Filmförderanträge ab sofort stellen

Schwerin – Die Landesregierung setzt die beschlossene Filmförderung um: „Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir spürbare Impulse für die wichtige Zukunftsbranche Film und das damit verbundene kreative Schaffen von Filmemacherinnen und Filmemachern unterstützen“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Heiko Geue heute in Schwerin. „Wir stellen ab sofort 450.000 Euro für Förderanträge zur Film- und Medienförderung zur Verfügung.“

Geue: „Im Herbst werden wir die landeseigene MV Filmförderung GmbH gründen. Diese GmbH wird dann die Film- und Medienförderung aus einer Hand organisieren und als zentrale Ansprechstelle für die Standortentwicklung zuständig sein. Unser Ziel ist, Mecklenburg-Vorpommern als Standort für Filmproduktionen weiterzuentwickeln und unverwechselbar zu positionieren. Wir bieten hier mit unserer Ostseeküste, der Seenlandschaft, der unglaublich schönen Natur, den Hansestädten mit der wunderbaren Backsteingotik die besten Voraussetzungen dafür. Deshalb ist es wichtig, zu zeigen: Es lohnt sich, in Mecklenburg-Vorpommern zu drehen, zu investieren.“

Ab sofort können bei der Staatskanzlei Förderanträge zur Film- und Medienförderung des Landes unter der Internetadresse: www.regierung-mv.de/film abgerufen werden. Unterstützt werden die Entwicklung, die Produktion sowie der Verleih, Vertrieb, Abspiel und Präsentation von Film- und Medienprojekten. Die Vergabe erfolgt durch eine unabhängige Fach-Jury, bestehend aus sechs erfahrenen Expertinnen und Experten. Einreichschluss für die Anträge ist der 31. Juli 2020.

Filmförderung werde als wichtige Branche weiterentwickelt, betonte der Staatssekretär. „Darum werden wir mit der Gründung der Filmfördergesellschaft weitere Mittel zur Förderung der Branche zur Verfügung stellen.“

Theater können wieder öffnen

Schwerin – Die Theater in Mecklenburg-Vorpommern können seit Samstag wieder für kleinere Vorstellungen öffnen. Ebenso können sich ab heute Chöre und Orchester wieder zu Proben treffen. Dabei muss gesichert sein, dass die geltenden Hygienevorschriften eingehalten werden. Auch soziokulturelle Zentren können ab dem 13. Juni wieder zu kleineren Veranstaltungen einladen. Die Landesregierung hatte in der vergangenen Woche weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen.

„Ich freue mich sehr, dass die Theater jetzt wieder für ihr Publikum da sein dürfen – auch wenn es nur kleinere Veranstaltungen sind, und die Spielzeit beendet ist“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Wenn wir jetzt Schritt für Schritt die Gesellschaft wieder öffnen, dürfen Theater und Konzerte nicht außen vor bleiben. Dieser Schritt ist ein wichtiges Signal für die Kultur im Land. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sie sehr gefehlt.“

Chöre und Musikensembles, sowohl Profis als auch Amateure und Laien, können ab Montag, dem 15. Juni, wieder ihren Probenbetrieb aufnehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass sich in den Probenräumen höchstens eine Person pro 10 m2 aufhalten darf. Ebenso ist ein Mindestabstand von drei Metern einzuhalten. Personen mit akuten Atemwegserkrankungen dürfen an den Proben nicht teilnehmen.

Ebenso soll die Probenzeit nicht länger als eine Stunde dauern und für Lüftungspausen unterbrochen werden. Weitere Details zu den Möglichkeiten, unter denen Chorproben stattfinden können, finden sich auf einem gesonderten Hinweisschreiben, das auch auf den Internetseiten des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur zum Abruf bereitsteht.

„Das gemeinsame Singen und Musizieren macht unser Leben reich“, so Ministerin Martin. „Deshalb freue ich mich darüber, dass wir jetzt gemeinsame Proben wieder zulassen können.“

Neues Führungsduo

Mecklenburgisches Staatstheater: Ministerin Martin stellt Hans-Georg Wegner und Christian Schwandt vor

Schwerin – Kulturministerin Bettina Martin hat am Mittwoch das neue Führungsduo des Mecklenburgischen Staatstheaters vorgestellt. Neuer Generalintendant und damit künstlerischer Leiter wird Hans-Georg Wegner, der bislang als Operndirektor das Musiktheater am Deutschen Nationaltheater Weimar geleitet hat. Kaufmännischer Geschäftsführer des Mecklenburgischen Staatstheaters wird Christian Schwandt, der bislang in gleicher Funktion am Theater in Lübeck tätig war.

„Das Mecklenburgische Staatstheater ist ein echtes Juwel und strahlt weit über die Region hinaus. Ich freue mich sehr, dass wir mit Herrn Wegner und Herrn Schwandt zwei so erfahrene und begeisterte Theaterleute gewinnen konnten, die unser Theater künstlerisch und auch organisatorisch in eine gute Zukunft führen werden. Wenn in Zukunft über das Mecklenburgische Staatstheater gesprochen wird, so soll wieder die Kunst im Vordergrund stehen“, sagte Ministerin Martin.

Am Mittwochmorgen hatte die Gesellschafterversammlung den beiden Personalentscheidungen zugestimmt. Anschließend hatte Ministerin Martin die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mecklenburgischen Staatstheaters über die Entscheidung in einer Videoschalte informiert.

„Die kommenden Spielzeiten werden das Mecklenburgische Staatstheater vor große Herausforderungen stellen. Mit der Entscheidung für Hans-Georg Wegner und Christian Schwandt haben wir langfristig die Weichen für das Theater gestellt. Ich habe vollstes Vertrauen in alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters, dass sie die Herausforderungen der Zukunft meistern werden“, sagte die Ministerin. „Mit Hans-Georg Wegner als Generalintendant und Christian Schwandt als Geschäftsführer ist das Haus in den Führungspositionen sehr gut aufgestellt.“

Hans-Georg Wegner ist 1968 in Dessau geboren. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft (MA) sowie Philosophie, Soziologie und Theologie konnte er an zahlreichen renommierten Häusern arbeiten. Berufliche Stationen waren unter anderem das Theater der Altmark in Stendal, die Sächsische Staatsoper in Dresden und das Theater in Bremen. Er verantwortet zahlreiche Uraufführungen und Wiederentdeckungen – so in jüngster Zeit die Uraufführung der Oper „The Circle“ von Ludger Vollmer nach dem Bestseller von Dave Eggers oder die Oper „Lanzelot“ von Paul Dessau in der Regie von Peter Konwitschny. Daneben hatte Wegner Lehraufträge an der HfbK Dresden, der HfKBremen und der HfM „Franz Liszt“ Weimar inne.

„Volkstheater ist Theater, das sein Publikum ernst nimmt, hat die Schweriner Theaterlegende Christoph Schroth einmal gesagt. Daran will ich gemeinsam mit den hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem theaterverliebten Schweriner Publikum anknüpfen – mit einem Theater der Reflexion und des Aufbruchs, der Neugier und der Liebe zum Leben. Es macht mich stolz, an einem Haus mit dieser inspirierenden Tradition arbeiten zu dürfen“, sagte Wegner am Mittwoch.

Christian Schwandt ist 1962 in Hessen geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre, Japanologie und Literatur in Hamburg, Tokio und Sligo (Irland). Bereits im Juni 1990 kam Schwandt nach Mecklenburg-Vorpommern. Im Januar 2003 wurde er Geschäftsführer und Kaufmännischer Direktor der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Seit August 2007 ist er Geschäftsführender Theaterdirektor der Theater Lübeck gGmbH.

„Mecklenburg-Vorpommern ist mir seit dreißig Jahren ans Herz gewachsen. Die Theater in Schwerin und Parchim habe ich als Theaterdirektor von Neubrandenburg/Neustrelitz intensiv beobachtet und auch in Lübeck nicht aus den Augen verloren. Ich bin sehr stolz darauf, meinen Job im größten Theater Mecklenburg-Vorpommerns fortführen zu dürfen und werde mit aller Kraft dazu beitragen, das Programm von Hans-Georg Wegner und der anderen künstlerischen Leiter zu einem nachhaltigen Erfolg zu führen“, sagte Schwandt.

Umbau der Eldemühle

Parchim – Das Land unterstützt den Umbau der Eldemühle in Parchim zu einem Theaterstandort. Das hat das Kabinett heute beschlossen. Demnach sichert das Land der Stadt Parchim und dem Landkreis Ludwigslust-Parchim in der Eigenschaft als Gesellschafter des Mecklenburgischen Staatstheaters zu, sich zu 50 Prozent bzw. mit bis zu 13,4 Millionen Euro an den notwendigen baulichen Maßnahmen an der Theaterspielstätte am Standort Parchim zu beteiligen. Die tatsächlichen Baukosten für den Umbau des Theaters „Kulturmühle Parchim“ belaufen sich auf 26,9 Millionen Euro.

„Die finanzielle Unterstützung für den Umbau der Eldemühle ist ein starkes Signal für Theater in der Region. Damit machen wir einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen des Theaterpaktes Mecklenburg-Vorpommern. Die Unterstützung zeigt auch, wie wichtig der Landesregierung kulturelle Angebote im ländlichen Raum sind“, betonte Kulturministerin Bettina Martin. „Mit der Förderzusage des Landes haben der Landkreis und die Stadt Planungssicherheit. Perspektivisch soll das Junge Staatstheater Parchim in der Eldemühle sein Domizil haben und wieder ein eigenes Haus erhalten. Vorgesehen ist auch, dass die Eldemühle die Fritz-Reuter-Bühne beheimatet. Damit strahlt das Mecklenburgische Staatstheater auch über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus“, sagte Martin.

Tag der Architektur

Präsentation von zeitgenössischer Architektur in Mecklenburg-Vorpommern 2020 online und als Broschüre

Schwerin – Wer den Tag der Architektur kennt, weiß, dass jährlich am letzten Juniwochenende Tür und Tor aktuell realisierter Bauwerke in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in den anderen Bundesländern für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden.

„In diesem Jahr jedoch präsentieren sich alle 46 Projekte der Architektur, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur in Mecklenburg-Vorpommern coronabedingt ausschließlich digital sowie in einer neugestalteten kostenfreien Broschüre“, betont Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern. Die Projekte sind an 25 Orten, verteilt im ganzen Bundesland, entstanden und wurden überwiegend in den letzten drei Jahren fertiggestellt oder befinden sich aktuell in der Umsetzung. Dazu gehören nicht nur Neubauten, sondern auch Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen von Gebäuden, Parks und Gärten.

Alle Projekte sind mit Foto und einer Kurzbeschreibung über die Website der Architektenkammer M-V online abrufbar unter www.ak-mv.de und werden aus aktuellem Anlass in einer Sonderausgabe als Broschüre mit neuer Gestaltung veröffentlicht. Das Besondere ist, dass Projekte vorgestellt werden, in denen mitunter sonst keine Besichtigungen zulässig wären und die demnach nie zum Tag der Architektur hätten gezeigt werden können.

Darüber hinaus kommen in der Broschüre engagierte Architektinnen und Architekten unterschiedlicher Fachrichtungen zu Wort und berichten in Interviews über Erfahrungen, Motivationen und die Architektur vor Ort. Zusätzlich werden interessierte Architekturfreunde dazu eingeladen, auf eigene Faust Fahrradtouren entlang der Architekturprojekte zu unternehmen. Die Routenvorschläge sind in der Broschüre aufgeführt.

„Ressource Architektur“ lautet das diesjährige bundesweite Motto und macht umso mehr auf den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt aufmerksam. Der Kammerpräsident Christoph Meyn wirbt für ein stärkeres Bewusstsein bei der Gestaltung der baulichen Umwelt mit der fachlichen Unterstützung von Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Innenarchitekt*innen sowie Stadtplaner*innen.

„Erfahren Sie, dass die Baukultur unseres Landes Ausdruck dafür ist, wie wir leben, arbeiten, wohnen und unsere Freizeit verbringen. Gerade in Zeiten, in denen wir zum Teil von Zuhause aus arbeiten und gleichzeitig unsere Kinder betreuen, oder Reisen nur noch eingeschränkt möglich sind und der heimische Garten zum grünen Rückzugsort der Erholung wird, sollen öffentliche, architektonisch gestaltete Räume in Mecklenburg-Vorpommern mehr denn je entdeckt werden können.“

Die kostenfreie Broschüre kann bestellt werden bei info@ak-mv.de und steht als PDF zum Download unter www.ak-mv.de Tag der Architektur 2020 bereit.

Ausstellungssaison im Kunstpavillon

Der Potsdamer Künstler Detlef Birkholz zeigt Ausstellung „In Malgründen“

Insel Usedom – Am Pfingstsamstag eröffnet der Usedomer Kunstverein e.V. seine Ausstellungssaison im Heringsdorfer Kunstpavillon. Unter dem Titel „In Malgründen“ werden rund 60 Arbeiten des Potsdamer Künstlers Detlef Birkholz gezeigt. Die Ausstellung ist ab dem 30. Mai zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen. Statt der Vernissage findet am 11. Juli, um 17.00 Uhr, eine Finissage statt.

„Das war eine ziemliche Zitterpartie“, sagt der ausstellende Künstler erleichtert. „Für uns Künstler und Selbständigen sind die Corona-Auswirkungen ganz grausam. Ich bin froh, dass ich meine Bilder im Kunstpavillon zeigen kann. Den Ort habe ich schon lange beobachtet. Er ist ein großartiger Veranstaltungsbau. Mir ist auch die Haltung des Usedomer Kunstvereins außerordentlich sympathisch“, betont Detlef Birkholz.

Detlef Birkholz | »Fischerhütten Bansin« | Acryl und Kohle auf Papier | 28x35cm

Detlef Birkholz | »Fischerhütten Bansin« | Acryl und Kohle auf Papier | 28x35cm

Bezüge zur Insel Usedom gibt es viele für den 64-Jährigen. „Irgendwo ist es ein Stück Kindheit. Meine Eltern sind immer schon ´ne Woche vor den Sommerferien mit uns Kindern im Zug nach Zempin gefahren“, erinnert sich der Maler und Zeichner. So war es für ihn auch eine besondere Ehre, 2017 an einem Pleinair im Otto-Niemeyer-Holstein-Gedenkatelier teilnehmen zu können.

Nun stellt Birkholz im Heringsdorfer Kunstpavillon aus, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Den Ausstellungstitel kann man ihm zufolge auf drei Arten lesen: „Erstens: Malgründe sind wörtlich genommen die Untergründe, die Materialien, auf denen gearbeitet wird. Womöglich mit deren eigener Vorgeschichte, etwa, wenn ich auf ausgewählten Zeitungsseiten oder gefundenen Plakatresten von Werbetafeln male. Dazu kommt die Vorbereitung durch spezielle Grundierungen etc.

Zweitens: Es ist ein bisschen wie auf der Jagd – ein Losziehen in die Gegend, ein Hineinbegeben in den Wiesengrund, in dem das Motiv pleinair entsteht. Und Drittens: Aus welchen Gründen macht man das? Warum kann ich mich nur auf diese Weise am besten äußern? Es geht darum, seinen eigenen Ausdruck zu finden. Das hat u.a. viel mit meiner Biografie zu tun.“

Zur Biografie von Detlef Birkholz gehört sein Architekturstudium in Berlin-Weißensee, das er 1981 mit dem Diplom abschloss. Hier wurde im ersten Semester fachbereichsübergreifend gelehrt und so gab es schon früh Kontakte zu den Studenten der Bildenden Künste. Nach einer Phase als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie in Bernau und Berlin begann er als Maler und Zeichner in Berlin (1986) sowie als Dozent für Grundlagen der Gestaltung/Naturstudium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin-Schöneweide. Seit 1995 arbeitet Detlef Birkholz freiberuflich als Maler.

