Antimüllmonster-Projekt

Wismar – Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar sind Landesenergiesparmeister 2019. Die sieben bis neun Jahre alten Schülerinnen und Schülern konnte die Jury durch ihren Verzicht auf Plastik vollends überzeugen. In Ihrem Antimüllmonster-Projekt haben sie sich das Ziel gesetzt, überhaupt keinen Müll in den Brotdosen zu haben.

Energieminister Christian Pegel zeigt sich begeistert von dem großem Engagement: „Ich gratuliere den neuen Energiesparmeistern aus Wismar herzlich. Mit großer Freude beobachte ich die aktuelle Entwicklung, dass sich die jungen Generationen aktiv mit dem Klimaschutz auseinandersetzen und ihre Ideen und Vorstellungen der Welt von morgen auch in ihre Familien tragen. Dafür sind die Schülerinnen und Schüler aus Wismar mit ihrem Antimüllmonster-Projekt beispielhaft.“

Kinder, die überhaupt keinen Plastikmüll in ihren Brotdosen hatten, durften einen Strich auf der Antimüllmonsterliste machen und motivierten so ihre Eltern, ein plastikfreies Frühstück zu bereiten. „Der direkte Effekt in der eigenen Familie ist beim Projekt enorm und die Antimüllmonsterliste eine tolle Art, die Kinder und deren Familien zu motivieren und das eigene Verhalten ein Stück weit zu hinterfragen“ so Christian Pegel weiter. Die Aktionen der Schülerinnen und Schüler hörten aber nicht in der eigenen Familie auf. Sie hielten Vorträge in anderen Klassen, sprachen beim Bürgermeister vor und warben bei heimischen Fabriken dafür, auf Plastik zu verzichten.

Als Landessieger erhalten die Wismarer ein Preisgeld von 2.500 Euro – und haben sich zudem fürs Bundesfinale qualifiziert. Welcher der 16 Landessieger sich am Ende bundesweiter „Energiesparmeister Gold“ nennen und weitere 2.500 Euro Preisgeld mitnehmen darf, wird per Online-Abstimmung entschieden „Bis zum 5. Juni 2019 können Sie unter www.energiesparmeister.de/ abstimmen. Ich drücke die Daumen, dass viele Bürgerinnen und Bürger für das Projekt aus Wismar stimmen, damit aus den Landesmeistern vielleicht bald Bundesmeister werden“, ruft Christian Pegel auf.

Der Bundessieger wird am 14. Juni in Berlin bei der Preisverleihung im Bundesumweltministerium bekannt gegeben.

Änderungen des Hochschulgesetzes

Schwerin – Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen die notwendigen Rahmenbedingungen erhalten, um sich auch künftig in einem stärker werdenden nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten zu können. Die Abgeordneten haben im Landtag in Erster Lesung über eine Änderung des Hochschulgesetzes beraten. Wissenschaftsministerin Bettina Martin hat den Änderungsentwurf rund zwei Stunden nach ihrer Vereidigung als Ministerin in den Landtag eingebracht. Das neue Hochschulgesetz legt einen Schwerpunkt auf die Qualitätssicherung in der Wissenschaft und auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

„Gute Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind wichtig. Unsere Hochschulen sollen im Ringen um die besten Köpfe auch in Zukunft mithalten können“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Neben der Laufzeit von Verträgen, dem Beschäftigungsumfang und der Möglichkeit der Verbeamtung zählt hierzu auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. All das findet sich bereits in Teilen der Ziel- oder Dienstvereinbarungen. Der Landesregierung ist es jedoch wichtig, Mindeststandards gesetzlich zu fixieren“, sagte Martin. Das neue Hochschulgesetz sei ein zeitgemäßes Gesetz für eine moderne Hochschullandschaft mit mehr Qualität, mehr Attraktivität und mehr Ausrichtung an denen, die an den Fakultäten und Instituten lernen, lehren und forschen.

Wichtige Änderungen im Überblick:

  • Erstmals soll die Befristung von Qualifikationsstellen auf einen Zeitraum von in der Regel mindestens drei Jahren ausgedehnt werden.
  • Bediensteten soll eine Verbeamtung auf Zeit ermöglicht werden.
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen nicht nur auf eine Weiterbeschäftigung an der Hochschule vorbereitet, sondern auch für alternative Berufsfelder in der Wirtschaft qualifiziert werden.
  • Mit der Option Tenure-Track sollen die Wege zur Professur strukturiert erweitert werden.
  • Der Einsatz von Lehrbeauftragten soll klar begrenzt werden.

