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Sechs Jahre Männerhilfetelefon: Täglich suchen elf Männer Hilfe

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weist auf die Bedeutung des Angebots hin

Schwerin – „Seit mittlerweile sechs Jahren ist das Männerhilfetelefon geschaltet. Mecklenburg-Vorpommern ist seit über vier Jahren dabei, denn Gleichstellung bedeutet eben auch, Gewalt-Betroffenen aller Geschlechter Hilfe anzubieten. Über 4.050 Männer haben letztes Jahr das kostenlose telefonische Hilfsangebot in Anspruch genommen. Egal, ob Frau oder Mann, jedes Opfer ist eines zu viel. Daher müssen wir weiterhin alles unternehmen, dass wir die Zahl der Betroffenen von Gewalt verringern. Noch sind die Betroffenenzahlen weiter steigend. Ein Grund dafür ist auch, dass die Dunkelziffer mehr ins Licht geholt wird, da sich durch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit mehr Menschen trauen, Hilfe zu holen“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Das Männerhilfetelefon ist eine Folge des In-Kraft-Tretens der Istanbul-Konvention am 1. Februar 2018. Deutschland hat sich seitdem zu umfassenden Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher Gewalt verpflichtet. Die Istanbul-Konvention betrifft gemäß Artikel 2 Absatz 2, alle von häuslicher Gewalt betroffenen Personengruppen. Gemeinsam mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterstützt daher Mecklenburg-Vorpommern das Hilfetelefon ‚Gewalt an Männern‘ unter der Nummer 0800 123 99 00 und online auf www.maennerhilfetelefon.de. Ich rufe weitere Länder dazu auf mitzumachen. Denn je mehr unterstützende Länder es gibt, umso umfangreicher kann das Hilfetelefon auch geschaltet sein“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Das Hilfe-Angebot für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, war am 22. April 2020 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufen worden. Erweitert werden konnte das kostenlose und anonyme Beratungsangebot, nachdem sich weitere Bundesländer wie M-V angeschlossen hatten. Die Beratungszahlen stiegen kontinuierlich. Im Jahr 2024 zählte das Hilfetelefon 4.037 Kontakte, im Jahr 2025 waren es 4.051 Kontakte. Das waren ungefähr elf Anrufe pro Tag.

„Anrufe kommen auch aus Mecklenburg-Vorpommern. Denn auch hier stieg laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen. Bei 5.204 registrierten Fällen war in jedem vierten Fall das Opfer männlich. Das zeigt, dass das Thema Gewalt gegen Männer auch in M-V beachtet werden muss und die Unterstützung für das Hilfetelefon wichtig bleibt“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt zum sechsten Jahrestag des Männerhilfetelefons am 22. April 2026. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Angebot mit 5.000 Euro jährlich.

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