Immaterielles Kulturerbe

„Buchholzer Knieperdackse“ und „Vielfalt des Sagenerzählens“ vorgeschlagen

Schwerin – Im 4. Bewerbungszyklus zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes sind zwei Bewerbungen im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin eingegangen. „Vorgeschlagen werden die Buchholzer Knieperdackse und die Vielfalt des Sagenerzählens in Mecklenburg-Vorpommern“, teilte Kulturministerin Bettina Martin mit. „Wir nun prüfen, ob die Bewerbungen vollständig sind“.

Bis zum 15. April 2020 müssen die Vorschläge an die Kultusministerkonferenz übermittelt werden. Mit einer Entscheidung ist im Frühjahr 2021 zu rechnen. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen regional verankerte Bräuche, Rituale, Feste, Musiktraditionen, Theater und Tänze und Praktiken sowie traditionelle Handwerkstechniken.

„Mecklenburg-Vorpommern hat viele landesspezifische Traditionen, die die Menschen pflegen, bewahren und die unsere Heimat ausmachen“, betonte die Kulturministerin. „Das Malchower Volksfest, das Reetdachdeckerhandwerk, das Tonnenabschlagen, das Barther Kinderfest, die Bewahrung und die Nutzung der Zeesboote und die traditionelle kunsthandwerkliche Herstellung der Darßer Türen finden sich im bundesweiten Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe wieder. Darüber können wir uns freuen“, sagte Martin.

Der Umzug der Buchholzer Knieperdackse im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist ein traditioneller Brauch, der bis in die heutige Zeit bewahrt werden konnte. Jedes Jahr am Heiligen Abend erwarten die Buchholzerinnen und Buchholzer ihren Besuch. Heute angeführt vom „Wiehnachtsmann“ besteht die furchteinflößende Gruppe aus Knieperdacks, Schimmelrieder, Pietschenknaller, Zägenbuckführer und Zägenbuck. Bis auf den Weihnachtsmann sind alle Figuren ganz in weiß gekleidet und tragen weiße Spitzhüte. Der „Knieperdacks“ hat eine hölzerne Zange, daher auch sein Name. „Kniepen“ bedeutet im Plattdeutschen „kneifen“.

Erzählte Volksüberlieferungen wie Sagen existieren weltweit, etwa 50.000 Sagen mit regionalem Bezug gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gruppe der ehrenamtlichen Sagenerzählenden möchte als Beispiel wirken, wie man sich im Hobby und freiberuflich einen Überblick über die Vielfalt des Sagenerzählens verschaffen kann. Die Gruppe hat aus ihren aktuellen Aktivitäten Schlussfolgerungen gezogen, die sie für die Bewahrung der heimischen Sagenwelt umsetzen und an denen sie andere Sagenfreunde teilhaben lassen möchte. Daraus ist in fünf Punkten auch das S-A-G-E-N-Programm entstanden.

Förderung für Kreismusikschule Uecker-Randow

Eggesin – „Die Konzerte der Kreismusikschule Uecker-Randow sind eine Bereicherung für Vorpommern. Immer wieder ziehen Sie hunderte in den Bann so wie beim traditionellen Weihnachtskonzert in Eggesin. Es ist ein großer Genuss, den kleinen und großen Musikerinnen und Musikern zuzuhören. Man spürt die Leidenschaft und Freude, mit der alle dabei sind“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär Patrick Dahlemann heute beim Weihnachtskonzert in der Martin-Luther-Kirche.

Die Kreismusikschule, die in diesem Jahr 60 Jahre alt ist, sei in ganz Vorpommern sehr beliebt und anerkannt, „und das quer durch alle Generationen in der Region und weit darüber hinaus. Hier wird eine großartige Arbeit geleistet. Unterricht wird in rund 30 Fächern an den Schulstandorten Ueckermünde, Torgelow, Strasburg, Pasewalk und Eggesin angeboten. Ob Gesang oder Instrumental, die Lehrerinnen und Lehrer geben wie die Schülerinnen und Schüler ihr Bestes, um bei Wettbewerben ganz vorn mit dabei zu sein und das Publikum bei Konzerten mit ihrem Können zu verzaubern. Das verdient großen Respekt und Anerkennung“, lobte Dahlemann. Erst kürzlich besuchten er und Bildungsministerin Bettina Martin die Musikschule. Beide würdigten auch die Arbeit des Fördervereins.

Zur Überraschung übergab der Staatssekretär einen Förderbescheid des Bildungsministeriums über 2.500 Euro aus dem Strategie-Fonds für die Neuanschaffung eines Konzertglockenspiels und 30 neuer Pultleuchten. „Sie alle sorgen für gut organisierte Veranstaltungen und Projekte. Dafür braucht ihr auch diese gute Ausstattung. Dabei helfen wir sehr gern.“

Gingster Kinder singen in der Kirche

Kindergartenkinder und Schüler der Gingster Schulen bereiten ein traditionelles Adventssingen vor

Insel Rügen – In diesem Jahr setzen die Kindergartenkinder und Schüler aus Gingst eine schöne Tradition fort, in dem sie am 20. Dezember um 9 Uhr eine Neuauflage des Adventssingens in der Gingster Kirche organisieren.

Nicole Hoppe, die in verschiedenen Klassen Musikprojekte organisiert, hat für die Veranstaltung den Hut auf. Sie studiert mit den Schülern ihrer Musik-Profilstunden 5 bis 8 beliebte Weihnachtslieder ein, die an dem Vormittag zu hören sein werden. Die Kleinen aus den Klassenstufen 1 bis 4 üben bis dahin in den Musikstunden ihre Lieblingslieder. Sie werden alle zusammen mit ihren Lehrern die schönsten Lieder singen und sich so auf das Fest und die Ferien einstimmen. Mit dabei sind auch wieder die ganz kleinen Kinder aus der Kindertagesstätte Löwenzahn, die das Programm mit einem eigenen Lied bereichern.

Pastor Joachim Gerber und seine Frau Dorothee begleiten das Weihnachtssingen in der Gingster Kirche und freuen sich auf eine vorweihnachtliche Veranstaltung. Dabei werden auch Klänge auf der Orgel und einige besinnliche Worte zum Fest zu hören sein. Einwohner und Gäste des Ortes sind herzlich eingeladen, an dem Adventssingen teilzunehmen und natürlich auch mitzusingen.

2,5 Mio. Euro für Kulturprojekte

2,5 Mio. Euro für Schloss Bröllin und das Kulturhaus Mestlin/TRAFO2-Programm fördert Kulturprojekte im ländlichen Raum

Schwerin – Schloss Bröllin in Vorpommern-Greifswald und das ehemalige sozialistische Dorfensemble im mecklenburgischen Mestlin mit dem Kulturhaus im Zentrum werden über das TRAFO2-Programm der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die beiden Trägervereine in Bröllin und Mestlin haben sich im jüngsten Bewerbungsverfahren durchgesetzt und erhalten eine Förderung in Höhe von jeweils 1,25 Mio. Euro in den Jahren 2020 bis 2023, teilte die Stiftung heute mit.

„Das ist ein großer Erfolg für die beiden Vereine. Sie bereichern mit ihren Projekten das Kulturleben im ländlichen Raum in ganz besonderer Weise“, lobte Kulturministerin Bettina Martin. „Kultur im ländlichen Raum macht die Regionen lebenswert und trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Das TRAFO-Programm fördert originelle und innovative Kulturprojekte. Insofern ist die finanzielle Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes auch eine besondere Anerkennung für Mecklenburg-Vorpommern. Ich freue mich riesig darüber, dass die beiden Kulturvereine von der Bundesförderung profitieren“, sagte Martin.

Schloss Bröllin will der kulturelle Anker in der Region Pasewalk/Uecker-Randow werden und ein regionales Kulturbüro mit festem Netzwerk zwischen Künstlerinnen, Künstlern, kulturellen Einrichtungen, Vereinen und Kommunalverwaltungen aufbauen. Das Kulturhaus Mestlin soll sich zu einem gut vernetzten soziokulturellen Zentrum und einem Kommunikationsort der Parchimer Region entwickeln. Ziel ist es, die Region besser als bislang mit kulturellen Angeboten zu versorgen und die überregionale Wahrnehmung des Kulturhauses zu stärken.