„Das Voranbringen guter Arbeit beschränkt sich aber nicht nur auf die Hochschulen allein“, erläuterte die Ministerin. „Mit dem geänderten Hochschulgesetz wollen wir auch dem lebenslangen Lernen Rechnung tragen und dem Wunsch der Wirtschaft nach qualifiziertem Personal. So will die Landesregierung beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang ermöglichen. In eine ähnliche Richtung weist das Anliegen, den Status der Hochschulen für angewandte Wissenschaft auf den Feldern Hochschulbildung und Forschung zu stärken. Deshalb soll es mehr Kooperative Promotionsverfahren geben als bisher“, erläuterte Martin.

Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, die Hochschulentwicklungsplanung des Landes nach den Empfehlungen des Landesrechnungshofes neu zu ordnen. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur soll demnach im Benehmen mit den Hochschulen die Eckwerte der Hochschulentwicklung erarbeiten und sie dann dem Landtag vorlegen. Die Eckwerte sollen klare Rahmenbedingungen setzen, die eine Planungsgrundlage für die Zielvereinbarungen und die Hochschulentwicklungspläne sind.

Agrar-Azubis aus MV besuchen Lehrgänge in Sachsen-Anhalt

Schwerin – Auszubildende der Agrarwirtschaft aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nehmen seit vielen Jahren an Lehrgängen im Bereich Tierproduktion in Sachsen-Anhalt teil. Junge Menschen aus den Berufen Landwirt/in und Tierwirt/in können in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Iden (Landkreis Stendal) entsprechende Kurse besuchen. Mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung haben die drei Länder ihre Kooperation bei der überbetrieblichen Ausbildung nun erneut besiegelt.

Damit die Lehrstätte in Iden ihren Aufgaben auch künftig auf hohem Niveau nachkommen kann, sollen die auf dem Areal befindlichen und inzwischen baufällig gewordenen Stallanlagen für Rinder und Schweine unter besonderer Berücksichtigung des Tierwohls und des Tierschutzes saniert und erweitert werden. Die Baumaßnahmen werden durch das Bundesinstitut für Berufsbildung finanziell unterstützt.

Der sachsen-anhaltinische Agrarstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber betonte in diesem Zusammenhang, dass er sehr großen Wert darauf lege, die modernisierte Ausbildungsstätte auch weiterhin für Auszubildende aus den anderen Bundesländern offen zu halten.

Carolin Schilde, Staatssekretärin im Landwirtschaftsressort Brandenburg unterstrich die besondere Bedeutung der überbetrieblichen Ausbildung für die Auszubildenden.

Marion Zinke, Abteilungsleiterin für Landwirtschaft und ländliche Räume im Schweriner Landwirtschaftsministerium, machte einmal mehr deutlich, dass jede Investition in Bildungseinrichtungen den besonderen Charakter der Nachhaltigkeit in sich trage und eine wichtige Grundlage sei, um Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen.

225 Plätze für das Referendariat an Schulen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt zum 1. Oktober 2019 Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen für ein Referendariat an Schulen ein. Die freien Plätze sind im Karriereportal für den Schuldienst unter www.Lehrer-in-MV.de ausgeschrieben. An den staatlichen allgemein bildenden Schulen stehen 200 Plätze zur Verfügung. An den staatlichen beruflichen Schulen sind es 25 Stellen. Bewerbungsschluss ist Dienstag, 18. Juni 2019. Das Referendariat dauert 18 Monate.

„Wir wollen unsere Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen an unseren Hochschulen im Land halten und ihnen einen nahtlosen Übergang ins Referendariat ermöglichen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Von diesem Jahr an gibt es deshalb in Mecklenburg-Vorpommern vier Einstellungstermine für ein Referendariat. Wir bieten damit im Norden die besten Chancen auf einen Referendariatsplatz. Vier Einstellungstermine gibt es in keinem anderen norddeutschen Bundesland“, so Hesse.

Für das Lehramt an Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen stehen 40 Plätze zur Verfügung, für das Lehramt an Regionalen Schulen sind es 80 Plätze. Beim Lehramt an Gymnasien sind es 40 Plätze und für das Lehramt für Sonderpädagogik auch 40 Plätze. Für den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an beruflichen Schulen stehen 25 Plätze zur Verfügung.

„Bewerberinnen und Bewerber mit dem Lehramt an Gymnasien können im Oktober erstmals ein Referendariat an Fachgymnasien absolvieren. Auch das ist neu“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Wir schaffen damit weitere Plätze an beruflichen Schulen, weil die Zahl der Bewerbungen für ein Referendariat am Gymnasium besonders groß ist. Außerdem haben wir unser Informationsangebot für Bewerberinnen und Bewerber im Internet komplett überarbeitet und bieten hier noch mehr Service an“, erläuterte Hesse.

