Fischereiausstellung im Stadthafen Sassnitz

Insel Rügen – Lange Jahre waren die Fischereiindustrie und der Stadthafen Sassnitz untrennbar miteinander verbunden. Heute halten hier nur noch eine Handvoll Fischer und Fischereibetriebe weiter die Stellung. Wie es zu diesem Rückgang der Fischereiwirtschaft kommen konnte und warum sie trotz allem bedeutend ist für die Region, beantwortet eine aktuelle Ausstellung im Stadthafen Sassnitz: „Im Netz der Zeit – Die Ostseefischerei im Wandel“ ist vom 1. August bis 10. Oktober 2021 im Alten Kühlhaus zu sehen.

„So wie die Ostseefischerei in stetigem Wandel begriffen ist, verändert sich im Laufe der Zeit auch die Sichtweise auf sie und ihre Darstellung in Medien oder Ausstellungen. Gerade deshalb kommt Museen die wichtige Aufgabe zu, das Wissen und das kulturelle Erbe dieses Berufszweiges für die Zukunft zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen,“ sagt Markus Röhrbein, einer der Kuratoren der Ausstellung.

Die Ausstellung soll nicht zuletzt darauf aufmerksam machen, dass mit der Ostseefischerei ein Stück Identität, ein kulturelles Erbe und lange tradiertes Wissen verloren zu gehen droht. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mehrerer Partner, darunter das Kunstprojekt BAG NET, der Stadthafen Sassnitz / Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (HBEG), das Fischerei- und Hafenmuseum Sassnitz sowie das Deutsche Meeresmuseum Stralsund.

Thomas Langlotz, Geschäftsführer der HBEG: „Dass die deutsche Ostseefischerei seit einigen Jahren zurückgeht, merken wir hier im Stadthafen ganz deutlich. Bis vor Kurzem beherbergte das Alte Kühlhaus beispielsweise noch die Produktionshallen eines Fisch-Feinkostherstellers. Mit dem Kunstprojekt BAG NET und der Ausstellung ‚Im Netz der Zeit‘ erhalten die leerstehenden Räume nun einen wichtigen und interessanten neuen Inhalt.“

In der zentralen Halle, in der früher der Fisch für die Weiterverarbeitung angeliefert wurde, und in drei ehemaligen Kühllagerräumen werden Exponate verschiedener Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Die Räume sind in die Themenwelten „tradiert“, „rationell“ und „konträr“ geteilt und beleuchten die Geschichte der Fischerei aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Foto- und Videoinstallationen, Wort, Bild und Text. Unter anderem hat das Deutsche Meeresmuseum Stralsund Exponate aus seiner ehemaligen Fischereiausstellung beigesteuert.

Vom Thünen-Institut für Ostseefischerei stammt Informationsmaterial zur aktuellen Fischereiforschung. Der Tauchverein archaeomare e. V. hat sich mit audiovisuellem Material aus einem Projekt zum Thema „Geisternetze“ in der Ostsee beteiligt und es wird ein Auszug aus dem vielbeachteten Fotoprojekt „Seesucht – Porträts (fast) aller Ostseefischer“ von Franz Bischof und Jan Kuchenbecker zu sehen sein. Nicht vergessen werden dürfen die verschiedenen Privatpersonen, welche die Ausstellung mit Exponaten und Bildern unterstützt haben.

Fischerei-Erlebniszentrum im Stadthafen Sassnitz

 „Im Netz der Zeit“ ist auch als Vorschau auf die Zukunft des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseums zu verstehen. Nachdem das Haus 2019 kurz vor der Schließung stand, haben mittlerweile die Stadtvertretung und der Stiftungsrat des Museums ihren Willen zum Erhalt und zur Modernisierung der Einrichtung bekräftigt. Voraussetzung hierfür war es, einen neuen Standort zu finden, der bessere Bedingungen und vor allem mehr Platz für eine überarbeitete Ausstellung bietet. Dieser neue Standort wurde nun mit dem Alten Kühlhaus gefunden. Künftig soll hier ein neuer Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische geschaffen werden.

„Dieses Vorhaben entwickelt das angedachte Fischerei-Erlebniszentrum im Stadthafen Sassnitz weiter. Hier können die Besucher nicht nur mehr zur Geschichte der Fischerei erfahren, sondern auch Einblicke in den heutigen Fischfang und die Fischverarbeitung erhalten,“ ergänzt Leon Kräusche von der Wirtschaftsförderung Sassnitz.

Die Exponate der Ausstellung

Zentrale Halle

Als Intro zur Ausstellung „Im Netz der Zeit“ werden in der zentralen Halle die BAG NET-Projekte LOGBUCH und NETZBODEN vorgestellt. Für LOGBUCH haben Künstler „Graphic Novels“ über die Geschichte und die aktuelle Krise der Ostseefischerei gestaltet. Das Projekt NETZBODEN zielt darauf, alle Museen und Vereine im südlichen Ostseeraum in einem Netzwerk zu vereinen, die sich mit der Fischereikultur der Region beschäftigen. Den Anfang macht eine interaktive Karte, auf der diese Einrichtungen für die Öffentlichkeit sichtbar werden und die in der Ausstellung vorgestellt wird. Den Mittelpunkt der Halle nimmt die Installation TREIBGUT / SPRACHGUT ein. Sie besteht aus Transportkisten voll mit den Überresten einer verschwundenen Fischereikultur und den Erinnerungen eines verstorbenen Fischereikapitäns. Die Sound- und Lichtinstallation stammt von Florian Schulz und Silvo Segeth.

