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Tag: 11. Juni 2026

Hitzeaktionstag: Neue Wege für besseren Schutz vulnerabler Gruppen

Schwerin – Anlässlich des heutigen bundesweiten Hitzeaktionstages hat Gesundheits- und Sozialministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines wirksamen Hitzeschutzes für die Bevölkerung hervorgehoben. „Der Klimawandel ist längst auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Längere Hitzeperioden, zunehmende Extremwetterereignisse und neue Infektionskrankheiten wirken sich immer stärker auch auf die Gesundheit der Menschen hier im Land aus. Darauf müssen wir uns gemeinsam einstellen“, erklärte Drese.

Die Ministerin betonte, dass Hitzewellen insbesondere für vulnerable Gruppen wie ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte, die schwer körperlich arbeiten, eine hohe gesundheitliche Belastung darstellen. „Bei älteren Menschen etwa, die kaum mehr ein Durstgefühl haben, können langanhaltend warme Tage verhältnismäßig schnell zu einer gefährlichen Dehydrierung führen. Die Medikamente von chronisch Kranken können die Wärmeregulierung des Körpers verändern und kleine Kinder oder Pflegebedürftige reagieren häufig empfindlicher auf hohe Raumtemperaturen. Deshalb ist Hitzeschutz für uns vor allem Gesundheitsschutz“, sagte Drese.

Mecklenburg-Vorpommern verfolge daher seit mehreren Jahren einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzansatz, der auf Prävention, Vernetzung, konkrete Hilfsangebote und Best Practices setzt. „Wir wollen das Thema außerdem stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken, Akteure miteinander vernetzen und vor allem die Lebens- und Lernumfelder vulnerabler Gruppen hitzeresilienter machen: von Pflegeeinrichtungen über Krankenhäuser bis hin zu Kitas und Schulen“, betonte die Ministerin

Ein wichtiger Baustein ist dabei der landesweite „Gesundheitsbezogene Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“, den das Sozialministerium vor rund einem Jahr veröffentlicht hat. Dieser bündelt Informationen zu gesundheitlichen Risiken extremer Hitze und enthält zahlreiche Empfehlungen für Einrichtungen und Verantwortliche vor Ort. MV ist dabei nur eines von fünf Bundesländern, das einen solchen Plan bereits erarbeitet hat. „Uns war es wichtig, damit eine praxisnahe Grundlage zu schaffen mit strategischen Ansätzen für die Zukunft aber eben auch mit einfachen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen“, so Drese.

Dazu gehören zum Beispiel auch spezielle Aufkleber, die bei einer Raumtemperatur von 28 Grad Celsius ihre Farbe verändern und bei den Gesundheitsämtern im Land erhältlich sind. „Das ist ein Beispiel für eine niedrigschwellige Möglichkeit, auf kritische Innentemperaturen aufmerksam zu machen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, etwa bei Pflegebedürftigen“, erklärte sie.

MV habe zudem zuletzt auch rechtliche Änderungen angestoßen, um vulnerable Gruppen besser zu schützen. Durch eine Änderung des Landeskrankenhausgesetzes können Krankenhäuser Investitionsmittel nun auch gezielt für Maßnahmen im Bereich Hitzeschutz einsetzen. Für Pflegeeinrichtungen sind Schutzkonzepte außerdem inzwischen verpflichtend.

„Ganz wichtig ist mir aber auch zu betonen, dass jede und jeder etwas tun kann, um vulnerable Gruppen zu schützen. Bieten Sie älteren Nachbarn an, an besonders heißen Tagen die Erledigungen zu übernehmen. Rufen Sie bei pflegebedürftigen Personen einmal mehr an und erkundigen Sie sich, ob alles in Ordnung ist. Und helfen Sie vielleicht schon im Vorfeld dabei zu klären, ob verordnete Medikamente bei Hitze anders dosiert werden müssen“, so die Ministerin.

Gut leben auf dem Land: Dabelow nimmt die Zukunft selbst in die Hand

Dabelow – Füreinander da sein, gemeinsam Energie nutzen und den Kirchplatz der Buttelkirche als Ort der Begegnung weiter aufwerten – engagierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Dabelow haben große Ideen für ihr Dorf. Am vergangenen Dienstag fand die dritte und abschließende Veranstaltung der Workshop-Reihe Dorfklima.Werkstatt. statt. Herausgekommen sind drei sogenannte Dorfklima.Pläne mit klaren Zuständigkeiten und nächsten Schritten wie es weitergehen kann – erarbeitet von den Einwohnerinnen und Einwohnern selbst.

In Dabelow stellen sich die Menschen eine einfache, aber grundlegende Frage: Wie wollen wir hier leben? Gut versorgt mit Energie, füreinander da, wenn jemand Hilfe braucht, mit Orten, an denen man sich begegnen kann – also ganz konkrete Lebensqualität im ländlichen Raum. Die Dorfklima.Werkstatt. hat den Rahmen gegeben, diese Frage gemeinsam strukturiert anzugehen – egal ob frisch zugezogen oder alteingesessen. „Uns beschäftigt schon lange, was wir noch mehr für unser Dorf tun können – und für die Menschen, die hier leben. Jetzt packen wir es gemeinsam an“, so Franz Foltz, der im Dabelower Dorfverein „De Dör“ aktiv ist.

Das Herzstück der drei Pläne ist vielleicht das unscheinbarste: Unter dem Titel „Komm mit“ wollen Dabelower und Dabelowerinnen herausfinden, wo Menschen im Dorf Unterstützung brauchen – ob bei der Mobilität oder im Alltag. Denn Fürsorge füreinander braucht vor allem aufmerksame Nachbarinnen und Nachbarn. Wie das konkret aussehen soll, erarbeitet die Gruppe gemeinsam – nah an den Menschen, die im Dorf leben.

Auch beim Thema Energie denkt Dabelow gemeinschaftlich: Eine Arbeitsgruppe informiert sich über die Möglichkeiten einer Energiegenossenschaft – also darüber, wie sich das Dorf einer bestehenden Struktur anschließen könnte, um günstiger und unabhängiger mit Strom versorgt zu werden: „Wir wollen, dass alle im Dorf von günstiger, sauberer Energie profitieren. Und wir möchten gern teilautark werden,“ so Kerstin Nolte, die im Dorf lebt und als Physikerin ein besonderes Interesse an diesen Fragen mitbringt.

Die dritte Arbeitsgruppe nimmt sich den Kirchplatz der Buttelkirche vor: Er soll als Ort der Begegnung aufgewertet werden – ein schöner Rastplatz für Radfahrende und Wanderer, aber auch ein Treffpunkt für die Dabelower selbst. Wie genau, das klärt die Dorfgemeinschaft gerade in Ruhe miteinander.

„Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen in Dabelow etwas bewegen wollen. Jetzt geht es darum, das offen ins Dorf zu tragen – damit alle wissen, was hier entsteht, und alle mitmachen können, die Lust haben,“ so Dirk Nolte.

Dabelow ist eine von zehn Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, die an der Dorfklima.Werkstatt. teilnehmen. Was das Format auszeichnet: Alle Projekte werden von den Einwohnerinnen und Einwohnern selbst entwickelt und für alle Vorhaben wird direkt benannt, wer wofür verantwortlich ist. So gehen die Pläne schnell und verlässlich in die Umsetzung. Die nächsten Schritte sind bereits im vollen Gang.

Hintergrund: Dorfklima.Werkstatt. – Ein Format, um das Dorf gemeinsam voranzubringen

Das Format Dorfklima.Werkstatt ist ein Angebot des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Dörfer, die direkt vor Ort etwas für den Klimaschutz oder die Anpassung an die Folgen des Klimawandels tun möchten. In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe werden mit Unterstützung professioneller Moderatoren neue Ideen für eine zukunftssichere Gemeinde entwickelt oder bestehende Ideen vertieft. Ziel ist es, einen konkreten Plan und machbare nächste Schritte auf den Weg zu bringen.

MV tut was. Klimaschutz vor Ort

Die Dorfklima.Werkstatt. ist Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. Das Programm versteht Klimaschutz als Chance für Beteiligung, für Zusammenhalt und für regionale Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel des zweijährigen Programms von März 2025 bis Februar 2027 ist es, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, den Nutzen von Klimaschutz konkret vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen, Kommunen sowie jungen Menschen Klimaschutzprojekte anzustoßen.

Das Programm MV tut was Klimaschutz vor Ort. wird ermöglicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und umgesetzt durch ein regionales Partnerkonsortium in Kooperation mit der Initiative Zukunftshandeln MV.

Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was