Menü Schließen

Drese zum Welt-Schlaganfalltag: Symptome erkennen, Leben retten

Zum Welt-Schlaganfalltag informiert Drese über die Bedeutung frühzeitiger Symptomerkennung, die Schlaganfallversorgung in MV und Hilfsangebote für Angehörige.

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern leben fast 2,2 Prozent der Bevölkerung mit den Folgen eines bis zu zehn Jahre zurückliegenden Schlaganfalls und damit über den bundesweiten Durchschnitt von 1,84 Prozent. Das entspricht in etwa 28.300 Menschen, darunter 15.800 Männer und 12.500 Frauen, deren Leben sich durch einen ischämischen Schlaganfall oder eine Hirnblutung oftmals nachhaltig verändert hat., erklärte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Welt-Schlaganfalltages.

„Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen möglichst umfassend und kompetent behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden“, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es hierfür neun eigens zertifizierte Spezialstationen, auch Stroke Units genannt, die in besonderem Maße auf diese Behandlung eingestellt sind und auch komplexe diagnostische und therapeutische Maßnahmen vornehmen können, etwa zum Lösen oder Entfernen eines Blutgerinnsels. Hinzu kommen Krankenhäuser mit telemedizinisch vernetzter Stroke Unit. An allen Standorten werden die Betroffenen von multidisziplinären Ärzteteams und neurologisch geschulten Pflegekräften engmaschig begleitet.

Diese Versorgungskette könne aber nur dann anlaufen, wenn die Symptome eines Schlaganfalles auch als solche erkannt werden, verdeutlichte Drese und warb zum Aktionstag dafür, sich mit dem sogenannten FAST-Test vertraut zu machen. „Dabei stehen die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit) für vier entscheidende Schritte. Betroffene sollen lächeln, beide Arme heben und einen einfachen Satz nachsprechen. Treten dabei Auffälligkeiten auf, selbst wenn diese nach kurzer Zeit wieder nachlassen, wählen Sie umgehend die 112“, so Drese weiter.

Bestätige sich die Diagnose, so reichen die Folgen eines Schlaganfalls teils weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Manche Betroffene müssen grundlegende Fähigkeiten neu erlernen, mit körperlichen Einschränkungen umgehen oder ihre berufliche und private Lebensplanung verändern. Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen, wenn sie bei der Pflege, im Alltag oder bei der Organisation der weiteren Versorgung unterstützen.

„Dass das diesjährige Motto des Aktionstages ‚Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein‘ laute und diese Leistung in den Mittelpunkt rücke, sei deshalb enorm wichtig, so Drese. „Ganz oft werden Angehörige zur wichtigsten Stütze, begleiten Betroffene durch schwierige Zeiten und setzen sich innerhalb kürzester Zeit mit dem Krankheitsbild auseinander, um bestmöglich unterstützen zu können. Das verdient Anerkennung und Dank“, hob sie hervor.

Gleichzeitig dürften die Belastungen, die mit dieser Verantwortung einhergingen, nicht unterschätzt werden. „Wer einen nahestehenden Menschen unterstützt oder pflegt, muss nicht alles allein bewältigen. Es ist wichtig, dass Angehörige auch auf ihre eigenen Kräfte achten und wissen, wo sie Beratung und Entlastung finden können“, so die Ministerin.

Eine wichtige Anlaufstelle seien die 19 Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei und unabhängig, etwa zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie zur Organisation der häuslichen Pflege. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen gern dabei, passende Angebote zu finden und die nächsten Schritte zu planen, damit die Betroffenen auch nach einem Schlaganfall den Weg zurück in den Alltag finden.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert