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Kategorie: Politik

Gesundheitswirtschaft im Nordosten wächst

Schwerin – Die Gesundheitswirtschaft wächst in Mecklenburg-Vorpommern weiter. „Mecklenburg-Vorpommern ist mit 21,3 Prozent am gesamten Arbeitsmarkt deutschlandweit Spitzenreiter beim Anteil der Beschäftigung. In keinem anderen Bundesland gibt es eine derart hohe Beschäftigtenquote.

Die Branche erweist sich einmal mehr als wichtiger Teil der Wirtschaftsstruktur im Land und als starker Impulsgeber für den Arbeitsmarkt. Erstmals sind im Land über 160.000 Menschen in der Branche beschäftigt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Der bundesdeutsche Durchschnitt bei der Beschäftigtenquote liegt bei 18,8 Prozent. Im Mittelfeld der Statistik liegen Thüringen und Niedersachen gleichauf mit jeweils 17,7 Prozent, Schlusslicht ist Hamburg mit 15,7 Prozent. Anlass ist die jüngste bundesweite Analyse Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) des Bundeswirtschaftsministeriums.

Insgesamt sind 160.600 Beschäftigte in der Gesundheitswirtschaft tätig. Im Vergleich von 2021 zu 2020 – aktuellste Zahlen- wuchs die Zahl der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern um 3.200. Das sind 0,5 Prozent mehr als 2020. „Jeder fünfte Erwerbstätige ist in Mecklenburg-Vorpommern in der Gesundheitswirtschaft tätig. Bei uns im Land sind Wirtschaft und Wissenschaft wesentliche Treiber der Branche“, sagte Wirtschaftsminister Meyer.

Von 2020 zu 2021 wuchs die Bruttowertschöpfung von 6,1 auf 6,5 Milliarden Euro (+ 4,3 Prozent). 14,6 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Bundeslandes geht auf Unternehmen der Gesundheitswirtschaft zurück. „Die Branche leistet insgesamt einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht im Land“, betonte Minister Meyer weiter.

 Wirtschaftsminister Meyer machte deutlich, dass die Branche vor weiteren Herausforderungen steht. „Wir benötigen eine stärkere überregionale Ausrichtung, um heimische Produkte auch international bekannter und wettbewerbsfähig zu machen. Das sichert auch den Fachkräftebestand in den eigenen Unternehmen. Entscheidend ist, dass die neuen Märkte auch zielgerichtet erschlossen werden. Gerade im Auslandsgeschäft braucht es einen langen Atem“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer abschließend.

Investorentreffen vor Ort, der Besuch von Messen sowie das Durchführen von Konferenzen wie beispielsweise die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft sind hierbei wichtige Bausteine, um über die Landesgrenzen hinaus stärker auf sich aufmerksam zu machen.

 Ermöglicht wird diese konstante Entwicklung durch die Unterstützung der Landesregierung. In Mecklenburg-Vorpommern existiert ein klares Bekenntnis des Landes zur Gesundheitswirtschaft als einen Schwerpunkt der Landesentwicklungspolitik.

Dies spiegelt sich in der Koalitionsvereinbarung wider sowie in der strukturierten Konzeption des „Masterplans Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2030“ und dem strategischen Beratungsgremium Kuratorium Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Deren Aktivitäten werden von der BioCon Valley® GmbH koordiniert und inhaltlich begleitet.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Die Branche umfasst wichtige Teile der „Wertschöpfungskette Gesundheit“. Hierzu gehören Humanarzneiwaren, Medizintechnik, die medizinische Versorgung von beispielsweise Kliniken und Arztpraxen, die Biotechnologie sowie Angebote zu Vorsorge und Rehabilitation.

Hinzu kommen Dienstleistungen und Produkte im Bereich Sport, Fitness, Wellness und Gesundheitstourismus. Zur Branche gezählt werden unter anderem ebenso Lebensmittel mit einem gesundheitlichen Nutzen, Körper-, Mund- und Zahnpflegeprodukte, die Apotheken sowie digitale Gesundheitsangebote. Ebenso gehören medizinische Forschung und Entwicklung, Teile des Groß- und Einzelhandels, Krankenkassen sowie die Ausbildung in Medizin und Pharma zur Gesundheitswirtschaft.

