12 Kilometer langer Radweg von Sassnitz zum Königsstuhl wird gebaut

Insel Rügen – Auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) soll ein Radweg von Sassnitz bis zum Königsstuhl durch den Nationalpark Jasmund gebaut werden.

„Mit dem geplanten Vorhaben wird eine wichtige Lücke im Radwegenetz geschlossen. Das ist ein wichtiger Beitrag, um den Tourismus auf der Insel weiter zu beleben. Es wird ein wichtiges zusätzliches Angebot für Einheimische und Gäste auf Rügen geschaffen. So können wir die Region als Ganzes weiter voranbringen und stärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die geplante Radwegtrasse soll vom nördlichen Rand der Ortslage Sassnitz zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl durch den Nationalpark Jasmund verlaufen. Der Weg wird entlang vorhandener Forstwegtrassen durch die nördlich von Sassnitz befindlichen Waldareale führen.

Die Gesamtlänge des Radweges beträgt rund 12 Kilometer, die Radwegbreite überwiegend 2,50 Meter. Darüber hinaus sollen Rastmöglichkeiten entstehen. Der Radwegeausbau erfolgt mit einer hydraulisch gebundenen Tragdeckschicht (HGTD). „Hierbei handelt es sich um eine kostengünstige Ausbauform für ländliche Wege, die ökologischen Forderungen weitgehend entsprechen, gleichzeitig aber die Vorteile vollflächiger, gebundener Befestigungen beibehalten“, so Glawe weiter.

Die Gesamtinvestitionen für den Radweg betragen rund 3,03 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von rund 2,73 Millionen Euro.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen neun Radfernwege mit etwa 2.300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge zur Verfügung. Insgesamt können die Radfahrer im Nordosten rund 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer straßenbegleitende Radwege des überörtlichen Verkehrs nutzen.

Backhaus: Reittourismus im Land fördern und weiter entwickeln

Anklam – „Ich freue mich, dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit dem Netzwerk Reittourismus die hiesige Region für Pferd und Reiter weiterentwickelt“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus in Anklam anlässlich der Auftaktkonferenz des Netzwerkes Reittourismus Vorpommern-Greifswald. „Durch das freie Betretungsrecht des Waldes in Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen wir einen aktiven Beitrag zur Erholung eines jeden einzelnen in der Natur“, führte der Umweltminister aus.

In MV gibt es rund 3400 Kilometer Reit- und Fahrwege im Wald und ca. 2400 Kilometer in der offenen Landschaft. Laut Landeswaldgesetz ist das Reiten und Fahren mit Gespannen im Wald nur auf dafür ausgewiesenen Wegen und Plätzen gestattet. Ausgewiesen werden Reit-, Rad- und Wanderwege von Landkreisen und Gemeinden. Aufgrund fehlenden Personals und fehlender Sachmittel setzten Kommunen und Landkreise diese Anforderung aber bisher häufig nicht um. Das Ergebnis sei ein nicht zusammenhängendes Reitwegenetz mit erheblichen Lücken.

Eine grundsätzliche Freigabe der Waldwege für Reiter hingegen führe zu Interessenkollisionen mit anderen Nutzern und Eigentümern und erhöhtem behördlichen Aufwand, etwa durch Entschädigungsforderungen von Waldbesitzern, oder durch eine Kennzeichnungspflicht der Pferde, um Verstöße zu ahnden. „Deshalb präferiere ich zusammen mit dem Landeswaldforum die Lösung, die Lücken der vorhandenen Reitwege auszubauen, um so ein verbundenes Reitwegenetz zu entwickeln“, sagte Dr. Backhaus.

Im Landeswaldforum engagieren sich über 30 Verbände, Vereine und Institutionen, darunter auch der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren e. V. sowie auch die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland e.V. (Landesverband M-V).

Im Rahmen des ELER fördert das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die Beschilderung von Reitwegen im Wald zu 85 %. Seit 2008 wurden 7 Anträge für 18,5 km lange Reitwege mit ca. 69.000 € gefördert, bei einem gesamten Investitionsvolumen von 93.000 €.

Seit Februar 2017 gibt es zudem die erste landesweit einheitliche digitale Reitwegekarte für Mecklenburg-Vorpommern. Diese wurde aus sechs verschiedenen Teilkarten durch die Landesforstanstalt unter Mitwirkung der Landkreise, Gemeinden und des Landestourismusverbandes erstellt. Damit soll der Bedarf an Reitwegen im Land weitgehend abgedeckt werden, die Reittouristen gelenkt, Konflikte mit anderen Nutzern wie Radfahrern und Wanderern vermieden, aber auch Touristen auf interessante Orte hingewiesen werden.

Gleichzeitig sollen die drei Fernreitwege Lübeck-Stettin, Usedom-Berlin und der Gestütsweg Redefin-Neustadt/Dosse bekannter gemacht werden. Außerdem ist die Karte als erste landesweite Grundlage für eine Evaluierung des Reit- und Fahrwegenetzes zu nutzen und soll einmal jährlich fortgeschrieben werden.

Zum Saisonausklang: Schlösserverwaltung lädt zum Schlössertag

Schwerin – Am Sonntag, 29. Oktober 2017, laden die Staatlichen Schlösser und Gärten M-V zu einem Schlössertag mit Konzerten und Führungen.

Auf Schloss Bothmer finden um 12 und um 14 Uhr geführte Rundgänge statt. Um 17:30 Uhr spielt das Junge Rostocker Nonett der Hochschule für Musik und Theater Rostock im Festsaal Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonin Dvořák. Das Ensemble mit vier Streichern und fünf Bläsern setzt sich aus Studierenden unterschiedlicher Semester und Nationalitäten zusammen. Die Konzertkarten kosten 10 €, Schüler und Studenten zahlen 6 €.

Das Jagdschloss Granitz bietet zum Schlössertag mehrere Führungen an. Am Vormittag soll auf drei Rundgängen das Schloss erkundet werden. Thematisch spannt sich dabei der Bogen von der repräsentativen Fassade bis zur eleganten Ausstattung der Salons. Um 12:30 Uhr steht dann Offizielles und Privates der Fürsten im Mittelpunkt der Betrachtung.

In Hohenzieritz können Gäste um 11 und 13 Uhr die Gedenkstätte, die Rundkirche und den Schlosspark bei öffentlichen Führungen erkunden. Um 14 Uhr erklärt der Geologe Klaus Granitzki die Besonderheiten der Findlingsmauer, die den gesamten Schlosspark umzieht. Ab 15 Uhr berichtet die Kunsthistorikerin Mara Maroske über die Entstehung des Luisensarkophags und über die besonderen Beziehungen des Bildhauers Christian Daniel Rauch zu Königin Luise.

