Land hat 2018 künstlerischen Nachwuchs unterstützt

Ministerin Hesse: Talente müssen in jungen Jahren gefördert werden

Schwerin – Das Land hat im vergangenen Jahr verschiedene Projekte zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses mit 97.725 Euro unterstützt. Über das Nachwuchskünstlerförderwerk stehen pro Jahr insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung, mit denen künstlerische Talente von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern gefördert werden können. Die künstlerische Nachwuchsförderung deckt die Genres Musik, Bildende Kunst, Theater/Tanz, Film/Medien, genreübergreifende Künste und Literatur einschließlich Niederdeutsch ab.

„Talente müssen in jungen Jahren gefördert werden, damit sie sich entfalten können. Das gilt für sportlich leistungsfähige Kinder und Jugendliche genauso wie für künstlerisch talentierte Mädchen und Jungen“, betonte Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse. „Mit dem Nachwuchskünstlerförderwerk setzen wir genau dort an. Seit 2015 ist die künstlerische Nachwuchsförderung ein Schwerpunkt der Landesregierung. Über die Jahre haben wir ein Netzwerk mit Partnern aus allen künstlerischen Genres aufgebaut. Diese Partner leisten die eigentliche Nachwuchsarbeit mit viel Engagement und mit Preisen, Coaching, Auftritts- und Präsentationsmöglichkeiten“, lobte Hesse.

Die Nachwuchskünstlerförderung ist in zwei Förderformen vorgesehen: Dabei stehen auf der einen Seite Werkstätten und Camps, in denen Talente von jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern entdeckt und gefördert werden. Auf der anderen Seite werden begabte Kinder und Jugendliche z. B. durch Stipendien unterstützt. Kinder und Jugendliche können sich um diese Förderung nicht bewerben, sondern werden ausgewählt.

Geförderte Projekte im Jahr 2018:

Musik

 Landesverband für populäre Musik & Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Beim Filmfestival im Stadthafen (FiSH) in Rostock sind die besten Musikvideos von Filmemacherinnen und Filmemachern sowie Musikerinnen und Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt und prämiert worden (Preisgeld: 1.000 Euro). Aufgrund des bisherigen Erfolgs fand im Jahr 2018 die Preisverleihung zum fünften Mal statt. Förderung: 1.200 Euro (insgesamt)

Landesverband für populäre Musik & Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Die Tour-Förderung erfolgt jährlich im Rahmen des Landesrockfestivals. Zwei prämierte Bands aus dem Land erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 3.000 Euro zur Finanzierung einer Konzerttour, um sich im In- und Ausland präsentieren zu können. Sie sollen auf diese Weise auch das musikalische Potenzial von Mecklenburg-Vorpommern über die Landesgrenzen hinaus sichtbar machen. Förderung: 6.000 Euro (insgesamt)

Landesmusikrat Mecklenburg Vorpommern e. V.

Neben der Ehrung für die Musiklehrerin/den Musiklehrer des Jahres (Preisgeld: 1.000 Euro) wurden die Bundespreisträgerinnen und Bundespreisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ ausgezeichnet. Erste Bundespreisträger haben 500 Euro erhalten, zweite Bundespreisträger jeweils 300 Euro und dritte Bundespreisträger je 200 Euro. Förderung: 15.200 Euro (insgesamt).

Jeunesses Musicales Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Junge talentierte Musikerinnen und Musiker, die am Festival „Verfemte Musik“ teilgenommen haben, wurden mit einem Sonderpreis geehrt. Außerdem wurde ein Juniorpreis (500 Euro) für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren vergeben. Förderung: 2.500 Euro (insgesamt).

Darstellende Kunst

Landesverband Freier Theater Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Das Nachwuchsfestival „Freisprung“ bietet freien Theaterschaffenden eine Bühne. Junge Tänzerinnen und Tänzer, Schauspielerinnen und Schauspieler, Puppenspielerinnen und Puppenspieler, Regisseurinnen und Regisseure aus Mecklenburg-Vorpommern bis zum Alter von 35 Jahren wurden aufgerufen, ihre besten Stücke einer Fachjury vorzustellen. In Kooperation mit den Soziokulturellen Zentren (St. Spiritus in Greifswald, Kornhaus in Bad Doberan und Zebef in Ludwigslust) sollen die Preisträgerinnen und Preisträger einen Anschlussauftritt erhalten. Förderung: 24.500 Euro (insgesamt)

Bildende Kunst

Förderkreis Schloss Plüschow e. V.

Talentcamp 2018: 20 besonders begabte Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren nahmen an einem einwöchigen Camp mit Workshop im Freizeitheim der evangelischen Kirche in Friedrichshagen, im Bereich Bildende Kunst zum Thema „WORT und BILD“ teil. Förderung: 15.000 Euro (insgesamt)

Förderkreis Schloss Plüschow e. V.

Vergabe eines Nachwuchskünstlerpreises für Künstlerinnen und Künstler bis zu einem Alter von 35 Jahren, Vergabe eines Preises/Meisterstipendiums in Höhe von 5.000 Euro verbunden mit einem individuellen Mentoring und einer Katalogförderung in Höhe von 3.000 Euro, zusätzlich Förderung eines Aufenthaltes in einem der Partnerkünstlerhäuser in Höhe von 1.000 Euro. Des Weiteren wurde ein Weiterbildungsworkshop für Künstlerinnen und Künstler im Schloss Plüschow durchgeführt. Förderung: 15.500 Euro (insgesamt)

Literatur/Sprache

Literaturhaus Rostock e. V.

POETENCAMP M-V 2018 – Nachwuchsförderprojekt in Prillwitz bei Neubrandenburg, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind die sechs besten Nachwuchsliteraten, die sich in einem Schreibwettbewerb durchgesetzt haben. Ziel des Camps ist die intensive Arbeit an literarischen Texten, Beratung und Betreuung durch einen Literaturwissenschaftler und einen Schriftsteller/Verleger. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten jeweils 420 Euro. Förderung: 11.500 Euro (insgesamt)

Klöndor e. V. in Zusammenarbeit mit dem Niederdeutschbeauftragten

Das Projekt „Plietsch&Platt!“ widmet sich der Förderung der niederdeutschen Sprache und Kultur. Die Regionalsiegerinnen und Regionalsieger des Plattdeutschwettbewerbs, also Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren, wurden zu einem Fördercamp eingeladen, um sich mit der plattdeutschen Sprache zu beschäftigen und ihre Kenntnisse zu vertiefen. Förderung: 6.325 Euro (insgesamt).

Orte der Begegnung und des gemeinsamen europäischen Dialogs

Kulturpark Neubrandenburg und „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin kooperieren

Neubrandenburg – Die Partnerstädte Neubrandenburg und das polnische Koszalin (Köslin) setzen derzeit ein gemeinsames Projekt um. Die in den jeweiligen Orten gelegenen historisch bedeutsamen Parkanlagen – der Kulturpark Neubrandenburg und der „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin – sollen als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Dialogs ausgebaut werden. Die Städtepartnerschaft zwischen Koszalin und Neubrandenburg besteht bereits seit 1974.

„Mit dem Projekt werden die guten Beziehungen weiter intensiviert. Neue grenzübergreifende Angebote sollen für Einheimische und Gäste das gemeinsame Natur- und Kulturerbe erlebbar gestalten. So kann die europäische Identität weiter gefördert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die beiden Städte planen, ihre stadtnahen Kulturparkanlagen zu erhalten, zu schützen und behutsam zu modernisieren. Ziel ist es, die wertvollen gartengeschichtlich und kulturhistorisch bedeutenden Anlagen den heutigen Nutzungsansprüchen anzupassen. Im Kulturpark Neubrandenburg soll im Laufe des Projektes unter anderem der Eingangsbereich neu gestaltet werden. Am südlichen Bürgersteig des Friedrich-Engels-Rings entsteht ein kleiner Balkon im Wiesenraum des Lindebachs, der als Ausgangspunkt für zwei Stege dient, die über den Lindebach direkt auf den Eingangsbereich des Kulturparks führen.

Auf der Verkehrsinsel sind drei weitere Überquerungen geplant, eine direkt in Verlängerung des Uferwanderweges am Lindebach und eine Doppelquerung wie am Stargarder Tor direkt in der Hauptachse des Kulturplatzes auf den Otto-Vitense-Weg. In Koszalin wird die Ignacy-Jan-Paderewski-Freilichtbühne im denkmalgeschützten „Park der Pommerschen Herzöge“ umgebaut und modernisiert. Dabei sollen die Hauptbühne und Freilichtbühne mit der Bühnenmaschinerie sowie mit der flexiblen Beleuchtungs- und Beschallungssteuerung ausgestattet werden. „

Neubrandenburg und Koszalin weisen in Bezug auf ihre wirtschaftliche Bedeutung, der infrastrukturellen Ausstattung und der Tourismusintensität viele Gemeinsamkeiten auf. Vor diesem Hintergrund wurden gemeinsam Überlegungen angestellt, wie die Standortattraktivität erhöht und weitere Tourismuspotenziale gehoben werden können. Mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur soll von dem Projekt eine fördernde Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgehen und so ein Beitrag zur Schaffung besserer Lebensbedingungen in beiden Regionen geleistet werden“, sagte Glawe. Mit dem Vorhaben soll voraussichtlich in diesem Jahr begonnen werden.

Die Gesamtkosten betragen mehr als vier Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das bis 2022 laufende Projekt in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Kultur- und Kreativbranche

Kultur- und Kreativbranche im Landkreis Rostock engagiert sich für nachhaltiges Kulturmanagement

Schwaan – Das Kunstmuseum in Schwaan und die Kunstgalerie in Teterow engagieren sich derzeit gemeinsam dafür, ein zentrales Management für die Kultur- und Kreativwirtschaft im Landkreis Rostock zu etablieren. Ziel ist es, ein Netzwerk für die Region zu schaffen, um beispielsweise im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung den Beteiligten mehr Unterstützung zu bieten.

„Im Landkreis Rostock hat sich eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft etabliert. Nun gilt es, die Aktivitäten einzelner Künstler zu koordinieren, um das Gesamtbild des reichhaltigen kulturellen Angebots besser einer breiten Öffentlichkeit darzustellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2002 trägt das Kunstmuseum in Schwaan zur kulturellen Identität der Stadt Schwaan und der weiteren Region bei. Ebenso hat sich die Kunstgalerie in Teterow Zeit ihres Bestehens bereits mit Projektinitiativen zur Kunst- und Kulturförderung beschäftigt und sich dabei zum wichtigen Impulsgeber für die Region entwickelt. Nun haben es sich beide Einrichtungen zur Aufgabe gemacht, ein leistungsfähiges Kulturmanagement für den Landkreis zu etablieren.

„Die Qualität der Werke vieler Kulturschaffenden steht außer Frage. Vielfach fehlt ihnen jedoch das nötige Know-how, ihre Werke an den Kunden zu bringen. Hierbei bedarf es effektiver Förderung, gerade in Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit der Szene. Für positive Effekte ist es von Vorteil, wenn sich die Akteure noch besser als bisher vernetzen“, sagte Glawe.

Vorgesehen ist, dass über das Kulturmanagement unter anderem Kontakte zur Wirtschaft geknüpft werden, um potentielle Auftraggeber, Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen. Neben dem Kunstmuseum in Schwaan und der Galerie in Teterow stellt die Kunsthalle Kühlungsborn einen weiteren wichtigen Anknüpfungspunkt dar. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit dem Kulturrat des Landkreises angedacht. Zusätzlich zu regelmäßigen Treffen der Akteure der Kunstszene sollen unterschiedliche Veranstaltungsformate etabliert werden, die der Branche weitere Möglichkeiten zur Vernetzung und Vermarktung bieten.

„Ein zentrales Element stellen dabei gemeinsame Publikationen dar. Vorgesehen sind eine Onlinedatenbank und Druckerzeugnisse, die in den Galerien und Museen des Landkreises angeboten werden und zudem jedem Künstler zur eigenen Vermarktung zur Verfügung stehen sollen. Zusammen mit einer kurzen Vita ließe sich zeigen, wo und wie die Kulturschaffenden aktiv sind“, so Glawe weiter.

Im Förderzeitraum von Mai 2018 bis April 2019 betragen die Gesamtkosten des Projektes für das Kunstmuseum in Schwaan knapp 18.000 Euro. In Teterow belaufen sich die Kosten ebenfalls auf insgesamt rund 18.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von jeweils 12.500 Euro.

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Büros für Kulturwirtschaftsforschung in Köln rund 5.500 Selbstständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Rund 2.600 Selbstständige und Unternehmen haben im Jahr 2014 gemeinsam einen Jahresumsatz von mehr als 777 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche betrug 2014 rund 9.600. Betrachtet man die sozialversicherungspflichtig und die geringfügig Beschäftigten sowie alle Selbstständigen zusammen, dann sind gegenwärtig knapp 17.800 Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Land tätig.

Das Mühlenhaus entstand vor mehr als 200 Jahren an dem Fluss Beke und ist eines der ältesten erhaltenen Profanbauten der Stadt Schwaan. Die Balken- und Fachwerkkonstruktion der ehemaligen Mühle wurde behutsam in die Galerieräume integriert. Im Erdgeschoss ist ein historischer Mühlenraum eingerichtet. Das Kunstmuseum wurde 2002 eröffnet und widmet sich mit seinen Ausstellungs- und Sammlungstätigkeiten den Malern der Schwaaner Künstlerkolonie.

Auf einer Fläche von 600 qm werden Gemälde aus verschiedenen Jahrhunderten präsentiert. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Werke der Maler Franz Bunke, Rudolf Bartels, Peter Paul Draewing sowie Alfred Heinsohn, die als Hauptsäulen der Schwaaner Künstlerkolonie gelten. Neben der eigenen Sammlung werden wechselnde Ausstellungen gezeigt.

Die Galerie in Teterow besteht seit 1990. Sie trug anfangs den Namen „Die kleine Galerie“ und befand sich in der Malchiner Straße am Malchiner Stadttor. Nach dem Umzug 1999 in das Pastor-Fiedler-Haus am Schulkamp wurde sie „Galerie am Kamp“ getauft. Im August 2013 zog die Galerie in das Bahnhofsgebäude, womit eine erhebliche Verbesserung der Ausstellungsfläche von über 250 m² einhergeht und nun unter dem Namen „Galerie Teterow“ geführt wird.

Die Galerie Teterow organisiert regelmäßig Ausstellungen mit zeitgenössischer bildender sowie angewandter Kunst, deren angesehene Ausstellungen mit den Künstlern in illustrer Gesellschaft eröffnet werden. Das Spektrum der kreativ Schaffenden reicht von regionalen, nationalen bis hin zu internationalen Künstlern und Kunsthandwerkern.

Die Räumlichkeiten werden zudem für verschiedene kulturelle Aktivitäten wie beispielsweise Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Modenschauen und Bahnsteigfeste genutzt.

Frauenförderung in der Kunst-Szene

Erfolgreiche Absolventinnen des Mentoringprogramms

Bad Doberan – Sozialministerin Stefanie Drese ehrte am 26. Januar die Absolventinnen des zweiten Durchgangs MentoringKunst in Bad Doberan. Vierzehn Tandems, bestehend aus jeweils einem Mentee und Mentor*in, durchliefen erfolgreich das deutschlandweit einzigartige Mentoring-Projekt in den Bereichen Kunst und Literatur.

„Frauen haben es auch in der Kunst-Szene immer noch schwerer als Männer. Studien belegen, dass Frauen auf Ausstellungen und in Katalogen weniger präsent sind, ihre Werke zu geringeren Preisen verkauft werden und somit sowohl ihre Einkommenssituation als auch ihre Alterssicherung als sehr prekär einzuschätzen ist. Nur mit gezielter Förderung und Vernetzung kann ein Beitrag dazu geleistet werden, junge Künstlerinnen zu professionalisieren“, betonte Drese in ihrem Grußwort.

Durch das Mentoring erhalten die Teilnehmerinnen intensive Begleitung, erfahren Wissensvermittlung in den Seminaren und Möglichkeiten des Austauschs. „Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Wirken der Frauen in der Kunst zu einem auskömmlichen Einkommen führen kann“, so Drese.

Die Ministerin beglückwünschte zudem zwei herausragende Talente des Mentoringprogramms: Slata Roschal erhielt den Literaturpreis 2018 und Pauline Stopp den Nachwuchskunstpreis 2018 des Landes. „Wir können auf die Fähigkeiten unserer Künstlerinnen im Land stolz sein. Dass sie jeweils den ersten Preis erlangt haben, ist eine wunderbare Wertschätzung für ihre Anstrengungen und ihr künstlerisches Schaffen“, sagte Drese.

Das Projekt mentoringKUNST wird mit rund 366.000 Euro vom Sozialministerium mit Mitteln des Europäische Sozialfonds (ESF) im Zeitraum von 2017 bis 2020 finanziert.

Als erklärtes Ziel der Landesregierung, Frauen bei der Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit und in ihrer Personalentwicklung mittels Mentoringprogrammen zu unterstützen, fördert das Sozialministerium neben dem Programm „mentoringKUNST“ auch die Programme „Aufstieg in Unternehmen“, „KarriereStartMentoring“ (an den Hochschulen), und „KarriereWegeMentoring Wissenschaft“ (an den Universitäten).

Vorhang hebt sich zu THEATER IN SICHT

Land fördert Theaterwochen für Schülerinnen und Schüler

Schwerin – Mit den Theaterwochen 2019 laden die Theater in Mecklenburg-Vorpommern Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrkräfte ein, Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Musik auf der Bühne zu erleben. Vom 18. Februar bis 4. März 2019 sind große und kleine Inszenierungen aller Sparten zu sehen. Bereits zum dritten Mal schließen sich die Stadt-, Landestheater und das Staatstheater zusammen und präsentieren Schulklassen nach den Winterferien ein vielfältiges Programm. Das Land fördert THEATER IN SICHT im Jahr 2019 mit 10.000 Euro.

„Die Theaterwochen versprechen einen großartigen Mix aus klassischen und modernen Stücken, Dramatisierungen deutscher und fremdsprachiger Literatur, Kinderbuchadaptionen und Stücken, die den Lebensalltag der Jugendlichen berühren, Musiktheateraufführungen, modernem Tanztheater und klassischem Ballett sowie eindrucksvollen Orchesterwerken. Dafür gilt mein Dank allen Organisatoren“, sagte Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse. „Kulturelle Bildung sollte Teil der Schulbildung eines jeden Heranwachsenden sein. Um Theaterangebote in den Unterricht zu integrieren, freue ich mich über die Bereitschaft der Theater, vormittags Inszenierungen anzubieten, die oft nur im Abendspielplan gezeigt werden“, betonte Hesse.

