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Autor: Rügenbote

Themenwoche Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Schwerin – Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über konkrete Maßnahmen informieren – von der Renaturierung von Mooren über den Schutz von Wäldern und Küsten bis hin zu mehr Grün in unseren Städten.

Der Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen.  Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“

Der Klimaschutzminister M-V, Dr. Till Backhaus: „Nasse Moore, klimastabile Wälder, naturnahe Auen, Küsten und Meere sind wichtig für die Artenvielfalt, halten Kohlenstoff im Boden und sorgen für einen ausgewogenen Wasserhaushalt, indem sie Wasser speichern und die Umgebung kühlen. So wird das Klima geschützt und Folgen des Klimawandels, wie Extremwettereignisse mit großer Hitze und Trockenheit oder Starkregen und Hochwasser, können abgemildert werden. Natürlicher Klimaschutz – also die Stärkung der Ökosysteme – bietet uns deshalb besondere Chancen, die wir als Land bereits intensiv genutzt haben. Allein für Moor-, Küsten- und Naturschutzprojekte konnten wir seit Beginn des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz rund 150 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel nach Mecklenburg-Vorpommern holen. Damit unterstützen wir konkrete Projekte vor Ort und bauen zugleich die dringend notwendigen Strukturen auf.
Ein gutes Beispiel ist unser gemeinsames Programm zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten. Auch bei der Wiedervernässung von Mooren und beim Schutz unserer Küsten gehen wir neue Wege. Entscheidend ist dabei, dass wir Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten und tragfähige Perspektiven für Landnutzerinnen und Landnutzer schaffen. Die ANK-Themenwoche macht sichtbar, wie viel bereits passiert und welchen Beitrag natürlicher Klimaschutz für unser Land leisten kann.“

Mecklenburg-Vorpommern gehört mit rund 300.000 Hektar Moorfläche zu den moorreichsten Bundesländern. Die Moore bedecken rund 12 Prozent der Landesfläche. Ihre Wiedervernässung und der Schutz ihrer natürlichen Funktionen sind deshalb wichtige Bausteine für den Klimaschutz im Land. Im Rahmen eines vom ANK geförderten Modellvorhabens mit dem Titel „Institut Moorspezialisten“ werden gemeinsam mit Niedersachsen Fachkräfte für den Moorschutz qualifiziert. Auch der Schutz der Küstenökosysteme spielt eine wichtige Rolle: Das ANK-Projekt „SEAGRASS for climate“ untersucht die Bedeutung von Seegraswiesen für Biodiversität und Klimaschutz. Darüber hinaus haben die Kommunen im Land bereits über 70 Projekte des Natürlichen Klimaschutzes – insbesondere Baumpflanzungen, die Anlage von Grünanlagen und die Sanierung von Kleingewässern – mit Unterstützung des ANK in Angriff genommen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits bundesweit im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“

Höhepunkt der Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen anbieten. Auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen beteiligen sich mit Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“. Weitere Aktivitäten finden online unter #ANKWoche26 statt.

Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung im Bundesumweltministerium in Berlin ab. Veranstaltet wird die Themenwoche durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK).

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten.

Erster landesweiter Tag der Tagespflegen in M-V

Drese würdigt unverzichtbare Säule der häuslichen Pflege / Kritik am Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes

Schwerin – Am heutigen Mittwoch findet in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ der erste landesweite Aktionstag der Tagespflegen statt. An der von Verbänden wie dem bpa MV sowie der LIGA MV ins Leben gerufene Initiative nehmen rund 100 Einrichtungen im gesamten Land teil, die ihre Türen für Interessierte öffnen und über Angebote informieren.

Für Sozialministerin Stefanie Drese haben Tagespflegen angesichts des Wunsches der allermeisten Pflegebedürftigen, so lange wie möglich Zuhause zu leben, eine herausragende und wachsende Bedeutung für Pflegebedürftige sowie zur Entlastung von pflegenden Angehörigen.

