M-V: Kulturland mit internationalem Ruf

Insel Usedom – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig begrüßte in Peenemünde im Rahmen des Usedomer Musikfestivals das New York Philharmonic Orchestra und hob dabei die Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns als Kulturland hervor.

„Es ist uns eine große Ehre, dass New York Philharmonic, dieses weltberühmte Orchester, bei uns in Mecklenburg-Vorpommern zu empfangen. Mit ihren Konzerten meldet sich unser Land nach Corona auf der großen Bühne zurück. Ich bin froh, dass wir als Land mit unserer Förderung dazu beitragen konnten“, sagte Schwesig.

Die Regierungschefin betonte: „Wir sind nicht nur Urlaubsland Nummer eins in Deutschland. Wir sind auch Kulturland mit internationalem Ruf. Ich denke an den bevorstehenden Festspielsommer und die Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen im ganzen Land. Auch der Einsatz vieler Ehrenamtlicher in Mecklenburg-Vorpommern trägt zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei.“

Angesichts des russischen Angriffskrieges sei es wichtig, ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Willkommenskultur zu setzen. Gerade an einem historischen Ort wie Peenemünde, der von den Gräueln der Nationalsozialisten und deren Aufarbeitung erzählt.

„Mecklenburg-Vorpommern freut sich auf Gäste aus Deutschland und aus der gesamten Welt. Die Sonderkonzerte des New York Philharmonic sind eine besondere Gelegenheit, um unsere Gastfreundschaft zu zeigen und uns mit Ländern auszutauschen und zu verbinden – gerade in diesen bewegten Zeiten“, sagte die Ministerpräsidentin.

Kathrin-Buhl-Preis vergeben

Kinderbücher aus Mecklenburg-Vorpommern erhalten Kathrin-Buhl-Preis – „SDG-Kinderbücher“ des Tutmonde e.V. aus Stralsund wurden prämiert

Buchcover „Das kleine SDGs Abenteuerbuch“ © Tutmonde e.V.

Buchcover „Das kleine SDGs Abenteuerbuch“ © Tutmonde e.V.

Berlin – Am Donnerstag, den 19. Mai, wurde in Berlin der Kathrin-Buhl-Preis an die „SDG-Kinderbücher“ des Tutmonde e.V. aus Stralsund vergeben.

„Ich freue mich sehr, dass dieses herausragende, integrative Buchprojekt, an dem so viele Menschen mitgewirkt haben, die Auszeichnung erhalten hat“, beglückwünschte Sozialministerin Stefanie Drese die Prämierten.

Das Projekt beinhaltet insgesamt drei Kinderbücher für die Altersgruppen: unter drei Jahre, drei bis sechs Jahre und über sechs Jahre. Sie zeigen individuell, ohne erhobenen Zeigefinger und dennoch mit klarer Botschaft migrantische Perspektiven auf die 17 UN-Entwicklungsziele (auf Englisch „Sustainable Development Goals“ mit der Abkürzung „SDG“) auf.

Drese betonte: „Unsere Welt ist bunt, sie sprudelt vor Vielfalt und Diversität. Wo, wenn nicht in unsere Kinderbücher, gehören diese Motive hin. Die ausgezeichneten Kinderbücher, zeigen, dass wir alle in unserer Unterschiedlichkeit, Teil des großen Ganzen sind.“

Die einzelnen Geschichten in den Kinderbüchern wurden von jungen Autorinnen – mit und ohne Migrationsbiographie – geschrieben. Herausgeber und Initiator ist der Tutmonde Verein in Stralsund. Stellvertretend nahm die Integrationsbeauftragte der Landesregierung (als ehemalige Projekt-Verantwortliche), Jana Michael, den Preis am Donnerstagabend in Berlin entgegen.

„Das ist eine wichtige Auszeichnung für ein Projekt, das wir schon seit 2020 verfolgen und mit viel Kraft und Engagement aller Beteiligten erfolgreich fertigstellen konnten“, sagte Michael und erklärte weiter: „Die Idee war damals, ganz andere, neu gedachte Kinderbücher zu entwickeln. Die 17 UN-Entwicklungsziele sollten dabei als ganz normale Alltagswirklichkeit wahrgenommen werden. Wir wollten auf Belehren in den Büchern verzichten und Diversität als Normalität abbilden. Die Bücher sollten eine gendergerechte Sprache enthalten, soziale und Klimagerechtigkeit leben und gleichzeitig Personen mit Migrations- und Fluchterfahrung im normalen Leben mit neuem Image zeigen.“

Finanziert wurde das Buchprojekt durch den Preis „Kommune bewegt Welt 2020“. Der Preis wurde für herausragende kommunale Beispiele zur Migration und Entwicklung an Tutmonde e.V. und die Hansestadt Stralsund vergeben. Die Kinderbücher wurden ebenfalls vom Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Auf der Website https://sdgs-mv.de/sdgs-kinderbuecher/ sind die Bücher einsehbar.

Ausgezeichnet werden entwicklungspolitische Projekte, die u.a. soziale Akteure der Zivilgesellschaft stärken, Menschen darin bestärken, sich mehr in der Gesellschaft zu beteiligen und inhaltliche Aspekte kreativ umsetzen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird in diesem Jahr für Projekte in Afghanistan gespendet. Initiiert wird die Preisverleihung durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken.

Kostenfreie Welterbe-Stadtführung

Stralsund – Im Jubiläumsjahr „20 Jahre Welterbe Stralsund und Wismar“ bietet die Tourismuszentrale Stralsund eine kostenfreie Welterbe-Stadtführung von Mai bis Oktober immer samstags um 14:00 Uhr an.

Die Gästeführer nehmen alle Welterbe-Fans und diejenigen, die es werden wollen, mit auf eine lebendige Zeitreise durch die von der UNESCO im Jahre 2002 zum Welterbe erklärten Altstadtinsel und besuchen neben imposanten Gebäuden verschiedener Epochen auch die Welterbe-Ausstellung und das kunsthistorische Kleinod, den Hackertschen Tapetensaal, im Olthofschen Palais in der Ossenreyerstraße 1.

Eine Anmeldung für die Welterbe-Stadtführung ist erforderlich unter www.stralsundtourismus.de.  Treffpunkt ist immer 15 Minuten vor Führungsbeginn vor der Tourismuszentrale am Alten Markt.

20 Jahre Welterbe Stralsund und Wismar

Busfahrt zum Welterbetag am 4. und 5. Juni nach Wismar

Stralsund – Am 1. Juniwochenende (4. und 5. Juni) findet in Stralsunds Welterbe-Schwesterstadt Wismar die zentrale Veranstaltung anlässlich des bundesweiten Welterbetages statt. Der Welterbetag Wismar ist nur eine von vielen Veranstaltungen in der Jubiläumsreihe „20 Jahre Welterbe Stralsund und Wismar“.

Da 20 Jahre gemeinsames Welterbe verbinden, organisiert die Hansestadt Stralsund am Sonnabend, den 4. Juni sowie am Sonntag, den 5. Juni einen Bustransfer nach Wismar. Jeweils um 8:00 Uhr startet der Bus in Stralsund (Hauptabfahrt: Busbahnhof). Die Rückfahrt ist jeweils für 17:00 Uhr geplant. Die Bustickets beinhalten neben dem Transfer auch eine Stadtführung durch die Wismarer Altstadt.

Alle reiselustigen Stralsunderinnen und Stralsunder können die Tickets für die Fahrt ab sofort für 20,00 Euro Euro pro Person beim Busunternehmen Otto Möller Reisen, Knieperdamm 41, Telefon 03831 39 11 02 , erwerben (Achtung: begrenzte Anzahl von 46 Plätzen).