„‚In Sicht‛ sein wollen wir ja das ganze Jahr über – für Kinder und Jugendliche aber besonders gebündelt in den zwei Wochen nach den Winterferien“, sagte der stellvertretende Intendant des Volkstheaters Rostock, Ralph Reichel. „Angebote, die von Tanzworkshops über Klassenzimmerstücke bis zur großen Oper reichen, kommen bei ‚Theater in Sicht‛ in Rostock aus allen vier Sparten des Volkstheaters. Neu in diesem Jahr: Erstmals steht ein spezielles Mitmachformat auf dem Programm. Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren können ihren Zusammenhalt als Klasse in einem eigenen Theaterworkshop erproben, wenn es heißt ‚Ihr seid das Team‛“, so Reichel.

„Kulturelle Bildung gehört zur umfassenden Menschenbildung und ist wesentlicher Baustein zur Entwicklung menschlicher Würde. Sie ist Grundvoraussetzung zur Entwicklung persönlicher Identität und Gemeinschaftssinn als Basis für eine demokratische Gesellschaft“, betonte Joachim Kümmritz, Intendant der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. „Die vielfältigen Formen von Theaterkunst weiten den Blick und öffnen die Sinne. Wir ermöglichen Kindern und Jugendlichen einen offenen Zugang, die vielfältigen Formen der Theaterkünste kennenzulernen. Wir wollen ihre Neugier wecken, damit sie die Chance haben, inspiriert zu sein, um sich selbst kreativ betätigen zu können. Wir laden sie ein, Theater zu erleben, selbst zu spielen und Musik zu machen und werden unsere Partnerschulen weiter dabei unterstützen, künftig noch mehr künstlerische Angebote im Schulalltag zu integrieren“, sagte Kümmritz.

„Zur Unterrichtszeit Theater sehen, Theater erleben, Theater aktiv am eigenen Leib erfahren und so diesen Aspekt kultureller Bildung zum festen Bestandteil schulischer Bildung machen – dafür steht THEATER IN SICHT“, sagte Dirk Löschner, Intendant des Theaters Vorpommern. „Jede Schülerin und jeder Schüler sollte die Chance erhalten, neben unseren speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichteten Produktionen auch große Stücke des Abendspielplans erleben zu können. So lädt das Theater Vorpommern mit ‚Die Zauberflöte‛ zu großer Oper ein, das Philharmonische Orchester Vorpommern spielt Beethovens 2. Sinfonie in einem besonderen Konzertformat für junge Hörerinnen und Hörer. Das BallettVorpommern zeigt mit ‚Der Besuch‛ nach Dürrenmatts ‚Der Besuch der alten Dame‛ und ‚Don Quijote‛ bedeutende Literatur im Kontext einer anderen Kunstform, der des Tanzes. Und auch das Schauspiel ist mit mehreren Inszenierungen auf den großen und kleinen Bühnen in Stralsund, Greifswald und Putbus vertreten. Wir freuen uns auf zwei erlebnisreiche Theaterwochen mit unserem jungen Publikum“, so Löschner.

„Die Theaterwochen THEATER IN SICHT sind für uns immer eine ganz besondere Zeit, in der wir Schulklassen den Besuch des Mecklenburgischen Staatstheaters innerhalb der Schulzeit ermöglichen und mit unserem jungen Publikum und den Pädagoginnen und Pädagogen in den Dialog treten“, sagte der Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje. „Wir hoffen, vor allem Schulen aus dem ländlichen Raum den Weg ins Theater zu erleichtern. Auch in diesem Jahr haben wir bei der Zusammenstellung des Programms auf Vielfalt gesetzt: Es beteiligen sich alle Sparten, wir zeigen Klassiker ebenso wie Zeitgenössisches und haben für jede Altersgruppe etwas im Angebot. Außerdem gibt es ein breites theaterpädagogisches Begleitangebot. Wir freuen uns auf viele theaterbegeisterte Schülerinnen und Schüler“, betonte Tietje.

„Bei der Vorpommerschen Landesbühne wurden ca. 50 Prozent der Angebote im Rahmen von THEATER IN SICHT von verschieden Schulen an unseren drei festen Spielstätten angenommen“, erklärte Martin Schneider, designierter Intendant der Vorpommerschen Landesbühne in Anklam. „Wir begrüßen es sehr, in diesem Zeitraum Schulen gebündelt verschiedenste Inszenierungen anbieten zu können und mit den Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sich über die jeweiligen Inszenierungen sowie Theater im Allgemeinen austauschen zu können“, sagte Schneider.

Schwesig: Neue Ausstellung „bildRAUM“ stärkt Ansehen der Kunsthalle Rostock

Rostock – „Es ist schon beeindruckend, diese Ausstellung mit Fotos von Prominenten auf der Couch von Chefredakteuren der BILD mit einem Kunstwerk des Berliner Künstlers Jens Lorenzen im Hintergrund zu sehen“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute bei der Eröffnung der Ausstellung „bildRAUM“ in der Rostocker Kunsthalle.

„Ich finde es gut, dass die Besucherinnen und Besucher mit den gezeigten Bildern die Möglichkeit bekommen, auch ein wenig hinter die Kulissen eines Medienunternehmens zu schauen und dass sie sich selbst vor diesem Werk fotografieren lassen können und damit Teil der Ausstellung werden.“

190 dieser Fotos von Pamela Anderson über Helmut Kohl, Jogi Löw bis Richard von Weizsäcker sind zu sehen. Mit dabei ist auch das Porträt der Ministerpräsidentin. Entstanden sind die Fotografien jeweils nach Besuchen in der Chefredaktion.

„Die Kunsthalle hier in Rostock präsentiert herausragende Ausstellungen mit großer Strahlkraft, die viele Besucherinnen und Besucher weit über die Region hinaus anlocken und begeistern. Auch diese Ausstellung wird dazu beitragen, dass das hervorragende Ansehen der Kunsthalle weiter gestärkt wird“, lobte die Ministerpräsidentin.

Kunst im FM: Renate Straatmann präsentiert „SPUREN & RÄUME“

Schwerin – Im Finanzministerium ist heute erneut eine Ausstellung der Reihe „Kunst im FM“ eröffnet worden. Unter dem Titel „SPUREN & RÄUME“ lädt die in Lübeck geborene Künstlerin Renate Straatmann ein, ihre maritimen Sehnsuchtsorte an Nord- und Ostsee sowie in Skandinavien malerisch zu erleben.