In Heringsdorf werden von ihm „relativ frische Sachen“ zu sehen sein: Überwiegend klein- und mittelformatige Interieurs, Stillleben, Akte und Landschaftsmalerei. „Die Arbeiten gehen auf die letzten drei Jahre zurück. Es ist also ein aktueller Einblick in mein Schaffen und das in einer gewissen Breite“, beschreibt es Detlef Birkholz, der bei der Finissage am 11. Juli anwesend sein wird, bei der er sich besonders auf die musikalische Begleitung von Cathrin Pfeifer (Akkordeon) freut. Zur Ausstellung erscheint ein Arbeitsheft mit zahlreichen Abbildungen.

30. Mai – 12. Juli 2020 | Mi-So 15-18 Uhr
Finissage: Sa. 11. Juli 2020 | 17 Uhr

Weitere Informationen sind zu finden unter: www.usedomer-kunstverein.de

Jüdisches Festjahr #2021JLID

M-V unterzeichnet Kooperationsvereinbarung für jüdisches Festjahr #2021JLID

Schwerin – Im Justizministerium ist eine Kooperationsvereinbarung des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit dem Verein „321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ unterzeichnet worden. Ziel der Vereinbarung ist es, für das nächste Jahr das Festjahr #2021JLID auch in Mecklenburg-Vorpommern zu organisieren. Justizministerin Hoffmeister, zuständig für Kirchen- und Religionsangelegenheiten, hebt die Bedeutung des Festjahres hervor.

„Jüdisches Leben ist auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands seit 1.700 Jahren präsent. Das zeigt aber auch und immer noch, dass seit 1.700 Jahren Respekt und Toleranz gegenüber Menschen mit jüdischem Glauben nicht selbstverständlich sind. Der jüdische Glaube und jüdisches Leben sind aber fest mit unserer Geschichte verbunden. Ihn zu tolerieren ist daher eine Frage des Verständnisses. Verständnis kommt von verstehen. Darum ist es wichtig, jüdisches Leben zu zeigen. Lassen Sie uns mit dem Festjahr ein länderübergreifendes Bündnis des gegenseitigen Respekts schmieden. Ich rufe die Vereine, Verbände und auch Behörden in Mecklenburg-Vorpommern auf, sich mit Veranstaltungen und Projekten im nächsten Jahr zu beteiligen“, sagt Justizministerin Hoffmeister.

Der Beauftragte für jüdisches Leben in M-V und gegen Antisemitismus, Dr. Hansjörg Schmutzler freut sich über die Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V..

„Ich vertraue darauf, dass er für das Land das Festjahr erfolgreich koordinieren wird. Ich weiß, dass sich unserem Land viele Akteure vor Ort für jüdisches Leben in verschiedensten Formaten engagieren. So baue ich themenbezogen wie regional auf eine Vielzahl an Ideen für Projekte, Veranstaltungen oder Ausstellungen aus und in allen Landesteilen. Erste Interessenbekundungen sind schon eingegangen. Das Festjahr ist unsere große Chance durch vielfältige Projekte uns alle kenntnisreicher, ja vielleicht sogar vertrauter mit jüdischem Leben in unserem Land zu machen. Wissen über unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, über jüdisches Leben gestern, heute und morgen, das ist ein wichtiger Baustein dem leider wieder vermehrt auftretenden Antisemitismus sachlich und engagiert entgegenzuwirken. Gerade auch die deutsche Geschichte zeigt uns leider immer wieder, wieviel Leid und Unrecht Antisemitismus ausgelöst hat. Wir dürfen nicht nachlassen, solche Tendenzen zu erkennen und zu bekämpfen. Das Festjahr bietet einen sehr guten Anlass dafür“, so Dr. Schmutzler.

Die erste jüdische Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Deutschland geht auf das Jahr 321 zurück. Eine Urkunde des Kaisers Konstantin gilt als erster schriftlicher Nachweis, die gestattete allen Behörden „durch allgemeines Gesetz, die Juden in den Stadtrat zu berufen.“ Als Datum wurde der 11. Dezember 321 genannt, der 2021 als eigentlicher Jahrestag für jüdisches Leben in Deutschland gilt.

Mehr zum Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. auf www.1700jahre.de

Das Studersche Universum in der Orangerie Putbus

Ein Tipp nicht nur für die kommenden Feiertage

Insel Rügen – Nachdem die Hanns-Studer-Ausstellung kurz nach ihrer Eröffnung Anfang März coronabedingt schließen musste, kann sie nun doch noch besichtigt werden. Die Orangerie Putbus hat wieder geöffnet! Die KulturStiftung Rügen freut sich die Ausstellung zu Ehren des beliebten und verehrten schweiz-lothringisch-rügenschen Künstlers zeigen zu können. Das ist möglich geworden, weil der Fotograf Hans Pölkow bereit war, seine geplante Ausstellung ins nächste Jahr zu verschieben, herzlichen Dank dafür.

Es ist eine sehr gelungene Ausstellung des begnatenen Holzschneiders und Glasmalers Studer, die seine Witwe „Kilian“ zusammengestellt hat. Ganze Reihen von Farbholzschnitten, wie zu den Tierkreiszeichen oder die selten gezeigte Folge zum volkstümlichen Baseler Festtag um den Vogel Gryff (die Geschichte muss man sich unbedingt von Kilian Studer erzählen lassen!) und natürlich Beispiele studerscher Glasmalerei werden gezeigt. Die wohl größte Überraschung sind die auf Rügen bislang unbekannten Gouachen zum biblischen Propheten Elias. Und wer schon immer mal wissen will wie ein Farbholzschnitt entseht, kann dies in einer Vitrine nachvollziehen.

Die Orangerie ist Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für den Besuch gelten die üblichen Coronaschutz-Vorschriften. Die Gäste werden durch den Galeriedienst freundlich in die Schutzmaßnahmen eingewiesen. Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Juni zu erleben.

Internationales Festival Verfemte Musik 2020

Schwerin – Seit über zwanzig Jahren veranstaltet der Landesverband Jeunesses Musicales MV e.V. das Festival Verfemte Musik, um Musikerinnen und Musikern und Komponistinnen und Komponisten Gehör zu geben, die während der NS Zeit verfolgt und ermordet und deren Werke verboten wurden. Das diesjährige Internationale Festival Verfemte Musik wird vom 1. – 30. Oktober 2020 in der Landeshauptstadt Schwerin stattfinden.

„Das Anliegen, Musik zu spielen, sich zu erinnern und nicht zu vergessen, was damals passiert ist, ist eine ganz besondere Form der Erinnerung“, betonte Bildungsministerin Bettina Martin. „Es ist musikalische Erinnerungsarbeit. Diese Arbeit ist wichtig. Insbesondere in diesem Jahr, 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit den Schülerprojekten zeigt das Festival Verfemte Musik zudem, wie diese Erinnerungsarbeit in Zukunft erfolgen kann, wenn Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust nicht mehr möglich sein werden“, lobte Martin.

Das Herzstück wird der alle zwei Jahre ausgetragene Internationale Interpretationswettbewerb Verfemte Musik vom 8. bis 11. Oktober sein, bei dem sich interessierte junge Musikerinnen und Musiker intensiv mit in Vergessenheit geratenen Kompositionen auseinandersetzen. Solistisch oder in Kammermusikformation werden in der Vorrunde in sechs Kategorien die Finalistinnen und Finalisten ermittelt. Nach der Finalrunde werden insgesamt 12.000 € an Preisgeld vergeben.

„Wir möchten mit dem Wettbewerb zeigen, dass es auch in der Situation in der wir uns durch die Corona-Pandemie befinden, Möglichkeiten gibt, jungen Musikerinnen und Musikern ein Podium zu geben. Wir freuen uns über die breite Unterstützung, die unser Projekt durch Förderer und Kooperationspartner auf lokaler und bundesweiter Ebene erhält“, erklärte Volker Ahmels.

Der Schwerpunkt des diesjährigen Festivals liegt nicht alleine in Deutschland, sondern beschäftigt sich auch mit dem Holocaust in anderen europäischen Staaten. So erwartet den Festival-Besucher ein vielseitiges Programm in Schwerin: Die Höhepunkte werden hierbei vier hochkarätige Konzerte sein. Eine Ausstellung wird den Holocaust in den Niederlanden beleuchten und vertiefend auf das Schicksal des Komponisten Dick Kattenburg und seiner Familie eingehen. Bei einem Akademischen Tag werden sechs Vorträge unter dem Titel „Fluchtpunkt Skandinavien“ gegeben, die den Wandel im künstlerischen Schaffen infolge der Erfahrung von Flucht und Exil betrachten.

Der Akademische Tag ist eine Kooperationsveranstaltung des Landesverbandes Jeunesses Musicales MV e.V. mit dem Zentrum für verfemte Musik an der hmt Rostock, dem Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der hmt Rostock, dem exil.arte Zentrum an der Musikuniversität Wien und der Akademie Schwerin e.V.

CIRCUS EINS Putbus öffnet wieder

Insel Rügen – Gleich nach der informellen Eröffnung am 14. März, mussten wir unsere Ausstellung aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie für acht Wochen schließen. Nun werden wir ab dem 16. Mai 2020 wieder öffnen.

Um allen ein möglichst sicheres Ausstellungserlebnis zu gewährleisten, tragen Sie bitte einen Mund-Nasenschutz und halten den Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander ein. Unsere Besucher sind gewohnt, eine persönliche Führung zu erhalten – darauf verzichten wir aktuell und geben stattdessen schriftliche Informationen zu den gezeigten Werken.

Die offiziellen Handlungsanweisungen der Landesregierung für Ihren Ausstellungsbesuch im CIRCUS EINS finden Sie hier.

Unsere aktuelle Ausstellungen Freiheit ist ein mega Datenvolumen mit der Künstlergruppe SCHAUM haben wir bis zum 5. Juli 2020 verlängert.

Die Künstlergruppe SCHAUM hinterfragt gesellschaftliche Erscheinungen mit unterschiedlichen Medien, die sich stets aus dem gemeinsam erstellten Konzept zum Thema ergeben. Häufig untersuchen sie Symbole, Marken, Moden und andere Zeichen der Konsumkultur, um zu zeigen, wie traditionelle Werte durch sie verändert oder sogar neu erfunden werden.