„Die Tagespflege ist kein bloßes Betreuungsangebot, sondern ein entscheidendes Bindeglied zur Stabilisierung unser gesamten ambulanten Pflegesystems“, betonte Drese zum Start des Aktionstages. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel sei die Tagespflege eine tragende Säule im Pflegebereich bei der Umsetzung unseres Grundsatzes „ambulant vor stationär“, so Drese.

„Die Tagespflegen in unserem Land tragen entscheidend dazu bei, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern“, verdeutlichte die Ministerin. Sie sichern zudem die professionelle pflegerische und therapeutische Versorgung, durchbrechen die Isolation der Betroffenen und garantieren so den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld, sagte Drese.

Gleichzeitig entlasten sie pflegende Angehörige, ohne deren täglichen Einsatz der hohe Anteil von Menschen, die in der eigenen Häuslichkeit gepflegt werden, gar nicht möglich wäre.

Wie tief verankert das Angebot ist, zeigen die regionalen Zahlen: In MV gibt es aktuell über 220 Tagespflegen im gesamten Land mit insgesamt mehr als 5.000 Plätzen. Gleichzeitig werden rund 86 Prozent der rund 140.000 Pflegebedürftigen in MV zu Hause versorgt.

Umso unverständlicher ist für Drese der jüngste Kurswechsel auf Bundesebene. „Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz trifft die Tagespflege nicht durch direkte Kürzungen, sondern durch Einschnitte beim Entlastungsbetrag und in der Verhinderungspflege.

Dadurch steigt der Eigenanteil und können Angebote nicht mehr wie bisher genutzt werden“, nutzte Drese den Aktionstag für eine scharfe Kritik am aktuellen Kabinettsentwurf des PNOG. Die Folge sind laut Drese: sinkende Auslastung, Standortschließungen und weniger Entlastung für pflegende Angehörige.

„Damit würden wir die Menschen sehenden Auges in die vollstationäre Pflege drängen“, verdeutlichte Drese. „Das ist unsozial und finanzpolitisch kurzsichtig, da es die Pflege für alle weiter verteuern wird.“ Drese kündigte an, dass Mecklenburg-Vorpommern den Bund auffordern wird, im weiteren Gesetzgebungsverfahren dringend nachzubessern.

MV Tourismus GmbH wirbt für Urlaub nach dem Sommer

Schwerin – Mit herbstlichen Naturerlebnissen in Nationalparks und Kulturangeboten in Schlössern und Städten wirbt die MV Tourismus GmbH (MV-T) für einen Herbsturlaub in Mecklenburg-Vorpommern und setzt damit Impulse für mehr Auslastung nach dem Sommer.

Unter dem Slogan „Herbstlich Willkommen“ wird die Kampagne über einen Zeitraum von zwei Monaten in Form von OnlineWerbung deutschlandweit ausgespielt und analog mittels Plakaten und City-Light-Postern in sieben Städten im Bundesgebiet und in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt.

Im Fokus stehen Reisende aus Regionen mit kurzer Anreise nach Mecklenburg-Vorpommern, aber auch Einheimische. Tipps für den Herbsturlaub finden Interessierte unter auf-nach-mv.de/herbst-winter.

Landestechnologiekonferenz 2026

Jochen Schulte: „Wir wollen mit techno-logischem Wissen Innovation voranbringen und gute Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen lassen“

Wismar – Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute die Landes­technologiekonferenz 2026 an der Hochschule Wismar er­öffnet. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien mit einem besonderen Fokus auf Künstliche Intelligenz. Die Landestechnologie­konferenz bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Studierende zusammen und zeigt, welche innovativen Technologien in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und in die Anwendung gebracht werden.

„Unser Ziel ist es, aus technologischen Innovationen in Meck­lenburg-Vorpommern Investitionen und gute Arbeitsplätze ent­stehen zu lassen. Genau deshalb brauchen wir eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, unter Ein­beziehung der Nachwuchskräfte in unserem Land. Viele der heute vorgestellten Projekte unterstützen wir mit unserer Technologieförderung. Sie überzeugen nicht nur techno­logisch, sondern haben auch das Potenzial, neue Wert­schöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze in unserem Land zu schaffen“, sagte Staatssekretär Schulte.

Für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung stehen Meck­lenburg-Vorpommern in der aktuellen EU-Förderperiode ins­gesamt 266 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Seit 2023 hat das Wirtschaftsministerium im Rahmen der Landesrichtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation Förderungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro für 263 Projekte bewilligt. Davon entfallen rund 80 Millionen Euro auf 97 Verbundprojekte von Unternehmen und Forschungsein­richtungen. 

Ein Schwerpunkt der Landestechnologiekonferenz liegt auf erneuerbaren Energien und Wasserstofftechnologien. Das Programm reicht von der Herstellung von grünem Methanol über neue Verfahren zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff bis hin zu Elektrolysekomponenten.

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Wir wollen die Erneuerbaren nicht nur generieren, sondern einen möglichst großen Teil der damit verbundenen industri­ellen Wertschöpfung im Land halten. Gerade im Offshore-Be­reich zeigen sich enorme Potentiale“, so Staatssekretär Schulte.

Für dem Bau von zwei Konverterplattformen in Rostock ist es gelungen, Milliardenaufträge und langfristig industrielle Wert­schöpfung nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen. Damit werden qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen und der Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern weiter gestärkt. Damit solche Erfolge keine Einzelfälle bleiben, unter­stützt das Land Forschung und Entwicklung im Bereich er­neuerbarer Energien und Wasserstofftechnologien.

Ein Beispiel ist die vom Land unterstützte Forschungsfabrik Wasserstoff MV. Drei außeruniversitäre Forschungseinrich­tungen – das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP, das Leibniz-Institut für Katalyse und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie – bündeln dort ihre Kompetenzen. Gemeinsam mit Unter­nehmen wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette geforscht: von der Erzeugung von grünem Wasserstoff bis zu seiner Anwendung in Industrie und Schifffahrt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. „KI ist längst keine Zukunftstechnologie mehr. Sie verändert schon heute Produktionsprozesse, Logistik, Dienstleistungen und die Entwicklung neuer Produkte. Gerade für Mecklen­burg-Vorpommern bietet diese Entwicklung weitreichende Chancen. Wenn Unternehmen mit Hilfe von KI Prozesse auto­matisieren, Beschäftigte von Routinetätigkeiten entlasten und ihre Produktivität steigern können, kann Technologie auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel sein“, sagte Staats­sekretär Schulte.

Mit der seit Ende Juni geltenden KI-Richtlinie unterstützt das Wirtschaftsministerium Unternehmen bei der Einführung von KI-Lösungen, beispielsweise in der Produktion, bei Dienst­leistungen, in der Logistik, im Vertrieb oder in der IT-Sicher­heit. Für die Jahre 2026 und 2027 stehen dafür jeweils 1,5 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung.

„Wir wollen Forschung und wirtschaftliche Anwendung noch enger zusammenzubringen. Gute Forschungsergebnisse dür­fen nicht in der Schublade liegen bleiben. Aus ihnen müssen marktfähige Anwendungen, neue Geschäftsmodelle und im besten Fall neue Unternehmen entstehen. Unser Anspruch ist deshalb klar: Chancen ermöglichen, Risiken beherrschbar machen und Wertschöpfung nach Mecklenburg-Vorpommern holen“, so Staatssekretär Schulte.

Die Landestechnologiekonferenz ist eine gemeinsame Veran­staltung des Strategierates Wirtschaft-Wissenschaft MV unter Federführung des Wirtschaftsministeriums und unterstützt von Industrie- und Handelskammern des Landes. Gastgeber der diesjährigen Veranstaltung ist die Hochschule Wismar, die Organisation lag federführend bei der IHK zu Schwerin.

Ab heute: Neue Regiobuslinie mv83

Dr. Blank: „Neubrandenburg und Greifswald rücken näher zusammen und wir verbessern die Mobilität entlang der gesamten Strecke.“

Neubrandenburg – Ab heute verbindet die neue Regiobuslinie mv83 Neubrandenburg über Altentreptow und Jarmen mit der Hansestadt Greifswald. Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat die neue Verbindung am Montag gemeinsam mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) in Neubrandenburg offiziell gestartet.

„Mit der neuen Regiobuslinie rücken nicht nur Neubrandenburg und Greifswald näher zusammen – wir verbessern die Mobilität auch für die Menschen aus Altentreptow und Jarmen. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir verlässliche und attraktive Verbindungen, damit die Menschen auch ohne eigenes Auto möglichst unkompliziert zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder in ihrer Freizeit unterwegs sein können.

Der Regiobus MV ist dafür ein wichtiger Baustein. Zudem kommen die Fahrgäste ohne Umstieg nun deutlich schneller von Neubrandenburg nach Greifswald und zurück. Die neue Regiobuslinie verbindet zwei Hochschulstandorte, mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum und der Universitätsmedizin Greifswald zwei Maximalversorger und zugleich zwei wichtige Wirtschaftsstandorte“, sagte Blank.

Die neue Linie mv83 verkehrt montags bis freitags zunächst viermal pro Tag und Richtung, am Wochenende werden anfangs zwei Fahrtenpaare angeboten. Die Linie wurde zwischen den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald abgestimmt und wird von der kreiseigenen Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) betrieben. Das Land fördert die Linie mv83 2026 mit ca. 70.000 Euro.

Regiobusse verkehren auf wichtigen Verbindungsachsen in Mecklenburg-Vorpommern und erfüllen prinzipiell einheitliche Qualitätsstandards, die über das klassische Linienbusangebot hinausgehen. Sie bieten unabhängig von Schul- und Ferienzeiten verlässliche Verbindungen, auch am Wochenende und außerhalb der Hauptverkehrszeiten.

Durch die Abstimmung mit weiteren Bus- und Bahnangeboten stärken Regiobusse insbesondere die Anbindung ländlicher Regionen an die zentralen Orte. Die Regiobuslinien sind eine tragende Säule der seit 2023 laufenden Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern und verkehren seit dem 24.08.2026 nach einem einheitlichen Nummerierungssystem und dem Präfix „mv“. Aktuell gibt es 18 „mv-Linien“.

Die Einführung von Regiobussen ist ein zentrales Standbein der Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Mobilitätsoffensive stärkt das Land den öffentlichen Nahverkehr insbesondere im ländlichen Raum. Neben dem Ausbau des Regiobusnetzes gehören dazu Leistungsausweitungen im Schienenpersonennahverkehr und landesweite Rufbusangebote.

Ziel ist es, auch außerhalb der größeren Städte verlässliche und miteinander verknüpfte Mobilitätsangebote zu schaffen. Im Jahr 2025 hat das Land insgesamt knapp 55 Millionen Euro für die Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern investiert. Im laufenden Jahr 2026 sind rund 60 Millionen Euro vorgesehen.

Sichere Sandgewinnung vor Graal-Müritz:

Land lässt 250 Munitions­verdachtsfälle untersuchen

Graal-Müritz – Vor der Küste zwischen Graal-Müritz und Dierhagen setzt Mecklenburg-Vorpommern die systematische Untersuchung und Räumung von Kampfmitteln im Meeresboden fort. Rund 250 Verdachtsobjekte sollen in einem vier bis sechs Kilometer von der Küste entfernten Seegebiet untersucht und, soweit möglich, fachgerecht geborgen werden. Die Arbeiten sind Teil der seit 2019 laufenden Sondierung der marinen Sandlagerstätte „Graal-Müritz“. Dort wurden bislang fast 4.000 kampfmittelrelevante Anomalien festgestellt.

Umweltminister Dr. Till Backhaus betont: „Hier greifen Munitionsbergung und Küstenschutz unmittelbar ineinander. Wir brauchen Sand aus der Ostsee, um unsere Strände und Dünen zu erhalten und die Menschen an der Küste vor Sturmfluten und Landverlust zu schützen. Diesen Sand können wir aber nur gewinnen, wenn wir sicherstellen, dass von den Lagerstätten keine Gefahr durch alte Munition ausgeht. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr in die Untersuchung und Räumung dieser Flächen.“

Rund 500.000 Kubikmeter Sand werden im langjährigen Durchschnitt jährlich benötigt, um natürliche Sandverluste an Mecklenburg-Vorpommerns Außenküste auszugleichen. Auf mehr als 100 Kilometern bilden Dünen, Strand und vorgelagerte Flachwasserbereiche ein natürliches Schutzsystem gegen Überflutung und Küstenrückgang. Insgesamt schützen Küstenschutzanlagen auf mehr als 450 Kilometern den Lebens- und Wirtschaftsraum an der Küste.

Die Herausforderung: Alle für die Sandgewinnung vorgesehenen marinen Lagerstätten des Landes befinden sich innerhalb kampfmittelbelasteter Flächen oder entsprechender Verdachtsflächen. Deshalb werden sie vor einer Sandentnahme systematisch untersucht. Zunächst werden mögliche Objekte mit geophysikalischen Verfahren geortet. Auffällige Stellen werden anschließend durch qualifizierte Berufstaucher untersucht. Kampfmittel werden, soweit möglich, geborgen und fachgerecht beseitigt.

In den vergangenen zehn Jahren wurden im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg rund 100 Quadratkilometer Meeresboden auf Kampfmittel untersucht. Dafür stellt das Land jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro bereit.

Backhaus: „Die Hinterlassenschaften zweier Weltkriege werden uns noch über Jahrzehnte beschäftigen. Aber wir warten nicht darauf, dass alte Munition zum Problem wird. Wir untersuchen die Flächen systematisch, beseitigen Gefahren und schaffen damit zugleich die Voraussetzung dafür, dass wir unseren Küstenschutz auch künftig zuverlässig gewährleisten können.“

Mit der diesjährigen Kampagne wird die Untersuchung der Lagerstätte „Graal-Müritz“ fortgesetzt. Beauftragt ist die Hansataucher GmbH aus Hamburg. Die Arbeiten sollen bis spätestens Ende November abgeschlossen werden. In den vergangenen Jahren wurden dort bereits zahlreiche Kampfmittel geborgen – von kleinkalibrigen Geschossen und Munitionsschrott bis zu großkalibriger Munition, darunter eine rund 80 Zentimeter große Seemine.

Schwesig würdigt Engagement der Landwirtschaft und der Landfrauen

Grabow – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in ihrem Grußwort beim 35. Landeserntedankfest in Grabow die Bedeutung der Landwirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt: „Die Landwirtschaft ist hierzulande eine wichtige Arbeitgeberin. Unsere Landwirtschaft ist eine der modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Darauf können wir stolz sein.“ Sie danke allen in der Land- und Ernährungswirtschaft Tätigen.

Die Landesregierung stehe weiter an der Seite der Landwirtschaft und denke die ländlichen Räume bei Entscheidungen immer mit. Sie sagte: „Wir haben uns beim Bund vehement dafür eingesetzt, dass der steuerlich begünstigte Agrardiesel wieder eingeführt wird. Auf EU-Ebene machen wir uns gemeinsam bei der Planung des Mehrjährigen Finanzrahmens der Europäischen Union stark.“

Sie nahm auch die Landeserntekrone entgegen, die traditionell von den Landfrauen überreicht wurde. „Wie in jedem Jahr verdeutlichen wir unseren Dank mit der Landeserntekrone. Das ist eine schöne Tradition.“ Ihr Dank gelte den Landfrauen, die die Krone in vielen Stunden Handarbeit gefertigt haben.

Sie gratuliere zum 35jährigen Bestehen von Landesbauernverband und Landfrauen. „Landwirtschaft und ihre Organisationen gehören zu Mecklenburg-Vorpommern, nicht zuletzt, weil die Landwirtschaft und die ländlichen Räume in Mecklenburg-Vorpommern eine so wichtige Rolle spielen.“ Herausforderungen müsse man gemeinsam anpacken. „Das machen wir im Gespräch mit den Bauern und ihren Organisationen, wie bisher und mit den Menschen vor Ort, in den ländlichen Regionen, die Mecklenburg-Vorpommern ausmachen“, so Schwesig.

35. Landeserntedankfest

Backhaus: „Gute Ernte allein reicht nicht aus“

Grabow – Wenn Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende in Grabow das 35. Landeserntedankfest feiert, geht es um mehr als Ernteerträge. Es geht um einen Wirtschaftszweig, der jeden Tag Lebensmittel produziert, Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichert und die ländlichen Räume prägt. Unter dem Motto „Tüffeln, Trecker un Tohuus“ rückt Grabow am 3. und 4. Oktober genau diese Verbindung von Landwirtschaft, regionalen Produkten und Heimat in den Mittelpunkt.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wird am Sonntag am Landeserntedankfest teilnehmen. Für ihn ist das Fest auch Anlass, den Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft zu richten:

„Was auf unseren Feldern und in unseren Ställen beginnt, schafft weit darüber hinaus Wertschöpfung: in Molkereien und Schlachtereien, in Mühlen und Bäckereien, im Lebensmittelhandwerk und in vielen weiteren Unternehmen. Diese Kette beginnt bei unseren Landwirtinnen und Landwirten. Sie versorgt uns mit Lebensmitteln, schafft Arbeit und Einkommen und gibt unseren ländlichen Räumen wirtschaftliche Kraft. Darauf können wir in Mecklenburg-Vorpommern stolz sein.“

Die Ernte 2026 zeigt dabei ein differenziertes Bild. Beim Winterweizen werden rund 84,5 Dezitonnen je Hektar erreicht, bei der Wintergerste knapp 89 Dezitonnen. Beim Raps fällt die Bilanz mit knapp 29 Dezitonnen je Hektar deutlich schwächer aus.

Doch Ertrag und wirtschaftlicher Erfolg sind nicht dasselbe. Hohe Kosten für Dünger, Energie, Maschinen und Reparaturen treffen auf teilweise niedrige Erzeugerpreise. Harnstoff kostet rund 22 Prozent mehr als vor einem Jahr, Kalkammonsalpeter rund 20 Prozent mehr. Reparaturen und Ersatzteile für Landmaschinen sind inzwischen rund 40 Prozent teurer als vor 2022. Besonders angespannt ist die wirtschaftliche Situation in Teilen der Tierhaltung.

Backhaus: „Eine gute Ernte ist noch lange kein gutes Wirtschaftsjahr. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Betrieb übrig bleibt. Wer regionale Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern will, muss deshalb auch wollen, dass Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion hier wirtschaftlich erfolgreich sein können. Wir brauchen Betriebe, die investieren, junge Menschen ausbilden und eine Zukunft haben. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen, weniger unnötige Bürokratie und ausreichend unternehmerischen Spielraum.“

Das Landeserntedankfest macht zugleich sichtbar, was regionale Wertschöpfung ganz praktisch bedeutet. Am Samstag und Sonntag präsentieren sich regionale Anbieter auf dem Markt in der Grabower Innenstadt. Zum Programm gehören außerdem unter anderem Jagd und Fischerei, Showkochen mit Produkten aus Mecklenburg-Vorpommern, plattdeutsche Kultur, Musik, Erntewagen und Erntekronen. Am Samstagabend wird zum Ernteball eingeladen.

Am Sonntag beginnt das Programm um 10 Uhr mit dem Erntedankgottesdienst. Um 11.30 Uhr startet der Festumzug durch die Grabower Altstadt. Ab 14.30 Uhr folgen die Grußworte der Ehrengäste und die Übergabe der Landeserntekrone an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Erntedank heißt für mich deshalb nicht nur zurückzuschauen. Es geht auch um die Frage, wie wir unsere heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion für die Zukunft stark halten. Denn regionale Lebensmittel brauchen regionale Betriebe. Und starke Betriebe bedeuten starke ländliche Räume. Genau dafür steht dieses Fest“, betonte Backhaus.