Mühlenfest im Rostocker Nordosten

Rostock – Am Samstag (09.09.2017) um 11.30 Uhr eröffnet Infrastrukturminister Christian Pegel das 13. Mühlenfest im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel. Das Mühlenfest ist das zentrale Einwohnerfest des Rostocker Nordens mit seinen Stadtteilen Dierkow-Neu, Dierkow-Ost/West, Toitenwinkel, Gehlsdorf und den Stadtdörfern. In diesem Jahr steht es anlässlich des Reformationsjubiläums unter dem Motto „Die ganze Welt ist voller Wunder“, ein Ausspruch Martin Luthers.

Das Mühlenfest bietet seit 2004 eine Plattform für die Außendarstellung der Rostocker Stadtteile, um die vorwiegend negativen Stigmatisierungen der Großwohnsiedlungen wie in Dierkow und Toitenwinkel abbauen zu können. „Es freut mich sehr zu sehen, wie gut dies gelungen ist – und weiter gelingt. Die Städtebauförderung hat dazu in erheblichem Umfang beigetragen“, sagt Minister Pegel.

Die Hansestadt Rostock hat von 1991 bis einschließlich 2017 von Bund und Land rund 230 Millionen Euro für neun städtebauliche Gesamtmaßnahmen erhalten, rund 38 Millionen Euro davon für Dierkow und Toitenwinkel. Davon wurden unter anderem Schulen und Kindergärten saniert, in beiden Stadtteilen ein Stadtteil- und Begegnungszentrum gebaut und Freiflächen wie der Mühlenpark gestaltet, in dem auch am Wochenende wieder das jährliche Mühlenfest stattfindet. Zudem wurde bis 2014 der Rückbau von insgesamt 2.142 Wohnungen mit rund sieben Millionen Euro Finanzhilfen gefördert, davon 1.038 Wohnungen in Dierkow und Toitenwinkel.

„Auch in diesem Jahr bekommt die Hansestadt wieder Städtebaufördermittel: 7,53 Millionen Euro für vier Gesamtmaßnahmen und weitere sechs Millionen für den Theaterneubau“, kündigt Christian Pegel an. Davon kommen rund eine Million Euro Dierkow zu Gute und 700.000 Euro Toitenwinkel. Dort werden unter anderem ein neuer Sportplatz an der Walter-Butzek-Straße gebaut und die dort bestehende Sporthalle saniert. Zudem soll die Schule „Am Schäferteich“ mit weiteren 4,2 Millionen Finanzhilfen aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm modernisiert werden.

„Es freut mich sehr, die Plattenbausiedlungen in neuer Gestalt zu sehen, in denen Leerstand kein Thema ist. Und in denen zum Teil sogar wieder neu gebaut wird“, so Christian Pegel und fügt hinzu: „Gerade in einer Stadt wie Rostock, in der zunehmender Mangel an Wohnraum beklagt wird, ist es wichtig, dass bestehender Wohnraum in bestehenden Vierteln genutzt wird. Die Städtebauförderung trägt in hohem Maße dazu bei, Stadtteile wie Dierkow und Toitenwinkel wieder attraktiv zu machen.“

Ausstellung „Küste, Land und mehr“ im Finanzministerium eröffnet

Schwerin – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst im FM“ eröffnete Finanzminister Mathias Brodkorb heute die Ausstellung „Küste, Land und mehr“ der Künstlerin Rosemarie Hoffmann.

Inspiriert durch die vielfältigen Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns, arbeitet die Künstlerin überwiegend mit Acrylfarben und der Spachteltechnik, um die zahlreichen Farbstimmung der Natur wiederzugeben.

Künstlerin Rosemarie Hoffmann: „Es sind oft die unspektakulären Vorgänge, die mich anregen ein Bild zu malen. Beim Wandern nehme ich meine Umgebung ständig in ihrer Vielfalt und Bewegung wahr. So entstehen schon unterwegs Bilder in meinem Kopf, die ich aus dem Tagesgefühl heraus dann zu Papier bringe.“

Die Ausstellung ist in den Räumlichkeiten des Finanzministeriums noch bis zum 16. Januar 2018 zu den Geschäftszeiten zu sehen.