Beim Welterbetag in Wismar präsentieren sich an beiden Tagen über ein Dutzend Welterbestätten und Welterbe-Institutionen auf dem Marktplatz. Für Sonntag ist ein Programm auf dem Markt mit Redebeiträgen, Podiumsdiskussion und Musik geplant. Außerdem lädt das Welt-Erbe-Haus Wismar bei kostenfreiem Eintritt dazu ein, den Wismarer Teil des Welterbes „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“ genauer kennenzulernen.

Museumstag im Fischerei- und Hafenmuseum

Insel Rügen – Das Fischerei- und Hafenmuseum Sassnitz beteiligt sich am Internationalen Museumstag. Am 15. Mai 2022 erhalten Besucherinnen und Besucher freien Eintritt zu den Museumsräumen sowie für den Museumskutter „Havel“. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Museums wird im Rahmen des Aktionstages außerdem eine neue Sonderausstellung eröffnet.

AK_Ansicht_W_ @ Maren_Melzow

Sie gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Fischerei- und Hafenmuseums Sassnitz nach dem geplanten Umzug in das Alte Kühlhaus im Stadthafen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen insbesondere die Visualisierungen der Künstlerin Marlen Melzow. Darüber hinaus informieren ein Stand des Fördervereins sowie ehemalige Hochseefischer vor dem Museum über die Geschichte des Standorts.

Begleitet wird der Museumstag durch eine musikalische Darbietung des deutsch-finnischen Trios BELTANGO. Die drei Musikerinnen spielen mit Klarinette, Cello und Akkordeon finnischen Tango. Als Bühne dient ihnen dabei das Deck der „Havel“. Der Museumstag dauert von 10 bis 17 Uhr, der erste Auftritt von BELTANGO beginnt um 10.30 Uhr.

Der Stadthafen Sassnitz präsentiert sich als eine attraktive Mischung aus Fischerei- und Tourismushafen. Wasserwanderer, die mit ihren Booten hier anlegen, erwartet eine Marina, die den höchstmöglichen Komfort bietet. Über kurze Wege erreicht man Schiffsausrüster, Segelmacher, Bunkerstation, Einkaufsmöglichkeiten sowie Gaststätten, die alle direkt im Stadthafen ansässig sind. In zwei Bäckereien werden frische Backwarenangeboten, auf ehemaligen Fischkuttern Räucherfisch und Fischbrötchen. Museen, Kunsthandwerker und lokale Händler bieten Kultur, Kunst und Kulinarisches aus der Region.

31. Nordischer Klang eröffnet

Schwesig: Nordischer Klang in Greifswald mehr als ein Kulturfestival

Greifswald – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Greifswald den 31. Nordischen Klang eröffnet und dabei die Bedeutung des Kulturfestivals für die Zusammenarbeit im Ostseeraum hervorgehoben.

„Der Nordische Klang ist ein Aushängeschild für Mecklenburg-Vorpommern und mehr als ein Kulturfestival. Es ist Ausdruck der Gemeinsamkeit im Ostseeraum. Was hier in 31 Jahren Völkerverständigung geleistet wurde, ist beispielgebend. Beispielgebend für die Verbundenheit, die wir uns gemeinsam im Ostseeraum erarbeitet haben.“

Das Festival finde in politisch bewegten Zeiten statt. Der russische Überfall der Ukraine bringe Leid, Flucht und Tod mitten nach Europa. „Wir an der Ostsee rücken jetzt noch näher zusammen. Wir stehen gemeinsam für Frieden und Demokratie, für Solidarität und offene Gesellschaften.“

Die Zusammenarbeit im Ostseeraum, mit den Nachbarn und Partnern in Skandinavien und im Baltikum sei ein Grundpfeiler der Arbeit der Landesregierung.

„Uns verbinden parlamentarische Konferenzen, aber auch viele Kontakte und gemeinsame Projekte in der Forschung, in Wissenschaft und der Kultur oder im Sport. Natürlich gibt es auch gute wirtschaftliche Kontakte. Das weiter zu entwickeln, ist uns als Landesregierung wichtig.“

Das Ziel der Landesregierung, so sagte Schwesig weiter, sei klar: „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Europa noch weiter zusammenwächst, z. B. heute Abend beim Nordischen Klang oder auch beim „Baltic Sea Business Day“ im September.

