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Tag: 29. Juni 2026

Digitale Führung durch Auschwitz-Birkenau

Bildungsministerin würdigt langjähriges Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz

Lübz – Anlässlich des Projekts „Auschwitz. In front of your eyes“ hat Bildungsministerin Simone Oldenburg das langjährige Engagement des Eldenburg-Gymnasiums Lübz für Demokratiebildung und Erinnerungskultur gewürdigt. Im Rahmen der Themenwoche „Mensch sein“ der 9. Jahrgangsstufe haben Schülerinnen und Schüler der Schule an einem digitalen Live-Rundgang durch die Gedenkstätte Auschwitz teilgenommen. „Die digitale Führung ist ein wichtiges Angebot, um jungen Menschen das Wissen über den Holocaust eindringlich zu vermitteln – gerade dann, wenn ein Besuch vor Ort nicht möglich ist. Erinnerungskultur ist das Fundament unserer Demokratie. Sie schützt vor Geschichtsverfälschung und dem Wiedererstarken menschenverachtender Ideologien“, so die Bildungsministerin.

Mit dem Projekt „Auschwitz. In front of your eyes“ eröffnet die Stiftung Auschwitz-Birkenau neue Wege der historischen Bildung. Die rund 105-minütige Live-Führung wird von speziell geschulten Guides durchgeführt und kombiniert Kamerabilder vom Gelände mit Archivmaterial, Zeitzeugen-Videos und interaktiven Elementen. Sie ist in sieben Sprachen verfügbar und kann über visit.auschwitz.org gebucht werden. Das Angebot ist didaktisch fundiert, interaktiv und niedrigschwellig. Es ersetzt keinen realen Besuch, sondern ergänzt die schulische Vermittlung historisch-politischer Bildung.

Die Idee für das Projekt entstand während der Corona-Pandemie, als die Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher geschlossen war. Heute ist es eine Antwort auf schwindende Zeitzeugen und wachsende gesellschaftliche Herausforderungen. „Da immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen persönlich von ihren Erfahrungen berichten können, gewinnen neue Formate der Erinnerungsarbeit, wie dieses digitale Angebot, an Bedeutung“, sagte Simone Oldenburg. „Denn sie helfen, die Erinnerung an die Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus lebendig zu halten und den Opfern auch für kommende Generationen eine Stimme zu geben“, so Oldenburg.

Wie dies auch in der schulischen Praxis gelingen kann, zeigt das Eldenburg-Gymnasium Lübz nach Ansicht der Ministerin seit vielen Jahren in besonderer Weise durch die Umsetzung zahlreicher Projekte zur historisch-politischen Bildung. So waren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums beispielsweise an dem Projekt „Als junger Mensch in der Shoah“ beteiligt. Dabei wurden Interviews mit Holocaust-Überlebenden aufgezeichnet und für den Unterricht dauerhaft zugänglich gemacht.

Zur Stärkung der historisch-politischen Bildung hat die Landesregierung die Mittel für Gedenkstättenfahrten in die ehemaligen deutschen NS-Vernichtungslager in Polen auf 300.000 Euro aufgestockt und im Vergleich zum Jahr 2021 damit versechsfacht. Allein in diesem Jahr können somit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler unter anderem nach Auschwitz fahren. Darüber hinaus wurde die Beantragung von Mitteln für Gedenkstättenfahrten im Inland erleichtert und die Schulen erhalten höhere Zuschüsse. Zusammen mit den Gedenkstätten im Land hat das Bildungsministerium zudem einen Leitfaden sowie Qualitätsstandards für schulische Besuche entwickelt.

Ab dem kommenden Jahr widmen sich alle weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust intensiv, jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend der Erinnerungsarbeit. Die Verpflichtung zum Gedenk- und Projekttag bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der NS-Gewaltherrschaft ausschließlich an diesem Tag stattfinden müssen. Ziel ist es vielmehr, den 27. Januar sinnvoll in bestehende Unterrichtskonzepte einzubinden. Grundschulen werden ermutigt, sich ebenfalls zu beteiligen.

Backhaus: „Ökolandbau braucht Verlässlichkeit statt Kürzungen“

Schwerin – Der ökologische Landbau bleibt ein zentraler Baustein der Landwirtschaftspolitik Mecklenburg-Vorpommerns. Anlässlich der agrarpolitischen Sommerreise der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern (AG ÖAMV) hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die geplanten Kürzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union scharf kritisiert.

„Unsere Bio-Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz und versorgen die Menschen zugleich mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Diese Leistungen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen – keine Kürzungen und keine neuen Unsicherheiten“, so Backhaus, der heute Nachmittag (14 Uhr) den Landwirtschaftsbetrieb von Christian Schulz in Bartenshagen nahe Rostock besucht.

Bis zum 30. Juni wurden rund 85 Millionen Euro Fördermittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik für Agrarumwelt-, Klima- und Ökolandbaumaßnahmen an die Betriebe ausgezahlt. Damit werden 98 Prozent der bewilligten Fördermittel für das Verpflichtungsjahr 2025 fristgerecht ausgezahlt. „Diese Zahlungen honorieren erbrachte Umweltleistungen unsere Landwirte im Land u.a. für den Natur- und Gewässerschutz.“

Darüber hinaus bereitet das Ministerium bereits die Herbstantragstellung 2026 vor. Ziel ist es, auch für das Verpflichtungsjahr 2027 neue Förderanträge für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus zu ermöglichen. „Planungssicherheit ist für unsere Betriebe entscheidend. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Antragstellung für weitere Flächenzuwächse im Ökolandbau  auch über 2026 hinaus fortzuführen. Wer mehr Umwelt- und Klimaschutz will, muss den Betrieben dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen“, betonte Backhaus.

Mit großer Sorge bewertet Backhaus die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission für die GAP ab 2028. Nach ersten Berechnungen könnte Mecklenburg-Vorpommern in der kommenden Förderperiode rund 580 Millionen Euro verlieren. Gleichzeitig würden Kappung und Degression die Direktzahlungen im Land nahezu halbieren: „Die geplanten Kürzungen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft und treffen insbesondere die historisch gewachsenen Betriebsstrukturen in Ostdeutschland. Das lehnen wir entschieden ab.“

Der ökologische Landbau bleibt für Mecklenburg-Vorpommern ein Zukunftsfeld. Ende März 2026 wirtschafteten bereits 1.191 landwirtschaftliche Bio-Betriebe auf rund 206.500 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche. Das entspricht rund 16 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Im Rahmen der Sommerreise übergibt Backhaus außerdem einen Förderbescheid in Höhe von 200.000 Euro für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. Bis 2029 sollen damit die Zusammenarbeit der Betriebe, regionale Vermarktungsstrukturen sowie innovative Formen der Direktvermarktung weiterentwickelt werden.

„Regionale Wertschöpfung, kurze Lieferketten und eine enge Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern gewinnen weiter an Bedeutung. Die Solidarische Landwirtschaft zeigt mit ihrer Vermarktungsausrichtung , wie Landwirtschaft und Gesellschaft noch enger zusammenwachsen können“, sagte der Minister abschließend.