Neue Ausstellung in Putbus CIRCUS EINS

Jürgen Eisenacher – apokalypsie NÖ – Malerei, Zeichnung, Skulptur
Eröffnung: Sonnabend, 2.9. um 17 Uhr
Ausstellung: 3.9. –22.10.2017

Insel Rügen – CIRCUS EINS freut sich eine Einzelausstellung mit Werken von Jürgen Eisenacher anzukündigen. Zur Eröffnung am Sonnabend, dem 2. September 2017 um 17 Uhr laden wir herzlich ein.

Die Ausstellung im CIRCUS EINS stellt das Werk des in Berlin lebenden Künstlers umfassend vor. Gezeigt werden rund 30 Arbeiten, darunter Malerei und Zeichnung. Erstmals sind wieder Skulpturen entstanden, die zu „apokalypsie Nö“ exklusiv vorgestellt werden.

Riesige Regenwürmer aalen sich im Schlamm, Augenskulpturen nehmen den Raum in den Blick und ein Stinkmorchel feiert einsam sich selbst. Die Bilder von Jürgen Eisenacher zeigen eine groteske Welt voller Abgründe. Doch etwas irritiert – denn stets sind die Motive mit Empathie dargestellt. Sie sind uns zugleich fremd und sehr nah. Jürgen Eisenachers Bilder stellen sich dem, was peinlich, böse oder politisch inkorrekt ist und geben grotesken Erfahrungen eine Form. Damit wir hinschauen nutzt er dazu eine Bildsprache, die das Schöne in jedem Wesen offenbart, dabei jedoch auch das Hässliche in Betracht zieht. Darum sind seine Bilder zutiefst humanistisch.

Jürgen Eisenacher, Father and Son, 2017, Ölkreide auf Papier, 86 x 61 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2017, courtesy Susanne Burmester Galerie

Der absichtlich falsch geschriebene Titel der Ausstellung „apokalypsie Nö“ spielt mit der Angst vor dem Weltuntergang und stellt sich diesem zugleich mit Trotz entgegen. Verlieren wir unsere Ängste, wenn wir sie anschauen? Werden sie weniger gefährlich, wenn wir sie ins Bild bannen?

Im Wort „Apokalypse“ steckt der Schleier, der fortgezogen wird, sie meint die Offenbarung Gottes. Hier zieht Jürgen Eisenacher den Schleier fort und zeigt uns, dass auch die verdrängten Welten Teil des Lebens sein können. Metaphern des Weltuntergangs bestimmen auch heute noch die politischen Diskurse. Diese arbeiten meist mit einer Sprache der Gewalt, sind im Kern ohne Liebe und dem Tode zugewandt. Jürgen Eisenacher entwirft eine Alternative, die eher lauten könnte: „Liebt Eure Monster“.

Jürgen Eisenacher (*1964) hat an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main Kunstgeschichte und Klassische Archäologie und später an der Gerrit Rietveld Akademie Amsterdam Malerei studiert. Die Ausstellung zeigt bis zum 22. Oktober 2017 neue Malerei, Zeichnungen und erstmals Skulpturen des Künstlers. „apokalypsie Nö“ wird am 2. September um 17 Uhr mit einer Einführung von Susanne Burmester eröffnet und ist täglich von 11 bis 17 Uhr zusehen.

Einzelausstellungen (Auswahl): 2016 Open Studios, Ateliers Borgerstraat, Rotterdam [NL] (mit Maarten Jansen), 2014 Menschen Tiere Sensationen, Galerie Strümpfe, Mannheim, 2012 Tabu, Susanne Burmester Galerie, Bergen auf Rügen, Malerei & Zeichnung, Susanne Burmester Galerie Berlin (mit Ulrike Mundt), 2011 Paradise Now, Staatsgalerie Prenzlauer Berg, Berlin, Malerei & Zeichnung, Galerie Gilla Lörcher, Berlin, 2010 Gespenster, Susanne Burmester Galerie, Bergen auf Rügen.

Bildtitel/Credits: Jürgen Eisenacher, Father and Son, 2017, Ölkreide auf Papier, 86 x 61 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2017, courtesy Susanne Burmester Galerie

Jamel rockt den Förster

Schwesig: Wir sind gekommen, um gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen

Jamel – „Wir zeigen Flagge gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt und treten für ein buntes Mecklenburg-Vorpommern, Lebensfreude, Zivlcourage und gegenseitige Achtung ein“, betonte Ministerpräsidentin und Schirmherrin Manuela Schwesig am Sonnabend auf dem 11. Festival Für Demokratie und Toleranz „Jamel rockt den Förster“.

„Jamel rockt den Förster“ sei ein politisches Musikfestival, organisiert vom Ehepaar Lohmeyer, dessen großartiges Engagement schon mit vielen Preisen anerkannt worden sei. „Jedes Jahr spielen hier tolle Bands. Die Stimmung ist großartig. Alle finden sich in einer großen Gemeinschaft wieder“, so die Regierungschefin.

Im Mittelpunkt des Festivals stehe die klare Botschaft: „Hier in Jamel ist kein Platz für Nazis, in unserer Gesellschaft insgesamt nicht. Das unterstützen alle, die heute zum Festival gekommen sind. Ich danke allen und freue mich über die große Resonanz. Setzen wir ein starkes Zeichen für eine bunte, vielfältige Gesellschaft, gegen Hass und Gewalt!“

Spaß und Zivilcourage im Doppelpack bei Jamel rockt den Förster

Jamel – Am 25. und 26. August feiern die Veranstalter Birgit und Horst Lohmeyer zum elften Mal, zusammen mit den BesucherInnen ihres bereits seit Monaten ausverkauften Festivals „Jamel rockt den Förster“, wieder die Demokratie. Erneut haben viele bekannte MusikerInnen ihr Kommen in das kleine Dorf Jamel bei Wismar zugesagt.

„Doch anders als bisher, kündigen wir die auftretenden Bands diesmal nicht vorher an“, erläutert Horst Lohmeyer. „Denn bei Jamel rockt den Förster geht es darum, dass 1.200 bunte Menschen eine Angstzone besetzen und Spaß haben. Es geht darum, der hiesigen Naziszene entgegen zu treten und zu zeigen, dass diese selbst ernannte „National Befreite Zone“ nur so lange eine ist, so lange wir alle das zulassen!“ „Es ist also im Prinzip egal, wer genau in Jamel spielt“, ergänzt Birgit Lohmeyer. „Alle kommen trotzdem und haben Spaß!“

Außerdem empfehlen die Forstrocker ihren BesucherInnen die Mitmachaktionen des Theaterlabors Bielefeld, das Schachcafé des Schachklubs Kaltenkirchen, die Diskussionsveranstaltungen der Offenen Gesellschaft sowie die Info- und Verkaufsstände.

Ganz wichtig: Die Anreise ohne Ticket an beiden Tagen ist sinnlos; eine Abendkasse wird es nicht geben!

„Wir freuen uns auf viele Wochenendgäste aus ganz Deutschland, die mit uns zusammen feiern und zugleich ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit setzen werden“, so Wolfram Nagel, Vorstand des Festivalträgervereins.

Das „Jamel Rockt den Förster“ Festival wurde im Jahre 2007 von Birgit und Horst Lohmeyer ins Leben gerufen, um auf die Vereinahmung des Dorfes Jamel durch die hiesige Neonaziszene aufmerksam zu machen und diesem Treiben etwas entgegen zu setzen. In den letzten Jahren haben Bands und KünstlerInnen wie u. a. Die Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot, Terrorgruppe, Madsen, Wolf Maahn mit ihrem Auftritt das Anliegen von Horst und Birgit Lohmeyer unterstützt und sich solidarisch mit ihnen erklärt.

„Jedermann“ funkt bei den Klassikertagen Wismar

Ministerin Hesse: Festspiele bereichern im Sommer das Kulturangebot

wismar – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Festspiele Wismar bei der Anschaffung von 16 hochwertigen Funkmikrofonen. Die Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro stammen aus dem Kulturfördersonderprogramm für Investitionen. Die Mikrofone, Sender und Empfänger sind für die künftigen Inszenierungen der Klassikertage Wismar bestimmt. Bislang musste die erforderliche Technik angemietet werden.

„Mit ‚Faust‛ und ‚Jedermann‛ waren in diesem Jahr wieder zwei Klassiker in Wismar zu Gast. Die noch jungen Festspiele bereichern im Sommer das Kulturangebot in der Hansestadt und erhalten regen Zuspruch. Dazu trägt sicherlich der außergewöhnliche Spielort der St. Georgenkirche bei“, lobte Kulturministerin Birgit Hesse bei ihrem Besuch des diesjährigen Schwedenmahls. „Ich freue mich darüber, dass die Festspiele Wismar barrierefreie Vorstellungen, Gebärdensprache und Hörschleifen anbieten. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Inklusion“, betonte Hesse.

