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Tag: 20. September 2026

Schülerblick auf Gefahren von Cybermobbing

Gingster Sechstklässler erlernen Lösungsstrategien an erstem Anti-Mobbing-Tag

Insel Rügen – Mobbing im Internet. Kein Thema ist aktueller im Alltag eines Schülers. Daher haben sich die Jungen und Mädchen aus den 6. Klassen der Schule Gingst damit an einem eigenen Projekttag beschäftigt. Simon Altmann und Nadine Pirchi, zwei junge Schauspieler aus Berlin, unterstützten sie mit dem Theaterstück „Verletzt – vernetzt“. Darin machten sie unter anderem auf die Gefahren und Auswirkungen von Cybermobbing aufmerksam.

„Unsere Schüler haben das Stück mehr als aufmerksam verfolgt“, findet Sabine Tänzer, die als Teamleiterin zusammen mit ihren Kolleginnen den Projekttag organisiert hat. Die meisten Kinder kennen die Gefahren, die das Internet mit sich bringt. Und doch sei es immer wieder wichtig und notwendig, auf den sicheren und selbstbestimmten Umgang mit eigenen Bildern oder Kommentaren in sozialen Medien hinzuweisen. Das habe sie in dem Schauspielergespräch nach dem Stück gemerkt.

Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin
Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin

Nadine Pirchi nutzte nämlich die Stunde nach der Aufführung, um mit den jungen Zuschauern ins Gespräch zu kommen. „Ich bin begeistert von den Kindern“, meint Nadine Pirchi. „Auf alle Fragen kamen so gute Antworten. Sie haben das Stück gut verstanden und konnten auch über den Umgang mit den Gefahren Ideen austauschen.“ Damit hätten die beiden Schauspieler des Präventionstheaters Terraraum ihr Ziel erreicht. Sie wollen mit ihren Aufführungen zum Nachdenken anregen und auf die negativen Seiten der modernen Medien hinweisen. An über 100 verschiedenen Orten in Deutschland haben sie ihr aktuelles Stück bereits gezeigt und mit einem Zuschauergespräch verbunden. Eine coole Idee, denn schneller kann mich sich kein Feedback einholen.

Lunis Schulz, einer der Zuschauer an dem Mittwochmorgen in der Gingster Turnhalle, bringt sich besonders oft im Gespräch ein. „Ich fand das Stück cool“, sagt er nach dem Auftritt. „Mir hat am besten gefallen, wie die Probleme der beiden Schüler gezeigt wurden.“ Er meint damit Charlie und Lisa. Während der Junge bereits Erfahrungen als Mobbingopfer gesammelt hatte und die Schule wechseln musste, hatte Lisa Kontakt zu einem mysteriösen „Pic-Sammler“ im Internet. Genügend Gesprächsstoff auch für die Unterrichtsstunden nach dem Stück.

„Der Anti-Mobbing-Tag ist einer von sechs präventiven Projekttagen, die wir an unserer Schule etablieren“, erklärt Schulleiter André Farin. Inzwischen biete man in jeder Jahrgangsstufe ein Thema an, mit dem sich die Klassen auf ganz unterschiedliche Weise beschäftigen. „Nach sechs Schuljahren haben unsere Kinder zahlreiche Themen symbolisch und anschaulich behandelt.“ Neben Rassismus und Mobbing kommen die Gingster Kinder mit Fragen von Drogenmissbrauch, Erleben von Vielfalt, Gesundheit und Demokratie in Kontakt.