Titelbild der Ausstellung: "Tarto" von Renate Straatmann

Titelbild der Ausstellung: „Tarto“ von Renate Straatmann

Die Künstlerin fasziniert der Gedanke, dass alle Meere unserer Erde durch ihre Strömungen miteinander verbunden sind. Abstrakt-surreal bis gegenständlich bringt sie das eigene Berührt sein in Farbe auf der Leinwand zum Ausdruck. Die rund 40 groß- und kleinformatigen, abstrakten Bilder der Ausstellung mit realen Details sind in Acryl-Mischtechnik gepinselt, gespachtelt und durch Mehrfachübermalungen entstanden.

Die Ausstellung kann noch bis Mitte April dieses Jahres während der Geschäftszeiten des Finanzministeriums besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Kulturpolitische Leitlinien für das Land im Dialog entwickeln

Ministerin Hesse: Breite Debatte darüber, wie wir uns konzeptionell aufstellen wollen

Schwerin – Kulturministerin Birgit Hesse hat in Schwerin einen breiten Aufruf gestartet, sich an der Entwicklung von Kulturpolitischen Leitlinien für Mecklenburg-Vorpommern zu beteiligen. Angesprochen sind Kulturschaffende, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden, Expertinnen und Experten aus dem Kulturtourismus, der kulturellen Bildung, aus Politik und Verwaltung. Die Ministerin will sich gemeinsam mit dem Landeskulturrat und den Beteiligten über kulturpolitische Schwerpunkte austauschen und beraten, wie sich die Kulturszene weiterentwickeln kann.

„Theater, Bildende Kunst, Musik, Literatur, Museen, das Welterbe, die Heimatpflege oder das Immaterielle Kulturerbe – wir müssen unsere Kulturszene wahrhaftig nicht verstecken“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Als ich vor zwei Jahren ins Amt gekommen bin, ist mir allerdings schnell klar geworden, dass wir unsere Kulturszene nach außen anders präsentieren müssen. In Mecklenburg-Vorpommern hat es noch nie eine so breite Debatte darüber gegeben, wie wir uns in der Kulturpolitik konzeptionell aufstellen wollen. Heute möchte ich den Startschuss dafür geben“, betonte Hesse. Auf der Landeskulturkonferenz im Jahr 2017 hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ähnliche Gedanken geäußert und damit dieses Projekt angestoßen.

Die Kulturpolitischen Leitlinien zielen ab auf eine Kulturpolitik, die die Zusammenarbeit verschiedener Ebenen fördert, genreübergreifende Vorhaben und Kooperationen zwischen verschiedenen Trägern erleichtert, eine qualitative Weiterentwicklung der Kulturförderung des Landes ermöglicht und schließlich die Wahrnehmung von Kunst und Kultur im Land erhöht. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und der Landeskulturrat haben im Zeitraum von Januar bis März dieses Jahres vier Regionale Kulturkonferenzen an vier Orten in den vier Planungsregionen des Landes geplant.

„Die Landesregierung will Mecklenburg-Vorpommern keine Kulturpolitischen Leitlinien verordnen. Wir wollen sie im Dialog mit den Beteiligten entwickeln“, betonte Kulturministerin Hesse. „Der Landeskulturrat steht mir als mein Beratungsgremium zur Seite. Für dieses tatkräftige Engagement bedanke ich mich. Außerdem setzte ich auf die Mitarbeit der Kulturschaffenden und kulturell Engagierten bei uns im Land. Wer sich kulturell engagiert, tut das in erster Linie aus einem eigenen, inneren Antrieb heraus und mit Leidenschaft. Genau diese Leidenschaft brauchen wir bei der Erarbeitung der Kulturpolitischen Leitlinien. Machen Sie mit und beteiligen Sie sich“, forderte Hesse.

Plowdiw und Matera sind Europäische Kulturhauptstädte 2019

Brüssel – Seit dem 1. Januar 2019 tragen Plowdiw in Bulgarien und Matera in Italien für ein Jahr den Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Mit ihren Kulturprogrammen zeigen die Städte Plowdiw und Matera, wie sie ihre eigene Zukunft und die Zukunft Europas sehen, und feiern dabei ihr außergewöhnliches jahrhundertealtes Erbe. Die Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ bringt Menschen zusammen und hebt die Rolle der Kultur beim Aufbau einer europäischen Identität hervor. Beide Städte werden dazu beitragen, dass das erfolgreiche Europäische Jahr des Kulturerbes 2018 – das gezeigt hat, wie Kultur unsere Städte und Regionen zum Besseren verändern kann – noch lange nachwirkt. Ich wünsche Plowdiw und Matera viel Erfolg für das kommende Jahr.“

Plowdiw ist die erste bulgarische Stadt, die als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt wurde. Mit einem umfassenden Programm unter dem Motto „Together“ soll das Jahr 2019 der Region neue Möglichkeiten eröffnen und die Stadt auf internationaler Ebene bekannter machen. Mehr als 300 Projekte sind in Plowdiw und im südlichen Zentralbulgarien sowie in den Städten Warna, Sofia und Weliko Tarnowo geplant, darunter Festivals und Gemeinschaftsprojekte. Den Besucherinnen und Besuchern wird eine breite Palette an Veranstaltungen angeboten, etwa verschiedene Ausstellungen, die zum Entdecken des kyrillischen Alphabets einladen, oder Theaterproduktionen, die in Zusammenarbeit mit Ländern des Westbalkans, der Roma- und der türkischen Gemeinschaft entstanden sind. Die Eröffnungsfeierlichkeiten finden vom 11. bis zum 13. Januar statt. Die Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel‚ wird am 12. Januar an der offiziellen Eröffnungsfeier teilnehmen.

