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Autor: Rügenbote

Skywalk mit vier Millionen Gästen touristisches Highlight

Insel Rügen – Anlässlich des Neujahrsempfangs im Nationalpark Jasmund am morigen Samstag (31. Januar 2026) zieht Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, eine Zwischenbilanz zu 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ sowie zur Leistungsfähigkeit des Natur- und Küstentourismus im Land. Der Empfang macht deutlich: Naturschutz, Umweltbildung und Tourismus sind in Mecklenburg-Vorpommern eng miteinander verzahnt – und zugleich eingebettet in größere gesellschaftliche und infrastrukturelle Fragestellungen, die das Land verantwortungsvoll steuert.

Der Neujahrsempfang findet am Vormittag im Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL statt und steht im Zeichen von 15 Jahren UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“. Seit der Anerkennung im Jahr 2011 wurden im Nationalpark-Zentrum insgesamt rund 4,3 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt. Allein im Jahr 2025 kamen etwa 435.000 Gäste, davon nutzten rund 415.000 Besucherinnen und Besucher den Skywalk Königsstuhl als besonderes touristisches Highlight. Der barrierearme Rundweg ermöglicht spektakuläre Einblicke in die Kreideküste, ohne sensible Lebensräume zu beeinträchtigen, und gilt bundesweit als Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Naturtourismus.

Die Zahlen belegen, dass moderne Besucherangebote ein wirksames Instrument der naturverträglichen Besucherlenkung sind: Der überwiegende Teil der Gäste bewegt sich gezielt auf ausgewiesenen Wegen, während sensible Schutzbereiche entlastet werden. Ergänzt wird das Angebot durch rund 45.000 Teilnehmende an Führungen, Bildungs- und Veranstaltungsformaten. An einzelnen Tagen lag der Anteil internationaler Gäste im Welterbeforum bei bis zu 90 Prozent. Auch das Naturerbezentrum Prora verzeichnet mit stabil über 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich eine konstant hohe Nachfrage.

Auch aktuelle Herausforderungen im Küsten- und Meeresraum werden beim Neujahrsempfang nicht ausgeblendet. So bleibt die Situation um das seit mehr als einem Jahr vor Rügen liegende Tankschiff EVENTIN für viele Menschen in der Region ein sensibles Thema. Das Land begleitet den Vorgang weiterhin eng im Rahmen seiner Zuständigkeiten und bringt sich gegenüber dem Bund und auf internationaler Ebene für eine rechtssichere und umweltverträgliche Lösung ein. Gleiches gilt für Fragen rund um den Betrieb des LNG-Terminals Mukran, insbesondere mit Blick auf Lärmschutz, Genehmigungsverfahren und den Schutz sensibler Natur- und Küstenräume. Minister Backhaus betont in diesem Zusammenhang, dass wirtschaftliche Nutzung, Energieversorgungssicherheit und der Schutz von Natur und Umwelt stets in einem verantwortungsvollen Ausgleich stehen müssen.

Auch dem nahegelegenen Biosphärenreservat Südost-Rügen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Es steht beispielhaft für den Anspruch Mecklenburg-Vorpommerns, Natur- und Landschaftsschutz, nachhaltigen Tourismus sowie wirtschaftliche Nutzung verantwortungsvoll miteinander zu verbinden. Gerade in einer Region, in der sensible Naturräume, internationale Schifffahrtswege, touristische Nutzung und energiepolitische Infrastruktur räumlich eng beieinanderliegen, zeigt sich, wie wichtig klare Schutzkonzepte, rechtssichere Verfahren und ein transparenter Dialog mit der Bevölkerung sind. Minister Backhaus unterstreicht, dass das Biosphärenreservat Südost-Rügen nicht nur ein Schutzraum von internationalem Rang ist, sondern auch ein Modellraum für nachhaltige Entwicklung, in dem Konflikte offen benannt, wissenschaftlich begleitet und lösungsorientiert bearbeitet werden müssen.

Ein besonderer Programmpunkt ist die offizielle Verabschiedung von Prof. Dr. Detlef Drenckhahn als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. Prof. Drenckhahn hatte dieses Amt seit dem 9. Dezember 2011 inne und prägte die Entwicklung des Zentrums über 14 Jahre maßgeblich. Zu seinen wichtigsten Verdiensten zählen die strategische Weiterentwicklung des Standorts, die Förderung eines konstruktiven Miteinanders zwischen Land, Stadt und Akteuren vor Ort sowie sein persönlicher Einsatz für herausragende Projekte wie das UNESCO-Welterbeforum (Waldhalle) und den Skywalk Königsstuhl. Beide Projekte wären ohne sein Engagement und seine Überzeugungskraft kaum realisierbar gewesen. Die Laudatio auf Prof. Drenckhahn wird von Vertreterinnen und Vertretern des WWF gehalten. Im Anschluss wird Minister Backhaus ihm in einem persönlichen Beitrag für sein langjähriges Wirken danken.

Der Neujahrsempfang bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Naturschutz, Tourismus und Wissenschaft zusammen. Neben dem Rückblick auf 15 Jahre Welterbe stehen Perspektiven für Naturerlebnis, Besucherlenkung und nachhaltigen Tourismus im Mittelpunkt. Mecklenburg-Vorpommern setzt damit ein klares Zeichen: für den Schutz seiner einzigartigen Natur, für Transparenz bei konfliktträchtigen Themen – und für eine verantwortungsvolle Entwicklung von Natur, Infrastruktur und Lebensqualität.

Ausweitung der Landarztquote schaffen

Drese: Mit der Ausweitung der Landarztquote schaffen wir die Voraussetzungen für den Verbleib von mehr Ärztinnen und Ärzte in MV

Schwerin – Der Landtag hat am heutigen Freitag über die Weiterentwicklung und Ausweitung der Landarztquote in Mecklenburg-Vorpommern debattiert und einen Antrag der Koalitionsfraktionen, Vorabquoten in den Studiengängen Zahnmedizin und Pharmazie einzuführen, beschlossen.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese bezeichnete die Initiative zur Stärkung der gesundheitlichen Versorgung in ländlichen Regionen als sinnvolle und passgenaue Ergänzung des erst am Mittwoch im Landtag beschlossenen Gesetzes zur Begegnung der medizinischen Unterversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen

„Wir brauchen erstklassig ausgebildete Ärztinnen und Ärzte in und für Mecklenburg-Vorpommern – nicht nur im hausärztlichen, sondern auch im fachärztlichen und im zahnärztlichen Bereich sowie bei den Apothekerinnen und Apothekern.

Der Bedarf sei unstrittig: Es gebe beispielsweise im Hausarztbereich bereits jetzt 15 von Unterversorgung bedrohte Regionen in Mecklenburg-Vorpommern. „Und genau in diesen Regionen fehlen oft auch Fachärztinnen und Fachärzte“, verdeutlichte Drese. Hinzu komme, viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte erreichen in den kommenden Jahren das Ruhestandsalter, während zahlreiche Praxissitze unbesetzt bleiben.

Ähnlich sei auch die Entwicklung bei den öffentlichen Apotheken: 2010 gab es noch 410. Ende 2025 hat sich die Zahl nach Angaben der Ministerin auf 351 öffentliche Apotheken und acht Krankenhaus-Apotheken reduziert.

Drese: „Die Anhebung der Landarztquote auf 10 Prozent und die Einführung von Vorabquoten in Höhe von 10 Prozent im gesondert geregelten Bereich von Zahnmedizin und Pharmazie sind ein wichtiges Instrument. Sie sind aber nur ein Teil der Maßnahmen, die unsere Partner und wir ergriffen haben und in Zukunft noch ergreifen müssen, um mehr Ärztinnen und Ärzte in MV zu binden. Wir müssen attraktiver werden, etwa auch bei der Ausbildung, um Studienabsolventen dafür zu begeistern, den nächsten Schritt ihrer Ausbildung, etwa im Praktischen Jahr oder während der Facharztausbildung, an einer Klinik in unserem Land zu machen.“

Vor den Winterferien: Zeugnissorgentelefon erreichbar

Das Bildungsministerium bietet Unterstützung

Schwerin – Auch in diesem Jahr bietet das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung vor den Winterferien wieder das Zeugnissorgentelefon an. Bereits in der letzten Woche vor den Ferien können Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Erziehungsberechtigte das Beratungsangebot nutzen. Erreichbar ist das Zeugnissorgentelefon ab dem 2. Februar 2026.

Die Hotline ist ein Angebot des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen jeweils eine Woche vor und eine Woche nach der Zeugnisausgabe mit Rat und Hilfe bei allen Fragen rund um das Zeugnis zur Verfügung – beim Umgang mit Enttäuschung und Ängsten oder Konflikten in der Familie helfen sie weiter. Schülerinnen und Schüler können zudem Tipps erhalten, wie sie ihre Leistungen gezielt verbessern und mögliche Wissenslücken schließen können.

Die telefonische Beratung ist vom 2. Februar bis zum 13. Februar 2026 unter der Nummer 0385 588 7987 (montags bis freitags und auch am Samstag, 7. Februar 2026), jeweils in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.

Unterstützung von Ehrenamtlichen in M-V

Drese: Neue Engagementstrategie soll Ehrenamtliche im Land bestmöglich unterstützen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat im Landtag am Donnerstagabend über die Landes-Engagementstrategie informiert, die erstmals durch die Landesregierung als Ergebnis eines breiten Beteiligungsprozesses mit vielen Akteuren der Zivilgesellschaft erarbeitet wurde.

„Rund ein Drittel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ab 14 Jahren ist ehrenamtlich aktiv – das freiwillige Engagement hat sich in den letzten Jahrzehnten in unserem Land vielseitig entwickelt“ betonte Drese. Ob im Sport, in sozialen Einrichtungen, in der Nachbarschaftshilfe oder in Blaulichtorganisationen: Ehrenamtliches Engagement präge den Alltag und sorge für gesellschaftlichen Zusammenhalt, so die Ministerin.

Gleichzeitig würden sich freiwilliges Engagement und Ehrenamt verändern: Menschen engagieren sich heute vielfältiger, flexibler und digitaler. Viele Vereine stehen vor strukturellen Herausforderungen – die aktiven Mitglieder werden deutlich älter, Vorstandspositionen benötigen eine Nachfolge, manche Engagierte sind lediglich kurzfristig oder für einzelne Themengebiete oder Veranstaltungen aktiv dabei, so Drese.

„Ehrenamtliches Engagement wird auf politischer Ebene mit vielen Einzelmaßnahmen befördert. Wir wollen aber besser werden. Dabei geht es um eine abgestimmte strategische Planung und gute Rahmenbedingungen, um Menschen den Zugang zu erleichtern, bestehende Initiativen zu stärken und das Miteinander nicht nur in den Ballungsräumen sondern auch auf dem Land zu steigern“, sagte Drese im Landtag.

Jede und jeder sollte die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation, so die Ministerin. „Menschen engagieren sich dann, wenn sie sich angesprochen und gebraucht fühlen. Dabei geht es auch um den Abbau bürokratischer Hürden wie komplizierte Anträge, lange Genehmigungswege oder unklare Zuständigkeiten“, verdeutlichte Drese.

Gleichzeitig brauchen Engagierte nach Angabe von Drese Begleitung, Beratung, Qualifizierung und eine gute Infrastruktur vor Ort. Drese: „Sie geht in sieben Handlungsfeldern auf die Herausforderungen und Chancen des Engagements im Land ein. Diese beschäftigen sich zum Beispiel mit einer öffentlichkeitswirksamen Ansprache von Interessierten und einer professionellen Begleitung der Engagierten, einer angepassten Förderpolitik, dem Bürokratieabbau, der Unterstützung von Netzwerken und Kooperationen sowie der Erreichbarkeit des Engagements – digital und vor Ort.“

Ein besonderes Augenmerk liege zudem auf der Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen selbst. Sie sollen ermutigt werden, ihre Strukturen, Kommunikationswege und Beteiligungsformen regelmäßig zu reflektieren, um neue Engagierte leichter zu gewinnen und schon Aktive besser zu halten, so Drese.

Die Ministerin hob hervor, dass ein zentraler Wunsch der Zivilgesellschaft im Rahmen der Erarbeitung der Strategie die Schaffung eines landesweiten Engagementportals gewesen sei. Mit der Umsetzung im Rahmen der Mitwirkung an einem bundesweiten Engagementportal solle zügig begonnen werden. „Auf dem Onlineportal können sich alle begegnen – die am Engagement Interessierten ebenso wie die Organisationen, die neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter suchen“, betonte Drese.

Die Landes-Engamentstrategie ist hier abrufbar und dieser Pressemitteilung beigefügt.

Bürgerforum mit Ministerpräsidentin Schwesig

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig lädt zum Bürgerforum im Landkreis Nordwestmecklenburg ein.

Das Bürgerforum findet am

Mittwoch4. Februar um 17.00 Uhr,
im Kreistagssaal der Malzfabrik,
Börzower Weg 3, 23936 Grevesmühlen

statt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.regierung-mv.de/buergerforum02 anmelden.

„Ob es um Schulen, Radwege, Gesundheitsversorgung oder Bürokratieabbau geht, beim Bürgerforum gibt es Raum für Fragen, Kritik und Vorschläge. Offen, respektvoll und auf Augenhöhe. Mir ist der regelmäßige, direkte Austausch mit den Menschen in unserem Land wichtig. Hier höre ich, was es für Probleme im Alltag gibt, wo wir etwas verändern müssen und was gut läuft. Mich freut es auch immer zu hören, welche interessanten Ideen und Vorschläge es gibt. Gemeinsam können wir unser Land besser machen. Ich freue mich auf viele Gespräche und Begegnungen in Grevesmühlen“, sagte die Ministerpräsidentin im Vorfeld der Veranstaltung.

Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Landtag beschließt Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat das am Mittwoch vom Landtag beschlossene Gesetz zur Begegnung der medizinischen Unterversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen als wichtige Initiative hervorgehoben, die einer sich zuspitzenden Diskrepanz gezielt entgegenwirkt. „Denn“, so Drese im Landtag, „bei der Gesundheitsversorgung erleben wir eine zunehmende Erschwernis, gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land zu gewährleisten.“

Nach Ansicht der Ministerin zeigt die Entwicklung, dass es zunehmend schwieriger wird für viele ausscheidende Praxisinhaberinnen und -inhaber in bestimmten ländlichen Regionen geeignete Nachfolger zu finden. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker ließen sich lieber in den Städten nieder als in den ländlichen und strukturschwachen Räumen.

Im Durchschnitt – bezogen auf ganz Mecklenburg-Vorpommern – zeige sich zwar an einigen Stellen eine gewisse Stabilisierung in der Gesundheitsversorgung, so Drese: „Verschiedenen Maßnahmen, die teilweise bereits vor Jahren eingeleitet wurden, entfalten Wirkung.“

So habe sich etwa das Durchschnittsalter bei den Hausärztinnen und Hausärzten in den letzten Jahren stabilisiert (Hausärzte 1.1.2021: 53,75 Jahre vs. 1.1.2025: 52,89 Jahre). Und auch in Bezug auf die Arztdichte bei Hausärzten weise Mecklenburg-Vorpommern einen im Bundesvergleich guten Wert auf. Pro Hausarzt oder Hausärztin werden 1.149 Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern versorgt. Das liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt von 1.264 Einwohnern.

„Es geht also vor allem um die Verteilung: Gerade in den besonders vom demographischen Wandel betroffenen Regionen in unserem Land ist die Sicherstellung der wohnortnahen medizinischen Versorgung besonders schwierig“, so Drese.

„Mit dem neuen Gesetz gehen wir nun den nächsten Schritt“, verdeutlichte die Ministerin. „Wir entwickeln das bisherige Landarztgesetz weiter, indem wir zusätzlich Studienplätze für Pharmazie und auch für Zahnmedizin bereitstellen.“ Zudem seien Plätze für den öffentlichen Gesundheitsdienst vorgesehen, der auch weiterhin gestärkt werden müsse – auch als wesentlicher Teil von Krisenbewältigung und Bevölkerungsschutz. „Und, wir werden auch ermöglichen, sich anstelle einer haus- oder kinderärztlichen Tätigkeit für einen anderen fachärztlichen Bereich zu entscheiden, wenn es diesen Bedarf gibt“, betonte Drese.

Die Ministerin kündigte auch an, in der Auswahl einen stärkeren Fokus auf die Eignung für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns zu legen als es bisher der Fall war.

„Mit unserer gezielten Unterstützung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum rücken wir an die Spitze: Ein Gesetz mit landeseigenen Vorabquoten für Ärzte, Zahnärztinnen und Apotheker – das gibt es noch in keinem anderen Bundesland“, sagte Drese im Landtag.

Novellierung des Schulgesetzes

Land schafft einheitliche Strukturen für digitale Schule, Demokratiebildung, Ganztagsbetreuung

Schwerin – Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat die Änderung des Schulgesetzes beschlossen. Mit der Gesetzesnovelle werden umfassende Weichenstellungen für eine chancengerechte und moderne Bildung vorgenommen. Das Land schafft damit einheitliche Standards, mehr Entlastung und klare Regeln für Demokratiebildung, Ganztagsbetreuung und Digitalisierung. Ziel der Novelle ist es, Schulen, Lehrkräfte, Schulträger und Eltern spürbar zu entlasten und Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. Die Änderungen im Schulgesetz treten im neuen Schuljahr in Kraft.

Weiterentwicklung digital gestützter Lern- und Unterrichtsformen 

Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Digitalpakt, werden landesweit einheitliche technische Standards eingeführt. Diese ermöglichen erstmals eine gemeinsame Bildungs- und Bildungsmedieninfrastruktur für alle Schulen im Land. So stehen künftig digitale Anwendungen in einem zentralen Schulportalzugang zur Verfügung. Dazu zählen ein Zeugnisprogramm, ein Klassenbuch, ein Vertretungsplan, ein Stundenplaner und ein Lernmanagementsystem. Für die Schulen entfallen damit eigene Prüfungen zu Datenschutz, Informationssicherheit und Technik sowie aufwendige Abstimmungsprozesse mit den Schulträgern. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler arbeiten landesweit mit denselben digitalen Systemen und profitieren von einem geringeren Einarbeitungsaufwand sowie einem verlässlichen Zugang zu digitalen Lehr- und Lernmitteln.

Die Rolle der kommunalen Medienzentren wird weiter ausgebaut. Sie beraten Schulen künftig gezielter beim Einsatz digitaler Lehr- und Lernmittel. Ein neu eingerichteter Ausschuss „Bildung in der digitalen Welt“ entwickelt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Landes, der Kommunen und der Medienzentren die digitale Bildungsinfrastruktur strategisch weiter.

Digitale Landesschule rechtlich abgesichert und ausgebaut 

Mit der Novelle wird der Digitalen Landesschule ein klarer rechtlicher Rahmen gegeben. Lehrkräfte der Digitalen Landesschule können künftig Leistungsbewertungen vornehmen, die an die jeweilige Stammschule übermittelt werden. Der Präsenzunterricht bleibt Grundlage schulischer Arbeit, wird jedoch gezielt durch digitale Angebote ergänzt. Die Digitale Landesschule ermöglicht es, kurz- und langfristige Unterrichtsausfälle abzufedern und ortsunabhängigen, rahmenplankonformen Unterricht bereitzustellen. Das Angebot wird schrittweise erweitert, sodass bis 2029 Unterricht in allen Schularten, Jahrgängen und Niveaustufen möglich ist.

Demokratiebildung als fester Bestandteil schulischer Arbeit 

Mit der Aufnahme des Beutelsbacher Konsenses in das Schulgesetz wird politische Bildung erstmals ausdrücklich gesetzlich verankert. Schulen sind verpflichtet, politische Bildung ergebnisoffen zu gestalten und zugleich demokratische Werte zu vermitteln. Kontroverse Themen aus Wissenschaft und Politik sind auch im Unterricht kontrovers darzustellen. Gleichzeitig wird der Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verbindlich festgeschrieben. Lehrkräfte erhalten dadurch mehr Rechtssicherheit und Rückhalt bei der Gestaltung eines demokratischen Schulalltags.

Ganztagsbetreuung: Verbindliche Kooperation von Grundschule und Hort 

Vor dem Hintergrund des bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab dem 1. August 2026 schafft die Gesetzesänderung neue rechtliche Grundlagen für die Zusammenarbeit von Grundschule und Hort. Die Kooperation beider Einrichtungen wird künftig verbindlich geregelt und in gemeinsamen Vereinbarungen festgeschrieben. Der Rechtsanspruch wird schrittweise auf alle Jahrgangsstufen der Grundschule ausgeweitet und ist ab dem 1. August 2029 vollständig umgesetzt. Damit werden verlässliche Strukturen für ganztägige Bildung und Betreuung geschaffen sowie Planungssicherheit für Eltern, Kommunen und Schulträger gewährleistet.

Weiterhin hohe Fachkraftquote in den Kitas

95,1 Prozent pädagogische Fachkräfte in den Kitas Mecklenburg-Vorpommerns

Schwerin – Der Anteil der pädagogischen Fachkräfte liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei rund 95,1 Prozent. Damit haben wir eines der strengsten Fachkräftegebote bundesweit. Unter den rund 17.400 Fachkräften sind mehr als 13.280 ausgebildete pädagogische Fachkräfte. Die Bertelsmann Stiftung hat in ihrer neuesten Studie „Die Personalausstattung in KiTas unter Berücksichtigung komplexer pädagogischer Situationen“ untersucht.

Die Länderergebnisse können schlecht miteinander verglichen werden, da bei der Untersuchung unterschiedliche Qualifikationen, Einsatzprofile und Definitionen von in Kitas Tätigen zugrunde liegen. Eine einheitliche Bewertung ist somit erschwert, da die Studie auch nicht die Gegebenheiten in Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigt. Denn hier wird beispielsweise die Personalausstattung einrichtungsbezogen verhandelt. Bei zusätzlichen Bedarfen wird auch zusätzliches Personal gewährt.

Das regelt unter anderem §14 des KiföG. Wenn darüber hinaus ein Kind Maßnahmen der Eingliederungshilfe, zum Beispiel aufgrund einer Beeinträchtigung, benötigt, wird diese Unterstützung auch über die Eingliederungshilfe gewährt, und somit nicht aber über das reguläre Kitapersonal. Obwohl sich in den letzten Jahren der Personalschlüssel in MV deutlich verbessert hat, muss das Fachkraft-Kind-Verhältnis perspektivisch in der Krippe und im Hort unbedingt verbessert werden. Darüber hinaus ist es gelungen erstmalig einen Landesrahmenvertrag abzuschließen, der weitere Verbesserungen ermöglicht.

Für eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung setzen wir folgende Maßnahmen um:

Hohe Ausbildungsquote und deutlicher Zuwachs an Nachwuchskräften 

Ein zentraler Baustein zur Sicherung der Fachkräftebasis ist die Stärkung der Ausbildung. Seit dem Schuljahr 2023/2024 werden Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr nicht mehr auf den Stellenanteil einer Fachkraft angerechnet, seit dem 1. August 2024 gilt dies auch für das zweite Ausbildungsjahr. Die Ausbildungsvergütung der nicht angerechneten Auszubildenden wird vom Land nach Maßgabe des Kindertagesförderungsgesetzes vollständig übernommen. Seit Mai 2024 erhalten die Träger hierfür zudem Abschlagszahlungen im Voraus.

Die Maßnahmen zeigen deutliche Wirkung: Die Zahl der Auszubildenden zur staatlichen Erzieherin bzw. zum staatlichen Erzieher stieg von 207 im Schuljahr 2022/2023 auf 441 im Schuljahr 2024/2025. Damit wurde der erwartete Zuwachs von zehn Prozent mit einem Anstieg von über 100 Prozent deutlich übertroffen.

Fachkraft-Kind-Verhältnis wird schrittweise verbessert

Die Reduzierung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung, das konsequent verfolgt wird. Aufgrund der erforderlichen personellen und strukturellen Rahmenbedingungen kann eine Verbesserung jedoch nur schrittweise umgesetzt werden. Im Kindergartenbereich konnte das Fachkraft-Kind-Verhältnis bereits auf 1:14 verbessert werden.

Diese Entwicklung ist Teil eines langfristigen Prozesses: Lag das Verhältnis im Jahr 2010 noch bei 1:18, so wurde es bis 2016 auf 1:15 abgesenkt. Ab dem Jahr 2024 ergab sich zur weiteren Verbesserung ein Mehrbedarf von rund 220 pädagogischen Fachkräften.

Zur Unterstützung dieser Maßnahme wurden die Landesmittel ab September 2024 um rund 12 Millionen Euro erhöht.

Forum „Gute Kita 2030“ als Zukunftsprozess 

Die Landesregierung hat gemeinsam mit allen Beteiligten der Kindertagesförderung das Forum „Gute Kita 2030“ ins Leben gerufen. Das Forum soll Impulse für weitere Reformen liefern, um die Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern zukunftsfähig auszugestalten. Der Prozess ist bewusst über die laufende Wahlperiode hinaus angelegt.

Im Forum findet ein intensiver und ergebnisoffener Austausch statt. Zentrale Leitfragen werden gemeinsam identifiziert und Vorschläge für notwendige Rechtsreformen erarbeitet. Der Prozess ist bewusst über die laufende Wahlperiode hinaus angelegt und wird unter anderem durch die Arbeitsgruppen fortgeführt, die eigenverantwortlich arbeiten. Dafür wurden vier Arbeitsgruppen gebildet:

  • Arbeitsgruppe I: qualitativ hochwertige Bildung, Erziehung, Betreuung und Förderung
  • Arbeitsgruppe II: Pädagogisches Personal
  • Arbeitsgruppe III: Perspektiven und Bedarfe von Eltern und Kindern
  • Arbeitsgruppe IV: Finanzierung, Bedarfsplanung, demografischer Wandel und Sicherung der Kindertageseinrichtungen.

Mit diesen Maßnahmen setzt Mecklenburg-Vorpommern konsequent auf Qualität, Fachkräftesicherung und nachhaltige Strukturen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung.