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Tag: 3. Juni 2026

Landtag in M-V beschließt Klimaverträglichkeitsgesetz

Schwerin – Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat heute das Klimaverträglichkeitsgesetz beschlossen. Damit erhält das Land erstmals einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung. Ziel ist es, Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2045 klimaneutral aufzustellen und die Folgen des Klimawandels wirksam zu begrenzen.

„Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Er verändert bereits heute unsere Küsten, unsere Wälder, unsere Landwirtschaft und unsere Lebensbedingungen. Mit dem Klimaverträglichkeitsgesetz schaffen wir einen verlässlichen Rahmen, um unser Land zukunftssicher aufzustellen und die Lebensqualität auch für kommende Generationen zu erhalten“, erklärte Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus.

Deutschland stößt derzeit noch rund 650 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr aus. Auf Mecklenburg-Vorpommern entfallen davon rund 18 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das Gesetz schafft erstmals einen verbindlichen Rahmen, um diese Emissionen schrittweise zu senken und gleichzeitig die Folgen des Klimawandels wirksam zu begrenzen.

Das Gesetz verankert die Klimaneutralität bis 2045 erstmals gesetzlich und legt verbindliche Zwischenziele fest: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 26 Prozent, bis 2035 um 53 Prozent und bis 2040 um 78 Prozent reduziert werden. Grundlage dafür sind wissenschaftlich erarbeitete Zielpfade für alle relevanten Emissionssektoren.

Zugleich verpflichtet das Gesetz die Landesregierung zur Erarbeitung eines Klimaschutzplans mit konkreten Maßnahmen und Meilensteinen. Darüber hinaus werden die Klimaanpassungsstrategie des Landes, die Fachstelle für Klimawandel und Klimaanpassung sowie Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte für Landkreise und größere Städte gesetzlich verankert.

„Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen. Wir müssen Emissionen senken, aber wir müssen uns gleichzeitig auf häufigere Hitzewellen, längere Trockenperioden, Starkregenereignisse und den steigenden Meeresspiegel einstellen. Beides ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für unser Land“, sagte Backhaus.

Eine besondere Rolle kommt dabei den Mooren zu. Entwässerte Moorböden verursachen rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen Mecklenburg-Vorpommerns und stellen damit die größte Einzelquelle klimaschädlicher Emissionen im Land dar. Das Gesetz stellt deshalb klar, dass dem Moorschutz ein überragendes öffentliches Interesse zukommt und das Land auf eine Beendigung der Moorentwässerung bis 2045 hinwirkt.

Backhaus betonte, dass der Gesetzentwurf im Zuge eines umfassenden Beteiligungsverfahrens weiterentwickelt wurde. Hinweise aus Landwirtschaft, Kommunen, Eigentümerschaft und Umweltverbänden seien in die aktuelle Fassung eingeflossen.

„Wir machen Klimaschutz mit klaren Aussagen und verbindlichen Zielen. Aber wir machen ihn mit Augenmaß. Klimaschutz darf nicht gegen die Menschen organisiert werden, sondern nur gemeinsam mit ihnen. Deshalb setzen wir auf Freiwilligkeit, auf Augenhöhe mit den Bodeneigentümern, den Landwirten und den Kommunen. Das zeigt: Wir machen Politik nicht mit der Brechstange, sondern mit den Menschen. Das ist ökonomisch, ökologisch und sozial das Prinzip der Vernunft.“

Der Minister verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern bereits heute eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnimmt. So stammen 87,7 Prozent der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Das Land produziert inzwischen nahezu dreimal so viel erneuerbaren Strom, wie es selbst verbraucht.

Auch beim Moorschutz gehört Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zu den Vorreitern. Seit 1991 wurden rund 400 Moorschutzprojekte umgesetzt und etwa 34.000 Hektar Moorflächen wiedervernässt oder in ihrer hydrologischen Funktion verbessert. Allein über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz konnten rund 150 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel für Moor-, Küsten- und Naturschutzprojekte nach Mecklenburg-Vorpommern geholt werden.

Zur Unterstützung der Landnutzer wurden umfangreiche Beratungs- und Förderstrukturen aufgebaut. Mit der bundesweiten Paludi-Richtlinie stehen erstmals 1,75 Milliarden Euro für die Umstellung auf eine nasse Moorbewirtschaftung zur Verfügung. Mecklenburg-Vorpommern hat darüber hinaus als erstes Bundesland eine eigene Mooragentur eingerichtet.

Auch die Kommunen werden mit den Herausforderungen der Klimaanpassung nicht allein gelassen. Das Gesetz schafft die Grundlage für kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepte und stärkt die Unterstützung bei den Themen Hitzevorsorge, Starkregen, Dürre und Küstenschutz.

„Klimaschutz ist keine Belastung, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die Schäden des Klimawandels verursachen bereits heute erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Wer heute handelt, schützt Klima und Umwelt, stärkt zugleich aber auch Wirtschaft, Landwirtschaft, Kommunen und die Daseinsvorsorge. Unser Weg ist klar: ambitionierte Ziele, verbindliches Handeln und die feste Überzeugung, dass die Transformation nur gemeinsam mit den Menschen im Land gelingen kann.“

Schwesig: „Pütter“ zu sein, ist etwas Besonderes

Parchim – Die Stadt Parchim kann auf eine lange Tradition blicken, die auf das Jahr 1226 zurückgeht, als ihr das Stadtrecht verliehen wurde. „Ich gratuliere im Namen der Landesregierung zu 800 Jahren Stadt Parchim. Bei jedem Besuch habe ich den Eindruck, dass diese Stadt von einem starken Heimatgefühl und Heimatstolz geprägt ist. „Pütter“ zu sein, ist etwas Besonderes“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrer Festrede. Sie griff dabei den liebevollen plattdeutschen Namen „Pütt“ für Pfütze auf, der auf den Parchimer Wockersee abzielt und in der Region weit verbreitet ist.

Die Ministerpräsidentin würdigte die Entwicklung der Stadt Parchim seit der deutschen Einheit: „Unser Land hat sich enorm entwickelt: wirtschaftlich, touristisch, kulturell. Dafür steht auch die Traditionsstadt Parchim.“

Die Altstadt habe durch großflächige Sanierung Flair bekommen, der Einheimischen guttut und Gäste anzieht. Beispielhaft verwies sie auf die Umgestaltung der östlichen Altstadt und des Wassergangs, die durch Landesmittel ermöglicht wurde. Weitere Bauprojekte seien geplant. „Vier Erschließungs- und Vorbereitungsmaßnahmen wollen wir in diesem Jahr in die Städtebauförderung aufnehmen, darunter die Erneuerung der Mühlenstraße und des Fischerdamms“, so Schwesig. Die Stadt investiere ebenfalls in ihre Entwicklung, wie bei der Erneuerung des Brunnens auf dem Schuhmarkt.

Die liebevolle Gestaltung vieler Gebäude zeige außerdem, wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt und ihre Häuser mögen und wertschätzen. Sie erinnerte auch an den Erhalt der Mühle: „Sie ist heute als Kulturmühle ein neuer Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Parchim: barrierefrei und generationenübergreifend. Die Stadt, der Landkreis und das Land haben dabei an einem Strang gezogen und den Bau gemeinsam gefördert.“

„800 Jahre Parchim bringt Menschen zusammen. Ganz viele bringen sich ein. Ich will mich bei allen Ehrenamtlichen, bei allen Engagierten in Parchim ganz herzlich für ihren Einsatz bedanken. Für dieses Jubiläum ebenso wie im normalen Alltag. Bewahren Sie sich diesen Zusammenhalt!“, betonte die Regierungschefin.

MitMachZentralen werden zu Freiwilligenagenturen

Weg frei für mehr Dienstleistung und Unterstützung für das Ehrenamt in M-V

Schwerin – Die acht Mitmachzentralen (MMZ) in Mecklenburg-Vorpommern tragen ab sofort den Namenszusatz „Freiwilligenagentur“ und schließen sich damit einer bundesweit etablierten Struktur zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements an. Damit ist auch die Mitgliedschaft in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) verbunden. Das gab Sozialministerien Stefanie Drese heute anlässlich eines Treffens zum Übergang der MMZ zu Freiwilligenagenturen in Schwerin bekannt.

Drese betonte, dass der Kern der Arbeit der MMZ bestehen bleibt: „Sie beraten, vermitteln, vernetzen und unterstützen Menschen auf ihrem Weg ins Ehrenamt. Mit dem Übergang zu Freiwilligenagenturen rücken wir diesen Dienstleistungs- und Unterstützungsgedanken noch stärker in den Mittelpunkt, entwickeln die Mitmachzentralen aber auch weiter.“

So profitieren die MMZ durch die Eingliederung in die Netzwerke der Freiwilligenagenturen vor allem von einer stärkeren bundesweiten Zusammenarbeit, von hochwertigen Fortbildungs- und Fördermöglichkeiten und von Expertise, zu der sie bisher keinen Zugang hatten. „Das trägt zur weiteren Professionalisierung unserer Strukturen bei und stärkt die so wichtige Arbeit unserer MMZ“, hob die Ministerin hervor.

Sie zeigte sich dankbar, dass die MMZs seit ihrer Gründung nicht nur hervorragend etabliert, sondern auch eine Funktion übernommen haben, die gesellschaftlich immer wichtiger wird: Ehrenamt und interessierte zusammenbringen. „Vom Fußballverein über das Klöncafé, von der Freiwilliger Feuerwehr bis zu kulturellen Angeboten: Alles, was unser gesellschaftliches Leben bunt macht, was zusammenbringt und Spaltung entgegenwirkt, gelingt nur durch das Ehrenamt. Was Ehrenamt für eine Gesellschaft leistet, ist nicht zu unterschätzen“, so Drese.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Einbettung der MMZs in das Netz der Freiwilligenagenturen sei deshalb auch die damit möglich gewordene Anbindung an das Engagementportal der Aktion Mensch, Deutschlands größter Plattform zur Vermittlung von freiwilligem Engagement. Wir bauen damit ein Landesportal für das Ehrenamt in MV auf“, verdeutlichte Drese.

„Menschen, die sich engagieren möchten, finden dort auch digital passgenaue Angebote nach Interessen, Zeitumfang oder Region. Gleichzeitig erhalten Vereine und Organisationen die Möglichkeit, ihre Angebote einer wesentlich größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Das schafft neue Chancen für das Ehrenamt in unserem Land und erhöht die Reichweite unserer Engagementlandschaft erheblich“, erklärte Drese.

Vereine können sich bereits jetzt für das neue Portal registrieren. Entsprechende Anleitungen stellt das Sozialministerium auf seiner Seite bereit, aber auch die MitMachZentralen helfen gern.

Änderung des Landesjagdgesetzes M-V beschlossen

Schwerin – Der Landtag MV hat heute in zweiter Lesung der Änderung des Landesjagdgesetzes zugestimmt. Vordringliches Ziel der Novelle sei es, schadstiftende Wölfe rechtssicher und gerichtsfest entnehmen zu können, erklärt der für die Jagd zuständige Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus:

„Die Wiederbesiedlung Deutschlands durch den Wolf ist ein Erfolg des Artenschutzes. Dazu stehe ich als zuständiger Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns. Im Jahr 2000 wurde das erste Wolfsrudel in Deutschland bestätigt, in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2006. Im Monitoringjahr 2024/2025 hatten wir laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes 219 Rudel, 44 Paare und 14 territoriale Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen.

Mit der steigenden Zahl an Wölfen hat auch die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere zugenommen. Zuletzt hatten wir deutschlandweit jährlich mehr als 1.000 Übergriffe auf Nutztiere, die dem Wolf zuzuordnen waren. Dabei wurden weit über 4.000 Weidetiere getötet oder verletzt. Schafe und Ziege sind dabei mit rund 90 % die am stärksten betroffenen Nutztierarten. Aber auch große Nutztiere wie Rinder und Pferde werden zunehmend von Wölfen angegriffen.

Kernanliegen unserer Anstrengungen muss es daher sein, die Übergriffe auf Nutztierhaltungen zu minimieren. Dabei dürfen wir aber den erreichten günstigen Erhaltungszustand der Art Wolf nicht außer Acht lassen und somit leichtfertig aufs Spiel setzen, weshalb der Aufstellung und Einhaltung von Managementplänen eine große Bedeutung zukommt. Deutschland hatte im Juli vergangenen Jahres gegenüber der Europäischen Kommission für die biogeographische Regionen kontinental der Europäischen Union, in der sich Mecklenburg-Vorpommern vollständig befindet, einen guten Erhaltungszustand für den Wolf gemeldet.

Im geänderten Bundesjagdgesetz ist die Regelung vorgesehen, dass im Falle des günstigen Erhaltungszustands und bei Vorliegen eines Managementplanes der zuständigen Behörde die Bejagung des Wolfes während der Jagdzeit erfolgen darf. Das Landesjagdgesetz für Mecklenburg-Vorpommern bestimmt die Landkreise und kreisfreien Städte als zuständige Behörde. Somit müsste jede einzelne untere Jagdbehörde für ihr Gebiet einen Managementplan verabschieden. Das ist für sie weder leistbar noch fachlich sinnvoll.

Zielführend ist daher, durch die Änderung des Landesjagdgesetzes die oberste Jagdbehörde für die Erstellung eines landesweiten Managementplans zu bestimmen. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt als oberste Jagdbehörde ist die geeignetste Stelle, im Zusammenwirken mit Verbänden- und Behördenver­tretungen in der AG Wolf den landesweiten Managementplan aufzustellen, der dann vor Ort regional-spezifisch angewendet werden kann. Das heißt, das Ministerium übernimmt zentral die Verantwortung in MV“, so Backhaus abschließend.

Regionale Schule „Windland“ Altenkirchen ist Energiesparmeister 2026

Insel Rügen – Der Titel „Energiesparmeister 2026″ für das beste Klimaschutzprojekt aus Mecklenburg-Vorpommern geht an die Regionale Schule „Windland“ in Altenkirchen auf Rügen. Die Schule überzeugte die Jury mit ihrem vielschichtigen Engagement, das Umweltbildung, regionalen Naturschutz und kreative Medienprojekte miteinander verbindet. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) übernimmt erneut die Landespatenschaft für den Wettbewerb – in diesem Jahr erstmals über ihr Beratungsangebot für Unternehmen MVeffizient.

Ein zentrales Projekt der Schule sind die jährlichen Küstenputzaktionen auf der Halbinsel Wittow. Schülerinnen und Schüler sammeln entlang von rund 30 Kilometern Küstenlinie Meeresmüll, dokumentieren die Funde und werten die Ergebnisse über mehrere Jahre aus. So entsteht ein belastbares Monitoring, das den Schülerinnen und Schülern gleichzeitig den eigenen Einfluss auf die Umwelt vor Augen führt.

Ergänzt wird das Engagement durch Projektwochen und Regionalberatungen zu Nachhaltigkeitsthemen sowie durch ein Netzwerk mit regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Naturschutz und Kultur.

In Kooperation mit der Medienwerkstatt Stralsund produzieren die Schülerinnen und Schüler außerdem eigene Kurzfilme zu Themen wie Meeresverschmutzung, Fischerei und der Geschichte der Region rund um Kap Arkona. Von der Recherche über das Drehbuch bis zur Schauspielarbeit und Postproduktion durchlaufen sie dabei den gesamten filmischen Prozess. Die fertigen Produktionen sind über den YouTube-Kanal „Der Schülerspiegel von Wittow“ öffentlich zugänglich.

Weitere sichtbare Elemente der Nachhaltigkeitsarbeit sind auf dem Schulgelände zu finden: Selbstgebaute Niststätten für Mauersegler, Kräuterspiralen und Infotafeln zu heimischen Pflanzen und Tieren zeigen, dass Klimaschutz auch im Schulalltag gelebt wird.

Als Landessieger erhält die Regionale Schule „Windland“ Altenkirchen ein Preisgeld von 2.500 Euro sowie die Landespatenschaft durch MVeffizient, das Beratungsangebot der LEKA MV zur Energieeffizienz für Unternehmen. Die LEKA MV begleitet den Energiesparmeister-Wettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern seit vielen Jahren als enge Unterstützerin; 2026 wird dieser Beitrag erstmals über MVeffizient fortgeführt.

MVeffizient bringt seine Erfahrung aus der praktischen Energieeffizienzberatung im Anschluss an den Wettbewerb ein. Nach der Auswahl des Landessiegers unterstützen die Technischen Berater die ausgezeichnete Schule auf Wunsch bei der Analyse von Energieverbräuchen und der Identifikation von Einsparpotenzialen.

„Die Schülerinnen und Schüler aus Altenkirchen leben Klimaschutz und Ressourcenschonung jeden Tag – und zwar direkt vor Ort“, sagt Gunnar Wobig, Geschäftsführer der LEKA MV. „So verbinden sie Bildung und Nachhaltigkeit für eine bessere Zukunft auf eindrucksvolle Weise. Meinen Glückwunsch den neuen Energiesparmeistern!“

„Schulen wie die Regionale Schule ‚Windland‘ in Altenkirchen zeigen, wie Klimaschutz und Bildung Hand in Hand gehen können. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich nicht nur im Unterricht mit Umweltfragen – sie handeln. Ob bei den Küstenputzaktionen auf Wittow oder bei der Produktion eigener Kurzfilme zu Meeresverschmutzung und Fischerei: Hier wächst eine Generation heran, die Verantwortung für unsere Küsten und unsere Zukunft übernimmt. Ich gratuliere herzlich zum Titel ‚Energiesparmeister Mecklenburg-Vorpommern 2026‘“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern.

Ab sofort kann unter www.energiesparmeister.de/voting für die Regionale Schule „Windland“ Altenkirchen abgestimmt werden. Die Schule tritt gegen 15 weitere Landessieger aus ganz Deutschland an. Der Landessieger mit den meisten Stimmen wird Bundessieger und erhält ein zusätzliches Preisgeld von 2.500 Euro. Das Voting läuft bis zum 17. Juni 2026. Die feierliche Preisverleihung findet am 26. Juni 2026 im Bundesumweltministerium in Berlin statt. Bundesweit haben sich in diesem Jahr mehr als 55.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte am Wettbewerb beteiligt – ein neuer Rekord.

Der Energiesparmeister-Wettbewerb (www.energiesparmeister.de) ist eine Aktion von co2online, unterstützt durch das Projekt „Online-Klimaschutzberatung für Deutschland“ und gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. co2online realisiert den Schulwettbewerb zum 18. Mal in Folge und vergibt jedes Jahr Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro an engagierte Schulen.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) steht für Klimaschutz, der wirkt. Mehr als 50 Energie- und Kommunikationsexperten machen sich seit 2003 stark dafür, den Strom- und Heizenergieverbrauch in privaten Haushalten auf ein Minimum zu senken. Unterstützt wird co2online unter anderem vom Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt sowie von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LEKA MV) wurde 2016 gegründet und ist mit den drei Standorten Stralsund, Schwerin und Neustrelitz landesweit aktiv. Als landeseigene Einrichtung berät die LEKA MV Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte kostenlos und neutral in allen Fragen der Energieeffizienz und der Energiewende. Darüber hinaus vernetzt die LEKA MV in eigenen Schulungen und Veranstaltungen die landesweiten Akteure der Energiewende, vermittelt Wissen an Entscheidungsträger und berät zu Fördermöglichkeiten. Weitere Informationen unter www.leka-mv.de.

Zukunftsplan Kita im Landtag M-V vorgestellt

Schwesig: Wir sorgen für gute Kitas und Beschäftigungssicherheit

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute im Landtag den in der vergangenen Woche verabredeten Zukunftsplan Kita vorgestellt. „In einer ersten Stufe wird das Fachkraft-Kind-Verhältnis in der Krippe zum 1. Januar 2027 von 1 zu 6 auf 1 zu 5 abgesenkt. Ab August 2027 sinkt dann das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Hort auf 1 zu 21.“ Diese Änderungen sollen bereits im Juli im Landtag beschlossen werden.

„In einem nächsten Schritt wollen wir in der kommenden Wahlperiode das Fachkraft-Kind-Verhältnis weiter senken: auf 1:13 im Kindergarten ab 2028 und auf 1:20 im Hort ab 2029. Das ist der Zukunftsplan Mecklenburg-Vorpommern. Damit sorgen wir dafür, dass die Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für die Kinder in ihrer Gruppe haben. Und wir sichern zugleich die Beschäftigung der Erzieherinnen und Erzieher, die jeden Tag aufs Neue hervorragende Arbeit leisten“, erläuterte die Ministerpräsidentin.

Zudem sollen auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte Runde Tische entstehen, um die künftige Kita-Planung besser zu steuern. Ziel sei es, Beschäftigungsperspektiven für die Erzieherinnen und Erzieher zu sichern.

„Die Kitas sind seit vielen Jahren Schwerpunkt der Landesregierung. Wir haben viele Maßnahmen ergriffen, um die Qualität der Kitas zu verbessern“, sagte Schwesig. Es gebe in Mecklenburg-Vorpommern ein ausreichendes Angebot an Kita-Plätzen. In den Kitas würden gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten. Die Gruppen seien schrittweise verkleinert worden.

In dieser Wahlperiode sei der Betreuungsschlüssel im Kindergarten auf 1:14 verbessert worden. Das Land sei eingesprungen, als der Bund die Sprachförderung gekürzt habe. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung werde in Mecklenburg-Vorpommern bereits umgesetzt, mit einem höheren Stundenumfang als bundesgesetzlich vorgegeben. Und nach Einführung der beitragsfreien Kita 2020 sei nun auch der Ferienhort beitragsfrei. „Auch das ist ein Qualitätsmerkmal. Wir entlasten damit die Eltern pro Kind um 300 bis 500 Euro im Monat“, betonte Schwesig.

Die Ministerpräsidentin dankte Bildungsministerin Simone Oldenburg, den Kommunen, den Kita-Trägern, den Gewerkschaften, dem Landeselternrat sowie den Trägern des Volksbegehrens für die erzielte Einigung. „Wir haben alle Beteiligten an einen Tisch geholt. Wir hatten intensive und gute Gespräche. Und dann haben wir eine gemeinsame Lösung gefunden. Denn wir alle wollen eine gute Kinderbetreuung und gute Perspektiven für die Erzieherinnen und Erzieher.“

Sauberes Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr

Schwerin – Anlässlich des gemeinsamen wasserpolitischen Abends in Mecklenburg-Vorpommern der BDEW-Landesgruppe Norddeutschland (Bundesverband der Energie – und Wasserwirtschaft) und der KOWA MV (Kooperationsge­meinschaft Wasser und Abwasser MV) erläutert Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung des Ressourcenschutzes im Land.

„Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen und ihr Schutz kostet Geld. Wir investieren in Grundwasserschutz, Monitoring, Gewässerentwicklung, Wasserschutzgebiete, Klimaanpassung und Versorgungssicherheit. Genau dafür brauchen wir eine verlässliche Finanzierung.

Deshalb haben wir das Wasserentnahmeentgelt angepasst. Dabei gilt für mich ein klarer Grundsatz: Die Einnahmen dürfen kein Selbstzweck sein. Sie müssen den wasserwirtschaftlichen Zielen dienen. Dem Schutz unserer Ressourcen, Sicherung der Trinkwasserversorgung und der Vorsorge, damit Schäden und teure Aufbereitung gar nicht erst entstehen.

Genauso wichtig ist mir aber: Wir müssen über die konkrete Mittelverwendung im Gespräch bleiben. Gerade Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, Maßnahmen zur Nitratreduktion, Monitoring oder Vorsorgeprojekte zeigen, dass Prävention am Ende günstiger ist als Reparatu. Sauberes Rohwasser ist die günstigste Form der Trinkwasseraufbereitung.

Wer Wasser schützen will, muss daher die Entwicklungen erkennen. Deshalb haben wir das Grundwassermessnetz in MV erheblich modernisiert. Seit 2016 wurden mehr als 160 neue Grundwassermessstellen ergänzt oder erneuert. Aktuell werden 425 Messstellen hinsichtlich ihrer Wasserqualität untersucht und an 711 Messstellen Wasserstände erfasst.

Das ist eine erhebliche Datengrundlage. Und diese Daten zeigen: Der Klimawandel wirkt. Im März 2026 zeigten nur 9 Messstellen steigende Trends. 53 Messstellen dagegen fallende oder sogar stark fallende Entwicklungen. Das können und dürfen wir nicht ignorieren. Deshalb modernisieren wir auch die Grundwasserressourcen­karte.

Künftig soll über ein digitales Instrument quasi auf Knopfdruck sichtbar werden: Wo steht wie viel Grundwasser zur Verfügung? Das hilft Kommunen, den Unternehmen und Wasserversorgern. Und es hilft uns, Nutzungskonflikte frühzeitig zu vermeiden. Die erste Aktualisierung der Karte wird in Kürze abgeschlossen anschließend erfolgt digitale Umsetzung in kommenden Jahren.

Ein weiteres Zukunftsthema ist die Klimaanpassung. Denn wir sehen bereits Veränderungen. Der Meeresspiegel der Ostsee ist in den vergangenen rund 100 Jahren um knapp 20 Zentimeter gestiegen. Gleichzeitig nehmen sinkende Grundwasserstände zu. Damit verändert sich auch die Lage der Süß-Salzwasser-Grenzen im Untergrund. Salzhaltiges Tiefenwasser kann zunehmend aufsteigen. Auch darauf reagieren wir. Die Klimaanpassungs­strategie MV, die aktuell in Ressortabstimmung befindet, wird hierfür konkrete Maßnahmen enthalten.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Schutz unserer tertiären Tiefengrundwasserleiter. Wir haben diesen Schutz ausdrücklich im neuen Landeswasser- und Küstenschutzgesetz verankert. Diese Wasservorkommen sind besonders sauber und bilden sich über sehr lange Zeiträume. Deshalb dürfen sie künftig nur dort genutzt werden, wo besondere Reinheit erforderlich ist: für die öffentliche Wasserversorgung, für Heil- oder Mineralwasser, oder medizinische Zwecke. Denn bei diesem Schatz dürfen wir keine kurzfristige Perspektive anlegen.

Unsere Arbeit ist damit keineswegs abgeschlossen, die nächsten Jahre werden entscheidend. Wir werden die Wasserstrategie weiter konkretisieren und mit Maßnahmen untersetzen, die Trinkwasserkooperationen stärken, die digitale Grundwasser­ressourcenkarte fertigstellen, Klimaanpassungsstrategie umsetzen, Wasserschutzgebietsausweisung weiterentwickeln, Versorgungssicherheit weiter stärken

Wir müssen zugleich schneller werden: bei wasserrechtlichen Verfahren, Genehmigungen, Digitalisierung und Umsetzung ohne dabei den Schutz unserer Ressourcen zu relativieren.

Zur Zukunftsfähigkeit unserer Wasserwirtschaft gehört selbstver­ständlich auch die Abwasserinfrastruktur. Dazu zählen neue europäische Anforderungen zur Spurenstoffelimination, Fragen der vierten Reinigungsstufe und die Herausforderung, notwendige Investitionen solide zu finanzieren. Gerade angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen gewinnt zudem die Wassersicherstellung an Bedeutung.

Es geht um robuste und widerstandsfähige Infrastruktur physisch wie digital. Denn die Wasserversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur unseres Landes. Deshalb brauchen wir praktikable Sicherheitsstandards, resiliente Systeme und eine Umsetzung, die in der Praxis funktioniert. Zugleich werden wir inter­kommunale Kooperationen, Digitalisierung und resiliente Infrastrukturen weiter stärken. Denn Versorgungssicherheit entsteht nicht im Alleingang“, so Backhaus abschließend.

Fünf Jahre mobile Krebsberatung in M-V

Netzwerk für Betroffene wächst

Schwerin – Eine Krebserkrankung und deren Behandlung sind für Betroffene oftmals nicht nur körperlich eine große Herausforderung, sondern auch eine besondere seelische Belastung. „Wenn es sich anfühlt, als würde einem von einer Minute zur nächsten der Boden unter den Füßen weggezogen, dann ist eine verlässliche, einfühlsame und professionelle Hilfe das A und O“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich des fünften Jubiläums der mobilen Krebsberatung in Mecklenburg-Vorpommern  in Schwerin.

So zeigten wissenschaftliche Studien, dass zwischen 33 und 60 Prozent der jeweils untersuchten Krebserkrankten unter hoher psychosozialer Belastung leiden. „Mit dieser Diagnose soll keiner allein bleiben. Ich freue mich deshalb wirklich sehr, dass sich die mobile Krebsberatung unter Trägerschaft unserer Krebsgesellschaft MV seit ihrer Gründung hervorragend entwickelt hat, das Angebot bekannter geworden und zuletzt sogar deutlich ausgebaut worden ist“, so die Ministerin weiter.

So finden Betroffene nicht nur an den drei festen Standorten in Rostock, Greifswald und Parchim Hilfe beim Umgang mit der Erkrankung, bei der Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts, und bei der Bewältigung des Alltages. „Stattdessen soll das Angebot noch im Jahr 2026 auf bis zu 11 zusätzliche Außenstellen in Ribnitz-Damgarten, Schwerin, Güstrow, Waren, Wismar, Stralsund, Anklam, Neubrandenburg, Pasewalk, Usedom und neu auch in Wismar und Bergen auf Rügen anwachsen“, hob Drese hervor.

Damit soll sichergestellt werden, dass die Betroffenen einen niedrigschwelligen, möglichst wohnortnahen und kostenfreien Zugang zur Beratung erhalten. „Und dass dieses Angebot angenommen wird, zeigt die fantastische Entwicklung. Sind wir 2021 noch mit 263 Beratungen im Jahr gestartet, waren es 2023 bereits 3.323 und nunmehr schon 5.184 Beratungen im vergangenen Jahr. Zahlen die zeigen, wie sehr die Arbeit der Krebsgesellschaft und der Teams bestehend aus Psychologinnen und Sozialpädagoginnen geschätzt wird“, unterstrich die Ministerin. Zu rund 90 Prozent werde die Beratung dabei auch vor Ort wahrgenommen, nur rund 10 Prozent finden im telefonischen Kontakt statt.

Aufgebaut wurde dieses Angebot im Auftrag des Gesundheitsministeriums, das das Projekt auch in diesem Jahr mit einer Förderung in Höhe von knapp 110.000 Euro unterstützt. „Das ist gut angelegtes Geld denn hinter jeder einzelnen Beratung steht ein Mensch, der in einer der vermutlich schwierigsten Phasen seines oder ihres Lebens unkompliziert Hilfe bekommt, Halt und Orientierung gewinnt und hoffentlich auch ein wenig Zuversicht“, erklärte Drese.

Drese dankte der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement in den vergangenen fünf Jahren. „Trotz oftmals langer Fahrtwege sorgen Sie dafür, dass Angst der Hoffnung weicht. Das ist für viele Betroffene ein wesentlicher Aspekt für eine Genesung.“