Die BioCon Valley® GmbH ist das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern. Die Landesgesellschaft ist zentraler Ansprechpartner und Motor der Branche, stärkt Beschäftigung, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig im nationalen und internationalen Maßstab. Gemeinsam mit den Akteuren der Branche erschafft das Cluster aus gesunder Natur und innovativen Unternehmen das generationenübergreifende Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Informationen: www.bioconvalley.org

Um den Beitrag der Gesundheitswirtschaft zur gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland zu bemessen, hat das Bundeswirtschaftsministerium vor einigen Jahren die Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) entwickeln lassen.

Die Auswertung, die jährlich vom Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR vorgenommen wird, enthält auch Daten für die einzelnen Bundesländer. Sie ist online abrufbar unter https://ggrdashboard.bmwk.de/. Jährlich werden alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug erfasst, die in Deutschland und den einzelnen Bundesländern erbracht werden. Die Kennzahlen werden aufgrund der Datenlage jeweils für das vorvergangene Jahr berechnet.

Damit umfasst die aktuelle GGR das Jahr 2021 und enthält die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Pandemie hatte zwar negativen Einfluss auf die meisten Teilbereiche der Gesundheitswirtschaft, dennoch weist die Branche ein beständiges Wachstum auf.

Schulliga für Basketball ergänzt Sportangebote

Schwerin – Das Land unterstützt mit vielen Initiativen, Programmen und Projekten Sport- und Bewegungsangebote in den Schulen. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl solcher Angebote immer weiter erhöht. Außerdem hat das Land Kooperationen mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern geschlossen, die den Schulalltag bereichern. Neben dem regulären Sportunterricht tragen Bewegungsangebote zu einer aktiven Gesundheitsförderung bei.

„Im vergangenen Jahr haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit dem Basketballverband (BVMV) geschlossen, um mehr Schülerinnen und Schüler für den Basketballsport zu gewinnen. Wir wollen eine landesweite Schul-Basketballliga aufbauen, neue Schul-Arbeitsgemeinschaften gründen, die Zusammenarbeit bei den Wettbewerben intensivieren und die Lehrerfortbildung und Lehrergewinnung als Übungsleiterin oder Übungsleiter stärken“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg heute am Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden. Basketball-Sport hat nicht zuletzt mit dem Einzug der Rostock Seawolves in die 1. Liga eine wachsende Bedeutung in Mecklenburg-Vorpommern.

110 Ganztagsschulen bieten in diesem Schuljahr über die Kooperationen von Schulen und Sportvereinen bzw. Sportverbänden Bewegungsangebote an. Der Landessportbund mit seinen Mitgliedsverbänden ist einer der Unterzeichner der Kooperationsinitiative ganztägiges Lernen und mit einem Anteil von ca. 35 Prozent am Gesamtangebot externer Partnerinnen und Partner in Ganztagsschulen vertreten. Im Schuljahr 2019/2020 gab es insgesamt 443 Sportangebote im Rahmen des ganztägigen Lernens.

„Sport ist gesund und hält fit. Sportunterricht und Bewegungsangebote in der Schule sind wichtig und machen Spaß. Während der Corona-Pandemie konnten viele dieser Aktivitäten leider nicht stattfinden. Es ist gut, dass endlich viele Angebote wieder anlaufen oder bereits uneingeschränkt stattfinden können – ob in der Halle oder im Freien“, betonte Oldenburg.

Zu den langjährigen Kooperationen gehört auch das Programm „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ der Sportjugend und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport. Jährlich finden durchschnittlich 500 Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote in Kooperation von Schulen und Sportvereinen bzw. Sportverbänden statt. Damit erhalten landesweit ca. 8.000 Kinder und Jugendliche neben dem Schulsport ein zusätzliches qualifiziertes Bewegungsangebot.

Mit Hilfe des Aktionsprogramms „Stark machen und Anschluss sichern“ können Kinder und Jugendliche Lernrückstände – bedingt durch den Unterrichtsausfall während der Pandemie – aufholen. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 3 und 4 der Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021, die pandemiebedingt kaum oder gar keinen schulischen Schwimmunterricht wahrnehmen konnten, können den Schwimmunterricht bis Ende dieses Schuljahres nachholen. Hierfür nutzt das Land 1,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“.

Schulsportfeste, Kreisjugendsportspiele, Hallensportfeste in Rostock und Schwerin und schulsportliche Initiativen auf regionaler Ebene bereichern das Schulleben. Wettbewerbe wie „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ und Bundesjugendspiele kommen hinzu. Das Deutsche Sportabzeichen fördert die motorischen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern. Das vielfältige Übungsangebot wirkt dem Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen entgegen.

Miraß: Erlebnispfad echte Bereicherung

Insel Usedom – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß hat heute in der Gemeinde Heringsdorf auf Usedom den Kaiserbäder-Erlebnispfad eingeweiht, der Interessierte zukünftig durch die Geschichte der Kaiserbäder führen soll.

Der Parlamentarische Staatssekretär lobte in seinem Grußwort: „Die 28 Stelen des Erlebnispfades bereichern das touristische Angebot der Kaiserbäder. Besucherinnen und Besucher können hier interaktiv in die abwechslungsreiche Geschichte der Seebäder eintauchen und die Vielfalt der historischen Tourismuskultur auf Usedom kennenlernen.

Besonders freue ich mich über die projektbegleitende App, die seit heute verfügbar ist. Sie zeigt, wie ein zeitgemäßes und spannendes Angebot für Touristen und Einheimische gleichermaßen aussehen kann.“

Das Projekt, das mit Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und Arbeit in Höhe von 233.255,65 Euro gefördert wurde, soll in den nächsten Jahren auch im Nachbarort Ahlbeck fortgeführt werden.

Miraß sagte: „Sowohl das Engagement des Eigenbetriebs der Kaiserbäder als Projektmanager und des Geschichtsvereins in Heringsdorf als auch die Arbeit von ausführenden Betrieben aus Deutschland und Österreich haben diese neue Sehenswürdigkeit in Heringsdorf ermöglicht. Dafür möchte ich den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern des Erlebnispfades ganz besonders danken.“

„TOP-Ausbildungsbetriebe 2023“ geehrt

Schulte: Vorbildliches Engagement der Unternehmen für Fachkräftenachwuchs

Schwerin – In Schwerin sind am Mittwoch die Auszeichnungen für die „TOP-Ausbildungsbetriebe 2023“ der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) übergeben worden.

„Die Grundlage für erfolgreich am Markt agierende Betriebe und Unternehmen sind neben marktgerechten Produkten und Dienstleistungen vor allem engagierte Fachkräfte. Deshalb ist es wichtig, die Ausbildung des Nachwuchses als Teil des unternehmerischen Handelns in den Fokus zu rücken.

Die heute ausgezeichneten Unternehmen haben dies getan. Sie engagieren sich über den üblichen Rahmen hinaus in der Berufsausbildung, der Berufsorientierung und der Fachkräfteentwicklung. Das ist vorbildlich und wird mit dem Titel als TOP-Ausbildungsbetrieb zu Recht gewürdigt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte vor Ort.

Die Unternehmen erhalten eine Urkunde, eine Plakette und das Logo der Auszeichnung für Marketingmaßnahmen.

Insgesamt 64 IHK-Unternehmen aus den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sowie aus der Landeshauptstadt Schwerin wurden in drei Kategorien ausgezeichnet (Kategorie 1 bis 50 Mitarbeitende: 11 Unternehmen; Kategorie 2 51 bis 100 Mitarbeitend: 12 Unternehmen; Kategorie 3 über 100 Mitarbeitende: 41 Unternehmen).

Den Preis gibt es für besonderes Engagement bei einer qualitativ hochwertigen Ausbildung, für Aktivitäten zur Berufsorientierung und der Fachkräfteentwicklung. Dazu zählen Angebote wie beispielsweise die Teilnahme an einem Auslandspraktikum zur Vertiefung der Englischkenntnisse, der behindertengerechte Umbau des Arbeitsplatzes, die Übertragung von Eigenverantwortung während der Ausbildung und frühzeitige Karriereplanung sowie Berufspraktika.

„Die Bedeutung von Berufspraktika ist immens. Das praktische Kennenlernen der Arbeitswelt und möglicher späterer Arbeitsplätze können bei Schülerinnen und Schülern den ausschlaggebenden Ausschlag zur Entscheidung für einen konkreten Beruf geben. Deshalb gilt es, das Instrument Praktikum weiter zu stärken“, sagte Schulte.

Aktuell kommen in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (März-Daten) auf rund 3.100 noch unversorgte Bewerbende rund 5.900 freie Ausbildungsplätze. Vor allem in den Berufen Verkäufer/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Koch/Köchin, Handelsfachwirt/in und Fachkraft Lagerlogistik werden Auszubildende gesucht.

Die Preisträger

AIRSENSE Analytics GmbH, Alba Nord GmbH, Arla Foods Deutschland GmbH, Brillux GmbH & Co. KG, BSD Büro für Sicherheit und Dienstleistungen GmbH, C.D. Büttner Sicherheitstechnik GmbH, Carlsberg Supply Company Deutschland GmbH, Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH, Debeka, Deutsche Telekom AG, dL Schallschutz GmbH, Dockweiler AG, Drinkuth AG, DS Produkte GmbH, Edeka Nord Service- und Logistikgesellschaft, Egger Holzwerkstoffe, Fertigungstechnik Nord, Fleischwerk EDEKA Nord GmbH, H.O. Schlüter GmbH, Hydraulik Schwerin GmbH, Kran- und Industrieservice GmbH, Krebs Korrosionsschutz GmbH, Krüger + Voigt GmbH, Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG, Mandarin Medien GmbH, Mubea Aviation GmbH, NDR, Norma, Ostseecamp Ferienpark Zierow KG, Palmberg Büroeinrichtungen & Service GmbH, Porthun & Thiede Systemhaus GmbH & Co.KG, Prysmian Kabel und Systeme GmbH, Rattunde AG, Reform Kontor, Rücker GmbH, Rudolph Sievers GmbH, Schäfer Transporte GmbH, Schloss Basthorst, Schoeller Allibert GmbH, Seehafen Wismar GmbH, SIS Schweriner IT- und Service Gesellschaft, Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Stadtverwaltung Wismar, Stadtwerke Grevesmühlen GmbH, Stadtwerke Parchim GmbH, Stadtwerke Schwerin, Stern Auto GmbH, SternMaid, STRABAG AG, Sweet Tec GmbH, Techniker Krankenkasse, TEDI Technische Dienste GmbH, Textil-Service Mecklenburg GmbH, VARIOVAC PS SystemPack GmbH, Volker Rumstich Transporte GmbH, VR Bank Mecklenburg eG, WAG, Wemag Netz GmbH, WINGS WOBAG Grevesmühlen, Zeitungsverlag Schwerin GmbH & Co. KG.

Tag der älteren Generation

Drese kündigt erste Sitzung des Runden Tisches gegen Einsamkeit an

Schwerin – Der erste Mittwoch im April macht seit dem Jahr 1968 auf die Situation und Belange der älteren Generation in Deutschland aufmerksam. „Über 35 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Mecklenburg-Vorpommers sind 60 Jahre oder älter.

Viele Seniorinnen und Senioren bleiben auch im Alter aktiv bleiben und engagieren sich bürgerschaftlich. Das weiterhin zu ermöglichen und zu unterstützen, ist Aufgabe der Politik auf den verschiedenen Ebenen“, erklärte Ministerin Drese.

Mecklenburg-Vorpommern hat mit einem Altersdurchschnitt von 47,7 Jahren bundesweit nach Thüringen und Sachsen-Anhalt die älteste Bevölkerung. Seniorinnen und Senioren stellen die größte Bevölkerungsgruppe im Land. „Es ist daher wichtig, gezielt Projekte in Städten und Gemeinden für ältere Menschen voranzubringen,“ betonte Drese.

Viele Kommunen würden auch mit Unterstützung des Landes bereits mit seniorenpolitischen Konzepten arbeiten. „Es gibt tolle Ansätze. Dazu gehören z.B. die Pflegestützpunkte, Bürgerbusse, Dorfläden oder die Förderung ehrenamtlichen Engagements bei Älteren“, erklärt Drese.

Einen Fokus habe die Landesregierung laut Drese auf die Förderung sozialer Teilhabe von Seniorinnen und Senioren gelegt. „Besonders die Einsamkeit ist für viele ältere Menschen eine Belastung“, so Drese. Mit einem Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter sollen nun umfassende Strategien erarbeitet werden, um den Grundstein für ein landesweites Bündnis gegen Einsamkeit zu legen.

„Schon beim Auftakt des Runden Tisches beziehen wir zahlreiche Verbände, Vereine und Akteure des Landes mit ein, um verschiedene Ideen und Ansätze gegen Einsamkeit hervorzubringen“, kündigte die Ministerin an. Die konstituierende Sitzung findet am 24. Mai in Schwerin statt.

Das Vorhaben, einen Runden Tisch gegen Einsamkeit zu errichten, ist im Koalitionsvertrag verankert. Am 6. Oktober 2022 hat der Landtag der Organisation des Vorhabens zugestimmt.

Ein Jahr Childhood Haus in Schwerin

Drese setzt sich für dauerhafte Weiterfinanzierung ein

Schwerin – Heute vor genau einem Jahr, am 5. April 2022, startete das Childhood Haus in Schwerin als erstes seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern seinen Betrieb. Das Haus ist Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die Opfer von körperlicher und sexualisierter Gewalt geworden sind. Insgesamt wurden bisher 133 Fälle begleitet.

Drese: „Das Childhood Haus hat in den vergangenen zwölf Monaten wertvolle Arbeit für den Kinderschutz im Land geleistet. Mit seinem interdisziplinären Ansatz schafft es einen sicheren Ort und erspart den jungen Opfern viele Wege und zusätzliche Belastungen.“

Im Childhood Haus arbeiten Polizei, Justiz, Medizin, Psychologie sowie die Kinder- und Jugendhilfe zusammen. „Das Haus bietet mit seinen räumlichen Möglichkeiten einen Ort für eine gut abgestimmte und optimale Betreuung der betroffenen Kinder und Jugendlichen in diesen schwierigen Situationen,“ so Drese.

Ziel sei es laut der Ministerin nun, die Weiterfinanzierung der Einrichtung nach dem 1. Juli 2023 dauerhaft zu sichern. „Als Land haben wir bereits zugesagt, 40 Prozent der Gesamtkosten zu tragen.“ Die Kosten würden zu gleichen Teilen vom Sozial-, Innen- und Justizministerium übernommen. Die verbleibenden 60 Prozent sollen auf die Landeshauptstadt Schwerin und die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg aufgeteilt werden.

„Wir können sehr froh sein, mit der Einrichtung in Schwerin eines der acht Childhood Häuser in Deutschland hier in Mecklenburg-Vorpommern vorweisen zu können,“ betonte Drese. Der nahtlose Weiterbetrieb ab dem Sommer sei daher von großer Bedeutung. Neben Schwerin gibt es ein Childhood Haus in Leipzig, Heidelberg, Düsseldorf, Berlin. Ortenau, Hamburg und Flensburg.

Neubau der Stadtambulanz Altentreptow

Altentreptow – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß hat heute an die Stadtambulanz Altentreptow GbR einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1,13 Millionen Euro für einen Neubau der Ambulanz übergeben. Die gesamten Investitionsausgaben betragen 4,63 Millionen Euro.

„Ein guter Tag für Altentreptow. Ich freue mich sehr, dass ich heute diesen Zuwendungsbescheid aus dem Fonds zur Unterstützung der Ländlichen Gestaltungsräume in Mecklenburg-Vorpommern übergeben darf.

Das Vorhaben wird entscheidend zur nachhaltigen Sicherung einer umfangreichen medizinischen Versorgung in Altentreptow und Umgebung beitragen. Mit dem Neubau wird die Stadtambulanz als Multifunktionspraxis ihr Angebot für die Bürgerinnen und Bürger erweitern können. Das steigert die Qualität der medizinischen Versorgung und die Lebensqualität der Menschen vor Ort und verbessert zugleich die Arbeitsbedingungen für die Medizinerinnen und Mediziner in der Stadtambulanz.

Ich danke allen, die sich so vehement für das Projekt eingesetzt haben. Gerade die Qualität der medizinischen Versorgung ist ein wichtiger Gradmesser bei der Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land“, erklärte Miraß bei der Übergabe.

Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern

Meyer: Ländlichen Raum stärken – Mobilitätswende attraktiv gestalten

Schwerin – Am Mittwoch hat Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer die „Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern“ in Schwerin vorgestellt.

„Die Nutzung der Chancen aus der Verkehrs- und Klimawende auf Bundes- und Landesebene sowie aus dem Start des Deutschlandtickets sind in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern mit der Herausforderung verbunden, den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und insbesondere die Erhöhung des Angebots an öffentlicher Mobilität im ländlichen Raum mit großen Schritten voranzutreiben.

Ziel der Mobilitätsoffensive des Landes ist die Schaffung eines Landesmobilitätsnetzes mit flächendeckenden schnellen vertakteten Bahn- und Busangeboten und Rufbussen, die auch die kleinsten Dörfer des Landes erschließen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer. Es wurde bereits aktiv an der Umsetzung der Rahmenbedingungen gearbeitet.

„Der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf Bus und Bahn wird nur gelingen, wenn wir durch attraktive Verkehrsangebote und sozialverträgliche und moderne digitale Tarife- und Vertriebsstrukturen den Bürger mitnehmen, um die Mobilitätswende für den Bürger attraktiv zu gestalten“, so Minister Meyer weiter.

Zum 01. Mai 2023 startet das Deutschlandticket mit einem Preis von 49,00 Euro monatlich. Das bisherige AzubiTicket MV wird zum 01. Mai 2023 in ein landesspezifisch vergünstigtes Deutschlandticket überführt, das heißt, der Azubi erwirbt ein reguläres Deutschlandticket für 29 Euro monatlich, das Land bezuschusst jedes Ticket mit 20 Euro im Monat.

Ebenso können die Senioren mit Vollendung des 65. Lebensjahres und Hauptwohnsitz in MV ein vom Land rabattiertes vollwertiges Deutschlandticket für 29 Euro im Monat erwerben. Das rabattierte Angebot soll im 3. Quartal 2023 eingeführt werden.

Das Deutschlandticket ist im Gegensatz zum 9-Euro-Ticket aus dem vergangenen Jahr ein zeitlich unbefristetes Tarifangebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und im ÖPNV. Deshalb zählen auch alle diejenigen Fährverbindungen, die entsprechend den Vorgaben der Nahverkehrspläne der kommunalen Aufgabenträger als ÖPNV ausgewiesen sind, zu dem Anwendungsbereich des Deutschlandtickets.

„Damit gehören neben den Fähren im Rostocker Stadtverkehr auch der Fährverkehr zwischen Schaprode und der Insel Hiddensee zu dem Geltungsbereich des Deutschlandtickets“, so Meyer weiter.

Um öffentliche Mobilität als bequeme und sichere Alternative zum motorisierten Individualverkehr anbieten zu können und insbesondere die ländlichen Räume besser mit öffentlichen Mobilitätsangeboten zu erschließen, reicht ein günstiges deutschlandweites Ticket allein nicht aus. Für die notwendige Mobilitätsoffensive hat das Wirtschaftsministerium Konzepte für die Schaffung eines dreigliedrigen Landesmobilitätsnetzes entwickelt, deren Umsetzung in diesem Jahr vorbereitet und schrittweise gestartet wird.

Säule 1 des Landesmobilitätsnetzes ist der Leistungs- und Infrastrukturausbau des Schienenpersonennahverkehrs für ein hochwertiges überregionales Verkehrsangebot. Für den Schienenpersonennahverkehr werden Angebotsausweitungen auf 10 Linien zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 kommen, um das Angebot auf den Hauptverkehrsachsen weiter zu verbessern, aber auch regionale Anbindungen zu stärken.

„Es wird unter anderem mehr Züge zwischen Schwerin und Hamburg an den Wochenenden geben, der Stundentakt zwischen Rostock und Graal-Müritz auf das gesamte Jahr ausgeweitet oder die Verlängerung vieler Züge, die aus Stralsund kommend bisher in Züssow enden, bis nach Pasewalk umgesetzt. Ab Sommer 2024 ist darüber hinaus die Einführung eines Stundentaktes für die Achse Rostock – Waren (Müritz) – Neustrelitz geplant“, erläuterte Verkehrsminister Meyer.

