Tag der Architektur

Präsentation von zeitgenössischer Architektur in Mecklenburg-Vorpommern 2020 online und als Broschüre

Schwerin – Wer den Tag der Architektur kennt, weiß, dass jährlich am letzten Juniwochenende Tür und Tor aktuell realisierter Bauwerke in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in den anderen Bundesländern für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden.

„In diesem Jahr jedoch präsentieren sich alle 46 Projekte der Architektur, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur in Mecklenburg-Vorpommern coronabedingt ausschließlich digital sowie in einer neugestalteten kostenfreien Broschüre“, betont Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern. Die Projekte sind an 25 Orten, verteilt im ganzen Bundesland, entstanden und wurden überwiegend in den letzten drei Jahren fertiggestellt oder befinden sich aktuell in der Umsetzung. Dazu gehören nicht nur Neubauten, sondern auch Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen von Gebäuden, Parks und Gärten.

Alle Projekte sind mit Foto und einer Kurzbeschreibung über die Website der Architektenkammer M-V online abrufbar unter www.ak-mv.de und werden aus aktuellem Anlass in einer Sonderausgabe als Broschüre mit neuer Gestaltung veröffentlicht. Das Besondere ist, dass Projekte vorgestellt werden, in denen mitunter sonst keine Besichtigungen zulässig wären und die demnach nie zum Tag der Architektur hätten gezeigt werden können.

Darüber hinaus kommen in der Broschüre engagierte Architektinnen und Architekten unterschiedlicher Fachrichtungen zu Wort und berichten in Interviews über Erfahrungen, Motivationen und die Architektur vor Ort. Zusätzlich werden interessierte Architekturfreunde dazu eingeladen, auf eigene Faust Fahrradtouren entlang der Architekturprojekte zu unternehmen. Die Routenvorschläge sind in der Broschüre aufgeführt.

„Ressource Architektur“ lautet das diesjährige bundesweite Motto und macht umso mehr auf den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt aufmerksam. Der Kammerpräsident Christoph Meyn wirbt für ein stärkeres Bewusstsein bei der Gestaltung der baulichen Umwelt mit der fachlichen Unterstützung von Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Innenarchitekt*innen sowie Stadtplaner*innen.

„Erfahren Sie, dass die Baukultur unseres Landes Ausdruck dafür ist, wie wir leben, arbeiten, wohnen und unsere Freizeit verbringen. Gerade in Zeiten, in denen wir zum Teil von Zuhause aus arbeiten und gleichzeitig unsere Kinder betreuen, oder Reisen nur noch eingeschränkt möglich sind und der heimische Garten zum grünen Rückzugsort der Erholung wird, sollen öffentliche, architektonisch gestaltete Räume in Mecklenburg-Vorpommern mehr denn je entdeckt werden können.“

Die kostenfreie Broschüre kann bestellt werden bei info@ak-mv.de und steht als PDF zum Download unter www.ak-mv.de Tag der Architektur 2020 bereit.

Faktorhaus: Historischer Anziehungspunkt

Torgelow – Die vorpommersche Stadt Torgelow erhält ein neues Kleinod. Gegenwärtig saniert wird das Faktorhaus am Hüttenwerksplatz inklusive der alten Werksuhr der ersten Eisengießerei in Torgelow. Darüber hinaus werden die Kellerräume des Faktorhauses wiederhergestellt. Nach Abschluss der Baumaßnahmen stehen diese Kellerräume der Stadt für ein Museum mietfrei zur Verfügung.

Die Gesamtinvestitionen für die Sanierungsarbeiten des Kellergewölbes und der Uhr mit Uhrwerk betragen rund 100.000 Euro. Darüber hinaus entstehen Mietwohnungen. Heute hat der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann einen Fördermittelbescheid aus dem Vorpommern-Fonds in Höhe von 45.000 Euro für dieses Projekt an den Eigentümer des Faktorhauses Sebastian Kelichhaus in Torgelow übergeben. Im Faktorhaus entstehen auch fünf hochwertige Mietwohnungen.

„In Torgelow hat die Eisengießerei seit dem 18. Jahrhundert eine lange Tradition. Es ist für diese Kleistadt ein Glücksfall, die Geschichte dieser wunderbaren Tradition in Zukunft für Einheimische und unsere Gäste nahebringen zu können. Darauf freue ich mich. So wird der Hüttenwerksplatz nach der Sanierung von Faktorhaus und Uhrengaube ein neuer Anziehungspunkt in meiner Heimatstadt“, so Dahlemann.

Der Staatssekretär dankte dem Eigentümer für sein Engagement und insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Denkmalschutzes: „Sie alle leisten eine hervorragende Arbeit, auf die sie sehr stolz sein können. Ich freue mich darauf, wenn wir Gaubenuhr und das Ausstellungsraum der Öffentlichkeit übergeben können. Auch dieses Projekt wird dazu beitragen, dass Vorpommern noch attraktiver und bekannter wird und stärkt den Zusammenhalt im östlichen Landesteil.“

Unterstützung für Nordkirche

Mecklenburg-Vorpommern sagt der Nordkirche bis zum Jahr 2024 stabile Unterstützung zu

Schwerin – Justizministerin Katy Hoffmeister und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt unterzeichneten heute die Patronatsvereinbarung über rund 3,6 Millionen Euro.

„Seit nunmehr über 25 Jahren sind das Land Mecklenburg-Vorpommern und die evangelischen Kirchen Partner im Güstrower Vertrag. Die Landesregierung weiß das Engagement der Nordkirche im Land sehr zu schätzen. Die Nordkirche ist in vielen Bereichen der Gesellschaft eine große Stütze, zum Beispiel auf dem Gebiet der Justiz in der Gefängnisseelsorge oder im Sozial,- Bildungs- und Kulturbereich und auch bei der Polizeiseelsorge. Ich freue mich sehr, dass wir als Land die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland mit rund 3,6 Millionen Euro Patronatsmitteln jährlich weiterhin beim Denkmalschutz unterstützen. Bis zum Jahr 2024 besteht für die Nordkirche nun Planungssicherheit. Patronatsmittel sorgen dafür, dass die Kirche sprichwörtlich im Dorf bleibt und auch in Städten als Teil unseres Kulturerbes erhalten bleibt“, sagt Justizministerin Hoffmeister bei der Unterzeichnung in Schwerin. Sie ist zuständig für Kirchen- und Religionsangelegenheiten.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt: „Das Land Mecklenburg-Vorpommern steht in nicht einfacher Situation verlässlich zum Güstrower Vertrag. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir uns gerade jetzt über die Patronatsleistungen für die Jahre 2020 bis 2024 verständigt haben. Denn die vielen Dorf- und Stadtkirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind wichtige Orte für erlebte Gemeinschaft, für Gottesdienste ebenso wie für Kultur, Kunst und Gespräch – und das weit über den Kreis von Kirchenmitgliedern hinaus. Das war gerade in den letzten Wochen, in denen wir nicht in Kirchen zusammenkommen konnten, deutlich zu spüren. Der Erhalt dieser Kirchen stellt uns als Landeskirche vor große finanzielle Herausforderungen, bei denen uns die Patronatsleistungen auch in den nächsten Jahren in guter Weise unterstützen.“

Am 20. Januar 1994 haben das Land Mecklenburg-Vorpommern und die damalige Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs sowie die Pommersche Evangelische Kirche den Güstrower Vertrag geschlossen. Bis heute sind darin die Beziehungen zwischen dem Land und der Nordkirche, die seit ihrer Gründung 2012 in die Rechtsnachfolge eingetreten ist, rechtlich geordnet. Das betrifft unter anderem die hälftige Beteiligung des Landes an den Baulasten solcher kirchlichen Gebäude, die bislang dem Patronat unterstanden.

Denkmalschutz-Sonderprogramm

Bund investiert 2020 erneut 30 Millionen Euro mit Denkmalschutz-Sonderprogramm für Kulturdenkmäler und historische Orgeln

Berlin – Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern 30 Millionen Euro für das Denkmalschutz-Sonderprogramm 2020 freigegeben und seinen Willen bekundet, weitere 20 Millionen Euro hierfür im Haushalt 2021 zur Verfügung zu stellen. Damit wird der Weg frei für dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen an rund 250 kulturell bedeutsamen Denkmälern und historischen Orgeln in ganz Deutschland.

Zu den für eine Förderung vorgesehenen Projekten gehören zum Beispiel der Seenotrettungskreuzer „Bremen“, das Brauhaus des ehemaligen Zisterzienserklosters Himmelpfort in Fürstenberg, der Wasserturm in Krempe und die Orgel der Stadtkirche St. Laurentius in Pegau.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Kulturdenkmäler sind uns als kulturelles Erbe anvertraut, sie prägen unsere reiche Kulturlandschaft. Der Haushaltsausschuss ermöglicht durch seine Entscheidung den Erhalt einer Vielzahl unbeweglicher Kulturdenkmäler bundesweit und in der Fläche. Dies ist ein großer Gewinn für den Denkmalschutz in Deutschland und sichert die identitätsstiftende Bedeutung unseres baukulturellen Erbes. So werden zahlreiche Baudenkmäler und Orgeln saniert und vor dem Verfall bewahrt. In Zeiten der COVID19-Pandemie ist dies auch ein wichtiges Signal an bürgerschaftliche Engagierte und mittelständische Handwerksbetriebe: Kulturerbe ist ein unverzichtbares ‚Lebensmittel‘ – es bietet geistige Nahrung und sorgt für Beschäftigung.“

Mit den Denkmalschutz-Sonderprogrammen wurden bis 2019 insgesamt 280 Millionen Euro Bundesmittel investiert. Das Sonderprogramm 2020 unterstützt grundsätzlich Substanzsicherungs- und Restaurierungsarbeiten an unbeweglichen Baudenkmälern und Orgeln, die das nationale kulturelle Erbe mitprägen. Die bereitgestellten Bundesmittel werden in gleicher Höhe durch Länder, Kommunen, Eigentümer und durch bürgerschaftliches Engagement ergänzt. Die Mittel kommen deutschlandweit vor allem auch kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben in der Denkmalpflege zugute.

Gottesdienste wieder möglich

Schwerin – Die Landesregierung von M-V lässt ab dem 4. Mai 2020 Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen unter strengen Auflagen wieder zu, teilt Ministerin Hoffmeister mit. Sie ist zuständig für Kirchen- und Religionsangelegenheiten.

„Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben mit dem notwendigen Verzicht auf öffentliche Gottesdienste trotz hoher Feiertage in den vergangenen Wochen einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen. Auch diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass nunmehr eine schrittweise Lockerung erfolgen kann, die auch wegen des besonderen Schutzes der Freiheit der Religionsausübung im Grundgesetz geboten ist. Allerdings muss den hohen Anforderungen des Infektionsschutzes Rechnung getragen werden. Die Nordkirche, die Erzbistümer Hamburg und Berlin, die Jüdischen Gemeinden und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schwerin haben umfassende Hygiene-Rahmenpläne erarbeitet. Im Kern geht es darum, die Infektionsgefahr einzudämmen und Infektionswege zügig erkennen zu können. Daher dürfen ab 4. Mai nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern in die Gotteshäuser eingelassen werden. Die Formel lautet: eine Person pro zehn Quadratmeter Innenraumfläche. Der Mindestabstand von 1,50 Meter muss eingehalten werden. Außerdem müssen für jede religiöse Zusammenkunft in den Gotteshäusern Teilnehmerlisten geführt werden, um im Fall einer möglichen Corona-Infektion die Kette nachvollziehen zu können. Der Islamische Bund hat sich entschieden, vorerst weiterhin auf religiöse Veranstaltungen in Moscheen zu verzichten. Ich danke den Kirchen und den Religionsgemeinschaften für ihre konstruktive Kooperation. Hier wird deutlich, dass wir alle an einem Strang ziehen, um die Ausübung der Religionsfreiheit mit dem Infektionsschutz in Einklang zu bringen“, so Justizministerin Hoffmeister.

Dorfkirche Groß Bisdorf

Groß Bisdorf – An der Dorfkirche Groß Bisdorf (Gemeinde Süderholz, Landkreis Vorpommern-Rügen) soll das Dach des Hauptschiffes, des Chores und der nördlichen Sakristei neu eingedeckt werden. „Historische kirchliche Gebäude sind prägend für das Ortsbild und das geschichtliche Umfeld in einer Region. Die Dorfkirche in Groß Bisdorf beeindruckt in idyllischer Lage mit ihrem barocken Altaraufsatz, einer historisch wertvoll gefertigten Orgel und einem Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Um diese Schätze besser zu erhalten, soll jetzt das Dach saniert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die Orgel wurde vom berühmten Orgelbauer Friedrich Albert Mehmel im 1889 gefertigt.

Das geförderte Vorhaben umfasst die Neueindeckung des Daches des Hauptschiffes und des Chors einschließlich der nördlichen Sakristei der Dorfkirche Groß Bisdorf. „Mit den Fördermitteln kann die behutsame Sanierung der Dorfkirche weiter umgesetzt werden“, sagte Glawe weiter. Der Chor der dreischiffigen Backsteinhalle wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen. Das Langhaus und die Sakristei stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Kanzel wurde 1703 errichtet und zeigt Landschaftsgemälde von Kirchen. Durch ein barockes Friedhofsportal gelangt man zu dem von einer Feldsteinmauer umgebenen Kirchhof. Auf dem Kirchhof befindet sich ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Die evangelische Kirchengemeinde Groß Bisdorf erhält aus Mitteln des Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 50.000 Euro für die Baumaßnahmen. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 129.000 Euro. Die evangelische Kirchgemeinde gehört seit 2012 zur Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Online-Angebote der Kirchen zu Ostern

Schwerin – Justizministerin Katy Hoffmeister, zuständig auch für Kirchenangelegenheiten lobt die Kirchen für ihr Engagement zum Fest. Dieses fördere den Zusammenhalt der Menschen.

„Ich finde das Engagement der Nordkirche, der Erzbistümer Hamburg und Berlin sowie weiterer kirchlicher Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern großartig. Es zeigt, dass die Christen auch in dieser für Kirchen sehr außergewöhnlichen Situation zusammenhalten. Neue Wege werden beschritten mit dem Ziel, die Kirche weiter erlebbar zu machen. Ich bin mir auch sicher, dass die vielen Online-Angebote zum Osterwochenende nicht den gewohnten Gang in die Kirche ersetzen werden. Sie sind aber für die Zukunft eine Möglichkeit, um häufiger und egal wo auf der Welt mit der heimatlichen Kirchengemeinde verbunden zu sein. So sehe ich die Beschränkungen wegen der sich ausbreitenden Corona-Epidemie als Notwendigkeit und Chance zugleich auch für die Kirche, sich digital stärker zu präsentieren“, sagt Justizministerin Hoffmeister.

Die kirchlichen Angebote zum Osterfest sind vielfältig. Sie reichen vom Podcast der Landesbischöfin der Nordkirche über die digital produzierte Osternacht in der Hospitalkapelle des Bibelzentrums Barth bis hin zu Gottesdiensten per Livestream oder im Radio. Für Einzelpersonen bleiben viele Kirchen zum Gebet geöffnet. „Dann gibt es kreative Einzelideen wie in Wittenburg, wo Jugendliche in den sozialen Medien geistliche Impulse und konkrete Hilfe für die katholischen Gemeindemitglieder anbieten. In Güstrow haben die Pfarrteams Osterpakete zusammengestellt mit Symbolen und Anregungen für das Gebet zu Hause. Das beweist, dass jeder das wichtigste Fest im Kirchenjahr trotz der Maßnahmen gegen das Coronavirus feiern kann. Ich wünsche allen ein friedliches und gesegnetes Osterfest“, so Ministerin Hoffmeister.

Gefängnisseelsorge in M-V

Neustrelitz – Justizministerin Katy Hoffmeister begrüßte Christoph Janßen am ersten Arbeitstag in der JVA Neustrelitz und wies darauf hin, daß die Seelsorge ein Meilenstein für die Gefangenen sein kann.

