

Schwerin – Der Vorstand des Landesschulbeirats Mecklenburg-Vorpommern hat sich neu konstituiert. Die Amtszeit dauert von 2019 bis 2021. Peter Todt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin und Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung, wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als seine Stellvertretung werden ihn Martina Richter vom Landeselternrat und Maik Walm vom Landesvorstand der GEW unterstützen.

„Ich gratuliere den Vorstandsmitgliedern zur Wahl“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Der Landesschulbeirat vereint Expertinnen und Experten unterschiedlichster Bereiche unserer Gesellschaft. Der Landesschulbeirat wird mich in seiner aktuellen Amtszeit bei der Umsetzung der Landesstrategie Inklusion sowie in Fragen der Lehrergewinnung beraten. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit“, betonte Hesse.

Dem Landesschulbeirat gehören Vertreter der Lehrerinnen und Lehrer, Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schüler, Vertreter der Universitäten und Fachhochschulen, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern, Vertreter des Landesausschusses für Berufsbildung, des Landesjugendringes, Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, Vertreter der Kirchen, der Schulen in freier Trägerschaft sowie Vertreter der Organisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände an. Der Landesschulbeirat wird jeweils für die Dauer von zwei Jahren durch die Bildungsministerin des Landes berufen.

Weitere Fördermittel für gymnasiales Schulzentrum Dömitz

Dömitz – In das gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“ in Dömitz wird kräftig investiert, damit sich die Lern- und Arbeitsbedingungen für SchülerInnen und LehrerInnen deutlich verbessern. Das Bildungsministerium hatte dem Schulstandort Dömitz eine langfristige Bestandsfähigkeit bestätigt. Daraufhin entschied sich der Landkreis Ludwiglust-Parchim als Schulträger, das gymnasiale Schulzentrum mit Regional- und Förderschule durch Sanierung sowie Um- und Ausbau der Schulgebäude und der Sportstätten zu modernisieren bzw. baulich zu erweitern.

Heute übergab Innenminister Lorenz Caffier an den Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, einen Bewilligungsbescheid über 750.000 EUR Sonderbedarfszuweisung für die Sporthalle. Das Innenministerium hatte bereits anteilig die Modernisierung der Heizungsanlage mit Kofianzierungsmitteln in Höhe von 98.000 EUR und den Ersatzneubau Haus 2 mit 664.000 EUR gefördert.

„Da es für das gesamte Schulzentrum einen sehr hohen Investitionsbedarf gibt, sind die Sanierung und der Ausbau des Schulzentrums Dömitz einschließlich der Sportanlagen in das Schulbauprogramm der Landesregierung aufgenommen worden“, betonte der Minister. „Die komplexe Modernisierung des Schulstandortes ist für den Landkreis ein sehr großes Projekt, das ohne Fördermittel nicht umgesetzt werden kann. Deshalb sind derzeit vier Ministerien des Landes Mecklenburg-Vorpommerns gleichzeitig an den Finanzierungen der Bauvorhaben beteiligt.“

Minister Caffier brachte heute noch einen weiteren Bewilligungsbescheid über 165.000 EUR für den Landkreis mit, der im Zusammenhang mit dem Wald- und Flächenbrand in Groß Laasch steht. Unmittelbar nach den Großbränden im Sommer 2018 in Westmecklenburg auf munitionsbelasteten Flächen hatte das Innenministerium zugesagt, sich anteilig an den entstandenen, unvorhersehbaren und unabweisbaren Kosten zu beteiligen.

„Das Thema Feuerwehr steht mit ganz oben auf der Prioritätenliste des Innenministeriums. Um die Bedingungen für die Ehrenamtler weiter zu verbessern, werden wir mit dem kommenden Doppelhaushalt der Landesregierung größere Investitionen in die Landesfeuerwehrschule und in die Technik der Feuerwehren anmelden“, betonte Lorenz Caffier.

Online-Kurs für digitale Jugendbeteiligung in M-V startet

Schwerin – Die Entwicklung neuer Methoden der Beteiligung für Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern ist das Ziel eines kostenlosen Online-Kurses. In dem sechswöchigen Kurs können die Teilnehmer/innen konkrete Werkzeuge (Tools) und Projekte kennenlernen und erproben. Gleichzeitig werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie digitale Jugendbeteiligung umgesetzt werden kann.

Durchgeführt wird der Kurs im Auftrag des Sozialministeriums vom Jugendmedienverband MV und dem Projekt Jugend.beteiligen.jetzt.

„Gemeinsam wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen fördern. Das funktioniert heute nicht mehr ohne Smartphone und Internet. Deshalb wollen wir neue, digitale Wege für mehr Mitwirkung gehen, die mit Offline-Angeboten verknüpft werden. Digitale Apps und Tools erweitern den Methodenkoffer in der Beteiligungsarbeit, müssen aber fachgerecht angewendet werden“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese zum heutigen Start des ersten Online-Kurses.

Mit dem Jugendbeteiligungsfonds des Landes in Höhe von 100.000 Euro jährlich sollen bessere Beteiligungsmöglichkeiten für junge Leute im gesamten Land geschaffen werden. „Gerade Jugendliche im ländlichen Raum sollen mit attraktiven digitalen Angeboten ermuntert werden, sich für ihre Belange zu engagieren und selbst aktiv zu werden“, verdeutlichte Drese.

Der Online-Kurs geht über sechs Wochen, mit jeweils einer Lerneinheit pro Woche. Ab dem (heutigen) 4. März 2019 werden jede Woche neue Videos und Aufgaben zum Bearbeiten freigeschaltet. Interessierte können sich auch jetzt noch für den ersten Online-Kurs für MV anmelden.

Infos und kostenlose Anmeldung unter: https://www.oncampus.de/jbjMOOCmv

Neue Professoren für die Hochschulen

Schwerin – Im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur haben drei neue Professoren für die Universitäten im Land ihre Ernennungsurkunden erhalten.

Dr. Alexander Wacker wurde zum Universitätsprofessor im Fach „Tierökologie“ an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald ernannt. Prof. Dr. Wacker wurde 1969 in Wiesensteig in Baden-Württemberg geboren und studierte an der Universität Konstanz Biologie. Seine Promotion absolvierte er ebenfalls in Konstanz, gefolgt von der Habilitation an der Universität Potsdam. Seit dem Jahr 2014 leitet Professor Wacker die Heisenberggruppe „Theoretische Aquatische Ökologie und Ökophysiologie“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Universität Potsdam.

Prof. Dr. Thomas Fennel wurde zum Universitätsprofessor für die Heisenberg-Professur „Starkfeld-Nanophysik“ an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock ernannt. Professor Fennel, geboren 1976 in Rostock, studierte an der Universität Rostock Physik und schloss seine Promotion und Habilitation im Anschluss ebenfalls in Rostock ab. Er ist bereits seit 2016 als außerplanmäßiger Professor für „Theoretische Physik“ an der Universität Rostock tätig.

Dr. Matthias Wunsch wurde zum Universitätsprofessor im Fach „Theoretische Philosophie“ an der Universität Rostock ernannt. Prof. Dr. Wunsch wurde 1969 in Berlin geboren und schloss sein Studium an der Technischen Universität Berlin mit dem Diplom in Informatik und dem Magister Artium in Philosophie und Informatik ab. Es folgte die Habilitation an der Universität Wuppertal. Seit 2016 ist Professor Wunsch als Gastprofessor für „Philosophie“ an der Universität Ulm beschäftigt.

Öffentliche Anhörung zum Schulgesetz im Landtag

Ministerin Hesse: Schwerpunkt ist die gezielte individuelle Förderung von Schülern

Schwerin – Bildungsministerin Birgit Hesse hat am 27. Februar 2019 an der öffentlichen Anhörung des Bildungsausschusses zum Schulgesetz teilgenommen. Im Landtag haben Landesschülerrat und Landeselternrat, Gewerkschaften, Verbände, Kirchen, Landkreistag, Städte- und Gemeindetag ihre Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle abgegeben. Das neue Schulgesetz muss in zweiter Lesung vom Parlament beschlossen werden und soll zum Schuljahr 2019/2020 in Kraft treten.

„Schwerpunkt ist die gezielte individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll es verschiedene Förderangebote an Regelschulen geben, um ihnen die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Aber wir nehmen auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in den Blick. Mit dem Gesetzentwurf sollen unsere Schulen einen zeitgemäßen rechtlichen Handlungsrahmen erhalten“, so Hesse.

Das Bildungsministerium hat in den Gesetzentwurf alle notwendigen Änderungen eingearbeitet, die sich seit dem Jahr 2014 ergeben haben, aber nicht sofort umgesetzt werden mussten. „Die öffentliche Anhörung heute im Landtag war auch für mich wichtig gewesen, um die verschiedenen Standpunkte zu hören. Ich kann versichern, dass wir die Kritik ernst nehmen und prüfen werden, inwieweit wir die gemachten Vorschläge berücksichtigen können“, sagte Hesse. Die Ministerin dankte zudem allen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben, diese große Schulgesetznovelle auf den Weg zu bringen.

Das soll sich ändern:

Flexible Schuleingangsphase
An den Grundschulen soll eine flexible Schuleingangsphase eingeführt werden. Über die organisatorische Umsetzung entscheidet die Schule. Es sollen in Jahrgangsstufe 1 und 2 keine Ziffernoten erteilt werden. Die Erziehungsberechtigten sollen eine differenzierte schriftliche Einschätzung erhalten.

Schullaufbahnempfehlung
Weil das Land die individuelle Eignung von Schülerinnen und Schülern stärker in den Blick nehmen will, sollen verbindliche Standards für die Schullaufbahnempfehlung festgeschrieben werden. So sieht es auch die Inklusionsstrategie vor. Die Jahrgangsstufe 7 soll für all jene Schülerinnen und Schüler künftig ein Erprobungsjahr sein, deren Eltern sie trotz anders lautender Empfehlung auf ein Gymnasium schicken.

Flexible Schulausgangsphase
Auf Basis bisher bestehender Angebote wie dem Produktiven Lernen, 9+ und dem freiwilligen 10. Schuljahr soll ein möglichst dichtes Netz besonderer schulischer Angebote eingerichtet werden. Das freiwillige 10. Schuljahr soll dabei schrittweise von den Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen an ausgewählte Regionale Schulen überführt werden. Mit der Neugestaltung der flexiblen Schulausgangsphase sollen die Ziele erreicht werden, die im Koalitionsvertrag unter der Einführung eines Landesprogramms für mehr erfolgreiche Schulabschlüsse genannt sind.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
In Mecklenburg-Vorpommern soll es zukünftig vier Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung geben. Schülerinnen und Schüler mit besonders starken Verhaltensauffälligkeiten sollen an diesen Förderschulen beschult werden. Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in diesem Bereich können je nach Ausprägung auch in temporären Lerngruppen an Regelschulen (Schulwerkstätten, Familienklassenzimmer) oder im Gemeinsamen Unterricht (GU) beschult werden.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Sprache
Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Sprache laufen zum 31. Juli 2020 aus. Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in diesem Bereich sollen künftig temporäre Lerngruppen oder den Gemeinsamen Unterricht besuchen. Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen laufen schrittweise zum 31. Juli 2024 aus. Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in diesem Bereich sollen künftig in flexiblen Bildungsgängen oder im Gemeinsamen Unterricht lernen.

Flexible Bildungsgänge
Der flexible Bildungsgang soll sich an Schülerinnen und Schüler richten, die beim Lernen besonders viel individuelle Unterstützung brauchen. Sie sollen eigenständige Lerngruppen an allgemein bildenden Schulen besuchen. Der flexible Bildungsgang soll an ausgewählten allgemein bildenden Schulen eingerichtet werden und die Jahrgangsstufen 5 bis 9 umfassen. Auf dem Abschlusszeugnis sollen besondere individuelle und berufsbezogene Kompetenzen dargestellt werden. Ein Übergang in das freiwillige 10. Schuljahr soll möglich sein.

Schulen mit spezifischer Kompetenz
29 Schulen mit spezifischer Kompetenz sollen das Angebot für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Sehen, Hören, körperliche und motorische Entwicklung ergänzen. Eltern sollen entscheiden können, ob ihr Kind eine Schule mit Förderschwerpunkt oder eine dieser Regelschulen mit ergänzter Ausstattung besucht. Die überregionalen Förderzentren sollen bestehen bleiben.

Individuelle Förderpläne
Die gezielte individuelle Förderung soll Aufgabe jeder Schulart sein. Alle Schulen sollen mindestens für Schülerinnen und Schüler mit Teilleistungsstörungen, vermutetem oder festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf oder für solche mit einer Hochbegabung individuelle Förderpläne erstellen und diese halbjährlich fortschreiben müssen.

Schriftlicher Verweis wird ersetzt
Der schriftliche Verweis soll aus dem Katalog der förmlichen Ordnungsmaßnahmen gestrichen werden, weil er keine rechtlichen Konsequenzen hat und eben keine Ordnungsmaßnahme ist. Ein schriftlicher Verweis ist nicht mehr als ein Hinweis an die Schülerinnen und Schüler, dass ein Fehlverhalten vorliegt. Stattdessen soll er als schriftlicher Tadel in die Regelbeispiele der Erziehungsmaßnahmen aufgenommen werden.

Freie Auswahl von Schulbüchern und Unterrichtsmedien
Unter Berücksichtigung folgender Grundsätze sollen Schulen ihre Schulbücher selbst auswählen können: Schulbücher müssen wie alle Unterrichtsmedien zur Erreichung der pädagogischen Ziele der Schule und des Bildungsganges geeignet sein. Sie dürfen allgemeinen Verfassungsgrundsätzen sowie Rechts- und Verwaltungsvorschriften nicht widersprechen und müssen die Anforderungen der Rahmenpläne erfüllen.

Schuleinzugsbereiche
Die Schuleinzugsbereiche, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten ohnehin festzulegen sind, sollen sich einander nicht überlappen. Diese reine Präzisierung zielt auf die Mehrfachstandorte ab, ohne allerdings die bestehende Rechtslage zu ändern – nämlich, dass es für eine Schülerin oder einen Schüler nur eine örtlich zuständige Schule gibt.

Schullastenausgleich (Kooperative Gesamtschulen)
Mit der Neuregelung sollen Schulkostenbeiträge durch den Schulträger für alle Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang der Regionalen Schule an Kooperativen Gesamtschulen von deren Wohnsitzgemeinden erhoben werden. Für die Schülerinnen und Schüler im gymnasialen Bildungsgang soll der gemeindliche Schulträger der Kooperativen Gesamtschule entweder wie bisher Schulkostenbeiträge durch den Landkreis erhalten bzw. der gemeindliche Schulträger soll den Schullastenausgleich gegenüber dem Landkreis geltend machen können.

Sportgymnasien
Das Land will in Zukunft den Schulkostenbeitrag für besonders vielversprechende sportliche Talente aus anderen Bundesländern an die Träger der Sportgymnasien zahlen. Der Besuch des nächstgelegenen Sportgymnasiums kann auch bedeuten, dasjenige Sportgymnasium zu besuchen, an dessen Standort sich das Leistungszentrum für die jeweils von der Schülerin bzw. vom Schüler ausgeübte Sportart befindet.

Klassenkonferenz
Das Herabsetzen der Jahrgangsstufe von 7 auf 5 soll allen Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen die Möglichkeit geben, über Angelegenheiten, die ausschließlich die Klasse oder Jahrgangsstufe betreffen, zu beraten und zu entscheiden.

Mittlere Reife-Prüfung am Gymnasium
Mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 sollen Schülerinnen und Schüler am Gymnasium den Abschluss der Mittleren Reife erhalten. Auf eine gesonderte Prüfung soll verzichtet werden. Das Land will damit zu der früheren Regelung zurückkehren und sich vor dem Hintergrund einer größeren Vergleichbarkeit an der Praxis anderer Bundesländer anlehnen. Durchschnittlich 0,02 Prozent der Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe verlassen das Gymnasium mit dem Abschluss der Mittleren Reife.

Verstärkte Berufliche Orientierung
Die Berufsorientierung soll zukünftig integraler Bestandteil aller Fächer und Jahrgangsstufen sein. Ziel soll sein, dass die die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit eine individuell angemessene Berufsperspektive entwickelt haben und sich für einen Berufsweg entscheiden können. Alle Schularten stehen deshalb vor der gemeinsamen Aufgabe, Schülerinnen und Schüler auch auf die Berufswelt vorzubereiten.

Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung
Mit einer neuen Formulierung im Schulgesetz soll die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung besonders hervorgehoben werden. Damit soll das Ziel verfolgt werden, eine oftmals einseitige gesellschaftliche Ausrichtung auf das Studium zugunsten einer Berufsbildung zu verändern. Deshalb findet auch am Gymnasium nicht nur eine Studienorientierung, sondern auch eine Berufsorientierung statt.

Neue Erzieherausbildung
Der Bildungsgang Erzieher/in für 0- bis 10-Jährige kann auch schon während der Modellphase an einer Ersatzschule, also an einer freien Schule, betrieben werden. Hiermit soll ein Auftrag des Landtags umgesetzt werden.

Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung
Die Bezeichnung „Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung“ soll in „unterstützende pädagogische Fachkräfte“ geändert werden. Die Fachkräfte sollen künftig sowohl an allgemein bildenden als auch an beruflichen Schulen eingesetzt werden können. Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich schon heute nicht mehr nur auf sonderpädagogische Aufgaben, sondern umfasst auch unterrichtsbegleitende und unterrichtsunterstützende Tätigkeiten.

Schuljahr 2019/2020: Freie Lehrerstellen ausgeschrieben

Ministerin Hesse: Lehrkräfte können sich direkt an der Wunschschule bewerben

Schwerin – Das Land bietet zum Schuljahr 2019/2020 rund 700 freie Stellen für Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen an. Die Stellen sind im Karriereportal für den Schuldienst unter www.Lehrer-in-MV.de öffentlich ausgeschrieben. Bei einem Großteil dieser Stellen müssen die Unterlagen von interessierten Bewerberinnen und Bewerbern bis Freitag, 15. März 2019 (Poststempel), an den jeweiligen Schulen eingegangen sein. Eine Online-Bewerbung ist ebenfalls möglich.

„Mecklenburg-Vorpommern hat einen großen Ersatzbedarf an Lehrkräften. Viele unserer Lehrerinnen und Lehrer gehen in den Ruhestand. Die Herausforderung, ausgebildete Lehrkräfte einzustellen, steigt von Jahr zu Jahr, weil es auch in anderen Bundesländern viele freie Lehrerstellen gibt“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Lehrkräfte können sich bei uns direkt an ihrer Wunschschule bewerben. Dieses Verfahren unterscheidet sich vom sogenannten Listenverfahren anderer Länder, bei dem Bewerberinnen und Bewerber nicht genau wissen, wo sie später arbeiten werden“, erläuterte Hesse.

Zum kommenden Schuljahr bietet das Land freie Stellen an Grundschulen, Förderschulen, Regionalen Schulen, Gymnasien und beruflichen Schulen in unterschiedlichen Fächerkombinationen an. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur macht im Rahmen der Lehrerwerbekampagne auf das Angebot an freien Stellen aufmerksam.

„Mecklenburg-Vorpommern bietet für Lehrerinnen und Lehrer gute Arbeitsbedingungen“, betonte Bildungsministerin Hesse. „Ich denke dabei an die vielen Schulen im ländlichen Raum. Die Klassen sind kleiner als anderswo, es gibt einen persönlichen Kontakt zu Schülerinnen und Schülern und zu den Eltern selbstverständlich auch. Ich weiß, dass junge Lehrerinnen und Lehrer am liebsten an einer Schule in Rostock oder Schwerin arbeiten wollen. Dennoch empfehle ich ihnen, sich in der Region umzusehen und zu überlegen, ob nicht auch eine Schule im ländlichen Raum in Frage kommt. Dort freut sich das Kollegium über jede Bewerbung“, so Hesse.

EhrenamtMessen im Land starten

Drese: Bürgerinnen und Bürger haben die Chance, Vielfalt des Ehrenamtes kennenzulernen

Bad Doberan – „Die EhrenamtMessen haben einen großen Anteil daran, dass die Vielfalt des Ehrenamtes in Mecklenburg-Vorpommern bekannter, vernetzter und sichtbarer wird“, erklärte Sozialministerin Drese am 23. Februar 2019 auf der Auftaktveranstaltung in Bad Doberan zum Start der EhrenamtMessen. „Es lohnt sich, für alle Interessierten zu kommen. Die zahlreichen Verbände, Vereine und Projekte präsentieren ihre Arbeit und suchen nach Nachwuchs.“

In Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich nach Ergebnissen des Freiwilligensurvey etwa 43 Prozent der Bevölkerung bürgerschaftlich. Das ist unter den ostdeutschen Ländern der Spitzenwert.

Die EhrenamtMessen finden bereits in der 12. Auflage statt. Sie werden landesweit von Februar bis März in sechs Städten durch den DRK-Landesverband organisiert. „Die Messen kommen gut an. Von 2008 bis 2018 präsentierten über 3.100 Aussteller sich und ihre Tätigkeiten auf den regionalen Veranstaltungen. Zu den bisher 68 stattgefundenen EhrenamtMessen kamen rund 89.000 Besucherinnen und Besuchern“, so Drese.

Die Veranstaltungsreihe sei gleichzeitig eine Anerkennung des Engagements in Mecklenburg-Vorpommern. So werden zum Beispiel jährlich hier die sogenannten Ehrenamtsdiplome verliehen. Drese: „Ich möchte allen Ehrenamtlern in unserem Land herzlich danken. Ihr Engagement trägt maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt in unserem Land bei. Gerade vor diesem Hintergrund möchte ich mehr Angebote der Anerkennung, wie die Einführung einer landesweiten Ehrenamtskarte etablieren.“

Termine der EhrenamtMessen:

23.02.2019, Bad Doberan Auftaktveranstaltung, Friderico-Francisceum Gymnasium
02.03.2019 – 03.03.2019 Wismar, Hanseschau Bürgerpark,
09.03.2019 Ludwigslust, Sporthalle Goethe-Gymnasium,
16.03.2019 Demmin, Beermann-Arena,
23.03.2019 Pasewalk, Historisches „U“ und
30.03.2019 Stralsund, Rathaus-Keller