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ in den Jahren 2015 bis 2024 insgesamt 26,6 Millionen Euro bereit. Zwei Regionen in Mecklenburg-Vorpommern haben sich gemeinsam mit 16 Projekten in neun Bundesländern um diese Mittel beworben. TRAFO steht dabei für Transformationsprozesse auf dem Land. Eine Fachjury hat über die besten Konzepte entschieden.

Bilder von Erhard Siebrecht

Ausstellung „Ansichten II.“ mit Bildern von Erhard Siebrecht ab 6. Dezember 2019 im StALU MM/Letzte Kunstausstellung in der Rostocker Landesbehörde eröffnet

Rostock – Unter dem Titel „Ansichten II.“ präsentiert der Rostocker Hobbymaler Erhard Siebrecht erstmals im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) in Rostock eine Auswahl seiner Werke in Öl und Mischtechniken.

Silke Krüger-Piehl, stellvertretende Amtsleiterin des StALU MM, eröffnete am 6. Dezember 2019 in Anwesenheit des Künstlers sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des StALU MM und weiteren Gästen damit die 82. und zugleich letzte Kunstausstellung vor dem Auszug der Behörde im Flur der 11. Etage der Rostocker Landesbehörde in der Erich-Schlesinger-Straße.

Erhard Siebrecht wurde 1951 im vorpommerschen Anklam geboren. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er Betriebswirtschaft in Rostock. Mehr als 30 Jahre arbeitete er im nahegelegenen Düngemittelwerk als Hauptbuchhalter und kaufmännischer Leiter.

Mit dem Ende seiner Berufstätigkeit eröffnete sich für Erhard Siebrecht die Möglichkeit, die Malerei zu seinem Lebensthema zu machen. Er verarbeitet mit Pinsel und Farbe vor allem Ereignisse, Erfahrungen und Eindrücke aus seinem direkten Umfeld. Aus Gesehenem etwas Neues zu gestalten ist ihm dabei sehr wichtig. Dabei setzte sich der Hobbymaler im Laufe der letzten 50 Jahren autodidaktisch mit verschiedensten Techniken der Malerei auseinander. Seit mehr als 4 Jahren sind seine Bilder in Ausstellungen zu sehen, dabei vornehmlich in Vorpommern.

Die neue Ausstellung im StALU MM zeigt vor allem Landschaftsmotive, dabei mehrere Motive aus Rostock, sowie Stillleben. Zu sehen sind reale, surreale und abstrakte Bildmotive, kraftvoll gemalt und oft kombiniert mit feinsinnigem Symbolismus und phantasievollen Details. Dabei können sich die Ausstellungsbesucher auf vielseitige Bildinterpretationen einlassen.

Die Ausstellung „Ansichten II“ ist im Flur der 11. Etage des Landesbehördenzentrums Rostock-Südstadt, Erich-Schlesinger-Straße 35 bis zum 27.02.2020 werktags Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr und Freitag von 09.00 Uhr bis 16.30 Uhr kostenfrei zu besichtigen.

Künstlerstipendien 2020

Bewerbungen jetzt möglich

Schwerin – Das Land vergibt im kommenden Jahr Aufenthalts-, Arbeits- und Reisestipendien in den Bereichen Bildende Kunst/Fotografie, Darstellende Kunst/Tanzperformance, Musik/Komposition, Literatur und spartenübergreifende Vorhaben. Freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die sich bewerben wollen, müssen ihre Bewerbungen bis zum 15. Januar 2020 im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin einreichen. Im kommenden Jahr stehen insgesamt 60.000 Euro für die Künstlerstipendien bereit.

„Viele Künstlerinnen und Künstler bei uns im Land leben von ihrer Kunst. Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Mit den Stipendien unterstützen wir sie für eine bestimmte Zeit finanziell und ermöglichen ihnen Freiräume, damit sie sich kreativ entfalten können. Die Künstlerstipendien sind eine besondere Form der Einzelkünstlerförderung. Sie kommen den Künstlerinnen und Künstlern direkt zu Gute und sind deswegen auch sehr begehrt. In diesem Jahr haben 14 Künstlerinnen und Künstler von einem solchen Stipendium profitiert“, erklärte Martin.

Die Stipendien werden in einem geregelten Bewerbungsverfahren vergeben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist, dass die Künstlerinnen und Künstler ihren Sitz und Wirkungskreis in Mecklenburg-Vorpommern haben und sich durch ihr künstlerisches Schaffen ausgewiesen haben. Bei einem Aufenthaltsstipendium können sie eine monatliche Unterstützung bis max. 2.000 Euro erhalten, bei einem Arbeitsstipendium sind es bis max. 5.000 Euro als Zuschuss in Form einer Festbetragsfinanzierung. Bei einem Reisestipendium handelt es sich um Zuschüsse in Höhe von bis zu max. 3.000 Euro. Sie sollen 50 Prozent der Gesamtausgaben, die zuwendungsfähig sind, nicht überschreiten.

Die aktuelle Ausschreibung für die Stipendien, Antragsformulare und Erläuterungen zur Ausschreibung finden Künstlerinnen und Künstler auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Kinokulturpreis M-V vergeben

Rostock – Erstmals wird in Mecklenburg-Vorpommern der Kinokulturpreis verliehen und durch das Land mit einem Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro gefördert. Für den Preis bewerben konnten sich alle gewerblichen und nicht-gewerblichen Spielstätten im Land.

„Kino bringt Menschen zusammen, Kino eröffnet neue Welten Es ist schwierig, heutzutage ein Kino mit einem hochwertigen Programm anzubieten. Aber es gibt leidenschaftliche Kinobetreiber in Mecklenburg-Vorpommern, die das schaffen. Das ist großartig“, betonte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Heiko Geue bei der Verleihung im Lichtspieltheater Wundervoll-Metropol in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

Der neue Kinokulturpreis mache sichtbar, was Kinos und ihre Betreiber in Mecklenburg-Vorpommern leisten. Geue: „Lebendige Kinos mit gutem Programm gehören zum Filmland Mecklenburg-Vorpommern und Kinokultur gehört zu Mecklenburg-Vorpommern als Land zum Leben. Wir sind schließlich auch ein Land, in dem Filme gedreht werden. Die Landesregierung unterstützt einheimische Filmemacherinnen und Filmemacher gern.“

Von den 26 Vorschlägen wurden 18 Preisträger ausgewählt. Die Hauptpreisträger mit je 4000 Euro sind folgende gewerbliche Spielstätten:

Luna Filmtheater Ludwigslust
Basiskulturfabrik – Kino 1, Neustrelitz
Liwo Metropol & Frieda 23, Rostock

Alle anderen Preisträger erhalten kleinere Beträge.

KulturSchuppen Garz mit Ausstellung

Insel Rügen – Am 30.11. 2019 werden im KulturSchuppen in der Stadt Garz auf der Insel Rügen Ölbilder und anderes von Anja Gehrke präsentiert. Die Ausstellungseröffnung beginnt um 18.00 Uhr.

Im Anschluß findet ein Konzert mit neuen und bekannten Songs von Joanna Gemma Auguri statt. Der Eintritt zur Ausstellung und zum Konzert ist frei, um eine Spende für die Künstlerin wird gebeten.

Am ersten Advent ist die Ausstellung mit Anja Gehrkes Arbeiten in der Zeit von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Rembrandt-Ausstellung eröffnet

Schwerin – Vor 350 Jahren verstarb Rembrandt van Rijn, der berühmteste Künstler des Goldenen Zeitalters. Im Kupferstichkabinett der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern hat Finanzminister Reinhard Meyer pünktlich zu diesem Rembrandt-Jahr nun eine Ausstellung mit ausgewählten Werken der Schweriner Sammlung eröffnet.

© Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt 168 Radierungen umfasst die Schweriner Sammlung mit den Werken Rembrandt, eine Auswahl von 70 Grafiken ist nun im Kupferstichkabinett des Staatlichen Museums Schwerin zu sehen. Heute Abend ist sie offiziell von Finanzminister Reinhard Meyer eröffnet worden. Die Werke veranschaulichen die hohe druckgrafische Qualität aus den Schaffensjahren Rembrandts von 1630 bis 1659.

Dabei widmet sich die Ausstellung sowohl Fragen zur Sammlungsgeschichte als auch der Bedeutung von Wasserzeichen, die sich auf zahlreichen Grafiken befinden. Sie geben Auskunft über Ort und Zeit der Entstehung des Druckpapiers. Zudem werden in der Galerie Alte Meister anhand ausgewählter Gemälde die Einflüsse von Rembrandts Kunst auf andere Künstler vorgestellt.

Finanzminister Reinhard Meyer: „Rembrandts hohe künstlerische Meisterschaft verbindet sich mit einem tiefen Gefühl für Menschen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten. Diese thematische Vielfalt in Verbindung mit der herausragenden Qualität spricht bis heute viele Menschen an. Mit der Ausstellung machen wir dieses einzigartige Kunsterlebnis nun auch in Schwerin für ein breites Publikum erlebbar.“

Festival Verfemte Musik

Schwerin – Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin hat in Schwerin das internationale Festival Verfemte Musik eröffnet. Vom 10. bis 26. Oktober 2019 bringt der Landesverband Jeunesses Musicales MV e. V. Werke von Komponistinnen und Komponisten zu Gehör, die während der NS-Zeit verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. Beim Eröffnungskonzert standen Ludwig van Beethoven sowie verfemte Künstler wie der Komponist Viktor Ullmann auf dem Programm.

„Musik zu spielen, um sich zu erinnern und nicht zu vergessen, was damals passiert ist. Das ist das Anliegen des Festivals Verfemte Musik“, lobte Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin, die in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat. „Das Festival ist ein Plädoyer für die Freiheit der Kunst und will darauf aufmerksam machen, dass sie bei uns nicht immer selbstverständlich war. Am Tag nach den schrecklichen Ereignissen in Halle setzt es umso mehr ein Zeichen für eine freie, offene und tolerante Gesellschaft. Gerade jungen Menschen will das Festival Denkanstöße geben. Ich danke dem Festivalteam für sein großes Engagement und empfehle allen Musikliebhaberinnen und Musikliebhabern die Konzerte zu besuchen. Sie werden wahre Entdeckungen machen“, sagte die Ministerin.

Neben den Konzerten gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Dazu zählt das Musiksymposium, das zum vierten Mal stattfindet. Am 25. und 26. Oktober 2019 widmet es sich dem Thema „Musik in Diktaturen“. Es bietet Zeit und Raum, sich mit der Frage zu beschäftigen, welche Auswirkungen politische Einflussnahme und Instrumentalisierung auf Musik hat. Namhafte Historiker, Musikwissenschaftler und Politologen werden nach Schwerin kommen. Das Land unterstützt das Symposium über die Kulturförderung mit 15.000 Euro.

Königliche Geschenke

Porzellanausstellung im Schloss Schwerin eröffnet

Schwerin – Finanzminister Reinhard Meyer hat im Schweriner Schloss die Ausstellung „Königliche Geschenke“ eröffnet. Die Ausstellung entführt den Besucher in eine königliche Welt und präsentiert prächtige Porzellane aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM), die das preußische Königshaus im Verlauf des 19. Jahrhunderts seinen mecklenburgischen Verwandten überreichte.

Die KPM gehörte zu dieser Zeit zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Porzellankunst. Namhafte Künstler wie Karl Friedrich Schinkel oder Johann Gottfried Schadow arbeiteten für das Unternehmen und fertigten Entwürfe für einzigartige Meisterstücke an, die vom Potential dieser Manufaktur, vom Können ihrer Entwerfer, Former, Maler und Vergolder künden.

So wurden alle im 19. Jahrhundert regierenden Herzöge bzw. Großherzöge Mecklenburgs, die Thronfolger und deren Gemahlinnen, vom preußischen Königshaus reichlich mit Porzellanen bedacht. Ob Vermählung, Thronbesteigung, Weihnachten, Ostern oder Geburtstag – den preußischen Majestäten stand in Berlin eine Manufaktur von Weltrang zur Verfügung, aus der sie bei Geschenken jederzeit aus dem Vollen schöpfen konnten. Ganz oben in der Beliebtheit der königlichen Porzellangeschenke standen die großen Prunkvasen, die sich vorzüglich für die standesgemäße Schlossausstattung eigneten. Doch auch kleinere Gaben waren willkommen, seien es erlesene Tassen, Frühstücksservice oder die seit 1819 alljährlich eintreffenden Porzellan-Ostereier.

„Die Geschenke“, so Finanzminister Reinhard Meyer anlässlich der Ausstellungseröffnung, „waren einst der Ausstattung des Residenzschlosses vorbehalten und damit auch nur einem erlauchten Kreis zugänglich. Und so wie sie einst die Prunkappartements der hohen Herrschaften zierten, so schmücken sie jetzt die Ausstellung. Mit einem Unterschied: Heute braucht man kein ‚blaues Blut‘, um in diesen Kunstgenuss zu kommen. Jeder kann sie sehen.“

Darßer NaturfilmFestival

Wieck – Beim diesjährigen Darßer NaturfilmFestival hat Kulturministerin Bettina Martin heute den Deutschen NaturfilmPreis 2019 verliehen. „Naturfilme beeindrucken nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern vermitteln Wissen und klären über ökologische Missstände auf. Vor allem aber eröffnen Naturfilmer einen emotionalen Zugang und begeistern Menschen für die Natur. Sie tragen damit erheblich zu einem effektiven Natur- und Umweltschutz bei – denn nur was der Mensch kennt und schätzt, wird er auch schützen wollen“, so Martin bei der Verleihung.

„Klima- und Umweltschutz sind wichtige Themen und aktueller denn je. Das Darßer NaturfilmFestival trifft den Nerv der Zeit – ich freue mich, dass es in diesem Jahr einen Besucherrekord verzeichnen kann“, sagte die Kulturministerin. „Das Darßer NaturfilmFestival hat sich über die Jahre zu einem der wichtigsten Treffpunkte für Naturfilmer und Fans des Naturfilm-Genres entwickelt. Das liegt sicherlich auch daran, dass Festival und Austragungsort so gut zueinander passen. Nicht nur die Darßer Arche greift mit ihrem Namen danach, den heutigen Abend zu beherbergen“, sagte Martin. „Ganz Mecklenburg-Vorpommern bietet mit seiner ursprünglichen Natur, seinen sieben Naturparks und seinen wunderbar gestalteten Kulturlandschaften eine perfekte Kulisse für dieses weit über unsere Landesgrenzen ausstrahlende Festival. Wer sich im Naturfilm-Genre zuhause fühlt, kann es auch hier.“

Und Martin weiter: „Als Bildungs- und Kulturministerin freue ich mich besonders darüber, dass sich das Darßer FilmFestival mit seinem NaturfilmCamp auch aktiv an den jungen Filmnachwuchs wendet. Gerade unter Kindern und Jugendlichen ist das Interesse an der Frage groß, wie wir die Natur und unsere Umwelt besser schützen können. Tier- und Naturfilme bieten eine großartige Möglichkeit der Naturbildung, um sich aktiv und nachhaltig für den Erhalt unserer Natur zu engagieren.“

Das Land unterstützt den Deutschen NaturfilmPreis in diesem Jahr mit 30.000 Euro. Die Fördermittel sind für die Auszeichnungen und für die Preisverleihung vorgesehen. Seit 2016 läuft die Filmförderung über die Staatskanzlei. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für den Deutschen NaturfilmPreis übernommen.

„Kulturen im Dialog – Brücken bauen und Mauern einreißen“

Schwerin – Heute eröffnen Integrationsministerin Stefanie Drese und Dagmar Kaselitz, Integrationsbeauftragte der Landesregierung, die Wanderausstellung „Kulturen im Dialog – Brücken bauen und Mauern einreißen“ im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung. Rund 40 Werke von 13 internationalen Künstlerinnen und Künstlern werden einen Monat lang im Schweriner Marstall zu sehen sein.

Drese: „Menschen aus über 160 Ländern leben in unserem Bundesland. Deshalb ist es wichtig, Brücken zu bauen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Uns ist es ein besonderes Anliegen, den interkulturellen Dialog zu fördern und einen Raum für Begegnung auf Augenhöhe zu schaffen. Die Ausstellung ist dafür eine sehr gute Gelegenheit.“

Die Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz initiierte die Ausstellung im Sozialministerium. „Ein Besuch lohnt sich. Interessierte werden schöne und besondere Kunstwerke sehen, die zur Diskussion anregen sollen und eine kulturelle Entdeckungsreise ermöglichen“, so Kaselitz im Vorfeld der Eröffnung.

Die Wanderausstellung wurde von Thyra Holst aus Deutschland und Hamid Boukheraz und Mostafa El Achheb aus Marokko organisiert. Weitere Ausstellungsorte sind und waren Marokko, Deutschland – darunter Bergisch Gladbach, Oberberg und Köln.

Die Kunstschaffenden Thyra Holst und Heinz-Peter Schepp werden zur Eröffnung erwartet.

Tischler-Meisterstücke im Wirtschaftsministerium

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat heute gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Schwerin, Peter Günther, eine Ausstellung mit Tischler-Meisterstücken eröffnet.

„Der Tischlerberuf ist einer der vielseitigsten Handwerke überhaupt. Von individuellen Möbeln über Fenster, Türen und Innenausbauten bis hin zu Messe- und Ladeneinrichtungen werden alle Produkte vom Tischler gefertigt. Die Tischler sind Experten rund ums Bauen, Wohnen und Einrichten. Das setzt voraus, dass sich die Fachleute ständig über den aktuellen Stand der Technik auf dem Laufenden halten müssen – eine tägliche Herausforderung. Mit der Ausstellung der Meisterstücke wollen wir die besonderen Leistungen der Handwerker würdigen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Ausstellungsstücke sind noch bis zum 18. Oktober 2019 im Speisesaal im Wirtschaftsministerium zu sehen (täglich von 09.00 bis 16.00 Uhr).

Die Tischlermeister haben bei der Handwerkskammer Schwerin über 24 Monate die Meisterschule in Teilzeit besucht. Fester Bestandteil der Abschlussprüfung ist die eigenverantwortliche Planung und Erstellung eines Meisterstücks. In maximal 18 Arbeitstagen mussten die Handwerker ihr Meisterstück entwerfen, zeichnen und fertigen. In der Ausstellung werden Haustüren, ein Hängesideboard, ein Empfangsboard, eine Flurgarderobe mit Sitzbank, ein Bett und ein Couchtisch präsentiert. „Der Meisterbrief ist eine Spitzenqualifikation. Er steht für hochwertige Qualität im Handwerk, fachliches Können und Kreativität – das zeigt die Ausstellung eindrücklich. Mit den Absolventen gewinnen wir Fachkräfte, die den Wirtschaftszweig Handwerk weiter stärken werden“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium honoriert den erfolgreichen Abschluss von Meistern in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Eine erfolgreiche bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste oder Bester ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Insgesamt wurde das „Meister-Extra“ seit Juni 2016 bereits 1.214 Mal ausgereicht. „Der Meistertitel steht als Gütesiegel für die Qualität im Handwerk und in der Industrie in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Meister-Extra wollen wir das persönliche Engagement der Absolventen für die Meisterqualifikation anerkennen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Die Ausstellung ist Bestandteil der landesweiten Imagekampagne „Besser ein Meister“, die das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommerns initiiert hat. Ziel ist es, für ein modernes, positives Bild des Handwerks zu werben, um Fachkräfte für den Wirtschaftszweig zu gewinnen und zu sichern.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Mitarbeiter und 5.113 Lehrlinge. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 700 Tischlereibetriebe in den Handwerksrollen der Kammern verzeichnet.