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Kategorie: Natur und Umwelt

Land fördert Aal-Besatz durch Anglerverband

Schwerin – Anlässlich der Landesdelegiertenkonferenz des Landesanglerverbandes übergibt Fischereiminister Dr. Till Backhaus am Samstag einen Zuwendungsbescheid für weitere Aalbesatzmaßnahmen in diesem Jahr. Die Besatzmaßnahmen sind für den nachhhaltigen Erhalt der Aalbestände im Land notwendig, betont der Minister.

„Der Aal ist sehr stark bedroht, aber zugleich wirtschaftstragend für die Erwerbsfischerei und traditionell bedeutsam für viele Angler. Der Aal muss also gemeinsam geschützt werden. Einerseits als unverzichtbarer Teil dieses Ökosystems, andererseits  um ihn nachhaltig zu nutzen. Leider eine Tatsache ist jedoch: Die Einwanderung von Aalen ist zu gering, ohne Besatz wären in zwanzig Jahren kaum noch Aale da. Essenzieller Bestandteil des Aal-Managements in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern ist deshalb der Besatz.“

Gute Nachrichten gebe es laut Minister jedoch auch zu vermelden:

„Immerhin gibt es erst positive Signale aus den inneren Küstengewässern, die den Schluss zulassen, dass dort wohl wieder vermehrt Aale natürlich einwandern. Beseitigen wir demnächst noch einige wesentliche Aufstiegsbarrieren, wie in der Elbe am Wehr Geesthacht, könnte es demnächst auch wieder mehr Jungaale in den Binnengewässern geben, die nicht aus Frankreich eingeflogen wurden“, so Backhaus

Der neuerliche Besatz erfolgt seit dem 16.06.2022 an mehreren Terminen. Dabei werden rund 1.742 kg Europäische Aale in 187 Gewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgebracht. Bei einem geplanten durchschnittlichen Stückgewicht von 7 Gramm entspricht das rund 250.000 kleinen Aalen. Die Maßnahme wird zu 80 % (rund 62.000 Euro) durch das Land gefördert. Der Landesanglerverband hält bei der Maßnahme alle Vorgaben im Rahmen des Aalmanagements für einen gewässerspezifischen Besatz ein.

Durch Fördermittel des Landes M-V und der EU wurden bzw. werden im Zeitraum 2009 bis 2022 insgesamt rund 84,8 t vorgestreckte Aale (Av) und Glasaale (Ao), das entspricht rund 21,73 Millionen Stück (davon 10,08 Mio. Glasaale), in die Gewässer des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgebracht. Dafür wurden insgesamt EU- und Landesmittel in Höhe von rund 3,3 Mio. EUR ausgereicht.

Der LAV M-V hat in den vergangenen Jahren stets an der Aalbesatzförderung im Rahmen des EMFF und des EFF teilgenommen. Die Bewilligung des kollektiven Aalbesatzvorhabens erfolgt auf der Grundlage von Artikel 37 VO (EU) Nr. 508/2014 und Nr. 3.1.5 der Richtlinie zur Förderung der Fischerei, Aquakultur und Fischwirtschaft M-V (FischFöRL M-V).

Die Durchführung der Besatzmaßnahme erfolgt mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA M-V). Wiedie LFA M-V bestätigt, wird mit der kollektiven Besatzmaßnahme des LAV M-V ein Beitrag zur Erreichung des Ziels der Europäischen Aalverordnung geleistet.

Wasserstände sinken, Waldbrandgefahr steigt

Schwerin – Die Wasserstände der Seen und Flüsse in Mecklenburg-Vorpommern liegen aufgrund der anhaltenden Trockenheit derzeit vielerorts unterhalb des mittleren Wasserstandes. Die ausbleibenden Niederschläge erhöhen auch die Waldbrandgefahr. Derzeit gilt noch fast überall die Waldbrandstufe 2 (geringe Gefahr), lediglich in den Wäldern rundum Sandhof im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und Radelübbe (beides Landkreis Ludwigslust-Parchim) besteht mit Waldbrandstufe 3 eine mittlere Gefahr, sagte der zuständige Umweltminister Dr. Till Backhaus kurz vor dem Wochenende, dass hochsommerliche Temperaturen bringen soll.

