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Kategorie: Polizei / Feuerwehr / THW / Rettung

Wechsel in der Polizei- und Notfallseelsorge

Güstrow – Am 1. Juni 2023 beginnt Pastor Thomas Cremer seinen Dienst als Polizei- und Notfallseelsorger in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einem Gottesdienst im Güstrower Dom wurde er heute in das Amt eingeführt. Zugleich verabschiedete sich sein Vorgänger, Polizeiseelsorger Hanns-Peter Neumann, nach acht Jahren in den Ruhestand.

„Ich freue mich, dass die evangelisch-Lutherisch Kirche in Norddeutschland einen so erfahrenen Seelsorger für dieses Amt gewinnen konnte. Thomas Cremer war fast 20 Jahre Gemeindepastor, seit 2009 in der Heiligen-Geist-Kirche Wismar. Seelsorge war für ihn dabei stets ein Schwerpunkt. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Telefonseelsorger, hat eine klinische Seelsorgeausbildung und ist ausgebildeter Notfallseelsorger. Ich wünsche Herrn Cremer viel Erfolg bei seiner Arbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Landespolizei“, sagt Innenminister Christian Pegel zur offiziellen Amtseinführung.

„Als Notfallseelsorger habe ich immer wieder miterlebt, unter welch hoher Belastung Polizistinnen und Polizisten im Einsatz stehen und dennoch professionell und zugewandt bleiben. Ich freue mich, sie und ihre Familien künftig seelsorglich unterstützen zu können, denn die Polizei erfüllt eine unverzichtbare gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Thomas Cremer zu seiner künftigen Aufgabe.

Der scheidende Pastor, Hanns-Peter Neumann, hatte seinen Dienst am 1. Februar 2015 aufgenommen. Zuvor war er in Süd-Indien und Berlin Vikar und Pfarrer. 1994 kam er als Jugendpfarrer nach Stralsund. Von August 1995 an war er Gemeindepastor an der Stadtkirche St. Nikolai in der Weltkulturerbestadt und arbeitete seit 1996 mit am Aufbau der Psychosozialen Notfallversorgung in Mecklenburg-Vorpommern.

„Es waren acht herausfordernde Jahre, aber auch Jahre, in denen ich Menschen mit großem Engagement und hohem Berufsethos kennenlernen durfte. Dass ihnen viel zu oft respektlos begegnet wird, schmerzt mich immer wieder“, sagt Hanns-Peter Neumann über seinen Dienst in der Polizei- und Notfallseelsorge und appelliert an alle: „Vergessen Sie nie, dass die Polizistin oder Polizist, die Sie vielleicht nervt mit der Fahrzeugkontrolle, im Notfall ihr Leben für Sie riskiert.“

Michael Stahl, Leitender Pastor des Hauptbereichs Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Nordkirche, sagt zu dem Seelsorgerwechsel: „Mit einem weinenden Auge verabschiede ich Pastor Hanns-Peter Neumann – mit einem lachenden begrüße ich Pastor Thomas Cremer. Pastor Neumann hat mit seiner ruhigen und besonnenen Art maßgeblich dazu beigetragen, schwierige und belastenden Lagen in guter Weise zu klären.“

Zu Hanns-Peter Neumann sagt Minister Christian Pegel: „Die Polizistinnen und Polizisten werden gerne an Ihre Amtszeit zurückdenken. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie als sehr offen und immer interessiert beschrieben. Sie haben die Kirche ein Stück nähergebracht und auch an vielen Veranstaltungen der Polizei aktiv teilgenommen. Ich sage Ihnen von Herzen Danke. Danke für den Einsatz, den Sie geleistet haben. Für Ihren Ruhestand wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Freude mit all‘ den Menschen und Dingen, für die Sie während des Einsatzes für Ihre Schäfchen nicht genug Zeit hatten.“

Zu den Aufgaben der Polizeiseelsorge gehören seelsorgliche Einzelgespräche und Dienststellenbesuche ebenso wie das Begleiten von Einsätzen, berufsethischer Unterricht und Gottesdienste. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Amt mit der landeskirchlichen Beauftragung für die Notfallseelsorge verbunden. Diese umfasst die enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung.

Ein Polizeiseelsorger arbeitet als Mitarbeitender der Kirchen unabhängig von der Organisationsstruktur der Polizei und unterliegt der seelsorglichen Schweigepflicht – auch mit dem Ziel, die Hemmschwelle für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Kontaktaufnahme zu senken.

Moderne Technik für Feuerwehren

Schwerin – In den kommenden zehn Jahren werden die Freiwilligen Feuerwehren Schritt für Schritt mit moderner Technik ausgestattet. Durch Rahmenvereinbarungen möchte das Land bis 2033 durch das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK) mehrere Löschfahrzeuge, Drehleitern, Geräte-, Mannschafts- oder auch Rüstwagen in großen Mengen beschaffen.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit den Landkreisen sowie kreisfreien Städten einen Beschaffungsplan abgestimmt, um möglichst allen Bedarfen in der Fläche gerecht zu werden“, so Innenminister Christian Pegel und ergänzt: „Dieser wird jährlich fortgeschrieben, sodass sich die Gemeinden langfristig auf die anstehenden Maßnahmen einrichten können, insbesondere mit Blick auf ihre Haushaltsplanung.“

Bei den gängigen Fahrzeugtypen, wie den Löschfahrzeugen, soll es so sein, dass nach dem Auslaufen einer Rahmenvereinbarung zur Beschaffung gleich die nächste wieder ausgeschrieben wird. „Auf diese Weise ist durchlaufend immer eine Rahmenvereinbarung vorhanden, aus der durchweg das jeweilige Fahrzeug bezogen werden kann. Es wird dann wie in einem Warenhaus abrufbar sein“, sagt der Minister und erklärt weiter:

„Bei spezielleren Fahrzeugen, wie Leiterfahrzeugen oder auch Rüstwagen, bei denen die Stückzahlen nicht so hoch sein werden, sind die Intervalle für die Rahmenvereinbarung nicht so engmaschig. Da sind auch weiterhin gemeinsame Ausschreibungen mit dem Land Brandenburg angedacht, da diese für uns effektiver sind. Wir haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit gemeinsamen Ausschreibungen gemacht. Auch bei Fahrzeugen, die wir als Land für den Katastrophenschutz beschaffen, werden in Zukunft den Kreisen und Gemeinden angeboten, sich mit weiteren Stückzahlen an den Ausschreibungen zu beteiligen.“

Durch diese Zentralbeschaffungen können Land, Kreise und Gemeinden gemeinsam sparen. „So lassen sich je nach Fahrzeugtyp und Menge 15 bis 20 Prozent des Preises gegenüber einer Einzelbeschaffung sparen. Hinzu kommt noch der gesparte Aufwand der Ausschreibung in den Kommunalverwaltungen und Feuerwehren“, zeigt Innenminister Christian Pegel einen Vorteil auf.

„Ein weiterer Vorteil ist: Die Fahrzeuge sind dann standardisiert. Das heißt, jede Kameradin und jeder Kamerad findet sich auch mit der Technik anderer Wehren zurecht. Bei Alarmierungen zu überörtlichen Einsätzen ist genau bekannt, welche Fähigkeiten das Fahrzeug besitzt.“

Darüber hinaus wird auch an die Ausbildung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer schon jetzt mitgedacht, verspricht Minister Pegel: „Unsere Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz erhält von den ausgeschriebenen Fahrzeugen auch Exemplare, sodass die Ausbildung dann auch genau mit den Fahrzeugen durchgeführt wird, die in der Fläche am meisten vorhanden sind.“

Feuerwehr trifft Schule

Schüler begeistern mit Hausarbeiten über Technik und Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren

Insel Rügen – Aufregung herrscht an der Gingster Schule, denn eine Feuerwehr wird für einen Löschangriff vorbereitet. Besorgte und neugierige Schüler drängen sich an den Fenstern der Klassenzimmer. Zum Glück ist es nur eine Übung – ohne Gefahren, Feuer und Verletzte. Zwei Jungen aus den 10. Klassen haben nämlich Fahrzeug, Technik und Mannschaft organisiert, um ihre Hausarbeit anschaulich zu verteidigen.

Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst entschieden sich im letzten Herbst, über eine ihrer Leidenschaften eine Hausarbeit zu schreiben. Diese gehört zu den schulischen Kompetenzen, die sie zusammen mit ihren Fachlehrern einstudieren und üben. Das Recherchieren und Dokumentieren zur ausgewählten Thematik fiel ihnen leicht. „Wir sind beide seit dem 6. Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr Neuenkirchen“, erklärt Gedeon. „Und seit wenigen Monaten aktive Feuerwehrmänner“, ergänzt Lucas. Da gehören einige Einsätze schon dazu, in denen man eine Menge lernt. Die Maximen der Lebensretter haben sie schon längst verinnerlicht und bereichern mit ihrer Einsatzbereitschaft die Truppe.

Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst sind begeisterte Feuerwehrmänner. Sie beschäftigten sich in ihren Hausarbeiten mit Alltag und Aufgaben der Lebensretter. Foto: Martina Zabel
Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst sind begeisterte Feuerwehrmänner. Sie beschäftigten sich in ihren Hausarbeiten mit Alltag und Aufgaben der Lebensretter. Foto: Martina Zabel

„Man spürt, wie sehr die Jungen mit ihrer Feuerwehr verbunden sind“, sagt Martina Zabel, eine der prüfenden Lehrerinnen. Zur Verteidigung ihrer Ergebnisse haben sich beide so abgestimmt, dass sie ihre theoretischen Abhandlungen über technische Details und einen Löschangriff am besten mit einer Feuerwehr und ihren Kameraden vorführen konnten. Das sei die hohe Kunst der Präsentation von Schülerergebnissen, meint Lehrerkollege Christian Ruback. Mit vielen praktischen Erfahrungen könne man besser Vorträge halten oder Fragen beantworten.

An der Gingster Schule gehört die Hausarbeit in den 9. und 10. Klassen zum Schülerleben. Jährlich beschäftigen sich fast 100 Jungen und Mädchen mit ganz unterschiedlichen Themen, die vor allem Bezüge zu natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern haben. „Wir sehen den Prozess als Gemeinschaftsarbeit aller Lehrer und Schüler“, erklärt Schulleiter André Farin. „Schüler zeigen sich von einer ganz anderen Seite, wenn sie von Hobbys, Leidenschaften oder Forschungsergebnissen sprechen.“ Das müsse man unbedingt bewahren.

Während andere Schulen im Land aus unterschiedlichen Gründen Abstand von Jahres- und Hausarbeiten nehmen, wird Gingst ein eigenes Modell ausprobieren. Projektleiterin Martina Zabel berät mit ihren Kollegen eine Anpassung in Internetzeiten: „Unsere Hausarbeitsaufträge werden noch praktischer gestaltet sein als bisher.“ Eine Produktidee, deren Planung und Umsetzung sollen im Mittelpunkt stehen, beispielsweise ein Wanderflyer für Gingst und Umgebung, ein Trainingsplan für gesunde Schüler oder ein Podcast über drogensüchtige Kinder. Die Kooperation mit Partnern, wie der Freiwilligen Feuerwehr oder einheimischen Landwirten, werde man dabei weiterhin pflegen können.

19 neue Drehleitern für Feuerwehren

Auslieferung hat begonnen

Schwerin – 19 Gemeinden und Ämter in Mecklenburg-Vorpommern erhalten bis 2024 ein neues Leiterfahrzeug für ihre Freiwilligen Feuerwehren aus der gemeinsamen Ausschreibung mit Brandenburg. Sieben davon werden im ersten Halbjahr 2023 ausgeliefert, fünf weitere folgen im zweiten Halbjahr. 2024 erfolgt dann die Auslieferung der übrigen sieben Drehleitern.

„Die Nachfrage in unserem Land war so hoch, dass das ursprünglich angemeldete Kontingent von maximal zwölf Leitern sofort ausgeschöpft war. Auf unsere Nachfrage hin haben uns die Brandenburger in diesem Jahr schrittweise weitere Leitern aus ihrem Kontingent freigegeben, das nicht vollständig ausgeschöpft worden war. Auch diese zusätzlichen Einsatzfahrzeuge für M-V gingen sehr schnell weg. Unser Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz hat jetzt die 19. und somit letzte Drehleiter dieses Auftrags bestellt“, berichtete Innenminister Christian Pegel heute über den Stand dieser Drehleiter-Beschaffung.

„Zugleich konnten nach einer Bauzeit von rund einem Jahr die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Die Gemeinden Crivitz, Ducherow, Löcknitz und die Stadt Wismar erhalten nunmehr die ersten der insgesamt 19 Drehleitern für Mecklenburg-Vorpommern aus dieser Beschaffung. Alle vier Gemeinden bekommen für die Beschaffung finanzielle Unterstützung vom Land.

Robert Hoffmann, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ducherow sagt zur neuen Drehleiter: „Bisher waren wir in Sachen Drehleiter ein weißer Fleck auf der Landkarte. Jetzt ist sie da, lang herbeigesehnt. Mit der neuen Drehleiter schaffen wir mehr Sicherheit für die Bürger von Ducherow und den angrenzenden Gemeinden“.

Weitere Fahrzeuge werden in den kommenden Wochen durch das Landesamt technisch abgenommen und dann an die Gemeinden übergeben. Die letzten Fahrzeuge aus dieser Bestellung sollen 2024 abgenommen und ausgeliefert werden“, sagte er weiter. (Alle Empfänger der Drehleitern finden Sie ganz unten.)

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den Innenministerien beider Länder hat Brandenburg die Drehleitern Ende 2021 für beide Bundesländer ausgeschrieben mit dem Ziel, dank höherer Stückzahlen den Preis zu verringern. Im Ergebnis konnten pro Drehleiter etwa 200.000 Euro im Vergleich zu einer Einzelausschreibung gespart werden: Eine kostet nun rund 570.000 Euro statt um die 770.000 Euro, die bei einer Einzelausschreibung hätten bezahlt werden müssen.

Die Leiterfahrzeuge gehen an:

Landkreis Nordwestmecklenburg
Ostseebad Boltenhagen, Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Grevesmühlen, Neukloster, Wismar

Landkreis Ludwigslust-Parchim
Crivitz, Wittenburg

Landkreis Vorpommern-Greifswald
Amt Jarmen-Tutow, Ducherow, Löcknitz, Strasburg,
Anklam

Landkreis Rostock
Bützow, Gnoien, Dummerstorf, Krakow am See

Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Wesenberg, Friedland

Hansestadt Rostock
Berufsfeuerwehr Rostock

Arbeit der Feuerwehrleute gewürdigt

Neustrelitz – Auf Einladung des Kreisfeuerwehrverbands Mecklenburgische Seenplatte nahm Landesinnenminister Christian Pegel heute an einem ökumenischen Festgottesdienst zum St. Florianstag in der Stadtkirche Neustrelitz teil und würdigte das ehrenamtliche Engagement im Bereich Brand- und Katastrophenschutz:

„Unsere Freiwilligen Feuerwehren haben eine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft. Sie leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der Bevölkerung. Den mehr als 26.000 Feuerwehrfrauen und -Männer in unserem Bundesland gilt mein herzlicher Dank für diesen Einsatz“, sagte Christian Pegel und fügte hinzu:

„Im Ehrenamt Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein, bedeutet, sich mit viel Enthusiasmus, Zeit- und Kraftaufwand in der Freizeit zu engagieren. Ohne dieses tolle Engagement wäre der Brandschutz in Mecklenburg-Vorpommern nicht zu sichern. Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren verdienen unsere Wertschätzung und unseren Respekt. Sie sind die Helden unseres Alltags“.

Im Land gibt es aktuell 929 Freiwillige- und sechs Berufsfeuerwehren. Im vergangenen Jahr rückten sie zu 7.521 Bränden aus. Hinzu kamen knapp 25.000 Einsätze zur Hilfeleistung unter anderem bei Verkehrsunfällen, Sturmschäden und Tierrettungen.

„Dagegen stehen aber auch 6.737 Fehlalarme, zu denen die Helferinnen und Helfer 2022 ausgerückt sind. Diese sind vor allem dann belastend, wenn sie absichtlich herbeigeführt werden und somit Menschen, Technik und Zeit binden, die an anderer Stelle sicher sinnvoller eingesetzt werden können“, sagte der Minister.

Der Internationale Tag der Feuerwehrleute findet immer am 4. Mai eines Jahres statt. Der Tag wurde zu Ehren von fünf Feuerwehrleuten etabliert, die am 4. Januar 1999 unter tragischen Umständen in einem Lauffeuer in Australien ums Leben kamen. Da der 4. Mai auch der Tag des Heiligen Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute, ist, wird er seitdem als Tag der Feuerwehrleute begangen.

Für Waldbrand-Saison gut gerüstet

Schwerin – Trockene und besonders warme Sommer lassen die Waldbrandgefahr auch in Mecklenburg-Vorpommern steigen. Mit der heutigen Übergabe von Zusatzbeladungssätzen für den Einsatz bei Waldbränden setzt das Innenministerium das Konzept zum Waldbrandschutz in unserem Land weiter um.

„Wir übergeben heute allen Landkreisen und kreisfreien Städte als unteren Katastrophenschutzbehörden mindestens zwei dieser speziellen Zusatzbeladungssätze. Sie enthalten jeweils einen Werkzeug- und Geräterucksack, zwei Löschrucksäcke mit Befülleinrichtungen, Gesichtsschutz mit Filter, Schutzbrillen sowie ein Multifunktionswerkzeug“, sagte Innenminister Christian Pegel und ergänzte:

„Die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald bekommen neun Extra-Sätze, weil sie aufgrund der großen und kampfmittelbelasteten Waldflächen besonders gefährdet sind. Die zwei Basissätze werden in den Löschgruppenfahrzeugen Katastrophenschutz stationiert. Die Extra-Sätze halten die unteren Katastrophenschutzeinheiten in eigener Regie vor. Sie können zentral gelagert oder bei ausgewählten Feuerwehren stationiert werden.“ Darüber hinaus werde eine Reserve von etwa 30 Beladungssätzen im Katastrophenschutzlager des Landes vorgehalten.

„Somit können wir mit dieser Technik bei Bedarf auch andere Bundesländer oder gar international in Notfällen unterstützen. Wir können die Beladungssätze entweder mitsamt unseren Fahrzeugen zur Verfügung stellen. Wir können sie unseren Einsatzkräften, die wir zur Hilfe entsenden, mitgeben für die Fahrzeuge vor Ort oder wir können sie separat per Container verschicken. Mit unserem Konzept zum Waldbrandschutz haben wir nicht nur unser Land in den Blick genommen, sondern haben auch über Ländergrenzen hinausgedacht“, so Christian Pegel.

Er wies aber auch daraufhin, dass die technische Ausstattung das Eine sei. „Das Andere ist, dass unsere Katastrophenschützer die moderne Technik auch bedienen und einsetzen können. Dazu gehören Trainings wie zum Beispiel das Geländefahrtraining, das das LPBK auf der Kfz-Lehrbahn der Bundeswehr in Neubrandenburg ,Fünfeichen‘ durchgeführt hat.“ Im Beisein des Ministers haben dort Kraftfahrer und Maschinisten der Wehren geübt, die einzelnen Funktionen der geländegängigen Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge in schwierigem Gelände zu benutzen.

Christian Pegels Fazit: „Unsere haupt- und ehrenamtlichen Retter und Helfer sind für die Waldbrand-Saison 2023 gut gerüstet. Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen allen für Ihren Einsatz, mit dem Sie für unser aller Sicherheit sorgen.“

Die Landesregierung hat nach dem Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen 2019 das „Konzept Waldbrandschutz in Mecklenburg-Vorpommern“ mit Fokus auf kampfmittelbelastete Waldflächen erarbeitet. Ziel ist es, durch Maßnahmen der Waldbrandvorsorge sowie Maßnahmen der effektiven Waldbrandbekämpfung das Ökosystem Wald und die Sicherheit der Menschen in den umliegenden Ortschaften vor erneuten Waldbränden zu schützen.

Medical Task Force M-V erhält neue Fahrzeuge

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat heute in Schwerin mit Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, drei neue Mannschaftstransportwagen an Einheiten der Medical Task Force (MTF) des Deutschen Roten Kreuzes übergeben.

„Die Fahrzeuge sollen unsere Kolleginnen und Kollegen von Rettungsdienst und Katastrophenschutz bei der Rettung und medizinischen Versorgung Verunglückter unterstützen. Außerdem können die MTF-Einheiten so auch bundesländerübergreifend im Zivilschutzfall helfen“, sagte Minister Pegel und fügte hinzu:

„Die neue Technik ist auch Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung von Bund und Land für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die täglich dazu beitragen, dass in unserem Land im Notfall schnell geholfen wird. Mit der neuen Technik leisten wir auch einen Beitrag dazu, dieses Engagement attraktiver zu gestalten. Dank ihres Einsatzes können wir uns den vielfältigen Herausforderungen im Bereich des Zivilschutzes und des Katastrophenschutzes stellen.“

Der Innenminister nutzt den Anlass, um für noch mehr Unterstützung zu werben: „Ob Arzt oder Krankenschwester, Ingenieur oder Facharbeiter, mit oder ohne medizinische Vorkenntnisse – ich freue mich über jeden, der sich engagieren und ehrenamtlich helfen möchte. Notfälle und Katastrophen können jeden von uns treffen. Damit auch jedem Betroffenen geholfen werden kann, brauchen wir dieses ehrenamtliche Engagement.“

Mit den drei neuen Mannschaftstransportwagen, die an den DRK-Krankenhäusern Grevesmühlen (Landkreis Nordwestmecklenburg), Grimmen (Landkreis Vorpommer-Rügen) und Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) stationiert werden, können bis zu acht Besatzungsmitglieder zu einem Einsatzort gefahren werden. Dies sind die drei dezentralen Standorte Medical Task Force M-V. In Grevesmühlen sind aktuell 13 aktive Mitglieder, in Grimmen zwölf und in Neustrelitz elf im Einsatz.

Die MTF stellen bundesländerübergreifende Hilfeleistung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV).

Angriffe auf Einsatzkräfte

Schwerin – Innenminister Christian Pegel zeigte sich erleichtert, dass der durch einen Angriff mit einem Schwert am vergangenen Freitagabend in Jarmen schwer verletzte Polizeibeamte das Krankenhaus inzwischen verlassen konnte.

„Ich bin sehr dankbar, dass trotz des schwerwiegenden Angriffs mit seinen erheblichen Folgen der verletzte Kollege das Krankenhaus zwischenzeitig verlassen hat“, so der Minister. Er zeigte sich auch mehrere Tage nach dem schweren Angriff auf die Polizeibeamten schockiert über das brutale Vorgehen gegenüber den im Einsatz tätigen Kollegen. Er sehe die gesamten Folgen des Einsatzes am Freitagabend mit großer Betroffenheit.

„Solche Angriffe gehen gar nicht – der erschreckende Fall im vergangenen Jahr in Greifswald ebenso wie der schockierende Angriff vergangenen Freitag in Jarmen stehen leider nur stellvertretend für das, was Polizeikolleginnen und -kollegen regelmäßig erleben“, weist Pegel auf den seit Jahren bundesweit erkennbaren Trend steigender Zahlen von Angriffen in Einsatzsituationen hin.

„Das gilt leider ebenso für Rettungskräfte und Feuerwehr“, so der Minister und ergänzt: „Wir haben eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, klar Position gegen solche Angriffe auf die Polizei und damit den Staat zu beziehen.“

Er wünsche dem Polizeibeamten eine weiterhin schnelle und gute Genesung, so Pegel. Ihm und den mit ihm gemeinsam vergangenen Freitag eingesetzten Polizisten wünsche er vor allem auch, dass sie das Erlebte mental schnell und gut verarbeitet bekämen.