Menü Schließen

Drese: 75 Organe in M-V gespendet

Widerspruchslösung bleibt überfällig

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin ein ermutigendes Signal, fordert aber zugleich eine Reform des Transplantationsrechts.

Nach den auf dem 22. DSO-Jahreskongress vorgestellten Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden von Januar bis September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 75 Organe gespendet. Im Vorjahreszeitraum waren es 52. Das entspricht einem Anstieg um rund 44 Prozent. Die Zahl der Organspender stieg von 18 auf 19. Auch die Zahl der organspendebezogenen Kontakte nahm von 46 auf 51 zu.

„Jede Organspende ist ein Geschenk von unschätzbarem Wert. Hinter den 75 gespendeten Organen stehen Menschen, die anderen eine echte Chance auf ein neues Leben gegeben haben. Dafür gebührt den Spenderinnen und Spendern sowie ihren Angehörigen unser großer Respekt und Dank“, sagte Drese.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Bedarf an Spenderorganen hoch. Ende September standen in Mecklenburg-Vorpommern 225 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Allein 154 von ihnen benötigten eine Niere, 44 eine Leber und 20 ein Herz. „Hinter jeder Zahl auf der Warteliste steht ein Mensch, der auf eine lebensrettende Transplantation hofft. Der Bedarf ist weiterhin viel größer als das Angebot. Deshalb müssen wir alles daransetzen, mehr Organspenden zu ermöglichen“, so Drese.

Drese erneuerte deshalb ihre Forderung nach einem grundlegenden Wechsel im Transplantationsrecht. Mecklenburg-Vorpommern habe sich gemeinsam mit anderen Ländern wiederholt für die Einführung der Widerspruchslösung eingesetzt.

„Ich halte die Widerspruchslösung für einen notwendigen Schritt. Wir wissen, dass viele Menschen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Aber diese Bereitschaft wird häufig nicht dokumentiert. Im entscheidenden Moment fehlt dann eine klare Erklärung – und mögliche Organspenden kommen nicht zustande. Das können und müssen wir ändern“, betonte Drese.

Die Widerspruchslösung bedeute ausdrücklich keinen Zwang zur Organspende. Jeder Mensch könne weiterhin selbst entscheiden und einer Spende jederzeit widersprechen. „Es geht um eine andere gesellschaftliche Grundhaltung: Organspende sollte der Normalfall sein, nicht die ausdrücklich erklärte Ausnahme. Wer nicht spenden möchte, kann das selbstverständlich festhalten. Aber wir sollten es den Menschen, gerade auch den Angehörigen leichter machen, mit ihrer Entscheidung Leben zu retten. Ich hoffe, dass der Bundestag die vorliegenden Gesetzentwürfe jetzt zügig weiterberät“, so die Ministerin.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung appellierte Drese an die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, ihre persönliche Entscheidung zur Organspende festzuhalten und mit ihren Angehörigen darüber zu sprechen. Dafür stehen der Organspendeausweis und das digitale Organspenderegister zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar – September 2025) wurden nach Angaben der DSO bundesweit 115 Organe und damit 5,1 Prozent mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum (Steigerung von 2.258 auf 2.373 gespendete Organe). Die Zahl der Organspender stieg um 28 auf 772 (+3,8 Prozent). MV liegt mit einem Plus von rund 44 Prozent bei den gespendeten Organen deutlich über dem bundesweiten Zuwachs von 5,1 Prozent. Trotz des Anstiegs warten bundesweit weiterhin rund 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert