Schuljahr 2017/2018: Fünf neue Ganztagsschulen im Land

Ministerin Hesse: Bis zu 10.000 weitere Ganztagsplätze in dieser Legislaturperiode

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern geht der Ausbau von Ganztagsschulen Schritt für Schritt weiter. Zum Schuljahr 2017/2018 nehmen fünf weitere Schulen die Arbeit als teilweise gebundene bzw. gebundene Ganztagsschule oder als volle Halbtagsgrundschule auf. Schulen, die ihre Organisationsform mit Beginn eines Schuljahres verändern wollen, müssen bereits im Vorjahr einen entsprechenden Antrag im Bildungsministerium einreichen.

„Ganztägiges Lernen betrachte ich als große Chance“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Ganztagsschulen bzw. volle Halbtagsgrundschulen können Bildungs- und Freizeitangebote flexibler gestalten und machen neue Lernformen möglich. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler auf dem Land halte ich das ganztägige Lernen für wichtig, weil Kinder und Jugendliche nachmittags nicht alleine zu Hause sitzen, sondern ihre Zeit mit Gleichaltrigen verbringen können“, so Hesse.

Überblick über die fünf Schulen mit veränderter Organisationsform:

  • Regionale Schule mit Grundschule Garz: Errichtung einer vollen Halbtagsgrundschule an der Grundschule
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Grimmen – Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen: Errichtung einer gebundenen Ganztagsschule
  • Kooperative Gesamtschule Barth: Änderung der Organisationsform von der offenen zur teilweise gebundenen Ganztagsschule
  • Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg: Änderung der Organisationsform von der offenen zur gebundenen Ganztagsschule
  • Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasium Neubrandenburg: Errichtung einer teilweise gebundenen Ganztagsschule

„Eine große Bereicherung für das ganztägige Lernen ist die Kooperation mit Einrichtungen und Vereinen in den Bereichen Kultur und Sport, Jugendhilfe und Umweltbildung“, betonte Bildungsministerin Hesse. „Wir müssen dafür werben, dass noch mehr außerschulische Partner mit unseren Schulen zusammenarbeiten. Neben dem qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen will die Landesregierung in dieser Legislaturperiode bis zu 10.000 weitere Ganztagsplätze für Schülerinnen und Schüler schaffen“, erklärte Hesse.

Im Schuljahr 2016/2017 nehmen von den 117.903 Schülerinnen und Schülern des Primar- und Sekundarbereichs I insgesamt 71.102 Schülerinnen und Schüler an ganztägigen Angeboten teil. Dies entspricht einer Quote von 60,3 Prozent. Das ist jeder zweite Schüler im Primar- und Sekundarbereich I. Gegenüber dem Schuljahr 2014/2015 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die an ganztägigen Angeboten teilnehmen, um 6.185 gestiegen.

Von den 267 öffentlichen Grundschulen im Land (einschließlich der Grundschulen, die organisatorisch mit anderen Schulen verbunden sind – z. B. Regionale Schulen mit Grundschulen, Kooperative Gesamtschulen mit Grundschulen, Integrierte Gesamtschulen mit Grundschulen) finden an 146 Schulen unterrichtsergänzende Angebote im Bereich der vollen Halbtagsgrundschulen statt. Dies entspricht 54,7 Prozent dieser Schulen.

An 188 von 252 öffentlichen allgemein bildenden Schulen, an denen Schüler des Sekundarbereiches I beschult werden, finden unterrichtsergänzende Angebote im Bereich der Ganztagsschulen statt. Das sind 74,6 Prozent dieser Schulen. Das Land stellt im laufenden Schuljahr 26 Mio. Euro für die öffentlichen Ganztagsschulen bzw. vollen Halbtagsgrundschulen bereit.

Justizministerin Hoffmeister an EU-Projekttag: „Europas Einheit stärkt Freiheit und Frieden“

Rövershagen – An der Europaschule Rövershagen hat Ministerin Katy Hoffmeister (CDU) mit 21 Schülern der 7. Klasse über die Europäische Union diskutiert.

„Die Einheit Europas stärkt Freiheit und Frieden“, das ist die zentrale Botschaft der Justizministerin zum EU-Projekttag. Sie hat an der Europaschule Rövershagen in einer 7. Klasse über die Union diskutiert und für deren Ziele geworben. „Wir sehen in den Niederlanden und in Frankreich sowie bei den vielen Puls-of-Europe-Demonstrationen auf dem gesamten Kontinent, dass die Europäische Union noch immer lebendig ist. Doch diese Lebendigkeit muss gepflegt werden, denn verstärkt sind es Extremisten von rechts und links, die glauben machen wollen, dass Europa schadet. Was aber tatsächlich schadet, sind die Keile, die von den Populisten in die Europäische Gemeinschaft getrieben werden. Sie gefährden ein Friedensprojekt, das vor 60 Jahren gegründet wurde und erfolgreich ist“, mahnte die Justizministerin.

„Ich trete für die EU ein. Ich freue mich, dass das Bündnis der EU-Begründer, Deutschland und Frankreich, mit der Präsidentenwahl neuen Schwung bekam“, sagt Ministerin Hoffmeister weiter. Sie selbst möchte sich im europäischen Haus einbringen. Denn von der Landesregierung wurde sie zu einem der neuen Mitglieder im Ausschuss der Regionen (AdR) nominiert. Der AdR bindet Länder und Kommunen in die EU-Politik ein und informiert sie darüber. Bei relevanten Themen für die direkt betroffenen Menschen sind die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat dazu verpflichtet, den Ausschuss anzuhören. Offiziell ernannt werden die neuen Mitglieder in Kürze.

„Den bundesweiten EU-Projekttag begrüße ich sehr. Vor allem die jungen Menschen, unsere Zukunft, haben längst nicht mehr die Berührungsangst vor einem starken Europa. Im Gegenteil, sie wollen mitgestalten. Das ist der Schlüssel zum Erhalt von Frieden und Freiheit in Europa“, wirbt die Justizministerin vor rund 20 Rövershäger Siebtklässlern.

Europa-Projekttag der Schulen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese und die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, beteiligen sich am kommenden Montag (22. Mai) aktiv am bundesweiten EU-Schulprojekttag.

Initiiert wurde dieser Projekttag 2007 aus Anlass der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Er war als einmalige Initiative gedacht, hat sich jedoch aufgrund des regen Zuspruchs von Schulseite verstetigt und findet in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt. Der EU-Projekttag soll dazu beitragen, Europa zu entdecken und mitzugestalten. Durch Diskussionen mit Politikern und Vertretern europäischer, aber auch nationaler sowie regionaler Institutionen und Einrichtungen soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler am europäischen Projekt geweckt und das Verständnis für das Funktionieren der Europäischen Union vertieft werden.

Ministerin Drese wird im Friderico-Francisceum Gymnasium Bad Doberan mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 über Europa und die Europäische Union diskutieren. „Wir brauchen dringend neue Impulse gerade aus der jüngeren Generation, um Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Begeisterung für Europa wieder zu wecken“, so Drese. „Gleichzeitig wissen viele gar nicht, dass gerade unser Bundesland auch finanziell in den vergangenen 25 Jahren sehr stark von europäischen Förderprogrammen wie den Europäischen Sozialfonds (ESF) profitiert hat und weiterhin profitiert.“

Die Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz ist am 22. Mai an zwei Schulen in Penzlin und Möllenhagen unterwegs. In Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 stehen dabei die jüngsten Flüchtlingsbewegungen nach Europa im Mittelpunkt. „Angesprochen werden soll die mangelnde europäische Solidarität bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen“, so Kaselitz. „Aber es geht auch um Vorbehalte und Kontaktmöglichkeiten mit Geflüchteten in ländlichen Regionen.“ In Penzlin unterstützt die Integrationsbeauftragte Kaselitz zudem den Europatag der Regionalen Schule mit Grundschule „Johann Heinrich Voss“, der dort an der ganzen Schule gestaltet wird.

Ministerium lernt von „Jungen Naturforschern“ mehr über Bienen

Schwerin – Die Zusammenarbeit zum Schutz der Bienen zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Montessori-Schule Schwerin geht in die nächste Runde. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung für das Schuljahr 2017/2018 erneuerten Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald und Schulleiter Fred Vorfahr gestern im Schweriner Umweltministerium ihr Versprechen, weiterhin gemeinsam für den Bienenschutz einzutreten. Im April 2016 wurde eine erste Vereinbarung zwischen der Schule und dem Ministerium unterzeichnet.

Die Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Schule geht auf eine gemeinsame Aktion anlässlich des 25. Landesjubiläum im Sommer 2015 zurück: „Dieses besondere Ereignis haben wir zum Anlass genommen, um auf unserem Dienstgelände einen Bienenlehrpfad mit Schautafeln, einer Bienenweide und Insektennisthilfen einzuweihen“, berichtete Dr. Buchwald. Auch die Schüler seien vor Ort gewesen, da sie die Rückwand des großen Insektenhotels kunstvoll gestaltet hatten.

„Schon damals entstand die Idee, zu beobachten und zu dokumentieren, wie viele Wildbienen tatsächlich in die Nisthilfen einziehen werden“, erklärte Vorfahr. Die Arbeitsgruppe „Junge Naturforscher“ hat sich dieser Aufgabe seit 2015 angenommen. Im kommenden Projektzeitraum soll der Bienenlehrpfad weiter untersucht und auf Grundlage der Arbeit der AG optimiert werden. Nachbarn, Besuchern und Beschäftigten des Ministeriums wird so auf ganz praktische Art auch zukünftig gezeigt, dass jedermann einen Beitrag zur Unterstützung von Honig- und Wildbienen sowie anderer bestäubender Insekten leisten kann.

Buchwald bezeichnete das Engagement der Schüler als „vorbildhaft“, denn wir verdanken den Bienen viel: „Die gesellschaftliche Bedeutung von Honigbienen liegt nicht allein im Honigertrag. Als blütenbestäubendes Insekt sichern Bienen das Heranreifen von Äpfeln, Kirschen und anderen Obstsorten. Unsere heimische Flora ist zu 80 % auf die Insektenbestäubung angewiesen, 75 % davon erfolgt durch die Bienen. Man schätzt, dass durch die Bestäubung der wirtschaftliche Wert der Honigbiene mindestens das Zehnfache des Honigertrages beträgt. Dadurch erhält sie eine überragende ökonomische und ökologische Bedeutung.“

Auch die Gefahren für Bienen ließ der Staatssekretär nicht unerwähnt: „Wenn die Bienenvölker zu wenig oder nur zu eintönige Nahrung finden, sinkt ihre Lebenskraft und sie werden anfälliger gegenüber Krankheiten und Veränderungen in der Landwirtschaft. Der Landesimkerverband M-V hat eingeschätzt, dass 30 Prozent der Bienen den letzten Winter nicht überlebt haben. Umso mehr freue ich mich, dass es an der Montessori-Schule Bienenbotschafter gibt, die in der Natur unterwegs sind und ihre Beobachtungen und Erkenntnisse auch andere Menschen überbringen.“

Das Landministerium unterstützt die Lebensbedingungen der Bienen umfassend: „Mit unterschiedlichen Förderprogrammen helfen wir, dass ausreichende und vielfältige Nahrung, vor allem Pollen zur Verfügung stehen. Das Geld erhalten beispielsweise Landwirte, um Blühstreifen und –flächen anzulegen und Fruchtfolgen abwechslungsreich zu gestalten“, erläuterte Dr. Buchwald. So können die Nahrungsgrundlagen der Insekten langfristig durch die Landwirtschaft gestärkt werden.

Auch fördert das Backhaus-Ressort die Zucht gesunder und leistungsfähiger Honigbienen, zum Beispiel im Bienenzuchtzentrum Bantin, sowie Schulungsmaßnahmen für Imker und die Bekämpfung von Bienenkrankheiten. Mit Hilfe des Ministeriums wurde für die Bienen sogar ein extra Bienengesundheitsdienst in aufgebaut, das im Oktober 2016 seine Arbeit aufgenommen hat.

In den vergangenen 10 Jahren wurden für all diese Maßnahmen insgesamt mehr als 9 Mio. Fördergelder ausgezahlt.

Weltumwelttag: Backhaus lädt zu Wanderung durchs Peenetal

Schwerin – Am Montag, den 29. Mai 2017, um 10 Uhr, eröffnet Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus im Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ in Stolpe die diesjährige Wanderwoche anlässlich des Weltumwelttages.

Für die Auftaktwanderung hat sich eine 7. Klasse des Gymnasiums Anklam angemeldet. Die Klasse wird in drei Gruppen aufgeteilt. Abwechselnd nehmen sie, mit GPS-Geräten ausgestattet, an einer ca. einstündigen Erlebnis-Wanderung durch Stolpe und Umgebung teil, erforschen die interaktive Ausstellung im Naturparkhaus und erarbeiten sich Wissen über die Biologie von Biber.

Um die kleinen Gruppen bei ihren Entdeckungen nicht zu stören, unternimmt der Umweltminister mit geladenen Gästen separat eine Rundtour durch Stolpe, die am Naturparkhaus beginnt und endet.

Nach dem Rundgang wird er den Gästen und Kindern das neu gestaltete Außengelände des Naturparkhauses vorstellen.

Zum Ablauf

  • 10:00 Uhr – Historisch-naturkundlicher Ortsrundgang Stolpe, Start: Naturparkhaus Stolpe, Peeneblick 1, 17391 Stolpe an der Peene
  • 11:00 Uhr – Einweihung des neu gestalteten Außengeländes des Naturparkhauses
  • 11:30 Uhr – Kleiner Grillimbiss
  • gegen 12:30 Uhr Ende der Veranstaltung

In Mecklenburg-Vorpommern ist es seit 1994 eine gute Tradition, den Weltumwelttag mit einer zentralen Landesveranstaltung zu begehen. Seit 2015 können Schulklassen aus MV anlässlich des Umwelttages an kostenlosen geführten Wanderungen durch die Nationalen Naturlandschaften teilnehmen und sich dabei auf spannende Weise mit Hilfe fachkundiger Ranger Wissen aneignen.

Die Umwelttage 2015 und 2016 waren ein voller Erfolg. Jeweils über 1.000 Schülerinnen und Schüler haben an der frischen Luft hautnah die Natur näher kennen gelernt.

Schuljahr 2017/2018: Nachausschreibung für das Referendariat

Ministerin Hesse: Gute Chancen, einen Platz für ein Referendariat zu erhalten

Schwerin – Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen haben noch zwei Wochen Gelegenheit, sich für ein Referendariat an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen zu bewerben. Für das Lehramt für Sonderpädagogik, für das Lehramt an Regionalen Schulen und für das Lehramt an beruflichen Schulen gibt es eine Nachausschreibung. Bewerbungsschluss ist Freitag, 2. Juni 2017. Zeugnisse können bis Freitag, 21. Juli 2017, nachgereicht werden. Freie Plätze finden Bewerberinnen und Bewerber in der Online-Stellenbörse unter www.Lehrer‑in-MV.de.

„Angehende Lehrerinnen und Lehrer für Sonderpädagogik, an Regionalen Schulen und beruflichen Schulen haben bei uns besonders gute Chancen, einen Platz für ein Referendariat zu erhalten“, bekräftigte Bildungsministerin Hesse. „Im Referendariat haben sie die Möglichkeit, sich auszuprobieren und wichtige Erfahrungen zu sammeln. Nach einer halbjährigen Einführungszeit erteilen sie 10 Wochenstunden eigenverantwortlichen Unterricht. In anderen Ländern müssen sie während des Referendariats zum Teil mehr unterrichten“, betonte Hesse.

Eine genaue Übersicht über den Umfang und den Zeitraum des eigenverantwortlichen Unterrichts in den Ländern liefert das Dossier der Kultusministerkonferenz „Sachstand in der Lehrerbildung“ (Stand: 07.03.2017). Danach erteilen Referendarinnen und Referendare beispielsweise in Rheinland-Pfalz je nach Lehramt 22 bis 24 Stunden eigenverantwortlichen Unterricht. In Niedersachsen sind es je nach Lehramt 18 bis 20 Stunden.

Das Land stellt zum 1. August 2017 insgesamt 449 Plätze für Referendarinnen und Referendare in allen Lehrämtern an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen zur Verfügung. Einstellungstermine für Referendare sind der 1. Februar und der 1. August eines jeden Jahres. Wenn Plätze nicht besetzt werden können, weil keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber vorhanden sind, werden sie zum nächsten Ausschreibungstermin wieder vergeben.

„Greifswald Research Award“ verliehen

Greifswald – Auszeichnungen für Spitzenforschung an der Universität Greifswald: Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag den erstmals ausgerufenen „Greifswald Business Award“ übergeben. Sieger ist das Team „SoTaMed“ (Dr. Jenny Schulz und Balazs Baranyai) vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie. Sie erhielten die Auszeichnung für die wirtschaftliche Verwertung des Rundblättrigen Sonnentaus als Arzneipflanze zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma. „Der Greifswald Business Award würdigt die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Preisträger sind diesen Weg gegangen, haben die Pflanzen nachhaltig angebaut und sie als Rohstoff an Hersteller von Phytopharmaka – also Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs – vermarktet. Das ist ein herausragendes, anwendungsorientiertes Beispiel für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Gewinner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro (gestiftet von der Sparkasse Vorpommern), das die Prämierten zur Entwicklung ihres derzeit in Gründung befindlichen Unternehmens nutzen.

Die Auszeichnung fand im Rahmen der Verleihung des „Greifswald Research Award“ für herausragende Leistungen in angewandter Forschung statt, der seit 2013 jährlich vom Greifswald University Club (GUC) organisiert wird. Der eingetragene Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Greifswalder Forschern mit regionalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen zu fördern. „Der Greifswalder University Club baut mit seiner Arbeit eine Brücke von der Wissenschaft in die regionale Wirtschaft. Durch wirtschaftsnahe Forschungsprojekte können international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen, die zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und erhalten. Das stärkt unsere Wirtschaft“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium stellt für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Von 2007 bis 2016 wurden für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation insgesamt 1.081 Vorhaben in Höhe von mehr als 224 Millionen Euro unterstützt. „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern weiter als Forschungs- und Technologiestandort profilieren. Deshalb haben wir eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, um die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationskraft der heimischen Wirtschaft insgesamt zu erhöhen“, sagte Glawe.

Der „Junior-Award“ wurde an Prof. Dr. Mihaela Delcea verliehen für ihre anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Aufklärung molekularer und biophysikalischer Ursachen für Autoimmunerkrankungen. Die Preisträgerin arbeitet im Institut für Biochemie der Universität Greifswald und ist Leiterin der Nachwuchsgruppe „Nanostruktur“. „Die Preisträgerin hat in den vergangenen Jahren durch ihre wissenschaftliche Arbeit dazu beigetragen, Autoimmunerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems aufzuklären. Das ist ein wertvoller Beitrag, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems effektiver zu behandeln“, sagte Glawe.

Den „Senior Award“ erhielt Prof. Dr. med. dent. Thomas Kocher (Leiter der Abteilung Parodontologie an der Universitätsmedizin Greifswald ) für seine Verdienste in der anwendungsorientierten Forschung und Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation im Bereich der Wurzeloberflächenbearbeitung, Periimlantisttherapie und Zahnreinigung. „Zahngesundheit ist ein elementarer Bestandteil unserer gesamten körperlichen Gesundheit. Der Preisträger hat mit seinen Forschungen insbesondere die Geräteentwicklung in den Bereichen Karies- und Zahnsteinentfernung wesentlich vorangetrieben“, sagte Glawe.

Der GUC hat sich das Ziel gesetzt, Spitzenforschung an der Universität Greifswald zu fördern. Schwerpunktthemen sind die individualisierte Medizin und Energie, Mobilität und Klimawandel. Der Club hilft beim Ausbau nationaler und internationaler Netzwerke sowie bei der Finanzierung ausgewählter Projekte. Der Club unterstützt einzelne Vorhaben oder Lehrstühle oder vergibt Stipendien. Um herausragende Leistungen in der Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation auf diesen Gebieten öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und ihre Entwicklung gezielt zu fördern, vergibt der GUC seit 2013 jährlich den Greifswald Research Award. Mit dem Preis sollen besondere Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung von erfahrenen Forschenden und forschungsaffinen Unternehmen sowie Nachwuchswissenschaftlern prämiert werden. Seit 2014 wird zudem die Verwertung innovativer Forschungsergebnisse durch direkte Ausgründung von Unternehmen durch Greifswald Research Award gezielt unterstützt.

„Die Potenziale aller Kinder wecken“ – Starterkonferenz für neue „Sprach-Kitas“

Rostock – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat am Donnerstag in Rostock die Starterkonferenz zur zweiten Welle des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eröffnet. In der jetzt angelaufenen zweiten Förderphase werden die Mittel für die „Sprach-Kitas“ auf jährlich insgesamt 200 Millionen Euro verdoppelt.

„Sprachliche Bildung ist der Schlüssel für gerechte Bildungschancen und gesellschaftliche Integration“, betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in ihrer Eröffnungsrede. „Wenn Kinder diesen Schlüssel nicht bekommen, dann bleiben sie vor einer verschlossenen Tür stehen – ihr Leben lang. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder, die in benachteiligen Lebenslagen aufwachsen, nicht weniger Kompetenzen und Begabungen haben. Wenn wir sie entsprechend fördern, können wir die Potenziale dieser Kinder wecken und ihnen die Tür zur Welt öffnen“, so Manuela Schwesig.

Der Bund stellt für das Programm „Sprach-Kitas“ im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 Mittel im Umfang von bis zu 800 Millionen Euro zur Verfügung. Die Sprach-Kitas werden zum einen durch zusätzliche Fachkräfte für sprachliche Bildung unterstützt, die direkt in der Kita tätig sind. Zum anderen werden sie kontinuierlich durch eine Fachberatung begleitet. Insgesamt können mit den Mitteln aus dem Bundesprogramm bis zu 7.000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung finanziert werden.

In Schleswig-Holstein gab es in der ersten Förderwelle 113 Sprach-Kitas mit 116 zusätzlichen Fachkräften sowie 9 zusätzliche Fachberatungen. Mit der zweiten Förderwelle kommen noch einmal mindestens 55 Sprach-Kitas und 4 zusätzliche Fachberatungen hinzu. In Mecklenburg-Vorpommern konnten mit der ersten Förderwelle 63 Sprach-Kitas mit 78 zusätzlichen Fachkräften sowie 6 zusätzliche Fachberatungen geschaffen werden. In der zweiten Welle kommen noch einmal mindestens 63 Sprach-Kitas, 66 zusätzliche Fachkräfte sowie 5 zusätzliche Fachberatungen hinzu.

Stefanie Drese, Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir die Zahl der Sprach-Kitas in Mecklenburg-Vorpommern mindestens auf 126 verdoppeln und wir damit diese Chance für eine bessere frühkindliche Bildung konsequent nutzen. So können insbesondere Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien sowie aus Familien, deren Familiensprache nicht Deutsch ist von Anfang an von guten Bildungsangeboten profitieren. Durch Sprache erschließen wir die Welt, treten mit Menschen in Kontakt und eignen uns Wissen an. Der Erwerb früher sprachlicher Kompetenzen hat einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben.“

Ergänzend erklärte Kristin Alheit, Sozialministerin des Landes Schleswig-Holstein: „Hochwertige Bildungsangebote schon für die Kleinsten und eine inklusive Pädagogik sind von elementarer Bedeutung. Im Programm Sprach-Kitas steckt eine Riesenchance – für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, für Migrantenkinder und letztlich für die gesamte Gesellschaft. Deshalb müssen wir den Weg konsequent weitergehen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat bereits ein eigenes Förderpaket zur Sprachförderung geschnürt.“

Frühe Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit für alle Kinder und hat eine immer größere gesamtgesellschaftliche Relevanz. So wird der Bund allein in diesem Jahr die Rekordsumme von fast 2,5 Milliarden Euro in Kindertagesbetreuung – für die Betriebskosten, für Investitionen und für Qualität – investieren.

Kreativwettbewerb Schülerferienticket 2017

Schwerin – Erstmals hatte die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg- Vorpommern (VMV) in diesem Jahr einen Kreativwettbewerb zum Schülerferienticket in Mecklenburg-Vorpommern ausgelobt. Schülerinnen und Schüler waren aufgerufen, ihre schönsten Sommerferien-Momente in Form eines Fotos, einer Zeichnung, einer Illustration oder einer Collage einzureichen. Das Gewinnermotiv wird auf den Plakaten, Tickets und Broschüren zum Schülerferienticket 2017 zu sehen sein. Wie dieses aussieht, wird am Donnerstag, 11. Mai, bei der Auszeichnung der drei Gewinner vorgestellt.

Aus mehr als 100 eingereichten Motiven wählte eine Jury die drei Sieger aus: Moritz Stemmler aus Wismar, Jette Kadenbach aus Schwerin sowie Anna Lena Exner aus Dorf Mecklenburg. Wer von ihnen den ersten Preis erhält –einen 1000-Euro-Gutschein für eine Klassenfahrt in eine Jugendherberge in M-V – wird bei der Preisverleihung verraten. Der zweite Preis ist ein Tagesausflug mit der Klasse ins Alpincenter Wittenburg, der dritte Preis ein Klassenausflug ins Ozeaneum nach Stralsund.

In allen Preisen ist die Anreise mit Bus und Bahn enthalten, gesponsert von der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg- Vorpommern (VMV). Verkehrsminister Christian Pegel und Steffen Freiberg, Staatssekretär im Bildungsministerium – beide Ministerien haben den Wettbewerb unterstützt – werden die Preise überreichen. Ebenfalls dabei sind die Preisstifter resp. Unterstützer vom Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks, der Hotel Hamburg-Wittenburg van der Valk GmbH sowie dem Museum für Meereskunde und Fischerei.

Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium

Ministerin Hesse wünscht Schülerinnen und Schülern viel Erfolg

Schwerin – Schülerinnen und Schüler, die die Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium erfolgreich ablegen, müssen die Schule anschließend nicht verlassen. Darauf hat Bildungsministerin Birgit Hesse erneut hingewiesen. Sollte sich im Einzelfall eine Schülerin oder ein Schüler nach erfolgreich absolvierter Prüfung dafür entscheiden, die Schullaufbahn am Gymnasium fortzusetzen, muss dies die Schule ermöglichen.

„In Elterngesprächen werde ich immer wieder auf die Regelungen angesprochen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Zunächst ist die Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium den Schülerinnen und Schülern vorbehalten, die nach einer Beratung von Lehrerinnen und Lehrern die Absicht haben, die Schule zu verlassen. Sie haben sogar einen Rechtsanspruch auf das Absolvieren der Prüfung. Allen Schülerinnen und Schülern, die an diesen Prüfungen teilnehmen, wünsche ich viel Erfolg. Sollten sie sich anschließend zum Verbleib am Gymnasium entscheiden, steht dem nichts im Wege“, betonte Hesse.

Weder das Schulgesetz noch die „Mittlere-Reife-Prüfungsordnung – Gymnasien“ schreiben vor, dass Schülerinnen und Schüler das Gymnasium nach erfolgreicher Prüfung verlassen müssen. Das Schulgesetz regelt hierzu in Paragraph 19, Absatz 4 Satz 2 lediglich: „Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium vor dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife verlassen und die Mittlere Reife anstreben, unterziehen sich an der bisher besuchten Schule einer entsprechenden zentralen Prüfung“.

Die zentralen schriftlichen Mittlere-Reife-Prüfungen am Gymnasium im Fach Deutsch beginnen am Mittwoch, 31. Mai 2017. Am Mittwoch, 7. Juni 2017, folgen dann die zentralen Prüfungen in der 1. Fremdsprache. Die Prüfungen im Fach Mathematik finden am Freitag, 9. Juni 2017, statt.

Kulturförderung 2017: 80.000 Euro für Kinder- und Jugendkunstschule Greifswald

Ministerin Hesse: „KunstWerkstätten“ bereichern das kulturelle Leben in Greifswald

Greifswald – Die Kinder- und Jugendkunstschule Greifswald „KunstWerkstätten“ e. V. erhält in diesem Jahr mehr Geld. Das Land unterstützt die künstlerische Projektarbeit des Vereins im Jahr 2017 mit Mitteln der allgemeinen Kulturförderung in Höhe von 80.000 Euro. Im vergangenen Jahr haben die „KunstWerkstätten“ 66.150 Euro erhalten.

„Die KunstWerkstätten bereichern mit ihren Angeboten das kulturelle Leben in Greifswald“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse bei ihrem Besuch. „Die Kinder- und Jugendkunstschulen bilden daher einen Schwerpunkt in der Kulturförderung des Landes. Gemeinsam mit der Hansestadt unterstützt das Land die vielfältige Projektarbeit, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen eine musische, künstlerische und kulturelle Bildung zu Gute kommen zu lassen“, sagte Hesse.

Die „KunstWerkstätten“ Greifswald dürfen sich weiterhin „Staatlich anerkannte Kinder- und Jugendkunstschule in Mecklenburg-Vorpommern“ nennen. Im Februar dieses Jahres hat das Land die entsprechende Anerkennung für fünf weitere Jahre verlängert. Dieses Qualitätssiegel ist eine verlässliche Aussage zur Güte der Ausbildung und zur Qualität der Angebote der Kinder- und Jugendkunstschule.

Nach eigenen Angaben der „KunstWerkstätten“ e. V. besuchen jede Woche ca. 230 Kinder, Jugendliche und Erwachsene die mehr als 40 Kurse. 900 Schulkinder und 345 Kinder im Kita-Alter haben im vergangenen Jahr bei den Projekten mitgemacht. 670 Kinder nahmen an den Ferienwerkstätten, den Sommerlagern und den Workshops teil.

Berufswahl-SIEGEL für Schule „Am Fernsehturm“ in Schwerin

Ministerin Hesse: Schüler können sich in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren

Schwerin – Das Sonderpädagogische Förderzentrum „Am Fernsehturm“ in Schwerin darf sich weiterhin „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ nennen. Bildungsministerin Birgit Hesse hat am Vormittag das Berufswahl-SIEGEL MV übergeben, das für fünf weitere Jahre gültig ist. Die Schule hatte sich einer Rezertifizierung durch eine externe Jury gestellt und diese erfolgreich absolviert.

„Die Berufswahl ist spannend und beschäftigt alle Schülerinnen und Schüler“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. Das Sonderpädagogische Förderzentrum macht den Jugendlichen viele praktische Angebote, besucht Betriebe und Einrichtungen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren können. Durch die Schulplakette am Schulgebäude wird nun für alle sichtbar, dass es an dieser Schule eine vorbildliche Berufsorientierung gibt“, so Hesse.

„Die Schule hat die Jury beeindruckt, weil man hier die Lebendigkeit spürt und deren Schulleitung und Lehrkräfte nicht nur mit neuen Entwicklungen Schritt halten, sondern vorwärts drängen und mit neuen Lernorten und Projekten bestrebt sind, ihre Schülerinnen und Schüler so auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten, dass ihnen eine gesellschaftliche und berufliche Teilhabe möglich ist“, lobte die Projektleiterin Hannelore Wilken vom Bildungswerk der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Das Berufswahl-Siegel MV wurde im Jahr 2013 erstmals vergeben und ist eine Initiative der Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern, des DGB Nord gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammer Schwerin und den Agenturen für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit sind 70 Schulen zertifiziert.

Höhepunkt der Meisterklasse: Öffentlicher Vortrag von Navid Kermani

Ministerin Hesse: Navid Kermani setzt sich für den Dialog zwischen den Religionen ein

Greifswald – Wissenschaftsministerin Birgit Hesse nimmt am Donnerstag, 4. Mai 2017, an der öffentlichen Vorlesung „Gottes ist der Orient! Der Koran und die Poesie“ des deutsch-iranischen Schriftstellers Navid Kermani an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald teil. Beginn ist 18 Uhr. Am Freitag, 5. Mai 2017, wird Navid Kermani dann an der Universität Rostock den Vortrag „Gottes ist der Okzident! Goethe und die Religion“ halten. Die beiden Vorträge bilden den Abschluss der diesjährigen Meisterklasse Mecklenburg-Vorpommern, die vom Land mit 38.900 Euro unterstützt wird.

„Navid Kermani setzt sich für den Dialog zwischen den Religionen ein“, betonte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Wie kaum ein anderer hat er es in den vergangenen Jahren verstanden, dem deutschen Publikum zu vermitteln, wie komplex die islamische Welt ist. In seinen literarischen und wissenschaftlichen Werken oder in journalistischen Beiträgen zeigt er auf, wie schwierig das Übersetzen religiöser Denk- und Sprachwelten ist, aber auch wie notwendig und unverzichtbar. Ich freue mich daher auf den Vortrag von Navid Kermani als einen Höhepunkt in diesem akademischen Jahr“, sagte Hesse.

Die Meisterklasse an den Universitäten findet nach 2014 zum zweiten Mal statt und steht diesmal unter dem Titel „Vollendete Schönheit. Zur (Un-)Übersetzbarkeit von Religion und Kultur“. Ziel der Meisterklasse ist es, den Studierenden in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern die Möglichkeit zu eröffnen, mit einem „Meister“ eines Faches zusammenzuarbeiten. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat für die Universitäten die Finanzierung übernommen, um Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Zusammenarbeit mit renommierten Vertreterinnen und Vertretern eines Faches zu ermöglichen, die sonst nicht eingeladen werden könnten.

Weltweit wird erstmals Zander-Genom erforscht

Dummerstorf – „Mit der heutigen Übergabe des Fördermittelbescheides wird ein weiterer Baustein für den Aufbau einer nachhaltigen Aquakultur in unserem Land unterstützt“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Dummerstorf anlässlich der Vorstellung des Projektes „Diversitätsanalyse des Zandergenoms zur Entwicklung molekularer Bioindikatoren für die fischgerechte regionale Aquakultur“.

Die Landesregierung finanziert das Projekt des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf mit insgesamt 996.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds und des Landes Mecklenburg-Vorpommern. In Kooperation mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern sollen die Ergebnisse im Jahr 2020 vorgelegt werden.

„Das übergreifende Thema dieses Projektes ist die Domestikation der Fische durch den Menschen. Was bei Schweinen schon seit ca. 10.000 Jahren und bei Fischen, beginnend mit dem Karpfen, erst seit wenigen Jahrhunderten erfolgt, rückt aufgrund des stetig steigenden Bedarfs heute für eine Reihe von Edelfischen in den Mittelpunkt – die Zucht. Dementsprechend ist das Zandergenom nahezu unerforscht“, betonte der Minister.

„Wir werden weltweit erstmalig das komplette Genom und damit die Gesamtheit der der genetischen Informationen des Zanders identifizieren und die Ergebnisse für nachfolgende genetische Forschungen am Zander und anderen Barschartigen frei verfügbar machen“, so Dr. Backhaus. Dabei geht es auch um das Tierwohl der Fische in modernen Aquakulturanlagen. Es sollen Biomarker beim Zander gefunden werden, die als Parameter für das Wohlbefinden des Fisches in der weiteren Züchtung genutzt werden können.