Rembrandt-Ausstellung eröffnet

Schwerin – Vor 350 Jahren verstarb Rembrandt van Rijn, der berühmteste Künstler des Goldenen Zeitalters. Im Kupferstichkabinett der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern hat Finanzminister Reinhard Meyer pünktlich zu diesem Rembrandt-Jahr nun eine Ausstellung mit ausgewählten Werken der Schweriner Sammlung eröffnet.

© Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt 168 Radierungen umfasst die Schweriner Sammlung mit den Werken Rembrandt, eine Auswahl von 70 Grafiken ist nun im Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums Schwerin zu sehen. Heute Abend ist sie offiziell von Finanzminister Reinhard Meyer eröffnet worden. Die Werke veranschaulichen die hohe druckgrafische Qualität aus den Schaffensjahren Rembrandts von 1630 bis 1659.

Dabei widmet sich die Ausstellung sowohl Fragen zur Sammlungsgeschichte als auch der Bedeutung von Wasserzeichen, die sich auf zahlreichen Grafiken befinden. Sie geben Auskunft über Ort und Zeit der Entstehung des Druckpapiers. Zudem werden in der Galerie Alte Meister anhand ausgewählter Gemälde die Einflüsse von Rembrandts Kunst auf andere Künstler vorgestellt.

Finanzminister Reinhard Meyer: „Rembrandts hohe künstlerische Meisterschaft verbindet sich mit einem tiefen Gefühl für Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten. Diese thematische Vielfalt in Verbindung mit der herausragenden Qualität spricht bis heute viele Menschen an. Mit der Ausstellung machen wir dieses einzigartige Kunsterlebnis nun auch in Schwerin für ein breites Publikum erlebbar.“

Festival Verfemte Musik

Schwerin – Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin hat in Schwerin das internationale Festival Verfemte Musik eröffnet. Vom 10. bis 26. Oktober 2019 bringt der Landesverband Jeunesses Musicales MV e. V. Werke von Komponistinnen und Komponisten zu Gehör, die während der NS-Zeit verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. Beim Eröffnungskonzert standen Ludwig van Beethoven sowie verfemte Künstler wie der Komponist Viktor Ullmann auf dem Programm.

„Musik zu spielen, um sich zu erinnern und nicht zu vergessen, was damals passiert ist. Das ist das Anliegen des Festivals Verfemte Musik“, lobte Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin, die in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat. „Das Festival ist ein Plädoyer für die Freiheit der Kunst und will darauf aufmerksam machen, dass sie bei uns nicht immer selbstverständlich war. Am Tag nach den schrecklichen Ereignissen in Halle setzt es umso mehr ein Zeichen für eine freie, offene und tolerante Gesellschaft. Gerade jungen Menschen will das Festival Denkanstöße geben. Ich danke dem Festivalteam für sein großes Engagement und empfehle allen Musikliebhaberinnen und Musikliebhabern die Konzerte zu besuchen. Sie werden wahre Entdeckungen machen“, sagte die Ministerin.

Neben den Konzerten gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Dazu zählt das Musiksymposium, das zum vierten Mal stattfindet. Am 25. und 26. Oktober 2019 widmet es sich dem Thema „Musik in Diktaturen“. Es bietet Zeit und Raum, sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Auswirkungen politische Einflussnahme und Instrumentalisierung auf Musik hat. Namhafte Historiker, Musikwissenschaftler und Politologen werden nach Schwerin kommen. Das Land unterstützt das Symposium über die Kulturförderung mit 15.000 Euro.

Königliche Geschenke

Porzellanausstellung im Schloss Schwerin eröffnet

Schwerin – Finanzminister Reinhard Meyer hat im Schweriner Schloss die Ausstellung „Königliche Geschenke“ eröffnet. Die Ausstellung entführt den Besucher in eine königliche Welt und präsentiert prächtige Porzellane aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM), die das preußische Königshaus im Verlauf des 19. Jahrhunderts seinen mecklenburgischen Verwandten überreichte.

Die KPM gehörte zu dieser Zeit zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Porzellankunst. Namhafte Künstler wie Karl Friedrich Schinkel oder Johann Gottfried Schadow arbeiteten für das Unternehmen und fertigten Entwürfe für einzigartige Meisterstücke an, die vom Potential dieser Manufaktur, vom Können ihrer Entwerfer, Former, Maler und Vergolder künden.

So wurden alle im 19. Jahrhundert regierenden Herzöge bzw. Großherzöge Mecklenburgs, die Thronfolger und deren Gemahlinnen, vom preußischen Königshaus reichlich mit Porzellanen bedacht. Ob Vermählung, Thronbesteigung, Weihnachten, Ostern oder Geburtstag – den preußischen Majestäten stand in Berlin eine Manufaktur von Weltrang zur Verfügung, aus der sie bei Geschenken jederzeit aus dem Vollen schöpfen konnten. Ganz oben in der Beliebtheit der königlichen Porzellangeschenke standen die großen Prunkvasen, die sich vorzüglich für die standesgemäße Schlossausstattung eigneten. Doch auch kleinere Gaben waren willkommen, seien es erlesene Tassen, Frühstücksservice oder die seit 1819 alljährlich eintreffenden Porzellan-Ostereier.

„Die Geschenke“, so Finanzminister Reinhard Meyer anlässlich der Ausstellungseröffnung, „waren einst der Ausstattung des Residenzschlosses vorbehalten und damit auch nur einem erlauchten Kreis zugänglich. Und so wie sie einst die Prunkappartements der hohen Herrschaften zierten, so schmücken sie jetzt die Ausstellung. Mit einem Unterschied: Heute braucht man kein ‚blaues Blut‘, um in diesen Kunstgenuss zu kommen. Jeder kann sie sehen.“

Darßer NaturfilmFestival

Wieck – Beim diesjährigen Darßer NaturfilmFestival hat Kulturministerin Bettina Martin heute den Deutschen NaturfilmPreis 2019 verliehen. „Naturfilme beeindrucken nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern vermitteln Wissen und klären über ökologische Missstände auf. Vor allem aber eröffnen Naturfilmer einen emotionalen Zugang und begeistern Menschen für die Natur. Sie tragen damit erheblich zu einem effektiven Natur- und Umweltschutz bei – denn nur was der Mensch kennt und schätzt, wird er auch schützen wollen“, so Martin bei der Verleihung.

„Klima- und Umweltschutz sind wichtige Themen und aktueller denn je. Das Darßer NaturfilmFestival trifft den Nerv der Zeit – ich freue mich, dass es in diesem Jahr einen Besucherrekord verzeichnen kann“, sagte die Kulturministerin. „Das Darßer NaturfilmFestival hat sich über die Jahre zu einem der wichtigsten Treffpunkte für Naturfilmer und Fans des Naturfilm-Genres entwickelt. Das liegt sicherlich auch daran, dass Festival und Austragungsort so gut zueinander passen. Nicht nur die Darßer Arche greift mit ihrem Namen danach, den heutigen Abend zu beherbergen“, sagte Martin. „Ganz Mecklenburg-Vorpommern bietet mit seiner ursprünglichen Natur, seinen sieben Naturparks und seinen wunderbar gestalteten Kulturlandschaften eine perfekte Kulisse für dieses weit über unsere Landesgrenzen ausstrahlende Festival. Wer sich im Naturfilm-Genre zuhause fühlt, kann es auch hier.“

Und Martin weiter: „Als Bildungs- und Kulturministerin freue ich mich besonders darüber, dass sich das Darßer FilmFestival mit seinem NaturfilmCamp auch aktiv an den jungen Filmnachwuchs wendet. Gerade unter Kindern und Jugendlichen ist das Interesse an der Frage groß, wie wir die Natur und unsere Umwelt besser schützen können. Tier- und Naturfilme bieten eine großartige Möglichkeit der Naturbildung, um sich aktiv und nachhaltig für den Erhalt unserer Natur zu engagieren.“

Das Land unterstützt den Deutschen NaturfilmPreis in diesem Jahr mit 30.000 Euro. Die Fördermittel sind für die Auszeichnungen und für die Preisverleihung vorgesehen. Seit 2016 läuft die Filmförderung über die Staatskanzlei. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für den Deutschen NaturfilmPreis übernommen.

„Kulturen im Dialog – Brücken bauen und Mauern einreißen“

Schwerin – Heute eröffnen Integrationsministerin Stefanie Drese und Dagmar Kaselitz, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, die Wanderausstellung „Kulturen im Dialog – Brücken bauen und Mauern einreißen“ im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung. Rund 40 Werke von 13 internationalen Künstlerinnen und Künstlern werden einen Monat lang im Schweriner Marstall zu sehen sein.

Drese: „Menschen aus über 160 Ländern leben in unserem Bundesland. Deshalb ist es wichtig, Brücken zu bauen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Uns ist es ein besonderes Anliegen, den interkulturellen Dialog zu fördern und einen Raum für Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen. Die Ausstellung ist dafür eine sehr gute Gelegenheit.“

Die Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz initiierte die Ausstellung im Sozialministerium. „Ein Besuch lohnt sich. Interessierte werden schöne und besondere Kunstwerke sehen, die zur Diskussion anregen sollen und eine kulturelle Entdeckungsreise ermöglichen“, so Kaselitz im Vorfeld der Eröffnung.

Die Wanderausstellung wurde von Thyra Holst aus Deutschland und Hamid Boukheraz und Mostafa El Achheb aus Marokko organisiert. Weitere Ausstellungsorte sind und waren Marokko, Deutschland – darunter Bergisch Gladbach, Oberberg und Köln.

Die Kunstschaffenden Thyra Holst und Heinz-Peter Schepp werden zur Eröffnung erwartet.

Tischler-Meisterstücke im Wirtschaftsministerium

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat heute gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Schwerin, Peter Günther, eine Ausstellung mit Tischler-Meisterstücken eröffnet.

„Der Tischlerberuf ist einer der vielseitigsten Handwerke überhaupt. Von individuellen Möbeln über Fenster, Türen und Innenausbauten bis hin zu Messe- und Ladeneinrichtungen werden alle Produkte vom Tischler gefertigt. Die Tischler sind Experten rund ums Bauen, Wohnen und Einrichten. Das setzt voraus, dass sich die Fachleute ständig über den aktuellen Stand der Technik auf dem Laufenden halten müssen – eine tägliche Herausforderung. Mit der Ausstellung der Meisterstücke wollen wir die besonderen Leistungen der Handwerker würdigen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Ausstellungsstücke sind noch bis zum 18. Oktober 2019 im Speisesaal im Wirtschaftsministerium zu sehen (täglich von 09.00 bis 16.00 Uhr).

Die Tischlermeister haben bei der Handwerkskammer Schwerin über 24 Monate die Meisterschule in Teilzeit besucht. Fester Bestandteil der Abschlussprüfung ist die eigenverantwortliche Planung und Erstellung eines Meisterstücks. In maximal 18 Arbeitstagen mussten die Handwerker ihr Meisterstück entwerfen, zeichnen und fertigen. In der Ausstellung werden Haustüren, ein Hängesideboard, ein Empfangsboard, eine Flurgarderobe mit Sitzbank, ein Bett und ein Couchtisch präsentiert. „Der Meisterbrief ist eine Spitzenqualifikation. Er steht für hochwertige Qualität im Handwerk, fachliches Können und Kreativität – das zeigt die Ausstellung eindrücklich. Mit den Absolventen gewinnen wir Fachkräfte, die den Wirtschaftszweig Handwerk weiter stärken werden“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium honoriert den erfolgreichen Abschluss von Meistern in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Eine erfolgreiche bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste oder Bester ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Insgesamt wurde das „Meister-Extra“ seit Juni 2016 bereits 1.214 Mal ausgereicht. „Der Meistertitel steht als Gütesiegel für die Qualität im Handwerk und in der Industrie in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Meister-Extra wollen wir das persönliche Engagement der Absolventen für die Meisterqualifikation anerkennen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Die Ausstellung ist Bestandteil der landesweiten Imagekampagne „Besser ein Meister“, die das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommerns initiiert hat. Ziel ist es, für ein modernes, positives Bild des Handwerks zu werben, um Fachkräfte für den Wirtschaftszweig zu gewinnen und zu sichern.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Mitarbeiter und 5.113 Lehrlinge. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 700 Tischlereibetriebe in den Handwerksrollen der Kammern verzeichnet.

Jetzt bewerben für die „Kreatopia 2019“

Schwerin – Noch bis zum 25. Oktober können sich Kultur- und Kreativschaffende bewerben, um an der „Kreatopia 2019“, der Landesbranchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft, teilzunehmen. In einem unkonventionellen Konferenzformat sollen am 4. November in Rostock Kreativschaffende ihre neuen Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

„Die Kultur- und Kreativwirtschaft trägt zu Wertschöpfung und Beschäftigung im Land bei, schafft Arbeitsplätze und Einkommen. Mit der Landesbranchenkonferenz wollen wir noch stärker auf die Potentiale der Branche aufmerksam machen. Entscheidend ist, die kreativen Ideen zu marktfähigen Produkten weiter zu entwickeln, um mehr Wertschöpfung zu erreichen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die 3. Kreatopia findet am 4. November 2019 in Rostock statt. Auf der jährlichen Branchenkonferenz soll die Vielfalt, Kreativität und das Innovationspotential der Kultur-und Kreativwirtschaft in einem unkonventionellen Konferenzformat erlebbar gemacht werden. Auf dem Programm stehen unter anderem drei Workshops zu den Themen „Soziale Innovationen durch Kultur und Kreativwirtschaft“, ein Erfahrungsaustausch unter den Akteuren sowie „Wirtschaftsförderung 4.0 – Unterstützungsangebote auf dem Prüfstand“. Weiterhin sind eine Diskussionsrunde mit Wirtschaftsminister Harry Glawe und ein Marktplatz zur Vorstellung kreativer Projekte geplant.

„Es muss der Kultur- und Kreativwirtschaft noch stärker gelingen, ihre besonderen Leistungen und Fähigkeiten sichtbarer machen. So können Kooperationen zwischen der Kreativwirtschaft und Unternehmen aus anderen Wirtschaftsbereichen entstehen, um die Marktchancen der daran beteiligten Unternehmen zu verbessern. Die Landesbranchenkonferenz Kreatopia unterstützt diese Bestrebungen“, sagte Glawe.

Bis zum 25. Oktober können Interessierte eine Mail mit einem kurzen Text und/oder Video einreichen, in der das Unternehmen beschrieben wird. Weitere Informationen zu den Bewerbungsbedingungen und der Veranstaltung unter https://kreativemv.wordpress.com/branchenkonferenz-2019/ oder teresa.trabert@fint.team.

Die Jahresbranchenkonferenz findet im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit statt und wird von der Kreative MV – dem Landesnetzwerk für Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern – durchgeführt und von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock unterstützt.

Das Land unterstützt die Landesbranchenkonferenz „Kreatopia 2019“ in Höhe von rund 18.000 Euro aus Landesmitteln.

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Büros für Kulturwirtschaftsforschung in Köln rund 5.500 Selbstständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Rund 2.600 Selbstständige und Unternehmen haben im Jahr 2014 gemeinsam einen Jahresumsatz von mehr als 777 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche betrug 2014 rund 9.600. Betrachtet man die sozialversicherungspflichtig und die geringfügig Beschäftigten sowie alle Selbstständigen zusammen, dann sind gegenwärtig knapp 17.800 Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Land tätig.

„Musik hinter Gittern“ in Neustrelitz

Neustrelitz – Seit 20 Jahren engagiert sich die Stiftung mit „Musik hinter Gittern“ in Neustrelitz. Justizministerin Katy Hoffmeister lobt zum Jubiläum: „Die Internationale Stiftung für Förderung von Kultur und Zivilisation eröffnet Gefangenen Perspektiven“

„Die ‚Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation‘ hat sich vor 20 Jahren erstmals in Neustrelitz jungen Gefangenen gewidmet. Musik ist ein wichtiger Teil unseres gesellschaftlichen Lebens. Daher sehe ich Musik auch als einen unverzichtbaren Bestandteil in der Arbeit mit jungen Inhaftierten an. Rund 150 Jugendlichen sind dank der Stiftung in den vergangenen 20 Jahren musikalisch neue Perspektiven eröffnet worden. Sie haben Instrumente erlernt und sich mit Musik befasst. Wer Takt und Harmonie beherrscht, hat beste Chancen für ein Leben ohne neue Straftaten“, sagte Justizministerin Hoffmeister weiter.

Beim Konzert „Musik hinter Gittern“ in der JVA Neustrelitz am Freitag sind fünf jugendliche Gefangene am Klavier aufgetreten. Präsentiert wurden neue Instrumente und Noten, die in diesem Jahr durch den Erlös von 1.000 Euro aus einer Versteigerung eines kunstverzierten Fahrrads gekauft werden konnten.

„Ich danke der Stiftung für ihren Einsatz. Sie stehen heute stellvertretend für viele engagierte Menschen, die mithelfen, dass Wiedereingliederungen in die Gesellschaft erfolgreich verlaufen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder, der sich ehrenamtlich für den Justizvollzug einsetzt, hilft, den Opferschutz zu stärken“, so Ministerin Hoffmeister.

Richtfest für Depots und Werkstätten

Schwerin – Mit Baukosten von über 60 Mio. Euro ist der Neubau für die Depots und Werkstätten die derzeit zweitgrößte Baustelle des Landes. Künftig wird der monumentale Bau in der Stellingstraße in Schwerin nicht nur die Geschichte des Landes beherbergen, auch die Kunstschätze finden auf insgesamt 16.000 Quadratmetern eine neue Heimstatt. Heute war das Richtfest.

„Mit dem Neubau wagen wir den Sprung ins 21. Jahrhundert“, so Finanzminister Reinhard Meyer anlässlich des Richtfestes. In gut zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Nutzer, das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege sowie die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen das Gebäude nutzen können.

Die Planungen für den Neubau hatten schon vor gut acht Jahren begonnen. Die Anforderungen an den landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften waren alles andere als alltäglich: Neben besonderen Nutzungsanforderungen für den Erhalt der Kulturschätze war nicht zuletzt die Lage mitten in dem sensiblen Gebiet, mit dem sich die Landeshauptstadt um Aufnahme in die Welterbeliste bewirbt, eine Besonderheit.

Nach der Grundsteinlegung vor rund zweieinhalb Jahren konnte nun der Rohbau fertiggestellt werden. Stellvertretend für alle am Bau Beteiligten dankte Finanzminister Reinhard Meyer den Planern vor allem aber den Baufirmen für die großartige Arbeit, die in den vergangenen Monaten geleistet wurde: „Das künftige Zentrum unserer kulturellen Werte hat viele Mütter und Väter. Alle, die an diesem Bau beteiligt sind, leisten Historisches, denn sie bauen hier am Gedächtnis Mecklenburg-Vorpommerns.“

Dass auch das Bildungsministerium als künftiger Nutzer, die Fertigstellung kaum erwarten kann, machte Bildungsministerin Bettina Martin deutlich: „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land, das reich an Kultur und an Zeugnissen der Geschichte ist. Mit den Bauten, die hier entstehen, bekommen 12.000 Jahre Kulturgeschichte ein endgültiges neues Zuhause. Wertvolle Bestände sind in den letzten 13 Jahren aus provisorischen Lagerstätten geborgen worden und werden zukünftig in diesem Depot zusammengeführt. Mit dem Neubau ist zudem auch architektonisch eine Lösung gefunden, die sensibel mit dem Standort umgeht, sich harmonisch einfügt und gleichzeitig alle Anforderungen an moderne Depotstätten erfüllt.“

Konzertsommer der Festspiele geht zu Ende

Neubrandenburg – Mit dem Abschlusskonzert in der Konzertkirche Neubrandenburg geht an diesem Sonntag der Konzertsommer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu Ende. Kulturministerin Bettina Martin besuchte das Konzert der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Andrew Matzke, in diesem Jahr begleitet von der gefeierten niederländischen Cellistin Harriet Krijgh.

„Hinter uns liegt ein bezaubernder Festspielsommer voller gefeierter Erfolge. Die Festspiele MV haben wieder Tausende Musikliebhaber in unser Land gelockt. Mit seinen international renommierten Künstlerinnen und Künstlern sowie den liebevoll ausgesuchten Spielorten überall im Land haben die Festspiele auch in diesem Jahr wieder Groß und Klein begeistert“, sagte Ministerin Martin. „Ich danke allen herzlich, die mit viel Energie, Liebe und Kompetenz auch in diesem Jahr die Festspiele MV zu einem kulturellen Juwel unseres Landes gemacht haben. Sie haben damit dazu beigetragen, dass unser Land mit seinem vielfältigen Kulturangebote weit über unsere Landesgrenzen hinaus glänzt.“

Ministerin Martin dankte ausdrücklich auch dem Intendanten der Festspiele, Markus Fein, für seine hervorragende Arbeit. Er hatte angekündigt, nach der nächsten Festspielsaison nach Frankfurt am Main zu wechseln. „Markus Fein hat in den vergangenen Jahren die Festspiele mit neuen Akzenten geprägt: Stars im Dorf ist beispielsweise eine seiner Formatideen, er hat die 360-Grad-Konzerte etabliert und die Festspiele noch attraktiver für Familien gemacht“, betonte Ministerin Martin. „Ich freue mich, dass Markus Fein die anstehende Jubiläumssaison noch betreuen wird.“

In der Saison seit Mitte Juni haben die Festspiele klassische Musik an außergewöhnliche Spielstätten im Land, wie Kirchen, Scheunen, Schlossparks und Industriehallen, gebracht. Auch in diesem Jahr unterstützt das Land die Festspiele mit 175.000 Euro aus der Kulturförderung. Erstmals erhielten die Festspiele zusätzlich Fördermittel in Höhe von 15.000 Euro für das „Detect Classic Festival“. Dieses neue Format fand im Juli am Neubrandenburger Tollensesee statt und richtete sich erstmals ausdrücklich an ein jüngeres Publikum. Partnerschule der Festspiele für das Schuljahr 2019/2020 ist die Grundschule Malchow. Zukünftig sollen pro Jahr drei Schulen ausgewählt werden, die dann für einen Zeitraum von drei Jahren am Education-Programm der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen.

Kulturpreis des Landes verliehen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Inge Jastram mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. „Inge Jastram gehört mit ihren Grafiken und Illustrationen zu den bedeutendsten Künstlerinnen unseres Landes“, sagte die Ministerpräsidentin in ihrer Rede auf der Festveranstaltung in Schwerin.

„Ins heutige Mecklenburg-Vorpommern kamen Sie der Liebe wegen. Aber recht schnell haben Sie hier bei uns auch Ihre künstlerische Heimat gefunden: Zunächst mit Illustrationen für die Ostsee-Zeitung. Es folgten baugebundene Arbeiten, mit denen Sie zusammen mit Ihrem Mann Jo und anderen Künstlern das Stadtbild der Hansestadt Rostock künstlerisch geprägt haben. Etwa an prägnanten Bauten wie dem Teepott in Warnemünde oder bei der Gestaltung des Bernsteinsaals im Neptun-Hotel. Später waren Sie dann als Buchillustratorin auch für den traditionsreichen Rostocker Hinstorff-Verlag tätig. Und als freischaffende Künstlerin haben Sie sich mit Ihren Grafiken und Radierungen einen Namen gemacht. Auch weit über unsere Landesgrenzen hinweg“, würdigte die Ministerpräsidentin das Schaffen der 85-Jährigen. „Inge Jastram ist eine ganz besondere Botschafterin für die vielfältige Kulturlandschaft in unserem Land geworden. Dafür ehren wir sie heute mit dem Kulturpreis des Landes.“

Der Kulturförderpreis des Landes wurde durch die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Bettina Martin an den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Rostock Juri Rosov übergeben. Rosov habe sich in den nunmehr 16 Jahren, die er an der Spitze der Gemeinde steht, vorbildlich dafür eingesetzt, dass jüdische Kultur in all ihren Facetten in der Öffentlichkeit sichtbar wird.

„Juri Rosov hat einmal gesagt, dass Kultur besonders gut geeignet ist, um Berührungsängste abzubauen. Das sehe ich genauso. Ich bin überzeugt: Vorurteile können am besten durch Dialog und durch offene Türen ausgeräumt werden. Und dadurch, dass man einander begegnet.“ Dafür schaffe die Jüdische Gemeinde in Rostock mit den Theaterstücken ihrer Theatergruppe oder den jüdischen Kulturtagen, die für Oktober wieder geplant sind, reichlich Gelegenheit.

Der Kulturpreis des Landes ist mit 10.000 Euro, der Kulturförderpreis mit 5.000 Euro dotiert.

Mitarbeiterbefragung am Mecklenburgischen Staatstheater

Schwerin – In Schwerin wurden heute die Ergebnisse der Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mecklenburgischen Staatstheaters (MST) vorgestellt. Zuletzt im Frühjahr diesen Jahres hatten die Beschäftigten wiederholt in offenen Briefen deutliche Kritik am Betriebsklima und an der künstlerischen Ausrichtung des Hauses geäußert. Die Gesellschafter des MST, das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Stadt Schwerin, der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Stadt Parchim hatten sich bereits im Dezember 2018 mit dem Intendanten auf eine Mitarbeiterbefragung verständigt.

Die Ergebnisse der fünfwöchigen Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche die Beratungsgesellschaft für Beteiligungsverwaltung (BBVL) ab April durchführte, beinhaltet folgende Punkte:

  • hohe Identifikation der Beschäftigten mit dem Theater bei einer Beteiligung von 75 Prozent
  • Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten – Führungskräfte, Beschäftigte, Betriebsrat – ist es, das MST in Zukunft zu stärken.
  • Auch die Gesellschafter – das wurde im Verlauf der Präsentation der Ergebnisse im August mehr als deutlich – stehen hinter dem Theater.
  • Die zum Teil auch kritisch zu bewertenden Ergebnisse geben Raum für Verbesserungen. Die zahlreichen und vielfältigen Anregungen der Beschäftigten geben dem Theater viel Spielraum für konstruktive Veränderungen, beispielsweise eine organisatorische Aufstellung mit Blick auf Zuständigkeiten, Verantwortung, Führungsverhalten auf allen Ebenen, inhaltliche Ausrichtung des Theaters, Themen der Personalentwicklung, Kommunikation und Transparenz, Verbindlichkeit, Sachlichkeit.
  • Im Ergebnis müssen alle Beteiligten lösungsorientiert an den Ergebnissen arbeiten und die notwendigen Maßnahmen umsetzen.

Seitens der Beratungsfirma BBVL wurden Handlungsempfehlungen erarbeitet. Sie richten sich sowohl an die Gesellschafter als auch an die Geschäftsleitung, den Betriebsrat und auch an die Beschäftigten. U. a. wird den Gesellschaftern empfohlen, eine klarer umrissene Definition der Eigentümerziele zu erarbeiten und eine Grundsatzentscheidung zur Führung des Theaters zu treffen.

In diesem Kontext haben die Gesellschafter des MST bereits auf ihrer Gesellschafterversammlung am 14. August 2019 beschlossen, die Geschäftsführung künftig als sogenannte „Doppelspitze“ für die künstlerische Leitung (Generalintendanz, Sprecher der Geschäftsführung) und die kaufmännische Leitung (Kaufmännische Geschäftsführung) getrennt zu besetzen. Die Ausschreibung dafür erfolgt in den kommenden Wochen.

Vorpommersche Landesbühne

Anklam – „Die alljährliche Aufführung `Die Peene brennt´ zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass die Vorpommersche Landesbühne etwas ganz Besonderes ist. Spöttisch, aber auch liebevoll wird das Geschehen in Anklam, in Vorpommern und weit darüber hinaus auf die Schippe genommen“, erklärte Staatssekretär Patrick Dahlemann  in einem Grußwort vor der Aufführung auf der Hafenbühne in Anklam.

„Die Landesregierung steht hinter der Vorpommerschen Landesbühne. Wir investieren in die Theaterbauten in Anklam und Barth. Der Landeszuschuss für die Bühne steigt. Und die Mittel werden dynamisiert“, sagte Dahlemann. „Die Vorpommersche Landesbühne erhält in diesem Jahr eine einmalige Unterstützung von 175.000 Euro vom Land. 2020 soll das Theater dann 400.000 Euro mehr erhalten. Die Zuschüsse des Landes für die Vorpommersche Landesbühne steigen damit 2020 auf 1,953 Millionen Euro im Jahr. Ab 2022 sollen diese Mittel für das Theater dann um 2,5 Prozent im Jahr dynamisiert werden“, sagte Dahlemann.

In diesem Jahr befasst sich die Aufführung von Autor und Regisseur Wolfgang Bordel mit dem Schicksal der fiktiven „Freien Republik Peeneland“. Wie schon im Vorjahr wird der Parlamentarische Staatssekretär in einer kleinen Nebenrolle an der Aufführung mitwirken. Er spielt dieses Jahr den Ritter „Don Quijote“.

„Ich werde allerdings nicht gegen Windmühlenflügel und auch nicht gegen Windräder kämpfen. Es geht darum, der Freien Republik Peeneland in einer Notlage schnell und unbürokratisch zu helfen“, verriet der Staatssekretär augenzwinkernd vor der Aufführung. „Für mich ist das einer der schönsten Termine im Jahr. Ich finde es hervorragend, dass Wolfgang Bordel und Martin Schneider mmer wieder bekannte Bürgerinnen und Bürger aus Anklam und Umgebung in ihre Stücke einbinden. Auch das macht `Die Peene brennt´ zu etwas ganz Besonderem.“

29. Landesweite Kunstschau 2019

Schwaan – Kulturministerin Bettina Martin hat am Sonntag, 1. September 2019, an der Finissage der 29. Landesweiten Kunstschau in Schwaan teilgenommen. Die Werkschau des Künstlerbundes MV stand in diesem Jahr unter dem Motto „Vom Groben zum Feinen – Durch die Mühle gejagt“.

Über einen Zeitraum von zwei Monaten waren in der Kunstmühle und im Skulpturenpark Schwaan rund 90 zeitgenössische Arbeiten von 57 Künstlerinnen und Künstlern aus Mecklenburg-Vorpommern zu sehen. Das Land unterstützt die Projekte des Künstlerbundes in diesem Jahr über die Kulturförderung mit 100.000 Euro.

„Mit der 29. Landeskunstschau ist es dem Künstlerbund erneut gelungen, das vielfältige Kunstgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern einem breiten Publikum zu präsentieren“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Die Künstlerinnen und Künstler haben sich mit ihren Werken in ganz unterschiedlichen Weisen und mit sehr unterschiedlichen Materialien mit dem hochaktuellen Motto der diesjährigen Themenausstellung auseinandergesetzt. Herausgekommen ist eine Kunstschau, die den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern neue Blickwinkel und Perspektiven eröffnet hat. Ich danke den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern, dem Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern als Veranstalter sowie der Stadt Schwaan und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kunstmuseums Schwaan für diese gelungene Präsentation des zeitgenössischen Kunstschaffens in unserem Land. Schon heute freue ich mich auf die 30. Landeskunstschau“, so Martin.

Den Schlusspunkt der landesweiten Kunstschau setzte die Aktion MUTTERERDE. Mit Unterstützung der Gäste der Finissage wurden im Park des Kunstmuseums Tonplatten gehoben, die kunstinteressierte Schwaaner zuvor gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Erde ihrer Grundstücke geformt hatten. Im Anschluss wurden diese Objekte wieder im Park des Kunstmuseums eingelassen und ließen eine neue Bodenskulptur entstehen. Die Aktion wurde durch die Band Mary Jane & The Baltic Sweet Jazz Orchestra musikalisch begleitet.