Raum FISCHEREI TRADIERT

Großformatige schwarzweiß Fotos des Fotografen Karl Eschenburg aus dem Archiv der Universität Rostock dokumentieren den Fischeralltag an der Küste Mecklenburgs in den 1920er Jahren. Kolorierte Ansichtskarten geben einen Eindruck von den Fischereihäfen an der Ostseeküste vor etwa 100 Jahren. Exponate aus dem Magazin des Deutschen Meeresmuseums Stralsund zeigen die Vielfalt an Werkzeugen und Fanggeräten, welche die Fischer traditionell für die Ausübung ihres Berufs benötigten und selbst anfertigten – darunter viele verschiedene Formen von Netzen, die aus Naturmaterialen hergestellt wurden.

Raum FISCHEREI RATIONELL

Fotos in Schwarzweiß und Farbe zeigen Fischer im Porträt aber auch die technisierten Fangschiffe, die in der Nachkriegszeit entwickelt wurden. Die Bilder stammen vom Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum sowie aus den Archiven von Privatpersonen, insbesondere von Dr. Frank-Roland Fließ. Hinzu kommen technische Zeichnungen und historisches Werbematerial aus der Sammlung von Karl-Heinz Voß. Darüber hinaus werden hier einige Elemente aus der ehemaligen Fischereiausstellung des Deutschen Meeresmuseums Stralsund gezeigt.

Raum FISCHEREI KONTRÄR

In diesem Raum wird vor allem mit ausdrucksstarken Farbfotos sowie Videomaterial gearbeitet. Drei Fotoreihen stehen für die teils konträren Ansichten über die heutige Fischerei. Auch wird die Arbeit des Thünen-Instituts für Ostseefischerei präsentiert, die sowohl im Sammeln von Daten für das Fischereimanagement als auch in der Entwicklung neuer nachhaltiger Fangmethoden besteht. Bilder des Fotografen Karsten Bartel zeigen den Sassnitzer Hafen in den 2010er Jahren, in denen die Fischerei schon im Rückgang begriffen ist.

Darüber hinaus veranschaulichen Auszüge aus einer Ausstellung des Tauchvereins archaeomare e. V. in Zusammenarbeit mit dem WWF zu sogenannten Geisternetzen, d. h. verloren gegangene oder im Meer entsorgte Fischernetze, welche Spuren die Fischerei im Laufe der Zeit in der Ostsee hinterlassen hat. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist ein regionaler Ausschnitt aus dem Fotoprojekt „Seesucht – Porträts (fast) aller Ostseefischer“ von Franz Bischof und Jan Kuchenbecker – 45 der letzten Rügener Fischer stehen dem Besucher, als Zeugen eines aussterbenden Berufsstandes, im Porträt gegenüber.

Über den Stadthafen Sassnitz

Der Stadthafen Sassnitz präsentiert sich als eine attraktive Mischung aus Fischerei- und Tourismushafen. Wasserwanderer, die mit ihren Booten hier anlegen, erwartet eine Marina, die den höchstmöglichen Komfort bietet. Über kurze Wege erreicht man Schiffsausrüster, Segelmacher, Bunkerstation, Einkaufsmöglichkeiten sowie Gaststätten, die alle direkt im Stadthafen ansässig sind. In zwei Bäckereien werden frische Backwaren angeboten, auf ehemaligen Fischkuttern Räucherfisch und Fischbrötchen. Museen, Kunsthandwerker und lokale Händler bieten Kultur, Kunst und Kulinarisches aus der Region.

Astronomische Uhr könnte Welterbe werden

Schwerin – Die Landesregierung will die Astronomische Uhr von 1472 in der St. Marien-Kirche Rostock als Weltkulturerbe vorschlagen und sie neben dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde für die sogenannte deutsche Tentativliste benennen. Die Tentativliste ist eine von der Kultusministerkonferenz (KMK) zusammengeführte Vorschlagsliste, die als Grundlage für künftige Nominierungen zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Welterbes dient. Bis zum 31. Oktober 2021 sollen die Länder ihre Vorschläge für die Tentativliste dem Sekretariat der KMK vorlegen. Jedes Bundesland kann zwei Vorschläge machen.

Nach den UNESCO-Kriterien darf jeder Vertragsstaat pro Jahr dann eine potenzielle Welterbestätte benennen. Voraussetzung dafür ist unter anderem der Nachweis des außergewöhnlichen universellen Wertes (OUV). Zudem muss das potenzielle Welterbe eine Lücke in der Reihe der bereits als Welterbe benannten Stätten schließen.

„Die Idee zu einer Antragstellung geht auf die Initiative des 2009 entstandenen Initiativkreises ‚Weltkulturerbe Astronomische Uhr‛ der St. Marien-Kirche Rostock zurück. Vertreterinnen und Vertreter der Kirche, der Stadt Rostock, der Universität Rostock und engagierten Bürgerinnen und Bürgern setzen sich seitdem engagiert für den Erhalt, die Pflege und die Wissensvermittlung rund um die Monumentaluhr ein. Die Entscheidung der Landesregierung unterstreicht einmal mehr die kulturhistorische Bedeutung Mecklenburg-Vorpommerns mit herausragenden Zeugnissen der Geschichte der Menschheit und der Natur“, betonte Kulturministerin Bettina Martin.

„Die Astronomische Uhr in St. Marien zeigt seit dem Jahr 1472 nicht nur die Tageszeit an, sondern viele andere Daten und Bilder unter Bezug auf den Tages-, Monats- und Jahreskreis. Sie ist nicht nur ein Original-Beleg für das damalige Wissen und die Kunstfertigkeit im Handwerk, sondern dokumentiert auch, dass es in all den Jahrhunderten immer Menschen gab, die sich der Bedeutung der Uhr bewusst waren, für ihr Funktionieren sorgten und sie vor Zerstörung durch Kriege bewahrten“, sagte Rostocks Vize-OB, Senator Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski.

Mittelalterliche astronomische Uhren sind wissenschaftliche, technische, künstlerische und kulturgeschichtliche Spitzenleistungen des 14./15. Jahrhunderts. Die Uhren in Kirchen des Ostseeraumes – zu denen die Rostocker Uhr zählt – widerspiegeln christliche Weltsicht in einer besonderen Weise und sind der Ausstattung der Kirchen eingeordnet.