Schloss Mirow feiert das Saisonende mit historischen Überraschungsgästen, einer Schlossrallye für Kinder und interessanten Sonderführungen. Um 11 Uhr werden bei der Führung „Vom Pastor bis zum Tanzmeister“ Geschichten über gebildete, skurrile und fleißige Menschen erzählt, die hinter den Kulissen das Schlossleben im 18. Jahrhundert prägten. Die Führung „Geheime Türen und Kammern“ um 14 Uhr gewährt einen exklusiven Blick hinter Tapetentüren, in versteckte Wandkammern und in riesige Dielenschränke.

Die thematischen Führungen am Schlössertag sind kostenfrei, es gelten die regulären Eintrittspreise. Auch am Montag, 30. Oktober 2017 und am Reformationstag haben die Schlösser geöffnet. Ab November gelten dann die Winteröffnungszeiten.

Erweiterung des Wasserwanderrastplatzes im Hafen Barhöft

Baarhöft – In Barhöft (Gemeinde Klausdorf, Landkreis Vorpommern-Rügen) soll der Hafen samt Wasserwanderrastplatz weiter ausgebaut werden. Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Mittwoch (25.10.) gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Reichenbach den ersten Spatenstich für die Maßnahme symbolisch gesetzt.

„Der Hafen Barhöft ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge nach Stralsund, Rügen, Rostock und zur Insel Hiddensee. Vor Ort wird eine gut ausgebaute Infrastruktur kombiniert mit attraktiven Freizeitaktivitäten geboten. Das schätzen viele Wassersportler und nutzen den Hafen als Anlaufpunkt. So ist eine Erweiterung vor allem bei den Liegeplätzen notwendig geworden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Der Hafen liegt im Randbereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft direkt an der Einfahrt in die Darß-Zingster Boddenkette in Richtung Osten und der Zufahrt in den Strelasund in Richtung Süden. Derzeit nutzen vor Ort ein Lotsenboot, die Wasserschutzpolizei, Kutter von Berufsfischern, ein Serviceschiff für den Windpark „Baltic 1“ und die Fahrgastschifffahrt den Hafen.

Dazu kommen über 60 Liegeplätze für Sportboote. Jetzt soll erheblich erweitert werden. Unter anderem ist vorgesehen, das Hafenbecken um rund 3.500 Quadratmeter Wasserfläche zu vergrößern, 80 zusätzliche Liegeplätze zu schaffen, die bereits vorhandenen Liegeplätze neu zu ordnen und die Pflasterung im Bereich des nördlichen Molenkopfes zu erneuern. Geplant ist, dass die zusätzlichen Liegeplätze im zweiten Quartal des nächsten Jahres zur Verfügung stehen. „Durch die Erweiterung wird das touristische Angebot für die Gäste erheblich erweitert. So können zukünftig weitere Urlauber und Tagesausflügler den idyllisch gelegenen Hafen nutzen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung des Hafens betragen knapp 2,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland. Derzeit gibt es 1.400 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten in der Branche. Die Umsätze haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht auf 474 Millionen Euro Bruttoumsatz.

Im Osthafen entsteht ein Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen

Ein neuer Rad- und Fußweg führt am Campus Altkarlshof vorbei

Rostock – Nach der erfolgreichen Altlastensanierung in bester städtischer Wasserlage soll am Warnowufer ein bislang einzigartiges Kompetenzzentrum für Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Die Initiatoren, das Architekturbüro Bastmann + Zavracky BDA Architekten GmbH, schaffen im Zusammenspiel mit ihren Partnern am Standort Altkarlshof einen Campus für Dienstleistungen rund um das Thema nachhaltiges energieeffizientes Bauen. Baubeginn ist 2018.

„Land, Stadt und Wirtschaft setzen gemeinsam ein richtungsweisendes und beispielhaftes Zeichen für nachhaltiges Bauen in der Hansestadt Rostock um. Aus einem mit Altlasten belasteten Sanierungsgebiet ist ein moderner Wirtschaftsstandort in attraktiver Lage entstanden“, sagte heute der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph. „Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, dass ein innovatives und leistungsfähiges Kompetenzzentrum für die heimische Wirtschaft entstehen kann. Solche Zentren sind die Keimzelle für Innovation aus Mecklenburg-Vorpommern. Wir brauchen mehr solcher Projekte, bei denen aus Ideen am Reißbrett konkrete praxistaugliche Vorhaben entstehen. Das ist ein wesentlicher Beitrag für die Sicherung und Steigerung von Beschäftigung in unserem Land“, so Rudolph.

„Ich freue mich sehr, dass wir ab 2018 das Vorhaben ‚Campus Altkarlshof‘ realisieren können und danke allen Akteuren, die uns auf dem Weg von der ersten Idee bis heute begleitet haben“, sagte Stephan Bastmann, Mitinitiator des Projektes. „Die Aussicht, ab 2019 das Thema nachhaltiges Bauen hier in völlig neuer Qualität interdisziplinär mit unseren Partnern denken zu können, hat uns stark motiviert.“ Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling begrüßte das Bauvorhaben. „Mit dem Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen entsteht ein ganz wesentlicher Baustein für zukunftsorientierte und ganzheitliche Stadtentwicklung. Die Initiative der Rostocker Architekten Stephan H. Bastmann und Martin Zavracky ist mutig und wird auch überregional auf große Beachtung stoßen. Die Arbeit auf dem Campus wird dazu beitragen, Bauen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zur Norm zu machen.“

Mit diesem Vorhaben setzt sich die dynamische Entwicklung Rostocks entlang der Warnow von der Silohalbinsel über die Holzhalbinsel nun auch im Osthafen fort. Auf 3.800 m² Bürofläche werden sich eine Vielzahl von Ingenieurbüros, Architekturbüros und weitere artverwandte Dienstleister ansiedeln. Die einzelnen Akteure belegen dabei eigene, feste Einheiten und nutzen gemeinsame Funktions- und Aufenthaltsflächen. Flächensharing und flexible Erweiterungsmöglichkeiten ermöglichen es sowohl etablierten Büros wie auch Startups, in dem Neubau einen leistungsfähigen, bezahlbaren und attraktiven Standort zu finden. Die räumliche und inhaltliche Nähe der Dienstleister führt zu einem regen inhaltlichen Austausch, gemeinsamen Projekten, Synergieeffekten und einer hohen Innovationskraft für jeden Einzelnen wie auch dem Campus als gemeinsamer Marke. Im gemeinsamen Verbund sollen auch größere überregionale Projekte erfolgreich akquiriert und bearbeitet werden.

Die offene bauliche Struktur, die durchbindende Wegeführung und die qualitätsvolle Architektur führen zu einer klaren öffentlichen Wahrnehmung für den Standort und das Thema nachhaltiges, energieeffizientes Bauen. Der Standort Osthafen erfährt durch dieses ambitionierte Projekt einen wesentlichen Impuls für seine städtebauliche und inhaltliche Neuausrichtung: weg vom klassischen Gewerbegebiet hin zum innovativen Quartier in der Mischung aus Arbeit, Freizeit, Bildung und Forschung. Im Osthafen entstehen so über 100 Arbeitsplätze mit direktem Wasserbezug. Die Uferkante der Warnow wird über einen Fuß- und Radweg für die Öffentlichkeit erschlossen; als Teil des Gesamtkonzeptes und ohne Kosten für die Hansestadt Rostock.

Derzeit wird das stark kontaminierte Gelände des ehemaligen VEB Bitumenverarbeitung Rostock direkt am Ufer der Unterwarnow saniert. Projektträger ist die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg-Vorpommern (GAA mbH M-V) für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Sanierungskosten belaufen sich nach aktuellem Stand auf ca. 5,2 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen „Sanierung ökologische Altlasten in MV“ aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt.

Wirtschaftsförderung für Unternehmen

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) diskutiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister machte deutlich, dass die GRW-Förderung das zentrale und bewährte Instrument der deutschen Regionalförderung ist.

„Im Koordinierungsrahmen legen der Bund und die Länder gemeinsam die Regeln der Förderung fest, damit ihre Koordinierungsfunktion – gleiche Förderbedingungen in den strukturschwachen Regionen – erfüllt ist. Diese umfassen u.a. das Fördergebiet, die Fördertatbestände, Voraussetzungen, Art und Intensität der Förderung. Die Förderung ist hierbei auf ausgewählte, strukturschwache Regionen beschränkt und hat zum Ziel, Disparitäten bei der wirtschaftlichen Entwicklung zu minimieren. Es entstehen am Ende jeder Investition neue Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt, bestehende Jobs werden gesichert. Ein funktionierendes Fördersystem ist unerlässlich“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Seit 1990 wurden im Rahmen der GRW für die gewerbliche Wirtschaft rund 9.400 Investitionsvorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 19,6 Milliarden Euro bewilligt. Das Wirtschaftsministerium hat Investitionszuschüsse in Höhe von über 4,3 Milliarden Euro ausgereicht. Durch Investitionsvorhaben im Rahmen der einzelbetrieblichen Förderung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 97.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

„Mit den Investitionszuschüssen werden Anreize für Unternehmen geschaffen, die Standortwahl für die Investition zu Gunsten von strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern zu treffen oder die am bestehenden Standort geplante Investition größer zu planen, um im Ergebnis mehr zu investieren“, betonte Glawe weiter.

Darüber hinaus betonte Wirtschaftsminister Glawe die Bedeutung der Förderung für den Tourismus. „Unsere Erfolge im Bereich Tourismus gehen maßgeblich auf die durchgeführte Wirtschaftsförderung zurück. Die Höhe der Fördermöglichkeiten war wichtig, dass Mecklenburg-Vorpommern gegenüber anderen Tourismusregionen wie Schleswig-Holstein oder Bayern wettbewerbsfähig ist. Wir müssen unsere Fördermöglichkeiten weiter nutzen, um die Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns als Urlaubsland aufrechtzuerhalten. Innovative Ideen und Konzepte sind gefragt, um weiterhin touristisch vorn mitzuspielen“, forderte Glawe.

Die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ ist eine wesentliche Unterstützung dabei, dass Mecklenburg-Vorpommern als Investitionsstandort sowohl im Vergleich zum übrigen Inland als auch im Vergleich zum Ausland konkurrenzfähig bleibt. „Wir setzen uns weiter für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Der regionale Bedarf und nicht die Himmelsrichtung müssen bei der Frage der Förderung entscheidend sein“, so Wirtschaftsminister Glawe im Landtag abschließend.

Mecklenburg-Vorpommern ist offizielles Partnerland der ITB Berlin 2018

Führende Messe der Reiseindustrie und das deutsche Bundesland besiegeln Zusammenarbeit

Rostock/Berlin – Kooperation unter Dach und Fach: Mecklenburg-Vorpommern ist offizielles Partnerland der ITB Berlin für das Jahr 2018. Am Donnerstag, den 12. Oktober 2017 unterzeichneten Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Martin Buck, Senior Vice President Travel & Logistics und Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Berlin GmbH, Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, sowie David Ruetz, Head of ITB Berlin, im Internationalen Haus des Tourismus in Rostock die Kooperationsvereinbarung.

Zudem findet am Samstag, den 14. Oktober 2017 in Göhren-Lebbin in der Mecklenburgischen Seenplatte eine öffentliche Baumpflanzung statt, bei der die ITB Berlin Waldaktien-Inhaberin wird. Im Rahmen ihres fortwährenden Engagements für Gesellschaft und Umwelt unterstützt sie damit das vor zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gestartete Nachhaltigkeitsprojekt zur Kompensierung des CO2-Ausstoßes während einer Urlaubsreise. Erstmals seit Bestehen der ITB Berlin wird die Eröffnungsfeier 2018 in Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern hundert Prozent CO2-neutral gestaltet.

„Mecklenburg-Vorpommern ist eine der führenden Urlaubsdestinationen in Deutschland. Wir setzen jetzt als erstes Bundesland mit dieser Premiere ein starkes Signal. Wir wollen und müssen noch bekannter werden – vor allem im internationalen Maßstab. Diese Zusammenarbeit mit der ITB Berlin wird in der Branche auch nach innen wirken, denn wir wollen und müssen besser werden. Unsere Unternehmen und Anbieter stehen im internationalen Wettbewerb, und das in einem sich rasant verändernden Marktumfeld“, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe.

Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Wir freuen uns, den Auftritt des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf der ITB Berlin 2018 zu organisieren. Dieses ist eine große Herausforderung, der wir uns gern stellen, denn wir haben damit die Chance, auf internationalem Parkett zu punkten. Die ITB Berlin soll nicht nur eine erste Wegmarke in der Saison sein, sie soll vielmehr den Weg hin zu mehr internationaler Aufmerksamkeit markieren und gleichzeitig das Tourismusbewusstsein im Land stärken.“

Gegen die Mitbewerber hat sich Mecklenburg-Vorpommern unter anderem aufgrund seines nachhaltigen touristischen Konzepts durchgesetzt, das die Aktivitäten der Messe in diesem Bereich adäquat widerspiegelt. Urlauber, die in dem nordöstlichen Bundesland zu Gast sind, haben zum Beispiel die Chance, ihren Aufenthalt CO2-neutral zu gestalten. Möglich ist dies mit Hilfe der sogenannten Waldaktie, von der bereits 85.000 Stück verkauft wurden. Sie ermöglicht ein umfangreiches Aufforstungsprojekt. In dessen Rahmen werden für zehn Euro jeweils fünf Quadratmeter Mischwald gepflanzt.

„Mit seiner Ostseeküste und der bekannten Seenplatte gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den sehenswertesten Bundesländern Deutschlands. Seit 1991 ist das Partnerland sehr prominent als Aussteller auf der ITB Berlin vertreten. Wir freuen uns, dass damit erstmals in der Geschichte der ITB ein Bundesland sein Engagement derartig verstärkt und als offizielles Partnerland ins Zentrum der Reiseindustrie rücken wird. Die ITB Berlin stellt als weltgrößte Reisemesse die ideale Plattform dar, um die Region den Medien und Besuchern zu präsentieren und seine Bedeutung als überaus gastfreundliche und vielfältige Urlaubsregion zu bekräftigen. Die außerordentlich positive Entwicklung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg und die kontinuierlich steigenden Zahlen der Reisenden in das deutsche Bundesland sind eine wahre Erfolgsgeschichte“, unterstrich Dr. Martin Buck, Senior Vice President Travel & Logistics, Messe Berlin.

Auf der ITB Berlin 2017 war Mecklenburg-Vorpommern mit einem 400 Quadratmeter großen Stand vertreten und informierte Fach- und Publikumsbesucher in Halle 6.2 über die Höhepunkte seines touristischen Angebots. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Statistischen Amtes 30,3 Millionen Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern registriert worden. Für die Wirtschaft des Landes stellt der Tourismus eine überaus wichtige Säule dar und sichert derzeit insgesamt 130.000 Arbeitsplätze. Zudem sorgt dieser Sektor für einen jährlichen Bruttoumsatz von etwa 4,1 Milliarden Euro und für Konsumausgaben durch die Gäste von insgesamt 7,75 Milliarden Euro.

Die ITB Berlin 2018 findet von Mittwoch bis Sonntag, 7. bis 11. März, statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die ITB Berlin für Fachbesucher geöffnet. Die ITB Berlin ist die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie. 2017 stellten mehr als 10.000 Aussteller aus 184 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen rund 169.000 Besuchern, darunter 109.000 Fachbesuchern, vor. Parallel zur Messe läuft der ITB Berlin Kongress von Mittwoch bis Samstag, 7. bis 10. März 2018. Er ist weltweit der größte Fachkongress der Branche. Der Eintritt zum ITB Berlin Kongress ist für Fachbesucher und Aussteller kostenlos.

Sportboothafen in Rostock-Warnemünde soll aus- und umgebaut werden

Rostock – Die Hansestadt Rostock plant die weitere Entwicklung der Mittelmole in Rostock-Warnemünde. Das gesamte Areal soll als zentraler touristischer Anlaufpunkt neu gestaltet und weiter entwickelt werden. Ein wichtiger Baustein ist der Sportboothafen an der Nordspitze.

„Die Hafenanlage soll grundlegend ertüchtigt und ausgebaut werden. Bootsanlegestellen, Wasserwanderrastplatz und Sporteinrichtungen sollen entstehen. Die Entwicklung und infrastrukturelle Ertüchtigung der Mittelmole ist ein notwendiger Schritt zum Erhalt und zum Ausbau einer wettbewerbsfähigen lokalen und regionalen Tourismuswirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Rostock.

Wirtschaftsminister Glawe hat in Rostock eine Zusicherung an den Oberbürgermeister der Hansestadt Roland Methling übergeben. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben belaufen sich etwa auf 9,52 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) voraussichtlich in Höhe von rund 8,57 Millionen Euro.

„Mit den anstehenden Investitionen soll das maritime Angebot vor Ort weiter verbessert werden. Ziel ist es, die Attraktivität des Segel- und Sportbootstandortes Warnemünde insgesamt für Einheimische und Gäste weiter zu erhöhen“, so Glawe weiter.

Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 105 Sportboothäfen und 45 Wasserwanderrastplätze. Gästen stehen rund 400 wassertouristische Anlagen in verschiedenen Kategorien zur Verfügung – von der Marina bis zur einfachen Ein- und Ausstiegsstelle für Kanuten. Insgesamt 7.255 touristisch nutzbare Liegeplätze gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, davon 4.308 Dauerliegeplätze und 2.947 Gastliegeplätze.

„Wir müssen stetig am touristischen Qualitätsstandard arbeiten. So gelingt es uns, eine hohe Gästezufriedenheit zu erreichen und aus unseren Urlaubern auch wiederkehrende Gäste zu machen. Dazu gehört, dass in die touristische Infrastruktur weiter investiert wird“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Das Wirtschafts- und Tourismusministerium hat seit 1990 insgesamt 356 maritim-touristische Vorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 528 Millionen Euro mit knapp 408 Millionen Euro unterstützt. Investiert wurde unter anderem in den Bau von Strandpromenaden, Schiffsanlegern, Seebrücken, Anlegestellen und Rettungstürmen, barrierefreien Strandabgängen, Badestellen und Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen. Die Mittel der Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und unter anderem aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Radweg zwischen Waase und Wusse auf der Insel Ummanz fertiggestellt

Ummanz – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Donnerstag (21.09.) den neu gebauten Radweg von Waase nach Wusse auf der Insel Ummanz (Landkreis Vorpommern-Rügen) offiziell freigegeben.

„Inmitten der prächtigen Naturlandschaft der Urlaubsinsel Ummanz ist eine attraktive Etappe des Radweges entstanden. Urlauber und Anwohner können nun den Blick über die flachen Boddengewässer, weiten Wiesen und Felder noch besser genießen. Eine weitere Lücke im Radwegenetz ist nun geschlossen. Insbesondere Gäste der Insel Rügen können nun auch die Insel Ummanz besser mit dem Rad entdecken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In zwei Monaten Bauzeit ist auf der rund 1.400 Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Strecke ein Zweirichtungs-Radweg in Asphaltbauweise entstanden. Zusätzlich sind eine Schutzhütte, ein Fahrradständer sowie Bänke und Tische entlang des Weges errichtet worden. Die Etappe von Waase nach Wusse ist Bestandteil des 670 Kilometer langen Ostseeküstenradweges, der von Lübeck-Travemünde bis nach Ahlbeck auf der Insel Usedom führt.

„Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern lässt sich sehr gut auf zwei Rädern erkunden. Deshalb ist ein gut ausgebautes Radwegenetz ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebotes im Land, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, ihre Ferien mit sportlicher Aktivität auf dem Fahrrad zu erleben“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für den Radweg betrugen rund 304.000 Euro. Das Land hat den Ausbau aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von rund 246.000 Euro unterstützt.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen neun Radfernwege mit etwa 2.300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge zur Verfügung. Insgesamt können die Radfahrer im Nordosten rund 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer straßenbegleitende Radwege des überörtlichen Verkehrs nutzen.

Neues Haus des Gastes entsteht in der Burganlage in Plau am See

Plau am See – Die Stadt Plau am See (Landkreis Ludwigslust-Parchim) plant den weiteren Um- und Ausbau der bestehenden Burganlage zu einem Haus des Gastes mit anschließendem Kurgarten.

„Die Stadt Plau am See mit ihrer malerischen Altstadt ist ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel in der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit dem Haus des Gastes in der historischen Burganlage entsteht für Besucher eine erste Anlaufstelle für touristische Auskünfte. Künftig werden die Gäste noch besser über die Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele informiert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort bei der Übergabe eines Fördermittelbescheides.

Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau des Rettungsweges im Gewölbekeller und im Untergeschoss, die Errichtung einer Touristeninformationsstelle und einer Bibliothek im Erdgeschoss sowie der Ausbau des Dachgeschosses zu Vorführ-, Ausstellungs- und Beratungsräumen. Zudem sollen die gesamten Außenanlagen der Burganlage grundhaft erneuert werden. Dazu gehören unter anderem die Zuwegungen zur Burganlage und zum Parkplatz, die Rekonstruktion des Burgwalls mit den Türmen, die Erneuerung des Burggrabens und die Errichtung einer Bühne mit Tanzfläche.

„Direkt am künftigen Haus des Gastes wird ein attraktiver Kur- und Erholungsraum mit einem Bewegungspark entstehen. Ein idealer Treffpunkt für Besucher und Einheimische gleichermaßen. Für die Stadt Plau am See als staatlich anerkannter Luftkurort ist das eine gute Ergänzung der touristischen Infrastruktur“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für den Um- und Ausbau der bestehenden Burganlage zum Haus des Gastes mit Kurgarten betragen rund vier Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro.

Derzeit wird in Plau am See der Parkplatz nahe der Burganlage an der Quetziner Straße vergrößert. Zukünftig finden dort 130 Autos, zwei Reisebusse und sechs Wohnmobile Parkraum. Die Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 698.000 Euro sind vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 628.000 Euro unterstützt worden.

Im nächsten Jahr soll in Plau am See auf einer Länge von rund 800 Metern ein Teilstück des Radweges um den Plauer See im Stadtwald saniert werden. Der Abschnitt ist Teil des Mecklenburger-Seen-Radweges und des Eldetal-Rundweges; nach Abschluss der Maßnahme ist der Ausbau des touristischen Radweges Plauer See im Bereich der Stadt abgeschlossen.

Das Land unterstützt die Gesamtinvestitionen des Vorhabens in Höhe von knapp 272.000 Euro in Höhe von rund 236.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). „Die Stadt Plau am See investiert in ihr touristisches Angebot, um die Urlauber noch stärker auf die Schönheiten im Landesinneren aufmerksam zu machen. So wird der Binnenlandtourismus gestärkt“, sagte Glawe.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden nach Angaben des Statistischen Amtes in Plau am See mehr als 31.000 Ankünfte und über 160.000 Übernachtungen verzeichnet. Die Gäste verbrachten durchschnittlich fünf Nächte in dem Luftkurort.

B 104: Letzte Radweg-Lücke zwischen Pasewalk und Polen wird geschlossen

Pasewalk – Heute (19. September 2017) beginnt mit der Erneuerung von Durchlässen der Bau eines neuen Radwegs an der B 104 zwischen den Ortslagen Zerrenthin und Rossow (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Die 2,85 Kilometer sind der letzte noch fehlende Abschnitt der Radverbindung an der Bundesstraße zwischen Pasewalk und der polnischen Grenze. Mit Fertigstellung voraussichtlich zur Jahresmitte 2018 können die Radler die Strecke von etwa 20 Kilometern durchgehend auf einem straßenbegleitenden Radweg zurücklegen.

Die B 104 ist eine wichtige überregionale West-Ost-Fernstraße, die Mecklenburg-Vorpommern mit der Metropolregion Stettin verbindet. Wegen der hohen Verkehrsbelastung von ca. 6.175 Kraftfahrzeugen pro Tag, davon 644 Lkw, zwischen Löcknitz und Pasewalk (Stand 2015) ist dieser straßenbegleitende Radweg für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer dringend erforderlich.

Er wird in 2,50 Metern Breite überwiegend in Asphaltbauweise errichtet. In der Ortslage Zerrenthin und in einem kleineren Abschnitt wegen der Baugrundverhältnisse wird der Radweg gepflastert.

Als Ausgleichsmaßnahme werden 303 Winterlinden als durchgehende Allee gepflanzt, dazu weitere 54 Bäume als Ausgleich für den bereits fertiggestellten Abschnitt zwischen Rossow und Löcknitz. Dort war nicht genug Platz für die Ausgleichspflanzung. Gleichzeitig werden zum Schutz von Autofahrern und Bäumen Schutzplanken am Fahrbahnrand errichtet.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen einschließlich Grunderwerb und Erneuerung von Durchlässen etwa 872.000 Euro. Davon entfallen ca. 647.000 Euro auf den Radweg. Die Kosten werden bis auf den Eigenanteil der Gemeinde Zerrenthin für den Gehweg in Höhe von knapp 37.000 Euro entlang der Ortsdurchfahrt vom Bund finanziert.

Lehr- und Wanderrundwege-Netz soll in der Region Niepars entstehen

Lüssow – Gemeinden des Amtes Niepars (Landkreis Vorpommern-Rügen) planen die Errichtung eines Netzes aus miteinander verknüpften Lehr- und Wanderrundwegen unter dem Titel „Borgseewallrundweg“. Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Montag in Lüssow eine Fördermittelzusicherung für die Planung und Umsetzung des Investitionsvorhabens übergeben.

„Mit dem Vorhaben Borgwallseerundweg wird eine attraktive Querverbindung zwischen dem Ostseeküstenradweg im Norden und dem Fernradweg Hamburg-Rügen im Süden des Amtes geschaffen. So können die Urlauber die naturbelassene Region noch besser kennen lernen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Vorgesehen ist, dass die Mehrzahl der zum Amt Niepars gehörenden Gemeinden gemeinsam ein Wegekonzept erarbeiten und umsetzen. Im südlichen Teil des Amtes sind der Borgwallsee und der Püttner See mit den umliegenden Waldgebieten die strukturgebenden Landschaftselemente. Dort ist angedacht, um den Borgwallsee einen Lehr- und Wanderpfad mit den Stationen wie beispielsweise dem Wasserwerk in Lüssow, dem Radwanderrastplatz in Zimkendorf, der Kirche in Pütte und einer geplanten Aussichtsplattform bei der Fischerwiese in Negast entstehen zu lassen. Im Norden wird ein Rundwanderweg durch die Boddenlandschaft diskutiert mit Aussichtspunkten für Vogelbeobachtungen.

Auf allen Strecken sollen den Besuchern umfangreiche Informationen zur Besiedelungs- und Landschaftsgeschichte, Torfgewinnung sowie zum Naturschutz vermittelt werden. „Die Region ist gekennzeichnet von einem großen Erholungs- und Naturerlebniswert. Mit den jetzt geplanten Investitionen in ein informatives und regionalgeschichtliches Wegenetz wird für Gäste und Anwohner ein Ausflug zu den Gemeinden noch attraktiver“, sagte Glawe.

„Wir müssen vor allem mehr mit dem Binnenland punkten. Hier haben wir noch deutlich Potenzial für mehr Gäste. Die hier bestehenden Alleinstellungsmerkmale müssen kontinuierlich weiterentwickelt und zielgerichtet beworben werden“, forderte Glawe. Als Beispiel nannte der Wirtschafts- und Tourismusminister Urlaub von Familien auf dem Land und Menschen, die Entschleunigung suchen.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt vermutlich rund 2,5 Millionen Euro. Das Land plant, bei Vorlage aller Unterlagen das Vorhaben voraussichtlich in Höhe von rund 2,25 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zu unterstützen.

Förderung des Radverkehrs

Rostock – Am Donnerstag (14.09.2017) übergibt Infrastrukturminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 80.000 Euro in der Hansestadt Rostock für das Projekt „MV steigt auf! Gemeinsame Initiative fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen und des Landes M-V zur Förderung der Nahmobilität“.

Stellvertretend für den Initiativkreis zur Gründung einer Arbeitsgruppe fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) werden Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus, Neustrelitz‘ Bürgermeister Andreas Grund und der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Mecklenburg-Vorpommern, Martin Elshoff, den Bescheid entgegennehmen.

Ziel der gemeinsamen Initiative von fußgänger- und fahrradfreundlichen Kommunen und dem Land Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem die Förderung des Radverkehrs. Interessierte Städte und Gemeinden sowie Verbände sollen in der AGFK vernetzt werden und mit gemeinsamen Kampagnen den Radverkehr voranbringen.

Durch eine Arbeitsgruppe können die Kompetenzen in den Kommunen gebündelt und ausgebaut, das Bewusstsein für das Radfahren gestärkt, neue Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Ein Vorteil des Netzwerks besteht darin, dass die Städte von den Erfahrungen anderer Mitgliedstädte profitieren und ihre Arbeit besser untereinander abstimmen können. Das konzentrierte Fachwissen ermöglicht u.a. eine fachlich qualifizierte Planung und Antragstellung beim Radwegebau.

In anderen Bundesländern hat sich ein solches Netzwerk bereits bewährt. Die Fördermittel sind eine Anschubfinanzierung und stammen aus dem Landestitel „Verbesserungen der Mobilität“.

Kampagne „Europa in meiner Region“ in Malchin

Malchin – Im Rahmen der Kampagne „Europa in meiner Region“ hat sich Wirtschaftsminister Harry Glawe am Montag in Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) über die Erweiterung des Wasserwanderrastplatzes „Koester´s Eck“ informiert.

„Hier am Hafen können Anwohner, Besucher und Wassersportler unmittelbar erleben, wie der Einsatz europäischer Mittel für uns alle erlebbar wird. Die Erweiterung des Wasserwanderrastplatzes verbessert die touristische Infrastruktur der Region, verschönert das Stadtbild und verbreitert die Möglichkeiten für Aktivitäten am und auf dem Wasser. Das ist ein Gewinn für uns alle“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „Vielerorts ist in Mecklenburg-Vorpommern etwas entstanden, was ohne Unterstützung der EU nicht ermöglicht worden wäre. Die Staatengemeinschaft trägt auch entscheidend dazu bei, die Arbeits- und Lebensqualität im eigenen Land zu erhöhen.“

Der Wasserwanderrastplatz „Koesters Eck“ liegt rund 500 Meter vom Stadtzentrum (am Beginn der schiffbaren Peenewasserstraße) entfernt. Er ist im Jahre 2000 errichtet worden. In den letzten Jahren hat der Wasserwanderrastplatz eine große Bedeutung für die Verbindung der Müritz-Region mit dem Gebiet der Mecklenburgischen Schweiz und der Vorpommerschen Flusslandschaft bis hin zum Haff-Ostseeraum bekommen.

Das zeigt sich auch in den Besucherzahlen: Von Januar bis Juni diesen Jahres gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte knapp 409.000 Ankünfte (+8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und mehr als 1,3 Millionen Übernachtungen (+8,8 Prozent). „Der Wassersport als Freizeit- und Urlaubsgestaltung hat in den vergangenen Jahren immer mehr Freunde gefunden. Um stetig attraktive Angebote bereit zu halten, unterstützten wir die Städte und Gemeinden bei ihren Investitionen auch mit Hilfe der europäischen Fördermittel“, sagte Glawe.

Der Wasserwanderrastplatz ist im Zuge des Vorhabens auf 40 Liegeplätze ausgebaut worden. Zudem ist eine Verlängerung der Spundwand erfolgt sowie eine Promenade mit Sitzbänken, Infotafeln und Spielgeräten angelegt. Die Gesamtkosten der Erweiterung betragen knapp 1,3 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro.

„Der Ausbau der touristischen Infrastruktur bedeutet, die Tourismusbranche weiter zu stärken und das Land Mecklenburg-Vorpommern noch attraktiver für Besucher zu gestalten. Das ist auch ein Beitrag, lokale Produkte bekannter und heimische Dienstleistungen noch intensiver zu vermarkten“, sagte Glawe. Mit Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurden im Amtsbereich Malchin beispielsweise die Erweiterung der Betriebsstätte bei der Cargill Deutschland GmbH, die Errichtung eines Biomasseheizwerkes und der zweite Bauabschnitt des Radwanderweges von Neukalen nach Salem realisiert.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kampagne „Europa in meiner Region“ statt, die bundes- und europaweit durchgeführt wird. Damit soll aufgezeigt werden, wie Fördermittel der Europäischen Union eingesetzt werden und welchen Effekt diese haben. In Mecklenburg-Vorpommern kommen unter anderem die Investitions- und Strukturfonds „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und der „Europäische Sozialfonds“ (ESF) zum Einsatz. „Mit den Mitteln aus den europäischen Strukturfonds haben wir die Möglichkeit, in Mecklenburg-Vorpommern mehr Arbeitsplätze zu schaffen, Bildungschancen zu erhöhen, ländliche Gebiete zu schützen und mehr Infrastruktur anzubieten, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern“, sagte Glawe.

Der Einsatz des EFRE zielt schwerpunktmäßig darauf ab, den wirtschaftlichen Aufholprozess in Mecklenburg-Vorpommern durch Investitionen weiterzuführen. Von 2014 bis 2020 erhält Mecklenburg-Vorpommern 967,8 Millionen Euro aus dem EFRE. Die Fördermittel werden unter anderem für Investitionen zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, die Erschließung von Gewerbegebieten, den Ausbau wirtschaftsnaher und touristischer Infrastruktur, die Vermarktung Mecklenburg-Vorpommerns als Wirtschaftsstandort und Tourismusregion sowie für die Unterstützung von Projekten der Gesundheitswirtschaft eingesetzt.

Der ESF ist ein Finanzierungsinstrument für die Unterstützung von Beschäftigungsmaßnahmen in den Mitgliedstaaten. Gefördert werden wirtschaftliche und soziale Maßnahmen, die zur Verringerung der Armut, Stärkung der Bildung und Sicherung von Beschäftigung beitragen. Mecklenburg-Vorpommern stehen für die Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt rund 384,6 Millionen Euro aus dem ESF zur Verfügung.

Tourismus legt im ersten Halbjahr leicht zu

Schwerin – Unter schwierigen Bedingungen legt die Tourismusbranche im 1. Halbjahr 2017 noch einmal leicht zu und erreicht auch in den Sommermonaten Juli und August ein insgesamt gutes Ergebnis.

Laut aktuell veröffentlichter Zahlen des Statistischen Amtes wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern 11,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 0,9 Prozent mehr als im bislang stärksten Jahr 2016. Allerdings bleibt das Wachstum im Nordosten hinter dem für Deutschland ausgewiesenen Zugewinn von 3,2 Prozent bei Gästeübernachtungen zurück. Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Wir haben weiter Zuwächse bei Übernachtungen und Gästen. Die Entwicklung ist so, dass wir für das diesjährige erste Halbjahr sogar einen Übernachtungs- und Gästerekord vermelden können. Das ist – vor allem wegen der Sturmflut im Januar und auch dem ansonsten bislang eher durchwachsenen Wetter – ein insgesamt gutes Ergebnis. Touristische Rekorde sind keine Selbstverständlichkeiten. Ich halte es dennoch für realistisch, dass wir das bisherige Top-Ergebnis aus 2016 trotz der Wetterkapriolen in diesem Jahr halten beziehungsweise leicht verbessern. Jeder Zuwachs ist hart erarbeitet. Deshalb gilt mein Dank vor allem den Unternehmen, Touristikern, Gastronomen und Kommunen. Sie alle tragen zu einem tollen Aufenthalt im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern bei.“

Der Vorsitzende des Landestourismusverbandes, Wolfgang Waldmüller, ergänzte: „Die Branche hat die Herausforderungen im ersten Halbjahr und insbesondere im teils verregneten Sommer angenommen, sich robust, leistungsstark und flexibel gezeigt und damit ein insgesamt gutes Ergebnis erreicht. Vielerorts habe es einen höheren Aufwand bei der Organisation von Veranstaltungen, bei der Gästebetreuung und auch beim Management von Beschwerden gegeben, die bei schlechterem Wetter erfahrungsgemäß zunehmen würden“, erklärte Waldmüller. Von der mäßigen Witterung profitiert hätten hingegen Museen und Erlebniseinrichtungen, die teilweise starke Zuwächse vermelden.

Die Mecklenburgische Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz (+7,0 Prozent), Usedom (+2,2 Prozent) sowie das Vorpommersche Festland (+0,6 Prozent) stützen das Wachstum von Januar bis Juni. Leichte Rückgänge gab es an der Mecklenburgischen Ostseeküste (-0,2 Prozent), auf der Insel Rügen und in Westmecklenburg (jeweils -0,8 Prozent). Die signifikantesten Rückgänge muss die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst verkraften (-4,6 Prozent). Alle Städte des Urlaubslandes konnten wiederum Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen. Wismar liegt dabei mit einem Zuwachs von 15,2 Prozent an der Spitze. Auch die Hansestädte Greifswald (+9,2 Prozent), Stralsund (+2,7 Prozent) und Rostock (+2,2 Prozent) legten merklich zu. Die Landeshauptstadt (+2,4 Prozent) sowie die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg (+3,7 Prozent) verzeichneten ebenfalls positive Übernachtungszahlen.

Abgesehen von den Ferienunterkünften (-2,1 Prozent) bewegten sich im ersten Halbjahr alle statistisch erfassten Unterkunftsarten im positiven Bereich. Zulegen konnten insbesondere die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken (+2,9 Prozent), die Hotels (+1,8 Prozent) sowie die Campingplätze (+1,4 Prozent). Der Camping-Bereich wurde vor allem vom starken Juni-Ergebnis angetrieben, mit dem der Juni des Vorjahres um 17 Prozent übertroffen wurde. „Camping ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie der Ausbau einer modernen Infrastruktur mit der Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten vor Ort im Einklang steht. An vielen Plätzen im Land sind in den vergangenen Jahren hochmoderne Campingplätze in der Natur entstanden. Durch moderne Ausstattung und Infrastruktur können inzwischen auch Schlechtwetterphasen teilweise überbrückt werden. Die Branche hat sich erfolgreich wettbewerbsfähig aufgestellt“, betonte Wirtschafts- und Tourismusminister Glawe weiter.

Teils empfindliche Rückgänge muss Mecklenburg-Vorpommern bei Gästeübernachtungen aus dem Ausland verkraften. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 348.000 Übernachtungen von rund 140.000 Gästen verzeichnet – das sind 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Verluste sind unter anderem aus wichtigen Herkunftsländern wie den Niederlanden (-23,1 Prozent), der Schweiz (-5,1 Prozent) und Österreich (-2,7 Prozent) zu verzeichnen. „Das Potenzial aus dem Ausland ist nach wie vor groß. Wir müssen mit langem Atem in die Bekanntheit und in gute Anreiseverbindungen investieren, dann wird sich der internationale Tourismus langfristig positiv entwickeln. Mit dem Engagement beim 50. Suisse Caravan Salon in Bern, bei dem Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr als Partnerland auftritt, wollen wir noch im Herbst ein Zeichen setzen“, erklärte Wolfgang Waldmüller.

Statistische Zahlen für die Sommermonate Juli und August liegen noch nicht vor, jedoch weist eine aktuelle Umfrage des Landestourismusverbandes unter rund 200 Quartiersanbietern auf einen insgesamt zufriedenstellenden Verlauf der Sommersaison hin: Rund 38 Prozent der Befragten gaben an, während der Sommerferien eine Auslastung der Zimmer beziehungsweise Stellplätze von 90 oder mehr Prozent erreicht zu haben. Rund 40 Prozent schafften eine Auslastung zwischen 75 und 90 Prozent; weitere knapp zwölf Prozent lagen zwischen 50 und 75 Prozent. An der Ostseeküste, auf den Inseln und Halbinseln war die Auslastung dabei etwas höher als im Landesinneren. Eine Reihe von Unternehmen beklagte jedoch den im Vergleich zu den Vorjahren spürbaren Rückgang spontan anreisender Gäste, wodurch einige Betten frei blieben. Auch in Quartieren in Lagen abseits der Küste wurden zum Teil weniger Gäste und Übernachtungen gezählt.

Insgesamt lag die Auslastung im Sommer der Umfrage zufolge etwas unter der des Vorjahres (2016: 84,1; 2017: 82,7 Prozent). 8,0 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, besser als im gleichen Zeitraum 2016 gebucht gewesen zu sein; jedoch konstatierten 44 Prozent im Vergleich zu 2016 eine geringere Nachfrage. Ab Mitte des Monats August sank in vielen Betrieben die Auslastung etwas, da in einer Reihe von Bundesländern die Sommerferien endeten.

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Umfrage rechnet der Tourismusverband für die Monate Juli und August mit mehr als zwei Millionen Übernachtungsgästen und mehr als zehn Millionen Übernachtungen in den größeren, für die Statistik relevanten Übernachtungsbetrieben. Im Jahr 2016 wurden in den beiden Sommermonaten 10,5 Millionen Übernachtungen von mehr als zwei Millionen Gästen verbucht. Die Werte des Vorjahres werden durch das Ausbleiben von Spontanbuchern jedoch voraussichtlich nicht ganz erreicht.