Vorbehaltlich verfügbarer Mittel werden in den Folgejahren weitere Angebotsausweitungen folgen, so dass mittelfristig auf allen Hauptachsen der SPNV werktäglich stündlich verkehrt – und auf Nebenachsen mindestens jede zweite Stunde. Zusätzlich sollen die Bedienzeiten ausgedehnt werden, auch an den Wochenenden.

„Damit dies gelingen kann, ist der Ausbau von Infrastruktur notwendig, z.B. auf der Strecke Rostock – Stralsund, wo derzeit die Kapazitäten fehlen, um regelmäßig stündlich fahren zu können. Um dem SPNV auch weiter in den ländlichen Raum vordringen zu lassen, wird die Reaktivierung von Schienenstrecken untersucht werden. Neben den Großprojekten Darßbahn und Usedomer Südanbindung, die bereits in der Planung sind, werden wir weitere Achsen untersuchen und prüfen, ob sich die Wiederaufnahme von Schienenverkehren wirtschaftlich lohnt“, sagte Minister Meyer.

Längere Verkehrsachsen im Land werden aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und der damit insgesamt zu geringen Nachfrage möglicherweise eher keine Renaissance des Schienenverkehrs erleben.

„Aus diesem Grund benötigen wir das „Busnetz MV“. Säule 2 des Landesmobilitätsnetzes umfasst das landesweite Taktbussystem mit hochwertigen Taktverkehren in der Fläche. Ergänzend zum SPNV-Netz und mit derselben Taktdichte, d.h. stündlich bis zweistündlich an Werktagen und jede zweite Stunde an Sonntagen, sollen durch ein übergeordnetes Busliniennetz die Lücken zwischen den Zentren des Landes geschlossen werden“, so Wirtschafts- und Verkehrsminister Meyer.

Als Beispiel nannte der Minister Verkehrsachsen wie Anklam-Demmin-Rostock. „Bestehende konventionelle Linienverkehre werden nach einheitlichen Angebots- und Qualitätsstandards als hochwertige Taktverkehre in der Fläche aufgewertet und es werden neue auch Landkreisgrenzen überschreitende, umstiegsfreie Busverbindungen durch sinnvolle Linienkombinationen geschaffen“, erläuterte der Minister.

Als Säule 3 des Landesmobilitätsnetzes ist das Konzept eines landesweit einheitlichen Rufbussystems für die Erschließung der letzten Meile entwickelt worden. „Das Konzept ist bereits im Dialog mit den kommunalen Aufgabenträgern konkretisiert worden. Die Einführung ist schrittweise ab dem 01. Januar 2024 geplant“, betonte Wirtschaftsminister Meyer. Es müssen hierfür die entsprechenden Fahrzeug- und Personalressourcen in den Landkreisen geschaffen werden. Die Aufgabenträgerverantwortung bleibt auch hier bei den Landkreisen.

Das Land wird den Betrieb der Verkehre im „Busnetz MV“, des landesweiten Taktbussystems sowie des Rufbussystems mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützen.

„Um die finanzielle Voraussetzung zur Umsetzung der entsprechenden Infrastruktur und Leistungen sowie die Unterstützung der Verkehrsträger zu schaffen, wird das Land neben Landesmitteln zielgerichtet die jährlich zur Verfügung stehenden Regionalisierungsmittel einsetzen, sowie das vorsorglich aus Regionalisierungsmitteln gebildete Sondervermögen schrittweise nutzen. Es ist wichtig, dass der Bund seinen Anteil am ÖPNV-Budget im Rahmen der jährlich an die Länder ausgereichten Regionalisierungsmittel zukünftig weiter erhöht.

Darauf haben die Länder den Bund mehrfach hingewiesen. Jetzt müssen endlich Taten folgen. Die vom Bund zusätzlich bereitgestellten Regionalisierungsmittel sind dabei nur ein erster Schritt“, erläuterte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer abschließend.