Das Programm im süditalienischen Matera steht unter dem Motto „Open Future“. Im Jahr der Kulturhauptstadt wird Öffnung und Austausch zwischen den „Materani” und den Besuchern groß geschrieben. Die Eintrittskarte ist gleichzeitig Ausweis, der die Touristen zu „temporären Bürgern” macht. Sie sollen Matera auch außerhalb der Sassi , den berühmten Höhlenwohnungen, entdecken, und zu Botschaftern der Stadt werden. Die ganze Region Basilicata ist am Jahr der Kulturhauptstadt beteiligt – jede der über 130 Gemeinden soll für einen Tag im Fokus stehen. Zu den Highlights gehören „Ars Excavandi“, ein zeitgenössischer Blick auf die Geschichte und Kultur des Bauens unter der Erde; „Re-reading Renaissance“, eine Reise durch die künstlerische Vergangenheit der Regionen Basilikata und Apulien; und „Poetry of primes“, eine Ausstellung über die zentrale Rolle, die die Mathematik im Laufe der Geschichte in der Arbeit von Künstlern gespielt hat. Die Eröffnungsfeierlichkeiten, an denen 2000 Musiker aus allen Dörfern der Region Basilikata und vielen anderen Teilen Europas teilnehmen werden, finden am 19. und 20. Januar statt. Bildungskommissar Tibor Navracsics wird am 19. Januar an der offiziellen Eröffnungsfeier teilnehmen.

1985 leitete Melina Mercouri, die damalige griechische Kulturministerin, die Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ ein. Mittlerweile zählt sie zu den bedeutendsten kulturellen Initiativen in Europa. Die Städte werden auf der Grundlage eines Kulturprogramms ausgewählt, das eine deutliche europäische Dimension aufweisen, die Mitwirkung und aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger der Stadt fördern und zur langfristigen Entwicklung der Stadt und ihrer Region beitragen muss.

Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ bietet den Städten auch eine Gelegenheit, ihr Image zu verbessern, ihr Profil in der Welt zu schärfen, mehr Touristen anzuziehen und ihre Entwicklung aus einer kulturellen Perspektive neu zu bewerten. Der Titel hat eine langfristige Wirkung, nicht nur kulturell, sondern auch sozial und wirtschaftlich, und zwar sowohl für die Städte selbst als auch für die Region.

Im Jahr 2018 waren Valletta in Malta und Leeuwarden in den Niederlanden die Kulturhauptstädte Europas. Nach Plowdiw und Matera im Jahr 2019 werden folgende Städte den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ übernehmen: 2020 Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland), 2021 Timişoara (Rumänien), Elefsina (Griechenland) und Novi Sad (Serbien, Kandidatenland), 2022 Esch (Luxemburg) und Kaunas (Litauen) und 2023 Veszprém in Ungarn (empfohlen).

Archäologische Schätze aus M-V in Berlin zu sehen

  Ministerin Hesse: Tollensetal ist eines der spannendsten Ausgrabungsfelder

Schwerin – Pfeilspitzen, Sklavenfessel, Goldschmuck: Archäologische Schätze aus Mecklenburg-Vorpommern sind seit rund drei Monaten in der Berliner Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ zu sehen. Bis Sonntag, 6. Januar 2019, können die spektakulärsten Funde aus den vergangenen 20 Jahren im Martin-Gropius-Bau noch bestaunt werden, dann schließt die Sonderausstellung. Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet die Schau bislang.

„Archäologische Schätze aus Mecklenburg-Vorpommern sind neben der Himmelsscheibe von Nebra zu entdecken. Das zeigt, in welcher Liga wir spielen“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Vor allem die Funde aus dem Tollensetal haben in der Ausstellung viele Besucherblicke auf sich gezogen. Das Tollensetal ist eines der spannendsten Ausgrabungsfelder in Deutschland – übrigens nicht nur für Archäologinnen und Archäologen. Es ist wichtig, dass wir unsere Exponate auch außerhalb des Landes zeigen, wenngleich wir in dieser Zeit auf sie verzichten müssen. Nur so können wir erzählen, welche Schätze bei uns lagern“, betonte Hesse.

Die Ausstellung zeigt die wichtigsten archäologischen Neufunde von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Mecklenburg-Vorpommern steuerte über 300 Exponate bei. Aus dem Tollensetal sind vor allem Waffen, Schädel und Knochen mit Verletzungsspuren oder Geschossspitzen zu sehen. Dort ereignete sich vor über 3.200 Jahren eine große Schlacht, bei der sich Hunderte von jungen Männern gegenüberstanden. Am Ende waren viele von ihnen tot – getroffen von Pfeilen, Lanzen, Schwertern und Keulen. Die Ausgrabungen verweisen damit auf das älteste Schlachtfeld Europas und werfen ein neues Licht auf die Bronzezeit, die bislang als weitgehend friedliche Ära galt.

„Es ist faszinierend, welchen Erkenntniszuwachs die Archäologie gerade erlebt. Wichtige neue Funde tragen dazu ebenso bei wie die enormen Fortschritte der naturwissenschaftlichen Analyseverfahren“, sagte Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen. „Die Forschungen im Tollensetal sind ein zentraler Baustein für das neue Bild der Bronzezeit, das in der Berliner Ausstellung präsentiert wird. Aber auch für andere Zeiten spielen Funde aus Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle. An diesen Erfolgen sind ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerinnen und Bodendenkmalpfleger maßgeblich beteiligt – Archäologie ist eine echte Bürgerwissenschaft“, so Jantzen.

Europäisches Kulturerbejahr 2018 in M-V

Ministerin Hesse: Beteiligung bei uns im Land ist gut gelungen

Schwerin – Das Jahr 2018 neigt sich langsam dem Ende, doch die Aktivitäten des Europäischen Kulturerbejahres sollen ihre Strahlkraft behalten. Unter dem Motto „Sharing Heritage“ stand 365 Tage lang das Verbindende des baulichen und archäologischen Erbes im Mittelpunkt. In Mecklenburg-Vorpommern haben sich Einrichtungen, Vereine und Projekte an dem Aktionsjahr beteiligt. Kulturministerin Birgit Hesse hat eine positive Bilanz gezogen. Das Europäische Kulturerbejahr geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück.

„Das Stralsunder Schülerprojekt ‚Erbe gelebt – Zu Hause im Welterbe‛ zeigt besonders schön, wie sich Kulturgeschichte und Heute verbinden lassen“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Viele Veranstaltungen haben in diesem Jahr die Guts- und Herrenhäuser mit Leben erfüllt und die Kulturrouten durch Mecklenburg-Vorpommern machen erfahrbar, was wir kulturell zu bieten haben. Im Europäischen Kulturerbejahr ging es nicht so sehr darum, etwas Neues zu schaffen, sondern darum, darauf aufmerksam zu machen, was da ist. Ich finde, die Beteiligung bei uns im Land ist gut gelungen“, lobte Hesse.

Auch beim Fotowettbewerb „Wiki Loves Monuments“ (WLM) zum Kulturerbejahr 2018 findet sich Mecklenburg-Vorpommern wieder: Das Foto von der „Kurmuschel“ auf dem Kurplatz in Sassnitz auf Rügen von J.-H. Janßen steht im deutschen Ranking auf Platz 4. „Welche Überraschung, dass es ein Baudenkmal aus unserem Land auf die ersten Plätze geschafft hat. Das ist nicht nur eine Auszeichnung für ein schönes Foto und die originelle Architektur, sondern auch eine schöne Werbung für unser Land“, sagte Hesse.

Wiki Loves Monuments ist ein ehrenamtlich organisierter Fotowettbewerb der Online-Enzyklopädie „Wikipedia“. Mittlerweile nehmen rund 10.000 Menschen aus ca. 40 Ländern daran teil. Seit 2012 ist er laut Guinness-Buch der Rekorde der größte Fotowettbewerb weltweit. Allein in Deutschland werden auf diese Weise jährlich über 20.000 neue Bilder zur Verfügung gestellt. Schon allein dadurch hat der Wettbewerb maßgeblich zu mehr Aufmerksamkeit für Denkmäler und Denkmalschutz beigetragen. Nach Angaben des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz stehen die Fotos unter einer freien Lizenz und zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung.

Projekte und Veranstaltungen in MV bzw. mit MV-Bezug

Friedrich-Lisch-Denkmalpreis des Landes
Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ in Berlin
Ausstellung „Schatz entdeckt!“ – Der Verschollene Planschatz
Projekt „Scherben von Prora“
Kulturevent nordische Gutshäuser
Denkmal und Baukultur
Denkmale in Mecklenburg-Vorpommern
Zu Tisch in Schlössern und Gärten in Deutschland
Europäische Route der Industriekultur
Europäische Route Historische Theater
Europäische Route der Backsteingotik
Europäische Kulturroute Festungsmonumente
Schülerprojekt „Erbe gelebt – Zu Hause im Welterbe“
Rendezvous im Garten
Subbotnik für Wasserburg Divitz
Ausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“
Backsteinarchitektur in Pommern
Denkmal Europa. Entdecke Deine Geschichte vor der Haustür
Bei Deinem Namen genannt: Maria und Nikolaus
Gemeinsame Wege: Wismar-Ohrid-Pogradec
Wismar und die Schweden
Grand Prix der Folklore – 29. Internationales Folkloretanzfest für das Land Mecklenburg-Vorpommern
De Twei-Smacker levt! Nachbau einer Warnemünder Volljolle in Rostock
Alte Mensa Wismar – Aktionstag

„Jauchzet, frohlocket“: Bachfest 2019 in Rostock

Ministerin Hesse: Musikalischer Hochgenuss, der so schnell nicht wieder geboten wird

Rostock – Die Musik von Johann Sebastian Bach (1685-1750) lässt Rostock im kommenden Jahr klingen. Vom 10. bis 19. Mai 2019 findet in der Hansestadt das 94. Internationale Bachfest der Neuen Bachgesellschaft e. V. statt. Zu den rund 80 Veranstaltungen an 20 Orten werden mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Das Land unterstützt das hochkarätige Musikfest unter dem Titel „Kontrapunkte“ über die Kulturförderung mit rund 100.000 Euro.

„Johann Sebastian Bach wird als Komponist auf der ganzen Welt verehrt“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Ich finde, seine Musik passt besonders gut nach Norddeutschland. In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock wird sein Werk seit Generationen auf hohem Niveau gepflegt, nicht zuletzt durch das Wirken der St.-Johannis-Kantorei und ihrer Leiter. Das Bachfest 2019 verbindet beides: Bachinterpreten von Weltrang kommen nach Rostock. Das verspricht einen musikalischen Hochgenuss, der in dieser Form so schnell nicht wieder in Mecklenburg-Vorpommern geboten wird“, so Hesse.

Die künstlerische Leitung des Bachfestes hat der Kantor der Rostocker St.-Johannis-Kirche, KMD Prof. Dr. h.c. Markus Johannes Langer übernommen. Ein breitgefächertes Rahmenprogramm bestehend aus Andachten, Abendliedersingen, Lesungen, Vorträgen sowie Familienangeboten machen das Fest zu einem der Höhepunkte 2019 für Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber. Die Organisation des Bachfestes hat der Bachverein Rostock e. V. übernommen.

„Das Bachfest in Rostock zieht Liebhaber der Klassischen Musik und vor allem Bachfans in die Konzertsäle unserer Region. Dass wir dieses Fest ausrichten dürfen, ist für uns eine große Ehre. Machbar aber nur durch die Unterstützung der Förderer wie des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Birger Birkholz, Vorstandsvorsitzender des Bachvereins Rostock e. V.

Zum Programm zählen Konzerte mit der Sopranistin Dorothee Mields und dem Bariton Benjamin Appl, den beiden Preisträgern der Bach-Medaille Reinhard Goebel und Peter Kooij, und den Organisten Ton Koopman und Christoph Schoener. Außerdem sind die aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehenden Berliner Barock Solisten zu hören, die „lautten compagney BERLIN” und der Dresdner Kreuzchor.

Bundesgerichtshof zur Veröffentlichung von Fotografien gemeinfreier Kunstwerke

Urteil vom 20. Dezember 2018 – I ZR 104/17 – Museumsfotos

Karlsruhe – Der unter anderem für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass Fotografien von (gemeinfreien) Gemälden oder anderen zweidimensionalen Werken regelmäßig Lichtbildschutz nach § 72 UrhG genießen. Der Senat hat weiter entschieden, dass der Träger eines kommunalen Kunstmuseums von einem Besucher, der unter Verstoß gegen das im Besichtigungsvertrag mittels Allgemeiner Geschäftsbedingungen vereinbarte Fotografierverbot Fotografien im Museum ausgestellter Werke anfertigt und im Internet öffentlich zugänglich macht, als Schadensersatz Unterlassung der öffentlichen Zugänglichmachung verlangen kann.

Die Klägerin betreibt das Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim. Sie hat im Jahr 1992 durch einen Mitarbeiter dort ausgestellte Kunstwerke fotografieren lassen und diese Fotografien in einer Publikation veröffentlicht.

Der Beklagte ist ehrenamtlich für die deutschsprachige Ausgabe des Internet Lexikons Wikipedia mit dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons tätig. Der Beklagte hat Fotografien in die Mediendatenbank Wikimedia Commons hochgeladen und zum öffentlichen Abruf bereitgestellt, auf denen Werke – Gemälde und andere Objekte – aus der im Eigentum der Klägerin stehenden Sammlung zu sehen sind. Diese Werke sind sämtlich gemeinfrei, also wegen Ablaufs der Schutzfrist (§ 64 UrhG) urheberrechtlich nicht mehr geschützt. Bei den Fotografien handelte es sich teilweise um Aufnahmen aus der Publikation der Klägerin, die der Beklagte zuvor eingescannt hatte. Die übrigen Fotos hatte der Beklagte bei einem Museumsbesuch im Jahr 2007 selbst angefertigt und Wikimedia Commons unter Verzicht auf sein Urheberrecht zur Verfügung gestellt.

Die Klägerin hat den Beklagten auf Unterlassung und Ersatz der vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten in Anspruch genommen. Sie stützt ihren Unterlassungsanspruch hinsichtlich der vom Beklagten eingescannten Fotografien auf Urheber- und Leistungsschutzrechte. Hinsichtlich der vom Beklagten selbst erstellten Fotografien beruft sie sich auf eine Verletzung des mit dem Beklagten geschlossenen Besichtigungsvertrags, der ein Fotografierverbot enthalte, sowie auf eine Verletzung ihres Eigentums an den ausgestellten Objekten.

Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Die Berufung des Beklagten ist – soweit für die Revision von Bedeutung – ohne Erfolg geblieben.

Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Beklagten zurückgewiesen.

Das Hochladen der eingescannten Bilder aus der Publikation der Klägerin verletzt das der Klägerin vom Fotografen übertragene Recht, die Lichtbilder öffentlich zugänglich zu machen (§ 97 Abs. 1 Satz 1 UrhG, § 72 Abs. 1 UrhG, § 19a UrhG). Die Fotografie eines Gemäldes genießt Lichtbildschutz nach § 72 Abs. 1 UrhG. Bei ihrer Anfertigung hat der Fotograf Entscheidungen über eine Reihe von gestalterischen Umständen zu treffen, zu denen Standort, Entfernung, Blickwinkel, Belichtung und Ausschnitt der Aufnahme zählen. Deshalb erreichen solche Fotografien regelmäßig – so auch im Streitfall – das für den Schutz nach § 72 Abs. 1 UrhG erforderliche Mindestmaß an persönlicher geistiger Leistung.

Mit der Anfertigung eigener Fotografien anlässlich eines Museumsbesuchs hat der Beklagte gegen das vertraglich vereinbarte Fotografierverbot verstoßen. Die entsprechende Vorschrift in der Benutzungsordnung und aushängende Piktogramme mit einem durchgestrichenen Fotoapparat stellen Allgemeine Geschäftsbedingungen dar, die wirksam in den privatrechtlichen Besichtigungsvertrag einbezogen worden sind und der Inhaltskontrolle standhalten. Die Klägerin kann als Schadensersatz wegen der Vertragsverletzung des Beklagten gemäß § 280 Abs. 1, § 249 Abs. 1 BGB verlangen, dass der Beklagte es unterlässt, die Bildaufnahmen durch Hochladen im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Dieses Verhalten stellt ein äquivalent und adäquat kausales Schadensgeschehen dar, das einen hinreichenden inneren Zusammenhang mit der Vertragsverletzung aufweist.

3. KOSEROWER KUNSTBÖRSE

Mit Benefiz-Tombola und Schätzservice

Insel Usedom – Kunstfreunde aus nah und fern werden zum Jahresende traditionell zur „Koserower Kunstbörse“ eingeladen. Sie erwartet auch diesmal ein wahres Feuerwerk hochkarätiger Kunst. Gezeigt wird Regionales aus über 150 Jahren. Darunter befinden sich farbenfrohe Öl- und Acrylmalereien zeitgenössischer Künstler ebenso, wie Neuerwerbungen historischer Kunstwerke, die nach erfolgter Restaurierung erstmals dem Publikum vorgestellt werden können. Tom Beyer, Marie Hager, Hans Hartig, Otto Manigk oder Lokalmatador Otto Niemeyer-Holstein sind nur einige der klangvollen Namen, deren Werke neben rund 200 anderen gezeigt werden. Von Hugo Scheele, dem Zempiner Maler und Grafiker, der sich schon um 1920 dauerhaft auf Usedom niederließ, kann ein extrem seltener Zyklus früher Linolschnitte angeboten werden. Andere Werke geben schon einen Vorgeschmack auf die kommenden Frühjahrs- und Herbstauktionen 2019.

Besuchern der Veranstaltungen wird an zwei Standorten (Koserower Kunstsalon bzw. Veranstaltungsräume der Kurverwaltung) bis zum 5.Januar wieder einiges geboten: So können Besitzer von Kunstwerken ihre Objekte (Gemälde, Druckgrafik oder Plastiken) vorstellen und herausfinden, ob sich unter Sammlungs-/Erbstücken oder Flohmarktfunden eventuell ungeahnte Schätze befinden.

Es gibt auch in diesem Jahr eine Benefiz-Tombola mit tollen Preisen. Zum wiederholten Male beteiligt sich der Koserower Kunstsalon an der OZ Spendenaktion „Helfen bringt Freude“. Der Erlös aus dem Verkauf von Losen kommt vollständig dieser Aktion zugute. Unter dem Motto „Rette sich, wer’s kann“ soll in diesem Jahr Kindergartenkindern ermöglicht werden, vor Schulbeginn schwimmen zu lernen. Als Preise winken Theater- und Museumsgutscheine, Kunstbücher und -plakate, Kinder-Malbücher und DVDs. Für großzügige Spenden danken wir der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, der Unternehmensgruppe Schmetterlingsfarm und der Volksbank Wolgast.

Geöffnet sind die beiden Ausstellungen bis zum 5.1.2019 täglich von 10 bis 18 Uhr, sogar – mit leichten Einschränkungen – an den Weihnachtstagen (24.12.10-14 Uhr, 25./26.12. jeweils 14-18 Uhr).