Durch sie wurden die Möglichkeiten genutzt mit den damals neuartigen, seltenen und teuren Uhrwerken durch öffentliche Zeitverkündung, mechanische Wiedergabe von Himmelsvorgängen, Figurenbewegungen und Musikwerken das christliche Weltbild bildhaft darzustellen, und für die kirchliche und städtische Repräsentation zu nutzen. Gleichzeitig zeigt die Kalenderscheibe den Ablauf der Tage und Jahre und für das Zusammenleben der Bürger wichtige Kalenderdaten an. Der Rostocker Uhr kommt dabei weltweit eine Sonderstellung zu, da sie in hohem Maße in ihrem Äußeren wie in ihren Werken original erhalten und voll in Funktion ist.

Die Benennungen finden im Rahmen eines neuen Bewerbungszyklus ab 2024 statt. Die Welterbe-Bewerbung „Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus“ wird dadurch nicht tangiert.

Landeskulturpreis M-V vergeben

Schwerin – Den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhält in diesem Jahr das Künstlerduo Lars Scheibner (Chefchoreograph der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz) und Dr. Marcus Doering (Physiker und Interaktionschoreograph).

„Beiden ist es gelungen, in neuartiger, aktuell bundesweit und wohl auch europaweit einzigartiger Weise Naturwissenschaft und Tanzkunst zu einer eigenen Kunstform zu verschmelzen – und das fantasievoll, ästhetisch und spektakulär zugleich. Ihre Inszenierungen begeistern die Tanzszene und das Publikum gleichermaßen. Ihre Arbeiten sind ein gutes Beispiel dafür, welchen Freiraum Mecklenburg-Vorpommern Künstlerinnen und Künstlern für die Entwicklung hochkarätiger Kulturprojekte bietet“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Der Kulturförderpreis geht an Dörte Kiehn, Gründerin des Tandera Theaters, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Freier Theater in Mecklenburg-Vorpommern.

„Niveauvolle Kinderkultur ist ihr seit Jahren eine Herzensangelegenheit. Das wird bei ihren Auftritten mit ihrem Figurentheater genauso deutlich wie bei ihren Workshops in Grundschulen, wenn sich die Mädchen und Jungen unter ihrer Anleitung im Puppenbau und Puppenspiel leidenschaftlich erproben können. Ihr Ziel ist es, Kinder frühzeitig mit Kultur in Verbindung zu bringen. So engagiert sie sich auch beim Projekt „Künstler für Schüler“ des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern. Ihr großes Engagement für Freie Theater in unserem Land hat unsere Anerkennung verdient“, so die Ministerpräsidentin.

Künstlerinnen und Künstler hätten es während der Pandemie besonders schwer gehabt. „Es konnten kein Theater, keine Veranstaltungen, keine Ausstellungen stattfinden. Das war sowohl für die Kulturschaffenden als auch für das Publikum eine schwierige Zeit. Die Landesregierung hat mit dem MV-Schutzfonds Kultur in Höhe von 20 Millionen Euro geholfen. Wir alle sind froh, dass wir jetzt wieder Kultur genießen können. Denn Kultur gehört zu uns und unserem Alltag“, so die Regierungschefin.

Die Ministerpräsidentin verleiht den Landeskulturpreis und den Kulturförderpreis am 9. August in der Landeshauptstadt.

Wirtschaft und Kultur

Dahlemann: Verbindung von Wirtschaft und Kultur ist ein gutes Signal

Stralsund – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat heute bei der Eröffnung eines Konzerts der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Reihe „Unerhörte Orte“ in der Werkhalle des Unternehmens Ostseestaal in Stralsund die Bedeutung des Veranstaltungsortes für das Zusammenwirken von Wirtschaft und Kultur gewürdigt.

„Ich freue mich, dass dieses Konzert hier in diesem Unternehmen stattfindet und ich finde es wunderbar, wenn Wirtschaft und Kultur so miteinander verbunden sind. Das Öffnen der Werkstore schafft Verbindung. Und gerade Kultur ist dafür ein magischer Anziehungspunkt. Ohne Zweifel ist Ostseestaal ein wichtiges Unternehmen hier bei uns in Vorpommern, das Strahlkraft und Bedeutung weit über die Region hinaus entwickelt hat. Hier wird gegenwärtig die modernste Elektrofähre gebaut. Und natürlich sind die Festspiele MV ein Aushängeschild für unser Land und damit auch für Vorpommern. Beides zusammen macht den Standort Vorpommern attraktiver.“

Es sei auch gut, dass mit einem Konzert an einem eher ungewöhnlichen Ort wie einer Werkshalle das Publikum einen Eindruck von der Arbeit erhalte, die hier geleistet werde. „Das ist ein weiterer Effekt. Ich danke dem Team der Festspiele um Intendantin Ursula Haselböck sehr herzlich für all die kreativen Ideen, die sie entwickeln, um die Festspiele noch mehr in die Fläche, noch mehr zu den Menschen vor Ort zu bringen. Das ist gut für die Kultur, das ist gut für das Land und das gilt gerade für Vorpommern.“

Der östliche Landesteil habe jede Aufwertung verdient. „Mit der kürzlich vorgelegten Vorpommern-Strategie bis 2030 haben wir einen Plan vorgestellt, wie wir gemeinsam in der Region die Entwicklung des östlichen Landesteils vorantreiben können. Dazu gehört auch die Verbindung von Wirtschaft und Kultur.“

Land fördert Hans-Fallada-Tage

Martin: Museum in Carwitz hält Falladas Werk am Leben

Carwitz – Das Hans-Fallada-Haus in Carwitz kann sich über eine Förderung des Landes freuen. Kulturministerin Bettina Martin hat am Mittwoch der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. als Trägerin des Hauses eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro übergeben. Die Förderung ist für die Veranstaltung der 30. Hans-Fallada-Tage vom 16. bis zum 18. Juli 2021 gedacht.