Im Karriereportal für den Schuldienst unter www.Lehrer-in-MV.de informiert das Land über den genauen Ablauf des Referendariats, das Referendariat in Teilzeit und über den Quereinstieg an beruflichen Schulen. Hier finden Interessenten zudem detaillierte Informationen über die einzelnen Bewerbungsverfahren. Die vier Einstellungstermine für ein Referendariat an den Schulen sind der 1. August, 1. Oktober, 1. Februar und 1. April eines jeden Jahres.

Unterrichtsausfall bleibt konstant

Schwerin – An den staatlichen allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist im ersten Halbjahr des Schuljahres 2018/2019 rein statistisch genauso viel Unterricht ausgefallen wie im Vorjahreszeitraum. Das geht aus dem aktuellen Bericht zum Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht hervor. Der originäre Unterrichtsausfall lag im vergangenen Schulhalbjahr bei 2,2 Prozent. Seit dem ersten Halbjahr des Schuljahres 2007/2008 schwankt der Unterrichtsausfall an den allgemein bildenden Schulen lediglich gering.

„Wenn an unseren Schulen Unterricht ausfällt, ist das nie eine gute Nachricht“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die Situation kann von Schule zu Schule sehr unterschiedlich sein. Die landesweiten Zahlen zum Unterrichtsausfall sind daher nicht mehr als ein Gradmesser. Aber die Zahlen sind wichtig, weil wir sehen, dass bei angespannter Personalsituation in den Lehrerzimmern der Unterrichtsausfall nicht weiter gestiegen ist. Ich danke den Lehrerinnen und Lehrern, die einspringen, wenn Kolleginnen und Kollegen plötzlich krank werden oder länger fehlen. Der Anteil des zur Vertretung angefallenen Unterrichts war mit 10,5 Prozent zwar hoch, entspricht jedoch etwa dem Wert des Vorjahreszeitraums“, erläuterte Hesse.

An den staatlichen beruflichen Schulen ist der Unterrichtsausfall im ersten Halbjahr des Schuljahres 2018/2019 gestiegen, wie aus dem Bericht weiter hervorgeht. Der Unterrichtsausfall an den beruflichen Schulen erreichte einen Anteil von 7,7 Prozent. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr des Schuljahres 2017/2018 lag der Anteil der ausgefallenen Unterrichtsstunden bei 6,2 Prozent.

„Die Zahlen zum Unterrichtsausfall an den beruflichen Schulen betrachte ich mit Sorge“, sagte Bildungsministerin Hesse. „Krankmeldungen stellen die Schulleiterinnen und Schulleiter vor nahezu unlösbare Herausforderungen. In Phasen des Blockunterrichts ist es wegen des breiten Fächerspektrums schwer, für Ersatz zu sorgen. Auch an beruflichen Schulen verhindern Lehrerinnen und Lehrer, dass Unterricht ausfällt, indem sie Vertretungsunterricht erteilen. Wir werden diese Situation nur ändern können, wenn mehr junge Menschen den Lehrerberuf ergreifen. Dies gilt auch für berufliche Schulen. Hier gibt es zudem die Möglichkeit zum Quereinstieg über ein Referendariat“, sagte Hesse.

Der Bericht mit Angaben zur fachbezogenen Stillarbeit, zu den Zusammenlegungen von Kursen und Klassen sowie weiteren Maßnahmen zur Absicherung des Unterrichts ist auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur einsehbar.

50 Jahre exzellente Aquakulturforschung

Born – „Seit nunmehr 50 Jahren liefert die Forschungsanlage Born Forschungsergebnisse für die Fischereipraxis. Trotz der wechselvollen Geschichte hat sie sich immer einer zentralen Aufgabe gewidmet: zukunftsfähige Produktionsverfahren im Bereich Aquakultur zu entwickeln. Die angewandte Forschung beschäftigt sich intensiv mit regionalen Anpassungen und erarbeitet Empfehlungen für eine nachhaltige und tierwohlgerechte Praxis. Für Mecklenburg-Vorpommern als gewässerreichstes Bundesland ist die Aquakultur gerade angesichts des steigenden Bedarfs an Fisch und gleichzeitig weltweit zurückgehender Fischbestände in den Meeren und Seen eine zukunftsweisende Technologie. Die Arbeit in Born ist damit sehr hoch einzuschätzen“, sagte Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald heute vor Ort im Rahmen einer Jubiläumsfeier.

Als im Jahr 1968 die Entscheidung für eine Aquakulturforschung fiel, wurde der Grundstein am Standort Born gelegt, erinnerte Buchwald. Vorausgegangen waren seit 1965 erfolgreiche Kleinversuche von Mitarbeitern des „Volkseigenen Betrieb Fischwirtschaft Bezirk Rostock“ mit Aalen. „Aal war damals ein Zauberwort, das in seinem Stellenwert fast mit Devisen gleichzusetzen war“, stellte er heraus. Vom ursprünglichen Konzept sei jedoch bereits zwei Jahre später Abstand genommen worden, um sich auf die Forschung zur Sicherung der Brackwasserfischzucht zu konzentrieren. Daraus sei beispielsweise die viel beachtete BORN-Forelle hervorgegangen.

Ab 1992 wurde die Arbeit in der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern weitergeführt.

„Leider führt die Aquakultur in Deutschland immer noch ein Schattendasein“, bedauerte Buchwald. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch liege in Deutschland bei rund 15 Kilogramm. Ein Viertel dieses Bedarfs werde durch Aquakulturerzeugnisse aus anderen Ländern abgedeckt. So würden etwa 1,3 Millionen Tonnen Fisch aus Aquakultur jedes Jahr nach Deutschland importiert.

„Das ist ein riesiger Markt, an dem Mecklenburg-Vorpommern partizipieren kann“, unterstrich Buchwald. Hierzulande würden derzeit lediglich 1.300 Tonnen Fisch pro Jahr in Aquakultur aufgezogen. Es sei deshalb erklärter Wille der Landesregierung, den Ausbau der nachhaltigen Aquakultur voranzubringen und den Anteil der Eigenversorgung mit Fisch zu erhöhen. Die kontrollierte Aufzucht von Fischen oder Meerestieren biete der heimischen Fischerei zudem zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Die Zanderzucht in Hohen Wangelin oder die Garnelenfarm in Grevesmühlen nannte er als „hervorragende Beispiele für hochwertige Produkte aus der Aquakultur unseres Landes“.

Fördermittel für Schulerweiterung

Grabow – Am 20. Mai 2019 übergibt Bauminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid in Höhe von ca. 2,3 Millionen Euro an Kathleen Bartels, Bürgermeisterin der Stadt Grabow, für Umbau und Erweiterung der Regionalen Schule „Friedrich Rohr“.

Die Fördermittel aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) dienen der Förderung der nachhaltigen ländlichen Entwicklung in kleinstädtisch geprägten Gemeinden. Zweck der Förderung ist es, die Potenziale des ländlichen Raums gezielt so zu stärken, dass ein attraktiver Lebensraum geschaffen wird.

Bei der regionalen Schule „Friedrich Rohr“ handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude. Die aktuellen Platzverhältnisse reichen jedoch nicht aus, um die heutigen wie auch die prognostizierten Schülerzahlen in den kommenden Jahren aufzunehmen. Zudem findet die Mittagsversorgung der Schüler zurzeit in einer provisorisch eingerichteten Cafeteria im Kellergeschoss statt. Deshalb will die Stadt Grabow mit einem Erweiterungsbau die nötigen Raumkapazitäten schaffen und die momentan nicht nutzbare Mensa im Bestandsgebäude umbauen und erweitern.

Die Arbeiten sollen kurzfristig beginnen und bis Ende 2020 abgeschlossen werden.

DigitalPakt Schule gemeinsam umsetzen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Umsetzung des DigitalPaktes Schule Form an. Das Land, Landkreise und kreisfreie Städte, der Landkreistag, der Städte- und Gemeindetag und der Zweckverband elektronische Verwaltung haben sich auf eine abgestimmte und partnerschaftliche Zusammenarbeit verständigt. In Schwerin haben alle Partner für öffentliche Schulen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die die Einrichtung eines Lenkungsausschusses vorsieht. Mit der Landesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen hat Bildungsministerin Birgit Hesse heute ebenfalls eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit geschlossen.

„Die Digitalisierung in der Schule ist für uns alle Chance und Herausforderung zugleich“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Digitale Medien, Werkzeuge und Plattformen verändern Kommunikations- und Arbeitsabläufe. Aber sie eröffnen auch neue mediale Wirklichkeiten und machen neue Lernformen möglich. Ich freue mich darüber, dass alle Partner mit dem Land umfassend kooperieren und die Aufgaben und Lösungen aufeinander abstimmen wollen. Nur so können wir gewährleisten, dass an allen Schulen moderne Lernumgebungen geschaffen werden“, sagte Hesse.

Die Verteilung der Mittel aus dem DigitalPakt soll in einer Förderrichtlinie geregelt werden, die im Entwurf vorliegt. Danach erhalten die öffentlichen Schulen eine Förderung nach folgendem verabredeten Modell: Der jeweilige Betrag ergibt sich aus einer Kombination von Sockel und Schülersatz. Für Grundschulen beträgt der Sockel 40.000 Euro, für weiterführende allgemein bildende Schulen 50.000 Euro und für berufliche Schulen 75.000 Euro. Weitere Mittel werden nach der Schülerzahl verteilt. Maßgeblich für den Schülersatz in Höhe von 340 Euro ist die Schülerzahl des Schuljahres 2017/2018.