Mit dem Investitionsprogramm unterstützt das Land Kulturschaffende, Einrichtungen und freie Projektträger bei besonderen Investitionsvorhaben. In diesem Jahr zählt die technische Ausstattung der festen Live-Spielstätten zu den Schwerpunkten der Förderung.

„Etwas aus der Zeit“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die KulturStiftung Rügen laden zur Lesung mit Gunter Lampe

Insel Rügen – Warum nicht Bilder einer Ausstellung mit Aufgeschriebenem und Vorgelesenem kombinieren? Am Sonnabend, 19. August 2017 um 16:00 Uhr findet in der Galerie des Landkreises Vorpommern-Rügen in der Orangerie Putbus eine Autorenlesung mit dem Stralsunder Autor Gunter Lampe statt. Zu einem nachdenklichen Nachmittag unter dem Titel „Etwas aus der Zeit“ laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Freundeskreis Rügen und die KulturStiftung Rügen ein.

Die Begrüßung erfolgt durch Kerstin Kassner, Vorstandsmitglied der KulturStiftung. Gäste der Lesung haben zugleich die Möglichkeit, einen Blick in die aktuelle Ausstellung der KulturStiftung Rügen „Manfred Zoller – welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen“ zu werfen.

Gunter Lampe, Lyrikmeister MV 2006, veröffentlichte erste Texte im Jahr 1993 unter dem Titel „Morgens im Cafe“. Er ist nicht nur ein Freund der kurzen Reime, sondern jemand der genau hinschaut und hinhört, egal ob es Dinge und Menschen seiner unmittelbaren Umgebung sind oder des Weltgeschehens. Was durch seinen Kopf gegangen ist, erblickt die Welt des Öffentlichen neu als Wortspiel mit Hintersinn und kommt meist mit etwas Distanz daher.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Weniger Bürokratie bei der Kulturförderung

Ministerin Hesse: Mit den Änderungen sorgen wir für eine deutliche Vereinfachung

Schwerin – Die Kulturförderung in Mecklenburg-Vorpommern soll künftig unter erleichterten Bedingungen ablaufen. Das Land will das Antrags- und Bewilligungsverfahren für Kulturfördermittel ändern und für Kulturschaffende den Abruf der Mittel erleichtern. Die Vereinfachungen sollen bereits für die Förderanträge für das Jahr 2018 gelten und beim kommenden Antragsverfahren berücksichtigt werden. Vertreterinnen und Vertreter der Kulturabteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur haben heute in Schwerin die Landesverbände über die Änderungen informiert.

„Ich habe in dieser Wahlperiode angekündigt, mich für ein einfacheres Antragsverfahren bei der Kulturförderung stark zu machen. Dieses Versprechen löse ich nun ein. Mit den Änderungen sorgen wir für eine deutliche Vereinfachung“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Viele ehrenamtlich tätige Kulturschaffende empfanden die bisherigen Regelungen als zu kompliziert. Mit den neuen Regelungen müssen sie weniger Zeit für Bürokratie aufbringen und sollen mehr Zeit für Kunst und Kultur haben. Allerdings wird es auch in Zukunft nicht ohne einen gewissen Aufwand möglich sein, eine Förderung zu erhalten“, schränkte Hesse ein. Wer öffentliche Mittel erhalten möchte, müsse aufzeigen, wofür er sie verwenden wolle.

Die größten Vereinfachungen wird es bei Kulturprojekten mit einer Landesförderung in Höhe bis einschließlich 30.000 Euro geben. Sie soll als Festbetragsfinanzierung erfolgen. Bisher galt generell die Anteilfinanzierung als Regelfinanzierung. Soweit der Finanzierungsplan schlüssig und rechnerisch richtig ist, müssen bei der Beantragung von bis zu 30.000 Euro Landesmitteln keine begründenden Unterlagen zu den Einnahmen und Ausgaben mehr eingereicht werden. Der Finanzierungsplan muss also auch erst bei einem Förderantrag von mehr als 30.000 Euro durch die Kommune oder die Landkreise bestätigt werden, sofern diese sich an der Finanzierung des Projektes beteiligen.

Unabhängig vom Antragsvolumen entfällt für alle Antragstellerinnen und Antragssteller grundsätzlich die Vorlage der Stellungnahmen der Kulturverwaltungen und der Satzung. Erleichterungen gibt es auch bei weiteren Regelungen, z. B. hinsichtlich des vorzeitigen Maßnahmebeginns, der Mitteilungspflichten und der Inventarisierungspflicht. Für öffentliche Bibliotheken gibt es Sonderregeln zur Medienbeschaffung.

„Kulturschaffende, die Fragen zum Antragsverfahren haben, können sich beim Servicecenter Kultur in Rostock melden“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Das Servicecenter erteilt aber keinen ‚TÜV‛. Ein Antrag wird in jedem Fall durch die Kulturabteilung des Ministeriums geprüft. Kulturschaffende müssen mit Nachfragen rechnen oder gegebenenfalls fehlende Unterlagen nachreichen. Als Hilfe beim Antragsverfahren haben wir die ‚Hinweise für Zuwendungsempfänger‛ aktualisiert und im Internet veröffentlicht“, so Hesse.

Im Jahr 2016 hat das Land insgesamt 452 Anträge auf Kulturförderung erhalten und 308 Kulturprojekte finanziell unterstützt. Davon gab es allein 239 Kulturprojekte mit einer Förderhöhe bis einschließlich 30.000 Euro. Das waren 78 Prozent aller geförderten Kulturprojekte in jenem Jahr. Insbesondere diese Antragsstellerinnen und Antragssteller profitieren künftig von den Vereinfachungen.

Landesweiter Ideenwettbewerb Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet

Schwerin – Der Startschuss für den zweiten landesweiten „Ideenwettbewerb Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ ist erfolgt. Ab sofort können sich Interessierte bewerben. „Wir wollen die erwerbswirtschaftlich tätige Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren Potentialen, Leistungen und Fähigkeiten stärken und sichtbarer machen. Über den Wettbewerb suchen wir zukunftsweisende Projektideen, die wir unterstützen und begleiten. Im Fokus stehen dabei vor allem branchenübergreifende Projekte, Produkte und Prozesse, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhöhen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

An diesem Wettbewerb können sich alle beteiligen, die sich der Kultur- und Kreativwirtschaft zugehörig fühlen oder mit Kreativen zusammen arbeiten. Gesucht werden zukunftsweisende Ideen, vor allem für branchenübergreifende Projekte, Produkte und Prozesse, die das Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungspotential weiter entwickeln und vermarkten. Das können beispielsweise lösungs- und produktorientierte Prozesse der Zusammenarbeit mit Unternehmen anderer Branchen (Tourismus, Gesundheitswirtschaft, Handwerk oder Industrie) sein. Oder Projekte und attraktive Fachveranstaltungen zur weiteren Professionalisierung und Weiterqualifizierung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Kooperation mit Wirtschaftsfördergesellschaften, Unternehmensverbänden und Kammern. Möglich sind ebenfalls multimediale PR- und Marketingmaßnahmen unterschiedlichster Formate für die Darstellung der Kultur- und Kreativwirtschaft. „Entscheidend für die Branche ist, die Ideen zu marktfähigen Produkten weiter zu entwickeln, um mehr Wertschöpfung zu erreichen. Auf diesem Weg begleiten wir die Kultur- und Kreativschaffenden mit dem Wettbewerb und unterstützen die Gewinner insgesamt mit bis zu 100.000 Euro“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Büros für Kulturwirtschaftsforschung in Köln rund 5.500 Selbstständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Davon haben rund 2.600 Selbstständige und Unternehmen einen persönlichen Jahresumsatz von mehr als 17.500 Euro; diese rund 2.600 Kreativen haben im Jahr 2014 gemeinsam einen Jahresumsatz von mehr als 777 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Anteil von 1,8 Prozent der Gesamtwirtschaft im Land. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche betrug 2014 rund 9.600. Betrachtet man die sozialversicherungspflichtig und die geringfügig Beschäftigten sowie alle Selbstständigen zusammen, dann sind gegenwärtig knapp 17.800 Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Land tätig. „Die Kultur- und Kreativwirtschaft schafft Arbeitsplätze und Einkommen und trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung im Land bei. Jetzt gilt es, die Potentiale der Branche noch besser zu erschließen“, sagte Glawe.

Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, natürliche und juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts mit Erfahrungen und Bezug zur Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Projekte sind in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen. Mit der Bewerbung sind folgende Unterlagen einzureichen:

Angaben zum Unternehmen, Kurzexposé/Konzept/Projektbeschreibung mit Zielstellungen und gegebenenfalls Projektpartner, ein grober Kosten- und Zeitplan (Personal- und Sachkosten) sowie Referenzen/Empfehlungen für die Umsetzung vergleichbarer Projekte. Bewerbungsschluss ist am 09. Oktober 2017.

Die Bewerbungen sollen per Post in einem geschlossenen Umschlag mit dem Vermerk „Teilnahme am Ideenwettbewerb Kultur- und Kreativwirtschaft“ oder per Mail bis spätestens 09. Oktober 2017 (Eingangsstempel) an folgende Adresse gesandt werden:

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit
Mecklenburg-Vorpommern
Referat 200
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
oder per Mail an: d.kraetschmann@wm.mv-regierung.de

Eine Jury – bestehend aus Vertretern der Industrie- und Handelskammern, der Wirtschaftsfördergesellschaften sowie der Kultur- und Kreativbranche – wird unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit über die eingereichten Projektideen in einem Auswahlverfahren entscheiden. Das Verfahren ist nicht öffentlich.
Ausgewählte Projekte sollen aus Landesmitteln im Rahmen von Dienstleistungsverträgen und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel umgesetzt werden. Für den Wettbewerb stehen bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Ein Projekt sollte eine Laufzeit von maximal 12 Monaten haben. Die Höhe der Projektförderung beträgt höchstens 50.000 Euro (brutto) pro Vorhaben.

Weitere Informationen sowie die Antragsunterlagen stehen auf der Startseite des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern zum Download unter www.wm.mv-regierung.de zur Verfügung.

600.000 Euro für neue Landesfachstelle beim Museumsverband

Ministerin Hesse: Inhaltliche Unterstützung und Beratung für öffentliche Museen

Schwerin – Nicht-kommerzielle Museen und museale Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern sollen bei der inhaltlichen Arbeit besser begleitet werden. Mit einer Landesfachstelle will der Museumsverband das Beratungs-, Fortbildungs- und Dienstleistungsangebot für öffentliche Museen verstärken. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Museumsverband haben heute in Schwerin eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Das Land fördert die Arbeit der Landesfachstelle über einen Zeitraum von fünf Jahren mit jährlich bis zu 120.000 Euro.

„Museen müssen mit der Zeit gehen und ihr Angebot immer wieder erneuern, um möglichst viele Besucherinnen und Besucher anzusprechen“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Von einer Landesfachstelle erhoffe ich mir die notwendige inhaltliche Unterstützung und Beratung für öffentliche Museen. Zu den Aufgaben gehört deshalb, entsprechende Qualitätsstandards als Maßstab für eine Landesförderung zu entwickeln. Bei den Bibliotheken haben wir mit diesem Modell gute Erfahrungen gemacht, weil sich die Expertinnen und Experten untereinander verständigen. Ein ähnliches Verfahren stelle ich mir bei den Museen vor“, betonte Hesse.

Die Landesfachstelle hat ihren Sitz in der Geschäftsstelle des Museumsverbandes in Rostock. Zu den weiteren Aufgaben der Landesfachstelle gehört, Vorschläge zur Verteilung der Kulturfördermittel des Landes zu machen sowie Gutachten und Analysen zu erstellen. Außerdem sollen Konzepte entwickelt werden, wie die Rolle der Museen bei der kulturellen Bildung im Land gestärkt werden kann. Die Landesfachstelle übernimmt ebenfalls eine gewisse koordinierende Funktion bei der Öffentlichkeitsarbeit und soll das Online-Kulturportal des Landes noch bekannter machen.

„Hier müssen aber auch die Museen selbst aktiv werden“, forderte Kulturministerin Birgit Hesse auf. „Mit dem Kulturportal hat das Land eine Plattform geschaffen, auf der sich gerade kleinere Einrichtungen einer großen Zielgruppe präsentieren können. Mit wenigen Klicks und ohne großen Aufwand können sich Museen kostenlos eine eigene Seite anlegen und ihr Angebot aufführen. Ich wünsche mir, dass sich weitere Einrichtungen am Kulturportal des Landes beteiligen. Unter www.kultur-mv.de können wir Einheimischen und Touristen dann unter Beweis stellen, wie reichhaltig das kulturelle Angebot in unserem Land ist“, so Hesse.