SCHAUM greift Erscheinungen und deren Ästhetik auf, um Bedeutungen zu verschieben und den Kontext der Wahrnehmung zu erweitern. Dabei greift das Kollektiv häufig Aspekte der europäischen Kulturgeschichte auf und konfrontiert diese mit Phänomenen globalisierter Wirtschaftskreisläufe.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung unter dem Titel „Freiheit ist ein mega Datenvolumen“ ist die Auseinandersetzung mit der Um- und Abwertung traditioneller Werte durch die Werbeindustrie. Das Zitat des Telekommunikationsunternehmen o2 steht beispielhaft für den Umgang damit. Es greift das Bedürfnis des Menschen nach Autonomie auf und trägt dazu bei, diesen universellen Anspruch zu untergraben.

SCHAUM Künstlerkollektiv existiert seit 2009 und agiert in wechselnden Konstellationen, seit 2014 bilden Alexandra Lotz und Tim Kellner das Kernkollektiv. Beide realisierten 2017/2018 das mehrteilige Mahnmal zum 25. Jahrestag des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Ihre Schau „Selbstoptimierung“ war u.a. in der Akademie der Künste, Berlin, bei Galerie Ursula Walter, Dresden, in der Kunsthalle Rostock und im Schloss Kummerow zu sehen, in deren Sammlung sich auch ihr Triptychon „Allegorie“ von 2016 befindet.

Kunstmuseum Ahrenshoop öffnet wieder

Am 28. Mai startet eingeschränkter Museumsbetrieb / Neue Sonderausstellung zu Walter Libuda zu sehen

Ahrenshoop – Nach einer rund zweimonatigen Pause im Zuge der vorbeugenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus öffnet das Kunstmuseum Ahrenshoop am 28. Mai 2020 um 12.00 Uhr erstmals wieder seine Pforten.

„Wir sind voller Vorfreude auf die ersten Besucher, die wir selbstverständlich unter Einhaltung aller aktuellen Hygienevorschriften wieder in unserem Museum empfangen dürfen“, sagt Marion Schael, Kaufmännische Leiterin des Kunstmuseum Ahrenshoop.

Kunstinteressierte dürfen sich auf die neue Sonderausstellung „Walter Libuda: Drei-Tage-Viertel“ freuen, deren Eröffnung Mitte März verschoben werden musste. Bis zum 27. November 2020 werden rund 90 Malereien, Zeichnungen und Objekte des herausragenden Künstlers aus 35 Jahren von 1985 bis heute gezeigt.

Walter Libuda, der in diesem Jahr 70 Jahre alt wird, war in den 1970er- und frühen 80er-Jahren in der Leipziger Kunstszene aktiv und während seiner Studienzeit mehrfach Gast auf der Insel Hiddensee. Bei dem einflussreichen deutschen Maler Bernhard Heisig absolvierte er einen Meisterkurs und war als sein Assistent tätig. Aber trotz des malerischen Temperaments, das sie teilten, entwickelte Libuda eine gänzlich eigenständige Bildrhetorik.

Im Gegensatz zu Heisigs immer wiederkehrender Thematik der Vernichtung sind seine Werke lebenszugewandt. Er stellt die Existenz als Faktum in den Mittelpunkt, greift heraus, was ihn bewegt, gibt dem durch Form und Farbe psychisches Format und präzisiert dies ständig – ganz so, wie es ihm sein dauernd neu justierter Empfindungshorizont vorgibt. Die Bildsprache von Walter Libuda wurde oft als kryptisch befunden. Da war eine Integrität, auf die nicht zugegriffen werden konnte. Seine freie assoziative Arbeitsweise führt über viele Stufen der Veränderung zu einer Bildgestalt, die hoch verdichtet ist und der man den Prozess des Wachsens ansieht. So erhalten alle Werke des Künstlers eine wahrnehmbare „Biografie“. Im Mittelpunkt des Bildgeschehens steht der Mensch, der – oft maskiert – das Raumgefüge mit sich füllt, während er nach Orientierung sucht und mit Neugier auf das abgründige Konstrukt der Welt blickt.

Die Aufnahme des Museumsbetriebes erfolgt stufenweise. Vom 28. Mai bis zum 1. Juni 2020 hat das Kunstmuseum Ahrenshoop täglich von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. In der darauffolgenden Woche werden vom 4. Juni bis zum 7. Juni täglich zwischen 12.00 und 17.00 Uhr Besucher empfangen. Weitere Öffnungszeiten können unter www.kunstmuseum-ahrenshoop.de eingesehen oder telefonisch unter 038220 66790 erfragt werden.

Schlösser und Museen öffnen wieder

Schwerin – Fast zwei Monate waren die landeseigenen Schlösser und Museen geschlossen. Ab kommendem Dienstag (12. Mai 2020) öffnen die Einrichtungen wieder für Gäste. Als Dank an die Menschen bei uns im Land hat Finanzminister Reinhard Meyer angeordnet, dass die ersten beiden Wochen der Eintritt in allen Häusern frei sein wird.

Derzeit wird in den Einrichtungen mit Hochdruck die Umsetzung der Hygiene-Auflagen vorbereitet, um einen sicheren Besuch des Staatlichen Museums Schwerin, des Schlossmuseums in Schwerin sowie der Schlösser Bothmer, Granitz, Hohenzieritz, Ludwigslust und Mirow zu ermöglichen. Trotz weitgehender Lockerungen bleiben die Abstandsregelungen weiterhin gültig. Damit die Sicherheit beim Besuch der historischen Bauten gewährt werden kann, wird daher unter anderem an geänderten Wegeführungen gearbeitet. Zudem müssen Besucherinnen und Besucher wie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Auf Anordnung von Finanzminister Reinhard Meyer wird es zudem bis zum 24. Mai 2020 in allen Einrichtungen einen kostenfreien Eintritt geben.

Finanzminister Reinhard Meyer: „In den letzten Wochen mussten die Menschen bei uns im Land auf vieles verzichten – auch auf Kunst und Kultur. Dieses Warten hat am kommenden Dienstag ein Ende – zumindest für den Bereich der landeseigenen Schlösser und Museen. Die Anregung, zumindest in der Anfangszeit den Bürgerinnen und Bürgern freien Eintritt in unseren Einrichtungen zu gewähren, habe ich gerne aufgegriffen. Das ist ein kleines Dankeschön für die Menschen bei uns im Land. Und so werden die staatlichen Schlösser und Museen bis zum 24. Mai 2020 kostenfrei zu besuchen sein.“

Schwesig: „#filmkunstzuhause“ ist eine super Idee für Macher und Publikum

Schwerin – Heute hätte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Schweriner Capitol das 30. FILMKUNSTFEST eröffnet. Wegen der Corona-Krise musste es abgesagt werden. Dafür startet heute das Online-Filmfestival #filmkunstzuhause auf der Festival-Homepage www.filmkunstfest.de. Auf dem Portal werden nach und nach bis zum 10. Mai 2020 insgesamt 29 Programme hochgeladen.

„Leider können wir in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht zum 30. FILMKUNSTFEST gehen. Aber das Festivalteam um Volker Kufahl hatte eine super Idee. Auf der Homepage filmkunstfest.de kommt das Festival unter dem Titel #filmkunstzuhause von heute bis zum 10. Mai zu uns in die Wohnzimmer. Niemand muss also auf das beliebte Filmfest verzichten“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zum Auftakt der Aktion. Gezeigt würden Filme aus allen Sparten. „Ich freue mich sehr, dass auch die Reihe ‚Gedreht in MV’ dabei ist.“

Die Regierungschefin ging auf die Entwicklung des FILMKUNSTFESTES in den vergangenen 30 Jahren ein: „Was vor 30 Jahren als kleines, wenig auffälliges Filmfest begann, leidenschaftlich ins Leben gerufen von engagierten Filmemachern, gilt inzwischen als beliebtestes ostdeutsches Filmfestival und bietet insbesondere dem Nachwuchs aus der Branche eine hervorragende Plattform. Wir alle können stolz auf dieses wunderbare FILMKUNSFEST sein. Seien Sie also in diesem Jahr online mit dabei, wenn es wieder heißt: Vorhang auf, Film ab! Ich danke allen, die an der Vorbereitung der Online-Variante des 30. FILMKUNSTFESTES beteiligt sind, und wünsche dem Publikum viel Spaß und gute Unterhaltung.“

Neugestaltung der Dreiwallbastion

Rostock – Für die Neugestaltung der Dreiwallbastion erhält die Hanse- und Universitätsstadt Rostock vom Landesbauministerium eine Förderzusage über rund 2,7 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln. Die Gesamtkosten für die Maßnahme betragen ca. drei Millionen Euro.

Die Stadt Rostock plant, die Dreiwallbastion, die den Kernbereich der denkmalgeschützten Wallanlage am Rande der Innenstadt umfasst, neu zu gestalten. Die Dreiwallbastion ist ein Festungsbauwerk des Barock. Ziel ist es, die ursprüngliche Funktion der Stadtbefestigung herauszuarbeiten und als Gartendenkmal herzurichten. Dabei soll der offene Charakter der Wallanlagen durch Gehölz-Auslichtung wieder entwickelt werden. Wertvoller Baumbestand wird erhalten und freigestellt.

Zudem werden die Wege auf den verschiedenen Wallebenen wieder hergestellt. Folgende Bereiche sollen neu gestaltet werden: oberer Rundweg Teufelskuhle, Westteil der Bastion mit dem Bereich an der Pergola und unterer Wallweg, Bastionsspitze Richtung Südwesten mit den Serpentinenwegen sowie der Weg zu den Spielplätzen im Ostteil der Bastion. Außerdem wird eine insektenfreundliche Beleuchtung installiert.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich im September 2020 beginnen und im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

MV-Schutzfonds: 20 Millionen Euro für die Kultur bereitgestellt

Schwerin – Die Landesregierung unterstützt in der Corona-Krise Künstlerinnen, Künstler, Kulturschaffende, Träger der allgemeinen und politischen Weiterbildung sowie Gedenkstätten mit insgesamt 20 Millionen Euro. Das Kabinett hat heute in seiner telefonischen Sitzung die entsprechenden Auszahlungsbedingungen für die Schutzleistungen beschlossen. Die Millionenhilfen sind Teil des MV-Schutzfonds des Landes, der insgesamt 1,1 Milliarden Euro umfasst.

„Die Landesregierung unterstützt mit dem MV-Schutzfonds die Unternehmen und die Beschäftigten im Land. Wir wissen, dass auch viele kulturelle Einrichtungen und Träger und auch viele Künstlerinnen und Künstler durch die jetzt notwendigen Schutzmaßnahmen erhebliche Einnahmeausfälle haben. Deshalb war für uns immer klar, dass die Kultur eine besondere Unterstützung braucht. Ich bin Bildungsministerin Martin sehr dankbar, dass Sie hierfür dem Kabinett heute sehr gute Vorschläge gemacht hat“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Kabinettssitzung.

„Die Corona-Krise stürzt Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Einrichtungen in schwere Existenznöte“, betonte Kulturministerin Bettina Martin. „Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich durch eine vielfältige und lebendige Kulturszene aus. Wir dürfen nicht zulassen, dass uns diese kulturellen Angebote wegbrechen und Leerstellen entstehen. Kunst und Kultur haben eine unverzichtbare Rolle in unserer Gesellschaft. Die Landesregierung unterstützt daher die Kulturschaffenden im Land, damit sie leichter durch diese schwere Zeit kommen“, sagte Martin.

In Ergänzung zu den bestehenden Hilfen (Soforthilfen, Grundsicherung etc.) umfasst dieses Paket eine Unterstützung für folgende Säulen:

Säule 1: Institutionell geförderte Einrichtungen und Einrichtungen, die in Analogie gefördert werden

Säule 2: Träger mit gemeinnützigen Projekten in der Kulturförderung

Säule 3: Träger mit gemeinnützigen Projekten außerhalb der Kulturförderung

Säule 4: Überbrückungsstipendien

Säule 5: Träger der allgemeinen und politischen Weiterbildung

Säule 6: Träger der Gedenkstättenarbeit

Säule 1: Institutionell geförderte Einrichtungen und Einrichtungen, die in Analogie gefördert werden

Bedarfsschätzung: 3,5 Mio. Euro

Zuwendungszweck: wird in den Vollzugshinweisen geregelt

Zuwendungsempfänger: Kultureinrichtungen, die eine regelmäßige Förderung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur erhalten (insbesondere Deutsches Meeresmuseum, Historisch Technisches Museum Peenemünde, Pommersches Landesmuseum, Künstlerhaus Lukas, Technisches Landesmuseum, Stiftung Mecklenburg, Ernst-Barlach-Stiftung)

Säule 2: Träger mit gemeinnützigen Projekten in der Kulturförderung

Bedarfsschätzung: 3,8 Mio. Euro

Zuwendungszweck: wird in den Vollzugshinweisen geregelt

Zuwendungsempfänger: Träger, die für gemeinnützige Projekte regelmäßig eine Kulturförderung erhalten

Beispiele (nicht abschließend): Usedomer Kunstverein, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Burg Klempenow, Schloss Plüschow, Internationales Kleinkunstfestival, Müritzeum

Säule 3: Träger mit gemeinnützigen Projekten außerhalb der Kulturförderung

Bedarfsschätzung: 1,5 Mio. Euro

Zuwendungszweck: wird in den Vollzugshinweisen geregelt

Zuwendungsempfänger: Träger, die für ihre gemeinnützigen Projekte keine regelmäßige Kulturförderung erhalten

Beispiele (nicht abschließend): MuSeEn gGmbH (Schliemann-Museum Ankershagen, Agroneum Alt Schwerin, 3 Königinnen Palais Mirow), Freilichtmuseum Klockenhagen, Konzertverein Schwerin, Freie Theater

Säule 4: Überbrückungsstipendien

Bedarfsschätzung: 3 Mio. Euro

Zuwendungsweck: Arbeitsstipendien i. H. v. je 2.000 Euro zur Unterstützung freischaffender, professioneller Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in Existenznot geraten sind. Das Stipendium dient in Abgrenzung zur Grundsicherung der Sicherung des künstlerischen Arbeitens und Wirkens*. Näheres wird in den Vollzugshinweisen geregelt.

Zuwendungsempfänger: freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler mit einer Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (Wort, Bildende und Darstellende Kunst, Musik); inkl. Härtefallregelung

Das Land setzt sich gegenüber der Bundesagentur für Arbeit dafür ein, dass das Überbrückungsstipendium nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird.

Säule 5: Träger der allgemeinen und politischen Weiterbildung

Bedarfsschätzung: 600.000 Euro

Zuwendungszweck: wird in den Vollzugshinweisen geregelt

Zuwendungsempfänger: Träger, die eine Förderung in den Bereichen allgemeine und politische Weiterbildung erhalten

Beispiele (nicht abschließend): Arbeit und Leben MV, Europäisches Integrationszentrum Rostock, Dien Hong – Gemeinsam unter einem Dach, Frauenbildungsnetz M-V, Akademie Schwerin

Säule 6: Träger der Gedenkstättenarbeit

Bedarfsschätzung: 200.000 Euro

Zuwendungszweck: wird in den Vollzugshinweisen geregelt

Zuwendungsempfänger: Träger, die eine Grundförderung im Bereich Gedenkstättenarbeit erhalten

Beispiele: Dokumentationszentrum Prora, Grenzhus Schlagsdorf, Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse

Reserve für aktuell noch nicht bezifferbare, aber anfallende Bedarfe der Säulen 1-6

Die Landesregierung hat 7,4 Millionen Euro als Reserve vorgesehen, um die zum jetzigen Zeitpunkt nicht scharf bezifferbaren finanziellen und inhaltlichen Bedarfe vorzuhalten.