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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Land will Schulabsentismus besser vorbeugen

Oldenburg: Weniger Bürokratie, kürzeres Verfahren, mehr Hilfe für die Schulen

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern überarbeitet die Regelungen zum Umgang mit Schulpflichtverletzungen. Im Schuljahr 2021/2022 gab es 403 Verstöße gegen die Schulpflicht, im Schuljahr 2022/2023 waren es 386.

Ministerin Simone Oldenburg hat schon zum Ende des Jahres 2022 veranlasst, das Verfahren im Umgang mit Schulabsentismus deutlich zu entschlacken: Das Verfahren ist eingekürzt, Berichtspflichten an die zuständige Schulbehörde wurden deutlich reduziert und erfolgen – ebenso wie die Einleitung von Bußgeldverfahren – nach dem 10. Fehltag. Nach dem 10. Fehltag hat auch eine Helferkonferenz unter Beteiligung der zuständigen Schulbehörde stattzufinden.

Zuvor trifft die einzelne Schule erzieherische bzw. Ordnungsmaßnahmen. Die Schulen erhalten zudem mehr Unterstützung durch das neue Kommunikations- und Beratungssystem für Eltern und Schule (KuBES), das seit dem letzten Schuljahr seine Arbeit am IQ M-V und an den vier Schulämtern aufgenommen hat.

„Die Ursachen für Schulabsentismus sind äußerst unterschiedlich. Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler passgenaue Unterstützung erhalten, aber die Lehrkräfte nicht weiterhin mit überbordenden Meldepflichten belastet werden“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Weniger Bürokratie, kurze und effiziente Wege sollen helfen, Schulabsentismus in jedem Einzelfall möglichst früh zu beenden. Prävention erhält eine entscheidende Rolle.“

Zudem wird der Handlungsleitfaden für Schulen gegen Schulabsentismus von 2017 bis zum Schuljahr 2024/2025 grundlegend überarbeitet. Hierbei werden insbesondere die Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt. Die Übersichtlichkeit soll erhöht, Mustervorlagen aktualisiert und zusammengefasst sowie offene Fragen zu Attesten und der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe geklärt werden.

Ziel ist es, einen deutlich schlankeren Leitfaden zu entwickeln, der auf frühzeitige Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte innerhalb und außerhalb der  Schule setzt, ein gutes Unterstützungssystem bereitstellt und die Lehrkräfte entlastet.

Bildungsministerium zieht Bilanz

Oldenburg: Wir haben im Schuljahr 2022/2023 gemeinsam viel Gutes erreicht

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung MV blickt am Anfang der Sommerferien auf ein ereignisreiches Schuljahr 2022/2023 zurück, in dem auch nach Corona und im zweiten Jahr des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen waren. Trotzdem war dieses Jahr auch von vielen positiven Entwicklungen geprägt. Aber dennoch gilt es auch in den nächsten Jahren noch, vieles zu verbessern und zu verändern.

„Die Liste des Erreichten ist lang, sowohl im Schulbereich als auch bei der Kindertagesförderung. Vieles davon haben wir gemeinsam erreicht und dafür bedanke ich mich bei unseren Partnern und den Mitgliedern im Bildungsrat und Bildungspakt“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

„Nicht zuletzt hat Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2022 insgesamt 967 Lehrkräfte an den Schulen in öffentlicher Trägerschaft eingestellt und damit einen Rekord erzielt. Das ist bei der bundesweiten Situation auf dem Lehrkräftearbeitsmarkt beachtlich. Und zusätzlich haben wir 6.000 Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache gut in unser Bildungssystem integriert.“

Neben übergreifenden Verbesserungen wie der Einführung und Verstetigung der Alltagshilfen in den Kitas und an den Schulen wurden im zurückliegenden Schuljahr folgende Schwerpunkte umgesetzt:

Kindertagesförderung:

  • Einführung des beitragsfreien Ferienhortes ab den Sommerferien 2022 und Fortführung der kostenlosen Kindertagesbetreuung
  • stetige Erhöhung der Gesamtausgaben
  • Weiterführung der Sprach-Kitas aus Landesmitteln
  • Erhöhung der Vergütung und Verbesserung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern
  • Start der Kampagne „Großes schaffen für die Kleinsten“

Lehrkräfte und weiteres Personal an Schulen

  • Festhalten an Teilzeitarbeit für Lehrkräfte
  • frühere Gewährung von Altersanrechnungsstunden
  • über 2 Millionen Euro in Gesundheitsförderung investiert
  • Personalgewinnungszuschlag an Regionalen Schulen für grundständig ausgebildete Lehrkräfte mit MINT-Fächern
  • Referendarzuschlag auf 40% verdoppelt
  • schnellere Einstellung von Lehrkräften und unterstützenden pädagogischen Fachkräften (upF)
  • zusätzliches pädagogisches Personal an 33 Schulen eingestellt
  • Beschäftigung von externen Vertretungskräften
  • Schulleitungen entlastet durch Verwaltungsfachkräfte an Schulen
  • weitere Qualifizierungswege für Lehrkräfte im Seiteneinstieg, wie der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst Menschen mit Abschluss auf Masterniveau
  • Start der Kampagne #DankeSagenRespektZeigen

Digitalisierung:

  • Bereitstellung von 11 Millionen Euro für den IT-Ausbau an Schulen
  • mehr Investitionen in die Vergabe von digitalen Leihgeräten für Lehrkräfte
  • Landtagsbeschluss zur Unterstützung von Lehrkräften im Umgang mit KI
  • Start der Digitalen Landesschule für allgemein bildende Schulen
  • Bereitstellung von E-Learning-Kursen zur Prüfungsvorbereitung
  • Kooperation mit dem bundesweiten Weiterbildungsportal fobizz
  • „Masterclass“ und „Digitales Bildungsjournal“ auf itslearning. TaskCard KI

Beschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen:

  • Einstellung von ukrainischen Lehrkräften
  • Erarbeitung, Umsetzung und fortlaufende Weiterentwicklung einer „Bildungskonzeption zur Beschulung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache“
  • Fortbildungen für Lehrkräfte
  • Start der Fachstelle „Mehrsprachigkeit MV“
  • umfassende Organisation der Aufnahme und Beschulung von Geflüchteten mit Bereitstellung eines Verfahrensweges zur Schulaufnahme

Schule, Eltern, Schülerinnen und Schüler:

  • keine Schulschließungen – Sicherheit bis 2023
  • Stärkung der Berufsschullandschaft in M-V und der Berufsorientierung unterstützt auch durch das
  • Zukunftsbündnis des Landes
  • Schwimmkonzept für allgemein bildende Schulen gemeinsam mit den Fraktionen im Landtag MV erarbeitet
  • Kooperation mit dem Basketballverband und Einstellung eines Verbandssportentwicklers
  • Kooperationsinitiative ganztägiges Lernen
  • eine Million Euro für Wandertage und eintägige Exkursionen
  • Schülerfirmen durch eine Landesfachkoordinatorin unterstützt
  • Kooperations- und Beratungssystem für Eltern/Erziehungsberechtigte und Schule (KuBES)
  • Stärkung des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) durch mehr Stellen; landesweites Zeugnistelefon, Zentrale Leitstelle, mobile Teams
  • Anpassung der Fahrtkostenzuschüsse für Auszubildende
  • Landesprogramm „Auf dem Weg zum Schulabschluss“ initiiert
  • Start der Kampagnen „Schüler-in-MV“ und „Kinnings-in-MV“

„Bei allem Dank und dem Erreichten, können wir uns allerdings nicht ausruhen, sondern es bleibt viel zu tun“, ergänzt Bildungsministerin Oldenburg. „Einiges liegt noch vor uns.“  

Geplante/ anstehende Maßnahmen:

  • schrittweise Einführung der Nichtanrechnung der Erzieherinnen und Erziehern für 0- bis 10-Jährige auf den Fachkräfte-Schlüssel
  • Zertifizierung von Aqua-Kitas
  • Fortschreibung der Bildungskonzeption und weitere Optionen der Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache
  • neues Berufsorientierungskonzept
  • Verstärkung des Deutsch- und Mathematikunterrichts sowie der Naturwissenschaften an weiterführenden Schulen
  • Freiwilliges 10. Schuljahr an Regionalen Schulen und Gesamtschulen
  • Ausbau der Digitalen Landesschule
  • Etablierung eines Frühwarn- und Beratungssystems an Schulen
  • Weiterentwicklung der Schulmitwirkung
  • Lehrkräftebefragung
  • Änderung der Lehrkräfte-Arbeitszeit-Landesverordnung
  • Sofortprogramm berufliche Schulen Ost
  • Verstetigung der Stellen für die Verwaltungsfachkräfte an Schulen
  • Die Themen der Digitalisierung und Digitalität im Schulbereich sollen auch künftig ein zentraler Fortbildungsschwerpunkt in den Angeboten des IQ M-V für die Lehrkräfte des Landes bleiben
  • Auf das Themenfeld „KI und ChatGPT“ in Schule und Unterricht werden wir auch in weiteren Angeboten ein besonderes Augenmerk legen

Erfolgsmodell Alltagshilfe in Kitas

Oldenburg: Wichtiger Beitrag zur Entlastung der Erzieherinnen und Erzieher

Schwerin – Die Fortführung der Alltagshilfen ist ein wichtiger Bestandteil der „Fachkräfteoffensive Kindertagesförderung“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Das aktuelle Programm, das staatliche und freie Trägereinrichtungen in Anspruch nehmen können, wird zu 100 Prozent aus Landesmitteln finanziert. Die Förderrichtlinie dazu ist am 8. Mai 2023 erschienen. Von den neuen Mitteln kann weiteres Personal gewonnen oder durch Aufstockung der Arbeitsstunden bei bestehendem Personal ein besseres Einkommen erzielt werden. Auch Qualifizierungsmaßnahmen sind möglich.

„Die vielen schon in unseren Kitas tätigen Alltagshilfen können so mehr von ihrer wichtigen Unterstützungsarbeit leisten und besser verdienen“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Das macht das Modell attraktiver und die Entlastung für die Erzieherinnen und Erzieher noch spürbarer: Sie können sich noch besser ihren pädagogischen Aufgaben und der Arbeit mit den Kindern widmen.“

Bislang wurde aus dem Sondervermögen MV-Schutzfonds 2021 533 Alltagshilfen finanziert, davon erhielten 175 bereits tätige Kräfte eine Stundenaufstockung und 358 nichtpädagogische Kräfte wurden zusätzlich eingestellt. 2022 wurden 524 Kräfte finanziert, von denen 261 eine Stundenaufstockung erhielten und 263 zusätzlich eingestellt wurden – wobei die Abrechnung eines Landkreises noch aussteht.

2021 wurden 75 Schulungs- und Qualifizierungsmaßnamen durchgeführt, 2022 bisher acht ausgewiesen.

Die Gesamtausgaben (Personalausgaben, Ausgaben für Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Ausgaben für Arbeitsschutz und Hygieneausrüstung) beliefen sich 2021 auf über 2,1 Millionen Euro, im noch nicht vollständig erfassten Jahr 2022 auf 1,7 Millionen Euro.

„Die positiven Rückmeldungen der örtlichen Träger, die große Nachfrage und die Evaluation sprechen für den großen Erfolg der Alltagshilfen“, freut sich Ministerin Oldenburg. „Die Landesregierung plant eine Verstetigung. So verbessern wir die Arbeitsbedingungen aller Beschäftigen in unseren Kindertageseinrichtungen.“

Die Einstellung der Alltagshilfen erfolgt durch die Träger der Kindertageseinrichtungen, die als Zuwendungsempfänger auch über Verwendung der Mittel für Alltagshilfen entscheiden – ganz entsprechend der der individuellen Gegebenheiten und des Bedarfs vor Ort: So können Alltagshilfen täglich zwei Stunden lang die Mittagsausgabe unterstützen oder aber einen Tag pro Woche den Projekttag. Die Aufgaben für Alltagshilfen sind in Ziffer 4.3 der Förderrichtlinie zu finden.

Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz

Schwerin – Drese: „Als Jugendministerin bin ich sehr froh, dass wir die Rechte und Mitwirkungsmöglichkeiten von jungen Menschen künftig stärken werden. Damit das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz seine Wirkung bestmöglich entfalten kann, liegt mir viel daran, bei der Erarbeitung des Gesetzes auch Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Kinder und Jugendliche sowie Akteur:innen der Kinder- und Jugendhilfe im Land, einzubinden.“

Hierfür nimmt das Sozialministerin ab sofort Ideen und Hinweise zum Gesetzesvorhaben in schriftlicher Form entgegen. Schon jetzt berücksichtige der Gesetzesentwurf laut Drese vielfältige Anregungen. „Es sind unter anderem wesentliche Erkenntnisse der Enquete-Kommission ‚Jung sein in M-V‘ in die Erarbeitung eingeflossen“, so Drese. Die Kommission setzt sich aus Abgeordneten sowie auch Fachexpertinnen und -experten und Vertreterinnen und Vertretern aus Jugendorganisationen und zusammen.

Ein wichtiges Ziel des Gesetzes ist es, Kinder und Jugendliche mehr bei kommunalen Vorhaben und Planungen, die ihre Interessen berühren, einzubeziehen. „Selbstverständlich gilt dies auch für Vorhaben auf Landesebene“, versichert Drese. Zudem sei im Zuge des Gesetzes geplant, unabhängige (ombudschaftliche) Beratungsstrukturen zu schaffen.

Die Einbringung zum Gesetzesentwurf ist bis zum Ende der Sommerferien möglich. Danach werden die eingegangenen Stellungnahmen aufgearbeitet und erneut dem Kabinett vorgelegt. Im Anschluss erfolgt die parlamentarische Beratung im Landtag. „Ich hoffe, dass bis dahin viele Menschen die Gelegenheit nutzen, ihre Sicht mitzuteilen“, so Drese.

Hinweise können an poststelle@sm.mv-regierung.de geschickt werden.

Land fördert Sprach-Kitas

Oldenburg: Sprachliche Bildung ist wichtige Aufgabe in der Kindertagesförderung

Schwerin – Die 156 Sprachfachkräfte und 13 Fachberatungsstellen in den 141 Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern haben trotz des Auslaufens der Bundesförderung ihre Arbeit nahtlos fortgesetzt. Das Land übernimmt seit Juli die Finanzierung in Höhe von jeweils 6,5 Millionen Euro für die Jahre 2023 und 2024. Mit seiner Entscheidung, das Bundesprogramm nach Ablauf der Übergangsfrist bis 30. Juni 2023 einzustellen, hatte der Bund die Länder vor große Herausforderungen gestellt.

„Sprachliche Bildung ist eine wichtige Aufgabe in der Kindertagesförderung. Sie dient dazu, bei Kindern bis zum Eintritt in die Schule den Spracherwerb anzuregen und zu fördern. Die Sprach-Kitas sind mit zusätzlichem Personal ausgestattet und damit in der Lage, Kinder gezielter zu fördern, die einen Bedarf haben. Das ist ein echter Beitrag zur Chancengleichheit. Deswegen habe ich mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass wir diese Förderstrukturen erhalten“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Mit der Finanzierung aus Landesmitteln konnte die Landesregierung weiterhin 15.835 Kindern eine gesonderte Förderung in der sprachlichen Bildung zukommen lassen und hat die Weichen für die Weiterführung der Sprach-Kitas gestellt. „Sprache ist beim Handeln von Kindern allgegenwärtig. Sie singen, reimen und stellen Fragen. Sprache ist der Schlüssel zur Welt und ganz wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den schulischen und beruflichen Erfolg. Ich bin sehr froh, dass es bei uns im Land diese wichtigen Förderangebote weiterhin gibt und Kinder dadurch mit besseren Lernvoraussetzungen in der Schule starten können“, sagte Oldenburg.

Lehrer_innen lernen in den Sommerferien

Oldenburg: Rekordteilnahme zeigt großes Engagement

Schwerin – In den ersten drei Sommerferientagen bilden sich bei der beliebten Sommerakademie Lehrerinnen und Lehrer fort. Vom 17. bis 19. Juli 2023 findet die inzwischen 12. Akademie unter dem Motto „Das Alte verabschieden – das Neue begrüßen“ wieder auf Schloss & Gut Ulrichshusen statt.

Mit insgesamt 1280 Anmeldungen von 485 Lehrkräften verzeichnet die Sommerakademie 2023 die höchste Anmeldezahl seit dem Start des Formats.

Bildungsministerin Simone Oldenburg freut sich über diesen Rekord: „Unsere engagierten Lehrkräfte möchten nach einem ereignisreichen Schuljahr neue Anregungen für ihre Arbeit erhalten, mit Kolleginnen und Kollegen austauschen und in wunderschönem Ambiente gemeinsam den Alltagsstress vergessen. Ich wünsche ihnen im Anschluss einen entspannten Start in die wohl verdienten Sommerferien und Kraft, das Erlernte im neuen Schuljahr anzuwenden.“

Die 63 angebotenen Kurse beschäftigen sich mit Digitaler Bildung, Unterricht und Erziehung im inklusiven Schulsystem, Kommunikation und Interaktion sowie Gewaltprävention. Es gibt auch Workshops zur Lehrer- und Schülergesundheit, den Bereichen Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Kunst, Musik und Sport.

Aus diesen Kursen konnten sich die Lehrkräfte aller Schulformen ihr individuelles dreitägiges Fortbildungsprogramm zusammenstellen.

Das komplette Programm der diesjährigen Sommerakademie ist im beigefügten Flyer und auf dem Bildungsserver MV einsehbar.

Ehrenamtspreis für Laurin Fischer

Gemeinde und Schule Gingst vergeben erstmals den Holger-Kliewe-Preis an einen Schüler

Insel Rügen – „Ehrenamtliches Engagement brauchen wir in diesen Tagen mehr denn je“, erklärt Holger Kliewe am letzten Schultag vor 300 Schülern und Lehrern der Gingster Schule. Die traditionelle Stunde für Ehrungen und Verabschiedungen nutzten der Ummanzer Bürgermeister und seine Gingster Kollegin Gerlinde Bieker für die Premiere einer besonderen Anerkennung von lobenswerter Einsatzbereitschaft über das Maß hinaus.

Den zum ersten Mal vergebenen „Holger-Kliewe-Preis für besonderes Engagement in den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales“ erhielt an dem Freitagmorgen der 14-jährige Laurin Fischer. Seine Klassenleiterin Heide Saathoff hatte ihn vorgeschlagen und in ihrer Laudatio zahlreiche Gründe dafür genannt. „Immer wenn wir Hilfe brauchen“, sagt sie freudestrahlend, „ist Laurin freiwillig und engagiert dabei, ohne auf die Uhr zu schauen.“ Man treffe ihn bei Schul- und Gemeindeveranstaltungen am Verkaufsstand, bei den Aufräumarbeiten oder als Ideengeber für Veränderungen. Er half mit beim Aufbau des neuen Leuchtturm-Kinderspielplatzes der Gemeinde oder unterstützte den ASS Spielplatzservice, der den Fitness-Parcours auf dem Schulhof errichtete.

Laurin Fischer (Bildmitte) bekommt den Holger-Kliewe-Preis 2023 und erste Glückwünsche von Holger Kliewe, Heide Saathoff, Gerlinde Bieker und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.)Foto: Lisa Wurzler
Laurin Fischer (Bildmitte) bekommt den Holger-Kliewe-Preis 2023 und erste Glückwünsche von Holger Kliewe, Heide Saathoff, Gerlinde Bieker und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.) Foto: Lisa Wurzler

„So einen Jungen haben wir noch nicht erlebt“, erinnert sich Geschäftsführer Michael Sticht aus Bischofswerda. „Gleich nach Schulende war Laurin auf beiden Baustellen und bis zum Dunkelwerden dabei. Einfach klasse.“ Das findet auch Gerlinde Bieker, die sich in ihrer Arbeit als ehrenamtliche Bürgermeisterin von Gingst über solche Mitmenschen freut. Sie bestimmen und beeinflussen das Leben einer kleinen Gemeinde sehr positiv, egal ob in der Bibliothek, im Museum oder bei Kulturveranstaltungen.

Holger Kliewe steht als Namenspate des Preises, denn er selbst hat sein Leben lang in vielen Bereichen ehrenamtlich und politisch gewirkt. Nicht zuletzt profitiert Gingst auch von seiner Hartnäckigkeit bei der Beschaffung von Fördermitteln für den Neubau der Regionalen Schule. „Auf dem Land ist das so“, meint er, „da kann man sich immer auf Mitmacher wie Laurin verlassen.“ Das müsse so bleiben und gefördert werden. Laurins Beispiel soll nicht nur in der Schule Schule machen, sondern weit darüber hinaus wirken. Der Preis wurde mit 100 Euro dotiert und ist mit dem höchsten Geldbetrag versehen, der bisher an einen Schüler aus Gingst verliehen wurde.

Grundschüler werden Luchspaten

Gingster Kinder erlaufen 1.000 Euro und unterstützen das WWF-Projekt für Wildtiere

Insel Rügen – Die Gingster Schüler sind Tierfans. Da versteht es sich von selbst, dass die 160 Grundschüler wieder für ein gemeinnütziges Projekt Spenden erliefen, das beliebten Vierbeinern helfen will. In diesem Sommer entschieden sie sich für den WWF und sein Projekt zum Schutz und zur Wiederansiedlung von Luchsen. 1.000 Euro aus dem Gesamterlös des sportlichen Höhepunkts fließen in das Vorhaben der Luchspatenschaften.

Das sind die neuen Luchspaten in Deutschland. Zusammen mit ihren Gingster Mitschülern sammelten sie Spendengelder für die bedrohten Wildtiere. Foto: Martina Zabel
Das sind die neuen Luchspaten in Deutschland. Zusammen mit ihren Gingster Mitschülern sammelten sie Spendengelder für die bedrohten Wildtiere. Foto: Martina Zabel

„Wir haben mit der Idee den Nerv von Kindern und Eltern getroffen“, sagt Grundschul-Koordinatorin Silke Luther. Eine große Spendenfreundlichkeit bestätige das. Naturschutz sei in unseren Tagen wichtiger denn je und die Kleinen hätten ein großes Herz für die tierischen Bewohner der Wildnis. In den Stunden vor dem alljährlichen Spendenlauf beschäftigten sich die Schüler mit Geschichte und Gegenwart der bedrohten Tierart. Der Luchs war in Deutschland wegen der Übernutzung der Wälder und der gezielten Bejagung spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet.

Mit dem von der EU unterstützten Projekt der Luchspatenschaften konnten in den zurückliegenden Jahren Erfolge erzielt werden. „Nachdem sie nahezu ausgerottet waren, gibt es in Deutschland seit mehr als drei Jahrzehnten wieder Luchse“, erklärt Markus Schwaiger, Projektkoordinator beim WWF Deutschland. Und die jungen Rüganer sind sich sicher, dass sie mit persönlicher Einsatzbereitschaft und Spenden wichtige Lebensräume vor der eigenen Haustür schützen und das Artensterben verhindern können.

„Ich bin stolz auf meine Schüler, Eltern und Kollegen“, erklärt Schulleiter André Farin und freut sich über eine großartige Resonanz auf eines der 300 WWF-Projekte für den weltweiten Natur- und Umweltschutz. Er überreichte beim Schulhof-Sommerfest der Schule Gingst an die sieben erfolgreichsten Spendensammler Urkunden und einen kleinen Luchs. André Farin ist sich mit den über 500 Gästen des Tages einig: „Strahlende Augen und zufriedene Gesichter beweisen, dass wir engagierte Luchspaten gewonnen haben.“