„Seelsorge kann ein wichtiger Meilenstein für Gefangene auf dem Weg der Resozialisierung sein. Wenn Strafgefangene über den Glauben die Kraft finden und sich vom Glauben an die Hand nehmen lassen, um nach der Haftentlassung ein straffreies Leben zu führen, dann hat sich die kirchliche Gefängnisseelsorge mehr als gelohnt. Ich freue mich sehr, dass das Erzbistum Hamburg mit Christoph Johannes Maria Janßen einen erfahrenen Seelsorger dem Justizvollzug unseres Landes zur Seite stellt und die Lücke nach der Versetzung von Bruder Gabriel geschlossen hat. Gerade im Justizvollzug für Jugendliche und junge Erwachsene ist es von Bedeutung, den Gefangenen aufzuzeigen, welcher Weg der richtige für sie und für die Gesellschaft ist. Dabei kann Seelsorge helfen“, sagt Justizministerin Katy Hoffmeister, die Christoph Janßen an dessen erstem Arbeitstag in der JVA Neustrelitz begrüßte.

Der katholische Seelsorger wird seinen evangelischen Kollegen, Pastor Matthias Vogel, unterstützen. Insgesamt stellen die katholische Kirche und die Nordkirche für den Justizvollzug in Mecklenburg-Vorpommern acht Seelsorger, darunter sind drei Frauen. Von ihnen werden pro Jahr ungefähr 10.000 Gespräche geführt. Es sind Gespräche mit Gefangenen, deren Angehörige, aber auch mit Bediensteten im Vollzug, die sich vertrauensvoll an die Seelsorge wenden.

„Es ist mir durchaus ein Herzensanliegen, dass unsere vier Justizvollzugsanstalten in guten seelsorgerischen Händen sind. Diese Arbeit ist seit über 25 Jahren unverzichtbar. Als Justizministerin, die auch für die Kirchenangelegenheiten zuständig ist, danke ich den beiden großen Kirchen sehr für ihren Einsatz im Vollzug. Kirchliches Engagement ist weit mehr als Gottesdienst und Weihnachtsfest“, so Ministerin Hoffmeister.

800 Jahre Kloster Dobbertin

Goldberg – Große Unterstützung im Jubiläumsjahr: Das Kloster Dobbertin bei Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erhält im Jahr seines 800-jährigen Bestehens über die Kulturelle Projektförderung des Landes 60.000 Euro. Die Fördermittel gehen an das Diakoniewerk Kloster Dobbertin gGmbH als Träger des ehemaligen Benediktinerklosters und sind für die neue Ausstellung zur Früh- und Blütezeit des Klosters gedacht. Mit den Mitteln sollen die Restaurierung der Exponate, die Gestaltung und der Aufbau der Ausstellung in diesem Jahr finanziert werden.

„Der rote Backstein des Klosters Dobbertin kann viel erzählen“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Die Klosteranlage blickt auf eine lange Geschichte zurück, die vielen Menschen vermittelt werden soll. Genau das soll durch die Neugestaltung der Ausstellung noch stärker erreicht werden. Ich freue mich, dass wir das Kloster Dobbertin gerade in diesem wichtigen Jubiläumsjahr unterstützen können. Ich danke allen, die sich seit vielen Jahren und mit großem Engagement darum kümmern, das bauliche Erbe zu bewahren und zu pflegen, das so typisch norddeutsch ist. Mit einer neuen Ausstellung soll das Dobbertiner Kloster noch attraktiver werden und bleiben, was es schon in den vergangenen Jahren war: ein beliebtes Ziel für Urlauberinnen und Urlauber, Kunstfreundinnen und Kunstfreunde“, erklärte Martin.

Das denkmalgeschützte Kloster Dobbertin wurde von Benediktinermönchen auf einer Halbinsel am Nordufer des Dobbertiner Sees um 1220 gegründet, später als Nonnenkloster geführt und anschließend zum adligen Damenstift umgewandelt. Die ehemalige Klosterkirche wurde zwischen 1828 und 1837 im neogotischen Stil unter Leitung des Schweriner Schlossbaumeisters Georg Adolph Demmler nach Plänen des Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel umgebaut. Nahezu unverändert blieb der kreuzrippengewölbte Innenraum mit Nonnenempore.

Das Jubiläumsjahr wird mit einem Festakt am Benediktstag, am Samstag, 21. März 2020, in der Dobbertiner Klosterkirche eröffnet.

Unterstützung für Demmin und Liddow

Schwerin – „Bei uns ging es heute unter anderem um die Umsetzung des Programms Landaufschwung in Vorpommern. Dieses Programm des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird mit rund 100.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds kofinanziert. Auf diese Weise fördern wir die Vermarktung heimischer Produkte. Und ich kann für den gesamten Vorpommern-Rat sagen: Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann im Anschluss an die Sitzung.

„Eine echte Erfolgsgeschichte ist das Projekt Hiddenseer Kutterfisch. Die Fischkonserven von der Insel sind ein Renner. Man kann sie als Hiddensee-Urlauber vor Ort erwerben, aber eben auch online bestellen. Und die Fischer der Insel haben dadurch einen verlässlichen Abnehmer mehr“, erläuterte Dahlemann. „Auch das Projekt Starkower Mus-Hus ist gut angelaufen. Starkow ist ein besonders idyllischer Ort in Vorpommern. Dort werden Apfelprodukte aller Art hergestellt und regional angeboten.“

Außerdem bewilligte der Vorpommern-Rat die Förderung zweier wichtiger Projekte im östlichen Landesteil. So werden 60.000 Euro für die Sanierung des Dachs der Demminer Mühler bereitgestellt. Außerdem soll die Umwandlung eines früheren Stallgebäudes auf dem Rittergut Liddow auf Rügen zu einem kulturellen Begegnungszentrum mit ebenfalls 60.000 Euro unterstützt werden. „Vorpommern ist reich an historischen Gebäuden. Wir helfen mit, dass unser kulturelles Erbe erhalten bleibt und gleichzeitig modern genutzt werden kann. Das sind gute Nachrichten für Demmin und die Insel Rügen“, so Dahlemann.

Schlüsselübergabe im Schloss Ludwigsburg

Schwerin – Finanzminister Reinhard Meyer hat heute den Schlüssel für Schloss Ludwigsburg übergeben bekommen. Nachdem der Landtag im Juni vergangenen Jahres den Erwerb der Schlossanlage bei Greifswald beschlossen hatte, sind heute die Kaufverträge mit den drei Eigentümern unterzeichnet worden.

Die drei Eigentümer der Anlage: Die Familie Weissenborn, der Förderverein sowie die Gemeinde erklärten sich bereit, ihre Anteile an das Land zum symbolischen Preis von jeweils einem Euro abzutreten. Meyer dankte dem Förderverein, der sich viele Jahre für den Erhalt des Schlosses eingesetzt hatte, wandte sich aber ganz besonders an die Familie Weissenborn, die seit Anfang des 19 Jahrhunderts Eigentümer des Schlosses war: „Für Sie ist heute sicherlich nicht nur ein Tag der Freude, schließlich trennen Sie sich von einem Stück persönlicher Geschichte. Ich hoffe, dass Ihnen dieser Schritt leicht fällt, weil Sie wissen, dass das Schloss in guten Händen bleibt.“

Schloss Ludwigsburg ist eines der letzten erhaltenen Schlösser der Pommerschen Herzöge und verkörpert in besonderer Weise das kulturelle Erbe Pommerns. Mit dem Kauf übernimmt das Land Verantwortung für den Erhalt der Schlossanlage. Bei der offiziellen Schlüsselübergabe machte der für die staatlichen Schlösser zuständige Finanzminister deutlich, dass nun einiges an Arbeit auf die Landesbauverwaltung zukommen werde: „Schloss Ludwigsburg“, so Meyer, „ist zwar weitgehend im Original erhalten, aktuell aber in einem baulich desolaten Zustand. Die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen übersteigen die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements um Längen. Würden wir als Land nicht tätig, droht über kurz oder lang der endgültige Verlust dieses Teils der Pommerschen Geschichte.“

Nach ersten Schätzungen wird das Land für die Sanierung und Herrichtung mindestens 40 Mio. Euro aufwenden müssen. Allerdings hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, sich mit 20 Mio. Euro an den Kosten beteiligen zu wollen. „Die Herrichtung ist das Eine, der spätere Betrieb das Andere“, sprach Finanzminister Meyer die noch offene Frage der späteren Nutzung an. „Natürlich freuen wir uns, wenn wir nicht nur bei der Erstellung eines Ausstellungskonzepts auf einen großen Pommern-Sachverstand bauen können.“ Hierzu sei man aktuell in Gesprächen mit der Stiftung Pommersches Landesmuseum sowie dem Bildungsministerium. „Es ist und bleibt eine große kulturpolitische Aufgabe, zu der man sich bekennen muss. Das tut die Landesregierung“, so Meyer abschließend.

Modernisierungen am Schloss Stolpe

Insel Usedom – Das Schloss Stolpe auf der Insel Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird weiter umfassend modernisiert. „Das Schloss Stolpe gehört mittlerweile wieder zu den Schmuckstücken des Landes. Das Gebäude wird heute als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte genutzt. Durch die grundlegende Modernisierung wird das historische Gebäude immer mehr zu einem attraktiven Anlaufpunkt für Gäste und Einheimische auf der Insel Usedom. Jetzt sollen unter anderem die Außenanlagen umgestaltet und ein Fahrstuhl eingebaut werden. Damit werden auch die Voraussetzungen für mehr Barrierefreiheit verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 2.000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser.

Das Schloss ist ein Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert und ist seit 1995 im Besitz der Gemeinde Stolpe. Es bildet gemeinsam mit der Remise, dem gegenüberliegenden Dorfteich und der neogotischen Kirche den Mittelpunkt des Ortes. Das Schloss kann besichtigt werden, eine Ausstellung informiert über die Bau- und Eigentümergeschichte und es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Seit 2001 wird die Anlage in mehreren Bauabschnitten renoviert und restauriert, unter anderem sind Türme errichtet, der Dachstuhl gesichert sowie Fassade, Fenster und Türen erneuert worden. „Dank des großen Engagements der Gemeinde Stolpe und des Fördervereins Schloss Stolpe e.V. ist es gelungen, das historisch bedeutsame Gebäude behutsam zu sanieren und so einer neuen Nutzung zugänglich zu machen“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 1,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Auf der Insel Usedom gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis Oktober 2019 knapp 1,1 Millionen touristische Ankünfte (+13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und über 5,6 Millionen Übernachtungen (+15,9 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum rund 7,5 Millionen Ankünfte (+6,4 Prozent) und rund 31,3 Millionen Übernachtungen (+10,5 Prozent).

Hinweis: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

Klimaschutz in der Kath. Pfarrei Herz Jesu

Rostock – Die Katholische Pfarrei Herz Jesu Rostock erhält in diesen Tagen zwei Zuwendungsbescheide über insgesamt 31.860 Euro vom Energieministerium. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Die Pfarrei plant zum einen die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 9,92 Kilowatt auf dem Dach der Kindertagesstätte St. Martin in Rostock. Die Energie soll für den Eigenbedarf genutzt werden. Zur Speicherung der nicht verbrauchten Energie wird zudem ein Batteriespeicher installiert. Diese Maßnahme wird mit 16.200 Euro gefördert. Der Fördersatz beträgt 60 Prozent. Die errechnete jährliche CO2-Einsparung wird rund sechs Tonnen betragen.

Mit 15.660 Euro fördert das Land zudem die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 9,92 Kilowatt auf dem Dach der Kindertagesstätte St. Thomas Morus in Rostock. Die erzeugte Energie soll auch hier für den Eigenbedarf verwendet werden. Zur Speicherung der nicht verbrauchten Energie wird ein Batteriespeicher zur Nutzung in Zeiten ohne Erzeugung solarer Energie eingesetzt. Durch die Maßnahme sollen jährlich rund sechs Tonnen CO2 eingespart werden.

Beide Vorhaben dienen gleichzeitig als Grundlage für ein Projekt für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren und ihre Eltern. Ihnen sollen die Zusammenhänge von Energieerzeugung, dem sparsamen Umgang mit Energie und Naturvorgänge anschaulich gemacht werden. Dazu werden auf einem Anzeigemodul die einzelnen Bereiche kindgerecht mit Symbolen dargestellt.

Neuer Bischof der Nordkirche

Greifswald – Zur Amtseinführung von Bischof Tilmann Jeremias im Sprengel Mecklenburg und Pommern hat die Ministerin Katy Hoffmeister die besten Wünsche der Landesregierung überbracht.

„Viele Menschen sehnen sich nach einem Anker für Halt und Orientierung. Sie sehnen sich nach wahren menschlichen Begegnungen, Zugehörigkeit und Sicherheit, um auch in Krisenzeiten getragen zu werden und sich einbringen zu können. Diesen Raum bietet die Kirche seit je her. In ihr konnten und können Menschen Gemeinschaft erleben, die sie auffängt, aus der sie Kraft und Zuversicht schöpfen können. Menschen jenseits aller Differenzen begegnen sich, weil es in der Kirche um mehr geht als um verschiedene Ansichten. Es geht um ein Miteinander, geleitet von der christlichen Weltanschauung und christlichen Werten“, so Justizministerin Hoffmeister im Greifswalder Dom. Sie ist zuständige Ministerin für Kirchenangelegenheiten und hat zur feierlichen Amtseinführung des neuen Bischofs der Nordkirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern die besten Wünsche der Landesregierung überbracht.

„Bischof Jeremias steht für die Ökumene. Es liegt ihm am Herzen, Christen, Gläubige anderer Konfessionen und auch Nichtchristen zusammenzuführen. Zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Sichtweisen und Lebensstilen möchte er Brücken bauen. Er möchte Räume schaffen, wo die Menschen miteinander offen ins Gespräch kommen können. Als Pastor der Ökumene machte er sich für die interkonfessionelle Ökumene und den interreligiösen Dialog in unserem Land stark. Ich denke besonders an die interreligiösen Andachten in Rostock. Mit diesen Andachten setzen Christen, Juden, Muslime und Menschen ohne Religion immer wieder ein deutliches Zeichen für interreligiöse Verständigung, für Demokratie und eine offene Gesellschaft. Ich bin Bischof Jeremias dankbar, dass er der Ökumene auch im neuen Amt Aufmerksamkeit schenken wird. Ich wünsche ihm Gottes Segen“, sagte die Ministerin.

Auftaktveranstaltung „Denkmalgespräche“

Fachleute begutachten am 23. Oktober 2019 das historische Giebelhaus in Parchim

Parchim – Das erste Denkmalgespräch führt am 23. Oktober 2019 von 15 bis 18 Uhr in das frühneuzeitliche Giebelhaus am Alten Markt in Parchim. Das laut Inschrift im Jahre 1604 errichtete Giebelhaus zählt zu den wertvollsten profanen Baudenkmalen im westlichen Mecklenburg.

Treffpunkt mit einführenden Fachbeiträgen ist ab 15 Uhr im Rathaus Parchim, Rathaussaal, Schuhmarkt 1 in 19370 Parchim. Im Anschluss führen Architekten und Denkmalpfleger durch das noch im Bau befindliche Giebelhaus.

Zur Diskussion stehen sowohl denkmalpflegerische als auch bauliche Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung des Projekts. Es soll über Konzeptfindung, Voruntersuchungen, Ausführung und Konsequenzen der laufenden Baumaßnahme mit Architekten, Bauherrn und Denkmalpflegern diskutiert werden. Denn das Gebäude wird aktuell zusammen mit dem anschließenden Nachbargebäude Marstall 1 und einem ergänzenden Neubau für die künftige Nutzung als barrierefreie Begegnungsstätte für die Lewitz-Werkstätten hergerichtet.

Durchgeführt wird die Auftaktveranstaltung „Denkmalgespräche“ von der Architektenkammer M-V gemeinsam mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V nach dem Vorbild erfolgreicher Formate in Berlin und Brandenburg. Das Fortbildungsangebot richtet sich speziell an Architekten, Ingenieure und Denkmalpfleger. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung unter: info@ak-mv.de.

Im Jahr 2020 sind bereits weitere Projektvorstellungen im Gespräch, zum Beispiel das ehemalige Gesellschaftshaus Stralsunder Straße 20 in Greifswald, die Schlossanlage Ivenack, die Altstadt von Dömitz sowie das Wohn- und Geschäftshaus, Mühlenstraße 1 in Güstrow. Die Termine für 2020 werden rechtzeitig auf den Webseiten der Kooperationspartner www.ak-mv.de und  www.kulturwerte-mv.de bekanntgegeben.