Vor der Eröffnung des Festivals führte die Ministerpräsidentin mit dem estnischen Botschafter Alar Streimann ein Gespräch im Greifswalder Rathaus über die Vertiefung der Zusammenarbeit im Ostseeraum.

Historischer Traktor für das Agroneum

Neubrandenburg – Am Sonntag, d. 08.05.2022,  übergibt Minister Dr. Till Backhaus einen Lanz Bulldog der Hochschule Neubrandenburg an das Agroneum Alt Schwerin. Der historische Ackerschlepper ist eine Leihgabe an das Freilichtmuseum. Er fungiert einerseits als Werbeträger, als „Wahrer der Historie“. Andererseits ist er für die Hochschule ein Ausbildungs- und Wissenschaftsobjekt.

 „Mit der Kooperation zwischen Agroneum und Hochschule startete ein neues Kapitel: Studierende werden jetzt auf breiterer Basis an die Historie der Landtechnik in Mecklenburg-Vorpommern herangeführt, der Traktor wird fachgerecht museal erhalten. Lehrveranstaltungen vor Ort und bessere Einsatzmöglichkeiten des Schleppers im geschützten Freigelände bilden die Basis für eine praxisnahe Ausbildung in der Historie der Landwirtschaft. Sie wecken ein tieferes Verständnis für die Wurzeln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner ländlichen Bevölkerung“, sagt der Minister.

Das Agroneum übernimmt die weitere fachgerechte Restaurierung. Den Studierenden ist es möglich, im Rahmen von Lehrveranstaltungen damit selbstständig zu fahren. Auch Einsätze auf der Landwirtschaftsmesse MeLa sind denkbar.

Der 1939 erbaute Lanz Bulldog befindet sich seit 2003 in Besitz der Hochschule Neubrandenburg. Die Maschine hatte vor dem Kauf eine Basissanierung erhalten. Sie benötigte aber 2016 zur langfristigen Herstellung der Fahrtüchtigkeit eine Aufarbeitung der Kurbelwelle, des Kolbens, der Bremsen, der Lenkung und des Ölers.

Im Rahmen eines studentischen Seminars sollte dem Fahrzeug neues Leben „eingehaucht werden“. Nach intensiver Beschäftigung mit der Technik, einer Bestandsaufnahme in Kooperation mit dem Phantechnikum Wismar und dem sächsischen Restaurator „Lanzarzt Kleine“ haben Prof. Gerhard Flick und Prof. Sandra Rose gemeinsam mit mehreren Studierendengenerationen das „Kultobjekt“ einsatzbereit gemacht.

Der Schlepper ist heute ein reguläres Dienstfahrzeug des Landes Mecklenburg-Vorpommern, fahrbereit und als Ackerschlepper einsatzfähig.

Lanz Bulldog war die Verkaufsbezeichnung für Ackerschlepper, die ab 1921 bis 1957 von de rHeinrich Lanz AG (1956 von John Deere übernommen) in Mannheim hergestellt wurden. Der Name wurde vom Aussehen der ersten Bulldog-Motoren hergeleitet, da diese von vorne Ähnlichkeit mit dem Gesicht einer Bulldogge hatte. 1921 wurde der erste Rohölschlepper HL12 in Leipzig vorgestellt. Er gilt als der „Ur“-Bulldog. Der Erfolg des Gefährts liegt in seiner Einfachheit und Robustheit.

Diese Betriebseigenschaften der mit kostengünstigem Rohöl betriebenen Glühkopfmotor-Bulldogs hatten im dörflichen Alltag gegenüber dieselbetriebenen Traktoren Vorteile, vor allem bei Reparaturen, die etwa auch in einer Schmiede durchgeführt werden konnten.  Heute gelten die Traktoren als Liebhaberobjekte und Geldanlage.