Auch die freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen Mittel des DigitalPaktes erhalten, wie aus dem Entwurf der Förderrichtlinie weiter hervorgeht. Der jeweilige schulbezogene Betrag ergibt sich ebenfalls aus einer Kombination von Sockel und Schülersatz. Alle Schulen erhalten einen Sockel in Höhe von 15.000 Euro. Weitere Mittel werden nach der Schülerzahl verteilt. Maßgeblich für den Schülersatz in Höhe von 395 Euro ist die vorläufige Schülerzahl des Schuljahres 2018/2019. „Ich nenne es ein gutes Signal, dass sich auch die freien Schulen bereiterklären, die Digitalisierung gemeinsam mit uns voranzubringen“, sagte die Ministerin.

Drese zum KiföG: Mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese sieht die mit dem neuen Kindertagesförderungsgesetz (KiföG M-V) vorgesehene Elternbeitragsfreiheit als wirksames Instrument im Kampf gegen Kinderarmut.

„Die geplante Abschaffung der Gebühren für Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege hilft vor allem kinderreichen Familien, Familien mit geringen Einkommen und Ein-Eltern-Familien, also Familien, die über ein höheres Armutsrisiko verfügen. Ein einkommensunabhängiger Zugang zu frühkindlicher Bildung führt damit zu mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder“, betonte Drese am Rande der heutigen Anhörung zum KiföG im Sozialausschuss des Landtags.

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Familien bisher mit bis zu 22 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens prozentual bundesweit den höchsten Anteil für die Beiträge zur Kindertagesförderung aufbringen.

Die Ministerin sagte mit Blick auf die Demonstration zum KiföG, dass die Landesregierung mit Gewerkschaften, Verbänden, Trägern und Kommunen sich kontinuierlich austausche. So habe im Laufe der Erarbeitung des Gesetzentwurfes durch das Sozialministerium eine umfangreiche Konsultation sowie eine Verbandsanhörung stattgefunden.

Drese: „Nach Auswertung der Anregungen haben wir bereits im Gesetzentwurf Änderungen vorgenommen und sieben Million Euro zusätzlich für Qualitätsverbesserungen bereitgestellt. Dadurch werden die Erzieherinnen und Erzieher mehr Vor- und Nachbereitungszeit haben und stellen wir die Standards der Fachkraft-Kind-Relation auch bei einer wachsenden Zahl an Kita-Kindern sicher.“ Die übrigen Mittel sollen für die Fach- und Praxisberatung in Kitas, eine Mentorenvergütung und die Fortbildung und Vernetzung von Kindertagespflegepersonen eingesetzt werden.

Ein wichtiger Qualitätsaspekt ist für Drese auch die Übernahme von 54,5 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten durch das Land. „Kostensteigerungen, z.B. durch die politisch von uns gewollte bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher werden dann nicht mehr den Eltern aufgebürdet, sondern zum Großteil vom Land übernommen. Wir hoffen, dass die Gewerkschaften nun auch mit ganzer Kraft für bessere Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher kämpfen.“

Drese kündigte an, im weiteren Beratungsgang des Gesetzentwurfs auch Klarstellungen bei der Hausaufgabenbetreuung im Hort vorzunehmen. „Die Horterzieherinnen und Horterzieher werden nicht dazu verpflichtet, die Hausaufgaben auf Richtigkeit zu überprüfen. Es soll aber die Möglichkeit zur Erledigung der Hausaufgaben gewährleistet werden“, so Drese.

Infoveranstaltung für Medizinstudierende

Greifswald – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat bei einer Informationsveranstaltung zum „Praktischen Jahr“ der Universitätsmedizin Greifswald bei Studierenden für eine ärztliche Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern geworben.

„Wir wollen Studierende der Medizin möglichst frühzeitig für eine ärztliche Tätigkeit im Land gewinnen und aufzeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern ein attraktiver Lebens- und Arbeitsraum ist. Mit der Informationsveranstaltung gehen die Kliniken den richtigen Weg und zeigen jungen Medizinern eine Vielzahl beruflicher Perspektiven auf“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Bei der Veranstaltung waren zehn Krankenhäuser aus der Region vertreten, die den Medizinstudierenden Einsatzmöglichkeiten für das Praktische Jahr (PJ) vorstellten. Das PJ wird im letzten Studienjahr nach dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach einem fünfjährigen Medizinstudium als eine zusammenhängende praktische Ausbildung von 48 Wochen abgeleistet. Das PJ wird in drei Ausbildungsabschnitte von je 16 Wochen (Tertiale) unterteilt, die in der Inneren Medizin, der Chirurgie und der Allgemeinmedizin oder in einem weiteren klinisch-praktischen Fachgebiet zu leisten sind.