Die aktuell unsichere Lage in anderen Reiseregionen hat die Nachfrage nur teilweise verstärkt. Knapp 14 Prozent der Befragten verspürten einen entsprechenden Effekt. Hingegen sehen 56 Prozent und damit die meisten der Umfrageteilnehmer aufgrund des Unsicherheitsfaktors keine Auswirkungen. „In einem schweren Wettbewerbsumfeld mit vielen Optionen für sehr bewegliche Reisende ist das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern weiter gut positioniert. Urlaub im eigenen Land und sichere Reiseziele stehen gut im Kurs. Wir wollen und müssen von unseren Stärken profitieren und nicht von den Schwächen anderer“, sagte Wolfgang Waldmüller.

Stärker als die weltweiten Krisen wirkte sich offenbar das zwischenzeitlich durchwachsene Wetter auf das Sommergeschäft aus. Rund 77 Prozent der Betriebe gaben an, dass Gäste kurzfristig abreisten, rund 75 Prozent bemerkten weniger kurzfristige Buchungen, und rund 37 Prozent verspürten eine Nachfrage nach wetterunabhängigen Freizeitangeboten. Nur auf knapp 17 Prozent der befragten Unternehmen wirkte sich das Wetter nicht nennenswert aus.

Dazu erläuterte Minister Glawe: „Es zeigt sich einmal mehr, dass das Angebotspaket vor Ort stimmen muss. Neben Unterkünften wird das ‚Drum-Herum‘ in einer Region gerade bei unstetigem Wetter immer wichtiger. Hierzu zählen vor allem saisonunabhängige Angebote: Wellness-Angebote in Hotels, abwechslungsreiche Freizeiteinrichtungen, moderne Sportanlagen oder auch Zoos mit ideenreichen Innovationen und Attraktionen. Wir müssen noch stärker ganzjährig attraktiv sein, damit mehr Kurzentschlossene und Spontanurlauber unser Land besuchen – egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Deshalb werden wir weiter saisonunabhängige Angebote unterstützen. Das Wetter können wir nicht planen, aber den Aufenthalt durch abwechslungsreiche Angebote so unvergesslich wie möglich in Mecklenburg-Vorpommern machen.“

Besonders die Museen und Erlebniseinrichtungen profitierten in der Saison vom wechselhaften Wetter. So strömten allein am 25. Juli 14.000 Besucher in Ozeaneum und Meeresmuseum in Stralsund – der meist besuchte Tag seit der Eröffnung des Ozeaneums. Ähnliche Auswirkungen der Wettersituation waren im Warener Müritzeum zu verspüren. An Regentagen kamen dreimal so viele Besucher wie sonst üblich. Im Wismarer Badeparadies Wonnemar gab es im Juli 45.600 Besucher, was unter anderem einen erhöhten Personaleinsatz nach sich zog.

Mit abwechslungsreichen Programmideen lockten unabhängig vom Wetter auch in der Saison 2017 viele Open-Air-Veranstaltungen Besucher an. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern vermeldeten zur Halbzeit des Festivals 41.000 verkaufte Tickets, wesentlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2016. 45 Veranstaltungen waren komplett ausverkauft.

Zufrieden mit der noch laufenden Spielsaison ist auch die Vorpommersche Landesbühne. Intendant Wolfgang Bordel: „Wenn man die Augen schließt, klingt Regen wie Applaus – und von beidem hatten wir in diesem Jahr reichlich.“ Die drei Neuproduktionen mit insgesamt an die 90 Vorstellungen von „In Sachen Adam & Eva“ auf der Schlossinsel Wolgast, über „Die Spelunke am Donnerberg“ im Barther Theater Garten bis hin „Vineta – Das Vermächtnis der Wasserfrauen“ in Zinnowitz wurden von den Premieren an vom Publikum angenommen. Aufgrund des wechselhaften Wetters mit viel Starkregen mussten bislang neun Aufführungen abgesagt werden. Insgesamt rechnet die Vorpommersche Landesbühne in dieser Open-Air-Saison mit mehr als 41.000 Zuschauern.

Die Schlossfestspiele Schwerin 2017 des Mecklenburgischen Staatstheaters verzeichneten nach der letzten Aufführung von „West Side Story“ mehr als 32.000 Besucher der insgesamt 24 Vorstellungen. „Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir den Kartenverkauf um mehr als 20 Prozent steigern“, erklärte Lars Tietje, der Generalintendant und Geschäftsführer des Mecklenburgischen Staatstheaters. Die Klassikertage Wismar zählten zu den Aufführungen von „Jedermann“ und „Faust“ in St. Georgen rund 6.200 Besucher und blieben damit nur knapp unter den Zahlen von 2016.

Wirtschaftsminister Glawe machte abschließend auf die Herausforderungen im Tourismus aufmerksam. „Der Tourismus ist ein enormer Wirtschaftsfaktor in unserem Land. Mit der neuen Tourismuskonzeption wollen wir weiter die strategischen Weichen hierfür stellen. Wir wollen gemeinsam aufzeigen, wie der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Themenbereiche sind darüber hinaus das Tourismusbewusstsein, die Infrastruktur und Mobilität, der touristische Arbeitsmarkt sowie Qualitätsmanagement und Innovation. Ebenso werden Fragen der Ausstattung und Finanzierung berücksichtigt“, erläuterte Glawe. Die Landestourismuskonzeption soll im Herbst vorgestellt werden. Rund 131.000 Beschäftigte sind in den Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben tätig. Die touristische Wertschöpfung liegt bei 4,1 Milliarden Euro und bildet damit zwölf Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern ab.

Die positiven Ankünfte und Übernachtungen täuschen auch laut Wolfgang Waldmüller nicht darüber hinweg, dass es noch eine Menge im Tourismus zu tun gibt. „Wir sind insgesamt noch in einer guten Situation, und wir haben auch ganz aktuell viele gute Beispiele für Qualitätstourismus – zum Beispiel das Dock-inn-Hostel in Rostock, die Planungen für die Erweiterung des Deutschen Meeresmuseums, die Verknüpfung von Kurtaxe und ÖPNV in der Mecklenburgischen Seenplatte, die vom Land geförderten Netzwerke im ländlichen Raum oder das Projekt zum Gesundheitstourismus.“ Zugleich müssten die Signale der Sättigung und zum Teil des Rückgangs in Branche und Politik insgesamt noch ernster genommen werden. „Wir dürfen uns nicht an die Situation gewöhnen, dass andere Regionen innovativer sind, uns in wichtigen Bereichen den Rang ablaufen. Über das, was wir von der Schlüsselwirtschaft Tourismus in Zukunft erwarten und was wir leisten müssen, um die Erwartung erfüllt zu bekommen, müssen wir im Land noch offener und offensiver diskutieren. Im Umfeld der neuen Landestourismuskonzeption bieten sich dazu viele gute Gelegenheiten“, sagte Wolfgang Waldmüller.