„Nachdem sich die Wasserstände nach den vielen Niederschlägen im Februar kurzzeitig erholt hatten, sind sie im Zuge des viel zu trockenen Frühlings und die voranschreitende Verdunstung inzwischen wieder deutlich gesunken. Die Elbe führt, wie in den vergangenen Jahren, bereits wieder Niedrigwasser. Die wenigen nennenswerten Schauer haben nicht dazu geführt, dass ausreichend Wasser in die Böden vordringen konnte, sodass auch die Wasserstände in den oberen und unteren Grundwasserleitern nicht ausreichend aufgefüllt werden konnten und weiterhin unter dem Mittelwert liegen – mit sinkender Tendenz“, fasste Minister Backhaus die hydrologische Lage zusammen.

Die Seenspeicher seien laut Backhaus aktuell noch akzeptabek gefüllt: Der Pegel des Schweriner Sees liegt momentan bei 115 cm (Stauziel zum 1. Juli: 117 cm) und an der Müritz in Waren bei 200cm (Stauziel zum 1. Juli: 210 cm). „Da für die nächsten Wochen aber keine nennenswerten Niederschläge mehr vorhergesagt sind, wird die weitere Entwicklung des Wasserspiegels hauptsächlich davon abhängen, inwieweit die angekündigte Hitzewelle und die damit verbundene Verdunstung unser Land tatsächlich trifft“, schätzte er.

Die Trockenphasen lässt auch die Waldbrandgefahr weiter ansteigen, weswegen Minister Backhaus insbesondere mit Blick auf das sommerliche Wochenende, das vor uns liegt, zu erhöhter Vorsicht und Wachsamkeit aufruft: „Das Feuermachen und Rauchen im Abstand von 50 Metern zum Waldrand ist gesetzlich verboten. Aufgrund der hohen Entzündungsgefahr der Laub- und Pflanzenreste am Waldrand sollte dieser Abstand auch dringend eingehalten werden. Ich bitte jeden Waldbesucher, seine Pflicht zur Brandprävention und Brandmeldung wahrzunehmen.“

Insgesamt 22 Kamerastandorte überwachen rund 291.000 Hektar Wald und damit 52 % der Gesamtwaldfläche des Landes. Die besonders gefährdeten Gebiete sind dabei lückenlos abgedeckt. Gebündelt werden die Daten in der Waldbrandeinsatzzentrale in Mirow, die mit Hilfe eines automatisierten kameragestützten Systems die Waldbrände früh erkennt und sich mit den Leitstellen in Verbindung setzt. Seit 2019 hat das Land noch einmal knapp 340.000 Euro in das System investiert. Avisiert wird zudem, auch Kamerastandorte in Brandenburg und Niedersachsen mit einzubinden.

Ausgebaut wurde ebenso in ein landesweites System von Waldbrandwundstreifen. Das sind künstlich angelegte Flächen im Wald, auf denen durch Beräumung, Astung und Bodenverwundung das brennbare Material auf ein Minimum reduziert wird und die im Ernstfall die Ausbreitung von Feuern bremsen. In den Jahren 2019 bis 2021 wurden jährlich im Schnitt 436 km solcher Streifen angelegt. 2018 waren es noch rund 300 km.

2021 verzeichnete die Landesforst M-V 30 Waldbrände, welche eine Fläche von mehr als 15,5 Hektar Wald zerstörten. Der größte Waldbrand mit neun Hektar musste bei Lüblow im Forstamt Jasnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gelöscht werden. Brandursache war in den meisten Fällen die Trockenvegetation. Leider waren einige Brände auch auf Fahrlässigkeit oder gar Brandstiftung zurückzuführen.

Junior Ranger im Biosphärenreservat

Boizenburg – Unter dem Motto „EinFlussReich“ wollen 250 Junior Ranger aus ganz Deutschland mit ihren Betreuenden eine Menge Abenteuer erleben. Ausgestattet mit Zelt und Schlafsack machen sie sich auf den Weg ins Naturerlebnisbad in Boizenburg. Gastgeber ist das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften.

Bis Sonntag warten zahlreiche Erlebnisangebote und Aktivitäten auf die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8- 14 Jahren. Teil des Programmes ist am Freitag und Sonnabend eine Rallye in Boizenburg. Ganz oben auf dem Plan stehen die Besonderheiten des Naturraumes Elbetal, mit Hochwasser, dem Storch, typischen Fischen oder auch Tierspuren sowie den Hinterlassenschaften der Eiszeit.  Parallel befassen sich einige Gruppen im Naturerlebnisbad Boizenburg beim Markt der Möglichkeiten z.B. bei den AQUA-AGENTEN mit den verschiedensten Facetten des Wassers und können an unterschiedlichen Sport-, Spiel- und Kreativstationen, wie dem Floßbau oder Filzen, teilnehmen.

Die Junior Ranger sind ein gemeinsames Angebot der Nationalen Naturlandschaften Deutschlands (Nationalparke, Biosphärenreservate und einige Naturparke).

„Ein Höhepunkt für die Junior Ranger ist das Junior-Ranger-Bundestreffen, das in jedem Jahr in einem anderen Gebiet ausgetragen wird“, freut sich Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „2019 trafen sich die Kinder im Nationalpark Sächsische Schweiz. Insgesamt sind 230 Junior Ranger aus 24 Gebieten bundesweit angereist und davon 60 aus Mecklenburg-Vorpommern“, führt der Minister weiter aus.

Das jährliche Treffen dient der Pflege des bundesweiten Netzwerkes der Junior Ranger.

„Wir freuen uns auf die vielen Gäste“, berichtet Christina Melzer, die das Bundestreffen gemeinsam mit einem Planungsteam des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe“ vorbereitet hat. „Mehr als ein halbes Jahr Vorbereitungszeit steckt in dem großen Zeltlager“ und eigentlich hatten wir es schon für das Jahr 2020 geplant.  „Daher sind wir froh, endlich wieder zusammenzukommen“.

„Die WEMAG AG unterstützt die Bildungsarbeit des Biosphärenreservatsamtes seit vielen Jahren. Als regionales Unternehmen mit ökologischer Ausrichtung übernehmen wir Verantwortung in der Region“, erklärt der technische WEMAG-Vorstand Thomas Murche. „Das Unternehmen unterstützt daher gern auch den überregionalen Austausch der Junior Ranger“, betont Murche. Gleichzeitig kündigt Murche die Zusammen­arbeit mit dem Biospärenreservatsamt Schaalsee-Elbe für weitere drei Jahre an. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam weitere ökologische Bildungsprojekte in der Region umzusetzen.“

Das Bundestreffen 2022 wird unterstützt durch die WEMAG AG, das Land Mecklenburg-Vorpommern über den Strategiefonds des Landes, die Heidehofstiftung, die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), den Förderverein Biosphäre Elbe e. V., riha WeserGold sowie die Stadt Boizenburg.

Fluss der Extreme

Backhaus spricht mit Bürgern über Hochwasserschutz

Boizenburg – Heute nimmt Umweltminister Dr. Till Backhaus an einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in der Richard-Schwenk-Sporthalle in Boizenburg teil.

„Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe – auch wenn es gegenwärtig wegen der zum Teil niedrigen Wasserstände etwas anders aussieht. Wenn Sie in den letzten Tagen auf den Elbdeichen rund um Boizenburg spazieren waren, konnten Sie feststellen, dass die Wasserstände der Elbe derzeit sehr gering sind. Aufgrund der geringen Niederschläge des Frühjahres weist die Elbe, am hiesigen Pegel in Boizenburg, derzeit lediglich einen Wasserstand von 70 cm auf.

Die Elbe ist aber ein Fluss der Extreme. Phasen des Niedrigwassers, wie sie derzeit wieder sichtbar sind, wechseln sich in regelmäßigen Abständen mit Hochwasser ab. Insbesondere diese vergleichsweise seltenen Ereignisse gilt es, nicht aus dem gemeinsamen Gedächtnis zu verlieren und sich mit baulichen Anlagen und mit einen guten Hochwasserrisikomanagement vor Schäden infolge Hochwasser zu schützen“, sagte er im Vorfeld der Veranstaltung.

In den Jahren 2002 und 2013 haben Wetterlagen mit enormen Regenmengen die Elbe massiv anschwellen lassen. 2013 wies der Pegel in Boizenburg vom 11. auf den 12. Juni 2013 einen Wasserstand von 732 cm auf. Damals lagen nur noch 28 Zentimeter zwischen dem Wasserspiegel der anstehenden Elbe und der Deichkrone. Die Pegelaufzeichnungen der letzten Jahre sowie die Erinnerung an die Hochwässer 2002 und 2013 haben uns einen entsprechenden Handlungsbedarf aufgezeigt. In der betroffenen Region leben rund 14.000 Menschen, die es zu schützen gilt. Neben den Menschenleben, welche oberste Schutzpriorität aufweisen, sind rund 500.000.000 Euro materielle Werte vom einem Elbehochwasser gefährdet“, erklärte der Minister.

Um den Schutz der betroffenen Bürger und ihres Eigentums zu gewährleisten, hat das Land aufgrund der Erfahrungen der Hochwässer 2002 und 2013 die Bemessungshochwässer überarbeitet und die Hochwasserschutzanlagen überprüft. Zudem sind in die Betrachtungen die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels eingeflossen, welcher eine ansteigende Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissens erwarten lässt.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind in die aktuellen Planungen der Hochwasserschutzanlagen entlang der Elbe eingeflossen und münden unter anderem in einem eigenen Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Boizenburg.

Das Projekt „Hochwasserschutz“ Boizenburg umfasst insgesamt zwei Teilprojekte (Neubau Sude-Hochwassersperrwerk und Rückdeichung Hafendeich). Für das Teilprojekt „Rückdeichung Hafendeich“ hat Minister Backhaus im Rahmen der Frühjahrsdeichschau 2017 dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg einen Fördermittelbescheid in Höhe von 14,5 Mio Euro übergeben. Die Kosten für das zweite Teilprojekt betragen nach der Kostenberechnung rund 26,4 Mio Euro.

Neben den investiven Maßnahmen sei es aber auch notwendig, die Vegetation zwischen den Deichen im Auge zu behalten, betonte Backhaus. Denn das sei für den Wasserabfluss von großer Bedeutung. „Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass wir uns mit allen Maßnahmen in einem sehr sensiblen Naturraum, dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, bewegen. Unser Ziel muss es sein, die Entwicklung des Naturraumes mit den Ansprüchen des Hochwasserschutzes in Einklang zu bringen“, so Backhaus.

Hinweis: Die abendliche Info-Veranstaltung in Boizenburg ist noch keine Anhörung im Sinne des Planfeststellungsverfahrens. Es geht ausschließlich darum, zu erläutern, welche technische Lösungen gefunden wurden und Fragen zu beantworten.

Mecklenburg-Vorpommern ist für den Hochwasser­schutz an der Elbe um Dömitz und Boizenburg sowie den Rückstaubereich an den Zuflüssen (Müritz-Elde-Wasserstraße, Löcknitz, Sude und Boize) zuständig.

M-V: bis 2040 klimaneutral

Backhaus: Mehr Gartenabfälle als wertvolle Biomasse nutzen

Schwerin – Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein. Auf dem 20. Dialog Abfallwirtschaft an der Universität Rostock betonte Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus heute, dass die Abfallwirtschaft maßgeblich zum Erreichen dieses Zieles beitragen kann.

Ein Dauerthema in Mecklenburg-Vorpommern ist laut Backhaus das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen im Frühjahr und Herbst. „Ursprünglich ist diese Regelung getroffen worden, um insbesondere in den ländlichen und von großen Gehöften geprägten Gegenden eine vertretbare Ausnahme zuzulassen. Inzwischen hat aber jeder öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger eine getrennte Bioabfallentsorgung anzubieten und davon sollten die Bürgerinnen und Bürger im Sinne des Klimaschutzes auch Gebrauch machen.

Denn Bioabfälle, nehmen wir zum Beispiel Grünschnitt, der verbrannt wird, im Hausmüll landet oder sogar illegal verkippt wird, geht für die Kompostierung oder eine hochwertige stoffliche oder energetische Nutzung verloren. Beim Verbrennen kommt hinzu, dass wir am Ende sogar noch Schadstoffe in Luft pusten und unsere Nachbarn mit unangenehmen Gerüchen belästigen. Das heißt nicht, dass wir die gemütliche Feuerschale oder das Brauchtumsfeuer verbieten möchten. Aber wir kommen nicht umhin die Bestimmungen der Pflanzenabfalllandesverordnung auf den Prüfstand zu stellen“, sagte er weiter.

Auch setzt die Landesregierung weiterhin verstärkt auf Abfallvermeidung und Recycling und möchte mit gutem Beispiel vorangehen: „Die Nutzung von Mehrwegsystemen und die Reduzierung des Gebrauchs von Einwegverbrauchsartikeln sind dabei ein wichtiger Ansatz. Wir als Umwelt- und Klimaschutzministerium wollen uns daher dafür stark machen, dass der Staatliche Betrieb für Bau und Landesliegenschaften entsprechende Empfehlungen für die Bewirtschaftung von Küchen und Kantinen in der Landesverwaltung herausgibt. So können und müssen wir als Landesregierung als Vorreiter für die Verbannung von Einweg-Kunststoffverpackungen fungieren“, erklärte der Minister.

Aber nicht nur bei der Vermeidung von Einweg-Kunststoffartikeln, sondern auch bei der Nutzung von umweltverträglichen Produkten im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen soll der ökologische Fußabdruck der Landesverwaltung besser werden. „Zwar bietet das Abfallwirtschaftsgesetz M-V schon jetzt eine geeignete Grundlage, um die öffentliche Hand zum Einsatz von Recyclingprodukten zu verpflichten. Wir müssen aber dafür sorgen, dass unsere Bauverwaltung und Vergabeberatungsstellen noch bessere Bedingungen schaffen, um Recyclingbaustoffen höhere Marktchancen einzuräumen“, sagte Backhaus.

Abschließend rief er alle Akteure der Abfallwirtschaft dazu auf, wachsam in Bezug auf illegale Abfallablagerungen zu sein: „Der Standort in Güstrow wird derzeit beräumt – das ist die gute Nachricht. Fakt ist aber auch, wir hätten die 3,8 Millionen Euro an Steuermitteln liebend gern für andere Projekte verwendet. Auch wenn wir derartige kriminelle Machenschaften nicht zu 100 Prozent verhindern können, können wir jedoch in gewisser Weise Vorsorge betreiben. Deshalb wird sich M-V auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Verantwortlichkeit eines Betreibers einer BImSch-Anlage auf 3 Jahre nach Betriebseinstellung verlängert wird und personengebundene Mindestanforderungen für die Betreiber von Abfallentsorgungsanlagen erhoben werden.“

Bau des Inselhafens vor Prerow

Prerow – Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat gestern den Auftrag zur Errichtung des in den vergangenen Jahren viel diskutierten Inselhafens vor Prerow erteilt. Bis Ende 2023 sollen neben dem Inselhafen mit Steganlagen und Hafengebäude auch eine ca. 720 m lange Seebrücke, die längste im Ostseeraum, sowie ein Fahrgastschiffanleger entstehen. Der neue landeseigene Inselhafen wird somit zukünftig den Nothafen Darßer Ort ersetzen, der sich in der Kernzone des Nationalsparks befindet. Teil des Auftrags ist daher auch die Renaturierung des Nothafens, der sich im Ottosees in der Kernzone des Nationalparks befindet.

„Nach einigen Jahren der Planung, die von intensiven Abstimmungsprozessen in der Gemeinde Ostseebad Prerow und mit Genehmigungsbehörden begleitet wurden, und einem alle Seiten anspruchsvollen Verhandlungsverfahren zur Vergabe der Bauleistungen kann dieses komplexe Bauvorhaben nun endlich realisiert werden“, sagte Umweltminister Dr. Backhaus, der sich seit Beginn der Untersuchungen zu einem Inselhafen vor Prerow intensiv in die Diskussionen eingebracht und an Vorhaben mitgewirkt hat. Mehr als 15 Mal ist er persönlich vor Ort gewesen und hat sich immer wieder auch kritischen Stimmen gestellt. „Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass es sich lohnt transparent und ehrlich miteinander umzugehen“, so der Minister.

„Ich freue mich auf den neuen Hafen und auf die neue Seebrücke mit dem Fahrgastschiffanleger. In den letzten 30 Jahren wurden unzählige Versuche unternommen, auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst Ersatz für den Nothafen zu schaffen. Ziel war es immer, den Seenotrettern auch in der Zukunft einen gut positionierten Ausgangshafen und den Wassersportlern einen Etappenhafen unterschiedlicher Größe zur Verfügung zu stellen. Mit der Idee eines kleinen, landeseigenen Inselhafens haben wir nun eine Lösung, die das Land gemeinsam mit den nun beauftragten Bauunternehmen realisieren wird“, sagte er weiter.

Die weitere Detailplanung und die Errichtung aller baulichen Anlagen hat die ARGE Inselhafen übernommen. Diese besteht aus 4 größeren Bauunternehmen, die z.T. in Mecklenburg-Vorpommern ansässig sind. Federführender Ansprechpartner ist der Bereich Ingenieur- und Hafenbau der Ed. Züblin AG mit Sitz im Rostock. Bauherr ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock, das bisher bereits für die Planungen zuständig war und zukünftig die Realisierung koordinieren wird.

Eine der ersten sichtbaren Veränderungen vor Ort wird die Baustelleneinrichtung im Nothafen sein. Im Bereich der Kaianlage des Seenotrettungskreuzers werden temporär einige Container für die Mitarbeiter der Bauunternehmen aufgestellt. Zum Abschluss der Bauphase werden dann alle baulichen Anlagen des Nothafens zurückgebaut und es wird eine für einen natürlichen Strandsee übliche Wassertiefe hergestellt. Somit kann sich dieser Teil der Kernzone des Nationalparks nach über 60 Jahren wieder auf natürlichem Weg weiterentwickeln.

Landesregierung vor Ort

Ministerin Drese besucht Familienferienstätte Seeadler und Kurklinik Sellin

Insel Rügen – Im Rahmen des Veranstaltungsformates „Landesregierung vor Ort“ nahm Sozialministerin Stefanie Drese heute (am 14. Juni) zwei Termine im Ostseebad Sellin auf Rügen wahr. Sie besuchte die Familienferienstätte Seeadler und die Kurklinik in Sellin.

„Gerade Familien mit kleinem Einkommen, Familien mit Angehörigen mit einer Behinderung und Alleinerziehende sind aktuell stark belastet. Aufgrund von Corona-Maßnahmen und generellen Preissteigerungen ist es wichtiger denn je, dass wir mit den Familienferienstätten im Land kostengünstige Familienerholung anbieten können“, sagte Drese bei ihrem Besuch.

„Deshalb freut es mich, dass die Familienferienstätten wieder vollständig öffnen und ihr umfassendes Angebot von Kinderbetreuung bis zur Weiterbildung der Erwachsenen anbieten können.“ So würde in den Einrichtungen über den Urlaubscharakter hinaus auch ein Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz und für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen geleistet.

Die Familienferienstätte Seeadler gehört zu den insgesamt 13 gemeinnützigen Familienferienstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinnützig bedeutet, dass die Einrichtungen besonders gefördert werden und die familienfreundlichen Preise begünstigt sind.

Drese: „Die Familienferienstätten sind Häuser in Top-Lage. So ist das Haus „Seeadler“ nur 15 Minuten von der Seebrücke und dem Badestrand entfernt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Einrichtungen gut gebucht werden.“ Wer eine Familienerholung machen möchte, solle sich daher frühzeitig über die Kapazitäten informieren bzw. früh buchen.

Der Aufenthalt in den Familienferienstätten wird auch gefördert. Drese: „Im Jahr 2021 und 2022 können Familien deutlich mehr Förderungen in Anspruch nehmen. Denn neben der Landesförderung unterstützt der Bund mit einem Corona-Sonderprogramm die Familienerholung.“ Bei der Corona-Auszeit bezahlen sie für einen Familienurlaub von bis zu einer Woche nur etwa zehn Prozent der Übernachtungs- und Verpflegungskosten in einer der teilnehmenden Familienerholungseinrichtungen.

Bei ihrem zweiten Termin machte sich Gesundheitsministerin Drese ein Bild von der Kurklinik Sellin. Sie ist eine von 22 speziellen Kinder- und Mutter/Vater-Kind-Einrichtungen im Land. „Die Kinder haben in den letzten Jahren am meisten leiden müssen. Die Folgen zeigen sich in der seelischen und körperlichen Gesundheit. Daher freut es mich, dass Eltern und Kinder hier einen Ort vorfinden können, wo sie umfassende Vorsorge-Maßnahmen und Behandlungen erfahren können.“

Laut Gesundheitsministerin sei die Vorsorge- und Rehabilitations-Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Allein in MV gäbe es insgesamt 59 Kurkliniken.

„Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen gehören zu den tragenden Säulen des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Während der Corona-Pandemie waren und sind sie eine große Stütze. Sie entlasten die Krankenhäuser mit dem Vorhalten von Betten. Gleichzeitig kommt ihnen eine wachsende Bedeutung in der Reha-Therapie von Long-Covid-Patienten zu.“

Planungsfortschritte am neuen Königsweg

Backhaus erkundigt sich über Fortschritte am Königsstuhl

Insel Rügen – Heute besucht Umweltminister Backhaus das Nationalparkzentrum Königsstuhl, um sich vor Ort über die Planungsfortschritte am neuen Königsweg zu erkundigen. Laut Minister wurde das Leuchtturmprojekt an der Kreideküste unumgänglich.

„Wir müssen akzeptieren, dass wir bestimmte Naturprozesse nicht aufhalten können. Das gilt auch für eines der schönsten Wahrzeichen unseres Landes – den Königsstuhl. „Natur Natur sein lassen“ bedeutet jedoch nicht, den Menschen dieses wunderbare Naturmonument vorzuenthalten. Mit dem Königsweg entsteht nun eine architektonische und technische Meisterleistung, die diesem einmaligen Platz in der Natur gerecht wird und die berühmte Kreideformation des Königsstuhls schützt. Um die Erlebbarkeit und Begehbarkeit des Königsstuhls als überregional bekanntes und beliebtes Wahrzeichen der Insel Rügen und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder“ langfristig zu erhalten, ist die Entlastung des markanten Kreidekliffs und insbesondere der Zuwegung über das sogenannte Königsgrab von der Beanspruchung durch ca. 300.000 Besuchern jährlich unvermeidlich“, so Backhaus.

Auf einer Länge von 90 Metern wird die Konstruktion über dem berühmten Kreidefelsen schweben. Insgesamt 185 Meter lang und zwischen 2,50m und 3,50m breit soll der neue Rundweg sein, der in Form einer Ellipse die Besucherinnen und Besucher über den Königsstuhl führt. Der Abspannmast, an dem der Weg hängen wird, wird 42 Meter hoch und mit 48 Meter tiefen Bohrpfählen im Boden verankert. Besonders aufwendig sei das Projekt laut Minister aufgrund der schwierigen Baubedingungen:

„Es ist ein Unikat, das Kreativität und Geschick vieler Planer und Gewerke vereint und in den aktuellen Zeiten von Liefer-Engpässen, Preiserhöhungen und pandemiebedingten Personalausfällen überdurchschnittliches von jedem abverlangt. Die Rahmenbedingungen waren und sind in vielerlei Hinsicht keine einfachen. Auch die geologische Standsicherheit und auch naturschutzfachliche Belange wurden in gesamten Planungsprozess wiederholt geprüft“, so Minister Backhaus.

Über den Prozess, die Hintergründe und den Fortschritt des Baus informiert eine Online Dokumentation unter: https://koenigsweg.koenigsstuhl.com/