Menü Schließen

Kategorie: Natur und Umwelt

Eindämmung von Meeresmüll

Schiffsabfälle: Novelliertes Gesetz soll Meeresmüll eindämmen

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat das seit 2003 geltende Schiffsabfallentsorgungsgesetz  M-V novelliert. Einzelheiten stellte der zuständige Umweltminister Dr. Till Backhaus heute in der 22. Sitzung des Landtages im Schweriner Schloss vor. Grund für die Novellierung ist eine notwendige Anpassung des Gesetzes an europäisches Recht.

„Mit der Überarbeitung des Gesetzes wird die Übergabe von Schiffsabfällen von anlaufenden Schiffen in den Häfen unseres Bundeslandes noch weitreichender als bisher geregelt. Damit möchten wir den Eintrag von Abfällen in die Meeresgewässer noch konsequenter verhindern. Und das ist dringend geboten, denn laut Bundesumweltamt befinden sich mittlerweile zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren.

Man geht davon aus, dass etwa 70 Prozent der Abfälle zu Boden sinken, von den restlichen 30 Prozent wird etwa die Hälfte an den Stränden angespült, die andere Hälfte treibt an der Wasseroberfläche und in der Wassersäule. Jährlich werden bis zu 10 Millionen weitere Tonnen eingetragen. Sie schädigen die Meerestiere, insbesondere Wale und Delfine, und deren Habitate, darunter Korallenriffe und Weichsedimente nachhaltig. Hinzu kommen die ökonomischen Auswirkungen für die Beseitigung von Strandabfällen“, sagte Backhaus.

In diesem Sinne wird den Schiffen durch die Zahlung eines pauschalierten Entsorgungsentgeltes nun grundsätzlich das Recht eingeräumt, den gesamten an Bord befindlichen Schiffsabfall in den Häfen zu entladen (Anlage V des MARPOL-Übereinkommens). Dazu gehören Essensreste, Hausmüll, betriebsbedingte Abfälle, jeglichen Plastikmüll, Ladungsrückstände, Speisefette, Fanggeräte und Tierkadaver.

Unter dieses pauschalierte Kostenregime fällt auch die Entsorgung von passiv gefischten Abfällen. Extra zu vergüten sind von den Schiffsführern dagegen stets die Kosten für die Entsorgung übergebener Ladungsrückstände oder von Abfällen aus den Abgasreinigungssystemen

Weitere wesentliche Änderungen des Gesetzes betreffen in Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/883 die Einführung:

  • von Regelungen zur Voranmeldung von Schiffsabfällen in elektronischer Form,
  • von Vorschriften zur Zugänglichmachung der Informationen zur Verfügbarkeit geeigneter Hafenauffangeinrichtungen in den jeweiligen Häfen und deren Kostenstruktur
  • einer grundsätzlichen Verpflichtung zur Entsorgung aller Schiffsabfälle vor dem Auslaufen mit europarechtlich einheitlichen Ausnahmetatbeständen sowie
  • einer Pflicht zur Erstellung und Übergabe einer (elektronischen) Abfallabgabebescheinigung durch die Betreiber von Hafenauffangeinrichtungen oder Hafenbehörden nach der Entladung der Schiffsabfälle durch die Schiffsführer.

Backhaus wies darauf hin, dass das Gesetzesvorhaben keinen rein abfallrechtlichen, sondern einen fachübergreifenden Charakter besitzt. Neben den Aspekten der Abfallwirtschaft betrifft das Gesetz schwerpunkmäßig vor allem die Belange des Seeverkehrs und der Häfen.

Die Landesregierung hat im Zuge der Novellierung eine vierwöchige Verbandsanhörung durchgeführt und dabei insgesamt fünfundzwanzig Verbänden die Möglichkeit der Stellungnahme zum Gesetzesentwurf gegeben.

Strandzugänge modernisiert

Schulte: Gäste und Anwohner kommen jetzt sicher und bequem an die Wasserkante

Zingst – Wirtschafts- und Tourismusstaatssekretär Jochen Schulte hat am Mittwoch im Ostseeheilbad Zingst die modernisierten Strandzu- und -abgänge offiziell eingeweiht.

„Die Modernisierung der Strandzugänge zusammen mit dem Ausbau des Deichkronenweges sind für die Region ein wichtiger touristischer Schritt. Kleinere Restarbeiten stehen noch aus. Dennoch sind mit dem Abschluss der Baumaßnahmen alle in der Gemeinde befindlichen Strandzugänge bis nach Prerow komplett erneuert und ausgebaut worden. So können Gäste und Anwohner des Ostseeheilbades Zingst sicher und bequem an die Wasserkante gelangen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte vor Ort.

Das Bauvorhaben umfasste unter anderem den Neubau der Deichtreppen, die Modernisierung der einzelnen Strandabgänge sowie die Ausstattung des gesamten Bereichs mit einheitlichem modernem Mobiliar wie beispielsweise Bänken, Papierkörben und Fahrradständern. Zudem wurden die Asphaltoberfläche des Deichkronenweges sowie die Deichzufahrten erneuert. Die Gesamtinvestition für die Maßnahmen beträgt rund 2,44 Millionen Euro.

„Das gesamte Vorhaben ist dank der engagierten Zusammenarbeit aller Beteiligten in kurzer Zeit umgesetzt worden. Von den Genehmigungsbehörden über die Gemeinde bis hin zu den bauausführenden Unternehmen haben alle an einem Strang gezogen. In Kombination mit dem Neubau der Uferpromenade und der Errichtung barrierefreier Strandzugänge in Zingst sind optimale Bedingungen für Spaziergänge im Ostseebad entstanden“, sagte Schulte.

In der Gemeinde Ostseeheilbad Zingst sind seit dem Jahr 1991 zudem weitere 25 touristische Infrastrukturmaßnahmen durch das Wirtschaftsministerium in Höhe von knapp 16 Millionen Euro unterstützt worden.

Die Gesamtinvestitionssumme betrug rund 24 Millionen Euro. Dabei handelte es sich unter anderem um die Erweiterung der Zingster Kinderwelt, den Bau des gebührenfreien Parkplatzes „Zur Wellenwiese“ sowie den Neubau der Uferpromenade.

Lehrpfad im Marienfließ

Retzow – Das Marienfließ, ein beliebtes Naturschutz- und Naherholungsgebiet an der Grenze zu Brandenburg, kann über einen neuen Lehrpfad erkundet werden. 17 neue Schautafeln informieren über die wertvollen Lebensräume und ihre Bewohner, forst- und naturschutzfachliche Maßnahmen sowie die ehemalige militärische Nutzung, die zur Entstehung der Heideflächen beigetragen hat. Erreichbar ist der Lehrpfad sowohl von mecklenburgischer Seite von Retzow aus als auch von brandenburgischer Seite fußläufig von Meyenburg aus.

Die offizielle Eröffnung des Lehrpfades erfolgt am 18. Mai 2022 um 11 Uhr.  Zudem gibt es die Möglichkeit, die kürzlich weitestgehend abgeschlossenen Maßnahmen zum Erhalt und der Wiederherstellung von Heideflächen im ehemaligen Bombenabwurfgebiet („Bombodrom“) zu besichtigen. Auf rund 50 ha wurden hier Kampfmittelsondierungen und –räumungen vorgenommen, um umfangreichen Gehölzentnahmen durchführen zu können.

Das Marienfließ und die Retzower Heide sind als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (FFH-Gebiet) „Marienfließ“ und als Europäisches Vogelschutzgebiet „Retzower Heide“ in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 eingebunden. Bereits in den 1990er Jahren waren große Teile des ehemaligen Militärgeländes unter dem Namen Marienfließ sowohl in Brandenburg als auch in MV als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.

Der Erhalt von Heide-, Wald- und Trockenrasen-Lebensräumen steht hier im Vordergrund. Zudem ist das Marienfließ Heimat zahlreicher bedrohter Vogelarten, Insekten und Spinnen, die je nach Jahreszeit anzutreffen sind. Das Gebiet ist daher ganzjährig beliebt und lockt viele Spaziergänger und Naturfreunde an. Der neue Lehrpfad führt Einheimische und Touristen stationsartig durch die Landschaft und vermittelt umfangreiches Wissen über die Flora und Fauna sowie die derzeitige und ehemalige Nutzung des Gebiets.

Das Marienfließ wurde erst durch die Wehrmacht und anschließend bis 1992 durch die Rote Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Die ständige Beanspruchung des Bodens sowie das Fernbleiben von Pflanzenschutz- und Düngemitteln begünstigte die Entstehung von Heideflächen und bietet seither einen Lebensraum für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten Natürlicherweise entstehen Heiden durch aushagernde Nutzungen mit anschließender Schafbeweidung sowie natürliche Brände durch Selbstentzündung oder Blitzschlag auf sehr trockenen, grundwasserfernen Böden.

Da es sich bei Heideflächen um besonders schützenswerte und seltene Lebensräume handelt, ist das Marienfließ heute Teil des europaweiten Netzes „Natura 2000“. Natura 2000-Gebiete bezeichnen spezielle Schutzgebiete nach der Fauna-Flora- Habitat (FFH)- und der EU-Vogelschutzrichtlinie. Um die Heideflächen im Marienfließ und der Retzower Heide zu erhalten, fördert das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) jährliche Einsätze zur Heidepflege durch kontrolliertes Brennen und Beweidung durch Schafe.

Finanziert werden die Projekte zur Neuausstattung des Lehrpfades und Wiederherstellung der Heideflächen aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums /ELER) sowie des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV.

Kampf gegen den Klimawandel

Backhaus: Länder einig – Wald braucht Hilfe

Schwerin – Im Rahmen ihrer Sonderkonferenz zum Thema Wald haben sich die Agrarminister der Länder heute auf zahlreiche Maßnahmen verständigt, die deutschen Wälder widerstandfähiger im Kampf gegen den Klimawandel zu machen.

Auf Initiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird der Bund aufgefordert Mechanismen zur Vergütung der Klimaschutz und anderer Ökosystemleistungen des Waldes voranzutreiben. Minister Dr. Till Backhaus betont, die dramatische Situation in der sich die heimischen Wälder befinden.

„Es ist nicht übertrieben, wenn ich von einem Waldsterben 2.0 spreche. Seit 2018 wurden in Deutschland 400.000 ha Waldfläche durch die Folgewirkung zunehmender Temperaturen und Trockenheit zerstört. Laut dem Deutschen Forstwirtschaftsrat ist dadurch ein Schaden von rund 12,5 Mrd. Euro entstanden. Die Kosten für den Wiederaufforstung und Waldumbau schätzt er auf ca. 50 Mrd. Euro.

Manche privaten Waldbesitzer können sich aufgrund veränderter Bedingungen die Kosten für die Waldbewirtschaftung und den nötigen Umbau jedoch nur noch schwerlich leisten. Dabei brauchen wir jeden Hektar Wald, um unsere Klimaziele (CO2-Neutralität bis 2045) zu erreichen. Und wir brauchen den Bund, um einen Plan zu entwickeln, wie wir die Ökosystemleistungen des Waldes endlich angemessen honorieren können.

Was wir dabei nicht vergessen dürfen ist, dass der Wald nicht nur wichtig für die Artenvielfalt, den Klimaschutz und für sauberes Wasser ist. Er ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Cluster Forst und Holz sind eine Million Menschen beschäftigt, die mit 187 Mrd. Euro pro Jahr mehr umsetzen als die inländische Automobilindustrie.

Dieses Potential wollen wir weiter nutzen und setzen verstärkt auf den nachhaltigen Baustoff Holz. Gebäude aus Holz speichern Kohlenstoff und entziehen der Atmosphäre langfristig CO2. Reste aus der Holzver- und Bearbeitung wie Hackschnitzel, Pellets oder Briketts können wir zur klimaverträglichen Energieerzeugung nutzen. Sie sind die Energieträger mit dem größten Klimaneutralitätspotential.

Was aber gar nicht geht, ist das Holz bereits im Wald verbrennen zu lassen. Leider kommt es in diesem trockenen Frühjahr bereits immer wieder zu Waldbränden. Zum Glück konnten die bisher immer schnell bekämpft werden. 95 Prozent aller Waldbrände werden durch den Menschen ausgelöst. Ursache ist oft Leichtsinn, Unachtsamkeit oder Unkenntnis.

Dem wollen wir mit einer bundesweiten Kampagne entgegenwirken. Viele Menschen suchen den Wald auf, um Ruhe und Erholung zu finden. Wir wollen sie dafür sensibilisieren, zu schützen was sie lieben und nicht durch Fahrlässigkeit zu gefährden“, so Backhaus abschließend.

Backhaus: Wald verdient mehr Aufmerksamkeit

Schwerin – Auf Initiative der A-Länder (SPD-regierte Bundesländer) findet am Montag, d. 16.05.2022, eine Sonderkonferenz der Agrarminister zum Thema Wald statt. Es sei längst überfällig, sich exklusiv mit dem Thema zu beschäftigen, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus.

„Die Resonanz auf unsere Pflanzaktionen zeigt, dass die Menschen den Wald für sich entdeckt haben, dass sie ihn fit machen wollen für die Herausforderungen der Zukunft. Dieses Ziel hat auch die Politik, leider bisher in unterschiedlicher Ausprägung. Mecklenburg-Vorpommern hat das ambitionierteste Waldmehrungs­programm bundesweit aufgelegt. Jährlich sollen bis zu 750 Hektar Waldfläche neu entstehen.

Seit den 1990er Jahren arbeiten wir daran, den Wald umzubauen für mehr Klima-Resilienz. Das ist teuer und bringt nicht sofort Ertrag. Deswegen scheuen manche Privatwald­besitzer den Aufwand. Hier müssen wir unterstützen, indem wir die Ökosystemleistungen, die der Wald für die Gesellschaft erbringt endlich auch honorieren. Es wird ein zentrales Thema der Konferenz sein, ein solches System auf den Weg zu bringen. Um das Ziel der deutschen Klimaschutzpolitik zu erreichen, nämlich bis 2045 Treibhausgasneutral zu sein, müssen alle Waldbesitzenden in die Lage versetzt werden, ihre Wälder nachhaltig zu schützen und naturnah zu bewirtschaften. Denn auch das dürfen wir nicht aus der Sicht verlieren: Wald ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Im Holz-Cluster sind bundesweit mehr als eine Million Menschen beschäftigt, überwiegend im ländlichen Raum, die einen Umsatz von rund 187 Milliarden Euro erwirtschaften. Daher sage ich es erneut: Wald ist ein Multitalent. Wir verdanken ihm Arbeitsplätze, nachhaltigen Rohstoff, er ist wichtiger Lebensraum für unzählige Arten, bindet Treibhausgase, sorgt für sauberes Wasser und dient uns zur Erholung zum Beispiel als Kur- und Heilwald.

Deswegen dürfen wir ihn nicht durch Unachtsamkeit gefährden. So werden 95 Prozent aller Waldbrände durch menschlichen Einfluss verursacht. Wie wir die Waldbesucher für mehr Achtsamkeit sensibilisieren, darüber werden die Minister intensiv beraten.

Und schließlich werden wir uns darüber unterhalten müssen, wie wir zu lebensraumangepassten Wildbeständen in unseren Wäldern kommen. Es ist nicht einzusehen, dass einerseits viel Geld in Wiederbewaldung investiert wird, andererseits aber zugelassen wird, dass sich Wildbestände entwickeln, die es jungen Bäumchen unmöglich machen, sich zu stattlichen Klimaschützern zu entwickeln.

Die Themenvielfalt der Sonder–AMK zeigt, dass der Wald für uns kein Randthema ist. Er verdient unsere besondere Aufmerksamkeit.“

Bauernhof-Ensemble im Tierpark

Schulte: Tierpark ist in der Hansestadt um eine weitere Attraktion für Einheimische und Gäste reicher

Wismar – Heute hat Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte das Mecklenburger Bauernhof-Ensemble im Tierpark Wismar offiziell eröffnet.