„Falladas Werk hat auch nach fast einem Jahrhundert nichts von seinem Reiz und seiner Aktualität verloren“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Das Hans-Fallada-Haus in Carwitz lässt einen eintauchen in die Welt des Schriftstellers und man kann sich nicht des Eindruckes erwehren, jederzeit dem Autor bei der Arbeit über die Schulter schauen zu können. Ich freue mich darüber, dass Mecklenburg-Vorpommern mit dem Haus in Carwitz über ein kulturelles Kleinod verfügt. Nicht umsonst ist es im Blaubuch der Bundesregierung als ein kultureller Gedächtnisort aufgeführt.“

Die 30. Hans-Fallada-Tage werden in hybrider Form stattfinden. Das heißt, es wird sowohl Veranstaltungen vor Ort in Carwitz geben als auch Video-Konferenzen an denen Interessierte teilnehmen können. Zudem sind viele Formate als Video vorproduziert und im Internet abrufbar. Das ausführliche Programm ist auf den Internetseiten des Hans-Fallada-Hauses zu finden.

Die Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. hat sich 1991 auf Initiative der Mitglieder des „Freundeskreises Hans Fallada“ gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das literarische Werk des Schriftstellers lebendig zu halten, es zu pflegen und es auch 75 Jahre nach dem Tod Falladas einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So finden im Hans-Fallada-Haus in Carwitz aber auch an anderen Orten Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungen und literarische Veranstaltungen statt. Das Museum in Carwitz ist deutschlandweit bekannt und zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucherinnen und Besucher an.

Hans Fallada ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Geboren als Rudolf Ditzen 1893 in Greifswald, verbrachte er seine Jugend in Berlin und Leipzig. Anfang der 30er Jahre kaufte Fallada ein Anwesen in Carwitz, das er gemeinsam mit seiner Familie bewohnte. Bereits gesundheitlich schwer angeschlagen, verbrachte er die letzten Jahre seines Lebens in Berlin, wo er 1947 starb. Begraben ist Fallada auf dem kleinen Friedhof in Carwitz. Das Grab kann heute noch besucht werden.

Veröffentlichungen wie „Bauern, Bonzen und Bomben“, „Kleiner Mann – was nun?“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“, „Wolf unter Wölfen“, „Geschichten aus der Murkelei“, „Jeder stirbt für sich allein“ und „Der Trinker“ zählen zu den herausragenden Werken der deutschen Literatur in den vergangenen 100 Jahren.

Technik- und Geschichtsbewusstsein

Ribnitz-Damgarten – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat heute zwei Zuwendungsbescheide für Projekte übergeben, die mit Mitteln aus dem Vorpommern-Fonds gefördert werden. 9.000 Euro erhält das Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten für die Dauerausstellung „Grenzland – Ribnitz-Damgarten zwischen Mecklenburg und Pommern“ und 25.000 Euro für den Verein der Freunde und Förderer des Technischen Museums Flugplatz Pütnitz e.V.

„Ribnitz-Damgarten verkörpert wie keine andere Stadt die Landesgeschichte zwischen Mecklenburg und Vorpommern. Die Grenzlandausstellung greift das in besonderer Weise auf. Das stärkt Geschichtsbewusstsein und regionale Identität für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Dank an das gesamte Museumsteam für die Initiative und Umsetzung“, sagte Dahlemann bei der Übergabe im Museum.

Die Verbindung von Luft und Wasser zeichne das Flugplatzgelände Pütnitz aus. Dahlemann: „Mit großer Hingabe und der Liebe zur Technik bestreiten die Vereinsmitglieder diese ehrenamtliche Arbeit. Schon mehrfach konnte ich mir davon ein Bild vor Ort machen und bin deshalb fest überzeugt, dass diese Förderung für das Projekt „See-Fliegerei“ gut angelegtes Geld ist. Ohne die Vereinsmitglieder hätte das gesamte Areal niemals erhalten werden können. Dafür herzlichen Dank.“

Neben der Übergabe dieser Zuwendungsbescheide besuchte Dahlemann auch die Marlower Möbel GmbH und den Vogelpark Marlow, für den aus dem Vorpommern-Fonds 118.000 Euro für verschiedenste Maßnahmen wie die Beseitigung der Schäden aus der Schneekatastrophe, eine Besuchertribüne und die Sanierung des Sanitärbereichs bereitgestellt wurden. Der Tag klingt mit einem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Breesen aus.

Designpreis vergeben

„Perspektiven zur Freiheit“ erhält erneut einen Designpreis / Großartige Würdigung das Erinnerungszeichen an friedliche Revolution in Waren (Müritz)

Waren – Das zentrale Erinnerungszeichen des Landes an die Friedliche Revolution 1989, die Installation „Perspektiven zur Freiheit“ in Waren, hat erneut einen internationalen Designpreis bekommen. Der renommierte Designpreis „European Design Awards (ED-Awards)“ in Gold ist nach dem „iF DESIGN AWARDS“ bereits die zweite Auszeichnung in diesem Jahr für das Erinnerungszeichen der beiden Künstler Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper.

Seit 2007 organisiert und vergibt ein Verbund europäischer Fachmagazine jährlich die ED-Awards. Die internationale Jury, bestehend aus Designjournalisten, Herausgebern und Redakteuren der Branche, die sich täglich mit der Bewertung von Design beschäftigen, vergab 172 Auszeichnungen in Bronze, Silber und Gold in acht Kategorien. Die Installation „Perspektiven zur Freiheit“ in Waren gewann einen der 34 Gold Awards in der Subkategorie „17.4 Exhibition Design“.