Projekt „Sitzende Viktoria“

Schwesig lobt Engagement des Schlossvereins und vieler anderer

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute im Burggarten des Schweriner Schlosses an der Vorstellung des Projektes der „Sitzenden Viktoria“ teilgenommen und die kulturelle Entwicklung gewürdigt.

„Ich finde es großartig, dass es in Schwerin immer wieder gelingt, Kunstwerke und Orte wiederherzustellen, die das Schloss und seine Umgebung früher geprägt haben.“ Als weitere Beispiele nannte sie die beiden Statuen der schwebenden Viktoria, die seit 2001 wieder auf der Dachterrasse der Orangerie stehen und den Jugendtempel. „Nun soll die „Sitzende Viktoria“ zurückkommen! Zur Zeit unserer Urgroßeltern gehörte sie schon einmal zum Burggarten.“

Die Regierungschefin dankte allen am Projekt Beteiligten: „Ganz herzlichen Dank an den Schlossverein für seinen Einsatz, an Unternehmen, Einzelspenderinnen und Einzelspender, die sich für die Rekonstruktion des Kunstwerks von Christian Daniel Rauch, einem Berliner Bildhauer, geboren 1777, engagieren.“

Der gemeinsame Einsatz „für unser Schloss macht uns stark für die große Aufgabe: Wir wollen Welterbe werden! Seit Ende September liegt unser Antrag für das Residenzensemble zur Vorprüfung vor. Ich bin optimistisch, dass wir es schaffen. Unser Welterbe ist nicht das Schloss allein; erläuterte Schwesig.

„Dazu gehören andere Gebäude und, ganz wichtig, die Parks und Gärten. Wo Statuen und Kunstwerke eng verbunden sind mit der Natur. Wo die Natur so gestaltet ist, dass Blickachsen, schöne Orte, Bäume und Blumen zum Spazierengehen einladen und die Fantasie anregen. Auch der Platz der sitzenden Viktoria gehört zu unserem Weltkulturerbe.“

Wir leben in einer schönen Stadt, deren Bürgerinnen und Bürger sich bewundernswert für ihr Erbe einsetzen, so die Ministerpräsidentin weiter. „Den Lorbeerkranz, so wie ihn die „Sitzende Viktoria“ symbolisch den Siegenden zuwirft, verdienen sich bei uns diejenigen, die im friedlichen Wettstreit etwas Besonderes leisten: im Kultur, im Sport, im Ehrenamt, in der Gesellschaft.“

Zur Sommerfrische an die Ostsee

André Farin liest aus seinem neuen Buch über Rügens Tourismusanfänge

Insel Rügen – Die Insel Rügen und der Tourismus sind seit über 200 Jahren eng miteinander verbunden. Das erste Badejahrhundert dieser Beziehung betrachtet der Lehrer und Autor André Farin in seinem neuesten Buch „Zur Sommerfrische an die Ostseeküste“.

Der Lehrer und Autor André Farin liest am 26. April in Baabe. Foto @ privat

Der Lehrer und Autor André Farin liest am 26. April in Baabe. Foto @ privat

In der Reihe „Baabe liest“ wird er am 26. April einige Episoden aus den Anfangsjahren der rügenschen Seebäder vorstellen, die fast alle zwischen 1815 und 1915 entstanden sind.

Dabei stehen Gastgeber und Gäste ebenso im Mittelpunkt der kurzweiligen Geschichtsexkurse wie amüsante Baderegeln und Skandale, mit heute vergleichbare Geschäftemacher und romantische Abenteurer.

Die Lesung im „Haus des Gastes“ von Baabe (Am Kurpark 9) beginnt um 19 Uhr und bietet im Anschluss die Möglichkeit für Gespräche, den Erwerb des Buches und das passende Autogramm darin.