„Der Tierpark in der Hansestadt ist um eine weitere Attraktion für Einheimische und Gäste reicher. Im neuen Bauernhof werden vor allem auch alte Haustierrassen aus der Region präsentiert. Der Tierpark untermauert mit stetig neuen Angeboten seinen Ruf als wichtiger Bestandteil des touristischen Angebots in der Region“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte am Donnerstag. In diesem Jahr sind bereits zwei neue Seilbahnen, ein neuer Wasserbob, eine neue Scooteranlage und ein komplett neu gestalteter Eingangsbereich hinzugekommen.

„Es handelt sich bei den sportlichen Freizeitanlagen um Investitionen von mehr als einer halben Million Euro, die der Tierpark allein durch Eigeninitiative aufgebracht hat“, so Schulte weiter.

Der Tierpark liegt auf einer Fläche von 17 Hektar südwestlich der Wismarer Altstadt. Es ist vor Ort eine Hofanlage mit unterschiedlichen Gebäuden gebaut worden. Neben Stallgebäuden für Ziegen, Schweine, Rinder, Schafe und Pferde ist unter anderem ein Gebäude aus Holz mit altem Bauerngerät entstanden.

„Darüber hinaus wird bereits in die Umsetzung neuer Pläne investiert. Es soll die digitale Infrastruktur weiter ausgebaut und die alten Stallanlagen zu einer begehbaren Vogelvoliere und einer Känguruanlage umgebaut werden. Das Angebot wird stetig erweitert. Dies macht sich auch in den Besucherzahlen bemerkbar. Bei mehr als 50 Prozent der Tierparkbesucher handelt es sich um Urlauber“, so Schulte weiter. Im vergangenen Jahr haben über 170.000 Gäste (2011: 119.000) den Tierpark besucht.

Die Gesamtinvestitionen für den Bauernhof im Tierpark betragen rund 2,36 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 1,89 Millionen Euro.

„Das Wirtschaftsministerium wird auch zukünftig Investitionen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten in den Tierparks und Zoologischen Gärten unterstützen. Ziel ist es, die touristische Attraktivität der einzelnen Standorte zu erhöhen und innovative und neue Erlebnisformate für die Zoobesucher zu schaffen“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte abschließend.

Jahreshauptversammlung der Binnenfischer M-V

22 Millionen Aale in Landesgewässern gesetzt

Schwerin – Auf der heutigen Jahreshauptversammlung der Binnenfischer Mecklenburg-Vorpommern sagte der für Fischerei zuständige Minister Dr. Till Backhaus dem Verband weitere Unterstützung zu und verwies auf die Anstrengungen, die das Land bereits in der Gewässersanierung und beim Aal-Management unternimmt: „Im Land wurden seit 2009 bis heute fast 12 Mio. Stück vorgestreckte Aale und seit 2018 zusätzlich nochmals rund 10 Mio. Stück Glasaale über Förderaktionen besetzt. Dahinter verbergen sich Gesamtausgaben von 4,4 Mio. EUR, von denen die Binnenfischereibetriebe und die Anglervereine immerhin rd. 1 Mio. Euro selbst aufgebracht haben. Jährlich wurden damit zwischen 250 und 350 Gewässer besetzt, mit zunehmender Tendenz.“

Zum Verbandstag übergab der Minister neuerlich einen Zuwendungsbescheid über 155.186 EUR an den Verband der Binnenfischer für die diesjährige Besatzaktion mit Glasaalen. „Besatz ist ein Kernelement im deutschen Aal-Management, das konform zu der EU-Aal-Verordnung seit Jahren im Land umgesetzt und weiter verbessert wird. Es ist zugleich ein herausragendes Beispiel dafür, das Prinzip Schutz und die Zielgröße nachhaltige Nutzung zu vereinbaren“, sagte Dr. Backhaus. Auch für die im späteren Frühjahr bis Frühsommer noch geplante Besatzaktion des Verbandes mit vorgestreckten Aalen sind Fördermittel  eingeplant.

Für den Aal sei der Besatz alternativlos erforderlich, weil einfach noch zu wenige Jungaale den durch Verbauungen der Fließgewässer strapaziösen oder unterbundenen Aufstieg in die Flüsse und Seen, der Heimat ihrer Elterntiere, bewältigten, so der Minister.

Über erste positive Meldungen zum natürlichen Aufkommen an Jungaalen in den Küstengewässern von MV zeigte er sich sehr erfreut. „Für mich ist das ein wichtiges Indiz, dass es im Aal-Management vorangeht, wenngleich wir uns alle eine deutlich schnellere Besserung wünschten. Bereits die Biologie des Aales zwingt uns aber zu Geduld, und es bedarf deutlich wirksamerer Verbesserungen in den Aufstiegsgewässern selbst, um eines Tages auf Besatz verzichten zu können“, schätzt der Minister ein.

Erfreut zeigte er sich, dass die das Aal-Management im Land begleitende Landesforschungsanstalt zum Verbandtags einen Flyer präsentierte, der den Kunden der Berufsfischer diese Aktivitäten und ihre Bedeutung näher bringen soll.

Nandu Frühjahrszählung ausgewertet

Gesamtzahl im Vergleich zur Herbstzählung 2021 weitestgehend unverändert 

Schwerin – Im Rahmen des Monitorings am 18. März 2022 wurden insgesamt 131 Nandus gezählt. Die Arbeitsgruppe Nandumonitoring, Landwirte sowie Mitarbeitende des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe bestimmten insgesamt 71 Altvögel, 21 Jungvögel (aus dem Jahr 2021) und 39 Tiere, deren Alter und Geschlecht nicht differenziert werden konnte.

Zum Vergleich: Im Rahmen der Herbstzählung am 12. November 2021 wurden insgesamt 121 Nandus gezählt.

Bei den letzten Zählungen ist festzustellen, dass die Tiere deutlich scheuer geworden sind und sich die Fluchtdistanz stark erhöht hat. Das Nandumonitoring ist dadurch deutlich erschwert. Das kann ein Grund für die Differenz zu den Tieren im Vergleich zur Herbstzählung sein.

„Ziel der Aufnahme des Nandus in das Jagdrecht war es, Einfluss auf das exponentielle Wachstum der Nandu­population zu nehmen und Jagdausübungsberechtigten einen größeren Handlungsspielraum zur Vermeidung von landwirtschaftliche Schäden einzuräumen. Auch sollte die Population aufgrund der Einstufung der Art als „potenziell invasiv“ hinsichtlich Größe und Verbreitung in überschaubarer Dimension verbleiben. Diese Zielstellungen konnten nach bisheriger Bewertung offenbar erfüllt werden“, erklärt der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus.

Im Zeitraum von 1999 bis 2001 sind mehrere Nandus (Rhea americana) aus einem unzureichend gesicherten Freigehege bei Groß Grönau, in Schleswig-Holstein nördlich des Ratzeburger Sees ausgebrochen und in den Nordbereich des UNESCO-Biosphärenreservates Schaalsee (zwischen Utecht und Schattin) gelangt. Zweimal im Jahr werden die Tiere in einer Synchronzählung erfasst. Ursprünglich stammen Nandus aus Südamerika. Nordwestmecklenburg ist mit seinen weitläufigen Ackerflächen der baumfreien Pampa in ihrer angestammten Heimat nicht unähnlich.

Der Nandu ist eine von vielen Arten auf der Liste der Neozoen, übersetzt „Neue Lebewesen“. Als solche werden Arten bezeichnet, die nach dem Jahr 1492 durch direkte oder indirekte Aktivitäten der Menschen in Deutschland angesiedelt wurden. In Deutschland geht man von mehr als 1000 Neozoenarten aus. Unter anderem gehören Damwild, Fasan und Regenbogenforelle dazu.

Nach einer Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz gilt der Nandu zurzeit nicht als invasiv, da bislang nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Art negative Auswirkungen auf heimische Arten hat. Der Nandu wird daher auf einer sogenannten „Grauen Liste“ geführt. Das bedeutet, dass die Art besonders intensiv zu beobachten ist, um Entscheidungen, etwa zur Bestandsregulierung, auf fachlich fundierter Grundlage treffen zu können.