„Der Umgang mit den Patienten steht im Praktischen Jahr im Mittelpunkt der Ausbildung. Das ist für die Studierenden eine ideale Möglichkeit, mit intensiver Unterstützung durch den Lehrarzt ihr Wissen anzuwenden. Zugleich können die künftigen Ärzte im Praxiseinsatz unterschiedliche Bereiche ihres Berufes praxisnah kennenlernen“, sagte Glawe.

Um eine flächendeckende ärztliche Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern, unterstützt das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Studierende im Praktischen Jahr. Studierende der Medizin im Land können während eines Tertials des Praktischen Jahres in niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxen eine finanzielle Unterstützung von 200 Euro pro Monat erhalten.

Bei Einsätzen in Praxen, die außerhalb der Universitätsstädte Greifswald und Rostock liegen, haben Studierende die Möglichkeit, eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 800 Euro pro Monat zu erhalten. Die Förderung ist auf 16 Wochen begrenzt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Kassenärztliche Vereinigung für diese Förderung in Höhe von 50.000 Euro aus Landesmitteln. Die Kassenärztliche Vereinigung gibt zur Unterstützung der Medizinstudierenden ebenfalls 50.000 Euro dazu.

„Wir wollen bereits während des Studiums Interesse für eine ambulante hausärztliche Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern wecken. Da die Entfernung der Lehrpraxis zur Universität oder zum Wohnort ein wichtiges Kriterium sein kann, sollen erhöhte Fahrtkosten und eventuell notwendige Unterkunftskosten ausgeglichen werden“, sagte Glawe.

Um Studierende für eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu motivieren, vergibt das Wirtschaftsministerium zudem Stipendien in Höhe von 300 Euro monatlich längstens für einen Zeitraum von vier Jahren und drei Monaten. Insgesamt stehen mindestens eine Million Euro für das Programm zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die zukünftigen Ärzte an einer Hochschule im Land immatrikuliert sind.

Die Medizinstudierenden verpflichten sich im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen, sei es ambulant, im Krankenhaus oder im ganzen Land im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu sein. Der nächste Bewerbungsschluss für die Stipendien ist der 15. August 2019 für einen Förderbeginn zum 01. Oktober 2019.

An der Informationsveranstaltung nahmen neben der Universitätsmedizin Greifswald neun weitere Krankenhäuser teil: Sana-Krankenhaus Rügen (Bergen), Kreiskrankenhaus Demmin, Klinikum Karlsburg, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, Asklepios Klinik Uckermark, Asklepios Klinik Pasewalk, HELIOS HANSE-Klinikum Stralsund, Kreiskrankenhaus Wolgast, KMG-Klinikum Mitte GmbH (Kyritz/Pritzwalk/Wittstock).

Neue Godewindschule wird eingeweiht

Rostock – Am 16. Mai 2019 weiht Bauminister Christian Pegel mit Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling die neue Grund- und Förderschule „Godewind“ in Rostock-Evershagen feierlich ein.

Die Schule geht hervor aus dem ehemaligen Förderzentrum Danziger Straße in Lütten Klein und ist im Gebäude der ehemaligen Beruflichen Schule Technik an der Maxim-Gorki-Straße untergebracht. Dieses wurde in den 1970er Jahren errichtet und nun komplett saniert. Es wurden unter anderem Klassenräume mit interaktiven Tafeln, eine Aula und ein Aufzug geschaffen.

Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf ca. 5,5 Millionen Euro und werden mit mehr als 4 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern mitfinanziert. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Förderfonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verbesserung städtischer Infrastrukturen in den Bereichen Bildung und Soziales mit dem Ziel, soziale Inklusion zu fördern und Armut sowie Diskriminierung zu bekämpfen.

Die EU-Mittel der Förderperiode 2014-2020 werden zur Unterstützung der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung in den Ober- und Mittelzentren des Landes bereitgestellt.

Nachwuchs wird in allen Bereichen der Justiz gesucht

Schwerin – Ab dem nächsten Jahr wird an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege wieder ein Fachhochschulstudium in der Rechtspflege angeboten. Das Studienangebot war für einen Durchgang ausgesetzt.

Justizministerin Hoffmeister: „Nach unseren Prognosen werden wir im Jahr 2023 die Möglichkeit haben, die Anwärterinnen und Anwärter, die wir im dreijährigen Studium der Rechtspflege ausbilden, auch zu übernehmen. Da die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern mitten im digitalen Wandel steckt, könnte die Zeit in der Rechtspflege für den Nachwuchs kaum spannender sein“, sagte Justizministerin Hoffmeister am Rande der NordJob in Schwerin.

Auf der Ausbildungsmesse gab es bereits erste Gespräche mit Interessenten für die insgesamt 20 Studienplätze an der Fachhochschule ab September 2020. Die Justiz präsentiert sich bis morgen in der Schweriner Sport- und Kongresshalle mit ihren Ausbildungsberufen von Justizvollzugsanwärter bis zu Justizfachangestellten.

„Die Justiz unseres Landes ist ein attraktiver Arbeitgeber. Allein für den Ausbildungsberuf der Justizfachangestellten kommen auf 40 Ausbildungsplätze über 320 Bewerbungen. Die Ausbildung an den Gerichten und Staatsanwaltschaften beginnt im September. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Justiz, die sich engagiert um unseren Nachwuchs kümmern, sei es beim Anwerben auf Messen oder dann in der Ausbildung“, sagte Justizministerin Hoffmeister weiter.

Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes

Schwerin – Die Landesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung dem Vertrag zwischen Bund und Land zur Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes in Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt.

„Mit diesem Vertrag gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zur der kostenlosen Kita bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Die Elternbeitragsfreiheit soll überwiegend aus Mitteln des Landes finanziert werden. Wir haben aber immer gesagt, dass wir auch die Unterstützung des Bundes brauchen, um dieses Ziel zu erreichen. Deshalb habe ich mich bei den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene dafür eingesetzt, dass der Bund die Länder bei weiteren Verbesserungen in den Kitas unterstützt. Es freut mich sehr, dass das jetzt mit dem Gute-Kita-Gesetz und diesem Vertrag auch so kommt“, erklärte Ministerpräsident Schwesig im Anschluss an die Kabinettssitzung.

„Die kostenlose Kita stößt weiter auf sehr positive Resonanz. Das zeigt sich in Briefen und auch im letzten MV-Monitor“, sagte Schwesig weiter. Nach dieser Umfrage wird die Arbeit bei der Aufgabe „Für gute Kitas sorgen“ von 65% mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als bei der Umfrage davor.

„Mit der geplanten Abschaffung der Elternbeiträge ermöglichen wir allen Kindern unseres Landes einen beitragsfreien Zugang zu frühkindlicher Bildung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit von Anfang an. Ich bin sehr dankbar, hier das Bundesfamilienministerium an unserer Seite zu wissen. Eine gute Kindertagesförderung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese. Viele Standards, die andere Länder mit den Mitteln aus dem Gute-Kita-Gesetz jetzt einführen wollen, seien in Mecklenburg-Vorpommern bereits erfüllt.

Der Vertrag über die Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung soll nun von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterzeichnet werden. Mecklenburg-Vorpommern erhält danach für das Jahr 2019 etwa 9,5 Millionen Euro, für 2020 ca. 19 Millionen Euro und für 2021 und 2022 jeweils rund 38 Millionen Euro.

Tag der Kinderbetreuung

Schwerin – „Die landesweit rund 16.000 Frauen und Männer in den Krippen, Kindergärten, Horten sowie in der Kindertagespflege sorgen täglich dafür, dass wir unseren Kindern im frühkindlichen Bereich gute Bedingungen bieten können und Eltern Beruf und Familie besser miteinander vereinen können. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, betonte Ministerin Stefanie Drese anlässlich des heutigen Tages der Kinderbetreuung.

Mecklenburg-Vorpommern ist in der Kindertagesförderung bundesweit spitze bei der Fachkräfte- und Betreuungsquote sowie beim Betreuungsumfang.

Drese nutzte den bundesweiten Aktionstag für einen Besuch der Schweriner Kindertagespflege „Die kleinen Füchse“ und überreichte Susann Renner und Mandy Ryback Blumensträuße als Dank. „Ich möchte damit ganz bewusst die tolle Arbeit der etwa 1.100 Tagesmütter und Tagesväter im Land würdigen. Die Tagespflegepersonen sind ein wesentlicher Bestandteil der Kindertagesförderung in unserem Land. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Absicherung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes“, so Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass das Land ab 2020 sich mit einem Festbetrag in Höhe von 54,5 Prozent an den tatsächlichen Kosten der Kindertagesförderung beteiligen will. „Dies ermöglicht den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe künftig eine angemessene und leistungsgerechte Vergütung auch im Bereich der Kindertagespflege sicher zu stellen. Das Land engagiert sich weiterhin für die Anhebung und Angleichung der laufenden Geldleistung in den Landkreisen und kreisfreien Städten“, sagte Drese.

Der Tag der Kinderbetreuung soll dazu beitragen, die besondere Bedeutung des Berufsfeldes für Kinder, Eltern und unsere gesamte Gesellschaft hervorzuheben. Der Aktionstag wurde 2012 ins Leben gerufen und findet seitdem jährlich am Montag nach Muttertag statt. Seit 2017 wird der Tag der Kinderbetreuung von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung koordiniert.

20 Jahre Lehrstuhl für Unfallchirurgie

Greifswald – Vor 20 Jahren ist der Lehrstuhl für Unfallchirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald gegründet worden. Das Jubiläum wird noch bis Sonnabend in Greifswald mit einem Symposium zum Thema „Komplikationen in der Medizin – Niederlage oder Herausforderung“ begangen.

„Komplikationen sind anspruchsvollste Herausforderung, auch für operative Medizin. Diesen medizinischen Herausforderungen stellt sich die Universitätsmedizin Greifswald seit Gründung des Lehrstuhls unter Professor Doktor Ekkernkamp kontinuierlich und erfolgreich. Zwischenzeitlich hat sich der Lehrstuhl für Unfallchirurgie Greifswald eine über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus anerkannte hohe Fachkompetenz erarbeitet. So bildet zum Beispiel Herr Professor Peter Hinz auch in Vietnam Kollegen fort und hilft so konkret und uneigennützig beim Aufbau eines modernen Gesundheitswesens in dieser prosperierenden Region zum Wohle abertausender Patientinnen und Patienten. Dafür danke ich dem Lehrstuhlleiter Herrn Professor Doktor Ekkernkamp und Herrn Professor Doktor Hinz persönlich. Nach Greifswald kommen auch Patienten mit bereits eingetretenen oder zu erwartenden posttraumatischen und postoperativen Komplikationen zur Behandlung. Die Professur für Komplikationschirurgie ist die einzige an einer Medizinischen Fakultät in der gesamten Bundesrepublik. Und zugleich ist hier die einzige ausgewiesene Universitätshandchirurgie in Deutschland ansässig. Diese beispielhafte Entwicklung ist Ergebnis des hohen Engagements aller Mitarbeitenden in Greifswald“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es in den 37 Krankenhäusern – inklusive der Tageskliniken – insgesamt 11.486 Betten (Stand 01.01.2019). In der Klinik und Poliklinik für Unfall, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin an der Universitätsmedizin Greifswald mit 40 Betten kümmern sich 34 Ärzte sowie Kranken- und Gesundheitspfleger um Verunfallte mit leichten, schweren und schwersten Verletzungen. Jährlich wurden nach Angaben der Universitätsmedizin 17.662 ambulante Notfälle behandelt (2018). Eine besondere Aufgabe kommt der Versorgung der Mehrfach- und Schwerverletzten zu. Bei jährlich über 2.300 stationären Patienten werden rund 2.350 Operationen durchgeführt. Zudem gibt es ein überregionales Traumazentrum, zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, das die Versorgung von Schwerstverletzten der Region und überregional sichert.

„Der Lehrstuhl für Unfallchirurgie steht exemplarisch für die hohe Bedeutung unserer Gesundheitswirtschaft als ein humanistisches Zentrum zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, als boomender Wirtschaftsfaktor und als Beschäftigungsmotor in Mecklenburg-Vorpommern. Die Krankenhäuser und Universitätsmedizinen gehören zum Kernbereich der Branche und stehen mit den weiteren Akteuren im Gesundheitswesen als ein Garant für das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern“, hob Rudolph hervor.

„Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern noch intensiver als ganzheitliche Gesundheitsregion etablieren, denn die wirtschaftlichen Effekte der Gesundheitswirtschaft strahlen in viele Bereiche unserer Volkswirtschaft aus. Von großer Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem die Vorleistungs- und Zulieferindustrie. Dazu zählen unter anderem Medizintechnik, Pharmazeutik, Biotechnologie, Gesundheitshandwerk und der medizinische Handel. Hier sind wir stark aufgestellt. Auch der sogenannte zweite Gesundheitsmarkt rund um die privat finanzierten Produkte und Dienstleistungen für Gesundheit wächst stetig. Angebote im Gesundheitstourismus sowie zu den Themen Gesunde Ernährung und Gesundes Altern haben wir genauso aktiv in unserem Fokus“, sagte Rudolph.

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes beträgt etwa 15 Prozent (ca. 5,8 Milliarden Euro). In der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns sind derzeit rund 154.000 Erwerbstätige beschäftigt. Das bedeutet: Jeder fünfte Arbeitsplatz befindet sich in der Gesundheitswirtschaft. Etwa 69 Prozent der Bruttowertschöpfung der Branche werden in klein- und mittelständischen Unternehmen realisiert. Die Zahlen sind vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2018 erhoben worden.