Kinderoper für Gingster Schüler

Neue Philharmonie MV präsentierte Prokofjews Musikmärchen „Peter und der Wolf“

Insel Rügen –  Mit Prokofjews Kindermärchen „Peter und der Wolf“ tourt die Neue Philharmonie MV durch das Land und machte für das 99. Konzert Station an der Grundschule Gingst. Für 130 Jungen und Mädchen hatte das Lehrerteam die Turnhalle in ein kleines Opernhaus verwandelt und die Zuhörer für die besondere Musikstunde vorbereitet. „Unsere Idee ist aufgegangen“, sagt Grete Hesemann, eine der Grundschulkoordinatorinnen. Die Kinder waren hochmotiviert. Das spürte man, denn lobenswerte Disziplin, Instrumentenkenntnis und die Begeisterung der Zuhörer überzeugten die Organisatoren. Gespannt verfolgten 260 Kinderaugen und -ohren, mit welchem Trick der kleine Peter den gefräßigen Wolf fing und ihn ganz zeitgemäß von einem vegetarischen Leben überzeugte.

Conner Kasten aus der 4. Klasse bedankt sich beim Dirigenten Andreas Schulz mit einer aktuellen Schülerzeitung. Foto: André Farin

Conner Kasten aus der 4. Klasse bedankt sich beim Dirigenten Andreas Schulz mit einer aktuellen Schülerzeitung. Foto @ André Farin

„Ich bin darüber erfreut, wie gut das hier in Gingst läuft“, meint Dirigent und Geschäftsführer Andreas Schulz. Mit seinem 15-Personen-Orchester und der moderierenden Schauspielerin nahmen sie die Schüler der 1. bis 4. Klasse mit in eine bezaubernde musikalische Märchenwelt. Das über 85 Jahre alte Stück sei genau für diese Altersgruppe konzipiert, erklärte er nach der Veranstaltung, die mit einem Sonder-Applaus endete. Den hatte Schulleiter André Farin eingefordert, weil er so testen wollte, ob das junge Publikum im neuen Schuljahr wieder einmal ins Konzert gehen möchte. „Genau das ist eine Abwechslung in der Schule, die unsere Schüler beim Lernen brauchen“, erklärt er.

Der Zugang zur klassischen Musik könne nicht früh genug angesetzt werden. Mit der willkommenen MV-Förderung und der Unterstützung des Schul- und Sportvereins sollte es möglich sein, eine Neuauflage der Konzertstunde zu organisieren.

Barocke Meisterpoetin mit 17 Jahren

Sonderausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Museum
18. März bis 31. August 2022
„Gerne schryb ich weiter fort…“

Insel Rügen – Die Ausstellung würdigt eine herausragende barocke Dichterin: die Greifswalderin Sibylla Schwarz (1621-1638). Ihr kurzes Leben währte nur 17 Jahre. Und dennoch gelang es Sibylla Schwarz, in Greifswald geboren und aufgewachsen in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, rund 100 Dichtungen in deutscher Sprache zu verfassen und in antiken und zeitgenössischen Vers- und Gedichtformen wie Ode, Epigramm oder Sonett pointiert und stilsicher zu reimen.

Ihr Werk ist geprägt von einem musikalischen Sprachempfinden, das sie voller poetischer Expressivität in handwerklicher Meisterschaft und gedanklicher Reife zu Papier gebracht hat: Ein Ausnahmetalent in der bis dato vornehmlich von Männern geprägten literarischen Welt des 17. Jahrhunderts.

Als Saisonauftakt im Ernst-Moritz-Arndt-Museum macht die Wanderausstellung des Sibylla-Schwarz-Vereins Greifswald hier in Garz Station und regt dazu an, auf den Spuren der vielfach als „pommersche Sappho“ bezeichneten jungen Barockpoetin zu wandeln, ihre wunderbaren Gedichte und Einzigartigkeit zu entdecken.

Die Ausstellung startet am 18. März 2022 und ist immer Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr zu besichtigen. Der Museumsbesuch ist unter Beachtung der aktuellen Corona-Vorschriften möglich.

Bau des Archäologischen Landesmuseums M-V

Lundgaard & Tranberg Arkitekter A/S, Kopenhagen mit Wuttke und Ringhof, Kopenhagen, Buro Happold GmbH, Berlin und Marianne Levinsen Landskab ApS, Kopenhagen zum Gewinnerteam für den Neubau des Archäologischen Landesmuseums Mecklenburg-Vorpommern gekürt

Rostock – In der Rostocker Nikolaikirche präsentierten heute Kulturministerin Bettina Martin und Finanzstaatssekretärin Dr. Carola Voß die besten Entwürfe und das Gewinnerteam zum Neubau für das Archäologische Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Preisgericht aus 15 Expertinnen und Experten hat in mehreren Bewertungsrunden aus einem Feld von 20 Bewerbergemeinschaften aus acht Staaten die 3 besten Wettbewerbsbeiträge gewählt.

Nach den Gewinnern folgen auf den Plätzen zwei das Planungsteam Nieto Sobejano Arquitectos GmbH, Berlin mit HL-Technik Engineering GmbH, München, Buro Happold GmbH, Berlin und POLA Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin sowie auf Platz drei das Planungsteam COBE A/S, Kopenhagen mit M&P Braunschweig GmbH, Braunschweig und Werner Sobek AG, Stuttgart.

Kulturministerin Bettina Martin sagte: „Das Archäologische Landesmuseum wird 12.000 Jahre Landesgeschichte an einem Ort vereinen. Wir verfügen über eine der großartigsten archäologischen Sammlungen im gesamten Ostseeraum. Diese Sammlung wird hier nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch wissenschaftlich begleitet. Ich bin überzeugt, das Archäologische Landesmuseum wird einer der Besuchermagneten in der Hansestadt Rostock werden.“

Das Museum wird auf einer Fläche von 3.620 m² Ausstellungs- und Tagungsbereiche, Flächen für Museumspädagogik und ein Café vereinen. Die Baukosten von geschätzten 45 Millionen Euro tragen anteilig das Land und die Hansestadt Rostock. Finanzminister Dr. Heiko Geue als oberster Bauherr betont: „Das Projekt setzt die Reihe der großen und bedeutenden Museumsbauten im Land fort: Ozeaneum in Stralsund, Pommersches Landesmuseum in Greifswald, Erweiterung und Sanierung des Staatlichen Museums Schwerin und nun also Rostock. Gerade neue Museumsbauten haben gezeigt, welche enormen Einfluss technisch und gestalterisch gute bauliche Lösungen auf den Erfolg eines Museums haben, indem wissenschaftlicher, archäologischer Inhalt und Architektur eine wunderbare Symbiose eingehen. Ich bin mir sicher, dass mit diesem großen Vorhaben der staatlichen Bauverwaltung im Anschluss an die BUGA 2025 in der Hansestadt Rostock eine weitere Perle Mecklenburg-Vorpommerns entstehen und unser Land bereichern wird.“

Sämtliche Wettbewerbsbeiträge werden voraussichtlich ab dem 22. Februar für gut eine Woche im Rathaus der Hansestadt öffentlich zu besichtigen sein.

Weitergehende Informationen zu dem Vorhaben können auf den Internetseiten des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Rostock (www.sbl-mv.de/alm) abgerufen werden.

Digitaler Musikunterricht mit Weltstars

Bildungsministerium und Festspiele M-V setzen sich für die Musikvermittlung an den Schulen ein

Schwerin – An ausgewählten Partnerschulen in ganz Mecklenburg-Vorpommern wird in Kooperation mit den Festspielen MV ein umfangreiches Workshop-Programm realisiert.

Um Kindern und Jugendlichen einen ersten Einstieg in die Welt der klassischen Musik zu bieten, präsentieren Preisträger und Preisträgerinnen des Klassikfestivals ihre Instrumente in persönlich gestalteten Videos, die kostenfrei auf dem Bildungsserver des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung und auf dem YouTube-Kanal der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern angeschaut werden können.

Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern erklärt: „Ich freue mich, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern eine Fortsetzung findet. Durch die Pandemie und die zunehmende Digitalisierung müssen neue Wege gegangen werden, um Inhalte an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Die jetzt vorgestellten Videos bieten der nächsten Generation einen Einstieg in die faszinierende Welt der Musik und machen Lust auf ein tieferes Eintauchen.“

Die ersten drei veröffentlichten Videos, die mit Unterstützung der NORDMETALL-Stiftung realisiert werden konnten, widmen sich den Streichinstrumenten Violine, Viola und Violoncello. Mit Geigerin Noa Wildschut, Bratscher Nils Mönkemeyer und Cellist Daniel Müller-Schott stellen drei international gefeierte Klassikstars ihr jeweiliges Instrument vor und sollen quasi als Paten die Lust auf das Instrument wecken. Für ältere Kinder und Jugendliche bietet zudem das Aris Quartett in einem weiteren Video spannende Einblicke in Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge und ihre Auseinandersetzung mit diesem legendären Werk der Musik.

Daniel Müller-Schott: „Es ist mir ein großes Bedürfnis, Freude durch Musik an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Ich hoffe und wünsche mir, dass jeder und jede das Glück hat, in die Welt der großen Komponisten einzutauchen.“

Durch das digitale sowie kostenlose Angebot werden Kinder und Jugendliche — egal, welchen sozialen Hintergrunds — an die vielfältigen Facetten der klassischen Musik herangeführt und zur Auseinandersetzung mit ihr animiert. Etwaige Vorbehalte gegenüber der vermeintlich elitären Musik sollen auf diese Weise abgebaut werden.

In den nächsten Jahren sollen nach und nach weitere Instrumente durch Preisträgerinnen und Preisträger der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt werden.

Ursula Haselböck, Intendantin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern: „Jedes Kind macht Musik, bevor es sprechen kann. Es trommelt, singt und erfreut sich an Liedern. Diese Begeisterung wollen wir in Kindern und Jugendlichen erhalten. Ich freue mich, dass sie nun auch auf digitalem Wege die Gelegenheit haben, über Musik zu lernen, und das auch noch mit einigen der bekanntesten Musikerinnen und Musikern unserer Zeit.“

Die Videos können über den Bildungsserver des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung unter https://www.bildung-mv.de/schueler/schule-und-unterricht/faecher-und-rahmenplaene/rahmenplaene-an-allgemeinbildenden-schulen/musik/ abgerufen werden.

Ausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Museum

Insel Rügen – Im aktuellen Jahr 2021 begeht die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Zugleich gilt es, dem wiedererstarkenden Antisemitismus vehement entgegenzuwirken. Bereits 2005 wurden in Gedenken an die jüdische Familie Cohn, die bis 1938 in Garz lebte, drei Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt.

Nun ermöglichten hinzugewonnene Erkenntnisse am 9. November 2021 eine Neuverlegung. Daran anknüpfend zeigt das Ernst-Moritz-Arndt-Museum eine Wanderausstellung im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung.

„Abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“
10. Dezember 2021 bis 28. Februar 2022

Darin ausgestellt sind auf dem Postweg versandte und somit „abgestempelte“ Ansichtskarten – so wie diese gleichsam Menschen abstempelten. Eine Thematik, die leider zeitlos und bis heute aktuell geblieben ist. Denn während man vor 100 Jahren Bildpostkarten, als analoge Kurznachricht, für Urlaubsgrüße, vor allem aber auch zur Übermittlung politischer Botschaften gebrauchte, erweist sich jetzt das Internet als Plattform für Mobbing, Verleumdung und rassistische Hetze. Und so ist es ein zentrales Anliegen, dass die ausgewählten Ausstellungsstücke Augen öffnen und dem „Abstempeln“ entgegenwirken.

Gleichzeitig ermöglicht die umgestaltete Dauerausstellung zum Wirken Ernst Moritz Arndts mit der Präsentation neuer Exponate veränderte Blickwinkel und aufschlussreiche Einsichten. Die Ausstellungen sind ab 10. Dezember 2021 immer Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr zu besichtigen. Der Museumsbesuch ist unter Beachtung der aktuellen Corona-Vorschriften möglich, derzeit gilt die 2Gplus Regelung.