„Es ist mir eine große Freude, dem Künstler-Duo zu diesem Preis zu gratulieren“, sagte Staatssekretär Steffen Freiberg. „Der Gewinn des zweiten international renommierten Designpreises zeigt einmal mehr wie erfolgreich Kunst und Erinnerung zusammenwirken können. Das gelingt dem künstlerischen Konzept für das Erinnerungszeichen an die Friedliche Revolution von 1989 in Waren hervorragend.“

Bereits im April 2021 hatte das Erinnerungszeichen den „iF DESIGN AWARD“ erhalten. Fast10.000 Beiträge waren für diesen Preise eingereicht, rund 1.700 wurden in neun Kategorien ausgezeichnet.

Im Oktober 2020 hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Waren (Müritz) das zentrale Erinnerungszeichen des Landes an die Friedliche Revolution von 1989 „Perspektiven zur Freiheit“ der Öffentlichkeit übergeben. Die Installation weckt Neugier, bietet Information und Austausch und lädt im öffentlichen Raum zum Erinnern ein. In Waren fand 1989 die erste Montagsdemonstration auf dem Gebiet des heutigen Landes Mecklenburg-Vorpommern statt. Mit einem Gang von der St.-Georgen-Kirche zur St.-Marien-Kirche dokumentierten an diesem Tag rund 400 Menschen mit Kerzen in den Händen ihren Willen zur friedlichen Veränderung.

Herzlichen Glückwunsch Theater Putbus

Insel Rügen – „Herzlichen Glückwunsch zum 200-jährigen Bestehen des Theaters Putbus! Seit der Gründung durch den Fürsten zu Putbus ist dieses Theater das älteste durchgängig bespielte Theater in Mecklenburg-Vorpommern. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts fuhr sogar ein eigener Theaterzug von Bergen nach Putbus. Auch zu DDR-Zeiten wurde anspruchsvolles Theater gespielt – ausgezeichnet mit Preisen und gelegentlich im Fernsehen übertragen. Nach der Wende haben Landkreis und Kommunen viel Kraft und Geld in den Erhalt eines spielfähigen Theaters gesteckt. Das war eine mutige Entscheidung. Hier ist ein Traum Wirklichkeit geworden“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf der Veranstaltung „200 Jahre Theater Putbus“.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig foto@gerhard reese

Die vergangenen Monate seien eine schwere Zeit für die Kultur gewesen. „Ich möchte mich bei allen Kulturschaffenden für ihre Geduld, ihr Verständnis und ihr Mitmachen bedanken. Die Landesregierung war mit dem MV-Schutzfonds Kultur und insgesamt 20 Millionen Euro an der Seite der Kultureinrichtungen. Dass wir Corona zurückgedrängt haben und jetzt wieder Theater und Musik erleben können, verdanken wir den vielen Menschen, die sich an die Schutzmaßnahmen gehalten haben“, sagte Schwesig weiter.

Auch wenn in dieser Zeit neue, digitale Formate entwickelt worden seien, ginge nichts über die persönliche Begegnung, „das unmittelbare Erleben von Theater“. Mit dem Theaterpakt habe die Landesregierung die Finanzierung der Theater auf eine solide Grundlage gestellt und eine jahrelange Debatte beendet.

Der Traum von Schönheit und Kultur sei in Putbus auch außerhalb des Theaters weiter lebendig: „Putbus ist ein wahres Schmuckstück mit Theater, Architektur und Rosen. Heute gibt es im Ortskern etwa 800 Rosen. Ehrenamtliche kümmern sich um die Pflege, besonders Gerhard Prill, der im Frühjahr für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt wurde.“

Wegen der Pandemie konnte es dazu keine feierliche Veranstaltung für die Ordensübergabe geben. So wurden die Auszeichnungen an alle Geehrten zunächst übersandt. Die Ministerpräsidentin nutzte deshalb den würdigen Rahmen der Festveranstaltung und übergab dem „Rosendoktor“ – wie Gerhard Prill in seiner Wahlheimat respektvoll genannt wird – seine hohe Auszeichnung.

„Rosendoktor“ Gerhard Prill foto@gerhard reese

Außerdem verabschiedete sie den langjährigen Intendanten Dirk Löscher: „Ich danke ihm für seine fast 10-jährige Arbeit als Intendant des Theaters Vorpommern mit seinen Standorten in Greifswald, Stralsund und Putbus und wünsche für die nächste Station als Intendant in Plauen-Zwickau viel Glück. Viel Glück wünsche ich auch den Nachfolgern Ralf Dörner und Peter van Slooten, die ab dem 1. August gemeinsam die Leitung des Theaters Vorpommern übernehmen.“

Intendant und künstlerischer Geschäftsführer Dirk Löschner foto@gerhard reese

Leiter Theater Putbus Peter Gestwa foto@gerhard reese

200 Jahre Theater Putbus

Insel Rügen – Am 06. Juli startete das Theater Putbus mit einem Jahr Verzögerung seine 200-Jahrfeier. Dazu erklärt Nadine Julitz, kunst- und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: „Herzlichen Glückwunsch, liebes Theater Putbus! Es ist wahrlich an der Zeit, auf diese 200 Jahre voller Höhen und Tiefen anzustoßen. Für mich sind Kunst und Kultur geistiges Elixier und wesentlich für die Bildung von klein bis groß. Kunst und Kultur beleben unsere Innenstädte, erhalten in Vereinen die soziale Dorfgemeinschaft.

Kunst und Kultur sind eben weitaus mehr, als nur schön sie zu haben. Sie sind wesentlich für unser Zusammenleben, unsere Gesellschaft und damit auch wichtig für unsere Demokratie. Kunst und Kultur kann sehr viel sein. Hier in Mecklenburg-Vorpommern allemal – denn unser Land ist reich an Kunstvollem und Kulturgütern. Darum standen wir auch in der schweren Zeit der Pandemie fest an der Seite unserer Kulturschaffenden und haben mit dem Schutzfonds Kultur 20 Millionen Euro zur Unterstützung bereitgestellt.

Theater Putbus Foto: Gerhard Reese

Es gibt viele Orte, die Sehnsuchtsorte sind. Beispielsweise auf Rügen. Dazu gehört für mich auf jeden Fall das Theater Putbus – zumal es das einzige Theater überhaupt auf Rügen ist. Darüber hinaus ist es das älteste durchgängig bespielte Theater in Mecklenburg-Vorpommern. Eine tolle Leistung. Denn schwierige Zeiten gab es seit der Fertigstellung 1821 als Sommerspielstätte für Badegäste immer wieder. Uns allen stecken die zurückliegenden Monate noch heftig in den Gliedern. Um Kunst und Kultur war es mächtig still.

Aber viele Kunst- und Kulturschaffende waren keineswegs untätig. Ich erinnere mich an Livestreams, Autokinokonzerte und andere Formate. Das war für uns alle eine neue Erfahrung und sicher hier und da eine gute Ergänzung. Jedoch ist das Erlebnis vor Ort im Theater, mit Freunden gemeinsam im Theatersaal zu sitzen, ein ganz anderes. Darum freue ich mich, dass die neue Saison jetzt wieder so gut gestartet ist und dass jetzt auch das Theater Putbus auf der schönen Insel Rügen seine 200-Jahrfeier etwas nachholen kann.

Diese Pandemie hat uns auch gezeigt, wie zerbrechlich die Kunst- und Kulturszene ist, wie wichtig es ist, dass wir als Landtag gemeinsam mit der Landesregierung niemanden im Stich gelassen haben.

Auch davor hatten wir als Land schon einige Weichen in den zurückliegenden fünf Jahren gestellt: Mit dem Theaterpakt haben wir unsere Theater und Orchester im Land bis 2028 gesichert. Konkret heißt das, als Landtag haben wir beschlossen, der Gesamtzuschuss an die Mehrspartentheater wird seit 2019 jährlich um jeweils 2,5 Prozent erhöht. Die Mehrkosten tragen das Land zu 55 Prozent und die kommunalen Träger zu 45 Prozent. Zudem können Tarifsteigerungen gegebenenfalls schrittweise bis zum Flächentarifvertrag anteilig über das Land finanziert werden.

Damit haben wir es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen, dass wir die Kunst und Kultur in MV unterstützen wollen. Vielmehr haben wir unseren Willen und unsere Überzeugung auch als SPD-Fraktion bekräftigt, dass Kunst und Kultur für uns ein Muss sind.“

OPERNALE erhält Förderung vom Land

Martin: Kunst und Kultur bringen Menschen in Vorpommern zusammen

Schwerin – Der gemeinnützige Verein OPERNALE e.V. in Sundhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist einer der kulturellen Leuchttürme in Vorpommern. Das Land unterstützt den Verein und seine kulturelle Arbeit in der Region auch in diesem Jahr. Kulturministerin Bettina Martin hat jetzt insgesamt 40.000 Euro an den Verein übergeben.

Zweck des Vereins ist es unter anderem, die darstellenden Künste im Nordosten des Landes zu fördern. 20.000 Euro werden vom Kulturministerium gefördert, 10.000 Euro aus dem Vorpommernfonds. Diese 30.000 Euro sind für die Inszenierungen „Luise Greger – eine pommersche Gans“ und „Ein Glas aufs Land und eins auf die See“ gedacht. Dazu kommen 10.000 Euro aus dem Strategiefonds des Landes. Sie sind für die OPERNALE 2020. Der Verein war bei diesem Projekt in Vorleistung gegangen.

„Die OPERNALE ist mit ihren Aufführungen in ganz Vorpommern zu sehen und ist so ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Landschaft in der Region. Es ist mir ein Anliegen, die Arbeit zu unterstützen“, sagte Kulturministerin Bettina Martin. „Der Verein ist mit seinen Veranstaltungen und insbesondere der OPERNALE ein großartiges Beispiel, wie Oper und Gesang im ländlichen Raum Menschen zusammenbringen, den Austausch fördern, neue Ideen kreieren und das Leben bereichern.“

„Kunst und Kultur nicht nur in den Zentren unseres Landes, sondern bis in jedes Dorf – dieser Grundgedanke der OPERNALE macht mich zum Fan. In allen Ecken Vorpommerns hat das Team um Henriette Sehmsdorf und Hans-Henning Bär bereits Halt gemacht und mit dieser Förderung werden es noch mehr“, freut sich der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann.

Die OPERNALE, das Opernfestival im ländlichen Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns, ist das Herzstück des Vereins. Es bietet Musiktheater immer wieder neu, professionell, überraschend und auf Tour durch Vorpommern. Sie ist ein Fest der Künste der besonderen Art. Sie verbindet als langfristig angelegtes Großprojekt Kunst- und Kulturschaffende mit Politik und Wirtschaft, sowie bürgerschaftliches Engagement mit den professionellen Ausdrucksformen der Kunst- und Kulturschaffenden. Dies alles wird präsentiert vor dem Hintergrund der wunderschönen vorpommerschen Landschaft und ihrer historisch gewachsenen urbanen Struktur aus Dörfern und Städten, Herrenhäusern, Schlössern und Gutsanlagen.

Ein grundlegender Gedanke der OPERNALE ist es, Identifikation zu stiften: Identifikation der Menschen mit ihrer Region, der Kulturgeschichte und dem kulturellen Erbe. Die OPERNALE ist Begegnungsplattform für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung.

Die OPERNALE hat in den vergangenen Jahren für ihre Arbeit verschiedene Auszeichnungen erhalten. So war sie 2014 Bundessieger Kultur im Wettbewerb „Innovation querfeldein – ländliche Räume neu gedacht“. Im Jahr 2015 erhielt sie den Kulturförderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und war 2016 Neulandgewinner im Förderprogramm der Robert-Bosch-Stiftung.

Ministerium unterstützt die Kultur mit „Vielfalt“

Schwerin – Nach einer coronabedingten Pause startet auch im Ministerium für Inneres und Europa M-V wieder eine öffentliche Kunstausstellung.

Der Malzirkel aus Neustadt-Glewe und wir freuen uns darüber sehr. Unter der Leitung von Herrn Hellmut Martensen haben fünf Frauen und zwei Herren mehr als 70 ihrer Malereien auf unseren Ausstellungsflächen angebracht.

Die Ausstellung trägt den Titel „Vielfalt“. Damit sind sowohl die Motive als auch die Maltechniken und Größen der Bilder gemeint.

Die öffentliche Ausstellung kann kostenfrei ab sofort bis zum 6. August 2021 zu folgenden Zeiten oder nach Vereinbarung (Tel. 0385/588-2054) besichtigt werden:

montags bis donnerstags 9:00 Uhr – 11:30 Uhr und
13:30 Uhr – 16:00 Uhr; freitags von 9:00 Uhr – 12:00 Uhr

Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen.

Anders als sonst gibt es keine Vernissage. Wenn die Pandemielage es zulässt, werden wir mit den Kunstschaffenden zum Ende der Ausstellung ins Gespräch kommen. Dazu laden wir gesondert ein.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind für den Besuch der Ausstellung die aktuell geltenden Schutzregeln einzuhalten. Die Luca-App kann genutzt werden.

Stadtentwicklung mit Kunststudenten

Tribsees – Die „Tribseeser Centenniale“ wird vom 24. Juni bis zum 29. August 2021 die vorpommersche Stadt zum Schauplatz vieler künstlerischer Aktionen machen. Die Veranstaltung ist Teil des Projekts „Tribsees Zukunft machen!“, das aus dem Fonds für Ländliche Gestaltungsräume finanziert wird. Während dieses Zeitraums zeigen Studenten der Universität Linz an verschiedenen Orten der Altstadt ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Tribsees‘ städtebaulicher Situation. So wird es beispielsweise Installationen an und in leerstehenden Gebäuden geben.

Bauminister Christian Pegel wird gemeinsam mit Kunstprofessor Ton Matton und Bürgermeister Bernhard Zieris den Auftakt für das mehrwöchige Ereignis geben.

Die Stadt Tribsees liegt in der Raumkulisse der Ländlichen GestaltungsRäume nach Landesraumentwicklungsprogramm 2016. Gemeinsam mit den Gemeinden ihres Nahbereichs Drechow, Hugoldsdorf, Deyelsdorf und Grammendorf bildet sie eine von vier Modellregionen der Landesinitiative Ländliche GestaltungsRäume. Die historische Altstadt von Tribsees leidet unter starkem Funktionsverlust. Trotz langjähriger Städtebauförderung stehen rund 60 Gebäude leer.

Das städtebaulich wertvolle Ensemble mit Stadttoren, Kirche und Bürgerhäusern soll revitalisiert werden. Die Interministerielle Arbeitsgruppe zur Förderung der Ländlichen Gestaltungsräume hat im Juni 2020 der Finanzierung des Vorhabens „Der große Potemkinsche Zirkus in Tribsees“, so der damalige Arbeitstitel, in Höhe von 196.000 Euro zugestimmt.

Professor Ton Matton hat bereits 2012 in Wittenburg mit seinem Projekt „Große Potemkinsche Straße“ für viel Aufsehen gesorgt und mit der Aktion Entwicklungen angestoßen. Der niederländische Professor lehrt an der Kunstuniversität Linz (Österreich) und lebt und arbeitet in dem kleinen Ort Kuhlen-Wendorf bei Schwerin.

Eine Übersicht zu den Kunstwerken der Centenniale sowie zu bisherigen Aktionen des Projekts erhalten Sie im Projektbüro, Karl-Marx-Straße 25 Tribsees, E-Mail: sofie@mattonoffice.org  

Steinbildhauerei Lange besteht seit 70 Jahren

Schwerin – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat heute dem Steinbildhauermeister Uwe Lange zum 70. Firmenjubiläum gratuliert.

„Der Familienbetrieb ist in seiner Branche eine Institution bei uns im Land. Rolf Lange, der Großvater des derzeitigen Inhabers Uwe Lange, war im Jahr 1950 der erste Steinbildhauermeister in Mecklenburg. Die Restaurierung von kulturhistorischen Denkmälern wie beispielsweise im Schweriner Schlossgarten oder dem Schloss Ludwigslust sowie die Anlage ´Cap Arkona´ in Grevesmühlen und ´FIR´, das Denkmal für die Opfer das Faschismus in Güstrow, tragen die Handschrift des Unternehmens. In dieser Tradition wird der Betrieb heute in der dritten Generation weitergeführt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Im Jahr 2003 übernahm der heutige Inhaber Uwe Lange das Unternehmen. Seitdem ist der Betrieb neu ausgerichtet worden, unter anderem durch die künstlerische Anfertigung von Skulpturen als Dekoration für den Heimgebrauch im Garten. Das Kerngeschäft der Steinbildhauerei bildet heute die Gestaltung von Grabanlagen und Grabsteinen. Hinzu kommen hochwertige Wandverkleidungen, Bodenbeläge und Dekorationen für den Wohn- und Sanitärbereich sowie Dekoration für den Garten.

„Die weitschauende Planung für die Steinbildhauerei hat sich über die Generationen fortgesetzt. Die Nachfolge durch den Sohn Robert Lange steht bereits fest. Das ist ein kluger Schritt, um das Unternehmen auch künftig zukunftssicher aufzustellen“, sagte Rudolph.

Firmeninhaber Uwe Lange hat seit dem Jahr 1992 diverse ehrenamtliche Tätigkeiten übernommen wie beispielsweise Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss der Landesinnung, Obermeister der Steinmetz- und Bildhauerinnung des Kammerbezirkes Schwerin und Vizepräsident der Handwerkskammer Schwerin. Seit Juni 2020 ist er Präsident der Handwerkskammer Schwerin.

Die Landesinnung des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern vertritt rund 40 Steinmetzbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist eine von 16 Landesverbänden im Bundesverband Deutscher Steinmetze mit Sitz in Frankfurt, dem insgesamt mehr als 2.000 Mitgliedsbetriebe angehören.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen sowie 5.061 Lehrlinge und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In der Handwerkskammer Schwerin sind circa 7.600 Betriebe mit etwa 35.000 Beschäftigten registriert.

„Leitlinienfonds“ mit 400.000 Euro aufgelegt

Landeskulturkonferenz diskutiert Umsetzung der Kulturpolitischen Leitlinien

Schwerin – Das Land unterstützt die Umsetzung der Kulturpolitischen Leitlinien mit einem Sonderfonds in Höhe von 400.000 Euro. Über den „Leitlinienfonds“ werden in den Jahren 2020 und 2021 besondere Kulturprojekte in Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Die Umsetzung der 10 Kulturpolitischen Leitlinien war das Hauptthema der diesjährigen Landeskulturkonferenz mit 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wegen der Corona-Pandemie hat sie erstmals vollständig digital stattgefunden.

„Der Austausch über die Kulturpolitischen Leitlinien ist wichtig, damit wir uns vergewissern, wo wir stehen und wie wir gemeinsam weiterkommen. Ich danke allen, die sich an diesem Prozess beteiligen“, sagte Kulturministerin Bettina Martin.

Zu den Förderprojekten, die über den Leitlinienfonds finanziert werden, zählt beispielsweise auch das „Kulturmonitoring“. In Zusammenarbeit mit dem ServiceCenter Kultur in Rostock führt das Ministerium eine Bestandsaufnahme der Kulturfinanzierung in Mecklenburg-Vorpommern durch. Das „Kulturmonitoring“ ist ein Nachfolgeprojekt der beiden Kulturanalysen des Landes in den Jahren 2004 und 2008. „Ich lade alle Kulturträger ein, an dieser Fragebogenaktion teilzunehmen. Je breiter die Datenbasis ist, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse“, warb die Ministerin. Eine Teilnahme an der Befragung ist online möglich.

„Mit den Mitteln zur Umsetzung der Leitlinien haben wir auch den sogenannte KuBi-Fonds eingerichtet. Die Fachstelle Kulturelle Bildung vergibt erstmals für Projekte der Kulturellen Bildung Projektmittel und hilft so bei der Realisierung vieler Initiativen im gesamten Land. Wir bereiten ebenfalls ein Projekt zur Bestandserhebung zum Themenfeld ‚Inklusion, Diversität und Teilhabe‛ in den Bereichen Kunst und Kultur vor“, sagte Martin.

Darüber hinaus hat das Land mit diesen Mitteln den Entstehungsprozess für zwei weitere Fachstellen angestoßen: Das sind die Fachstelle Tanz für das gesamte Land MV und die Fachstelle Literatur. Im Rahmen von Modellprojekten wird nun ausgelotet, wie deren Aufgabenstellung und Ausstattung aussehen sollte.

„Wir erproben mit ‚Theater vor Ort‛ eine Auftrittsförderung bei den Freien Theatern zur Sicherung eines flächendeckenden Theaterangebotes für Kinder und Jugendliche, unterstützen die Vernetzung im Tanz und bei den Kinder- und Jugendkunstschulen und konnten auch den Ausbau der Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen der soziokulturellen Akteurinnen und Akteure stärken“, führte Martin aus.

„Wir haben zudem Projekte gefördert, die der Erschließung der ländlichen Räume dienen. So erprobt der ‚Potemkinsche Zirkus‛ gemeinsam mit Studierenden die Raumentwicklung mit künstlerischen Mitteln“, sagte die Ministerin. Für alle diese Projekte hätten die Kulturpolitischen Leitlinien jeweils den Impuls gegeben.

Wiedereröffnung der Kinobetriebe in MV

Landesregierung stellt 600.000 € aus dem MV-Schutzfonds für die Wiedereröffnung der Kinobetriebe in MV zur Verfügung

Schwerin – Während der monatelangen Corona-bedingten Einschränkungen litten die Kinobetriebe unter massiven Umsatzsatzverlusten. Zudem hat sich die Filmwelt rasant zulasten der Kinos weiterentwickelt. Streamingdienste konnten Ihre Marktposition ausbauen. Studios und große Verleihfirmen haben die Bezugsbedingungen für Kinos verschlechtert. Jetzt soll es mit Hilfe von Landeshilfen gelingen, die Menschen wieder zurück in die Kinos zu holen.

Aus dem Sondervermögen des MV-Schutzfonds werden hierfür 600.000 € zur Verfügung gestellt. „Aus Eins mach Drei – Cinema contra Corona“ ist ein Programm, bei dem für jede verkaufte Kinokarte bis zu drei weitere Karten erstattet werden. Pro Kino können bis zu 10.000 € vergeben werden.

„Wir freuen uns sehr, dass die Kinos im Land nun endlich wieder öffnen und Filme zeigen dürfen. Dabei stehen die Betriebe vor besonderen Herausforderungen. Ihre oftmals kleineren Budgets müssen Sie nun in Programmwerbung investieren und sie sind auch auf das Filmangebot der Verleihfirmen angewiesen. Wir wollen zum Gelingen des Neustarts beitragen. Das „Aus eins mach Drei-Programm“ ist unser Zeichen der Wertschätzung für das Kino und die Menschen, die den Kinobesuch als Erlebnis gestalten. Sie alle sind unverzichtbar für die Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.“ erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Heiko Geue. „Darüber hinaus werden wir die Schutzstandards für die Kinos an die niedrigen Inzidenzzahlen anpassen. So viel Schutz wie nötig, aber nicht mehr, ist unsere Devise,“ so Geue.

Die Fördergrundsätze und das Antragsformular für das Programm können im Regierungsportal unter https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/stk/Themen/Filmfoerderung